Atomkraft: Und plötzlich bist Du Menschenverächter

Vom Freund zum Feind; Bild Fotolia 111112985_XS

Von Anna Veronika Wendtland.

Vor einigen Tagen erschien von mir ein Beitrag auf der Seite Nuklearia zum Tschernobyl Jahrestag am 25. April. Ich gab zu bedenken, dass Tschernobyl von der Quellen- und Faktenlage her ein großer historischer Industrieunfall sei, aber nicht der nukleare Massenmord, der anthropologische Schock und die weltstürzende Katastrophe, zu der eine weitverzweigte Sinngebungs-, Bewältigungs- und Mobilisierungsindustrie es gemacht haben. 

Aus entrüsteten Zuschriften muss ich schließen, dass (vermeintliche) Tschernobyl-Leugner hierzulande Gefahr laufen, auf dieselbe Stufe wie Holocaust-Leugner gestellt zu werden: ich sei menschenverachtend, „relativierend“ und zynisch, so warf man mir vor. Meist sind solche Zuschriften mit Verweisen auf Einzelschicksale im Familien- und Bekanntenkreis versehen, die von den Verfassern auf den Reaktorunfall zurückgeführt werden.

Wie immer in solchen Fällen kann man angesichts solcher unhintergehbarer Leidensgeschichten als Wissenschaftler oder auch Politiker, welcher jenseits des Individualschicksals Bewertungen abgeben und Entscheidungen zu fällen hat, nur verlieren. Denn wer möchte sich dem Vorwurf aussetzen, er oder sie sei hartherzig einem Menschenschicksal gegenüber?

Ich vermute: genau in diesem typischen Diskussionsverlauf liegt die Ursache, warum sich hierzulande niemand mehr zutraut, eine sachlich-kritische Diskussion über die Energiepolitik unter Einbeziehung der nuklearen Option noch durchzustehen: man will sich nicht als nuklearer Volksverräter und Menschenfeind hinstellen lassen.

Machbarkeit und Akzeptanz müssen zusammenkommen

Meine Kritiker, die mit dem wohlfeilen Vorwurf der Gefühlskälte kommen, verwechseln zweierlei Sachverhalte. Man kann einerseits feststellen, dass jedes Opfer einer Industriekatastrophe eines zuviel ist, und man kann einen individuellen Zugang zum Schicksal einzelner Opfer wählen. Das ist legitim, wurde vielfach in vorbildlicher Weise unternommen, und an einigen solcher Unternehmungen war und bin ich als Historikerin Tschernobyls auch beteiligt.

Das enthebt aber andere Menschen, welche allgemeinverbindliche Entscheidungen für viele fällen müssen – das heißt politische Verantwortung tragen – nicht der Konfrontation mit den Tatsachen. Entscheider und ihre wissenschaftlichen Berater müssen durch einen Abwägungsprozess hindurch, in unserem Falle (idealiter) mit dem Ziel, herauszufinden, welche Art Energieversorgung in einem Industrieland funktioniert und auch gesellschaftlich und moralisch vertretbar ist. Machbarkeit und Akzeptanz müssen zusammenkommen.

Und bei dieser Abwägung steht die Kernenergie trotz aller Mythenbildungen immer noch besser da als all das, mit dem sie von den Atomgegnern so eifrig und optimistisch substituiert wird. Diese müssten sich konsequenterweise fragen lassen, was die Atomindustrie und ihre Opfer so heraushebt, was sie so besonders inakzeptabel macht vor anderen Opfergruppen.

Grund des Akzeptanzproblems, so meine These, ist nicht die real existierende Kerntechnik und auch nicht die nachweisbare Opferbilanz der zivilen Kernenergienutzung, die ich gar nicht leugne, obwohl mir das implizit unterstellt wird. Es ist vielmehr der rund um diese Energieform produzierte Diskurs, demzufolge die Kerntechnik als Menschheitsverderber ganz oben in der Hierarchie des Entsetzlichen und Verwerflichen steht.

