Rückschau zum Winter 2016-17

Schauerwetter! Bild: Oliver Mohr / pixelio.de

Helmut Kuntz
Professor Harald Lesch sagte in einer Rede zum Klimawandel [4] sinngemäß: „… Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten …“. Dabei meinte er allerdings, dass seine Meinung die einzig richtig zu sein hat und man besser nicht in die sich aus den Daten ergebenden Fakten schauen sollte.
Wie man mit den gleichen Daten allerdings auf eine eigene – abweichende – Meinung kommen kann, soll diese Winterrückschau wieder zeigen.
Wie „immer“, hat das Team Kowatsch / Kämpfe auf EIKE bereits einiges zum Winter publiziert und so soll dieser Rückblick deren Darstellungen wieder aus einem anderen Blickwinkel und mit zusätzlichen Daten ergänzen.


          Verlauf der vier Jahreszeiten in Deutschland seit dem Jahr 1750

In den folgenden Grafiken sind zur Übersicht die Temperaturverläufe der vier Jahreszeiten in Deutschland seit 1750 gezeigt.

Bild 1 Frühling Deutschland seit 1750. Grafik aus den DWD-Daten vom Autor erstellt
Bild 2 Sommer Deutschland seit 1750. Grafik aus den DWD-Daten vom Autor erstellt
Bild 3 Herbst Deutschland seit 1750. Grafik aus den DWD-Daten vom Autor erstellt
Bild 4 Winter Deutschland seit 1750. Grafik aus den DWD-Daten vom Autor erstellt

Bild 4 Winter Deutschland seit 1750. Grafik aus den DWD-Daten vom Autor erstellt

Aus den Grafiken sieht man sofort: Sofern es überhaupt einen Klimawandel gibt, begann die Erwärmung in Deutschland bereits weit vor dem Beginn der Industrialisierung und spätestens mit Beginn der Aufzeichnungsreihe. Und ausgerechnet der Sommer, der wohl am meisten vom „Treibhauseffekt“ beeinflusst sein müsste, zeigt davon am wenigsten.

Für den Autor bestätigt sich damit, was (nicht nur) er immer „behauptet“[2]: Die (geringfügige) Erwärmung begann nicht durch anthropogenes CO2, sondern ist Teil eines weit vorher begonnenen, natürlichen Klimavorganges. Das zeigen die Verlaufsbilder aus dem IPCC AR5 (inclusive neuerer Proxirekonstruktionen) in Bild 5, sowie eben erst publizierte Rekonstruktionen norwegischer Gletscher über die letzten 4000 Jahre (Bild 6). Diese Gletscherrekonstruktionen zeigen zudem wieder, dass die Gletschervolumen mindestens um Christi Geburt (Römische Warmzeit) geringer waren als aktuell und in historischen Zeiten davor ein Teil der Gletscher von Norwegen zeitweise sogar ganz verschwand. Sowieso stellt sich die Frage, warum der Mensch heute ein „Anrecht“ auf Gletscher erhebt, wo er diese über viele Jahrhunderte ausschließlich als reine, tödliche Bedrohung erlebte und empfand und deren Schmelzen sehnlichst von Gott erflehte (siehe EIKE: Fakten zu Gletscherschwund und Co.“)

Die Jahreszeiten-Grafiken zeigen auch, dass in Deutschland keinesfalls von einer „Erwärmungsbeschleunigung“ durch CO2 gesprochen werden kann. Die vielen AGW-Darstelllungen mit der Aussage: „aber noch nie in der Vergangenheit geschahen die Änderungen so schnell wie aktuell“, erweisen sich bei langfristigen Betrachtungen als haltlos.

Bild 5 Vergleich der neuen Klimarekonstruktionen (LOC 2k und LOC 500y) mit anderen Rekonstruktionen aus dem IPCC AR5
Bild 6 Eisvolumen-Verlauf norwegischer Gletscher seit 4000 Jahren. Quelle [3]

Deutschlands Winter

Der vom DWD gepflegte Deutsche Klimaatlas sieht den Verlauf des Winters wie folgt (Bild 7). Drastisch erkennbar sind in den Simulationsverläufen die bereits aktuell vorhandenen Fehler mit einer Spanne von bereits über 2 °C, so viel wie die gesamte Mittelwertvariabilität seit Beginn der Messreihe . Das Einzige, worin sich die Simulationen „einig“ sind, ist, dass es immer weiter wärmer werden muss, weil sie es aus dem kurzen Anstiegs-Vorlauf so „gelernt“ haben. Von Klimazyklen scheinen diese Simulationen erkennbar nichts zu wissen.

