Feinstaub-Diesel-Hype! Keine Verschwörung – es ist Selbstorganisation zur Erreichung identischer Ziele

von Michael Limburg
Seit Monaten wird eine neue Sau durchs mediale Dorf getrieben. Wegen angeblicher Feinstaub Belastung sollen Dieselfahrzeuge bald verboten werden. Waren es zuvor vermeintlich gesundheitsschädliche Stickoxidwerte (EIKE berichtete darüber hier hier und hier und hier ), die vom Diesel ausgestoßen werden, sind es jetzt vermeintlich gesundheitsschädliche Feinstaubemissionen, die dem Diesel den Garaus machen sollen. Immer werden die Verbote mit Überschreitungen von Grenzwerten begründet. Diese Grenzwerte werden regelmäßig immer tiefer gesetzt. Schaut man sich das ganze Bild an, dann zeigt sich, dass bereits hinter der Festlegung immer engerer Grenzwerte seit langem Methode steckt. Mittels dieser Strategie soll vor allem das Ziele einer Rückkehr zur idealisierten grundgütigen Natur vorgegaukelt werden, doch das eigentliche Ziel ist die Reduktion der Zahl der Menschen. Doch das durchschauen die meisten nicht.

Alle Medien schrieben vor kurzem über die Pläne Stuttgarts den Betrieb von Diesel-Kfz zu verbieten. Geplant ist dieses Verbot generell für Ballungsgebiete zu erlassen. Einige Journalisten machten sich Gedanken, wohin dieser geplante Bann führen würde. So auch die Zeitung Die Welt. In einem Meinungs-Kommentar dort las man unter der bangen Frage: „Warum wird die Autoindustrie an die Wand gefahren?“ (hier) eine besorgten und kritischen Kommentar. Aber eben nur bezüglich des Dieselverbotes. In anderen Blättern wurde manchmal ähnlich kommentiert.

Gelegentlich nehme ich solche Artikel zum Anlass dem Autor einen Leserbrief zu schreiben. So auch hier. Daraus entspann sich der folgende Mailwechsel, den ich für so interessant halte, dass ich ihn unseren Lesern zur Kenntnis geben möchte. Interessant deshalb, weil aus den Antworten sowohl Einsichtsfähigkeit, als auch Unkenntnis erkennbar ist, welche zwangsläufig zu falschen Schlussfolgerungen führt. Die Anmerkungen und Fußnoten wurden von mir für diesen Beitrag ergänzt.

Meine erste Email (Fehler korrigiert) an Herrn XY lautet so

Lieber Herr XY,

Ihre Erkenntnisse zur Dieselsituation sind tlw. richtig, aber Ihre Fragestellung am Schluss geht m.E.n. am Kern des Problems vorbei.

Anmerkung: Diese Schlussfolgerung lautet so:

Mit der Energiewende haben wir die deutschen Stromkonzerne gegen die Wand gefahren. Mit dem Dieselbashing und Fahrverboten könnten wir die Autoindustrie hinterherschicken. Warum glauben wir, uns das leisten zu können?

Um dieses zu erkennen, genügt es nicht sich auf das jeweilige  aktuelle Problem zu fokussieren, sondern man muss den zeitlichen Bogen weiter spannen. Mindestens 50 Jahre – nämlich, als der immer noch extrem einflussreiche Club of Rome seine unheilvolle Tätigkeit aufnahm. Der stellte schon 1970 in den Mittelpunkt seiner Strategie die folgende Überlegung:

Alexander King- Club of Rome 1970 (2):„Auf der Suche nach einem neuen Feind, der uns vereint, kamen wir auf die Idee, dass sich dazu die Umweltverschmutzung, die Gefahr globaler Erwärmung, Wasserknappheit, Hunger und dergleichen gut eignen würden…. Alle diese Gefahren werden durch menschliches Eingreifen verursacht…Der wirkliche Feind wäre dann die Menschheit selbst..

Und daraus entwicklelten die vielen NGO´s, z.T. zunächst von den Regierungen gegründet (z.B. von Staatsekretär Hartkopf[1] (hartkopf-Rede 1986 Bad Kissingen Hartkopf II) unter Genscher) später massiv finanziell und mit Sachmitteln kräftig unterstützt, und die sie tragende Politik, die Strategie, die Vorschriften und Grenzwerte in fast allen Bereichen unserer Gesellschaft immer weiter anzuziehen. Das gelang auch sehr gut, weil man besonders die Angst vor all den möglichen (aber nicht  wahrscheinlichen) Folgen schürte. Dank der Entfernung der meisten von Landwirtschaft und Produktion fiel die professionell betriebene Panikmache auf fruchtbaren Boden. Die Saat ging auf.

