Dezember­rückblick 2016, Hochwinter­ausblick 2017

Ein Hauch von Winter: Diesmal präsentierte sich der zwölfte Monat mit einigen klirrenden Frostnächten nicht nur im Raum Weimar- Erfurt kälter als in den Vorjahren, leider fehlte der Schnee. Foto: Stefan Kämpfe

Stefan Kämpfe
Totgesagte leben länger, das gilt auch für den Winter. Der abgelaufene Dezember 2016 zeigte sich zwar insgesamt nicht extrem frostig, aber deutlich kühler als in den Vorjahren; außerdem wies er ungewöhnlich viele Hochdrucklagen auf. Doch was sagt uns das über den angeblichen „Klimawandel“, und müssen die bisherigen Vermutungen zum Verlauf des Winters 2016/17 korrigiert werden?

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1. Die langfristige Entwicklung der Dezembertemperaturen und der „CO2- bedingte Klimawandel“

Der 2015er, frühlingshafte Dezember mit ersten Frühblühern wurde oft als Vorbote der „Klimaerwärmung“ gedeutet. Doch sehr milde Dezember gab es auch vor mehr als 40 Jahren schon, beispielsweise 1974. Betrachtet man den Temperaturverlauf seit jenem Dezember in Erfurt-Weimar (offizielle Station des Deutschen Wetterdienstes DWD), so erlebt man eine Überraschung:

Den geringen (nicht signifikanten) Temperaturanstieg erkennt man kaum, und das, obwohl der 2015er Dezember deutlich wärmer als der 1974er ausfiel. Zumindest im letzten Monat des Jahres fand also der „CO2- bedingte Klimawandel“ bislang nicht statt, denn die Erfurter Werte sind nicht wärmeinselbereinigt (am Flughafen Erfurt- Weimar nahmen Verkehr und bebaute Flächen seit den 1970er Jahren zu, was zumindest leicht erwärmend wirkte und vermutlich neben einer geringfügigen Zunahme der Tage mit Südwestlagen und einer erhöhten Sonnenscheindauer um etwa 17 Stunden seit 1974 die Ursache der Mini- Dezember- Erwärmung ist). Ein nahezu identisches Bild zeigt sich übrigens in Zentralengland, auch dort blieben die Dezembertemperaturen seit 1974 nahezu unverändert. Nun mögen Kritiker bemängeln, es habe sich aber seit 1881, dem Beginn vertrauenswürdiger Messungen in Deutschland, deutlich erwärmt. Das ist korrekt und soll keinesfalls verschwiegen werden, doch jenseits des Atlantiks finden sich Stationen, welche sich schon seit 1881 so gut wie gar nicht erwärmten; ein Beispiel von der US- Ostküste möge das belegen:

2. Besonderheiten der Dezemberwitterung 2016- Die Praxis widerlegt die Theorie der CO2- bedingten Erwärmung

Beim täglichen Blick auf das Barometer fiel der fast stets deutlich zu hohe Luftdruck auf. Wahrscheinlich gab es einen neuen Rekord des Dezember- Luftdruckmittelwertes, was aber erst nach Vorliegen aller Werte endgültig feststehen wird. In Potsdam wurde der bislang höchste Dezembermittelwert 1972 mit 1013,35 hPa (in Barometerhöhe, nicht auf NN reduziert) gemessen. Aber der hohe Luftdruck, der zwischen West-, Mittel- und Südosteuropa pendelte, ging mit fehlender Kaltluftzufuhr, meist schwachem Wind, gebietsweise viel Sonne und zu wenigen Niederschlagstagen einher; trotzdem gab es einige beachtlich kalte Nächte. Die Luftmasse, meist eine im Winter recht milde maritime Subpolarluft (mP), wandelte sich direkt über Mitteleuropa bodennah in gealterte Subpolarluft (xPs oder die trockenere cPs) um, während in der Höhe Warmluftadvektion herrschte, welche den Höhenkeil und das riesige Bodenhoch immer wieder aufbaute. In den klaren, windschwachen Nächten kühlte die Luft bodennah trotz der hohen CO2- Konzentration (im Mittel schon über 400 ppm) und der Höhen- Warmluft stark aus. Zeitweise entstand eine kräftige Inversion (Temperaturumkehr) zwischen dem Thüringer Becken oder dem Werratal (dort sammelte sich die schwere Kaltluft mit teilweise zweistelligen Minusgraden) und den Mittelgebirgsgipfeln mit Temperaturen um 0°C. Die folgende Abbildung zeigt die Wetterlage am Morgen des 05.12.2016:

