Der wichtige Genderaspekt beim Klimawandel

Helmut Kuntz
Unsere Europaabgeordneten zeigen immer wieder neu, mit welcher Akribie sie sich um das Wohl der Bevölkerung Sorge machen und deshalb versuchen, alles zu deren Segen zu (maß)regeln. Deshalb werden von den Parteien auch immer wieder solche mit in Fürsorge (zu ihrer Eigenversorgung) geschulten Vertreter als Vorbilder und zur Umsetzung im eigenen Land zurückgeholt.

Beim Stöbern im Archiv fiel dem Autor eine solche, wichtige Begleit-Maßnahme der EU beim Kampf gegen den Klimawandel auf. Wegen der weiterhin vorhandenen Aktualität und den sich langsam, aber konsequent daraus ergebenden Auswirkungen sei die Information den EIKE Lesern ins Gedächtnis zurück gerufen.

Entschließung des Europäischen Parlaments vom 20. April 2012: Frauen und Klimawandel

Anbei extrem gekürzte Auszüge der 10-seitigen Erklärung.

Begründungen

[1] Das Europäische Parlament
-unter Hinweis auf den Beschluss 36/CP.7 der Vertragsparteien des UNFCCC zur Verbesserung der Teilhabe der Frauen bei der Vertretung von Parteien in Organen … über Klimaänderungen (UNFCCC) … eingesetzt wurden …,
A. in der Erwägung, dass der Klimawandel nicht geschlechtsneutral ist …
E. in der Erwägung, dass der Klimawandel die Ungleichheiten noch verschärfen wird und die Gefahr besteht, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels sich auch negativ auf die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte der Frau auswirken dürften, wenn der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts nicht von Anfang an Rechnung getragen wird …
F. in der Erwägung, dass es ohne eine wirkliche Gleichstellung der Geschlechter keine Klimagerechtigkeit geben wird …
M. in der Erwägung, dass zwischen
75 und 80 % der 27 Millionen Flüchtlinge weltweit Frauen und Kinder sind …
N. in der Erwägung, dass der Anteil der Frauen, der an politischen Entscheidungsprozessen und insbesondere an Verhandlungen über den Klimawandel teilnimmt, immer noch unzureichend ist …

Maßnahmen zur Gendergerechtigkeit beim Klimakampf

[1] 2. … fordert die Kommission und den Rat auf, den Gender-Aspekt in jede Phase der Klimapolitik einfließen zu lassen und zu integrieren …
3. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, auf allen Ebenen … Ziele bei der Gleichstellung der Geschlechter und bei der Geschlechtergerechtigkeit … den Grundsätzen der Geschlechtergleichstellung Rechnung tragen müssen …
6. … begrüßt, dass es bei den Gesprächen auf hochrangiger Ebene über den Klimawandel eine zunehmende Sensibilisierung für den Gender-Aspekt des Klimawandels gibt … Verhandlungen über den Klimawandel, zum Beispiel durch die Einführung einer 40 %+Quote für die Delegationen …
7. … weist die Kommission und die Mitgliedstaaten auf seine Entschließung zur Klimakonferenz in Durban (COP 17) hin und fordert sie auf, ihre Zusage, „sich bei der Finanzierung aller Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels für eine mindestens 40prozentige Vertretung von Frauen in allen maßgeblichen Gremien einzusetzen“…
11. fordert einen „Klimafreundlichkeitsindikator“ (alternativ zum BNE), um zu beobachten, wie Wachstum, Konsumverhalten und Lebensstil den Klimawandel beeinflussen