War es zunächst die „Atomindustrie“, dann die Gentechnik, dann die Chemie im Allgemeinen (ein Totengräber ist das sog. REACH Protokoll), seit einigen Jahren sind es die Energieerzeuger und die Grundstoffindustrie, und nun ist eben die Automobilindustrie mit ihren Zulieferern- das Herzstück der deutschen Wirtschaft- dran.

Wer dahinter eine Verschwörung vermutet springt zu kurz. Es ist eine Selbstorganisation von Interessierten mit unterschiedlichsten, häufig sehr humaner und ehrenwerter Motive , von denen nur deren Führungskräfte wissen, (wenn auch dort bei weitem nicht  alle), wohin die Reise gehen soll. Nämlich zurück in die vermeintliche Wohlfühllaube von Mutter Natur, allerdings mit sehr viel weniger Menschen als heute.

Das Schöne an dieser Strategie ist, dass man bei der Verfolgung dieser Mission sich des Beifalls vieler – insbesondere der Medien- sicher sein kann, dazu noch, wenn man es nicht allzu dumm anstellt, sehr reich werden kann, und außerdem – während der Transitphase – viel Macht gewinnt.

Wenn wir uns dem nicht entschlossen entgegenstellen und statt des Herzens endlich den Verstand einschalten, geht das – solange noch Substanz da ist – immer so weiter.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ihr
Michael Limburg
Vizepräsident EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie)
Tel: +49-(0)33201-31132
http://www.eike-klima-energie.eu/

P.S. Könnten Sie nicht mal Ihre Kollegen als Investigativjournalisten bitten, uns Lesern den Nachweis auch nur eines einzigen Feinstaub- oder Dieselopfers zu bringen?

Die Antwort kam 4 Tage später.

Lieber Herr Limburg,

vielen Dank für Ihre Mail.

Das ist gut aufgeschrieben, könnte man so glatt als Leitartikel bringen.

Wird aber kein Medium tun, der Aufschrei wäre riesig.

Ich kenne natürlich Ihren Standpunkt, ich verfolge ja Ihre Veröffentlichungen im Netz.

Einerseits klingt das, was Sie über die Entstehung der NGO’s schreiben vollkommen schlüssig.

Andererseits will es doch das Gros der Menschen in den westlichen Industrieländern so. Die ständige Angst, den Planeten und sich zu vergiften. Immer schön weiter schüren …

Ich denke, da steckt neben berechtigter Sorge eins dahinter: Wir müssten komplett umdenken, wenn wir eine weitere Zersiedelung und dem fortgesetzten Raubbau auf der Erde ein Ende bereiten wollten: Wir müssten aufhören, an ein wirtschaftliches System zu glauben, dass auf ständiges Wachstum fokussiert ist. Wachstum bedeutet, dass wir von allem immer mehr brauchen. Immer mehr Gewinne, immer mehr Waren, immer mehr geförderte Bodenschätze, immer mehr Kunden – und damit immer mehr Menschen. Das ist das Problem.

Zweiter Punkt: alle diese Menschen, die immer mehr werden, wollen immer besser leben. Was eine berechtigte Forderung ist. Die Inder oder Kongolesen wollen genau so viel konsumieren, wie wir. Zu recht. Aber wir müssten uns alle zügeln, uns alle einschränken, damit der Raubbau aufhört. Es reicht nicht, in Berlin-Mitte im Hipster-Café zu sitzen, zwei IPhones und ein Tablet dabei zu haben, die alle Strom brauchen, Kaffee mit geschäumter Milch zu trinken, dann den Lieferdienst fürs Abendbrot anzurufen und zugleich die Verschmutzung der Erde zu beklagen.

Ich bin alles andere als öko, aber in einem bin ich mir sicher: Wir Menschen tun dieser Erde nicht mehr gut, wir räubern sie aus, wir holzen die Wälder nieder, wir versiegeln die Böden, wir errichten immer größere, irre Städte. Das führt zu den Umweltproblemen, die wir haben. Die werden Sie nicht bestreiten, Herr Limburg. Wer ein Mal in LA oder Peking war, der hat den Wahnsinn selbst erlebt. Und das ist von Menschen gemacht, daran kann es keinen Zweifel geben.

