Ein Physiker und „die“ Energiewende

moderne Windkraftnutzung seit 300 Jahren: Bild Petra Bork / pixelio.de

Leser schicken uns häufiger Beiträge. Oft durchaus interessante. Hier ein Meinungsbeitrag von EIKE Leser Ulrich Wolff
Die Sonne enthält bei einem 100 Mal größeren Durchmesser als die Erde knapp 99,9% der gesamten Masse des Sonnensystems. Die Fusion von Wasserstoff zu Helium lässt sie kontinuierlich Materie als Strahlung verlieren, so dass sich nach einer Lebenszeit von etwa 12 Milliarden Jahren der „Kernreaktor Sonne“ abschaltet, zum „roten Riesen“ wird und die verbliebene Masse des Sonnensystems zu Staub wandelt. Etwa 4,6 Milliarden Jahre dieser Zeitspanne sind bereits Geschichte.

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Die Absorption und Wandlung der Energie eintreffender Solarstrahlung erzeugt und betreibt bekanntlich seit etwa 3,5 Milliarden Jahren Flora und Fauna der Erde. Ihre Erwärmung auf einen geeigneten Temperaturbereich ermöglicht es der Flora, mit einer Wandlung von Solarstrahlung Kohlendioxid zu spalten und als chemische Energie in Form von Kohle und Kohlenwasserstoffen (lebend und tot) zu speichern.

Diese fossilen Energiespeicher (und der Sauerstoff) betreiben wiederum die aufgesattelte Fauna der Erde mit der Spezies Mensch. Mit der Nutzung dieser fossilen Energiespeicher wurde für ihn nahezu die gesamte Oberfläche des Festlandes bewohnbar und ließ die Population des sog. „homo sapiens“ in etwas mehr als 100.000 Jahren (trotz der Nutzung der Kohle im Schießpulver) über 7,5 Milliarden hinaus anwachsen.

Seit einigen tausend Jahren ergänzt der Mensch die Nutzung fossiler Energie mit der Beimischung des zur kinetischen Energie von Wind und Wasser gewandelten Anteils der absorbieren Solarstrahlung für den Antrieb von Schiffen, Wind -, Wassermühlen und Pumpen. Noch heute machen solche Pumpen sogar Landflächen unterhalb des Meeresspiegels bewohnbar. – Einen sinnvollen Rückfall zur fossilen Energie besorgten im 19. Jahrhundert Dampfmaschine, Dampfturbine, Stromgenerator, Elektro- und Verbrennungsmotor. Die zusätzliche Nutzung der „kinetischen Solarenergie“ – ausgenommen die Wasserkraft – verschwand wieder im Museum der Geschichte.

Die Wandlung fossiler Energie in elektrischen Strom wurde unverzichtbar für die Existenz der menschlichen Gesellschaft. Elektrische Energie lässt sich nicht speichern, sondern lediglich mit Verlust in andere Energiearten rückwandeln. Daher muss ihre Erzeugung und Bereitstellung stets dem schwankenden Verbrauch sekundengenau folgen!

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde mit der Kernenergie erstmalig eine von der Sonne unabhängige Energiequelle für die Stromerzeugung verfügbar. Ihr Anteil an der Stromversorgung ist grundsätzlich frei wählbar. Die globale Ausbreitung der Nutzung von Kernenergie geht von den Industrieländern aus und schreitet fort.

Deutschland hatte sich zunächst in die Spitzengruppe der Kernenergienutzer eingereiht. Im Jahr 2000 wurden nicht fossil 35% des Stroms (Kernenergie 31%, Wasserkraft 4%) und fossil 65% erzeugt (Kohle 50%, Erdgas 10%, Sonstige 5%).

Regelbare Kraftwerke deckten zuverlässig den etwa zwischen 45 – 75 GW1 schwankenden Bedarf. Die Jahresmenge zwischen 600 – 650 TWh.2 Ist bis heute kaum gestiegen.

