Mehr Arbeits­plätze bei Solar sind ein Fluch, kein Segen

Paul Driessen
Unter Berufung auf Daten des US-Energieministeriums berichtete die New York Times kürzlich, dass in der Solarindustrie weit mehr Arbeitnehmer beschäftigt sind als bei Wind oder Kohle: 374.000 in der Solarindustrie vs. 100.000 bei Wind und 160.000 bei Kohlebergbau und Kohle-Stromerzeugung. Nur im Bereich Erdgas sind noch mehr Menschen in Arbeit: 398.000 Arbeiter bei der Gas- und Stromerzeugung, Beheizen der Wohnungen und Petrochemikalien.

Der Times zufolge ist das etwas Positives, zeigt es doch, wie wichtig Solarenergie geworden ist, Menschen aus der Arbeitslosigkeit zu holen und ihnen produktive Arbeitsplätze zu verschaffen, meldet die Zeitung.

Tatsächlich, so heißt es in dem Artikel, gab es in Kalifornien im Jahre 2016 die höchste Rate von Solar-Arbeitsplätzen pro Kopf dank der „starken Standards erneuerbarer Energie und Anreizen zur Installation“ (mit anderen Worten Vorschriften und Subventionen).

In Wirklichkeit ist das in keiner Weise etwas Positives und mit Sicherheit kein positiver Trend. Climate Depot und der Washington Examiner weisen auf eine Studie des American Enterprise Institute hin, der zufolge diese Zahlen von Arbeitsplätzen unterstreichen, wie verschwenderisch, ineffizient und unproduktiv Solarenergie in Wirklichkeit ist.

Schreiend offensichtlich wird das, wenn man sich die erzeugte Energiemenge pro Bereich anschaut. (Die folgende Aufstellung berücksichtigt nicht Stromerzeugung durch Kern-, Wasserkraft oder geothermisch):

398.000 Arbeiter im Bereich Erdgas = 33,8% allen 2016 in den USA erzeugten Stromes,

160.000 Arbeiter im Bereich Kohle = 30,4% des erzeugten Stromes,

100.000 Arbeiter im Bereich Windenergie = 5,6% des erzeugten Stromes,

374.000 Arbeiter im Bereich Solarenergie = 0,9% des erzeugten Stromes.

Noch schreiender offensichtlich wird dieser Unsinn, wenn man sich die Gesamtmenge erzeugter Energie pro Arbeiter anschaut. Kohle erzeugte unglaubliche 7745 MWh Strom pro Arbeiter, Erdgas 3812 MWh pro Arbeiter, Wind lediglich 836 MWh und Solar die katastrophal geringe Menge von 98 MWh pro Arbeiter.

Mit anderen Worten, um die gleiche Menge Energie mit einem Kohle-Arbeiter zu erzeugen, braucht man dafür 2 Erdgas-Arbeiter – 12 Windenergie- und 79 Solarenergie-Arbeiter.

Erheblich verschlimmernd kommt noch hinzu, dass während Kohle- und Erdgas-Strom billig und bezahlbar sind sowie praktisch zu 100% der Zeit zur Verfügung stehen, Wind- und Solarenergie teure, unzuverlässige und immer wieder unterbrochene Stromquellen sind, welche auch nur etwa 15% bis 30% der Zeit verfügbar sind auf jährlicher Basis.

Die Wahrheit ist: der einzige Bereich, in dem es Wind- und Solarenergie-Unternehmen wirklich gut geht, ist das Einsammeln von Milliarden Dollar an Subventionen vom Steuerzahler sowie Milliarden Dollar über erheblich höhere Stromrechnungen von den Verbrauchern. Und wenn man sich das Gesamtbild anschaut, ist es bzgl. der Erzeugung von Wind- und Solarenergie noch viel schlimmer:

Landfläche: Wind- und Solarenergie haben einen gewaltig großen Landverbrauch. Moderne Kohlekraftwerke erstrecken sich über etwa 300 Acres [ca. 120 Hektar], um über fast 100% der Zeit 600 Megawatt Strom zu erzeugen. Der 600-MW-Windpark bei Fowler Ridge überdeckt 50.000 Acres [ca. 20.000 ha] und erzeugt während etwa 20% der Zeit in einem Jahr Strom. Die Solarpaneele an der Nellis Air Force Base in Nevada erzeugen triviale 14 MW an 22% der Zeit von 140 Acres [ca. 56 ha]. Um 600 MW an 22% der mit derartigen Solarpaneelen zu erzeugen, bräuchte man 6000 Acres [ca. 2400 ha].

Backup-Energie: Weil Wind- und Solarenergie nur auf zufälliger Basis und unterbrochen erzeugt wird, muss dies gestützt werden durch zuverlässige Kohle- oder Gaskraftwerke, welche tatsächlich 80% der Arbeit machen. Daher müssen wir sowohl Erneuerbaren-Systeme als auch Fossile-Treibstoff-Systeme bauen.