Ob das am Ende zum Klimawandel führt? Ich weiß es nicht. Klimaschwankungen hat es immer gegeben. Vermutlich sind wir wieder soweit. Aber wir sollten es durch unser Handeln nicht noch befeuern.

Was meinen Sie??

Mit besten Grüßen, XY

 

So mutig wie ehrlich diese Antwort ist, zeigt sie doch zugleich auf, welche Defizite – nicht nur bei vielen Journalisten, dort aber besonders auffällig- in den Köpfen unserer Journalisten, wie auch anderer Leute die zur Elite zählen, existieren, die dazu führen, dass sie

  1. diese Welt in ihren Zusammenhängen nicht richtig verstehen

und

  1. schon deswegen die falsche Politik betreiben

bzw.

  1. Leuten,, die alles andere als das Wohl der ihnen gläubig anhängenden Mitbürger im Sinne haben, so willig folgen.

 

Um diese Defizite, wenn möglich, ein wenig zu verringern, und weil er mich um Meinung gefragt hatte, entschloss ich mich diesem Journalisten noch eine ausführlicher begründete Email zu schicken.

 

Lieber Herr XY,

zunächst Danke für die Blumen – mit dem Leitartikel- und Ihre ehrliche Einschätzung was Medien stattdessen damit tun würden. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass z.B. manche Medien, nicht nur den Links-Grünen, aktuell oder ehemalig, viel Platz einräumt, sondern auch Leuten wie H.M. Broder oder gar Birgit Kelle.

Die Zeit wird kommen, wo man genau fragen wird, warum habt Ihr das nicht gebracht? Was seid ihr für Journalisten, für Medienmacher? Deshalb sollte man die Hoffnung nicht aufgeben.

Zur Sache selber.

Ich entnehme Ihren Zeilen, dass wir in der Sache nicht weit auseinander sind. Sie stellen zu Recht fest, dass immer mehr Menschen auf dieser Welt genau so leben wollen wie wir und verbinden das zwangsläufig mit Ressourcenraubbau, Waldabholzung etc. etc.  der letztlich das schlimmere Übel darstellt.

Verzeihen Sie bitte, wenn ich  das so offen schreibe, aber da sind Sie – wie der olle Malthus – im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Holzweg.

Warum?

Nun deswegen, weil es nicht der (Roh-)Stoff ist, der darüber entscheidet ob eine Ressource eine Ressource ist, sondern allein der menschliche Geist.

Und daher lebt die Ressourcennutzung von den Sprüngen und Erkenntnissen, die dieser Geist findet bzw. erfindet .

Malthus, oder in moderner Form die Idiotien des Club of Rome und seiner Jünger, ist linear statisches Trenddenken (obwohl dem exponentielles Wachstum zugrunde liegt), und daher so falsch.

Was glauben Sie, haben die ollen Babylonier gedacht, die bereits wussten, dass sie auf reichlich Naphtha saßen?

Fühlten die sich reich?

Oder war es ihnen mehr oder weniger egal, weil sie schlicht andere Sorgen hatten und dieses klebrige Zeug nur für ihre Lampen zu nutzen wussten. Die Wirtschaftswissenschaftler Julian Simon (der, der Lomborg auf die richtige Spur brachte) oder Indur Goklany haben sich darüber, was Ressourcen sind und was sie dazu macht, viele kluge Gedanken gemacht. Sehr empfehlenswerte und auch mutmachende Lektüre

Übrigens hat man gerade vor wenigen Tagen (erneut) qua Satelliten festgestellt, dass die Welt-Waldbestände dramatisch größer sind als bisher angenommen und weiter wachsen.

Aber nicht nur das, gerade und allein der Wohlstand, nicht der Verzicht, ist die einzige Garantie dafür, dass es der Umwelt auch bei 7 bis 10 (oder mehr) Milliarden Menschen nicht nur besser, sondern richtig gut geht.

