Falls Steuer­zahler nicht über Klima­wandel-Politik sprechen dürfen, dürfen Wissen­schaftler das auch nicht

„Experten“-Diskussion. Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Julie Kelly
Alle Steuerzahler haben ein Interesse an Klimawandel. Wir haben das Recht, unsere Meinung zu diesem Thema zu sagen – selbst wenn wir nicht der vorherrschenden Orthodoxie folgen.
Nach der Ankündigung von Präsident Trump, den Clean Power Plan zu widerrufen und die Klimawandel-Agenda der USA einer genauen Überprüfung zu unterziehen, haben Wissenschaftler und Umweltaktivisten durchgedreht (wieder einmal).

Die Klima-Aktivistengruppe 350.org – geführt von dem Aktivisten Bill McKibben – twitterte, dass „Trumps Angriff auf den Clean Power Plan uns Tausende Menschenleben und Milliarden Dollar kosten könnte“. Der Präsident des Environmental Defense Fund Fred Krupp sagte, dass Trumps Plan „Menschenleben von Amerikanern fordern wird. Dadurch werden vorgeburtliche Todesfälle zunehmen, ebenso wie Herzschlag und Asthma, und Tage mit Krankmeldungen in Industrie und Schule werden steigen“. Der kalifornische Milliardär und Strippenzieher der Demokraten dazu: „Diese Maßnahmen sind ein Angriff auf amerikanische Werte, und sie bringen Gesundheit, Sicherheit und Wohlstand eines jeden einzelnen Amerikaners in Gefahr“.

Also ist die Klimawissenschaft, die eigentlich settled war, und die Unterhaltung, die im vorigen Jahrzehnt unterdrückt worden ist, jetzt offen für Diskussionen. Eine ganze Generation, der man eine andauernde klimatische Diät eingetrichtert hatte, dass globale Erwärmung ausschließlich unsere Schuld ist, hat jetzt die Gelegenheit, die andere Seite zu hören. Wissenschaftler, die aus der Klimabande ausgeschlossen worden waren, weil sie ihrer Bedenken hinsichtlich der Schwächen der Klimawissenschaft Ausdruck verliehen hatten, können jetzt aus dem Schatten hervortreten. Gesetzgeber, Reporter und Meinungsschreiber werden viel mehr lernen müssen als die einfache Aussage „Aber hallo, 97% der Wissenschaftler stimmen überein“, um ihre reflexhafte Haltung zum Klimawandel zu rechtfertigen.

Wer darf über Klimawandel reden?

Da erhebt sich jetzt die Frage: Wer darf denn jetzt über Klimawandel reden? Wir hören viel Blabla von Klimaaktivisten, wie ach so antiwissenschaftlich die Trump-Regierung ist und wie ihr ach so viele Nicht-Wissenschaftler angehören wie Scott Pruitt, Rick Perry und Ryan Zinke, die ultimativ Entscheidungen treffen bzgl. der Wissenschaftspolitik (um den Präsidenten selbst nicht zu erwähnen). Der Abgeordnete Lamar Smith, Vorsitzender des Wissenschaftskomitees des Weißen Hauses, wird regelmäßig auf grobe Weise von seinen Gegnern angegriffen, weil er keinen wissenschaftlichen Hintergrund hat.

Auch ich selbst wurde wiederholt hart angegangen, weil ich ohne wissenschaftlichen Titel über Klimawandel geschrieben und kommentiert habe. Erst vor Kurzem war ich Gegenstand von Tweets als Antwort auf eine Reaktion von The Federalist auf den Artikel von Tom Nichol mit dem Titel [übersetzt] „Der Tod von Expertentum“:

https://twitter.com/joey_mcl/status/846494741743222785

[Daraus: „Die Zurückweisung von Erfahrung und diese zu ersetzen durch ein scheinheiliges Bestehen darauf, dass jedermann das Recht auf eine eigene Meinung hat, ist dumm“.]

Hier wird impliziert, dass es mir nicht zusteht, als „Laie“ über Klimawandel zu schreiben. Die Tatsache, dass ich seit Jahren in der Politik tätig war, spielt keine Rolle. Die Tatsache, dass ich über andere wissenschaftliche Themen geschrieben habe wie Biotechnologie und Ernährung ist irrelevant. Die Tatsache, dass ich mich in dieses Thema vertieft habe, mit Menschen auf beiden Seiten des Themas gesprochen und positive Rückmeldungen hinsichtlich meiner Beiträge und Interviews zu diesem Thema bekommen habe, ist unerheblich. Ich sollte damit aufhören, weil ich keinen akademischen Titel habe, welcher meine Expertise bzgl. Klimawissenschaft belegt.

Ich bin ein Wissenschaftler, wer sind Sie?“

Ich habe dies nicht zum ersten Mal gehört; vielmehr ist es oftmals die Schmieren-Reaktion, die mir von Wissenschaftlern widerfährt, die mich diskreditieren wollen. Es ist auch ein Grund, warum nicht noch mehr Menschen Kontroverses über Klimawandel schreiben – weil der Gegenstoß der selbstgerechten Klimabande rasch und grob ist. Natürlich ist die Antwort Ich bin ein Wissenschaftler, wer sind Sie? teilweise arrogant, teilweise „STFU*, junge Frau!“ Schließlich wurde uns eingetrichtert, eingeschüchtert und unterwürfig der Intelligenz gegenüber zu sein, oder?

