Klimamönche*, alternativ: die Klimaelite unserer Behörden

Bild: Blog-Informationstafel aus [1]

Helmut Kuntz
Mönche haben einen Arbeitgeber und sind angewiesen, sich streng an dessen Vorgaben zu halten. Nach den Mönchs-Regeln haben sie viel zu arbeiten, bekommen dafür auf Erden aber sehr wenig, denn der wahre Lohn kommt ja danach. Das deutsche Mindestlohngesetz mag inzwischen etwas daran verändert haben, aber dieses gilt nicht seit zweitausend Jahren. Vor allem jedoch hat jede Person mit dem Übertritt in eine solche mönchische Gemeinschaft seinen eigenen Verstand abzugeben und nur noch die Aufgabe, zu gehorchen.

Erklärend dazu aus den Mönchsregeln des heiligen Benedikt von Nursia [2]
a) Entsage dem eigenen Willen und ergreife die Waffen des Gehorsams …
b) Mönche leben im Kloster und dienen unter der Regel und dem Abt wie Soldaten.
c) Demut heißt, ohne Zögern zu gehorchen, sobald der Abt etwas befiehlt. Sie besteht darin, den eigenen Willen zu unterdrücken, alle bösen Gedanken und auch das Böse, das man im Verborgenen beging, dem Abt mitzuteilen.
… In Christus sind wir alle gleich und tragen die Last des Sklavendienstes.

Warum erzählt dies der Autor? Ein Artikel in „seiner“ Tageszeitung, einem Ableger der nordbayerischen Nachrichten, erinnerte ihn an diese früher streng geltenden Gehorsamspflichten gegenüber der (nicht nur mönchischen) Obrigkeit.

Ein selbstkritischer Blick auf das eigene Leben

… lautete die Überschrift, groß aufgemacht in der Zeitung. Darunter würde man nun eine den Leser berührende und inspirierende Geschichte erwarten. Doch die zweite Überschrift darunter erklärt, worum es geht: „ Herr … Mitarbeiter des … Landratsamtes, schreibt an einem CO2-Fastenblock mit“. Nicht zufällig, denn es handelt sich dabei um einen der vielen, überall in Deutschland bei den Kommunen angestellten Klimamanager*innen.
Der selbstkritische Blick auf das eigene Leben reduziert sich dann auf „ … gemeinsam mit 19 Klimaschutzmanagern und –beauftragten aus der Metropolregion wird er CO2-fasten. Über den Selbstversuch einer kritischen Betrachtung des eigenen Lebensstils schreiben sie in einem gemeinsamen Blog (www.co2fasten.wordpress.com) und teilen ihre Erfahrungen beim Einsparen des klimaschädlichen Gases …

Und diese Erfahrungen berühren dann auch wirklich die Tiefen des menschlichen Daseins, deren Zweck und Zweifel:
[1]… Es geht darum, dass ich geflogen bin. Nein, nicht selber…aber ich saß im Flugzeug. Es hat abgehoben und ist wieder gelandet. Todsünde! Naja, nicht im religiösen Sinne, rechtlich auch nicht. Schon, wenn man CO2-Fasten will. Das ist natürlich ein Dilemma. Mein Gewissen kann mir das nicht durchgehen lassen…und mein Gewissen ist hartnäckig.
Oder:
[1] Klimaschutzmanagerin Landkreis … ; mit dem „sauren Regen“ und dem „Waldsterben“ groß geworden. Werteverschiebung: Weniger ist der neue Luxus. … Und nun noch ein Blick auf meine persönliche CO2-Bilanz (im Original ist an der Stelle eine Grafik). Gar nicht soooo schlecht. Aber klar: Da geht noch was! Ansatzpunkte bieten die Ernährung und der Konsum. Bei den anderen Themen tue ich mich persönlich schwer ...

Das Ziel des „selbstkritischen Lebens“ erfüllt sich mit dem Einsparen von CO2 in allen denkbaren Variationen

Wer erwarten würde, dass diese Klima-Manager*innen irgend eine Reflexion, beziehungsweise Hintergrundwissen zu ihrem Aufgabengebiet entwickelt hätten, wird dann leider bitterst enttäuscht. Das alleinige Ziel des „selbstkritischen Lebens“ erfüllt sich mit dem Einsparen von CO2 in allen nur denkbaren Variationen. Man kann auch überspitzt sagen: Der Planet lässt sich mit drei Buchstaben und dazu einem Gewichtsziel ausreichend reflektieren. Das verbleibende Problem zur CO2-Erlösung aus der Klimasünde ist dann nur noch die „graue Energie“ von 0,73 Tonnen pa, die nicht mehr (so einfach) beeinflusst werden kann: „ … alles, was mit dem Abbau, der Produktion, dem Transport, dem Verkauf und der Entsorgung zu tun hat“. Und so schlimm ist das dann auch nicht: „ … Aber wenn jemand beim Fleisch hochwertige Produkte aus heimischer Erzeugung wählt, dann ist das gut“.

