E-Auto Diskussion Ministerpräsident Kretschmann auf dem Bundesparteitag der Grünen am 24.6.2017 in Berlin

BW-MP Winfried Kretschmann im Gespräch; Bild Jouwatch

auf dem Bundesparteitag der Grünen am 24.6.2017 in Berlin, ließ sich der Ministerpräsident von Baden-Würtemberg Winfried Kretschmann, seelenruhig bei einer Diskussion mit einem Parteifreund abfilmen, in der er seinen anderen Parteifreunden in Bezug auf deren Forderungen zur Einführung der E-Mobilität die Leviten las. Unser Autor Prof. Dr. Helmut Alt zeigt im Detail auf, wie recht Kretschmann hat, und tut noch einiges dazu..


Die jährliche Stromerzeugung in Deutschland beträgt rd. 600 TWh pro Jahr = 600 Mrd. kWh.
Wenn 40 Mio. Autos rd. 15.000 km pro Jahr fahren, sind das 600 Mrd. km pro Jahr (km/a)
E-Autos benötigen rd. 20 kWh je 100 km, also für 600 Mrd. km pro Jahr 120 Mrd. kWh,
also rd. 20 % des Jahresbedarfes. Diese elektrische Energie zusätzlich aus dem Netz bereitzustellen, wäre fast kein Problem, eben nur +20 % Stromerzeugung.

Video: Kretschmann rastet aus! Kritik über Elektroautos! Bündnis 90’/Grünen!

Das Problem ist also nicht die elektrische Arbeit, sondern die elektrische Leistung beim Laden der 40 Mio. E-Autos. Wenn davon 10 Mio. E-Autos an 10 Mio. Ladesäulen stehen, ziehen diese bei einstündiger Ladedauer – das ist bereits deutlich länger als die 2 Minuten die Benziner an der Tanksäule stehen – bei 20 kW Ladeleistung mit „Schnellladung“ (d.h. 1 Stunde): 200 GW! Das sind deutlich mehr als der Spitzenleistungsbedarf im Winter von rd. 84 GW!

Realistischer wäre anzunehmen, dass an jeder der rd. 14.000 Tankstellen in Deutschland je 5 E-Ladesäulen verfügbar wären, also rd. 70.000 E-Ladesäulen für Schnellladung.

Jede Ladesäule ist dann aber auch für jeweils eine Stunde belegt! Dazu wäre eine Erzeugungsleistung von: 1,4 GW erforderlich. Innerhalb eines Tages könnten dann über 10 Stunden hinweg 700.000 E-Autos mit 20 kWh geladen werden.
Das erfordert 14 GWh = 0,014 TWh elektrische Arbeit. In Relation zu dem normalen Tagesbedarf von rd. 1,6 TWh ist der Zusatzbedarf an elektrischer Arbeit nur 0,9 %. Vom Niederspannungsnetz her würde der zusätzliche Leistungsbedarf je Tankstelle von 100 kW gleichzeitiger Inanspruchnahme eine deutliche Verstärkung der Anschlussleitung der Tankstelle und des Niederspannungsnetzes sowie der zugeordneten Ortsnetzstation erfordern. Mitunter würde auch in Gebieten zur Versorgung mehrerer Tankstellen eine Verstärkung der Mittelspannung erforderlich.

Damit sind aber nur 700.000 E-Autos von 40 Millionen für jeweils 100 km Fahrleistung also für die eine Stunde Fahrzeit versorgt! 39,3 Millionen müssen andere Ladepunkte finden.

Siehe Film Kretschmann auf dem Parteitag der „Grünen“ zum Thema Elektroauto: 24.06.2017 Grüner Ministerpräsident Kretschmann kritisiert eigene Partei für Elektroauto-Beschluss. Internet: „Winfried Kretschmann heimlich gefilmt“. (Den Film ansehen, wo Kretschmann neben einen Abgeordneten sitzt und auf den einredet)

Ministerpräsident rastet auf Parteitag der Grünen aus: „Wo tanken die?“ Kretschmann-Leak zerpflückt grüne Elektro-Fantasien – hat er Recht?

Ja, er hat sehr Recht!

Die 200 GW zusätzlich könnte weder der Kraftwerkspark noch das Netz bereitstellen, der Hyp der E- Autovisionen löst sich von selbst in Wohlgefallen auf, wenn die Sache von den Politikern, den Journalisten und Laien Bürgerinnen und Bürger an die E-Techniker gerät!

