Die Realität schlägt zurück: „Grüne“ Träumer kämpfen um Süd-Australiens gescheitertes Experiment mit Windenergie.

AEMO Netzbetreiber; Ausfallbericht der Landesversorgung SA

Andreas Demmig
Untergegangen durch den Wahlkampf des amerikanischen Präsidenten, sind Nachrichten von der anderen Seite unseres Planeten. Südaustralien wird durch die dortige Labor Party regiert, die sich sehr ehrgeizigen Ausbauzielen für Erneuerbare Energien verschrieben hat. In den letzten Monaten erlebte das Land mehrere Stromausfälle, die den Unmut der Bewohner gegen EE schürten. Hier ein zusammenfassender Beitrag aus mehreren Quellen und Berichten.

Die Überschrift und die Haupttexte sind von Stopthesethings, soweit nicht andere Quellen im Text verlinkt sind.

Post von stt: Es ist knapp 5 Monate her, seit Südaustralien am 28. September einen landesweiten Stromausfall erlebt hat, als ein typisch kräftiger Frühlingssturm Windgeschwindigkeiten von über 90 km/h lieferte, was dazu führte, dass die Mehrheit der Windanlagen in 18 Windparks automatisch abschalteten, um Selbstzerstörung zu vermeiden.

Der schlagartige Ausfall der Windenergie überlastete die Netzverbindung mit [dem Nachbarland] Victoria, die automatisch unterbrochen wurde. Und danach hat Südaustralien erlitten, was heute als „Blackout System“ bekannt ist (siehe stt Post hier ).

Australiens Energy Council [Vereinigung der Energieversorger] stellte im vergangenen Jahr fest, dass die zunehmende Nutzung von Solar- und Windenergie im Staat „nicht nur zu einer Reihe technischer Herausforderungen geführt hat“, sondern auch zu einer erhöhten Volatilität der Großhandelspreise, da der Staat seine Versorgung von planbarer Energieversorgung auf intermittierende Erzeugung umstellte. “

AEMO,  Karte der Australische Bundesstaaten, hier betroffen: Südaustralien

Nach ABC-News haben rund 25 Prozent der Häuser in Süd-Australien derzeit Photovoltaik Panels installiert und der Bundesstaat erhält 41 Prozent seiner Energie aus Wind, Solar und anderen grünen Quellen. Nach öffentlichen Verlautbarungen verursachten Schwankungen in der Versorgung mit Windenergie einen Ausfall, der im September 2016 rund 1,7 Millionen Menschen in Südaustralien betraf.

ABC-News meldete, das ein größeres Gebiet in Süd-Australien am 28. September 2016 völlig ohne Energie war, als der Sturm Leitungsmasten umknickte.

Das löste eine Kettenreaktion aus, die neun Windparks aus dem Stromnetz warf und letztendlich auch die Netzverbindung zum Bundesstaates Victoria, zur Backup-Stromversorgung abschaltete – Der Stromausfall war nach etwa 26 Stunden behoben.

Mit dem Andauern der Reparaturen, hat der staatliche Netzwerkbetreiber ElectraNet gewarnt, das aktuelle Risiko für die Systemsicherheit ist nicht das Wetter, sondern der erwartete massive Ausbau von Photovoltaik und Batterien. Die größte Anfälligkeit für ein weiteres Blackout-Ereignis besteht an Tagen der „Minimalanforderung“ – wenn die Leute die geringste Menge an Energie nutzen und alles davon von Photovoltaik [wegen Einspeisevorrang] gedeckt wird.

Der Vorstandsvorsitzende Matthew Warren, Australian Energy Council, warnte auf ABC News, vor den geplanten Ausbauzielen Südaustraliens, das bis 2025 bereits 50 % aus Erneuerbaren, 100% so bald wie möglich haben will. „Während das interessant ist, stellt uns das vor eine große technische Herausforderung, wie wir die Stromversorgung stabil halten können.“

 

ABC-News: Südaustraliens Wetter: Der landesweite Energieverlust wirft „ernsthafte Fragen auf“, sagt der Energieminister Josh Frydenberg

Auch Herr Frydenberg warf Fragen bezüglich der Stabilität des Systems auf, nicht der Versorgung von 41% aus Erneuerbaren wegen [keine Sonne, kein Wind – kein Strom] –  sondern wegen der Einspeisung von Energien mit instabilen Frequenzen, die auf zu geringe Grundversorgung [Stabilität] durch Kohle und Gaskraftwerke trifft.