Dass CO2 lebensnotwendige Pflanzennahrung ist, scheint vollkommen unbekannt zu sein

Schon der Heilige Benedikt wusste, dass Berührung mit Wissen seinen Mönchen nur schadet:
[2] Das Kloster soll so angelegt sein, dass sich alles Nötige innerhalb des Klosters befindet … Draußen herumzulaufen ist für die Seele der Mönche nicht gut.

Daran muss man beim Durchlesen des Artikels und des co2fasten-Blogs denken. Die Welt ist doch so einfach, wenn man städtischer Angestellter*in ist, weil man den Satz „CO2 = Klimagift“ gelernt hat. Mehr Wissen kann für das Seelenheil nur schädlich sein.
Kein Import-Export mehr (am liebsten reine Selbstversorgung. Die Bauern in Afrika sollen ihr Zeug gefälligst selber essen, wieso benötigen Afrika oder sonstige Länder überhaupt Exporteinnahmen). Von allem weniger (so lange es nicht wirklich weh tut). Dass alle Grünpflanzen seit Jahrtausenden am untersten CO2-Ernährunglimit vegetieren, ist völlig unbekannt, Probleme des EEG oder die grandiosen, alleine das heutige Leben möglich machenden Ernteerfolge des sich seit einer Kältezeit langsam erwärmenden Klimas sowieso.

Leicht entwickeln sich bei so viel Unw…heit notorische Selbstzweifel am eigenen Verhalten, Blogeintrag: [1] Mutter von zwei Kindern, Eigentümerin von fünf Fahrrädern und einem Auto, wohnhaft in einer viel zu großen, aber günstigen 3 Zimmer-Mietswohnung …“.
Wer solchem, nach eigenem Bekunden „klimazerstörenden“ Luxus frönt, vergisst eher zu hinterfragen, warum es einen Al Gore überhaupt nicht stört, „standesgemäß“ in einer seiner monströsen Villen (
Nashville, Virginia, Penthouse im St.-Regis-Hotel in San Francisco) mit zum Beispiel 5 Schlafzimmern und 9 Badezimmern zu wohnen [4], mit Privatjets herumzufliegen und nebenbei viel Geld zu verdienen, wobei vor allem die Quelle des (hohen) Verdienstes durch die „Investmentfirma“ (Partizipierung an Klimawandel-Anlagen) mehr als ein „Gschmäckle“ hinterlässt und mit Glück wenig zu tun hat:
Al Gore: [3] … Was mich betrifft: Seit ich die Bühne der Politik – unfreiwillig – verlassen habe, habe ich das Glück gehabt, einigermaßen erfolgreich zu sein mit meinen zwei Unternehmen, einer Investmentmanagement Firma in London und einem Fernsehsender in San Francisco. Ich bin Berater bei Google und im Vorstand von Apple.

Wir müssen insgesamt in der Lage sein, den Politikern, die wirklich nachhaltig denken und vorgehen wollen, zu glauben [5]

Wenn man sich diese „freigeistige“ Aktion in Verbindung mit Aussagen unserer angeblichen „Intelligenz“ [5] und der evangelischen Kirche betrachtet: Ist Ihre Bank ein Klimakiller? Dann soll sie durch Klimafasten bestraft werden…,
erkennt man, wie umfassend die (vom Staat gewollte) ökokirchliche Gehirnwäsche in Deutschland Wirkung zeigt. Auch die Lokalredakteurin zeigt als Interviewerin – wohl mangels jeglichem Hintergrundwissen und Obrigkeitszweifel – keine Distanz dazu.

Nachdem das Fliegen in diesen ökogläubigen Kreisen – vom Umweltbundesamt bestätigt [6] – als eines der schlimmsten Klimaübel gesehen wird, hat die Ökokirche an reumütigen Sündern keinen Mangel. Denn ausgerechnet die Wähler der GRÜNEN sollen am meisten fliegen, wie eine Studie [6] herausbekam. Es würde deshalb nicht wundern, wenn – wie im Mittelalter – das Ökofasten bald von Berlin vorgeschrieben wird. Für die weniger betuchten wird es über die Energiepreissteigerungen sowieso kommen.

*Selbstverständlich sind mit dem Artikel des Autors alle von der UN gelisteten Geschlechter gleichermaßen gemeint, obwohl die Redakteurin selbst im Artikel nur die männliche Form anspricht.

