Agora Energiewende 2030: The Big Picture. A picture of mistery

AGORA Szenario für den Verkehrsbereich, Bild Agora

von Ralph Schuster
Im Juni 2017 wurde mit einem riesigen TamTam folgendes Papier von Agora Energiewende vorgestellt: Energiewende 2030: The Big Picture


Megatrends, Ziele, Strategien und eine 10-Punkte-Agenda für die zweite Phase der Energiewende

Am 15.06.2017 wurde in Berlin ein Symposium mit den üblichen „Experten“ unter prominenter Beteiligung von Peter Altmeier und Claudia Kemfert durchgeführt.

Das von Agora vorgestellte Szenario für den Verkehrsbereich soll in dieser Abhandlung kritisch beleuchtet werden. Agara plant, den Energieverbrauch des Verkehrssektors von 735 TWh (2646 PJ) auf 420 TWh (1512 PJ) abzusenken, sowie den größten Teil des Verkehrs auf „Erneuerbare“ ( E-Mobilität, Power to Liquid Power to Gas) umzustellen. Die daraus resultierenden Kosten scheinen bei den Überlegungen keine Rolle zu spielen.Agora rechnet hier die                E-Mobilirät heraus.

Die nachfolgenden Grafiken wurden auf Basis der Statistiken von Eurostat erstellt, wobei aus Gründen der Kontinuität die Dimension Tera Joule (Eurostat) auf Tera Watt umgerechnet wurde.

Der lineare Trend des tatsächlichen Verbrauchs von 2000 (777 TWh) bis 2015 735 TWh (gestrichelte Linie) wurde bis 2030 fortgeschrieben. Danach würde der Endenergieverbrauch im Jahr 2030 auf 676 TWh absinken. Agora setzt in seiner Vorschau einen weitaus stärkeren Rückgang voraus. Wahrscheinlich entspricht weder die Fortschreibung des bisherigen Trends, noch die sehr ambitionierte Prognose von Agora der Realität in 2030.

Die 28 EU-Staaten verbrauchten 2015 entsprechend dem nachfolgenden Diagramm 12617 TWh an Energie im Bereich Straßenverkehr, Industrie, Haushalte und Dienstleistungen. Für Deutschland summierten sich 2015 die Einzelbereiche auf 2342 TWh, einem Anteil von etwa 30 %.

Die Bruttostromerzeugung betrug in den 28 EU-Staaten zum gleichen Zeitpunkt 3435 TWh, in Deutschland 646 TWh, was einem Anteil von 26 % entspricht.

Das eigentliche Ziel von AGORA, eine Klimaerwärmung zu verhindern, wird auf Basis dieser Grafik mehr als in Frage gestellt, da zurzeit nicht erkennbar ist, welche europäischen Länder dem deutschen Weg folgen werden.

Interessant sind die Aussagen von Agora, sollten ihre Pläne scheitern.

Kapitel 3.5   Seite 34

Werden Energieeffizienz oder Elektrifizierung nicht erreicht, braucht es deutlich mehr Wind- und Solarstrom

Wichtig ist: Diese möglichen Entwicklungen können am Einsatz der fossilen Energieträger nichts ändern,denn die Klimaschutzziele beschränken direkt die Nutzung von Kohle, Öl und Gas. Da außerdem diePotenziale zur Nutzung von Biomasse stark begrenzt sind, hätten alle drei Entwicklungen die Konsequenz,dass bis 2030 deutlich mehr Wind- und Solaranlagen errichtet werden müssten.

Gelingt etwa die avisierte Steigerung der Effizienz bei Wärme und Verkehr nur zur Hälfte und müssten die fehlenden Einsparungen durch strombasierte Heiz- und Kraftstoffe gedeckt werden, würden hierfür zusätzliche Strommengen in Höhe von rund 470 Terawattstunden benötigt.[44]

Fußnote 44

Wird im Wärme- und Verkehrssektor nur die Hälfte der angestrebten Verbrauchsreduktion erreicht (ca. 240 TWh), sind bei einem angesetzten PtL-/PtG-Gesamtwirkungsgrad von 50 Prozent zusätzliche Strommengen aus Erneuerbaren Energien in Höhe zu rund 480 TWh erwarten.

