Netzausbau – Status nach dem 3. Quartal 2016

Auch das I-Net hängt am Stromnetz; BIld pepsprog / pixelio.de

von Rainer Küper
Die Umstellung des Elektrizitätssystems mit der Abkopplung der Erzeuger- von den Verbraucher-zentren auf „Erneuerbare-Energien-Stromproduzenten“ mit unverlässlichen Eigenschaften, deren Erzeugungszentren Windkraft in Norddeutschland und Photovoltaik in Süddeutschland stehen, erfordert bei der unveränderten Verbraucherstruktur ein erweitertes Übertragungsnetz mit neuen leistungsfähigen Höchstspannungsverbindungen in ganz Deutschland.


Um Planung und Bau über die Grenzen von Bundesländern hinweg zu straffen, wurden 2009 das Energieleitungsausbaugesetz EnLAG und 2013 das Bundesbedarfsplangesetz BBPlG verabschiedet. Den Übertragungsnetzbetreibern wurden immer mehr Zuständigkeiten zugunsten der staatlichen Bundesnetzagentur entzogen. Die öffentliche Hand, hoffte die Bundesregierung, werde für kurze Planungs-, Genehmigungs- und Errichtungsphasen sorgen können. Der Status heute, im 7. Jahr nach Verabschiedung des EnLAG.

 

Status nach dem 1. Quartal 2016

Ein Blick zurück auf den Stand der Vorhaben aus dem BBPlG nach dem 1. Quartal 2016, Blogartikel vom 07. Juni 2016. Auszug:

„Stand nach dem ersten Quartal 2016

  • Die Gesamtlänge der Leitungen, die sich aus dem Bundes­bedarfs­plangesetz ergeben, liegt aktuell bei etwa 6.100 km. Im Netz­entwicklungs­plan sind davon etwa 3.050 km als Netz­verstärkung kategorisiert.
  • Die Gesamtlänge der Leitungen in Deutschland wird stark vom Verlauf der Nord-Süd-Korridore abhängen und sich im weiteren Verfahrens­verlauf konkretisieren. 
  • Insgesamt sind rund 350 km genehmigt und 65 km realisiert. Im ersten Quartal wurden sechs Kilometer realisiert.“

Status nach dem 3. Quartal 2016

Die Bundesnetzagentur teilt mit:

 

  1. Bundesbedarfsplangesetz BBPlG

„Stand nach dem dritten Quartal 2016

  • Die Gesamtlänge der Leitungen, die sich aus dem Bundesbedarfsplan­gesetz ergeben, liegt aktuell bei etwa 6.100 km. Im Netzentwicklungs­plan sind davon etwa 3.050 km als Netzverstärkung kategorisiert.
  • Die Gesamtlänge der Leitungen in Deutschland wird stark vom Verlauf der Nord-Süd-Korridore abhängen und sich im weiteren Verfahrens­verlauf konkretisieren.
  • Insgesamt sind rund 400 km genehmigt und 80 km realisiert. Im dritten Quartal wurden elf Trassenkilometer realisiert.“
  1. Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG)

„Stand nach dem dritten Quartal 2016

  • Die Gesamtlänge der Leitungen, die sich aus dem EnLAG ergeben, liegt aktuell bei rund 1.800 km.
  • Im dritten Quartal wurden drei Kilometer fertig­gestellt. Insgesamt sind rund 900 km genehmigt und rund 650 km realisiert, das sind rund 35 Prozent der Gesamtlänge.
  • Die Übertragungsnetzbetreiber rechnen mit einer Fertigstellung von rund 45 Prozent der EnLAG-Leitungs­kilometer bis 2017.
  • Noch keines der Vorhaben mit Pilotstrecken für Erd­kabel ist in Betrieb. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion bereitet aktuell den Test­betrieb für das erste 380-kV-Erdkabel-Pilotprojekt in der Gemeinde Raesfeld vor.“

Fazit nach dem 3. Quartal 2016

BBPlG (seit 2013): Gesamtlänge 6.100 km, genehmigt 400 km, 80 km fertiggestellt, davon 11 km im Q3/2016 gebaut. Die aktuelle Fertigstellungsrate in Höhe von aufgerundeten 50 km/Jahr sieht nicht vertrauenserweckend aus.