Ausmaßminderung

[1] 26. fordert die Kommission und die künftigen Vorsitze des Rates der Europäischen Union auf, eine Studie durchführen zu lassen, die sich insbesondere mit geschlechtsspezifischen Fragen bei Emissionsminderungsmaßnahmen befasst …
31. weist erneut darauf hin, dass die Verhinderung des gefährlichen Klimawandels und die Begrenzung der Erwärmung … notwendig und unabdingbar ist, wenn dramatische negative Folgen für Frauen und andere anfällige Gruppen vermieden werden sollen …
33. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Indikatoren zu entwickeln, mit denen die Auswirkungen von Projekten und Programmen auf die Gleichstellung der Geschlechter bewertet und Gender Budgeting in der Klimapolitik gefördert werden, …
34. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Instrumente und Leitlinien für die genderspezifische Analyse von Emissionsminderungsmaßnahmen und -programmen … zu entwickeln;

Finanzierung

Listung bitte im Originaltext lesen

Schluss

[1] 47. beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat, der Kommission sowie den Regierungen der Mitgliedstaaten zu übermitteln.

Gelistete Positiv-Beispiele

[1] Gender-Mainstreaming in der öffentlichen Beförderungspolitik in Malmö: http://www.nikk.no/A+gender+equal+and+sustainable+public+transport+system.b7C_wljSYQ.ips ; und das Projekt in Vollsmose zur Ausbildung von Frauen, die einer ethnischen Minderheit angehören, zu Umweltbotschafterinnen: http://www.nikk.no/Women+are+everyday+climate+experts.b7C_wljQ1e.ips

Fazit
Einmal fällt an dieser Entschließung auf, dass darin steht, wie man wirkliche Flüchtlingsströme am Kinder- und Frauenanteil erkennen kann, und man erfährt wieder, dass nicht Qualifikation, sondern Geschlechtsneutralität wichtige Gremienbesetzungen bestimmen. Ob es dadurch beim Klimawandelkampf realistischer oder (noch) schlimmer würde, weiß man erst hinterher, denn die Hysterie dazu scheint bereits gendergerecht verteilt zu sein,
und man ahnt, dass selbst wenn sich der Klimakampf als unnötig erweisen würde, die behördlichen Gremienarbeiten dazu nicht so schnell ausgeht. Denn bis alle Leitlinien in den Mitgliedstaaten errichtet, umgesetzt und alle Gremien gendergerecht besetzt sind, damit die mögliche, Nicht-Notwendigkeit überhaupt festgestellt und in Anträgen an das EU-Parlament geleitet werden könnte, vergeht einige Zeit.

Eines fällt auch auf: Von einer irgendwie gearteten, vielleicht kritischen Betrachtung zum sich stetig wandelnden Klima findet sich bei den EU-Parlametariern nirgendwo auch nur entfernt eine Spur. Bei der sich eröffnenden Möglichkeit, Pöstchen zum Ausgeben des Geldes der Bürger zu ergattern, wird auch von unseren Vertretern in Brüssel jeder kritische Gedanke früh genug abgeschaltet und sonst undenkbare – Einigkeit – demonstriert.

Die Umsetzung dieser wegweisenden Gender-Beschlüsse dauert Zeit, wie es die im Antragspapier gelisteten, lediglich zwei Projekte zeigen. So wenige sind es EU-weit natürlich nicht mehr. Zwei zusätzliche konnte auch der Autor vor einiger Zeit recherchieren. Erkennbar mangelt es bei den Umsetzungen noch etwas an Übung. doch umfassende Schulungen und mehr Geld dürften da Abhilfe schaffen:
EIKE 05.12.2016: Was der aussetzende Klimawandel für Folgen haben kann: Gendergerechtes Schneeräumen versagt in Stockholm
EIKE 03.10.2016: Darf der Strom bald nur noch gendergerecht aus der Steckdose kommen?

