Wärmeinsel- und Stadtklima­effekte als Erwärmungs­verursacher Teil 1: Höhe des Stadt-Stadtrand­effektes von Zürich.

Stefan Kämpfe, Jürgen Kowatsch
Schon oft haben wir bei unseren Artikeln über die Wärmeinseleffekte (WI) die Leser aufgefordert, mit dem Autothermometer selbst die Temperaturunterschiede zu vergleichen und den Lesern empfohlen, mit dem Auto aus der Stadtmitte hinauszufahren aufs Land und auf einem dunklem unasphaltierten, erdgebundenen Feldweg die kühlere Temperatur abzulesen. Zu allen Jahreszeiten ergeben sich Unterschiede. Das ist der Stadt-Landeffekt. (UHI=urban heat island)

Die Leser unserer früheren Artikel haben durch Rückmeldungen im Kommentar meist mit bis zu 5 Grad Temperatur-Unterschieden den UHI bestätigt.

Um den vollständigen Wärmeinseleffekt zu ermitteln, müsste man auch noch die wärmenden Veränderungen zu den freien Flächen früherer Zeiten berücksichtigen, denn auch die freie Landfläche wurde durch menschliche Einwirkungen wärmer. Im Wesentlichen spielen hier Meliorationsmaßnahmen sowie der Ausbau von Land- und Fernstraßen, Eisenbahntrassen, Zersiedlung sowie neuerdings aber verstärkt die wärmende Wirkung der Wind- und Solarparks, eine Rolle. Aber auch Unterschiede in der Pflanzenhöhe, Bodenverdichtungen, geänderte Fruchtfolgen und Anbaumethoden sowie der Ausbau des Forstwegenetzes wirken sich bereits aus. Eine frisch gemähte Wiese ist im Sommer leicht bis zu drei Grad wärmer als 30 cm hohes Gras. Wenn in den letzten Jahrzehnten durch vermehrtes Mähen der Bauern die Wiesen kurz gehalten werden, dann trägt diese einfache Maßnahme auch bereits zur Erwärmung des Bodens und der Luft darüber bei.

Und zunehmend werden die 28 000 Windräder auch die freie Landschaft erwärmen, denn sie bremsen die Winde ab und damit entsteht weniger Verdunstungskälte.

Wenn man auch noch Effekte betrachtet, die durch das Abbremsen des horizontalen Windfeldes durch die Bebauung entstehen, gleichzeitig aber auch noch Konvektionsrollen oberhalb der Stadtgebiete entstehen, die wiederum zur Wolkenauflösung, folglich zur Änderung der Strahlungsflüsse führen, dann kann man erahnen, wie eine Stadt mit hoher Bebauung zur Änderung des lokalen bzw. regionalen Klimas beitragen kann und noch die freie Umgebung weit außerhalb beeinträchtigt.

Das IR-Video über den Stadtraum Zürich:

Im folgenden Infrarot-Video wird nicht der Wärmeinseleffekt dargestellt, ja noch nicht einmal der vollständige Stadt-Umlandeffekt (UHI) erfasst, sondern lediglich Änderungen von Tagestemperaturen der bebauten Fläche von Zürich im Vergleich zu den grünen Lungen der am Stadtrand gezeigt. Dabei war der 22. Juni besonders heiß.

Das Video zeigt Infrarot-Wärme-Bilder im Stundentakt und beginnt am 19.Juni 2017 um 0 Uhr. Es zeigt die viertägige Temperaturabfolge Zürichs bis zum 23. Juni in unterschiedlichen Wärmefarben.

Der ungeübte Betrachter tut sich schwer überhaupt etwas zu erkennen, deshalb soll zunächst der Google-Ausschnitt gezeigt werden, über welche Fläche die IR-Aufnahmen im Video streichen. Man achte auch auf die Straßenverläufe.

Diesen stets gleichen Blick von oben zeigt auch der Film. Anstatt eines Thermometers, das die einzelnen Wärme-Tagesabläufe anzeigt wird der Temperaturverlauf als Farbe über den Bildausschnitt gelegt. An der rechts in den Bildern eingeblendeten Farbskala lassen sich die Temperaturen, die zur jeweiligen Zeit herrschen, leicht abschätzen. https://youtu.be/mox5tHQDXt8

(Sollte der link nicht funktionieren, bitte kopieren und selbst in Google eingeben)

Bitte öfters die Bildabfolge betrachten, das ungeübte Auge tut sich zunächst schwer und erkennt anfangs nur die sich ändernden Farben der Temperaturabläufe.