Das umfangreiche, kräftige Hochdruckgebiet über Südosteuropa reichte bis nach Mitteleuropa. Das Luftdruckgefälle und folglich auch der Wind waren über Mitteleuropa nur sehr schwach (großer Abstand der Isobaren). Die nächste Abbildung mit wenigen Temperaturmeldungen in °C illustriert die enormen Temperaturunterschiede über Mitteldeutschland am Morgen des 5. Dezember, welche allein durch die starke nächtliche Ausstrahlung entstanden waren:

Am 20. Dezember entstand dann erneut ein umfangreiches, mit Nebel gefülltes Kaltluftreservoir im Thüringer Becken und dem südlichen Sachsen- Anhalt. In der Weimarer Mulde schien ab dem späten Vormittag bei +1°C zwar die Sonne, doch der Druck der am Ettersberg aufgestauten Kaltluft war so groß, dass Nebel noch nach 13 Uhr die nördlichen Ortsteile Weimar- Waldstadt und Schöndorf zeitweise einhüllte, sich beim Absinken mit nordöstlichem Wind Richtung Ilmtal auflösend (ganz schwacher Nordföhn). Aber kaum wurde die Sonne schwächer, überflutete der gefrierende Nebel (Zeichen ww49 nach WMO- Schlüssel) ab 14.45 Uhr den gesamten Großraum Erfurt/Weimar und verschwand erst in der zweiten Nachthälfte aus dem Ilmtal. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie dominant Sonnenscheindauer, Bewölkungs- und Windverhältnisse die Temperaturen beeinflussen. Weil mehrfach Vorstöße milderer Luft aus SW bis NW, darunter das berüchtigte „Weihnachtstauwetter“, diese markanten Abkühlungsphasen unterbrachen, wenngleich viel schwächer als 2015, fiel der Dezember 2016 insgesamt etwas zu mild aus.

3. Allen Unkenrufen zum Trotz- das arktische Meereis wuchs im Dezember zeitweise stark

Im Spätherbst (Oktober/November) nahm das arktische Meereis die bislang geringste Fläche seit der Einführung der satellitengestützten Überwachung im Jahre 1979 ein. Das rief sogleich die Alarmisten und Katastrophisten auf den Plan. So schrieb das links- grüne Kampfblatt „DIE ZEIT“ am 8. Dezember unter der Rubrik Wissen: „Das Eis schwindet. Das ist kein ästhetisches, sondern ein existenzielles Problem.“ Leider übersahen die ZEIT- Redakteure einige Fakten. Erstens ist der Zeitraum seit 1979 sehr gering; sein Beginn fällt mit der Abkühlungsphase der 1970er zusammen. Auch in früheren Zeiten, für die aber nur sehr ungenaue Daten vorliegen, wich das Eis stark zurück, so in den 1930er Jahren. Und seit Mitte November dehnte sich die Eisfläche zeitweise stark aus, was auch die folgende Abbildung verdeutlicht (Quelle http://nsidc.org/arcticseaicenews/ ):

Die Eisbedeckung wies in der letzten Dezemberdekade einige Besonderheiten auf. Während eine ungewöhnlich große eisfreie „Kerbe“ bis weit in das Seegebiet nördlich von Westsibirien reichte, war die Eisbedeckung in allen anderen Gebieten fast normal. Dieser Umstand ist vermutlich den in diesem Spätherbst/Frühwinter rekordverdächtig hohen AMO- Werten geschuldet. Über die letzten Golfstrom- Ausläufer gelangt das (noch!) zu warme Atlantikwasser weit nach Nordosten. Von einem „katastrophalen“ Eisschwund kann keine Rede sein. Diese frühwinterliche Ausdehnung des Meereises ist eine mögliche Ursache für die Häufung der Westlagen in dieser Jahreszeit; sicher hat sie auch diesmal das Auftreten des schon immer sehr häufigen „Weihnachtstauwetters“ begünstigt. Auffällig umfangreich war auch die Schneedecke Eurasiens schon Ende November; sie hatte mit 24,03 Millionen Km² den bisherigen 1993er Novemberrekord (24,13 Mio. Km²) nur knapp verfehlt; für Dezember liegen noch keine Werte vor.