Man muss zugeben, dass sich dem weiblichen Geschlecht zurechnende Personen sehr wohl auch vollkommen neue Aspekte in die Ursachenforschung einbringen, welche von männlichen Forschern konsequent übersehen – wenn nicht sogar übergangen – werden. Die regelmäßigen, „neuen Entdeckungen“ bisher in Klimasimulationen unberücksichtigter oder unterschätzter Klimafaktoren werden um bisher noch gar nicht programmierte ergänzt, mit der unvermeidbaren Konsequenz: Die erwartete Temperatur im Jahr 2100 wird sich aufgrund der zusätzlich notwendigen Genderparameter wohl bald erheblich ändern – Richtung allerdings noch unbekannt.

Die Feministin Gloria Steinem zum Beispiel ist überzeugt, einen wichtigen, bisher wenig – eher gar nicht – berücksichtigten Aspekt eingebracht zu haben.
WUWT: [1] Interviewerin: People argue that climate change and other issues are also feminist issues. What do we lose by broadening the meaning of the term?
Gloria Steinem: “Are you kidding me? Listen, what causes climate deprivation is population. If we had not been systematically forcing women to have children they don’t want or can’t care for over the 500 years of patriarchy, we wouldn’t have the climate problems that we have. That’s the fundamental cause of climate change. Even if the Vatican doesn’t tell us that. In addition to that, because women are the major agricultural workers in the world, and also the carriers of water and the feeders of families and so on, it’s a disproportionate burden.”
Kurzfassung: Gloria Steinem ist überzeugt, dass die patriarchalisch dominierten Männer, welche Frauen über 500 Jahre lang gezwungen haben, Kinder zu gebären, die sie nicht wollen, die Grundursache des Klimawandels sind.


Bild [1] Feministin Gloria Steinem

Ob diese These wissenschaftlich haltbarer ist als beispielweise diese:
EIKE: Hat Kolumbus versehentlich die kleine Eiszeit angestoßen?,
muss noch gendergerecht entschieden werden.
Der Autor hat die Daten nochmals sorgfältig nachgesehen, korreliert, regressiert und hypothetisiert: Sie geben wirklich beide Ursachen „her“ – man muss halt nur darauf kommen. Zudem freut und bestätigt ihn, dass diese bekannte Feministin mit ihrem Forscherdrang seine oft wiederholte These: Der Klimawandel begann weit vor der Industrialisierung:
EIKE 09.09.2016: Hat die barbusige Dame um 1830 gegen den Klimawandel gekämpft? Eine ganz aktuelle Studie legt es nahe,
ausgehend von einer ganz anderen, aber deshalb bestimmt nicht weniger tiefschürfenden Betrachtung bestätigt.

Es wird zur Folge haben, dass in Zukunft nur noch Ursachen berücksichtigt werden dürfen, die sich gendergerecht in den wissenschaftlichen Kontext einzuordnen vermögen. Damit könnte sich der Kampf gegen das böse – aber geschlechtsunwillige – CO2 auch als Beispiel zum Kampf gegen nicht gewünschtes Gebären erweitern. Zu Ende gedacht, würden daraus neue Religionskriege folgern, da es unbestritten mächtige Religion(en) gibt, welche um nichts in der Welt die Frau nach ihren Willen dazu fragen würden.
Man müsste ehrlicherweise auch beim Papst anfangen. Auch die katholische Sittenlehre kam und käme noch nie auf die Idee, die Frau so einen (eventuell eine Zeugung verhütende Einstellung) abzufragen, beziehungsweise dann ein Nein zu akzeptieren. Dass es sich die Kirche in Deutschland nicht (mehr) traut, darauf zu bestehen, hat mit der Kirchenlehre nichts zu tun, sondern eher mit der Verbeamtung des höheren Kirchenpersonals.