„So werden Fragen bezüglich der Nützlichkeit der zunehmenden Menge an erneuerbaren Energien erhoben, aber es muss unterstrichen werden, dass es ein Wetterereignis war, das zu diesem Auftreten geführt hat.“

Der Südaustralische Senator Nick Xenophon beschrieb den Vorfall als beispiellos.

„Das ist eine Schande. Aber wie konnte das passieren? Wie kann ein ganzes [Bundes-]Land einen Stromausfall erleiden? Ich unterstütze erneuerbare Energien, ich unterstütze das Erneuerbare-Energien-Ziel, aber wie Sie es erreichen wollen und wie Sie eine vernünftige Treibhausgas-Reduktionspolitik betreiben, das ist zu hinterfragen. Es war von Ihnen nicht vernünftig, es war rücksichtslos – wir haben uns zu sehr auf den Wind verlassen, als Grundlage für erneuerbare Energien, anstatt auf die Grundversorgung durch Gas, das ist ein fossiler Brennstoff, aber es ist 50 Prozent sauberer als Kohle und ein guter Übergangstreibstoff .

 

ABC-News: Die Energie kehrt heute allmählich für Teile von Südaustralien zurück, aber ein Großteil des Bundesstaates wird nach einem landesweiten Blackout in der Dunkelheit verbleiben.

Die Rettungsdienste haben spät am gleichen Tag angekündigt, das die Energie über Nacht wieder hergestellt werden wird, Großstädte werden bevorzugt. Im Norden werden die Menschen wahrscheinlich erheblich länger als der Rest des Landes ohne Strom sein. Über Todesfälle oder schwere Verletzungen wurde nichts bekannt. Die Metro in Adelaide wird voraussichtlich ab Donnerstag morgens den Betrieb wieder aufnehmen. Schulen versuchen die Kinder zu unterrichten, da aber einige noch länger ohne Strom sind, wird die Betreuung der Kinder unterschiedlich sein.

Hier der offizielle Bericht von Australiens Energy Market Operator, Ausfallbericht.pdf

Quelle: AEMO Bericht, Energielieferung vor dem Blackout

  • Vereinfachte Kurzfassung: Blitzeinschlag in drei Verteilstationen, Ausfall der gesamten Windenergie, Überlast der noch funktionierenden Verbindungen konventioneller Kraftwerke, Die Verbindung aus dem Nachbarland Victoria wurde auch überlastet und schaltete ab.

 

Quelle AEMO, Grafik übernommen von STT, obere Teilkopie: Übersichtskarte, geknickter Strommast, Ereignisstufen zum Blackout

Quelle AEMO, Grafik übernommen von STT, untere Teilkopie; Energiequellen vor dem Blackout und Zielsetzung alternativer Energieanteile, Energiefluß nach Südaustralien am Heywood Netzknoten

Mit einer Reihe von weiteren(!) Blackouts am 27. Dezember, für 46 Stunden und am 8. Februar 2017 für 45 min (STT Post und engl.Wiki), nach einem Lastabwurf während einer Hitzewelle. Wenn die Windkraftleistung jetzt noch einmal absinkt (STT Post hier ), ist Humor in Südaustralien eine seltene und geschätzte Ware.

Gleichzeitig mit der Wut der Südaustralier über die Preisgestaltung der Energie und der Versorgungskatastrophen, ist die Schlacht entbrannt, dass der Glauben an den Windkult unter ihren Brüdern abnimmt. Die einst scharfen und leichtgläubigen Medien, haben sich mit Rachegedanken der subventionierten Windenergie und den Zielmargen für erneuerbare Energien zugewandt.

Briefe an die Redakteure der australischen Zeitungen und die Online-Kommentare zu energiebezogenen Artikeln werden nun von Leuten dominiert, die auf die unausweichliche Tatsache gestoßen sind, dass die Windkraft nur in verrückten, zufälligen Intervallen liefern kann und aus diesem Grund auch eine bedeutungslose Stromquelle ist.