4. Ausblick in den Januar- was die mittelfristigen Modelle vorhersehen

Die Ensemble- Vorhersagekarte des NOAA (USA- Wetterdienst) vom 26.12. für den 10.01.2017 zeigte eine diffuse Hochdruckzone von den Azoren über Mittel- bis nach Osteuropa und tiefen Luftdruck westlich von Island (Quelle: NOAA). Sollte das so eintreten (noch sehr unsicher), so wäre es in Deutschland weder extrem mild, noch extrem kalt:

Bei den Modellen entstehen in derart langen Vorhersagezeiträumen aber oft Differenzen der einzelnen, gerechneten Läufe, ganz oben das amerikanische GFS von 26.12., 00 UTC, Mitte ENS, unten ECMWF, jeweils für den 05. Januar 2017, 00 UTC, berechnet (Quelle: http://www.wetterzentrale.de/topkarten/ ). Während GFS und ENS eher antizyklonales Westwetter vorhersahen, berechnete das ECMWF einen Trog über Mitteleuropa mit einem Mittelmeer- Tief, was starke Schneefälle in Ost- und Süddeutschland auslösen könnte:

Die Unsicherheit bleibt also groß, doch deutet sich wohl ein Januar an, der etwas kälter und vor allem niederschlagsreicher als der Dezember ausfallen könnte.

5. Die Nordatlantische Oszillation (NAO), die AMO, die QBO, der Polarwirbel, die markante Kaltwasserinsel im zentralen Nordatlantik und die Sonnenaktivität

Die NAO „drehte“ nach Mitte Dezember wieder auffallend markant in den Positivmodus, was mildes Westwetter förderte und so das „Weihnachtstauwetter“ begünstigt hat. Die AMO- Werte blieben auch im November ungewöhnlich hoch. AMO- Warmphasen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen kalten Winter leicht, weil diese Konstellation kalte, nordöstliche Strömungen („Wintermonsun“) begünstigen könnte. Und die QBO (Windverhältnisse in der unteren Stratosphäre der Tropen, die etwa alle 2,2 Jahre zwischen West und Ost wechseln) dreht momentan in der unteren Stratosphäre in die Westwindphase, was eher milde Winter bevorteilt. Ein Polarwirbelsplitting, welches die Westdrift schwächen und kalte Nord- bis Ostlagen über Europa fördern könnte, kündigte sich in den Modellvorhersagen des französischen Wetterdienstes, welche gut 2 Wochen in die Zukunft reichen, bislang noch nicht eindeutig an.

Die lange Zeit auffällig beständige „Kaltwasserinsel“ im zentralen Nordatlantik zwischen Großbritannien/Westeuropa und den USA war auch im Dezember 2016 meist gut erkennbar. Im Dezember 2016 nahm die Sonnenaktivität weiter ab; zeitweise war die Sonne völlig fleckenlos, was nach eigenen Untersuchungen meridionale Strömungsmuster, darunter besonders Nord- und Ostlagen, im Hochwinter 2017 etwas wahrscheinlicher werden lässt.

6. Analogfälle (ähnliche Witterung wie 2016)

Die wahrscheinliche (trotzdem sehr unsichere) Luftdruckverteilung über Europa (Quelle: langfristwetter.com) sieht für die Hochwintermonate nun doch etwas anders aus, als noch im November erwartet:

Im Januar 2017 (oberes Bild) nur noch eine leicht geschwächte Westwind- Zirkulation (positive Luftdruck- Anomalien in hpa auf Meeresspiegelniveau, gelbe und rötliche Linien über Nordosteuropa und zu tiefer Luftdruck blau- violett auf dem zentralen Nordatlantik). Das kann zumindest gelegentlich Kälte in Mitteleuropa begünstigen. Im Februar (unteres Bild) soll nun etwas zu tiefer Luftdruck über West- und Nordwesteuropa herrschen. Einem Dezember mit auffallend zu hohem Luftdruck über Mitteleuropa folgten in der Vergangenheit häufiger normale bis milde, als zu kalte Januare. Einzelne, sehr milde oder zu kalte Phasen sind jedoch nicht ausgeschlossen.

