ATOMWISSEN OHNE RISIKO? NICHT BEI HARALD LESCH!

Harald Lesch im Video "Atomkraft ohne Risiko? Der Flüssigsalzreaktor"

Von Rainer Klute
Von Harald Lesch etwas über Kernenergie lernen, womöglich gar über moderne Reaktorkonzepte wie Thorium-Flüssigsalzreaktoren? Wer das probiert, läuft das Risiko, haarsträubendem Unsinn aufzusitzen.


Der aus dem Fernsehen bekannte Harald Lesch, ist laut Wikipedia ein deutscher Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Hochschullehrer, nämlich Professor für Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Lehrbeauftragter für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München.

In seinem YouTube-Kanal »Terra X Lesch & Co« veröffentlichte er heute einen achtminütigen Videobeitrag zum Thema »Atomkraft ohne Risiko? Der Flüssigsalzreaktor«.

Harald Lesch erklärt die atomare Welt. – Quelle: YouTube, Terra X Lesch & Co

Wer nun aber glaubt, dort risikolos etwas über Thorium-Flüssigsalzreaktoren zu erfahren, wird getäuscht. Wer Lesch glaubt, geht das Risiko ein, für dumm verkauft zu werden, ohne es zu merken.

Lesch mag Physik-Professor sein, aber Kernphysik und Kerntechnik zählen offenbar nicht zu seinen Stärken. Er verfügt gewiß über ein nukleares Halbwissen, kennt sich aber nicht wirklich aus und erzählt vieles, das schlicht und ergreifend falsch sind.

Hier drei Beispiele aus dem oben genannten Video:

  1. Ja, in Hamm-Uentrop hat man einen Thorium-Reaktor gebaut. Das war allerdings kein Thorium-Flüssigsalzreaktor, wie Lesch behauptet, sondern der Thorium-Hochtemperaturreaktor THTR-300. Bei diesem sogenannten Kugelhaufenreaktor befand sich der Kernbrennstoff in tennisballgroßen Kugeln befand. Dieses Reaktorkonzept hat Deutschland nach dem Tschernobyl-Unglück aufgegeben. China hat es aufgegriffen und errichtet gerade im Kernkraftwerk Shidaowan in Shandong eine 210-Megawatt-Anlage, die 2018 in Betrieb gehen soll. Beim Kugelhaufenreaktor kann es übrigens zu keiner Kernschmelze kommen, wie Versuche 1967 und 1979 am AVR Jülich im Experiment bestätigten.
  2. Nein, Harald Lesch, der Thorium-Hochtemperaturreaktor in Hamm war kein Schneller Brüter, auch wenn Sie das behaupten. Einen Schnellen Brüter, nämlich den SNR-300, hatte Deutschland zwar ebenfalls gebaut, aber nicht in Hamm, sondern in Kalkar. Na gut, das war ungefähr zur gleichen Zeit, und Hamm wie Kalkar liegen beide in Nordrhein-Westfalen. Klar, da kann man schon mal durcheinanderkommen, auch wenn die Reaktorkonzepte völlig unterschiedlich sind. Übrigens eignet sich ein Schneller Brüter – genauer: ein Schneller Reaktor – sehr wohl dazu, den langlebigen, hochradioaktiven Atommüll zu verwerten und Strom daraus zu machen. Russland zeigt ganz praktisch, wie das geht, nachzulesen in »Strom aus Atommüll: Schneller Reaktor BN-800 im kommerziellen Leistungsbetrieb«.
  3. Lesch erklärt die Selbstregulierung eines Thorium-Flüssigsalzreaktors: Wenn der Reaktor zu heiß wird, geht die Reaktivität zurück, und er kühlt sich selbst wieder ab. Das ist völlig richtig. Allerdings macht das, anders als Lesch behauptet, jeder herkömmliche Kernreaktor ganz genauso. Nein, er explodiert nicht, wenn er zu heiß wird, wie Lesch glaubt – Stichwort: negativer Reaktivitätskoeffizient. Eine Ausnahme ist lediglich der russische RBMK-Reaktor (Tschernobyl-Typ), von dem leider noch 11 Blöcke laufen.