EnLAG (seit 2009): Gesamtlänge 1.800 km, genehmigt 900 km, fertiggestellt 650 km, davon 3 km in Q3/2016. Prognose: Bei der mittleren Baurate seit 2009 in Höhe von ca. 130 km/Jahr wird die letzte der geplanten Leitungen in 9 Jahren fertiggestellt sein.

Die Nord-Süd-HGÜ-Trassen befinden sich noch im Stadium der Trassenplanung. Nach aktueller Terminplanung werden sie etwa 2025 fertiggestellt sein. Inwieweit die Terminplanung bei dem wachsenden Widerstand der Bevölkerung eingehalten werden kann, wird die Zukunft zeigen.

Ähnliches gilt auch für die Verkabelung von 380-kV-Drehstromtrassen, für deren Versuchsbetrieb die Pilotstrecken per Ende Q3/2016 noch fehlen.

Ausblick

Der Netzausbau entwickelt sich viel langsamer, als die Bundesregierung mit dem EnLAG 2009, bei der Energiewende 2011 und mit dem ergänzenden BBPlG 2013 angenommen hatte.

Infrastrukturmaßnahmen, gleich welcher Art, können in Deutschland seit Mitte der 1970ger Jahre nur noch gegen großen Widerstand spezieller Interessengruppen, nach endlosen Gerichtsverfahren und mit explodierenden Kosten durchgeführt werden.

Im Gegenzug sind alle Maßnahmen Pflicht, die unter die Titel CO2-Reduzierung, Dekarbonisierung und Atomausstieg fallen.

Dazu gehören die gesetzlich angeordnete Abschaltung aller Kernkraftwerke, die letzten werden 2022 den Leistungsbetrieb einstellen müssen, die forcierte Außerbetriebnahme von Braunkohlekraftwerken und die folgende Außerbetriebnahme von Steinkohlekraftwerken. Als Kompensation soll der Neubau von „Reservekraftwerken“ mit insgesamt 2.000 MW in Süddeutschland per staatlicher Ausschreibung vorangetrieben werden, die als wesentliches Merkmal innerhalb von 45 Minuten nach Kaltstart unter Volllast laufen können müssen. In Deutschland werden Kohlekraftwerke durch Gasturbinenkraftwerke ersetzt werden, deren Brennstoff i. W. aus Russland kommen wird und der schwieriger zu bevorraten ist, als Kohle. Es wird nicht einfach sein, Unternehmen zu finden, die unter den unsteten Bedingungen in Deutschland neue Kraftwerke bauen und betreiben werden.

Der Netzausbau geht nur sehr langsam voran. Die Außerbetriebnahme von politisch unerwünschten Kraftwerksanlagen wird jedoch planmäßig (Kernkraftwerke) und forciert (Kohlekraftwerke) weitergeführt. Wie lange das Elektrizitätssystem diese Divergenz ohne staatliche Stromrationierung wird aushalten können, werden wir in wenigen Jahren wissen.

Blogbeitrag vom 07. Juni 2016 zum Status des Netzausbaues per Ende Q1/2016.

Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen (Energieleitungsausbaugesetz – EnLAG)

Gesetz über den Bundesbedarfsplan (Bundesbedarfsplangesetz – BBPlG)

