Offensicht­licher Bias in den Medien bzgl. Klima

Bild: Verena N. / pixelio.de

H. Sterling Burnett
Vielleicht ist es ein Anzeichen, dass ich immer noch ein wenig Naivität besitze trotz meiner allgemein zynischen, pessimistischen Erwartungen, aber ich war schockiert, ja empört über die erheblich verzerrte Berichterstattung über ein Ereignis aus jüngerer Zeit und ein Unterfangen mit Bezug zu Klimawandel.

Das Ereignis war die Anhörung vor dem Wissenschaftskomitee des Weißen Hauses vom 29.März unter dem Motto: „Klimawissenschaft: Hypothesen, politische Implikationen und wissenschaftliche Verfahren“. Das Unterfangen ist das ausgreifende Projekt des Heartland Institutes für Lehrer der Naturwissenschaften im ganzen Land. Dabei versendet Heartland Ausgaben der Broschüre „Warum Wissenschaftler hinsichtlich globaler Erwärmung uneinig sind“, verfasst von drei angesehenen Klimawissenschaftlern, an über 200.000 Lehrer der Naturwissenschaften an Middle und High Schools.

Man verstehe mich nicht falsch. Ich bin keineswegs überrascht, dass all jene erklärtermaßen links gerichteten Verteidigungs-Publikationen wie die Huffington Post – „Kongressabgeordneter der Republikaner macht das Wissenschaftskomitee zu einer Plattform für seine eigenen wissenschaftlichen Ansichten“ (März 2017) – und Mother Jones – „Ein Wissenschaftler brachte 2 geschlagene Stunden damit zu, mit den größten Leugnern der globalen Erwärmung im Kongress zu diskutieren“ (29.März 2017) – ihre Berichterstattung gegen Klimarealismus verzerren.

Aber wenn so genannte Bastionen eines an Fakten ausgerichteten und ausgeglichenen Qualitätsjournalismus‘ wie die Washington Post und Scientific American [und man kann ganz sicher auch die Süddeutsche Zeitung dazu zählen, Anm. d. Übers.] mit den Fakten Schindluder treiben, bin ich aus irgendwelchen Gründen enttäuscht, und mein Zorn kocht hoch – selbst wenn ich weiß, dass diese Organe das schon seit Jahren machen.

Ich möchte nur ein Beispiel anführen für die Art vermeintlicher „Berichterstattung“, welches meinen Ärger hochkochen ließ. Die Washington Post zitiert aus einem Report in Frontline im PBS [= Public Broadcasting System {Öffentliche Rundfunksender}], in welchem es sowohl um die Bildungsanstrengungen von Heartland als auch um die Anhörung im Weißen Haus ging. Frontline hat Heartland den Gefallen getan und Lennie Jarrett zitiert, den Projektmanager des Center for Transforming Education bei Heartland. Frontline schrieb: „Er fordert die Lehrer auf, die ,Möglichkeit in Betracht zu ziehen‘, dass die Wissenschaft nicht settled ist. ,Falls das der Fall ist, wäre den Studenten besser gedient, wenn man sie wissen lässt, dass unter den Wissenschaftlern derzeit eine lebhafte Debatte im Gange ist’“.

Klingt vernünftig, oder? Schließlich ist der Austausch von Gedanken bzgl. überprüfbarer Hypothesen, Daten und Methoden der Datenerfassung zentraler Bestandteil der wissenschaftlichen Methode, nicht wahr? Die Reaktion der Post war, die Bildungsoffensive eine „Propaganda-Kampagne“ zu nennen.

Weiter unten in der Story beschreibt die Post die Zeugen bei der Anhörung folgerichtig so: „Das Komitee hat drei Personen geladen, welche die mit überwältigender Mehrheit akzeptierte Wissenschaft vom Klimawandel zurückweisen, sowie einen aktiven Klimaforscher“. Diese Darstellung ist gröblichst irreführend.

Erstens, jede dieser vom Komitee gehörten Personen ist – oder war bis vor Kurzem wie im Falle Roger Pielke – ein aktiver Klimaforscher. (Pielke hat sich aufgrund politischen Drucks im Jahre 2015 aus der Klimaforschung zurückgezogen). Jeder Einzelne hat hunderte begutachteter Artikel mit Bezug zu Klima veröffentlicht und an der Arbeit des IPCC oder der NASA oder des NCAR teilgehabt. Mit anderen Worten, alle Aussagenden befanden sich im Zentrum von Mainstream-Klimaforschungs-Institutionen.

Außerdem glauben sie alle an den Klimawandel – wer tut das nicht? Sie „weisen nicht die mit überwältigender Mehrheit akzeptierte Wissenschaft vom Klimawandel zurück“ – sondern sie weisen zurück, dass eine solche überwältigend akzeptierte Wissenschaft überhaupt besteht. Ihre Forschungen sowie die Forschungen tausender anderer Wissenschaftler auf der ganzen Welt zeigen, dass die Wissenschaft eben nicht settled ist. Vielmehr gibt es eine aktive, lebendige Debatte über das Ausmaß des menschlichen Einflusses auf das Klima und die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesellschaft und die Umwelt.

Der Aufstieg von Donald Trump und das Aufkommen alternativer Medienportale haben einen fast tödlichen Würgegriff der radikalen Linken nebst ihren Alliierten in den Medien auf das Klima-Narrativ durchbrochen. Diese Linken werden rot vor Wut, schnappen nach Luft und finden keine Atempause. Sie haben einfach keine Ahnung, was sie machen sollen, außer mit ihren Füßen zu stampfen und all jene, die ihnen nicht folgen, mit Ausdrücken wie „Leugner“, „Scharlatane“ und „bezahlte Schergen“ zu belegen.

H. Sterling Burnett

Quellen: Mother Jones ; EOS ; Washington Post und Judith Curry

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Ein Kommentar

  1. Ist doch eine nette Geste
    :
    „Vielmehr gibt es eine aktive, lebendige Debatte über das Ausmaß des menschlichen Einflusses auf das Klima und die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesellschaft und die Umwelt.“
    um den ganzen verwirrten
    :
    „Warum Wissenschaftler hinsichtlich globaler Erwärmung uneinig sind“
    :
    noch ein Türchen offen zu halten.

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