Plötzlich lassen Ende des 20. Jahrhunderts Politiker den bösen Geist eines vermeintlichen „anthropogenen Klimawandels“3 aus der Flasche sog. Klimaforscher mit der Parole:

„Die Nutzung fossiler Brennstoffe wird durch den Ausstoß von CO2 mittlere Temperaturen auf der Erde katastrophal um weit mehr als 2 °C, die Meeresspiegel um mehrere Meter ansteigen lassen!“

Der Physiker ist irritiert: An seinem Wohnort Berlin ist es leider um 6 °C kälter als in Rom, der Hauptstadt seines Urlaubslandes Italien. Auch ist ihm bekannt, dass Wetter nicht einmal für Wochen vorhersagbar ist, seine Statistik erst das Klima definiert und niemand eine Statistik prognostizieren kann! – Doch „das deutsche Primat der Politik“ will es besser wissen:

Bis zum Jahr 2016 werden 25.000 „Windkraftwerke“ und zigtausende Quadratmeter Solarzellen – koste es was es wolle – in der Landschaft verteilt. Ihre „Nennleistung“ überschreitet bereits 90 GW. Zwar kann keines der regelbaren Kraftwerke ersetzt werden, doch wird deren unverzichtbare Stromlieferung insgesamt unwirtschaftlich, weil kapp 20% ihres ursprünglichen Beitrages bei nahezu unveränderten Betriebskosten zwangsweise vom „Zappelstrom“ verdrängt werden.4

Video der Leistung von Wind & Solarstrom im Oktober 2015. Rechnerisch wurde dann die Windeinspeisung in einer Schritten bis um das 10 fache erhöht. Die Solareinspeisung bei 50 GW gedeckelt. Der Film zeigt nun klar auf: 1. Trotz rd. 10 facher Überdimensionierung (485 GW Installiert zu 50 GW mittlerer Bedarf) können diese Erzeuger den Bedarf nur an rd. 50 % der Tage decken, bzw. überdecken. Der überschießende Rest muss abgeregelt oder gespeichert werden. 2. An rd 50 % der Tage fehlen große Leistungen, obwohl 485 GW  installiert wurden. 3. Nie wurde auch nur ansatzweise die installierte Leistung abgegeben. Die Spitze lag bei rd. 150 GW (von 435 GW Wind). Kosten wurden nicht betrachtet. Daten EEX, Grafik Rolf Schuster

Der Physiker hoffte lange: Bald muss doch auch der Letzte merken, dass noch mehr „Erneuerbare“, noch mehr Stromleitungen und noch „smartere Netze“ nur weiter in die Sackgasse führen.

Doch es kam noch schlimmer:

Im Jahr 2011 zerstört in Japan ein Tsunami Kernkraftwerke. Die Gesundheit von Menschen dort wird nicht gefährdet, die für die Sicherheit in Deutschland zuständigen Fachleute prüfen den Vorfall und geben weiter grünes Licht für deutsche Kernkraftwerke. Das „deutsche Primat der Politik“ will es anders: Man „findet“ den Rat fachfremder sog. „Ethiker“, legt unverzüglich 8 der deutschen Kernkraftwerke still und will den Rest bald folgen lassen. – Auch die deutsche CO2 Freisetzung steigt weiter, die Temperaturen seit 20 Jahren leider nicht.

Stromversorgung am Kollaps, ein Bahnhof in Stuttgart, eine Philharmonie in Hamburg, ein Flughafen in Berlin! Der Physiker ist nicht mehr irritiert sondern hat endlich begriffen: In Schilda sind Realität und Fakten nur Störgrößen!

1 Für einen zuverlässigen Betrieb der deutschen Stromnetze muss die in Form regelbarer Kraftwerke verfügbare Gesamtleistung nach wie vor mindestens etwa 85 GW betragen.
2 Der Peis für Haushaltsstrom betrug etwa 12 Cent/kWh, die Strompreise für die Industrie lagen darunter.

3 http://de.scribd.com/doc/190496647/Angst-auf-Objektsuche-wahlt-Klimawandel-und- Energiewende
4 Der Preis für Haushaltsstrom steigt auf 30 Cent/kWh und der Strompreis für Industriestrom wird zum Erhalt von Arbeitsplätzen vom Steuerzahler subventioniert.

 

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18 Kommentare

  1. Herr Herp,

    Ich hätte gedacht hier wird mehr auf diesem Satz herumgeritten. Da fehlt leider ein weiteres „nicht“.

    In Ihrem ersten Satz fehlt schon wieder das Wort „nicht“. Sie scheinen große Probleme zu haben, eindeutige Aussagen zu formulieren. Sie werden übrigens hier an dem gemssen, was Sie schreiben, und nicht was Sie eventuell hätten schreiben wollen.