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14 Kommentare

  1. Die Netzkarte Europas http://tinyurl.com/zbpqr4o  bzgl. Grenzkuppelstellen ist überschaubar. Relevant sind nur die 380/400kV-Systeme, weil niedrigere Spannungsebenen (220/150/110kV)  für den grenzüberschreitenden Transport in großem Maßstab unbrauchbar sind- das wäre vergleichbar der Versuch mit Landstraßen den europäischen Fernverkehr abzuwickeln.
    Siehe auch PDF-factsheet ENTSOE Web Seite 14(von18) http://tinyurl.com/hmvbu2q
    Das sind gerade mal lächerliche 28 Leitungen 380/400kV zwischen D und anderen europäischen Ländern.
    Unter Berücksichtigung der lokalen Netzstabilität und nötiger Redundanzen sind das pro Leitung maximal ca. 1 GW Übertragungskapazität.
    Also stehen D maximal 28GW für den Trans-Border Austausch zur Verfügung, falls diese Leitungen gerade dahin führen, wo noch Reserve-KW-Kapazitäten zur Verfügung stehen und nicht schon durch den Handel blockiert sind!
    Aktuelle westeuropäische Netzkuppelkapazitäten sind hier abrufbar: http://tinyurl.com/jz624uo
    Der aktuelle 10-Jahres Netzentwicklungsplan 2016 der ENTSOE (TYNDP2016) http://tinyurl.com/gnmplfd weist gerade mal einen Anteil der EE von 27% aus.
    Leider schweigt sich dieser Plan aber über die notwendigen Seicherkapazitäten aus.
    Die europaweit geplanten bekannten Speicherprojekte sind hier abrufbar: http://tinyurl.com/h9u45fn
    Schon auf den ersten Blick als nicht wesentlich erkennbar, oft mit „Vision“ markiert oder mit Realisierungszeiträumen jenseits der kurzfristigen Notwendigkeit…..
    Zusammenfassung:
    D wird auf Jahrzehnte hinaus einen großen Teil seiner konventionellen Kapazitäten selbst vorhalten müssen.

    • Das ist doch alles längst bekannt. Die Politik und die Lobbyisten ignorieren das, denn man verdient mit der Errichtung von diesen unsinnigen Anlagen das Geld und nicht mit deren Betrieb. Obwohl Kirchen, Kathedralen völlig unnütze Gebäude sind, wurden sie trotzdem gebaut. Mit geraubtem Gold aus Südamerika oder per Ablaßhandel … . Man lese K. Deschner. Da steht, was das für Leute gewesen sind, die da die Glaubensmonumente errichtet haben. Leichen pflasterten ihren Weg.

      Geändert hat sich nichts, denn nach 500 Jahren Luther ist das Ablaßhandelgeschäftsmodell auch bei den Protestanten wiederbelebt worden. heute sind angesichts der Informationsmöglichkeiten die Methoden diffiziler geworden. Es kommt noch die gezielte Verdummung der Bevölkerung durch die Medien hinzu. Wenn da ein Professor was daherlabert, glauben die meisten das. Sie übersehen nur, daß ein Professor in aller Regel nicht mehr weiß, als seine eigenen Absolventen. Und natürlich nur mehr weiß, auf dem ganz eng begrenzten Gebiet seiner Forschung.

      Und daß es Professoren gibt, bei denen man regelmäßig in den Vorlesungen einschläft, wird auch in aller Regel nicht publiziert.

      Insofern unterscheidet sich die Volksverdummung nicht von denen des Beginns des Rundfunkzeitalters mit ersten Versuchen einer Fernsehübertragung.

      • Herr Heinzow,

        meine obigen Zeilen sind ja auch nicht für gut informierte Kreise gedacht, zu denen ich auch Sie zähle, sondern für Mitleser in diesem Forum, die weitergehende Informationen suchen……

         

    •  
      Sehr geehrter Herr Steger,
       
      in Ihrem Kommentar fehlt wirklich nichts mehr.
       
      Treffender kann man es nicht formulieren.
       
      Die einzige Frage , die in Kürze geklärt werden muss, wann zum Hallali auf diese Volksvertreter geblasen wird.
       
      Mein Bundestagsabgeordneter hat sich auf Wunsch seiner Frau, von der großen Bühne verabschiedet und begnügt sich mit einem sicheren
       
      Listenplatz in der Landespolitik.
       

      Mit herzlichem Glückauf

  2. Energiewende = erst kommt die Lüge (Energie wenden zu können) dann kommt der Betrug/Selbstbetrug (marktfeindliches EEG) danach kommt der Mangel (steigende Stromkosten mit der Folge des Abbau von langfristiger Investionen in unsere Volkswirtschaft/Güter) und zum Schluss die Armut (unbezahlbare Stromkosten bei mangelhafter Stromversorgung). Wie man es dreht oder wendet…zum Schluss wird unsere CO2 freie Deutsche Volkswirtschaft nur noch eine Mangel und Armutsgesellschaft darstellen.