Diesen unstreitigen Zusammenhang hat wohl als erster Kusnetz festgestellt. Seine Untersuchungen an vielen Volkswirtschaften dieser Erde führten zur bekannten Kusnetzkurve. Die zeigt, dass die Menschen zunächst um zu überleben, an ihrer Umwelt Raubbau betreiben. Die Umweltzerstörung nimmt zu ebenfalls das Prokopf Einkommen. Sobald sie beginnen Überschüsse zu erwirtschaften, flacht der Anstieg der Umweltzerstörung ab, um bei ca. 6500 $US p.a seinen Scheitelpunkt zu erreichen.

Anmerkung Abb. 1 Kusnetzkurve Quelle: http://www.economicshelp.org/blog/14337/environment/environmental-kuznets-curve/

Dann – wenn das Prokopf Einkommen weiter wächst-  nimmt die Umweltzerstörung wieder ab. Bis zur intakten Umwelt, die sich die wohlhabenden Länder dann leisten können.

Der Westen hat diesen Zustand seit einigen Jahrzehnten erreicht (Willi Brand: Blauer Himmel über der Ruhr, Ende der 60 Jahre, UK Clear act Act 1954 oder so), die Schwellenländer sind auf dem besten Weg dahin, lediglich die ganz armen Länder – insbesondere Afrika- hinken z.T. mächtig hinterher.

Die Kusnetz Kurve ist natürlich eine vereinfachte Darstellung, weil es für komplexe Prozesse eben vieler Ursachen und deren z.T gegenseitige Abhängigkeit bedarf. Aber richtig ist sie deswegen trotzdem, egal was Wikipedia behauptet.

Und damit sind wir beim Klimaschutz und der Verweigerung, die dieser darstellt, an billige Energie zu kommen.

In Afrika südlich der Sahara liegt der Stromverbrauch pro Kopf und Jahr bei nur 500 kWh. Das ist soviel, wie die hippen Grünen im Prenzlauer Berg allein für ihre Kühlschränke verbrauchen. Daher ist der Zugang  zu jederzeit verfügbarer billiger Energie- der Schlüssel, wenn auch bei weitem nicht der einzige- zu Wohlstand zu gelangen.

Der Historiker Ian Morris hat diese Tatsache zum Anlass genommen einen Index zu entwickeln der den Zugriff zu (billiger) Energie bewertet um daraus die Entwicklung der Nationen der letzten 15.000 Jahre zu erklären. Sein Buch (ca. 1000 Seiten) „Wer regiert die Welt“  ist äußerst lesenswert und zudem sehr lesbar. Neben dieser Grundvoraussetzung sind natürlich andere Kulturtechniken erforderlich, die sich z.B. in Bildung (bes. der Frauen), sie ist der beste Geburtensenker, der Überwindung von Nepotismus und Korruption als große Menschenfeinde, manifestieren. Aber ohne dass sie Zugang zu billiger Energie haben, der sie von der Fron des täglichen Überlebenskampfes befreit, nützt das alles nichts.

Und deswegen bin ich sehr zuversichtlich, dass in Peking, Shanghai, Mumbai, Kalkutta, Lagos oder L.A. die Menschen genau so clever sind wie wir, solange sie Zugang zum nötigen Kapital und Know How haben. Und beides haben sie, weil beides – anders als pro 50 Jahren bei uns – heute reichlich existiert.

Noch ein Wort zu L.A. Als ich in den 80 er Jahren dort war, sagte man mir, hier können sie die Luft nicht nur riechen sondern auch sehen. Das ist vorbei. Die können ihre Luft genauso sauber halten wie wir.

Übrigens nur 10 bis 20 % des Feinstaubs lassen sich dem KfZ zuordnen (nicht zwangsläufig den KfZ die die Messstelle gerade befahren) der Rest kommt sonst wo her. Und welche Wirkungen der Feinstaub wirklich hat., darüber gibt es nur statistische Phantasiezahlen. Daher meine Bitte doch mal Kollegen zu begeistern das mal genauer zu untersuchen.

Und last but not least: Klimawandel gibt es seit eine Atmosphäre auf dieser Erde existiert, oft mit schnelleren und größeren Sprüngen als wir es die letzten Jahrzehnte erleben. Ein anthropogenes Signal darin lässt sich aber aller milliardenschwerer Forschung zum Trotz nicht finden. Nirgends! Auch nicht in den vielen tausend Seiten der bisher 5 verschiedenen IPCC Berichte. (Von mikroklimatischen Einfassen wie z.B. Stadt-  Land mal abgesehen)

Warum das so ist, wird eine wissenschaftliche Arbeit begründen, an der ich als Co-Autor mitzuarbeiten die Ehre habe. Sie wird in ein bis zwei Wochen vermutlich in London den Medien vorgestellt werden. Deren vorauszusehende Reaktion: (vermutlich) Schweigen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ihr
Michael Limburg
Vizepräsident EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie)
Tel: +49-(0)33201-31132
http://www.eike-klima-energie.eu/

 

Eine Antwort steht bis heute aus.