    Mich interessiert nicht, was Ihre „Klimaschützer“ sagen. Die haben schon viel erzählt und sind bisher die Nachweise schuldig geblieben. Sind Sie etwa kein „Klimaschützer“.

    Mit Ihrer Vorliebe für das – zukünftig fast ausschließlich importierte – Erdgas als Ausfallgarantie für nicht erzeugten EE-Strom dürften Sie den längerfristig denkenden Transformatoren und „Decarbonisierern“ ein Dorn im Auge sein.

    Ihr EE-Erzeugungssystem (einschl. Erdgas) liefert sich mit den generellen Vorgaben der Politik einen Wettlauf. Sie, Herr Herp, müssen es schaffen, bis Mitte des Jahrhunderts auch auf das Erdgas zu verzichten. Das wird erkennbar eng.

    Sie müssen den Haushalten die erdgasbetriebenen Heinzungen wegnehmen und auf Strom umstellen lassen. Ob Sie damit die einzusetzenden und ganz überwiegend importierten Erdgasmengen wirklich reduzieren können, bleibt dabei fraglich. Denn je mehr Umstellung auf Stromheizung stattfindet, desto mehr erdgasgestütztes back-up werden Sie brauchen. (oder es ist Ihnen gleichgültig ob die Menschen frieren) Zusätzlich braucht die unterbrachungsfreie Stromversorgung der E-Autos ja auch noch zusätzliches Erdgas-back-up, wenn auch nicht 1:1 (Es gibt ja noch die Solarmodule auf dem Dach).

    Und das alles, wo hier keiner mehr in Erdgaskraftwerke investieren und diese betreiben will, es sei denn der Staat greift stützend ein?

    Meine Frage zur Autarkiethematik habe Sie leider gar nicht beantwortet. Ich schätze, das Ihnen geostrategische und machtpolitische Überlegungen gar nicht liegen. Da sind Sie in guter Gesellschaft. Denn das Bewußtsein für Verfügbarkeiten im eigenen Land oder Einflußbereich und auch die fehlende Erpressbarkeit durch andere ist in den vergangenen Jahrzehnten bei uns verloren gegangen.

    Im spätantiken Römischen Reich konnte man sich auch nicht vorstellen, dass der Import hochwertiger Sande für die damalige Glasindustrie mit enthaltenem Natriumcarbonat aus ägyptischen Vorkommen nach Europa (auch an den Rhein) zweihundert Jahre später aufgrund rapiden Zusammenbruchs der „globalisierten“ Ordnung und Handelswelt rund ums Mittelmeer nicht mehr stattfinden würde.

    Eine möglicherweise machbare, dabei auch kostengünstige Stromerzeugungswirtschaft liesse sich im Zusammenspiel eines Anteils von geeigneten „Regenerativen“, gestützt und grundlegend abgesichert durch fortschrittlichste Nukleartechnologie verwirklichen. Weitgehend CO2-frei (für die die darauf Wert legen) und basierend auf dem Autarkiegedanken. Allerdings nur mit einem staatlich vorgebenen Quotensystem für installierte Leistungen und abgegebene kwh der einzelenen Stromerzeuger sowie auch ohne eine EEG-Förderung im heutigen Sinne.

    Anderswo forcieren dies auch die „Klimaschützer“. In Deutschland ist man leider zu blöd und zu überheblich dafür.

     

  2. Wie verlogen und realitätsfremd die Energiedebatte ist, wurde vor einigen Tagen im 3sat-Magazin „nano“ vorgeführt.
    „Energie-unberaterin“ Claudia Kemfert erklärt, warum Kohle- und Atomkraftwerke eigentlich viel zu unflexibel sind im Vergleich zu alternativen Energien. Ja, ihr habt richtig gelesen.

    „nano“ selbst nennt sich ja Wissenschaftssendung. So ein Quatsch…

    http://tinyurl.com/z7jrdpa

     

    • @Guido Scholzen

       

      Ja das ist der neueste Trend. Auch Franz Untersteller, UM von BW redet ständig davon, dass man hochflexible Stützkraftwerke brauche und Kohlekraftwerke dies nicht können.

      Seine bayerische Kollegin Ilse Aigner meinte gar, man benötige keine Grundlastkraftwerke, sondern Residuallastkraftwerke.