Die sich selbst immer mehr vormachenden Anhänger der Windenergie, sitzen mit gekreuzten Beinen und singen zu Ehren der Windgötter und murmeln Mantras über mysthische riesige Batterien, die bald ihre himmlischen Meister retten werden.

Dazu passt ein Bericht im Daily Caller vom 12.März, nach dem Elon Musk versprach, die Energiekrise von Südaustralien innerhalb von 100 Tagen zu beheben.

Im verlinkten Bericht von Reuters erklärt der CEO von Tesla, er könne das Stromnetz des Landes innerhalb von 3 Monaten aktualisieren, um zukünftige Energie-Blackouts zu verhindern. Musk sagte auch, dass, wenn er den Batteriespeicher im Wert von $ 25.000.000 nicht innerhalb der Frist installieren kann, er die ganze Arbeit kostenlos machen wird. Das Angebot bezieht sich auf die Installation von 100 MWh Batteriepufferung, was sich bei 250 $ je kWh auf o.g. 25 Mio $ hochrechnet.

[1 AUD rd. 0,7 EUR; rd. 0,76 US-$, Quelle finanzen.net]

„Ich habe gerade mit dem Premier Jay Weatherill von Südaustralien gesprochen. Ich bin sehr beeindruckt. Die Regierung ist eindeutig zu einer klugen, schnellen Lösung verpflichtet „, schrieb Musk auf Twitter und verweist auf sein Gespräch mit dem Premierminister, der das Gespräch als „positiv“ bezeichnete.

Wieder STT: Interessant ist, ist, wie schnell die australische Bevölkerung geweckt wurde und die Windenergie als Betrug erkannt hat. [Na ja, so schnell m.e. auch nicht und es muss wie immer erst Ernsthaftes passieren, bevor die Leute aufwachen; der Übersetzer]. Und wie wütend sie sind, weil sie zum Narren gehalten worden sind: Niemand mag als Dummkopf aufwachen.

Dennoch versucht eine schwindende Bande von wahnsinnigen Windverehrern, den Glauben zu erhalten. Da aber immer mehr vernünftige und einsichtige Werktätige erkannt haben, das es Unsinn ist, sich auf die Energie des Wetters zu verlassen, vertieft sich die Einsicht in die Täuschung des Windkultes, da dieser nun letztendlich mit der Wirklichkeit konfrontiert wurde.

Die erneuerbare Energiepolitik von Jay Weatherill, dem Staatsminister von Südaustralien, hat sich in der modernen Ära als größter politischer Scherz erwiesen.

  • Es ist nicht die „Umwandlung der Wirtschaft“ – Südaustralien sitzt nun am Ende der ökonomischen Leistungstabelle in diesem Land.
  • Es ist nicht die „Schaffung von Arbeitsplätzen“: Südaustralien hat die höchste Arbeitslosenquote im Land.
  • Es ist nicht „Investition antreibend“: Große und kleine Unternehmen überdenken ihre Verpflichtungen gegenüber dem Staat und viele haben bereits von der Expansion zurückgezogen. Und das sagt nichts aus über die Unternehmen, die sich überlegen, nicht in diesem Land zu investieren.

Südaustraliens Minister für Wasser und Klimawandel [vereinfacht aber korrekt, der Übersetzer] Ian Hunter krähte letztes Jahr, dass „Südaustralien stolz auf seine Rolle als ein lebendes Labor ist, das den Weg zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft anführt“. Das lässt die Leute von Südaustralien im Dunkeln wie Laborratten herumirren, während die Männer in den weißen Kitteln ihren Stolz zu einem gescheiterten Experiment ausdrücken.

Worauf sind sie stolz? Dass die Lichter in den Häusern in diesem Bundesstaat ausgehen? Stolz, dass sie keine billige, zuverlässige und sichere Energie für Unternehmen, garantieren können? Südaustralien verwandelt sich in ein Armenhaus aufgrund der veränderten Wirtschaftspolitik von Weatherill. In den letzten 10 Jahren sind die Strompreise in Südaustralien um 106% gestiegen.