 

[1] Die Rolle des Dr. Hartkopf

Angeregt durch Frau Mead und ihre Idee, später befeuert durch Märchen des Buches „Die Grenzen des Wachstums“ von Dennis Meadows[1] & Jay Forester und bestärkt durch die Honoratioren des Club of Rome, betrieb er effektiv und fast immer am Parlament vorbei, die Gründung und Unterstützung von Hunderten von Bürgerinitiativen und Umweltgruppen, lenkte Forschungsgelder in Institute und ihm genehme Wissenschafts-betriebe. Nach getaner Arbeit zog er 1986 stolz Bilanz wie Dr. Hug in seinem Buch „Die Angsttrompeter“ so treffend berichtet[1] (Alle Fett gesetzten Texte im folgenden Zitat sind Originalzitate, der Rest – nur kursiv- ist der Text des Autors Dr. Heinz Hug):

Originalton Hartkopf: „Hohe Beamte in wichtigen Ressorts, die das Buch über die „Grenzen des Wachstums“ nicht nur gelesen, sondern auch verstanden hatten, organisierten daraufhin im Vorfeld des Treffens den Teilnehmerkreis so um, dass eine beachtliche Umweltstreitmacht den Wirtschaftsbossen gegenübergestellt wurde.“ Der argumentative Sieg der Verwaltung über die Wirtschaft und die ihr nahe stehenden Politiker war gegen Abend des denkwürdigen Tages eindeutig. Die Wirtschaft hat nie mehr versucht, ein zweites Gymnicher Gespräch zu verlangen.“ und weiter[1]

In Bad Kissingen offenbarte Hartkopf dem Auditorium weitere erstaunliche Details. „Die Umweltverwaltung – die ja zum weit überwiegenden Teil aus Beamten besteht – (setzt) mit langem Atem einen Großteil ihrer Vorstellungen durch, weil sie genau weiß, wann die Zeit gekommen ist, neue Grenzwerte in die politische Entscheidung einzubringen. Eine reine Staatsorganisation könnte auch nicht übermäßige Erfolge vorweisen, weil als Gegner fortschrittlichen Umweltschutzes große finanzkräftige Wirtschaftsorganisationen mit Verbündeten innerhalb und außerhalb der Verwaltungseinheiten vorhanden sind. Zur Organisation des Umweltschutzes und damit zur Unterstützung der Umwelt bedarf es daher einer Lobby, die außerhalb von Verwaltung und Parlament Forderungen für Umweltschutz erhebt und damit in Politik und Medien gehört wird“

Nun folgt das Interessanteste. Hartkopf erklärt, wie Bürger mithilfe hoher Beamter der Ökodressur unterworfen und Bürgerinitiativen mit Steuergeldern (!) produziert wurden. Im Originalton: „Nachdem zu Beginn der eigentlichen bundesdeutschen Umweltpolitik eine solche potente Gegenseite nicht vorhanden war, musste sie geschaffen werden… Es waren vorwiegend Beamte, die den Grundstein für die Arbeitsgemeinschaft für Umweltfragen legten und sie mit Leben und sachlichen Mitteln ausstatteten… Doch die Arbeitsgemeinschaft für Umweltfragen ist kein umweltpolitischer Kampfverband. Weil ein solcher fehlte, musste er eben gebildet werden. Es waren wiederum Beamte, die den Plan vorwärts trieben, örtliche Bürgerinitiativen zu einem Dachverband zusammenzuschließen, und die die Gründungsversammlung und noch einiges finanzierten.“ (Fast ein Staatsstreich!) Was die Beamten mit Steuergeldern aus der Taufe hoben, waren Ökosingsangvereine, wie der „Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz« (BBU), der die bürgerkriegsähnlichen Schlachten um Brokdorf und Gorleben leitete und finanzierte. Nicht zu vergessen: Auch bei der Startbahn West, wo ein Polizist von einem der „kritischen jungen Leutchen“ erschossen wurde, mischte der BBU mit. Hartkop f nennt 1986 in Bad Kissingen auch eine bemerkenswerte Zahl: „Eine Mitgliedschaft von rund vier Millionen Bürgern kann jederzeit mobilisiert werden und bildet daher ein beachtliches Potenzial, an dem die Politik nicht vorbeigehen kann.“ Das muss man sich noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Da schaffen sich Politiker und politische Beamte mit Steuergeldern (!) eine Öko-Sturmabteilung, um auf deren Druck hin der Bevölkerung gutmenschliche Öko-Correctness und später höhere Steuern zu verordnen!