      Immerhin steckt da schon mal die Erkenntnis dahinter dass es mit Wind und Sonne alleine nicht geht.

      • Seien Sie da nicht zu optimistisch !
        Stützkraftwerke… Residuallastkraftwerke… wissen diese Quatschköpfe eigentlich, was das ist, und das es sowas im großen Umfang nicht gibt ?

        • Guido Scholten,

          „Stützkraftwerke… Residuallastkraftwerke… wissen diese Quatschköpfe eigentlich, was das ist, und das es sowas im großen Umfang nicht gibt ?“

          Als ich 1960 als junger Physiker auf dem Gebiet der Stromversorgung tätig wurde, erfuhr ich, dass letzlich die Umsetzung der Erfahrung aus den Bombardierungen während des zweiten Weltkrieges den Grundstein zur besonderen  Zuverlässigkeit der Stromversorgung Deutschlands legten.  Diese Anforderungen kompromittiert  seit etwa 20 Jahren  dominant der Eingriff politischer Besserwisser, die „per definitionem“ nicht über Sachkunde verfügen (müssen). Könnte etwas anderes als ein „zielführender“ Personalwechsel dieses Manko heilen?

  3. Sebastian Herp,

    Das überhaupt so machen zu wollen steht und fällt natürlich mit der Einstellung gegenüber CO2 und der Wirkung unseres Energieverbrauchs (Umwandlung wie man hier schreibt) auf das Klima.“

    Das ist falsch!!! 

    Die Fakten (mit Sauerstoff- und CO2 Gehalt) zeigen zweifelsfrei, dass Flora und Fauna während der letzten 3,5 Milliarden Jahren bei offenbar überwiegend akzeptablem Wetter anpassungsfreudig prächtig gediehen und dabei – „en passant“ – den Kohlendioxid Gehalt von Ozeanen und Atmosphäre (im Maß C) um 450.000 GtC auf gegenwärtig nur noch schlappe knapp  40.000 GtC reduziert haben, richtig? –

    Seit 12.000 Jahren hat die Erwärmung um etwa 5 Grad C (im unsinnigen Mittelwert) den CO2 Gehalt in der Atmosphäre nachlaufend (!!!) durch Ausgasen von etwa 400 auf 600 GtC wieder ansteigen lassen. –

    Der inzwischen unverzichtbar elektrizitätsabhängige homo sapiens hat das auch zum Überleben seiner Population von 7.5 Milliarden lebenswichtige Inventar des CO2 in der Atmosphäre um 200 GtC erhöht.

    Als Physiker frage ich Sie: War es etwa jemals während der letzten 3.5 Milliarden Jahre jemals zu warm?

     

    • Um bei ihren genannten Zahlen zu bleiben: 410000 GtC wurden in 3,5 Milliarden Jahren gebunden? In den Ozeanen und der Atmosphäre. Das sind also 0,117 GtC pro Jahrtausend, richtig? Und sie meinen nun, dass 200 GtC mehr oder weniger in ein paar Jahrzehnten kein Problem sind?

      Als Physiker kennen sie sicher den Effekt von CO2 in der Atmosphäre, oder (sie betonen das Wort „nachlaufend“, deshalb die Frage)? Es geht nicht darum, ob es früher einmal zu warm oder zu kalt oder vergleichbar warm oder kalt war. Es geht darum wie wir konkret das Klima verändern. Wenn sie als Physiker den Treibhauseffekt für Humbug halten, dann bitte ich sie darum das Energiebudget des Systems Erde zu erklären. Warum ist es auf der Oberfläche wärmer als es eigentlich auf Grund der eingestrahlten Sonnenenergie sein sollte?

      Um ihre letzte Frage dennoch zu beantworten: auf der Erdoberfläche hat es immer die exakt richtige Temperatur, es kann nie zu warm oder zu kalt sein. Nur die Lebewesen haben mit Schwankungen ein Problem.

      P.S.: 1 ppm mehr CO2 in der Atmosphäre entsprechen ca. 2,12 GtC oder 7,76 GtCO2. Ihre 200 GtC zweifle ich stark an.

  4. Herr Herp,

    Das bedeutet aber nicht, dass es mittelfristig günstiger ist zusätzlichen Zappelstrom zu verwenden/erzeugen als Rohstoffe zu verbrennen.