Wie viele Windmühlen aufgestellt werden müssten, will sich der Autor dieser Betrachtungen nicht vorstellen.

 

Vielleicht sollte sich Herr Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora, ein Zitat von Albert Einstein zu Herzen nehmen: „Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug.“ 

 

Zum Abschluss möchte ich den ehemaligen CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzler Helmut Kohl zitieren:

 

Der Wind des Zeitgeistes weht heute da und morgen da.

Und wer sich danach richtet, der wird vom Winde verweht.

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7 Kommentare

  1. Agora… welch eine Entwicklung. Früher war Agora ein kleiner Verein, der Daten in Powerpoint-Präsentationen aufbereitete. Und heute? Was für eine Webseite! Perfekte Marketing-Abteilung des öko-industriellen Komplexes. Die Fördermittel und Spenden müssen reichlich fließen. Da kann EIKE nur neidisch werden. 🙂

  2. Bitte das Bild:
    AGORA Szenario für den Verkehrsbereich, Bild Agora
    grösser einstellen, es lässt sich auch nicht anklicken.
    Danke

  3. „..Die 28 EU-Staaten verbrauchten 2015 entsprechend dem nachfolgenden Diagramm 12617 TWh an Energie im Bereich Straßenverkehr, Industrie, Haushalte und Dienstleistungen. Für Deutschland summierten sich 2015 die Einzelbereiche auf 2342 TWh, einem Anteil von etwa 30 %….“ ?

    Ich komme da auf 18,6%, nicht 30%

    „..Die Bruttostromerzeugung betrug in den 28 EU-Staaten zum gleichen Zeitpunkt 3435 TWh, in Deutschland 646 TWh, was einem Anteil von 26 % entspricht…“ ?

    Und da komme ich auf 18,8%, nicht 26%.

  4. AGORA ist ein absolut bizarrer Verein. Einerseits verkündigen die utopische „Energiewende-Ziele“
    dabei genügt ein Blick auf die eigenen Daten
    https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/
    um das Gesagte als absoluten Unsinn zu entlarven. Was spielen die da für ein Spiel?? Man propagiert die „Energiewende“ und veröffentlicht die Stromeinspeisedaten die das als Utopie entlarven! Folgt man da nur politischen Vorgaben, die man aber selbst für absoluten Irrsinn hält? Das ganze erinnert mich an das OKW, da wurden auch vom Führer Offensiven geplant über die die Frontkommandeure nur lachen konnten. Oder das Politbüro der SED, die auch Schweinehälften für den Export freigaben die es nur auf dem Papier (Planerfüllung) gab. Aber Deutschland scheint ja ein tiefes Verlangen nach solcher Führung zu haben…

  5. Nun missbrauchen Altmeier und Kempfert die AGORA-Plattform der Hamburger Uni zur Agitation für die offenbar gewollte De-Industrialisierung unseres Landes durch Energie-Entzug:

    Es wird fern von allen Fakten ein Szenario ausgebreitet, das sich vor allem gegen die Menschen hierzulande richtet, die zwar für ihren Einsatz als Arbeitskräfte millionenfach auf Mobilität, und daheim für Kühlen, Kochen, Heizen, Waschen, Beleuchtung usw. auf Energie angewiesen sind.

    Kein Wort aber über die wirklich großen Enrgieverbraucher, wie die Industrie, der Luftverkehr, die gigantischen Container- und Tankschiffe. Nein, vor allem soll Otto Normalverbraucher wieder einmal die Utopien der Klima- und Weltretter umsetzen.

    Unterstellt man Altmeier und Kempfert die Intelligenz, durchaus zu wissen, dass bis auf weiters und ohne Kernkraft die Energieversorgung aus „erneuerbaren“ Quellen eine Illusion ist, sollte man sie wegen Amtsmissbrauches vor Gericht stellen.

    Verstehen sie allerdings überhaupt nichts von der Materie, dann sollten sie sich mal einen Besuch in einem großen Flachglas-Werk, z.B. in Luhe-Wildenau leisten und den Betreibern erklären, wie sie künftig mit Windmühlen und Photovoltaik rund um die Uhr die für die Schmelze notwendige, kontinuierliche Wärme erzeugen sollen.

    Werden wir eigentlich nur noch von ****** regiert?

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