Diese stündliche Infrarotbildfolge bietet aber gegenüber einer Thermometermessung und einer tabellarischen Auflistung manche Vorteile: Wir gehen davon aus, dass die Sonneneinstrahlung überall gleich ist.

Sofort ist an den Farbabstufungen erkennbar, dass unbewohnte Gebiete außerhalb der City grundsätzlich kälter sind. Man sieht auch, dass die einzelnen Stadtgebiete unterschiedlich warm sind, obwohl die Sonneneinstrahlung überall gleich ist. Die Straßen sind aus dem Häusermeer heraus auch erkennbar. Gehen wir nun zu den Aufnahmen in der Nacht. Wichtig ist, Die Außenbezirke kühlen schneller aus. Die Wärmeabstufung bleibt deutlich erhalten.
Genauere Ergebnisse aus den Farbabstufungen:

1) die Temperaturunterschiede zwischen bebauten und unbebauten Stadtgebieten sind ganztätig und rund um die Uhr zwischen 5 bis 6 Kelvin
2) die Straßenverläufe stechen extra raus und sind nochmals etwas wärmer. Das haben wir durch Eigenmessungen zuhause bestätigt. Ich habe auf meiner Siedlungsstraße zur gleichen Zeit Temperaturen von 42 bis 48 C mit dem IR-Thermometer gemessen. Dabei gab es zwischen 10 Uhr und 16 Uhr kaum Unterschiede. Und komischerweise hielt die Straße auch nachts ihre Wärme. von den Reifen der Autos wird sie vor meinem Haus nicht aufgeheizt, denn ab 22 Uhr fährt fast niemand mehr.

3) Erstaunlich, dass die 5-Kelvin Unterschiede bereits zwischen Stadt und Stadtrand deutlich sind. Zwischen der freien Landfläche und der Stadtmitte wären die Unterschiede sonst noch größer. Das haben wir im nächsten Ergebnissatz berücksichtigt.

Der UHI-effekt von Zürich betrug in der Zeit zwischen dem 19. Juni 2017 und dem 23.Juni 2017 mehr als 5 Kelvin.

Das ist erstaunlich hoch und zeigt erneut, dass die Temperaturbetrachtungen auf der Erde über längere Zeiträume nicht vergleichbar sind, da sich die Umgebungsbedingungen der Standorte ständig ändern. Eine globale Durchschnittstemperatur ist überhaupt nicht erfassbar.

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Teil 2: WI- Effekt im Juli für den Hohenpeißenberg und andere Stationen.

Schade, dass es dieses Infrarot-Video über Zürich nicht auch von deutschen Städten und für die stark heizend wirkenden Wind- und Solarparks des Norddeutschen Tieflandes gibt, man könnte viel leichter den Temperaturunterschied zwischen Stadt und Land darstellen und die Erwärmungswirkung der „Erneuerbaren Energien“ darstellen. Man kann erahnen, dass in Deutschland ganze Regionen wie z.B. der Bodenseeraum in den letzten 50 Jahren wärmer geworden wären. Aber auch ländliche Stationen wie der Hohepeißenberg im Alpenvorland würden interessante Ergebnisse liefern. Wir wären gespannt auf die Temperaturunterschiede vom einst kälteren Standort der Klimastation bei der Klosterkirche auf der höchsten Anhebung, wo bis 1934 die Messstation im Freien vor einer unbeheizten Klosterzelle stand. Heute steht das Messzentrum leicht tiefer. Anhand der Farben könnte man den heutigen tiefer liegenden und bebauten Standort mit Straße und seinen großen asphaltierten Parkplätzen genauer taxieren. Wir schätzen den WI- Effekt im Sommer auf 0,5 Kelvin ab 1970 im Vergleich zum früheren kälteren Standort. Doch auch ohne WI-Bereinigung sind die Julitemperaturen über 237 Jahre bemerkenswert.

Grafik 1: Seit 1781 hat sich der Monat Juli bei der Station Hohenpeißenberg kaum erwärmt. Man beachte, die ersten 70 Jahre werden als Kleine Eiszeit bezeichnet. Die Daten sind die Originaldaten, also noch nicht WI-bereinigt. Die wärmende Standortveränderung ab 1934 ist nicht berücksichtigt.