    Da haben Sie völlig recht. Es ist mittelfristig nicht günstiger „Zappelstrom“ zu erzeugen bzw. zu verwenden – wenn er denn überhaupt verwendet werden kann. Wenn die Leistung gerade bei „0“ liegt kann man gar nichts verwenden.

    Allerdings wundert mich, warum ausgerechnet Sie die Einfuhr von Erdgas befürworten. War es nicht immer auch ein Ziel der „Klimaschützer“ uns in Deutschland autark zu machen?

    • Ich hätte gedacht hier wird mehr auf diesem Satz herumgeritten. Da fehlt leider ein weiteres „nicht“.

      Die Klimaschützer sehen durchaus, dass Gas besser als Kohle ist. Auch weil Gaskraftwerke wesentlich flexibler sind. Wir werden noch sehr lange nicht autark sein und solange EE-Strom keine tatsächlichen Überschüsse produziert wird sich Speicherung nicht lohnen, d.h. – wie in den letzten Tagen geschehen – die Gaskraftwerke müssen einspringen und ganz normales Erdgas verbrennen.

  5. Haushaltsstrom kostet das letzte mal 12 Cent / kWh (24 Pfennig) als wir das Jahr 1984 schrieben. Um die Jahrtausendwende betrug der Preis um die 16 Cent / kWh. Daraus würden nach 16 Jahren Inflation knapp 20 Cent / kWh. Wenn sie jetzt auf einem Preisvergleich mal nach dem günstigsten Anbieter für ihre Region suchen wird ihnen vielleicht auffallen, dass die Preise weit weg von 30 Cent / kWh liegen.

    Ansonsten eine tolle Geschichte, auch wenn der Physiker nicht an alles gedacht hat. Die Speicherung in Gasform bzw. wenn das nicht ausreicht die zusätzliche Verstromung importierten Erdgases ist eine Möglichkeit die Fehlzeiten auszugleichen. Die Gasspeicher existieren bereits, die nötige Kraftwerkskapazität ist zu einem Drittel schon vorhanden. Der Physiker hat natürlich recht, dass wir uns die Anfangsfinanzierung einiges haben kosten lassen. Das bedeutet aber nicht, dass es mittelfristig günstiger ist zusätzlichen Zappelstrom zu verwenden/erzeugen als Rohstoffe zu verbrennen.

    Das überhaupt so machen zu wollen steht und fällt natürlich mit der Einstellung gegenüber CO2 und der Wirkung unseres Energieverbrauchs (Umwandlung wie man hier schreibt) auf das Klima.

     

     

    •  
      Der Preis von 30 Cent/kWh ist durchaus realistisch. Wer besonders grün sein will, bezahlt sogar mehr.
      Seit wann hat CO2 Einwirkungen auf das Klima?
      Die Gasspeicher werden bei kaltem Wetter so stark in Anspruch genommen, dass Luft hinzu gepumpt wird, um den Leitungsdruck erhalten zu können. Mit Gas wird geheizt.
      Die zusätzlich benötigten Behälter, zur fantasierten Deckung des Strombedarfs mit Gas, müssten erst noch gebaut werden.
      Diese Kraftwerkskapazität, um nicht erzeugten Flimmerstrom zu ersetzen, ist nicht vorhanden, abgesehen davon, dass man Strom, der nicht vorhanden ist, nicht ersetzen kann. Die hohe Anfangsfinanzierung hat sich nicht gelohnt. Mit Erzeugung von Null-Strom geht kein Küchenquirl an.
      Es gibt keinen Grund, Rohstoffe, Sie meinen sicher, die Rohstoffe fossilen Ursprungs, nicht zu verwerten, es sei denn, es gibt eine kostengünstigere Möglichkeit.
      Gas kann man speichern. Es gibt keine Möglichkeit Strom in Gasform zu wandeln, ohne Geld zu verbrennen. Da gibt es keinen Nutzen.
      Das, was Sie als gut empfinden, fügt der Gesellschaft immensen Schaden zu.
      Absolut sicher ist, dass Ihre Tagträume dem Wetter vollkommen egal sind, sogar das Klima liegt auf dem Rücken und lacht.
      Ein Hoch den Physikern, wenn die denn alle Tassen im Schrank haben und sich nicht, von Verbrechern, kaufen lassen.
       