7. Die „Siebenschläfer- Regel“ des Winters

Neben der im Novemberbericht bei EIKE ausführlich erläuterten „2- K- Septemberregel“ (der Winter und auch der Hochwinter fallen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu mild aus, wenn der vorangehende September in Deutschland um mindestens 2 Kelvin zu warm war), gibt es für die Abschätzung der Hochwinterwitterung noch weitere Regeln, so etwa „War der Dezember gelind, bleibt auch der Winterrest ein Kind.“ Oder „Bricht gar ein Spatz im Dezember- Eis ein, wird ein milder Januar sein.“ Bei Verknüpfung der Dezember- und Septemberregel gilt folgende Aussage: „Waren September und Dezember insgesamt zu mild, so erhöht das die Wahrscheinlichkeit für einen zu milden Januar deutlich“.

Am wichtigsten ist aber die sogenannte „Dreikönigs- Regel“: „War bis Dreikönige (06.01.) kein richtiger Winter, so folgt meist auch kein strenger mehr dahinter.“ Sie funktioniert ähnlich wie die Siebenschläfer- Regel. Kurz nach dem Sonnenhöchst- und Tiefststand hat sich die Atmosphäre meist für ein bestimmtes Strömungsmuster entschieden. Die markanten Keile und Tröge sowie der unser Wetter steuernde Strahlstrom haben eine bestimmte Position eingenommen und behalten diese dann meist für weitere 2 bis etwa 7 Wochen mit nur leichten Variationen bei („Persistenz“). Freilich lässt auch diese Regel Ausnahmen zu, und der „Entscheidungszeitraum“ reicht etwa vom 20.12. bis fast Mitte Januar. Einem Dezember mit auffallend hohem Luftdruck folgten bislang häufiger zu milde als zu kalte Januare. Weil sich der hohe Luftdruck und die milde Witterung auch bis zum Jahreswechsel 2016/17 noch hielten, könnte auch der Januar zeitweise ähnlich verlaufen; gelegentliche Kälteeinbrüche oder zumindest endlich zeitweise Schnee bis ins Flachland bleiben trotzdem möglich. In den Wintern 2011/12 und 2012/13 folgte milden Dezembern sogar noch entweder ein sehr kalter Februar (2012) oder 2013 ein bis in den April dauernder schneereicher Winter, der erst nach dem 10. Januar so richtig begann. Näheres und Interessantes zur Problematik der großräumigen Zirkulationsverhältnisse und deren Auswirkungen auf die winterlichen Temperaturverhältnisse finden Sie im Beitrag von Hans-Dieter Schmidt vom 23.12.2016 unter http://www.eike-klima-energie.eu/2016/12/23/extreme-kaelte-in-teilen-der-usa-dauerhoch-in-mitteleuropa/ . Fasst man alle Prognosesignale zusammen, so kündigt sich am wahrscheinlichsten ein wechselhafter, eher unspektakulärer Januar 2017 an, der weder extrem mild noch extrem kalt ausfällt, eher nasskalt, und einen Wechsel von zyklonalen und antizyklonalen Phasen aufweist.

8. Die Langfrist- Vorhersagen: Viele Institute korrigierten ihre Prognosen vom November 2016

Der britische Wetterdienst (UKMO) sieht nun eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen milden Winter in ganz Deutschland, allerdings unter Einbeziehung des März:

Anmerkung: Hier wird nur die erste UKMO- Karte gezeigt. Es gibt zwei weitere, eine mit der Probability (Wahrscheinlichkeit) für einen normalen Winter und eine für einen zu kalten. Die aktuellen Karten jederzeit unter http://www.metoffice.gov.uk/research/climate/seasonal-to-decadal/gpc-outlooks/glob-seas-prob

Meteo Schweiz bezieht nun ebenfalls den März ein und erhöht dabei die Wahrscheinlichkeitsaussage für einen milden Winter:

LARS THIEME (langfristwetter.com) sagt in seiner Dezemberausgabe nun einen zu milden Januar und einen normalen Februar vorher.