Bild 7 Verlauf des Winters seit 1881 mit Simulation bis 2100. Quelle: Deutscher Klimaatlas

Mit wieviel Vorsicht man diese Simulationen betrachten sollte, sei am Verlauf des Januar gezeigt. Wenn schon Deutschland trotz recht genauer, historischer Daten zur Kalibrierung nur höchst fehlerbehaftet (eigentlich vollkommen unbrauchbar) simuliert werden kann, wie ungenau müssen dann erst die Simulationen der Welttemperatur ausfallen.

Bild 8 Temperatur-Verlauf des Januar seit 1750 mit darüber kopierter Januar-Grafik aus dem Deutschen Klimaatlas.

Interessant wird es, wenn man den Temperaturverlauf der drei Wintermonate in Deutschland auf den Endwert 0 normiert und übereinander legt (Bild 9). Dadurch zeigt sich, dass die Wintermonate im Grunde seit dem Jahr 1750 gar keine wirklich signifikanten Veränderungen bilden und alles dazwischen einfach natürliche Klima-Schwankungen sein können.

Bild 9 Übereinander gelegte Temperaturverläufe der drei Wintermonate seit dem Jahr 1750, mit Normierung auf den Endwert 0. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt

Satellitendaten

Satellitendaten haben den Vorteil, nicht so leicht (wie Stations-Messdaten) manipulierbar zu sein und zudem decken sie wirklich die Fläche ab. Als Folge zeigen sie auch interessante Ergebnisse.

Bild 10 zeigt ein Summenbild aller RSS-Satelliten-Daten mit Normierung auf den gleichen Endwert.

Bild 10 RSS Satellitendaten. Temperaturverläufe aller abgedeckten Breitengrad-Regionen auf den Endwert 0 normiert und übereinander gelegt. Grafik vom Autor aus den RSS-Daten erstellt.

Was man im Bild 10 schon sieht, wird beim „Aufdröseln“ noch deutlicher: Seit 1979 (Beginn der Satellitenaufzeichnungen) hat sich ausschließlich die Gegend um den Nordpol (roter Verlauf) wirklich erwärmt, der große Rest der Welt aber nicht. Bild 11 zeigt dazu die Temperaturverläufe vom „Rest der Welt“ ohne „North Polar“. Nicht nur dies eine Erscheinung, welche eklatant der CO2-Theorie und der überall publizierten „Überhitzung“ des Planeten durch unseren CO2-Ausstoß widerspricht.

Bild 11 RSS Satellitendaten. Temperaturverläufe der abgedeckten Breitengrade ohne North Polar (in Bild 10 roter Verlauf). Die Breitengrad-Regionen sind auf den Endwert 0 normiert und übereinander gelegt. Grafik vom Autor aus den RSS-Daten erstellt.

Jeder darf eine eigene Meinung haben

Um auf das Statement von Prof. Harald Lesch zurückzukommen. (Nicht nur) H. Lesch ist anscheinend fest davon überzeugt (zumindest publiziert er es mit fast manischer Leidenschaft), dass die Temperatur der Zukunft wie im Bild 12 gezeigt verlaufen wird und vor allem, dass die AGW-Klimawissenschaft und ihre CO2-Forcingsimulationen recht haben.
Der Autor ist alleine durch Betrachten der gleichen Daten dagegen weiterhin davon überzeugt, dass zum Beispiel im Bild 12 weder die Vergangenheit und noch weniger die Zukunft richtig dargestellt sind und somit jeder zur CO2-Minderung ausgegebene Cent nur die Taschen irgendwelcher geldgieriger Eliten und NGOs füllt, aber an den wirklichen Zukunftsproblemen der Welt nichts ändern kann.

Bild 12 Simulierte Temperaturverläufe der nahen Zukunft nach AGW-Theorie. Quelle: United Nation Environment Programm

Quellen

[1] EIKE 01.01.2016: Harald Lesch trägt vor den GRÜNEN zum Klimawandel vor: Der Klimawandel ist kein Thema, das man ernsthaft bezweifeln kann

[2] EIKE 11.05.2016: Die Problematik der Temperaturrekonstruktion Eine beispielhafte Sichtung dazu anhand des Projektes PAGES 2k

[3] Henning Åkesson at al., 17.01.2017: Simulating the evolution of Hardangerjøkulen ice cap in southern Norway since the mid-Holocene and its sensitivity to climate change

[4] OVB Online: „Da oben ist der Teufel los“ https://www.ovb-online.de/bayern/oben-teufel-los-7001926.html

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4 Kommentar(e)

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1
Marvin Müller

 Seit 1979 (Beginn der Satellitenaufzeichnungen) hat sich ausschließlich die Gegend um den Nordpol (roter Verlauf) wirklich erwärmt, der große Rest der Welt aber nicht. Nicht nur dies eine Erscheinung, welche eklatant der CO2-Theorie widerspricht.