Wehe, wenn der E-Autofahrer seinem EVU erlaubt hat im Bedarfsfall aus seiner Batterie Strom gegen Entgelt zu entnehmen. Dann ist seine Batterie nach einer Stunde leer und sein Strom wurde dem Nachbar an der Säule gegeben! Das Netz war dann garnicht beteiligt, das hatte die Digitalisierung des Lade- und Entlademanagement so automatisch und optimal geregelt und bereits online abgerechnet! Der Eine hat eine leere Batterie und 2 Euro Gutschrift auf dem Konto, der Andere eine volle Batterie und 4 Euro Lastschrift auf seinem Konto.

Der Erstere muss nun wohl den ADAC anrufen und sein Auto von der Ladesäule abschleppen lassen, denn die Batterie ist leer und der nächste wartet schon an der Ladesäule.

Helmut Alt

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20 Kommentare

  1. Wenn davon 10 Mio. E-Autos an 10 Mio. Ladesäulen stehen,…

    Wie kommt der Autor auf die Annahme, das 10 Mio. Kfz, dass wäre ein Viertel der zugelassenen PKWs in D, zu selben Zeit an einer Ladestation stehen?

    … als die 2 Minuten die Benziner an der Tanksäule stehen…

    Zwei Minuten braucht man, wenn man der einzige an der Tanke ist oder nicht bezahlt. Zur Info an den Autor, die Zapfsäule ist besetzt, wenn an sie ranfährt und wieder frei, wenn man wegfährt und je mehr gleichzeitg tanken, um so länger dauert der Bezahlvorgang und der muss mitgerechnet werden! 10 Minuten sind ein durchschnittlicher realistischer Wert; einfach mal aufs Billignavi schauen, was nach der Losfahrt als neue Zielzeit angegeben wird und wie voll die Tanke ist.

    Weitere Info des Autors, in D können gleichzeitig etwa 232000 Benziner/Diesel betankt werden, 14500 Tankstellen mit (angenommenen) je 16 Zapfsäulen. Wieso tanken 43 mal mehr E-Autos zu selben Zeit?

  2. PKW-Tanksäulen haben einen Volumenstrom von ungefähr 30 l/min. Bei Dieselkraftstoff ist es ein Äquivalent von rd. 300 kWh/min.

    Die Leistung, die in die Tanks von Autos mit Verbrennungsmotoren fließt, entspricht dann 18.000 kW = 18 MW.

    Wollte man Elektroautos mit derselben Geschwindigkeit betanken, dann müsste die Schnell-Ladestation einschließlich allem Drum und Dran also für Leistungen von 18 Megawatt bemessen sein.

    Vermutlich weiß keiner unserer grüngefärbten PolitikerInnen, was ein Megawatt ist.

    Nur mit deren Nichtwissen und Nichtwissenwollen können die dummdusseligen Vorschläge aus Regierungen und Parlamenten erklärt werden.

  3. Die Frage ist, wie viel Energie, gleich welcher Art, alle Fahrzeuge pro Jahr verbrauchen. Das umgerechnet in kW/h ergibt den Strombedarf. Jetzt muss nur noch aufgezeigt werden, wie dieser gigantische Energiebedarf mit Zappelstrom erzeugt werden kann und fertig. Aller Schönrechnerei ist kein Glauben zu schenken. Der ganze Zauber mit den benötigten Ladesäulen, brauchbaren Akkus, die es noch nicht gibt und der Ladezeit erübrigt sich, wenn der Bedarf sowieso nicht gedeckt werden kann. Auch eine Wirtschaftlichkeit wäre nicht gegeben. Zeitdruck oder einen Zwang, hin zur Elektromobilität gibt es nicht. Alle politischen Machenschaften gegen den Verbrennungsmotor sind ein Verbrechen, das vom Michel unterstützt wird, zur Rettung der Erde. Die Frage ist, warum so viele Menschen auf diese Lügen hereinfallen. Durch den Verbrennungsmotor wird es niemals zu schädlichen Konzentrationen von NOX und Feinstaub kommen. Unsere Luft ist sogar nachweisbar sauberer geworden. Zu schädlichen Konzentrationen des CO2 kann es nicht kommen. Mit dem lebensnotwendigen Gas kann man auch das Wetter nicht beeinflussen und es ist somit absolut klimaneutral. Wenn es nützliche Anwendungsbereiche für Elektrofahrzeuge gibt, dürfen/sollen die selbstverständlich genutzt werden. Förderung von E-Fahrzeugen und Verbot von Verbrennungsmotoren ist und bleibt ein Verbrechen, ohne jeglichen Grund und ohne jeglichen Nutzen für die Volkswirtschaft.