Die Tendenz zur (Selbst-)Viktimisierung

Hinzu kommt die allgemeine Tendenz zur (Selbst-)Viktimisierung in unseren politischen Diskussionen. Wer nicht Opfer (der Atomkraft oder sonstiger finsterer Kräfte) ist oder für die Opfer zu sprechen vorgeben kann, dessen Argument büßt an Legitimationskraft ein. Wer sich anmaßt, dieses Argument auseinander zu nehmen und nach tatsächlichen Opfer-Verhältnissen zu fragen, ist ein „Relativierer“. Aber das ist nur einer der Wege, Diskussionen im Keim zu ersticken. Neulich hörte ich eine interessante Aussage von der Grünen-Politikerin Gudrun Zentis, die eine Förderung der Kernforschung (es ging um die Möglichkeit, das Volumen hochaktiven nuklearen Abfalls durch Transmutation zu reduzieren) mit der Begründung ablehnte, dies würde ja die Akzeptanz der Kernenergienutzung erhöhen.

Es gibt also in unserem Land Gruppen, die gar nicht an der Schnittstelle von Machbarkeit und Akzeptanz für das Gemeinwohl streiten und arbeiten wollen, um die bestmögliche Entscheidung zu erzielen, sondern die lieber alles dafür tun, eine Option erst gar nicht in die Nähe der Akzeptanz kommen zu lassen.

Das halte ich für fahrlässig. Denn wir leben in einer nicht perfekten Welt. Das bedeutet, dass wir häufig mehrere nicht perfekte Lösungswege eines Problems gegeneinander abwägen müssen. Das ist die Aufgabe von Wissenschaftlern und Politikern, die sich dann Vorwürfe gefallen lassen müssen, sie seien zynisch und respektlos den Opfern gegenüber. Alle moralisch Unanfechtbaren sollten sich freilich überlegen, auf wen sie ihren ersten Stein schleudern.

Sie sollten also ihre eigene Opferfixiertheit bis zum Ende durchhalten und beispielsweise ausrechnen, wie viele Opfer von Atemwegs- und Gefäßerkrankungen ein Kernkraftwerk zu verhindern half, indem es mehrere Kohlekraftwerke ersetzte. Und sodann abwägen, ob sie diese Schicksale akzeptabler finden als die hypothetischen Opfer eines nuklearen Unfalls in unserem Land, die sie auf jeder Demonstration beschwören.

Das Dilemma der Unfallchirurgie

Denn wir sehen, dass bei uns die Kernenergie keinesfalls durch bessere Lösungen ersetzt wird, sondern durch schlechtere – nämlich durch mehr fossile Energieträger. Wind, Sonne und guter Wille allein reichen nicht aus, um ein Industrieland zu versorgen; von den nichtexistenten Speicherlösungen über den irrwitzigen Landschaftsverbrauch bis hin zum akuten Rohstoff- und Sondermüllproblem bei den „Erneuerbaren“ stellen sich für mich so viele Fragen, dass ich den Ausstiegsbeschluss aus der Kernenergie für überhastet und unverantwortlich halte.

In diesem Konflikt zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik haben die Gesinnungsmenschen vorerst die Oberhand. Verantwortungsethikern schlägt ein kalter Wind entgegen. Ihnen wird vorgeworfen, Opfer zu „zählen“ und, noch schlimmer, zu „relativieren“, womit eigentlich „kleinrechnen“ unterstellt wird. Obwohl, wie ein befreundeter Arzt mir schrieb, solche kognitiven Operationen in einer Entscheidungssituation, beispielsweise in der Unfallchirurgie, das höchste Gebot sind: Zählen und Vergleichen, die berüchtigte Triage, hilft dann Leben zu retten, wo es zu retten ist. Aus Sicht der Angehörigen eines unrettbar Verletzten blanker Zynismus und unerträgliche Vorstellung.

Entscheider in Wissenschaft und Politik müssen jedoch den Mut aufbringen, auch gegen schlechte Bilder, auch im Angesicht des Zynismus-Vorwurfs, auch unter einem Schwall von schmähenden Zuschriften ihren Weg zu gehen. Dafür sind sie zu Entscheidern gewählt worden. Dazu gehört im Falle sehr weitreichender Entscheidungen wie der Energiepolitik der Mut, Optionen und Entwicklungspfade abzuwägen, die Gelassenheit, in einer emotional aufgeheizten Atmosphäre Zeit zum Einholen von Expertise einzufordern, und die Zähigkeit, auf die Ergebnisse zu warten. Nichts davon hat man in unserer Energiepolitik nach Fukushima getan.