Es ist erschütternd, daß Harald Lesch grundlegenden Dinge nicht weiß – oder nicht wissen will – und derart haarsträubenden Unfug verbreitet. Was sich daraus für seine »naturphilosophischen« Schlußfolgerungen ergibt, dürfte klar sein: »Ex falso quodlibet«, wie der Lateiner sagt. Aus Falschem folgt Beliebiges.

Der Beitrag wurde von Rainers Blog übernommen

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10 Kommentare

  1. Das ist schon ganz schön verquirlter Mist, den der Physikprofessor da anbietet. Aus dem Kugelhaufenreaktor wird ein Flüssigsalzreaktor gemacht. Wüßte nicht, wie man Graphit verflüssigen könnte. Man muß sich ernsthaft fragen, ob der noch Studies in der Vorlesung sitzen hat. Bei dessen Unwissen läuft man direkt Gefahr durch die Prüfung zu rasseln.

    •  
      Der hat garantiert die Bude immer voll.
      So wie er sich gibt, kann man ohne seine Vorlesung schon schreiben, was er hören will. Und heraus kommen sicherlich ganz viele, kleine Haralds/Haraldienes. Ganz so, wie es die derzeitige Staatsführung haben will.
       

  2. Ist der Herr Prof. wirklich so unwissend und versteht von Reaktorphysik nichts oder, was ich eher glaube, er äußert mit Absicht solchen Unfug, denn wer von den Laien und das ist der größte Teil der Bevölkerung wird schon die Aussagen eines veritablen Professors der Astrophysik nachprüfen.

    •  
      Wenn Lesch wirklich so wissend ist, wie er vorgibt, muss er einen ganz miesen Charakter haben. Aber vielleicht ist es ja ein ganz lieber, nur ein wenig, na ja, unwissend.
       

  3. Dieses Video ist eine Produktion des ZDF, in Zusammenarbeit mit objektiv media.

    Da weiss man doch gleich, wofür man GEZahlt hat.

    Hinter jeder Schweinerei steht wie immer der gütige Vater Staat.

  4. Das Problem ist nur, in den Augen der allermeisten Zeitgenossen ist Lesch eben eine Autorität (Prof. der im Fernsehen spricht) und Eike viel zu kompliziert. Von daher, wo Glaube auf Fakten trifft, gewinnt immer der Glaube. Die Deutsche Atom(ausstiegs) Politik ist hierfür der beste Beweis.

  5. Lesch erzählt Quatsch gemischt mit Brocken von Wahrheit. Verantwortungs- und niveaulos. Der Beitrag von Werner Klute triffft zu. „Wenn er zu heiß wird, explodiert er“. Bei Lesch kann man die puren Lügen mitzählen. Genauso wie bei den Strom-Reports, z.B. dem letzten vom 16.3.2017, wenn dort behauptet wird:  „Der Wind leistete mit fast 80 Terawattstunden insgesamt den größten Beitrag … und hätte damit 22,8 Millionen deutsche Haushalte* mit Strom versorgen können.“ (* mit 3500 kWh/Jahr). Richtig ist, daß Wind weder zehn Haushalte mit Strom versorgen noch ein Versorgungsnetz am Leben halten kann. Weil Windstrom ein Parasit ist, der einen Wirt zum Leben braucht. Als Wirt müssen die fossilen und Kernkraftwerke herhalten, aber das wird konsequent vermieden und unterdrückt in den deutschen „Qualitätsmedien“.

  6. Oh je, so viel konzentrierter Unsinn, Unverstand, Durcheinander, Faschmeldung…  das ist fake.news vom Fachmann, vom Fachmann für fake-news natürlich. Empfehlung: Abschalten

  7.  
    Harald Lesch will Meinung machen und Geld verdienen.
    Dafür ist ihm jedes Mittel recht.
    Wissen und Wahrheit sind da eher hinderlich.
    Wissen ist Macht. Nichts wissen macht auch nichts.
     

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