Die Grafik des HPB zeigt, dass die Temperaturen ab 1781 die nächsten 100 Jahre erst einmal leicht gefallen sind, die kleine Eiszeit hatte zugelegt an Kälte. Die Kältedepression lag beim Monat Juli um das Jahr 1890, erst seitdem sind die Juli-Temperaturen leicht angestiegen bis auf das heutige höhere Niveau.

Ergebnis: Mit dem WI-Korrekturfaktor von 0,5 C ab 1970 ergäbe sich für den HPB überhaupt keine Julierwärmung seit 1781

Außerdem ist bemerkenswert: Der DWD beginnt seine stärker WI-behafteten Aufzeichnungen Deutschlands ab 1881, das liegt mitten in der Kältedepression dieser Kurve. Mit diesen beiden „Tricks“ erhält der DWD-Juli für Gesamtdeutschland logischerweise eine Erwärmung mit steigender Trendlinie.

Grafik 2: Die DWD-Julitemperaturen sind seit 1881 um 1,1 K angestiegen. Die Daten sind die Originaldaten und nicht WI-bereinigt und beginnen in einer Kältedepression

Beachte: Der Juli wurde nicht überall wärmer in Deutschland. Es kommt auf den Betrachtungszeitraum an. 1881 lag in einer leichten Kältedepression wie Grafik 1 zeigt. Außerdem sind die DWD-Daten nicht wärmeinselbereinigt. Die früheren Messstationen lagen an viel kälteren Standorten bei fast unbeheizten Klöstern, bei Forsthäusern am Waldrand, bei den Fischteichen vor den Toren der Stadt.

Trotzdem gilt das Ergebnis: In den Wärmeinseln, also dort wo die Messstationen heute stehen, wurde der Juli seit 1881 wärmer.

Diese Erwärmung ist natürlich überhaupt nicht auf das lebensnotwendige Gas Kohlendioxid zurückzuführen, das unsere Leser gerade ausatmen, sondern auf verschiedenste WI- Effekte, eine höhere Sonnenscheindauer und häufigere südliche Großwetterlagen. Bislang gibt es noch immer keinen wissenschaftlichen Versuchsnachweis für den behaupteten und in Deutschland hoch gehandelten CO2-Treibhauseffekt. Die orakelhaft behauptete Klimasensitivität von CO2 gibt es versuchstechnisch nicht. Also müssen die ständigen Klimaänderungen auf der Erde eben andere Ursachen haben.

Betrachten wir zum Abschluss erneut den Hohenpeißenberg und wählen wir als Betrachtungszeitraum die letzten 36 Jahre:

Grafik 3: An WI-armen Standorten und in den unbebauten Freiflächen Deutschlands zeigt der Monat Juli seit 1982 nur eine minimale, nicht signifikante Erwärmung. Und selbst da müsste man noch WI- Effekte abziehen, welche durch verschiedenste Landschaftsveränderungen (siehe Teil 1) verursacht wurden. Und dass der Juli (trotz weltweit gestiegener CO2- Werte) auch kühler werden kann, zeigt ein Blick westwärts- nach Zentralengland:
Grafik 4: In Zentralengland kühlte sich der Juli trotz massiv steigender CO2- Werte gar minimal (nicht signifikant!) ab. Die jährliche weltweit steigende CO2-Konzentration in der Atmosphäre (grüner Pfeil) zeigt keinerlei Ursache-Wirkung zum Temperaturverlauf. Wenn Rückschlüsse erlaubt wären, dann zeigt die Grafik, dass steigende CO2-Konzentrationen in Zentralengland eine Abkühlung bewirkt hätten.

Und schaut man noch weiter westwärts über den „großen Teich“, so findet sich gar eine Station mit markanter Juli- Abkühlung; diese ist (noch) sehr ländlich, westlich von Washington D. C. gelegen: die Dale-Enterprise Wetterstation bei einer isoliert stehenden Farm in Virginia.

Grafik 5: Juli- Abkühlung an einer WI- armen US- Station. Auch im ländlichen Virginia ist seit 1982 die CO2-Konzentration der Atmosphäre von damals 342 ppm auf heute über 400 ppm angestiegen.

Hat CO2 hier auch eine Abkühlung bewirkt?