      • „Ein Hoch den Physikern, wenn die denn alle Tassen im Schrank haben und sich nicht, von Verbrechern, kaufen lassen.“

        Sehr geehrter Herr Bühner,

         

        das kann man nicht oft genug sagen!

    • „Wenn sie jetzt auf einem Preisvergleich mal nach dem günstigsten Anbieter für ihre Region suchen wird ihnen vielleicht auffallen, dass die Preise weit weg von 30 Cent / kWh liegen.“

      Das ist zwar richtig, aber die Gesamtaussage ist falsch. Bei Strom und Gas setzt sich der Preis zusammen aus Grund- und Arbeitspreis. In der Tabelle sind einige Preise inkl. MWSt aufgelistet.

      Strom; Grundpreis; Arbeitspreis
      ;     €/Jahr; €/kWh
      2014;       58,3;0,2512
      2015;       79,1;0,2359
      2016;     117,5;0,2430

      Erdgas; Grundpreis; Arbeitspreis
      ;      €/Jahr; €/kWh
      2014;      100,9;0,0489
      2015;      120,0;0,0488
      2016;      120,0;0,0488

      Die Teuerung 2015/2016 erfolgte beim Strom hauptsächlich beim Grundpreis (48%). Das trifft vor allem Single-Haushalte und Energiesparer. Wie warb einmal Verivox? Wer viel verbraucht, spart viel.

      •  
        Stimmt schon.
        Wenn ein Privathaushalt die Jahresrechnung bekommt, EUR 900,00 bezahlen muss und einen Verbrauch von 3000 kWh hatte, gibt es nicht groß etwas zu rechnen.
        Die Vergleichsportale werben mit Preisen, in denen z. B. Anfängerrabatte eingerechnet sind. Das ist in meinen Augen unseriös. Die Backpfeife kommt mit der nächsten Abrechnung.
        Richtig ist allerdings: Je teuer der Strom, um so mehr spart man, wenn man keinen verbraucht.
         

         

        • „Richtig ist allerdings: Je teurer der Strom, um so mehr spart man, wenn man keinen verbraucht.“

          Das stimmt, ist aber etwas weltfremd. Nehmen wir an, Sie haben bisher immer schon Strom gespart. Nun ersetzen Sie die Glühbirnen im Haus durch LED-Leuchten. Während des Jahres stellen Sie fest, dass LED-Leuchten auch nicht die versprochene lange Lebensdauer haben. Am  Jahresende haben Sie von 3000 kWh 100 kWh eingespart, die Stromrechnung ist aber gleich geblieben. Wo bleibt da das Erfolgserlebnis?

      • Die Vergleichsportale liefern die Gesamtkosten für ein Jahr für die eingegebene Strommenge. Das enthält schon die Grundgebühr. Ja, da sind Bonuszahlungen mit dabei, aber man kann bei einigen Portalen solche Angebote auch ausfiltern.

  6. Der Verweis auf Schilda drängt sich ja auf. Allerdings sehe ich einen kleinen Unterschied zur Berliner Politik: Die in Schilda waren von der Alternativlosigkeit ihres Handels vollständig überzeugt. Das traue ich denen in Berlin so denn doch nicht zu. Es sei denn aus Boshaftigkeit.

  7. Ich versuche das mal in einem Satz zusammenzufassen:

    Der Versuch durch die Energiewende den CO2-Ausstoß zu verringern führte zu dem Ergebnis, dass heute die Landschaft mit umweltbelastenden und belästigenden Energiebauten vollgestellt wurde, die Landwirtschaft einseitig und umweltbelastend umgebaut wurde, die Versorgungssicherheit unsicherer wurde, nur 3,4% der Primärenergieversorgung durch Wind und Photovolataik erzeugt wird, der Strompreis sich mehr als verdoppelt hat, aber im Endeffekt der CO2 Ausstoß während der letzen acht Jahre gleich blieb.

    Wenn ich Wirtschaftsminister wäre, dann würde ich von sowas Magenschmerzen kriegen.

    Naja, der halbe Magen ist ja weg und und der ganze Minister. Aber die SPD hat ja noch neues, unverbrauchtes Blut. Wieso ploppt denn in meinem Kopf ständig der Begriff „Zypernkrise“ auf?

    Bestimmt so eine blöde Assoziation mit dem Namen der Neuen.

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