Man hat mehr zerstört als man aufbauen konnte

Man hat eine hastig berufene und parteiisch besetzte Ethik-Kommission vorgeschoben, wo man eigentlich eine Enquête-Kommission mit wissenschaftlichem Stab gebraucht hätte. In einem solchen Gremium hätte man den Kernverfahrenstechnikern und Fachleuten für Übertragungsnetze die gleiche Stimme einräumen müssen wie den Techniksoziologen und -ethikern. Man hätte mögliche Weiterentwicklungen der Kerntechnik ebenso ernsthaft diskutieren müssen wie die Entwicklungsaussichten von Speichertechnologien und Offshore-Windkraft.

Das hätte Zeit gekostet, die man angesichts grüner Siegeszüge in Baden-Württemberg nicht zu haben vermeinte. Daher hat man Diskussionen abgeschnitten, bevor sie beginnen konnten. Man hat Ergebnisse vorgegeben, statt ergebnisoffen zu beraten. Man hat um der billigen „Befriedung“ der deutschen Atomdebatte willen einen funktionierenden Industriezweig geopfert und ihn durch einen Weg ins Ungewisse ersetzt. Man hat als Kollateralschaden in Kauf genommen, dass deutsche Expertise auf dem Gebiet der Reaktorsicherheit international an Einfluss verliert, da unsere Experten keine kerntechnische Führungsnation mehr vertreten, sondern ein innovationsmüdes Abwicklungsland. Man hat mehr zerstört als man aufbauen konnte. Denn man wollte nicht herzlos sein – und hat den Verstand abgeschaltet.

Dr. Anna Veronika Wendland forscht zur Geschichte und Gegenwart nuklearer Sicherheitskulturen in Ost- und Westeuropa. Für ihre Habilitationsschrift hat sie in mehreren Kernkraftwerken in der Ukraine, Litauen und Deutschland, zuletzt in den KKW Grafenrheinfeld und Grohnde, Forschungsaufenthalte durchgeführt. Dr. Wendland arbeitet in der Direktion des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg. Sie leitet Arbeitsgruppen im Bereich Technik-, Umwelt- und Sicherheitsgeschichte.

 

Der Beitrag erschien zuerst auf der Seite ACHGUT

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12 Kommentare

  1. Im Mittelalter waren die Hexen an allem Unglück schuld, so befohlen von Papst Innozenz VIII in 1484 durch den „Hexenhammer“. Heute ist es die Strahlung (allein das Wort genügt), befohlen allein von Frau Merkel und der deutsche Untertan gehorchte.

    Heute sind Hexen die GUTEN, denn sie emmitieren durch ihr Fluggerät kein CO2, wenn sie auf den Brocken oder anders wohin reisen. Man fragt sich, wie lange wird wohl eine Umkehr der Erkenntnisse in Bezug auf Strahlung dauern?

    Niemand weiß es zu sagen, aber Tatsache ist, daß Strahlung im niedrigen Bereich von Dosis und Dosisleistung förderlich für die Gesundhet ist (Co-60-Ereignis von Taiwan, darüber habe ich hier bei EIKE schon geschrieben).