Als Gegensatz nehmen wir den Temperaturverlauf der sehr großen Stadt Washington, die Bundeshauptstadt der USA wächst seit Jahrzehnten und bietet sich zum Vergleich an, da sie nur knappe 100 Meilen von Dale-Enterprise entfernt ist.

Grafik 6: Der Temperaturunterschied der Großstadt Washington zur ländlichen Dale-Enterprise Farm ist eklatant. In der US-Metropole Washington wurde es im gleichen Zeitraum deutlich wärmer.

Frage: Welche Grafik zeigt uns nun den tatsächlichen Temperaturverlauf? Antwort: Beide Messstationen zeigen den Temperaturverlauf richtig an. In der Stadt wurde es wärmer, und auf dem Lande im gleichen Zeitraum kälter.

Der letzte Satz gilt genauso für Deutschland: der Temperaturverlauf von Berlin/Tempelhof hat seit 1982 bis heute eine Steigungsgerade von y = 0,029x und das 200 km entfernte, sehr ländliche Amtsberg bei Chemnitz eine unmerkliche Abkühlung von y = – 0,009x

Ergebnisse:

Da Kohlendioxid ein Gas ist und nahezu überall gleichmäßig verteilt derzeit mit 0,04% in der Atmosphäre auftritt, können die hier im Artikel gezeigten Temperaturverläufe nicht auf Kohlendioxid zurückzuführen sein. Das lebensnotwendige Gas kann in der Stadt nicht erwärmend und auf dem Lande gleichzeitig kühlend wirken.

Die Bezeichnung Treibhausgas für CO2 ist eine märchenhafte Wortschöpfung der Klimapanikmacher. CO2 ist entweder gar nicht klimawirksam oder nur sehr unwesentlich.

Unser Rat für die Politiker aller Parteien:

Es wird Zeit, dass die Diskussion über den angeblichen Klimakiller CO2 zu den Akten gelegt wird. Natur- und Umweltschutz sollten in den Mittelpunkt der Staatengemeinschaft gestellt werden und nicht das Geschäftsmodell Klimaschutz.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger Klimaforscher