    Welcher Investor investiert schon in ein Land (politische-ideoligsch geprägte Gesellschaft) die keine Zukunftspersektive bietet?! Eine CO2 freie Gesellschaft hat KEINE ZUKUNFT!!! Eine Gesellschaft die ihre Kraftwerke vernichtet und sich der Sonne und den Wind hingibt hat KEINE ZUKUNFT!!!

    Steigende Strom-Endverbraucher Preise, Stromrationierungen, Stromausfälle und weiterer Investitionsabbau = Industrie- Mittelstand- und Dienstleistung Arbeitsplatzabbau werden die Folgen dieser marktfeindlichen Grün-Sozialistischen Energiewendepolitik (EEG) sein.

     

  3. Sehr geehrter Herr Küper,
    mit großem Interesse verfolge ich hier bei EIKE die interessanten Artikel und die oftmals aufschlussreichen Kommentare.
    Sie beschreiben in diesem Artikel eindrucksvoll, wie sich Politik an diesem Thema Netzausbau
    abarbeitet.
    Es entsteht aus Ihrer Sicht ein diffuses Bild von der Motivation dieser Damen und Herren.
    Wenn ich selbst meine Erfahrungen mit diesen Menschen reflektiere, ergibt sich ein ähnliches Meinungsbild.
    Jetzt gibt es Strategien und Pläne, die uns Bürgern weismachen wollen, dass dieser riesige Netzausbau notwendig wird, sollten die EE-Wandler in der Zukunft wirklich so ausgebaut werden, wie es uns tagtäglich ins Gehirn gedrückt wird.
    Aber soweit wird es in der Realität nicht kommen.
    Wir sollten uns noch einmal ins Gedächtnis rufen, dass Elektrische Energie im Verbundnetz kein Handelsgut ist.
    Es ist aber den Juristen gelungen, es trotzdem zu einem Handelsgut zu erklären.

    Bei diesen Menschen wird kein Sinneswandel eintreten, denn wer sägt sich seinen eignen Ast ab, auf dem er sitzt.
    Machen Sie sich mal die Mühe wie viel Verfahren im Zusammenhang mit den von Ihnen erwähnten Gesetzen deutsche Gerichte beschäftigen im wahrsten Sinne des Wortes.

    Was Ihr Unbehagen betrifft, über einen großflächigen Blackout in Deutschland oder noch schlimmer, da will ich Sie beruhigen.
    Die Bilanzverwortlichen in den vier Regelzonen wissen was Sie tun.

    Mit herzlichem Glückauf

    • Sehr geehrter Herr Peters,

      ich spreche nicht über Black-out, sondern über Stromrationierungen, wenn Leitungsbau und Elektrizitätserzeugung bei praktisch unveränderter Verbraucherstruktur divergieren.

      Den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) als Hauptverantwortlichen vertraue ich. Gesetzgeber und Bundesnetzagentur haben den ÜNB Vollmachten übertragen, die vor 15 Jahren 1.) unvorstellbar und 2.) technisch nicht erforderlich waren. Die Kosten werden i. W. auf die Haushaltskunden „gewälzt“, das natürliche Klientel der SPD. Aber ohne Hardware sind auch die ÜNB machtlos. Hardware sind das erzeuger- und verbrauchergerechte Netz und die Erzeuger. Ich bin gespannt, wie sich beides entwickeln wird.

      Ebenfalls herzliches Glückauf.

      • @ R. Küper

        “ Hardware sind das erzeuger- und verbrauchergerechte Netz und die Erzeuger. Ich bin gespannt, wie sich beides entwickeln wird“