Im Dezember gingen die Lichter wieder aus, die Antwort von Südaustraliens Finanzminister an die Wirtschaft war plump: Bauen Sie sich Ihr eigenes Back-up Kraftwerk.

Inzwischen gibt es eine stark gestiegene Nachfrage nach Notstromaggregaten, auch bei privaten Haushalten.

Nach den letzten Stromausfällen nun im Februar, meinte nun sogar der Staatsminister Weatherill, das mehr Grundlastkraftwerke notwendig wären. Das zeigt die Nervosität während der Stromausfälle, als in Adelaides schwelender Hitze der Wind auf 2,5 Prozent der installierten Nennlast sank. In anderen australischen Bundesstaaten, gibt es vorsichtigen Rückzug der Labor Party von den anspruchsvollen Ausbauplänen der Erneuerbaren. Schuld wären die Marktstrukturen: Es sind zu viel Grundlastkraftwerke abgeschaltet worden.

Zusammengestellt und übersetzt von Andreas Demmig

https://stopthesethings.com/2017/03/03/reality-bites-green-dreamers-struggling-to-spin-away-south-australias-failed-wind-power-experiment/

 

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15 Kommentare

  1. Hallo Herr Becker,

    danke, da haben Sie sich viel Mühe gemacht, alles weitere zusammen zu tragen.

    Dann wissen wir nun, das The Australian die Unwetter nicht so dramatisch einschätzt wie The Guardian(Hauptsitz des Mediums ist UK).

    Bei The Guardian bin ich naturgemäß sehr vorsichtig mit meiner Bewertung, The Guardian ist als stramm AGW und EE gläubig bekannt.

    Umgekehrt trifft das sicherlich auch auf STT zu.

    Gruß zum Abend

  2. Das Problem in SA besteht darin, dass zu wenig Grundlastkraftwerke übrig gelassen wurden, die die Versorgung übernehmen konnten / können. Wenn dann auch einige Netz-Knotenpunkte ausfallen (damit muss man rechnen) reicht es eben nicht mehr.

     Die Argumentation: .

     Dass WKAs bei extremen Sturm abschalten, weiß man mindestens einen Tag vorher, wenn die Lastmanagment-Experten bei klarem Verstand sind, und kann entsprechend vorher reagieren (Reservekraftwerke schon mal in Bereitschaftszustand hochfahren oder Großverbraucher, mit entsprechender vertraglicher Regelung, für die Abschaltung vorwarnen“.

    … empfinde ich als großen Blödsinn...wenn die .. experten bei klarem Verstand sind…“  bauen sie überhaupt keine Windanlagen, die sich zu ungünstigen und nicht vorhersehbaren Zeitpunkten ein- (Netzvorrang) oder ausschalten (Flaute oder Starkwind).  Denn – wofür soll das Ganze dann gut sein, wenn die benötigten konventionellen Kraftwerke ständig „auf der Lauer sein müssen“.

    CO2 wird nicht gespart, Power-to Gas wird verrückt  teuer – denn die Windmüller geben den Strom nicht kostenlos ab, um daraus Gas zu machen – und der Umwandlungsprozess kostet auch noch zusätzlich Geld.

    Und dann die geplanten 100 MW Batterien – erstens müssen die „nebenbei“ geladen werden und geladen gehalten werden, und zweitens: wie lange reicht der gespeicherte Strom bei Ausfall von Wind und Solar – und natürlich muss auch mit dem Ausfall eines konventionellen Kraftwerkes gerechnet werden (das Kraftwerk selbst oder die Netzverbindung)?

     

    Insofern schlägt die Realität zu, denn eine auch unter öfter vorkommenden Wetterverhältnissen zuverlässige Energieversorgung gab es vorher mal.