Stefan Kämpfe, Diplom- Agraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

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16 Kommentare

  1. Lieber Herr Ketterer
    Heizung der Klöster: Die Klosteranlagen Deutschlands waren früher unbeheizt, und zwar alle Schlaf- und Arbeitsräume. Auch die Klosterkirche selbst war unbeheizt. Sogar die Bibliothek war nur „überschlagen“, damit die Tinte nicht eingefroren ist, die Mönche schrieben ihre Texte im Stehen und mit Fingerhandschuhen. Es gab nur einen Warmraum, den Aufwärmraum, wohin sich die Menschen bei großer Kälte zurückziehen konnten. Natürlich hatte so eine Klosteranlage auch Kamine, und zwar dort, wo man zur Verrichtung der Arbeit Feuer brauchte, das war bsp.weise in der großen Küche, wo für die Mönche und die anderen Angestellten wie Laienbrüder gekocht und im erwärmten Nebenraum gegessen wurde, ebenso in der Bäckerei, der Waschküche für die Wäsche der oft über 100 Personen in der Klosteranlage und in der Schmiede. Eine Klosteranlage war weitgehend Selbstversorger. Natürlich waren alle Ställe für Tiere, Gerätschaften und Vorratsräume unbeheizt. So karg lebten wohl alle Deutschen. Nur reiche Bürger in den Städten hatten es besser, dazu gehörte ich und die Leute in meiner Siedlung auch nicht. In meinem Geburtshaus war nur die große Küche warm, wo gegessen und anschließend die Hausaufgaben gemacht wurden. Dazu wurde 2x pro Woche die Waschküche eingeheizt, samstags zum Baden und montags für die Wäsche. Erst nachdem das Fernsehen ins Haus kam, wurde ab 1962 an kalten Winterabenden auch das Wohnzimmer angeheizt, im Nachbarhaus stand der Fernseher in der Küche, das Wohnzimmer blieb weiter kalt und wurde nur an Festtagen beheizt. Alle anderen Zimmer des Hauses, auch unsere Kinder-Schlafzimmer waren unbeheizt, manchmal morgens Eisblumen an den Fenstern. In den Klöstern war das Leben noch rauher als in meinem Geburtshaus, erbaut 1954. Es ist die Frage zu stellen, ob die Fenster der kleinen Mönchszellen überhaupt verglast waren. Man könnte doch allerhöchtens behaupten, dass die Mauern der Klosteranlage im Sommer auch einen Wärmeinseleffekt entwickelt haben. Wenn ich nun in meinen Artikeln immer schreibe, in den fast unbeheizten Klöstern, dann denke ich an Sie. Davor hatte ich immer die Ausdrucksweise verwendet: Die Klöster waren unbeheizt bis auf einen Aufwärmraum. Ebenso sage ich jetzt immer, mein Elternhaus war unbeheizt bis auf die Küche. Dort war übrigens auch der einzige Kalt-Wasserhahn und in der Nachbarschaft sind oftmals in kalten Nächten die Wasserrohre geplatzt, weil die Hausfrau in der Nacht nicht aufwachte, um Briketts nachzulegen. Erst ab 1960 verbesserte sich die Lage, Energie wurde billiger, erstmals bekam auch unsere Kirche in der Ortsmitte in ihrer 850jährigen Geschichte eine Heizung gegen Minusgrade, -das Weihwasser war immer eingefroren- und wahrscheinlich änderte sich das Bild dann auch in den Klöstern. Übrigens war in unserer Aussegnunshalle auch im Januar 2017 trotz einfacher Heizung das Weihwasser eingefrorern und es gab Beschwerden.
    Kurze Ergänzung zu dieser Anmerkung von Ihnen zum HPP: „Deswegen wurde diese Inhomogenität in der Nachkriegszeit auch auf Ihre Größenordnung hin überprüft.“ Das hat der DWD uns (Leistenschneider/Kowatsch) vor 6 Jahren auch mitgeteilt. Aber die Ergebnisse der Überprüfung leider nicht. Man könnte deshalb auch vermuten, dass die Werte in die falsche Richtung korrigiert wurden.
    Herr Ketterer, war mir bei Ihnen auffällt, Sie wollen mit aller Macht den Wärmeinseleffekt in den Temperaturreihen kleinreden, warum eigentlich? Wäre es nicht besser, Sie würden sich wie ich im Gemeinderat mit den negativen Auswirkungen dieses Effektes auf die Natur der freien Landschaft beschäftigen. Die großflächige Bebauung und Trockenlegung der Landschaft führt auch bei uns in den Wäldern zu Trockenheiten, obwohl die Niederschläge in Deutschland seit 1881 laut DWD um 11% zugenommen haben. Was als CO2-Klimaerwärmungsauswirkungen dargestellt wird, sind meist Wärmeinselauswirkungen.

    • Sehr geehrter Herr Kowatsch,

      Sie sagen ich „wolle mit aller Macht den Wärmeinseleffekt in den Temperaturreihen kleinreden, warum eigentlich?“
      Was den WI-Effekt angeht hat es hier schon manchen guten Beitrag (von Ihnen, Herrn Kämpfe und Herrn Michelbach) gegeben. Auch die Diskussion um die WI-Effekte in Berlin und Umland möchte ich dazuzählen.
      Nur ist es so, dass Sie IMHO oft mit SCHÄTZwerten so auftreten, als seien diese plausibel mit Messwerten verifiziert. In meinem vorherigen Beitrag habe ich Ihnen gezeigt, dass Ihre Aussage für den HPB (keine T-Erhöhung) selbst unter Berücksichtigung des von Ihnen (zu hoch) geschätzten) WI _falsch_ ist. DER HPB hat sich seit 1781 erwärmt (Tiefpassfilter angewendet).
      Auch erwecken Sie hier den Eindruck, als seien die für Zürich gemeldeten Temperaturen um einige °C zu hoch. Wenn man sich die Lage der „Züricher“ Wetterstationen ansieht und mit dem sehr interessante IR-Film vergleicht, dann sieht man, dass die Stationen an den „kühlen“ Stellen der Agglomeration Zürich liegen.
      Der WI / UHI-Effekt (auch kleiner Ansiedlungen) ist mir seit über 3 Jahrzehnten vertraut. Wenn Sie aber schreiben, dass auf Grund des UHI der Stadt Zürich von mehr als 5K Temperaturvergleiche über längere Zeiträume nicht statthaft sind, dann erhebt sich bei mir Widerspruch. Auch die Ausweitung des WI auf ganze Regionen bedarf einer genauen Einzelfallbetrachtung. Der bei Ihnen trockengelegte Weiher hat sicherlich deutlich Auswirkungen auf das Lokalklima in Hütlingen, ebenso wie die Ausweitung der Bebauung und die Trockenlegung der Auebereiche. Dies hat auch Auswirkungen auf die gemessenen Lufttemperaturen, dem Widerspreche ich nicht.
      Ich kommentiere aber immer dann, wenn Sie Ihre lokalen Beobachtungen verallgemeinern und anderen Unterstellen sich wie De.pen zu benehmen: „Aber die Ergebnisse der Überprüfung leider nicht. Man könnte deshalb auch vermuten, dass die Werte in die falsche Richtung korrigiert wurden.“ Oder an anderer Stelle: „Hat der DWD die Reaumuraufzeichnungen überall umgerechent, haben Sie das überprüft?„