Während der nächsten vier Jahre wird man von der wissenschaftlichen Gemeinschaft viel hören darüber, wer über Klimapolitik diskutieren darf – und wer nicht. Aber falls meine klimawissenschaftlichen Freunde (ein paar habe ich tatsächlich) denken, dass nur sie den Klimawandel diskutieren können, dann folgen hier ein paar Spielregeln, an die auch sie sich zu halten haben.

Wenn man ein Klimawissenschaftler ist, darf man über Folgendes nicht diskutieren:

Steuerpolitik, weil man kein Buchhalter ist

Strafrecht, weil man kein Polizeibeamter ist

Einwanderungspolitik, weil man kein Rechtsanwalt ist

Infrastruktur-Politik, weil man kein Ingenieur ist

Politik zur Gesundheitsvorsorge, weil man kein Arzt ist

Wirtschaftspolitik, weil man kein Ökonom ist

Arbeitsplätze, weil man kein MBA* ist

Bildungspolitik, weil man kein Lehrer ist

Und an alle „Laien“ da draußen: reden Sie einfach darüber, wenn es sich ergibt!

[*MBA: Master of Business Administration, Akademischer Grad für Wirtschaft und Verwaltung. Anm. d. Übers.]

Falls Sie ein Bürger sind, sind sie interessiert an Klimawandel

Ich kann schon jetzt die Wissenschaftler gegen diese Denkweise protestieren hören: aber wir sind Bürger und haben das Recht, über alles zu diskutieren, das wir wollen!

Das ist der Punkt! Sie können das, und ich auch! Offensichtlich sollten wir auf Experten hören, wenn es um politische Entscheidungen (oder Rücknahme derselben) geht. Aber als Steuerzahler haben wir alle Interesse an Klimawandel. Wir zahlen dafür auf vielfältige Weise, von den Glühbirnen, die wir kaufen bis zu den Autos, mit dem wir an unsere Arbeitsstätten fahren. Unsere Stimmen unter der Prämisse, die Wissenschaft zu schützen, zu unterdrücken ist das aller-unwissenschaftlichste, was man tun kann.

Lassen wir also die Debatte beginnen.

Julie Kelly is a National Review Online contributor and food policy writer from Orland Park, Illinois. She’s also been published in the Wall Street Journal, Chicago Tribune, Forbes, and The Hill.

Link: http://thefederalist.com/2017/03/30/taxpayers-cant-talk-climate-change-policies-neither-can-scientists/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Ein Kommentar

  1. Ich stimme Frau Kelly zu, dass man auch als eigentlich Fachfremder über bestimmte Themen gewinnbringend mitdiskutieren kann. Besonders, wenn man sich mit dem Thema eingehend beschäftigt und es vor allem verstanden hat.
    Leider ist es in Deutschland so, dass Leute bei Themen mitreden und noch schlimmer, mitentscheiden, die sie nicht im geringsten kapieren und wo jeglicher Bezug zur Materie fehlt.
    Eine Bundesumweltministerin entscheidet über Energiefragen, deren Zusammenhänge sie nicht mal ansatzweise begriffen hat.
    Eine Expertenkomission, bestehend aus Bischöfen, Philosophen, Sozialwissenschaftlern und anderen Fachleuten lässt mal kurzerhand ein Herzstück unserer Energieversorgung, die Kernkraft, stilllegen und ist sich nicht einmal bewusst, dass man hiermit das angebliche Ziel der Verringerung der CO2-Emissionen konterkariert.
    Der einfußreichste Berater der Regierung, Herr Schellnhuber, läßt die Himalaya-Gletscher in 25 Jahren schmelzen.
    Der grüne Energieexperte Özdemir verwechselt Megawatt mit Megabyte und installierte Leistung mit effektiver Leistung (OK, bei BUND, Greenpeace und den Grünen kennt auch keiner den Unterschied).
    Greenpeace und BUND-Experten mit der Ausbildung Soziologe oder Theologe (abgebrochen) wollen alle Kohlekraftwerke sofort abschalten, da ja genügend Gigawatt „erneuerbare“ Leistung zur Verfügung stehen und finden bei der Margarine-Expertin Hendricks Gehör.
    Die neue Wirtschaftsministerin präsentiert eine Broschüre zur Erfolgsbilanz der Energiewende, in der man jeden einzelnen Punkt ohne Mühe widerlegen kann, wenn man nicht ideologisch verseucht ist und etwas Ahnung von energetischen Zusammenhängen hat.
    So zieht sich Unwissen, bzw. bei Leuten, die es eigentlich wissen könnten, ideologisch bedingtes Negieren von Naturgesetzen, durch die ganze Kaste der politischen Entscheidungsträger.
    Das wirklich Schlimme ist, dass von solchen Leuten bereits Kindergartenkinder bis aufs Mark durchideologisiert werden, in der Schule setzt sich das Ganze fort.
    Nichtwissen, z.B. bei der Gentechnik, wird durch einfaches Weglassen des Lernstoffs zu diesem Thema staatlich gefördert, ebenso bei der Kernenergietechnik. Das Einzige, was vermittelt wird, ist, dass diese Techniken des Teufels und ohne Diskussion abzulehnen sind.
    Fazit: In Deutschland ist Nichtwissen und deren Vermittlung Regierungsprogramm. Nur wer sich selbst informiert, ohne staatliche Bevormundung, kommt an die Quellen, die neutrale Informationen liefern, aus denen relevante Erkenntnisse gewonnen werden können. Und das können, wie oben gesagt, auch Menschen leisten, die nicht die entsprechende Fachausbildung haben, aber den Willen, die Wahrheit rauszufinden.

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