    • Herr Demmig,

      „Das Problem in SA besteht darin, dass zu wenig Grundlastkraftwerke übrig gelassen wurden, die die Versorgung übernehmen konnten / können.“

      Da stimme ich mit Ihnen ja völlig überein. Auch bei der Planung müssen Menschen mit Verstand das Ganze machen. Auch in Australien wird man aber wissen, dass der Wind nicht immer bläst, die Sonne nicht immer scheint und auch mal ein Netz ausfallen kann, ab und zu auch alles zusammen.
      Aber im Fall des Blackouts vom 28. September 2016 war es ein Wetterereignis, das man so nicht vorausplanen konnte. Man hätte in jedes Gebäude in Südaustralien ein eigenes Gas-BHKW mit entsprechend großem Gastank einbauen können, dann wäre nichts passiert, aber eine solche Lösung wäre auch unbezahlbar.
      Warum hatte man die Strommasten im Münsterland nicht gleich mit richtig gutem Baustahl konstruiert oder eben die Stahlträgerdicken entsprechend vergrößert, so dass die Masten auch bei dem Blitzeis/Schneesturm im November 2005 nicht umgeknickt wären?

      Soweit ich das bis jetzt gelesen habe, gab es im September 2016 in Australien bei dem extremen Unwetter u.a. 23 umgeknickte Strommasten, drei ausgefallene Umspannstationen (Blitzeinschlag) sowie drei ausgefallene große Hoch- oder Höchstspannungsleitungen (Bodenberührung) von vier vorhandenen. Wenn man die Zahl dieser Schadensfälle auf die Einwohnerzahl der Bundesrepublik hochrechnen würde, dann käme man auf enorme Schäden.

      Was ich bis jetzt noch mitbekommen habe: Das Unwetter zog vom Südosten Südaustraliens nach Norden und demolierte auf seinem Zug alle mögliche Strom-Infrastruktur bis eben das Land ganz Dunkel war.

      „bauen sie überhaupt keine Windanlagen, die sich zu ungünstigen und nicht vorhersehbaren Zeitpunkten ein- (Netzvorrang) oder ausschalten (Flaute oder Starkwind).  Denn – wofür soll das Ganze dann gut sein, wenn die benötigten konventionellen Kraftwerke ständig „auf der Lauer sein müssen“. „

      Auch AKWs und Kohlekraftwerke brauchen ständig Kraftwerksleistung in Rerserve, falls mal eines oder auch mehr, eventuell zusammen mit einer Leitung, plötzlich ausfallen.

      „CO2 wird nicht gespart“

      Es wird aber Energie gespart, wenn z.B. ein Mittel(!)lastkraftwerk, also ein bzw. mehrere Steinkohlekraftwerke, „nur“ in Bereitschaft gehalten werden müssen und nicht volle Pulle Kohle verfeuern. An das CO2-Märchen glaube ich seit zehn Jahren nicht mehr.

      „Power-to Gas wird verrückt  teuer – denn die Windmüller geben den Strom nicht kostenlos ab, um daraus Gas zu machen“

      Der Großhandelspreis an der Strombörse ist seit Jahren sehr günstig – ich glaube meistens so um die 4-5 Ct pro kWh. Dazu kommen die Befreiungen von der EEG-Umlage und andere Vorteile für Stromgroßverbraucher. Ich halte Power-to-Gas für eine Möglichkeit für den mittel- bis langfristigen Einsatz. Wesentlich billiger, einfacher und schneller umsetzbar ist Power-to-Heat (s. ein Projekt in Münster). Unser Land muss insgesamt Energie sparen, nicht nur Kohle oder Uran oder Diesel. Im übrigen ist die EEG-Umlage zu hoch nach Veröffentlichungen des Bundes der Energieverbraucher zu schließen.

      • Sehr geehrter Herr Becker,

        ja, die Schäden an der Versorgungs-Infrastruktur waren sicher erheblich – so viel Schäden wie Sie aufführen, fand ich nicht, habe auch nicht länger geforscht. Trotzdem bleibt der Nachgeschmack: Früher gab es das viel seltener. Überlegen Sie mal: Dreimal in einem halben Jahr.

        Falls tatsächlich Power-to-Gas Anlagen intermittierend gefahren werden können (weis ich nicht?), dann bezahlt den Rest – zum Geld was der Windmüller bekommt , und dann auch noch Netz, und.. und..MWST ) wieder der Verbraucher.

        Immerhin ist das wohl ein Vorgeschmack was uns in Deutschland noch erwartet.