 

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12 Kommentare

  1. Ein Konzertsaal mit 500 Sitzplätzen veranschaulicht den Weg der politischen Festlegung von Grenzwerten:
    1. Keine Obergrenze für die Besucherzahl = Entfall der „Teilnahmequalität“, maximale Gefährdung für alle.
    2. Obergrenze = 500, normales Nutzungsergebnis, Restrisiko bei Störungen.
    3. Obergrenze 100, nur Belegung von Plätzen nahe den Fluchttüren = Betrieb ohne Subvention unmöglich, Restrisiko kleiner.
    4. Obergrenze 0 = keine Veranstaltung möglich, kein Risiko. (Das Ziel ist erreicht, der Konzertsaal kann abgerissen werden !!!)

  2. Wir müssen bestimmt nicht lange auf die nächste Statistik warten. Da wird dann wieder stehen, dass die Feinstaubbelastung durch Dieselautos dieses Jahr wieder stark angestiegen ist. Stimmt, man kann es hier ansehen:

    http://tinyurl.com/yd2egupr
    „In der Alten Jakobstraße in Mitte wurden in der Nacht mehrere Autos angezündet. Auch auf einer Baustelle kam es zu Brandstiftungen.“

    In Berlin und Hamburg war die Feinstaubbelastung auch extrem hoch. Das sah aus wie in Peking:
    http://tinyurl.com/ya2ubq3d

    http://tinyurl.com/yabz25c5

    „Bei der Revolutionären 1. Mai Demo in Berlin werden Bengalos gezündet.“

    „Eskalation bei Mai-Demo in Hamburg“

    Das hat ganz schön gequalmt. Die Aktivisten (nennt man doch heute so) werden demnächst gegen die Dieselautos demonstrieren.

    Aus den Statistiken wird das garantiert nicht weggerechnet.

  3. „Das muss man sich noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Da schaffen sich Politiker und politische Beamte mit Steuergeldern (!) eine Öko-Sturmabteilung, um auf deren Druck hin der Bevölkerung gutmenschliche Öko-Correctness und später höhere Steuern zu verordnen!“

    Das ist das eigentliche Problem:
    der Beamtenstaat!
    Menschen, die keiner braucht, nichts vernünftiges gelernt haben/zu blöde dazu waren, den ganzen Tag nichts sinnvolles zu tun haben und ihre Zeit mit dem Erfinden neuer Gesetze und Vorschriften verbringen,
    Diese müssen dann natürlich auch noch überwacht werden, daher braucht man dann noch mehr Beamte.
    In USA nennt man das z.Z. „deep state“