Das IRI bleibt bei seiner Novemberprognose eines mit leicht erhöhter Wahrscheinlichkeit zu milden Winters.

Der DWD (Offenbach) sieht nun eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen normalen Winter:

Die NASA (US- Weltraumbehörde) schwenkt komplett um und kündigt nun einen zu kalten Januar und einen etwas zu kalten Februar an (hier wird nur der Januar gezeigt, Europa liegt ganz links oben in der Karte):

Und das CFSv2- Modell des NOAA (Wetterdienst der USA, folgende 2 Abbildungen, Eingabezeitraum 16. bis 25.12.2016): Januar (oben) eher normal, nur in Teilen des Alpenraumes etwas zu mild und in Südosteuropa zu kalt; Februar (unten) überall viel zu mild. Die vorhergesagten Temperaturabweichungen beziehen sich auf die Mittelwerte der Periode 1981 bis 2010. Die fast täglich aktualisierten, aber leider oft falschen Prognosen unter http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/ (Europe T2m, ganz unten in der Menütabelle; E3 ist der aktuellste Eingabezeitraum):

Die Mehrzahl dieser Langfristprognosen deutet also weiterhin einen normalen bis etwas zu milden Hochwinter 2017 an.

Fazit: Die Prognosesignale sowie die Vorhersagen der Wetterdienste und Institute bleiben sehr widersprüchlich. Es deuten sich aber zumindest einige merklich kältere Phasen im Hochwinter 2017 an, besonders im Januar, zeitweise auch mit nördlichen Strömungsanteilen eher nasskalt; doch insgesamt fällt dieser mit erhöhter Wahrscheinlichkeit normal bis etwas zu mild aus, wenngleich etwas weniger, als in den Vorjahren. Zumindest in den Mittelgebirgen (über 600 Meter) könnte ab Anfang Januar für längere Zeit gut Wintersport möglich sein und auch im Tiefland öfter mal Frost und Schnee herrschen. Geschätzte Januar-Monatsmitteltemperatur 2017 für Erfurt-Bindersleben (Mittel 1981- 2010 minus 0,3°C) -1,5 bis +2,5°C (etwas zu kalt bis deutlich zu mild). Für Feb. 2017 lässt sich noch kein Temperaturbereich schätzen, doch ist ein zu milder Februar momentan noch wahrscheinlicher, als ein zu kalter.

Eine Bewertung der ursprünglichen Winterprognosen (Stand November) erfolgt im Laufe des Monats März.

Zusammengestellt von Stefan Kämpfe, unabhängiger Klimaforscher, am 27.12. 2016

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25 Kommentare

  1.  
    „Der internationale Referenzzeitraum ist immer noch 1961-1990.“
    Es werden folgende verschiedene Referenzperioden verwendet:
    1951-1980 (NASA Giss, Berkeley Earth)
    1901-2000 (NOAA NCDC global)
    1981-2010 (NOAA NCDC gridded, UAH)
    1961-1990 (MetOffice, DWD)
    1979-2008 (RSS)
    Dies macht die Interpretation der Zeitreihen nicht einfacher.
     

     

     

     
    Nun, der NASA-Historiker- Winston Smith von GISS NASA, hatte irgendwann 1984 als Neu-reformer der Historie verfügt, das laut Neusprach nur die neuen Daten gelten und die alten vernichtet werden sollten. Was bedeutet: alle obig genannten Temperaturreferenzen sind ungültig,
     
    Mit freundlichen Grüssen aus der Vergangenheit…
     
    P.S. die neuen Daten: seit 1880 ist die Temperatur gestiegen um 1,1 Grad C laut NASA GISS bis 2001 nicht um 0,5 Grad C, leider halten sich nur die Medien an solche Vereinbarungen dass man „Verunreinigungen“ ausmerzen sollte… Also: bitte korrigieren…
     

     

  2. Sehr geehrter Herr Geyer.

    Sie schreiben: „… Der November war in den USA der zweitwärmste November und der Herbst der wärmste…“ Meine Frage: Sind Sie sicher, dass dies keine Verwechslung mit 2015 ist? Es ist so: Für viele Stationen der USA – so auch die von uns näher beobachtete Dale Enterpise in Virginia- sind die Daten für 2016 noch gar nicht veröffentlicht, die Reihe endet im Sept. 2016.