        Was soll sich da denn bei der Planwirtschaft „DDR“-3.1 entwickeln können? Politiker sind nun einmal dumm, denn sonst würden sie in der Wirtschaft die Bosse sein. Würde es ein Germanist in den Vorstandssessel bei BMW schaffen? Oder bei VW? Stromtransport ist wegen des Ohmschen Gesetzes schon teuer. wenn er aber über große Strecken transportiert werden muß, mit Wechselstrom, kommt noch die Impedanz zum Tragen. Transformation auf Höchstspannung und zurück gibt es auch nicht gratis. Deshalb ist es Quatsch ein Versorgungsnetz mit im Netz kongruent verteilten Erzeugern und Verbrauchern in ein Transportnetz umzufunktionieren, um Strom physikalisch von einer gigantischen Windmühlenansammlung in der Nordsee in den Süden bis Sizilien oder Gibraltar zu transportieren. Oder den sog. Ökostrom aus der Sahara nach Kirkenes oder Murmansk. Die meiste Zeit im Jahr wird die dann vorhandene Transportkapazität gar nicht genutzt, denn wann würden die geplanten 50 GW Nennleistung in der Nordsee denn 50 GW produzieren können? Ab Windstärke 7. Kommt da ja ständig vor, denn der Fischmarkt in Hamburg steht ja ständig unter Wasser.

      • Danke Herr Küper für die Klarstellung.
        Die vordringlichen Baumaßnahmen zur Aufnahme von 50 GW Elektrischer Leistung aus EE-Wandler sind weitgehend erreicht.

        Jedes MW darüber hinaus wird wegen der 50% Verfügbarkeit der „ rotierenden Massen“ immer abgeregelt werden.

        Wenn Ihre Bedenken wegen der geplanten Abschaltung der verbliebenen AKW‘s bestehen, gibt es Grund zur Sorge.
        Da wird aber vorher gerechnet und ausprobiert. Erst danach wird abgeschaltet.
        Und da gibt es mit Sicherheit interessante Diskussionen.
        Im konventionellen Kraftwerksbetrieb sieht das viel schlimmer aus.Die Kraftwerksmannschaften fahren ja alle im Passplan.
        Und so gründlich wie hier gearbeitet wird, sind die beantragten Stilllegungen auch personell durchgeplant.
        Sollte die Bundesnetzagentur den Stilllegungen nicht zustimmen, sind zu wenig ausgebildete und betriebserfahrende Mannschaften verfügbar.
        Und dieses qualifizierte Fachpersonal kann nicht im Crash-Kurs aus dem bestehenden Arbeit suchenden Pool der Agentur für Arbeit rekrutiert werden.

        Die Idee von den neuen Reserve-Kraftwerken ist auch nur auf dem Papier zu realisieren.
        Das deutsche Gasnetz kann max. 14 % der Gasmenge für die Umwandlung in El.Energie zur Verfügung stellen.Da wird heute schon in Grenzbereichen gearbeitet. Gas fließt eben nicht mit Lichtgeschwindigkeit durch die Leitungen.

        Dieses Fahren auf Sicht zeigt ja auch sehr deutlich, wie es mit dem Bildungsstand unserer Führungskräfte bestellt ist.
        Da steckt aber kein böser Wille dahinter. Deutschland kann nicht mehr bieten. Und die Welt um uns herum hält sich vor Lachen den Bauch.

        Mit herzlichem Glückauf

        • Was soll dieser Unsinn mit einem Wechselstromnetz begrenzter Kuppelstellen zwischen den Versorgungs-Netzen der ÜNB sporadisch anfallendes Überangebot nach Nirwana zu transportieren? Zwischen 50-Hertz und Tennet gibt es wieviele Kuppelstellen mit welcher Transportkapazität? Das ENTSOE-Netz ist so konstruiert worden, daß der gleichzeitige Ausfall von 3 KKW in einem Netzteil kompensiert werden kann. Daran hat sich im Norden nur eines geändert: Von Geesthacht wurde eine neue Kuppelleitung gen Osten gebaut. Alles was über die Elbe will muß bei Stade und bei Bergedorf den Fluß queren. Bei der Köhlbrandbrücke gibt es auch noch ne Leitung mit Masten. Der Rest ist verbuddelt, aber nicht relevant. Das mit den 3 KKW funktioniert aber nur, wenn das Netz nicht als Transportnetz mißbraucht wird, also die Kuppelstellen nicht belastet sind. Der Emszwischenfall hat ja gezeigt, was passiert, wenn da mal in einem der Teilnetze die Produktion unvorhergessehen schwankt.

        • Lieber Hr. Peters,

          besten Dank für die interessanten Hintergrundinformationen.