  4. Es gibt keine Grenzen des Wohlstand…eines besseren Leben…also vom Überleben zum Leben auf dieser Erde zu gelangen…Wohlstand und das Leben (nicht das Überleben) bringen auch weniger Nachwuchs…wer Wohlstand und das Leben mal genossen hat, der wird sich nicht mit den „Mühen“ von 2 oder mehr Kindern abgeben wollen. Wohlstand heißt nichts anderes…das Leben zu genießen, weil es Menschen gab und gibt, die mit ihren technischen Erfindungen (Hirn, Verstand und Vernunft) den Rest der Gesellschaft erst das Leben/Wohlstand ermöglichen.
    Wohlstand bedeutet also, die Energieträger Kohle, Gas, Uran, Thorium, Oel so einzusetzen, dass diese uns vom Überleben in das Leben = Wohlstand führen. Die ganzen nachfolgenden Erfindungen im Maschinenbau bzw. in den technischen Errungenschaften oder auch in der Chemie und in allen anderen Industrien wäre OHNE den Energieträgereinsatz von Kohle, Gas, Uran, Oel nicht denkbar. Mit Wind und Sonne hätten wir weder Traktoren, LKW, Schiffe, Eisenbahnen….mit Wind und Sonne hätten wir nicht einmal die Windkraftanlagen und Solarparks…wir hätten einfach nur Windmühlen für das Mahlen von Getreide und Wasserräder für das Bewässern der Felder bzw. für das „Hämmern von Schmiedeeisen“ zu Werkzeugen.
    Die Nostalgie von Wind und Sonne als Stromerzeugung kann nur in einer Gesellschaft des Überfluss und der politischen Eliten Dekadenz entstehen…in einer Gesellschaft, die sich ihrer Wohlstandswurzeln nicht mehr bewusst ist. Eine Gesellschaft die vergessen hat, dass ihr Wohlstand auf den Kraftwerken von Kohle, Gas, Uran basiert…deren Wohlstand auf Oel basiert und auf den Wissen der Techniker und den Verstand und der Vernunft von ehrbaren Kaufleuten.
    Lassen wir also der Politik ihren Willen und reißen die Basis unseres Wohlstandes = Kohle, Gas und Kernkraftwerke ein und begeben wir uns auf eine Reise in die Vergangenheit…in das Bauernhaus (Zeit) wie es vor 200 Jahren war…

  5. Sehr geehrter Herr Limburg,
    Sie adressieren einmal mehr das Thema „Angst auf Objektsuche“, einen wesentlichen Bestandteil der Macht. – Missbraucht wird hier der „Feinstaub“ , der (überwiegend als Salz aus dem Meerwasser) unverzichtbar den Wasserkreislaufes der Erde steuert. – Auch wenn Trump heute dem „Galopp des Klimaschwindels“ ein Bein stellt, wird diese Methode – meist gegründet auf „Fake News“ – auch in Zukunft wesentlicher Bestandteil des politischen Repertoires bleiben! –
    Existent ist das Gen gesteuerte (grundsätzlich exponentielle) Wachstums der Weltbevölkerung, das gewöhnlich ignoriert oder verdrängt wird. – 2006 hatte ich in einem Büchlein, das nicht auf Interesse stieß, vergeblich versucht, natürliche Grenzen des Wachstums der Population des homo sapiens zu finden: Selbst 20 Milliarden Menschen könnten mit heutiger Technik und unserer Lebensqualität sogar existieren, ohne das gegenwärtige Ödland der Erde zu nutzen. Sie würden allerdings wahrscheinlich gern (u. a.) auf Artenvielfalt und Wälder verzichten.
    Fazit: Könnte man mehr tun, als kontinuierlich Lügen zu entlarven?

    • Fazit: Könnte man mehr tun, als kontinuierlich Lügen zu entlarven?

      Darin sind wir völlig einer Meinung. Um dazu in der Lage zu sein müssen zuvor die folgenden Fragen beantwortet sein.
      1. Wer ist „man“?
      2. Was ist „mehr“?
      3. Wieviel ist „mehr“?
      Falls Sie dazu praktikable Vorschläge haben, lassen Sie es mich bitte wissen. Natürlich dürfen auch andere Leser dazu beitragen. Bis dahin muss man darauf bauen, dass jedes kluge Handeln mit der Erkennung und schonungslosen Beschreibung der aktuellen Situation anfängt.
      mfG
      M.L:

  6. Von den historischen Anfängen mal abgesehen, bildet das Rückgrat der Ökobewegung auch heute noch der staatsabhängige Intellektuelle, an der Uni oder im Lehrbetrieb oder in der Finanzverwaltung oder in der Sozialindustrie.

    Quasi eine Invariante der deutschen Geschichte, dass die Hofschranzen und Beamten nach der Vielstaaterei nie abgebaut wurden und sich permanent neue Betätigungsfelder suchen. Sollen sie alle an meinen Abgasen krepieren!

  7. Aber nicht nur das, gerade und allein der Wohlstand, nicht der Verzicht, ist die einzige Garantie dafür, dass es der Umwelt auch bei 7 bis 10 (oder mehr) Milliarden Menschen nicht nur besser, sondern richtig gut geht.

    Nicht nur das, es ist ja auch so, dass mit steigendem Wohlstand auch weniger Kinder geboren werden und somit Wohlstand auch das Bevölkerungswachstum bremst.

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