Quellen

[1] Blog: www.co2fasten.wordpress.com

[2] Die Welfen und das Kloster Weingarten im Mittelalter Vertiefungspunkte im Unterricht Arbeitskreis für Landeskunde/Landesgeschichte RP Tübingen: LEBEN IM KLOSTER. Aus der Mönchsregel des heiligen Benedikt von Nursia, nach 500

[3] Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010: I want you for Umweltschutz!

[4] Los Angeles Times: Al Gore, Tipper Gore snap up Montecito-area villa
http://www.latimes.com/home/la-hm-hotprop-gore-20100428-story.html

[5] EIKE 08.03.2017: In einer Zeit, die immer mehr von Unsicherheit und Ängsten geprägt ist, macht Klimaschutz Mut

[6] SPIEGEL ONLINE, 12.11.2014: Reiseverhalten von Grünen-Wählern Bahn predigen, Business fliegen

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4 Kommentare

  1. Scheinbar kennt der Autor sich mit Klima-Politik aus, aber nicht mit der Problematik der KLIMA-RELIGION.
    In diesem Artikel vermisse ich ein Wort, eine Art von Institution, nämlich die Bezeichnung NGO !

    Warum?
    In früheren Zeiten wurden die Römisch-katholische Religion im Bewusstsein der Menschen gehalten durch die Präsenz von ORDEN. Oft hatten die Orden mehr Einfluss in manchen Regionen als die katholische Kirche selbst, denn Orden hatten eigene Zentralen, die im Stande waren selbstständig etwas auf die Beine zu stellen, ohne die Erlaubnis der Römischen Zentralgewalt. Und so kam es oft zu Streit zwischen der Machtzentrale und ‚regionalen‘ Machtzentren. Mit der Zeit bürgerte sich ein ,dass die Mitglieder eines Ordens, Mönche und Nonnen, auch ein Gelöbnis auf den Papst ablegen mussten. Keuschheit, Armut und Gehorsam; das letztere auch auf den Papst, nicht nur auf die Ordensgemeinschaft.

    Im heutigen ökologisch orientierten Zeitalter gab es auch NGOs, also grün-sozialistische Orden, die unabhängig agierten. Greenpeace, Robin Wood,… haben zuerst auf eigene Faust Unternehmungen angestellt. Heute geht die Initiative von der Zentrale in New-York aus, der UNO, mittlerweile eine grün-sozialistische Zentrale, DIE UNO IST DER ÖKOLOGISCHE VATIKAN. Somit sind „Klimaschützer“ nichts anderes als Ordensmitglieder irgendeiner NGO, die sich aber mittlerweile dem Gehorsam des öko-Vatikans UNO unterordnen, oft freiwillig ohne es zu merken.
    Denn wenn man heute einen Klimaschützer fragt, ob er das tut, was der UN-Weltklimarat empfiehlt (befiehlt?), dann wird dieser mit Ja antworten, wenn er überhaupt weiss, was IPCC und anderes überhaupt bedeutet. Mir ist es schon passiert, dass ‚Klimainteressierte‘ nicht mals wussten, an was und an wen sie genau glaubten –> die perfekte Religion: man gehorcht ohne zu denken („Selig sind die, die nicht sehen, und doch glauben“).

    In der Geschichte des Christentums entfernten sich Orden oft sehr weit von christlichen Idealen, und bei den NGOs der Klimareligion ist es genau so: Klimaschützer sind keine Umweltschützer, sondern öko-Pharisäer, was dieser Beitrag von Chris Frey gut schildert. Fastenzeit ist Pharisäer-Zeit.

    Ergänzend zu diesem Beitrag hier sollte man sich einen Eike-Artikel von 2013 merken, der das Thema NGO beleuchtete:
    http://tinyurl.com/n3pzkrr

     

  2. Bin froh, dass ich aus der ev. Kirche ausgetreten bin.
    Bin nicht wegen des Klima-Irrsinns aus diesem Verein ausgetreten;
    aber im Nachhinein ist das für mich noch ein Grund mehr, sich nicht der ev. Kirche zugehörig
    zu fühlen.

  3. Durch die verstärkte Gehirntätigkeit beim Nachdenken entsteht durch erhöhten Stoffwechsel bekanntlich mehr CO2.
    Wenigstens darüber müssen sich die CO2-Faster keine Sorgen machen, da bei ihnen Nachdenken nicht auf dem Programm steht. Nachdenken wird durch Nachbeten der Gebote der Klimareligion ersetzt, was keinerlei eigene Denkleistung erfordert und somit wunschgemäß nicht zu einer Erhöhung des CO2-Ausstosses führt.
    Ziel erreicht!

  4. Wirklich nachhaltig ist nur die Dummheit, denn die wächst ständig nach.

    Carsten

    Linksstaat schlägt Rechtsstaat

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