  4. „..Vom Niederspannungsnetz her würde der zusätzliche Leistungsbedarf je Tankstelle von 100 kW gleichzeitiger Inanspruchnahme eine deutliche Verstärkung der Anschlussleitung der Tankstelle und des Niederspannungsnetzes sowie der zugeordneten Ortsnetzstation erfordern..“
    100kW bedeuten im Niederspannungsnetz (0,4kV Drehstromnetz) einen Strom von 144A! Den kann man größere Verluste nur über wenige zehn Meter übertragen, denn schon 1Ohm Widerstand bedeuten bei 144A (P=i2 x R) 20kW Verlust pro Phase!
    Damit braucht JEDE Stromtankstelle mindestens einen Mittelspannungsanschluss 10kV.
    Besonders „Schlaue“ Ökos wollen ja Tiefgaragen (mehrere 100 Stellplätze) mit Lademöglichkeiten versehen – das Ohmsche Gesetz grüßt recht herzlich!

    • Kabel in Niederspannungsverteilnetzen innerhalb von Ortschaften haben häufig Querschnitte von 4x 70mm² Aluminium. Die Absicherung in den Kabelverteilkästen hat dann 3x 250 A. Der ohmsche Widerstand solcher Kabel liegt pro Ader bei ungefähr 0,5 Ohm/km.

      Dass die Ortsnetze für Ladeeinrichtungen von E-Autos kräftig ausgebaut werden müssen, ist klar. Aber 3x 144 A lassen sich in Ortsnetzen locker ohne übertragen, wohlgemerkt: Zur Versorgung der aktuell vorhandenen Häuser.

      • Herr Küper,
        danke für den Hinweis, rein ohmisch betrachtet haben Sie recht, aber hier sind Klemmenübergangswiderstände und der zusätzliche induktive Widerstand mit entscheidend und die Ströme addieren sich, wenn mehrere Häuser einer Straße an einem Strang angeschlossen sind.
        Im Falle meines Reihenhauses (BJ 1966) bezweifele ich auch, dass die Querschnitte überhaupt so groß sind.
        Würden nur einige in der Reihe auf E-Autos umsteigen, müssten hier die Bagger anrücken.

        • Hallo Herr Steger,

          fragen Sie Ihren Netzbetreiber. Bei uns, einem Viertel aus der Kaiserzeit, sind vor mindestens 60 Jahren die NAYY-J 4x 70 als vermaschtes Netz verlegt worden. Absicherung beidseits jedes Kabels: NH2, 250 A. Bei den Kabeln ist der Induktivitätsbelag mit 0,3 mH/km nicht furchterregend. Die wenigen Übergangswiderstände werden auch niemanden erschrecken.

          Das wiederum schaffen die Aufladungen vieler E-Mobile, die gleichzeitig in einer Straße geladen werden sollen.

          Man zähle nur die Stellplätze in seiner Innenstadtstraße und stelle sich vor, ein jedes der geparkten E-Mobile wolle Strom haben, nachdem Mutti und Vati von des Tages Arbeit und Erledigungen aller Art mit leerem E-Tank, ein jeder aus zigtausend hungrigen Lithium-Ionen-Zellen bestehend, zurückgekehrt sind.

          Dann reichen weder NAYY 4×70 noch die Verteiltransformatoren.

          Germania nigra ante portas.

    • … und der spezifische Widerstand grüßt zurück. Hausanschluß EFH hat in der Regel pro Leitung eine Querschnittsfläche von 16 mm². Da braucht man etwa 1km Cu-Kabel, um 1 Ohm Widerstand zu haben. Natürlich kann man je nach Horizont der eigenen Sichtweite 1000m auch als „wenige 10 Meter“ definieren.

  5. „Wenn davon 10 Mio. E-Autos an 10 Mio. Ladesäulen stehen, ziehen diese bei einstündiger Ladedauer – das ist bereits deutlich länger als die 2 Minuten die Benziner an der Tanksäule stehen – bei 20 kW Ladeleistung mit „Schnellladung“ (d.h. 1 Stunde): “
    Da fehlen im Beitrag die 200GW!
    „Jede Ladesäule ist dann aber auch für jeweils eine Stunde belegt! Dazu wäre eine Erzeugungsleistung von: “
    Da fehlen im Beitrag die 1.400MW oder 1,4GW!

  6. Wie ist das Tankverhalten denn heute? Kommt es heute vor, dass 10 Mio. Autos an einem Tag tanken? Können sich 10 Mio. Autofahrer in Zukunft so exakt abstimmen, dass diese alle gleichzeitig in einer Stunde tanken. Das halte ich für eine große Herausforderung. Ist es nicht wahrscheinlicher, dass die Ladungen sich irgendwie über 12 „Volllaststunden“ je Tag verteilen?

    • Dann schauen Sie sich doch die aktuelle Situation heute an:
      Urlaubszeit, alle auf der Piste und wollen „mal schnell“ tanken.
      Außerdem ist die Reichweite der Elektrowägelchen wegen maximaler Besetzung und Zuladung inkl. Klimaanlage sehr begrenzt.
      Alle 200km ist da spätestens ein Tankstopp (Ladestopp) angesagt.
      Da verteilt sich gar Nix und ein Stromnetz muss auf die MAXIMALE Leistung (Last) ausgelegt sein.