  3. Hiermit nun noch die Bestätigung aus Potsdam: Der Dezember 2016 wies das höchste, seit Aufzeichnungsbeginn 1893 beobachtete Luftdruckmittel mit 1014,78 hPa auf (Barometerhöhe, nicht reduziert). Und was macht unser schwer abschätzbarer Winter 2016/17? Der lief am Neujahrsmorgen zur Hochform durch starke Abkühlung vor Ort auf: Trotz hochreichender Warmluft herrschten in den Tälern und im Thüringer Becken Frühtemperaturen um minus 10 Grad. Die aktuellen Modell- Läufe des GFS bekräftigen die Vermutung, dass dieser Januar zeitweise nasskalt wird. Zwar bleibt wohl im Tiefland durchgehendes Winterwetter aus, es wird aber zumindest phasenweise mal weiss und kalt, aber die Mittelgebirge können sich über reichliche Schneefälle freuen- Ski Heil!

  4. Hallo Herr Berberich,

    der DWD verwendet (wenn ich mich nicht irre) die „alte“ CLINO- Periode 1961 bis 90, welche kälter war, als die aktuelle von 1981 bis 2010. Im Vergleich mit letzterer wäre 2016 nur um etwa 0,6K zu warm gewesen. Das mit dem fehlenden Referenzzeitraum ist übrigens auch das Problem der meisten, in meinem Beitrag vorgestellten Prognosen. Apropos Modellrechnungen: Die sehen aktuell in puncto Winter so ab 10. Januar nun nicht mehr so optimistisch aus; es könnte auch wieder eine Rückkehr der milden Westlagen geben und bleibt also spannend.

     

  5. So ab etwa 9. Januar werden die GFS- Prognosen konsistenter und deuten ein längere Zeit beständiges Skandinavien- Hoch an. Das würde teilweise strengen Frost und gebietsweise auch Schneefälle bedeuten. Noch ist diese Entwicklung nicht sicher; unklar bleibt auch die Dauer der Kältewelle, aber so langsam müssen wir uns nun ohnehin an das Ende der milden Zeiten gewöhnen; ein Blick auf die sehr inaktive Sonne genügt.

    • Das Wettergeschehen wird derzeit von der Rossby-Welle Nr. 3 dominiert. Zwar soll am 8. Januar Welle 2 und 4 hinzukommen. Aber das Zentraltief über Kanada mit dem Kern nordwestlich der Labradorsee bleibt stabil. Und deshalb wird es erst einmal nix mit einem Blockierendem Hoch über Skandinavien. Stationäre Welle 3 mit Zentrum über Nordamerika bedeutet für Mitteleuropa permanente Südwestlage mit Durchzug von Hochkeilen und kleinen Tiefdrucksystemen.

  6. Pressemitteilung des DWD:

     

    „Deutschlandwetter im Jahr 2016

     

    Ausgabejahr 2016
    Datum 29.12.2016

     

    Das Jahr 2016 war in Deutschland mit einem Plus von 1,4 Grad deutlich zu warm, brachte aber nicht wie 2014 mit 10,3 Celsius (°C) und 2015 mit 9,9 °C neue Temperaturrekorde.“

     

     

    Mich ärgern immer solche Pressemitteilungen des DWD.

     

    (1) Das Jahr 2016 ist noch nicht zu Ende.

     

    (2) Wie hoch ist denn nun die Jahres-Mittel-Temperatur 2016 von Deutschland?

     

    (3) Ohne Angabe eines Referenzzeitraums sagt 1,4°C überhaupt nichts aus.

     

    (4) Zu warm ist eine persönliche Wertung. Man könnte auch sagen, früher war es deutlich kälter.