Überlandleitungen: Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke können lediglich ein paar Kilometer entfernt von Städten errichtet werden. Wind- und Solarparks sind oft 100 bis 200 Meilen [ca. 150 bis 300 km] von Städten entfernt und benötigen daher ultralange Überlandleitungen [in Deutschland ,Stromautobahnen‘ genannt. Anm. d. Übers.]

Rohmaterialien: Alle jene Windturbinen, Solarpaneele, Backup-Kraftwerke und Überlandleitungen erfordern gewaltige Mengen Beton, Stahl, Kupfer, Fiberglas, seltene Erdmetalle und andere Rohstoffe. Erze müssen aus dem Boden geholt werden, in nutzbare Rohmaterialien umgewandelt und zu fertigen Komponenten gemacht werden.

Falls wir uns lediglich auf Kohle- und Gasenergie stützen würden, würden wir all dieses Land und alle diese Rohstoffe nicht brauchen (und auch nicht die Energie zur Herstellung derselben) zur Errichtung Hunderter Windturbinen und Tausender Solarpaneele.

Auswirkungen auf die Umwelt und auf Menschenrechte: In den USA besteht im Wesentlichen ein Verbot, Bergbau nach seltenen Erd- und anderen Metallen zu betreiben. Also importieren wir diese Stoffe aus anderen Ländern. Seltene Erdmetalle für Windturbinen und Solarpaneele kommen aus der Batou-Region in China und der Mongolei, wo Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards sowie die Bedingungen insgesamt schrecklich sind – was die Arbeiter krank macht und ökologische Wüsten hinterlässt.

Hohe Stromkosten: Sogar mit all den versteckten Subventionen der Steuerzahler ist Strom aus Wind und Solar doppelt so teuer wie aus konventionellen Quellen. Das schädigt die Budgets von Familien und von der Industrie. Energieintensive Krankenhäuser und Fabriken sind rapide steigenden Energiekosten ausgesetzt, welche zu Entlassungen und der Schließung von Werken führt. Studien aus UK, Deutschland und Spanien sind zu dem Ergebnis gekommen, dass jeder Wind- und Solar-Arbeitsplatz zum Verlust von zwei bis vier Arbeitsplätzen in anderen Wirtschaftszweigen führt.

Flora und Faune nebst deren Habitaten: Solarpaneele überdecken viele Hektar und verhindern, dass unter ihnen Pflanzen wachsen; sie reduzieren Wildnis-Habitate und Populationen. Windturbinen töten in großer Zahl Adler, Falken, andere Vögel und Fledermäuse – obwohl die tatsächlichen Todeszahlen von Windunternehmen und Regierungsagenturen geheim gehalten werden. Außerdem ist Big Wind von den Naturschutzgesetzen bzgl. bedrohter Spezies und Schutz der Umwelt ausgenommen.

Klimawandel: Wenn wir alle überflüssigen Energiesysteme einbeziehen, lange Überlandleitungen, die erforderlichen Rohmaterialien zur Herstellung derselben sowie die für Bergbau, Verarbeitung, Herstellung, den Transport, Konstruktion und Wartung erforderliche Energie, kommt heraus, dass Wind und Solar keinerlei Reduktion von Kohlendioxid oder anderen Treibhausgasen mit sich bringt. Falls also diese Gase wirklich den Klimawandel treiben (was sie nicht tun), bringen Wind und Solar keinerlei Klima-Vorteile. Sie sind all pain, no gain.

Selbst mit all diesen Sonderbehandlungen ist Suniva kürzlich zum jüngsten Solarunternehmen geworden, welches bankrott melden musste [wie war das mit SolarWorld in Deutschland? Anm. d. Übers.]. Und jetzt heißt es, dass dieses Unternehmen sowie andere Solarunternehmen in den USA komplett verschwinden werden – es sei denn, die Regierung schreibt sofort Tarife für Solarzellen und Module vor, welche von irgendwoher außerhalb der USA importiert werden.

Wind und Solar sind einfach ein schlechter Deal für Verbraucher, Arbeiter und die Umwelt.

Link: https://www.cfact.org/2017/05/09/more-solar-jobs-is-a-curse-not-a-blessing/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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2 Kommentare

  1. Das erinnert fast an „Vollbeschäftigung“ zu DDR-Zeiten.
    Wie sagte 1989 ein DDR-Flüchtling aus Prag kommend im ZDF: „Ich will raus aus der DDR. Hier im Westen wird anders gearbeitet. Was hier 2 Mann in 2 Tagen schaffen, da machen im Osten 5 Mann in 5 Tagen.“

    Wenn die Energiewende gelingen soll, dann müssen noch mehr Menschen daran mitarbeiten. Sonst wird das nie was. 🙂
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