Es gibt ein in diesem Kontext interessantes Video, das mit Originalaufnahmen zeigt, was die Theorie dazu sagt: Climate: What did We Know and When Did We Know it? Dort kann man hören, was die Forscher zu diesem Aspekt 1983 gesagt haben - höhere Breitengrade, Nordhalbkugel erwärmen sich stärker, am (Nord?-) Pol gibt es eine Verstärkung der Erwärmung (Polar Amplification)

2
Josef Kowatsch

Vielen Dank Herr Kuntz für die Betrachtung der Langzeitreihe.

Mein Rückblick des Winters in Detuschland kommt demnächst und beginnt erst 1910 beim letzten Wärmeplateau. Sie fragen richtig, ob die Reihe der Vergangenheit überhaupt richtig ist und stellen dann die Frage, kann man denn überhaupt die Zukunft wissen. Nur wer erwärmungsgläubig ist, der kann das, so wie jeder gläubige Katholik weiß, was nach dem Tode kommt.  Bloß, das ist keine Wissenschaft. Nun zur Vergangenheit. Auch die deutschen Daten sind aus mindestens 2 Gründen anzweifelbar. a) Der DWD hat den Wärmeinseleffekt nicht herausgerechnet und im Grunde hat dieser erst ab 1950 so richtig zugenommen, just da als auch die Temperaturen wieder angestiegen sind. Wie stark wären dies wohl gestiegen ohne Wärmeinselzugabe? Und b) Vor 1945 hatten wir ein ganz anderes Deutschland, mit ganz anderen Grenzen, eben das Reichsbürger-Deutschland mit den Reichsbürgertemperaturen.  Und vor 1919 war Deutschland noch größer und vor 1871 gabs den Deutschen Bund mit einer noch größeren Fläche. Da waren Messstationen wie Prag, Pilsen und Brünn dabei, ebenso wie Bozen und Wien. Der DWD versicherte mir, man habe alles sauber herausgerechnet, eine neue glaubhafte Datenreihe seit 1881 erstellt und teils neue  Stationen gleichmäßig auf das Nachkriegsdeutschland verteilt, um dann nach 1990 nochmals fast von vorne zu beginnen. Dass bei sovielen Umstellungen wohl einige Zehntel als Messungenauigkeiten auf der Strecke geblieben sind, darf wohl angenommen werden. 10 C von heute kann niemals identisch sein mit 10C von 1854, zumal damals in Teilen Süddeutschland, zum Beispiel bei uns in Aalen, die Temperaturen auch noch in Reaumur aufgezeichnet wurden. Deshalb ist mir so eine Station wie die Dale-Enterprise in Virginia/USA sehr wichtig, denn die steht seit ihrer Gründung am gleichen Ort bei derselben Farm, das Thermometer mißt schon immer in Fahrenheit, und die Station wird in der 7.Generation von der gleichen Familie mit religösem Hintergrund betreut. Mennoniten betrügen aus ihrer Glaubensüberzeugung heraus nicht. Und bei dieser sehr ländlichen und sehr glaubhaften Station fehlt natürlich der sehr starke Anstieg aus dem Wellental der Jahrhundertmitte heraus bis 1998.

3

"Der Autor ist alleine durch Betrachten der gleichen Daten dagegen weiterhin davon überzeugt, dass zum Beispiel im Bild 12 weder die Vergangenheit und noch weniger die Zukunft richtig dargestellt sind und somit jeder zur CO2-Minderung ausgegebene Cent nur die Taschen irgendwelcher geldgieriger Eliten und NGOs füllt, aber an den wirklichen Zukunftsproblemen der Welt nichts ändern kann."

 

Großartiger Beitrag mit überraschenden Erkenntnissen.

Vielen Dank, Herr Kuntz.

Ihre Überzeugung teile ich voll und ganz!

4
Werner Geiselhart

Wenn ich mir auf meereisportal.de die beiden Eiskennlinien für Nord- und Südpol für 2016 anschaue, fällt mir auf, dass beide Kurven Ende September/Oktober einer ungewöhnlichen Knick nach unten machen und aus einer durchschnittlichen Kurve in eine unterhalb des Minimums fallen. Das ist bei keiner anderen so und es ist schon recht ungewöhnlich, wenn an beiden Polen gleichzeitig ein derartiger Schwund auftritt.

Kann das jemand erklären oder sollte man da etwa ...