     

    • > (1) Das Jahr 2016 ist noch nicht zu Ende.
      Und wie hoch meinen Sie ist wohl die Unsicherheit bei noch drei ausstehenden Tagen? Vor allem wenn sich keine großartige Unsicherheit in der Vorhersage für die nächsten Tage existiert?
       > (2) Wie hoch ist denn nun die Jahres-Mittel-Temperatur 2016 von Deutschland?
       9,5 Grad

      (3) Ohne Angabe eines Referenzzeitraums sagt 1,4°C überhaupt nichts aus.
      Der internationale Referenzzeitraum ist immer noch 1961-1990. Siehe auch Normalperiode in Wikipedia. Es wäre verwunderlich wenn der DWD hier einen anderen Referenzzeitraum nehmen würde.
       (4) Zu warm ist eine persönliche Wertung. Man könnte auch sagen, früher war es deutlich kälter.
       Zu warm ist eine korrekte Aussage wenn man die Temperaturen mit dem aktuell gültigen Referenzzeitraum vergleicht.

      • „Der internationale Referenzzeitraum ist immer noch 1961-1990.“
        Es werden folgende verschiedene Referenzperioden verwendet:
        1951-1980 (NASA Giss, Berkeley Earth)
        1901-2000 (NOAA NCDC global)
        1981-2010 (NOAA NCDC gridded, UAH)
        1961-1990 (MetOffice, DWD)
        1979-2008 (RSS)
        Dies macht die Interpretation der Zeitreihen nicht einfacher.

        • Die aktuell gültige Basis-CLINO ist nun mal 1961-1990 und wird 2021 von der dann gültigen Basis-CLINO 1991-2020 abgelöst.

          Der DWD hat bisher (fast?) alle Veröffentlichungen auf diese Basis-CLINO durchgeführt (und wurde schon oft bemängelt das man hier nicht wie andere Wetterdienste auf neuere 30-Jahre-Zeiträume wechselt.

      • Der DWD hat nun die monatlichen Gebietsmittel für Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer veröffentlicht. Im Jahresmittel betragen Temperatur 9,6 °C, monatliche Sonnenscheindauer 134 Stunden und die monatlichen Niederschläge 61 mm. Um diese Werte klimatisch einordnen zu können verwende ich als Maß den linearen Trend im Zeitraum 1951 – 2016.  (Die Zeitreihe der Sonnenscheindauer beginnt erst 1951). Der Trend der Temperatur beträgt 0,25 °C/Dekade. Der Wert ist sehr groß verglichen mit dem globalen Trend von 0,14 °C/Dekade oder dem globalen Trend der Ozeane von 0,12 °C/Dekade. Da das CO2 global wirkt kann in Deutschland der Treibhaus-Effekt nicht die einzige Ursache der Temperaturzunahme sein.
        Betrachtet man die Trendwerte der einzelnen Monate, fällt auf, dass die Werte für Jan/Feb und für Jul/Aug größer sind als das Jahresmittel. Das Extrem im Jan/Feb ist wohl auf die Wirkung der Eis/Albedo- Rückkopplung zurückzuführen. Das Extrem im Jul/Aug deutet eine Austrocknung des Bodens an. Ohne diese Wirkungen wäre der Trend immer noch etwa 0,2 °C/Dekade. Die Sonnenscheindauer SD hat zugenommen mit einem Trend von 0,8 h/Dekade. Aus dem Jahresgang von SD lässt sich 0,09 °C/Sonnenstunde abschätzen. Dies führt zu einem Beitrag von 0,08 °C/Dekade.
        Die mittlere Niederschlagsmenge hat zugenommen mit 0,36 mm/Dekade. Mit dem Temperaturtrend von 0,25°C/Dekade führt dies zu 2% Zunahme an Niederschlägen pro °C. Erwartet werden nach Clausius-Clapeyron 7% pro Dekade. Da die Niederschläge hauptsächlich  durch Advektion vom Atlantischen Ozean zugeführt werden, ist wohl die Temperatur des Nord-Atlantiks mit einem Trend von 0,1 °C/Dekade maßgeblich. Daraus ergeben sich 5% pro °C in besserer Übereinstimmung mit Clausius-Clapeyron.
        Die Zeitreihen des DWD und die Trendberechnungen sind in einer Excel-Datei zu finden unter
        http://tinyurl.com/ze28c7a

    • Da sage ich immer…wem es zu warm erscheint, der sollte sich in einen 200 Jahre alten Bauernhaus ohne Wasser und Stromanschluss und ohne Oel- Gasheizung ein Jahr lang mal durchschlagen. Mit dem Klo außen vor der Tür neben dem Misthaufen, mit Kerzenlicht als Beleuchtung und mit einen Holzofen für Warmwasser und Heizung.