      • Ich habe mir aufgrund Ihrer Diskussion die Juli-Klimadaten vom HPB angeschaut. Die Ergebnisse sind ähnlich egal, ob man eine Ausgleichsrechnung durchführt oder 30 Monate Gleitmittel verwendet (Temperaturen in °C):
        Juli;P(1);P(2) ;Gl-Mittel(30)
        1781; 14,4; 15,5;15,1
        1957; 15,2; 15,1;15,2
        2017; 15,5; 16,6;16,1
        Die Juli-Temperatur hat sich seit 1957 um 0,3 bis 1,5 °C erhöht. Es wäre vermessen dies allein der Zunahme der Treibhausgase zuzuschreiben. Die Juli-Temperaturen hängen stark von der Globalstrahlung ab. Diese hat sich wohl auch erhöht.Wesentlich sind die absorbierte solare Einstrahlung und die Wärme-Abgabe durch Aufwinde und Verdunstung in der näheren Umgebung. Letztere bezeichne ich als Landnutzungseffekt und ist leider nicht quantifiziert.

        • Sehr geehrter Herr Berberich,
          Danke für die Betätigung. Diese festegestellte Erwärumg hatte ich nicht den „Treibhausgasen“ zugeschrieben. „Wärme-Abgabe durch […] Verdunstung in der näheren Umgebung“ verstehe ich nicht, es sei denn sie meinen dass die latente Wärme durch Kondensation „weiter oben“ wieder frei wird.

    • „Die großflächige Bebauung und Trockenlegung der Landschaft führt auch bei uns in den Wäldern zu Trockenheiten, obwohl die

      Niederschläge in Deutschland seit 1881 laut DWD um 11% zugenommen haben. Was als CO2-Klimaerwärmungsauswirkungen dargestellt wird,

      sind meist Wärmeinselauswirkungen.“

      Dies kann man schön an der Zeitreihe der Juliwerte der rel. Feuchte vom HPB sehen. Sie hat seit 1960 eine abnehmende Tendenz.

  2. „Eine frisch gemähte Wiese ist im Sommer leicht bis zu drei Grad wärmer als 30 cm hohes Gras. Wenn in den letzten Jahrzehnten durch vermehrtes Mähen der Bauern die Wiesen kurz gehalten werden,[…]“

    Werden sie das?
    Bei uns sehe ich mehr und mehr Pferdekoppeln, die nicht einer frisch abgemähten Wiese gleichen. Und gemäht wird bei uns in der Regel 3 mal im Jahr – so wie früher auch.

      • Serh geehrter Herr Mueller,

        ich habe gerade nochmals nachgeschaut: ja diese Pferedkoppeln gibt es. Wenn diese nicht im Übermaß besetzt sind, finden sich da schon Koppeln mit über 50 cm hoher Vegetation.
        Früher waren das Äcker, die um diese Jahreszeit telweise schon umgebrochen waren, heute verdienen die Bauern offensichtlich mehr und sicherer mit der Pferdewitschaft.

        MfG

  3. Sehr geehrter Herr Kowatsch, sehr geehrter Herr Kämpfe,

    danke für den interessanten Artikel!
    Interessanterweise liegen die Messstationen in/um Zürich in den Bereichen, in denen der gezeigte WI nicht mit 5-6K „Zuschlag“ wirksam ist, sondern eher dort, wo die nächtliche Abkühlung früh zum Tragen kommt. Nicht alle Stationen liegen so wie Berlin/Alexanderplatz.
    Die Spline-Kurve beim Hohenpeißenberg sollte man nicht diskutieren, Splinekurven sind nichtssagend. Herr Kuntz macht dies in seinen Auswertungen besser. Ein „Laufendes Mittel“ ist doch in Excel nun auch kein Hexenwerk.
    Woraus leiten Sie den WI von 0,5K für den HPB (seit 1970) ab?