Nachtrag

Damit es nicht immer so trocken und nur über das (bei uns) seit Menschengedenken (schon Napoleon beschwerte sich in vorindustrieller Zeit – wo es doch noch ideal gewesen sein muss darüber) eher grauslige Klima handelt, anbei eine Information, wo der wichtige Genderismus schon erfolgreich und nutzbringend, wenn nicht sogar kulturbereichernde Wirkung entfaltet:

METROPOLICO: Feminines, korrekt gegendertes Bier
… Unter dem Slogan »Gleiches Bier für alle« kündigt die »Kiez-Brauerei« Quartiermeister eine weibliche Pils-Edition an. Schmecken, so die findigen Gender-Gewinnler soll das feministische Pils genauso wie das männliche Pendant. Man wolle mit dem ersten Bier – »Quartiermeisterin« soll es heißen – mit femininem Namen ein Zeichen gegen Sexismus in der Bierwerbung setzten, so die hippen Macher. Es dürfe nicht sein, dass Bier für Frauen immer mit süßen Mixgetränken gleichgesetzt werde.
Momentan sei die feminine Biermarke noch nicht zu haben, aber die Gender-Brauerei hoffe auf »engagierte Menschen aus der feministischen und queeren Szene in Berlin, die die Kampagne beratend begleiten«,
so der Tagesspiegel. Mit einem Teil des Gewinns aus dem Verkauf der »Quartiermeisterin« sollen feministische Projekte gefördert werden.
Quartiermeister ist ein hoch ideologisches Projekt, das durch den Verkauf von »sozialem Bier« soziale und kulturelle Projekte vor Ort – so zum Beispiel einen Häkelclub für muslimische Frauen in Berlin oder den weit im linksextremen Gefilde tätigen
Flüchtlingsrat in München – unterstützt. »Bier trinken, Spaß haben und damit Gutes tun«, so die sozialistische Vision »einer gerechtere(n) Wirtschaft, die für den Menschen da ist«. Nachdem die erste Version von Quartiermeister nach zwei Jahren Insolvenz anmelden musste, besteht das »Social Business« nun aus einem Unternehmen und einem Verein, das trotz Gender-Irrsinn, vermarktetem Feminismus- und Füchtlingshype den Gesetzen des Marktes unterworfen ist. Dann Prost! (BS)

Quellen

[1] P7_TA-PROV(2012)0145: Entschließung des Europäischen Parlaments vom 20. April 2012 über Frauen und Klimawandel (2011/2197(INI))

[1] WUWT: Claim: Unwanted children the “fundamental cause of climate change”

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6 Kommentare

  1. Die Klima(Traum)Wandlerin möge Energiesparen und ihre CO2-Ausatmung einstellen.
    Freiwillig, sonst über die Frauen-Quote!
    😉

  2. Häkelnde muslimische Frauen trinken kein Bier! Sie wollen mit Sicherheit auch nicht durch den Verkauf alkoholischer Getränke finanziert werden.

  3. So ein Gender-Gesülze kann nur in einer Gesellschaft zum Vorschein kommen, die am Ende ihres Zenit angelangt ist…vergleichbar mit der Römischen Dekadenz….da waren die Eliten auch so mit Wohlstand vollgepumpt…dass diese die Realität immer mehr durch Wahnvorstellung/Phantasiewelten erstetzt haben…was am Ende der Römischen Dekadenzphase stand…der ZUSAMMENBRUCH der Römischen Reich (Eliten)…die wurden einfach von der Realität (Nöte und Sorgen, Gewalt und Aufstände des Volkes und Eindringlingen überrannt.

  4. So fängt der Genderquatsch immer an. Männer und Frauen sind von irgendwas ungleich betroffen. Vielleicht merkt man mal, dass nicht der „Klimawandel“ die Ursache für die Flüchtlinge ist, sondern der Krieg und die meist männlichen Soldaten in der dritten Welt.
    Wenn doch nur mehr Frauen in den Krieg ziehen würden und ihre Männer daheim ließen. Dann wären auch die Uniformen viel modischer. Und die Waffen nicht so tödlich …

  5. Is mir zu hoch: Wer kein Bier möchte, bitteschön. Und wer Bier will, braucht kein Radler, Alkoholfrei, Femi-Dings oder anderes Ekelzeug.

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