         

        • Herr Demmig,

          hier ist ein bischen von den Schäden aufgelistet:

          South Australia’s blackout explained (and no, renewables aren’t to blame)
          Michael Slezak, Thursday 29 September 2016
          One of the worst storms to hit South Australia in 50 years knocked out 22 high-voltage power pylons. The lines on those pylons carry electricity generated near Port Augusta to the rest of the state.
          https://www.theguardian.com/australia-news/2016/sep/29/south-australia-blackout-explained-renewables-not-to-blame

          South Australia belted by second storm in 24 hours with winds of up to 140km/h
          Australian Associated Press, Thursday 29 September 2016 10.51 BST
          The premier, Jay Weatherill, described the storm as “catastrophic” and said it had involved weather events not seen before in South Australia, “such as twin tornadoes, which ripped through the northern parts of our state”.(…) At the height of the drama on Wednesday, super cell storms with destructive winds and tornadoes ripped more than 20 transmission towers in South Australia’s north out of the ground, bringing down three major transmission lines. Lightning also damaged energy infrastructure, with 80,000 strikes hitting the state over a short period.
          https://www.theguardian.com/australia-news/2016/sep/29/south-australia-on-alert-again-as-adelaide-braces-for-strongest-storm-on-record

          Zu den Windgeschwindigkeiten muss man noch hinzufügen, dass dies nur die Windgeschwindigkeiten sind, die bei Wettermessstationen oder eventuell auch bei einzelnen Gebäuden (Jalousien-Schutz) gemessen worden sind. Wahrscheinlich gab es aber noch deutlich höhere Windgeschwindigkeiten als die angegebenen 140km/h, weil ich denke dass die allermeisten Strommasten eine solche Windgeschwindigkeit ausgehalten hätten (Sicherheitszahl/Sicherheitsfaktor im Maschinenbau). Es könnten auch sogenannte Downbursts aufgetreten sein, die in ihrer Wirkung an Tornados heranreichen (Geschw.: >= 200km/h).

          SA weather: State-wide power loss raises ’serious questions‘, Josh Frydenberg says
          By political reporters Matthew Doran and Alexandra Beech, Updated September 28, 2016 23:58:06
          „We do know that there’s been a lightning strike at a power station and the combination of these events and, indeed, other events has led to a frequency surge, an electricity surge, across the interconnector which then forced it to shut down as a matter of safety and to protect people and to protect the equipment.“
          „http://www.abc.net.au/news/2016-09-28/sa-weather-serious-questions-must-be-answered-frydenberg-says/7886262

    • Wieder was vergessen:

      Australien könnte zugegebenermaßen noch sehr lange auf Windkraft verzichten, weil es noch sehr große Braun- und auch Steinkohlevorkommen hat (s. BP Statistical Review 2016). Vor allem würde der Kohleeinsatz auch billiger sein (alles Tagebau?).

      Sowohl Braunkohle- als auch die Steinkohlevorkommen dort haben die gleiche Größenordnung wie unsere Braunkohlevorkommen. Der wesentlich Vorteil von Australien gegenüber uns ist, dass das Land noch riesige Flächen zur Verfügung hat bzw. sehr dünn besiedelt ist (3 EW/qkm). Deswegen muss Australien im Grunde keine Rücksicht auf den Flächenverbrauch beim Kohleabbau nehmen, vermutlich auch nicht hinsichtlich von Ewigkeitskosten so wie bei uns.

  3. Dieser Artikel ist äußerst unredlich, weil er Schäden an der Strominfrastruktur, hervorgerufen durch extremes Wetter, den erneuerbaren Energien anlastet.

    Ein solches Szenario hätte in Südaustralien ganz genauso aussehen können, wenn es keinerlei Erneuerbare Energien gegeben hätte. Dass WKAs bei extremen Sturm abschalten, weiß man mindestens einen Tag vorher, wenn die Lastmanagment-Experten bei klarem Verstand sind, und kann entsprechend vorher reagieren (Reserverkraftwerke schon mal in Bereitschaftszustand hochfahren oder Großverbraucher, mit entsprechender vertraglicher Regelung, für die Abschaltung vorwarnen).

    Ich werde das Thema Blackouts in Australien und die Erneuerbaren Energien in den nächsten Tagen noch genauer analysieren. Nur soviel schon jetzt: Wenn in Deutschland, aus welchen Gründen auch immer, drei große Nord-Süd-Verbindungen innerhalb von Minuten ausfallen würden, dann wäre bei uns auch ganz schön der Teufel los.