    • Sehr geehrter Herr Ketterer
      Ihre Frage: „Woraus leiten Sie den WI von 0,5K für den HPB (seit 1970) ab?“, beantworte ich gerne.
      Wie geschrieben, das ist eine reine Schätzung von mir aufgrund der Standortunterschiede zwischen 1933 von der unbeheizten Mönchszelle zum etwas tiefer gelegenen ausgebauten DWD-Zentrum heute, wo zuvor die kältere Natur war. Der Schätzwert gilt auch nur für das Sommerhalbjahr, weil aufgrund der Sonneneinstrahlung die WI-effekte höher sind. Leider wurden keine Doppelmessungen von 1934 bis 1970 fortgeführt. Der Standort des Klosters mit Kirche am höchsten Punkt hätte sich natürlich auch leicht WI-erwärmt in dieser Zeit aufgrund der gesamten Baumaßnahmen auf dem Berg, der heute zu einem Ausflugsberg geworden ist. Gar kein WI-effekt, also WI-frei wie der DWD behautet, ist auf alle Fälle falsch. Wahrscheinlich hat sich auch schon in der Zeit bis 1933 ein kleiner WI-effekt in den Daten entwickelt, wegen fehlender historischer Beschreibungen kann ich jedoch keine Schätzwerte dazu angeben.

      • „Doppelmessungen“ werde soweit ich mich erinnere an der Säkularstation Potsdam durhcgeführt. (die Station, deren Messfeld seit über 130 Jahren unter (cum grano salis) gleichen (unmitelbaren) Umgebungsbedingungen liegt).

        Auch am HPB wurden Vergleichsmessungen angestellt. In Kremsmünster (ähnliche Situation wie HPB) isind diese Vergleichmessungen gut dokumeniert un online zugänglich.

        Im übrigen sind die Sommer-Messungen am Hohenpeißenberg in der Anfangsperiode (1781 bis ca. 1840) nach oben „verfälscht“, da das Therometergehäuse morgens und abends direkter Strahlung ausgesetzt war.

        • Danke für die zusätzlichen Infos,
          Hohenpeißenberg im Sommer anfangs nach oben verfälscht, habe ich auch schon mal gelesen. Wie richtig/falsch ist diese Meldung und von welchem Treibhausgläubigen wird sie verbreitet? Aufgrund ihres Kommentars habe ich die Julitemperaturen von Berlin-Tempelhof und HBP seit 1781 bis heute gezeichnet. Die minimale Steigung beträgt bei beiden y = 0,004 x und beide Verläufe sind recht ähnlich, nämlich zwischen 1880 und 1900 eine Kältedelle, just zur Zeit, wenn der DWD seine Aufzeichnungen beginnt. Die eigentliche Erwärmung der Gegenwart setzte bei beiden erst zwischen 1985 und 1990 ein und blieb auf dem jetzigen Juli-Niveau. Vielleicht ist es auch nur ein Zufall, denn beide Stationen sind 600 km auseinander. Beide Standorte haben sich in der Umgebung verändert, Tempelhof wurde von einem Gutshof mit Ansiedlung zu einem Stadtteil, trotzdem hat die Regressionslinie dieselbe minimale Steigung, bzw. bis 1985 gar keine. Welche Station zeichnet nun den Temperaturverlauf glaubhafter nach, die Dale-Enterprise in Virginia oder die Station in Washington? Bald glaube ich nur noch meinen Eigenbeobachtungen in meinem Heimatraum, mein Heimatort wurde wärmer, aber in der Natur außen rum kommen die Frühlingsblüher an denselben Standorten zur selben Zeit wie vor 60 Jahren. Die Märzenveilchen sogar versptätet erst Anfang April. Die Eichen bekommen Mitte Mai ihre Blätter wie schon in meiner Kindheit. Wo ist die Erwärmung? Komischerweise hat die Vegetation in der freien Fläche auch vom Temperatursprung in den deutschen Datenreihen zwischen 1985 und 1990 nichts gemerkt. Natur- und Umweltveränderungen ja, fast täglich entdecke ich neue in meinem Lebensumkreis. Klimaerwärmung in der freien Natur nein, jedenfalls nicht zu meinen Lebzeiten.
          Fazit: Hier läuft ein großer Schwindel mit angeblichen Erwärmungen.