  2. Zum einen möchte ich mich der Kritik von Herr Urbahn anschließen.
    Es macht schon Sinn dass der Begriff „Kernkraftwerk“ in DIN/ IEC „393-18-44 Kernkraftwerk“ für öffentlich rechtliche Kommunikationen auf dem Gebiet der elektrischen Energieerzeugung eindeutig definiert ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine bestimmte Klientel einen Begriff wie „Kernkraftwerk“ aus politischem Kalkül gerne zu „Atomkraftwerk“ umbenennen möchte, um damit auch sprachlich die Nähe zu menschenverachtenden Atomwaffen stets präsent zu machen. Leider fallen viele unbewusst auf diesen Trick herein und denken sich nichts Schlimmes bei dieser oft gehörten Benennungsweise.
    http://tinyurl.com/m2yxtsd
    Zum anderen sehe ich tiefere Gründe für die allgemeine Technik- und insbesondere Kernenergiefeindlichkeit in Deutschland. Deutschland war seit 1945 nicht mehr souverän. In der Zeit des kalten Krieges wurden Deutschland West, wie Ost jeweils als Verbündeter gebraucht. Mit der Schlussakte der Helsinki-Konferenz und der Gründung der OSZE (KSZE) war klar, dass Deutschland eingebremst werden muss, wenn es nicht mehr zu erheblichen Ungleichgewichten kommen sollte. EU, €uro und Energiewende waren dabei probate Mittel um die Agenda von Joschka Fischer
    „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“
    zu realisieren. Eine weitere Agenda hat Herr Fischer entweder gar nicht mitbekommen oder er war so clever dazu seinen Mund zu halten. Deutschland soll langfristig die Möglichkeit zur Bombe genommen werden. Mit dem ersten Schritt, der Abschaffung der Kernenergie, ist man dabei schon auf einem guten Weg. Die zukünftigen Schritte, wie das man sich nicht auf ein Endlager einigen kann und daher einem “befreundeten Staat“ noch dafür bezahlt, den “Abfall“ abzunehmen, werden offensichtlich vorbereitet.
    Der Morgenthauplan 2.0 ist schon lange beschlossen und wird sukzessive durchgezogen. Die “Flüchtlingskrise“ wurde von Frau Merkel im Auftrag der Besatzungsmächte zum herausleiten von noch mehr Geld ebenso genutzt, wie Fukushima zur Abschaffung der Kernenergie. Beides im Alleingang und gegen die Parteilinie. Was Frau Merkel und ihre Auftraggeber von der Parteilinie halten hat sich ja beim letzten Parteitag beim Thema Doppelpass gezeigt.
     
    Nichts für Ungut Dr. Anna Veronika Wendland; Sie beschreien die Symptome sehr schön. Doch vor den Ursachen der Krankheit verschließen Sie, wie viele andere auch, die Augen. 

    • @ Glatting,

      Zur Nomenklatur: Es werden Kerne gespalten, nicht Atome! Logisch für mich ist  daher Kernspaltung und Kernwaffe. (Bereits beim Schießpulver der Chinesen regieren Atome, oder?)

      Bei der Suche nach Ursachen wird es immer dann schwierig, wenn es sich nicht um Monokausalität handelt.

      Beim Wetter und seiner Statistik Klima ist die Suche nach Kausalität in der Komplexität der Korrelationen bisher nicht gelungen, kann nach meinem Verständnis   auch in Zukunft nicht gelingen.

      Stellt nicht das allein das tägliche Verhalten der gegenwärtig 7,5 Milliarden Individuen der Spezies homo sapiens jede Suche nach den Ursachen in Frage?

  3. Sehr geehrte Frau Wendtland ,

    es ist zwar nicht im Sinne der Obrigkeit aber durchaus im Interesse der Allgemeinheit ,daß Sie sich mit den realen Fakten der Kernenergienutzung beschäftigen.

    Wie groß die Angst von der Kernenergie in der Bevölkerung wirklich ist und inwieweit Deutschland sich von anderen Ländern darin unterscheidet,wissen wir nicht wirklich.Dazu wäre eine Volksabstimmung mit vorheriger ausreichender Information der Bevölkerung über die tatsächlichen Fakten erforderlich.Das wird es nicht geben ,das fürchtet die Obrigkeit wie der Teufel das Weihwasser.

    Wenn Sie sich auf die Ethik-Schiene drängen lassen ,haben Sie bereits verloren.Im Prinzip geht das auch aus Ihren Ausführungen hervor.

    Sie müssen allerdings m.M. nach eine Stufe weitersehen.Die Aktivisten ,die z.T. vielleicht den Mist den sie verzapfen auch selbst glauben sind nur Werkzeuge einer höheren Macht.Dieser geht es um ganz andere Ziele als den Schutz der Menschen.Die „Georgia Guidestones“ zeigen das ganz offen und eindeutig.