      Wer danach immer noch meint, man könnte in Deutschland so leben wie in der Subtropischen Klimazone, der wird früher oder später an einer Lungenentzündung oder einer starken Erkältung bzw. durch das Erfrieren den Tod finden.

      In der Sonne ist es „warm“…wenn man bei 13 Grad von „warm“ sprechen möchte. Warm ist es nämlich nur dann ,wenn ich dementsprechend angezogen bin, wenn ich mich in die raue Natur hinausbegebe.

      Im Schatten meines Hauses hat es nämlich bereits schon -5 Grad. Egal ob jetzt die 13 oder 15 Grad oder die -5 Grad zu „Warm“ sind….mir wären diese Werte immer noch zu „Kalt“. Jedenfalls ohne entsprechende Kleidung bzw. einen Haus/Wohnung als entsprechende Wärmeinsel von mindestens 20 Grad.

       

  7. Man schaue bei Roy Spencer:

    Der kälteste Dezember seit Menschengedenken in Nordamerika .

    Aber was nicht sein darf, kann nicht sein.

    3SAT bringt dem nächst eine Reportage: „Das Ende des ewigen Eises“, oder so ähnlich.

    ja, ja, für die Klimahysteriker ist die Klimakastrophe schon längst da!

     

    • So schnell kann es gehen. Zu Weihnachten waren es noch Rekordwärmetemperaturen und jetzt kommt die Kälte.

      Übrigens: Der November war in den USA der zweitwärmste November und der Herbst der wärmste. Arktis und Antarktis haben Rekord-Minimas für die Meereisausdehnung. Die arktischen Temperaturen haben für Dezember und für das gesamte Jahr einen neuen Rekordwert errreicht.

      Aber was nicht sein darf, kann nicht sein.

      • Die „Rekordtemperaturen“ der <a href=“http://ocean.dmi.dk/arctic/meant80n.uk.php“>Arktis</a> lagen aber dennoch weit im Minus-Bereich, wenn auch über den Durchschnitt.

        Aber gerade im Sommer waren sie fast durchgehend im „Normal-Bereich“ – und die Ausreißer gibt es in jedem Jahr, wie Sie sich beim Link rückwirkend bis 1958 ansehen können.

        Also nichts eigentlich dramatisches.

        • Die „Rekordtemperaturen“ der <a href=“http://ocean.dmi.dk/arctic/meant80n.uk.php“>Arktis</a> lagen aber dennoch weit im Minus-Bereich, wenn auch über den Durchschnitt.

          Was haben Sie erwartet? Plus-Temperaturen im Arktischen Winter ohne jegliche Sonneneinstrahlung?

           

          Aber gerade im Sommer waren sie fast durchgehend im „Normal-Bereich“

          So wie jedes Jahr. Die Sommertemperaturen schwanken sehr schwach

           

          – und die Ausreißer gibt es in jedem Jahr, wie Sie sich beim Link rückwirkend bis 1958 ansehen können.

          Ein „Ausreißer“ der praktisch seit 3 Monaten anhält? Das ist schon mehr als ein paar Tage die man sonst sieht und die auch mal zu kälteren Temperaturen als im Schnitt führen.

          Also nichts eigentlich dramatisches.

          Genauso wie in den USA. Nicht dramatisches.

  8. Das GFS Modell zeigt aktuell für den 15 Januar eine Hochdruckbrücke von Süd-Skandinavien bis zum Ural. In der Folge Kaltluftzufuhr direkt aus Sibirien, mit Dauerfrost und Tiefststemperaturen bis -25°C in Deutschland. Mal abwarten was da so kommt…

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