          • Danke für die zusätzlichen Infos,
            Hohenpeißenberg im Sommer anfangs nach oben verfälscht, habe ich auch schon mal gelesen. Wie richtig/falsch ist diese Meldung und von welchem Treibhausgläubigen wird sie verbreitet?

            Sehr geehrter Herr Kowatsch,
            beim Hohenpeißenberg lege ich – wie Ihnen bekannt sein dürfte- eine IMHO hinreichende Gründlichkeit an den Tag. Die unterschwellige Unterstellung („von welchem Treibhausgläubigen wird sie verbreitet“) dürfen Sie ruhig stecken lassen.
            Bisher war ich es, der hier bei EIKE Gerüchte über den HPB richtigstellte: Die Ablesung der Temperatur fand bis 1936 an einem beheizten Gebäude vor dem Fenster eines unbeheizten Raumes statt. Es war ein ordentliches Stück Arbeit Sie vom Gerücht des „unbeheizten Klosters“ abzubringen. Auch lese ich aus Ihren verschiedenen Aussagen zum HPB, dass es keinen Vergleich Messstandort vor 1936 und dem „neuen“ Messfeld geben soll. Auch dies ist eines der Gerüchte, die hier immer wieder auftauchen.
            Der Übergang von Der Messung an der Klosterwand zur Messung auf dem Messfeld stellt -wie Sie richtig sagen- eine Inhomogenität dar. Deswegen wurde diese Inhomogenität in der Nachkriegszeit auch auf Ihre Größenordnung hin überprüft.
            Die Quelle des Statements „Hohenpeißenberg im Sommer anfangs nach oben verfälscht“ ist der DWD, der dies schon 1957 berichtet hatte. Aber auch allein ein gesunder Menschenverstand könnte dies nahelegen, wenn man mit der Messsituation vor 1840 vertraut ist: Messung in einen nur unten offenen Holzkasten, der Nordseite eines Gebäudes ca. 30cm von der Wand entfernt angebracht. Dies legt nahe, dass hier die Temperaturen gegenüber der (relativ gut durchlüfteten) Stevenson Hütte im Sommer erhöht sind, zumal wenn zu den Mannheimer Stunden abgelesen wird.

          • „Ergebnis: Mit dem WI-Korrekturfaktor von 0,5 C ab 1970 ergäbe sich für den HPB überhaupt keine Julierwärmung seit 1781“

            Sehr geehrter Herr Kowatsch,
            ich hatte Ihnen nun schon des Öfteren angetragen die Spline-Kurven nicht zu erstellen. Deren Aussage ist irrelevant und fehlleitend
            Wenn Sie (um das Rauschen der natürlichen Fluktuation herauszufiltern) die üblichen gleitenden Mittel anwenden, dann sehen Sie, dass Ihre Aussage falsch ist. Selbst wenn man den (IMHO zu hohen) WI-Wert von 0,5K beim Hohenpeißenberg abzieht, dann ist seit den 90er Jahren der HPB wärmer als im 18. Und 19. Jahrhundert (30-jähiges Mittel).
            Ihr Satz müsste also lauten „Mit dem WI-Korrekturwert von 0,5 C ab 1970 ergäbe sich für den HPB überhaupt keine Julierwärmung seit 1781“. Ich spreche mit Absicht vom Korrekturwert und nicht vom Korrekturfaktor.

          • Fehler in meinem
            Beitrag, 09.08.2017 13:48:

            „Mit dem WI-Korrekturwert von 0,5 C ab 1970 ergäbe sich für den HPB überhaupt keine Julierwärmung seit 1781“

            Sollte heißen:
            Slebst mit dem WI-Korrekturwert von 0,5 C ab 1970 ergäbe sich für den HPB überhaupt eine Julierwärmung seit den 90er Jahren (gleitendes 30-Jaresmittel)“

  4. Alle Medien und [fast] alle Parteien sagen aber der Mensch erwärmt die Erde durch CO2. Ich bin der kleine Michel, ich habe keine Ahnung von der Sache, ich glaube der Raute so wie mein Papa dem Erich und mein Opa dem Führer. War ja nicht alles schlecht, nur das mit den Autobahnen, das hätte er nicht machen dürfen, der Führer….

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