    Bei uns reicht schon die Passierung eines lange angekündigten Kreuzfahrtschiffes unter einer Hoch- oder Höchstspannungsleitung um in halb Europa die Lichter ausgehen zu lassen. Soviel zum Thema bessere Energieexperten und -Techniker in Europa als in Australien.

    • Richtig, man braucht nur ein zweites, stabiles Bedarfsstrom-Kraftwerksystem zu unterhalten, um das Problem der Zufallsstromerzeugung zu lösen. Koste es, was es wolle, mit Energie und Ressourcen darf man da nicht knausern.

      Ist wie mit dem Elektro-Auto. Will man jederzeit von A nach B kommen, sollte man sich ein zuverlässigeres Fahrzeug in Reserve halten.

    • Dem ist nichts hin zu zufügen. Hier soll lediglich von der schlampigen Wartung der Energieübertragungsanlagen abgelenkt werden. Allein schon die Zeitdauer, 6 Sekunden, ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Netzsynchronisation nicht mehr verhanden war und nicht die Abschaltung der WKA durch Überschreitung der Windgeschwindigkeit. Luftmasen, die sich mit 25 m/s bewegen, legen in 6 Sekunden etwa 150 Meter zurück. 315 MW dürften etwa 100 WKAs sein, die örtlich auch noch weit verteilt sind. Das innerhalb von 6 Sekunden an allen dieser Anlagen eine Abschaltung aufgrund von Windgeschwindigkeitsüberschreitung erfolgte, ist was für Träumer und Fantasten. Auch mit ausschließlich konventioneller Energieversorgung wäre es zum Blackout gekommen, nur hätte das hier niemanden interessiert.

      We are not here to debate the wind industry, we’re here to DESTROY IT!

      Leitspruch stt

      Was soll man mit diesem Leitspruch auch erwarten.

       

    •  
      Dass es sicherlich verschiedene Szenarien gibt, die für einen Blackout sorgen können, stellt keiner in Abrede.
      Hier geht es um die Risiken des Zappel-Teuer-Stromes, die Sie nicht wegdiskutieren können. Zu erkennen an der massiven Zunahme der Redispatch‑Maßnahmen.
      Die Super‑Schlauen kommen schon ohne Grundlast/Reservekraftwerke aus.
      Aber am Ende haben Sie Recht. Die Lösung ist die richtige Zuteilung der Energie.
      Abschalten ist ja kein Blackout.
       

  4. Wie viele Blackouts muss es in Deutschland geben, damit ein Umdenken stattfindet, insbesondere, weil gerade auf allen Indoktrinationskanälen die Klimasau wieder durchs Dorf getrieben wird? Ich meine, vor dem 5. Blackout, der sowieso den „schmutzigen Kohlekraftwerken“ in die Schuhe geschoben wird, wird sich eher wenig tun.

    Meine Gefühle schwanken irgendwo zwischen Sorge, Wut, Schadenfreude und Traurigkeit, weil ich nichts tun kann, in diesem Land der Vernunft wieder zu Gewicht zu verhelfen. Vielleicht kann man wirklich nicht mehr tun, als abzuwarten, bis der Schaden so groß ist, dass die Deutschen selber merken, was ihnen angetan wird.

    • Das hat selbst zwischen Februar 1943 und dem 8. Mai 1945 in Deutschland nicht funktioniert. Was sind denn schon Blackouts gegen die totale Zertrümmerung der Städte? Was ist ein Bankräuber in Relation zum Gründer einer Bank oder Windmühlenproduktionsfirma?

      Bankräuber wandern in den Knast, Bankenchefs kassieren Boni, auch wenn die Bank scheitert.

    • Umdenken? – Nicht umgedacht haben bekanntlich in Deutschland u. a. Hitler und Genossen, Honecker und Genossen, Merkel und Genossen. (Außer Gorbatschow fällt mir überhaupt kein Politiker ein, der jemals „umgedacht“ hätte.) – Man muss Sie daher  entfernen (möglichst nicht nach der Methode Brutus, sondern mit dem Ruhestand) und (durch einem nächsten Trottel) „ersetzen“!

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