    Es wird nach einem sehr einfachen Schema vorgegangen :

    Grenzwerte ,die von vorsorglichen Zeitgenossen erstellt wurden um ganz sicher alle Risiken auszuschliessen die gerade bei der Kernkraftnutzung extrem niedrig angesetzt wurden (Faktor 1000 !) ,werden benutzt um bei einer Überschreitung die Katastrophe an die Wand zu malen ,die von der ungebildeten Masse – zu der leider auch eine große Zahl von sog. Akademikern gehört – ungeprüft mangels Wissens geglaubt werden muß.

    Das gleiche Spiel wird gerade wieder beim Diesel von den gleichen Akteuren mit dem gleichen Ziel- nämlich der Zerstörung unser aller Wohlstand – gespielt. Auch die „Klimakatastrophe“ ist ein Beispiel. Und Sie können Brief und Siegel nehmen ,das Spiel geht weiter. Nächste Station ist der Benziner ,dann das Auto schlechthin.Da gibt es sogar ein sehr starkes Argument mit realen Fakten.Schließlich ist der Straßenverkehr für abertausende Tote verantwortlich.Allein in Deutschland ist durch den Straßenverkehr ín den letzten 50 Jahren eine Großstadt mit einer halben Million Einwohner ausgerottet worden.Also ethisch nicht tragbar.

    Ihre Untersuchung müßte sich also auf die eigentlichen Akteure hinter Aktivisten und Politiker erstrecken.Ich kann davon allerdings nur abraten.

  4. Sehr geehrte Frau Wendland,

    eine Spur von Wehmut – hoffentlich nicht ein Einstieg in Resignation – ist unübersehbar! – Als Deutschland noch in der wissenschaftlichen Spitzengruppe der Welt zu finden war, wurde die Möglichkeit der Nutzung der  Kernspaltung (z.B. auch von einer Lise Meitner) eröffnet! – Dann begann die sog. „Deutsche Physik“, die Reihen zu dezimieren.

    Das sog. „Wirtschaftswunder“ hat – initiiert über Lizenzen mit US amerikanischen Herstellern – die Technik der Kernenergie auf breiter Front wieder zurück in die globale Spitzengruppe geführt. –

    Als das geschafft war, wurde – von wem und mit welcher Motivation auch immer – die Angst in der deutschen Gesellschaft aktiviert:

    Menschen, die endlich wie Maden im Speck in Frieden leben, sind („mit altrömischer Dekadenz ausgestattet“) für derartige populistische Berieselung immer und überall hochgradig anfällig. Der Erfolg war also garantiert!

    „Take it easy and relax“ – hatten die Mitwirkenden an der einstigen Realisierung dieser neuen Technik bereits gelernt:

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die Nutzung der Kernenergie ihren Beitrag in Zukunft global weiter signifikant vergrößern.

    Fossile Energie ist keineswegs schlechter, sondern ist und bleibt eine wesentliche Stütze für die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung.

    Dass die Endphase des „deutschen Ausstiegs“ mit der Abschaltung von 8 Kernkraftwerken in 2011 (Forschung, Herstellung und Infrastruktur waren bereits liquidiert) populistisch durch eine sog. fachfremde Ethik Kommission gegen das Votum der für die Sicherheit zuständigen Kommission begründet wurde, ist einer der sog. „Treppenwitze der Geschichte“.

    Zwar haben offenbar die „grünen Angstmacher“ inzwischen „ausgesiegt„, doch wird ein Wiedereinstieg Deutschlands in die globale Normalität der Stromversorgung trotzdem wohl einer nächsten Generation überlassen bleiben müssen.

    Die Frage ist nur: Gelingt der „Wiedereinstieg“ erneut über Lizenzen – nun mit Russland und/oder China?

    • PS. Den bedauerlichen Rückfall deutscher Energiepolitik in tiefes Mittelalter unterstreicht eindrucksvoll die Begründung des „ehrenwerten Mitglieds der Ethik Kommission, Kardinal R. Marx“: „Kernenergie ist Teufelszeug!“      (Ein Zitat könnte den Kern des Artikel sogar noch mehr aufwerten!)

  5. Sehr geehrte Frau Wendtland,

    Sie schreiben:
    „…die Atomindustrie und ihre Opfer “
    „…die nachweisbare Opferbilanz der zivilen Kernenergienutzung…“

    Welche Opfer sind das?
    Die armen Kerle (Liquidatoren), die in Tschernobyl ins offene nukleare Feuer geschickt wurden, sind Opfer des menschenverachtenden russischen Systems und nicht der KE!