          Mit Ihrem Hinweis auf die Abregelung höherer EE-Einspeisungen wegen zu geringer Verfügbarkeit rotierender Massen haben Sie einen Punkt angesprochen, der auch bei der ganzen Netzplanung nicht berücksichtigt wird: Zur EE-Erzeugung durch Sonne und Wind gehört wegen der niedrigen Nutzungsgrade zwangsläufig der Aufbau gigantischer Zusatzkapazitäten, um im Schnitt auf die erforderliche Gesamterzeugung zu kommen. Immer vorausgesetzt, man erfindet in den nächsten Jahren einen „Wunderspeicher“.

          Um den aber bei geeigneten Wetterlagen zu füllen, müsste im Vergleich zur klassischen maximalen Netzlast von ca. 80 GW ein Mehrfaches an Strom transportiert werden. In den Netzausbauplanungen ist dieser Punkt aber nicht berücksichtigt.

          Die Gleise der Achterbahn „Energiewende“ enden rund 50 Meter oberhalb der Geisterbahn. Deren anschliessende Benutzung ist dann zwar kostenfrei, doch muss die restliche Strecke  ökologisch korrekt durch Nutzung der Schwerkraft (CO2-freie potenzielle Energie) zurückgelegt werden. Ein einmaliges Erlebnis ist in jedem Fall garantiert. Für eventuelle Personen- oder Sachschäden kommt der Steuerzahler auf.

          Mfg

  4.  
    Welcher Strom soll eigentlich transportiert werden, wenn in der Nacht auch hier http://tinyurl.com/hsq5g74 kein Wind weht?
    Die ambitionierten Pläne suggerieren: Je länger die Leitungen desto mehr Strom produzieren sie.
    Diesen Effekt kann man doch preiswerter haben: http://tesla.angebot-web.com/ (absichtlich nicht verkürzt). Die Bastelsanleitung dazu kostet nur 37 Euro. Es ist unverständlich, dass die Fühsikerin im Hosenanzug nicht längst auf diese Idee gekommen ist.

  5. Dieser Netzausbau mit den Nord-Süd-Trassen, so wie er jetzt geplant ist, ist Quatsch und reine Geldverschwendung.

    Strom aus den KKW im Süden soll also durch Offshore-Wind-KW ersetzt werden, so wie es uns die Energiekeksperten in Berlin weis machen wollen?

    Wir brauchen Trassen von Ost nach West, um unsere KKW durch Strom aus Polen, Tschechien und Frankreich zu ersetzen!

    • In 20 Jahren soll die konventionelle Stromerzeugung aus Uran, Braunkohle und Steinkohle beendet sein. Während der Dunkelflauten, die bis zu 3 Wochen dauern können, müssten abhängig von Jahreszeit und Wochentag 50 GW bis 70 GW bereitgestellt werden. Wie das geschehen soll, weiß ich nicht.

      Ob neue Höchstspannungssysteme über die Grenzen in alle Himmelsrichtungen gegen wachsenden Widerstand der Bevölkerung, auch in den Nachbarländern, rrichtet werden können, weiß ich nicht. Ob die Nachbarländer die Leistung anbieten können, weiß ich nicht.

      Ich weiß nur, dass die Speicherung elektrischer Energie in Höhe von 20 Mrd. kWh zur Überbrückung von Dunkelflauten mit Pumpspeicherwerken in Deutschland nicht machbar ist. 20 Mrd. kWh Elektrizität als Gas speichern und anschließend in Gaskraftwerken, die gebaut werden müssten, wieder in Elektrizität umwandeln zu wollen, traue ich unseren Politikern jederzeit zu. Technisch aufwendiger, verlustreicher und teurer ginge es allerdings nicht, und nach Entnahme müsste kurzfristig wieder neu gespeichert werden können.

      Die Idee, mithilfe von Smart grids und Smart meters Angebot und Nachfrage ausgleichen zu wollen, wird eher Probleme schaffen, als lösen.

      Zusammengefasst: Ich habe keine Ahnung, wie das Experiment Energiewende enden wird. Ich weiß nur, dass das vom grünen Minister Wenzel geführte  niedersächsische Umweltministerium mir in einem Brief mit Schlagworten aus der Energiewendebibliothek versichert hat, es sei voller Optimismus, dass die Energiewende gelingen wird.

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