      • Den Urlaub sehe ich auch als entscheidenden Knackpunkt, auch wenn die normale Netzlast dann am geringsten ist. Aber 10 Mio. Autos bedeutet 20 bis 30 Mio. Bürger. Und da meistens nicht alle am selben Tag fahren, reden wir wir von 2 oder 3 Tage. Das bedeutet alle Deutschen wären weg und stünden an den Ladesäulen;). Das klingt alles sehr unwahrscheinlich. Da muss es doch schon Berechnungen/Studien zu geben.

        • An den deutschen Tankstellen stehen nicht nur Deutsche im Tankstau, sondern gerade in der Urlaubszeit viele Durchreisende aus anderen Ländern. Ob es dann trotzdem 20Mio Bürger wären, sei mal dahingestellt, aber die Größenordnung stimmt schon.

          • Stimmt schon? Gehen wir nur mal von 10 Mio. PKW aus. Wenn diese alle gleichzeitig laden, dann sind diese danach auch wieder gleichzeitig auf der Autobahn. Dann hätte jedes Auto theoretisch nur ca. 2 Meter Platz bei 13.000km Autobahn mit 2 bis 3 Spuren.
            Laut Destatis beträgt das durchschnittliche Verkehrsaufkommen 50.000 PKW am TAG! Sie gehen also davon aus das am Pfingsten bis zu 5.000 mal so viele Autos unterwegs sind.

          • 2 Meter Platz pro PKW kommt ganz gut hin, wenn ich mir die Staus auf den Autobahnen anschaue…..
            Der Rest fährt auf Bundes- und Landstrassen und tankt auch dort.
            Weitere Zahlenspielereien bringen hier wenig, die Grundaussage des Artikels ist richtig: das Problem ist nicht die elektrische Arbeit, sondern die elektrische Leistung, die vor Ort(!) erbracht werden muss.

  7. Na ja, gerade heute hat die sog. „Umwelthilfe“ durchgesetzt, dass ab 1. Januar 2018 in Stuttgart Dieselautos verboten werden. Ich fürchte, das ist nur der Anfang, entsetzt hat mich, dass es im Gerichtssaal wohl Applaus gab. Jetzt zahlen die Deutschen eben die Rechnung dafür, dass sie fleißig die Roten und die Grünen wählen und die grünen NGO’s mit Spenden unterstützen. Glücklicherweise muss ich nicht nach Stuttgart. Wie der ganze grüne Unsinn noch aufzuhalten ist, weiß ich nicht. Ich hoffe, die Grünen erhalten bei der Bundestagswahl einen deftigen Denkzettel, auch wenn „Mutti“ sowieso grüner als die Grünen ist.

    • Stimmt. Es ist nicht genug nur die Grünen aus den Bundestags zu entfernen, da die grossen Parteien auch sehr Grün sind.
      Parteien austauschen ist nicht genug.

      Der Bürger muss es am eigenen Leben spüren bevor eine Umkehr entsteht. Es muss so schlimm werden dass sogar die Massenmedien es nicht mehr verschweigen können.

      Im Prinzip kann man sagen dass die Grünen und die grüne Ideologie ihr eigenes Grab schaufeln müssen, damit der Unsinn endlich aufhört. Das einzige was wohl funktionieren könnte wäre Dunkelflauten die ganz Deutschland und benachbarte Länder komplett zum Stillstand bringen.
      Am 24. Januar war es sehr knapp.
      Wenn all KKW’s abgeschaltet sind, ist weniger stabile Energie im Netz. Dann braucht man nur eine Dunkelflaute wie im Januar und …
      Da man eine Dunkelflaute nicht vorhersehen kann ist der Zeitpunkt wenn das Stromnetz zusammenbricht wohl eher nach 2022. Ausserdem kommen immer mehr E-Autos in Betrieb, die besonders in der Nacht den Stromverbrauch steigen lassen.
      Mir ist klar dass viele Faktoren zusammen kommen müssen aber die Grünen und die grüne Ideologie sind schon voll auf der Überholspur und wollen sich selber überholen.

      Das die erneuerbaren Energie nicht funktonieren zeigen El Hierro, Tasmanien aber auch Süd-Australien.
      Auch die Deutsche off-shore Windparks sind unzuverlässig. Man braucht es nur auf http://www.energy-charts.de anschauen.
      z.B. 21.07 = 0.035 GW, 18.07 12:00 = 0.037 GW oder 6.07 7:00 = 0.001 GW
      Das muss in die Hose gehen und es ist klar dass das Netz mit so etwas früher oder später in die Knie gehen muss.

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