    Ansonsten ein sehr guter Beitrag!

  6. Sehr guter Artikel von Frau Wendland.

    Man kann sich wirklich fragen wie lange diese negative Einstellung zur Atomkraft bestehen bleibt. Wahrscheinlich noch sehr lange. Es kann sein das eine Energiekatastrophe das Denken verändert, aber es muss schon eine grosse Katastrophe sein.

    Solange es nur ältere Menschen betrifft, die sich keine warme Wohnung mehr leisten können, ist für die Atomkraftgegner kein Grund umzudenken.

    Ich fand vor kurzem in einem Buch von meinem Grossvater eine Widmumg von 1955 die von einer Wiedervereinigung sprach. Wir wissen wie lange dies gedauert hat. Auch da war es eine Ideologie die die Menschen im Griff hatte und die Menschen haben es von kleinauf gelernt.

    Meine Hoffnung ist dass das Umdenken innerhalb der nächsten 10 Jahre passiert aber es wird ein schlimmes Erwachen. Wahrscheinlich kann auch die Natur die Menschen zum erwachen bringen. Dazu fand ich diese witzige Nachricht „Major snowstorm forces cancellation of Climate March in Colorado“ https://tinyurl.com/mw73rgk
    Die nächste kleine Eiszeit hat laut einigen Wissenschafler schon begonnen. Zumindestens kann man immer mehr Nachrichten finden (www.iceagenow.info) die zeigen dass es eher kälter wird. Dann brauchen wir noch mehr Energie und dies kann dann eine Katastrophe auslösen.

  7. Danke Frau Wendtland für diesen Beitrag, den man leider nicht in den öffentlich rechtlichen Medien finden wird. Die Aussage von der Grünen-Politikerin Gudrun Zentis zeigt, dass es gar nicht um eine „gefährliche“ Technik geht, sondern nur um eine industriefeindliche Ideologie. Das haben schon die Kommunarden in den 60ern auf ihren Bannern gehabt und sie hatten damit bis heute Erfolg. Deutschland gehörte mal zu den führenden Nuklearnationen. Am Kugelhaufenraktor, der vor 50 Jahren in den Probebetrieb ging und wegen Tschernobyl verworfen wurde, wird heute in vielen Ländern wieder gearbeitet ( http://tinyurl.com/jvrbyjj ). Der Nukleartechnik fehlen in Deutschland Unterstützer. Die gibt es leider nicht in der Industrie, die wie immer vor der Politik kuscht. Deshalb bin ich Mitglied bei Nuklearia, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kenntnisse in der Bevölkerung über die Kerntechnik zu fördern ( http://tinyurl.com/psmqph3 ).

  8. „..eine Enquête-Kommission mit wissenschaftlichem Stab“ gab es damals nach Fukushima, sogar mit „echten“ Fachleuten, auch von den Grünen, besetzt. Einen der damaligen Mitglieder der Gruppe konnte ich interviewen.

    Deren Ergebnisse – deutsche Kernkraftwerke sind sicher -passten aber nicht in das Kalkül unserer Politiker, Frau Merkel hatte nur ihren Machterhalt im Sinn. Die Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht (investigative Medien – nur ein Schein). Daher wurden gefällige Kirchenmänner auserkoren, um über unsere Zukunft abzustimmen.

  9. Sehr geehrte Frau Wendtland,

    nur eine kurze Anmerkung: Sie setzen sich dankenswerter Weise für die Nutzung der Kernenergie ein. Allerdings nutzen Sie in der Überschrift und auch sonst in dem Artikel Worte wie Atomkraft, Atomenergie usw. Dies aber die Sprache der Kernenergiegegner, die mit dieser Wortwahl bewußt die Verbindung zur Atombombe herstellen wollen. Hier sollten alle Kernenergiebefürworter korrekt bleiben und immer von Kernenergie, Kernkraftwerken usw. schreiben. Atome werden nur bei chemischen Prozessen behandelt, d.h. kohlekraftwerke sind in dem Sinne Atomkraftwerke.

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