O Weh! Es sollte BEST-Zeit werden, es ist die Schlimmste aller Zeiten geworden!

Anthony Watts, Meteorologe und Betreiber des erfolgreichsten Klimablogs der USA (hier) hat die bisher vorliegenden, vielfältigen Kritiken – selbst von Co-Autoren- der BEST Studie analysiert und kommt zu einem ernüchterndem Ergebnis. Er schreibt:
Ich habe versucht, mich auf die Arbeit an meiner Studie zu konzentrieren, aber die Klimawelt explodiert, was mich sofort wieder hineinzieht. Merkwürdige Dinge gehen in Bezug auf die BEST-Daten sowie auf die Ko-Autoren Richard Muller und Judith Curry vor sich. Das Wort Implosion könnte es am besten beschreiben.


Der Studie blüht eine wilde Zukunft. BEST-Ko-Autorin Judith Curry zündet eine Bombe:

Ihre Kommentare in einem Exklusivinterview mit The Mail am Sonntag scheinen mit Sicherheit einen wütenden akademischen Aufruhr zu entzünden. Sie sagte, diese Affäre kann nur mit der notorischen Climategate-Affäre vor zwei Jahren verglichen werden.

Hier folgt ein kurzer zeitlicher Abriss.

1. The GWPF plottet eine 10-Jahres-Kurve mit den BEST-Daten:

2. The Mail on Sunday druckt einen beißenden Artikel (hier), in dem die von der GWPF geplotteten Daten mit den in den Studien veröffentlichten Daten verglichen werden:

Man beachte: Die Zeitachsen in den beiden obigen Graphiken passen nicht zueinander, 200 Jahre/10 Jahre. Das ist ein wenig ungezogen von der Sunday Mail, da viele Leser das nicht bemerken dürften.

3. Dr. Judith Curry, Ko-Autorin beim BEST, greift Muller an, und zwar in einem Artikel der Mail on Sunday, der „hide the decline“ zitiert (hier):

Nach Ansicht von Prof. Curry waren zwei Studien noch nicht zur Veröffentlichung vorgesehen, teilweise deswegen, weil sie nicht in adäquater Weise auf die Argumente der Skeptiker eingegangen sind.

Was den an die Medien gesandten Graph betrifft, sagt sie: „Dies ist ‚hide the decline’-Zeug. Unsere Daten zeigen den Stillstand, genauso wie die anderen Datensätze. Muller versteckt den Rückgang [hides the decline].

 „Zu sagen, dies sei das Ende des Skeptizismus ist irreführend, genauso wie die Feststellung, dass die Erwärmung keine Pause macht. Es ist auch irreführend, wie er es getan hat, zu sagen, dass das Problem der Wärmeinseln gelöst ist“.

Prof. Muller erwiderte, er sei ‚von der Rolle’ gewesen [out of the loop]. Er fügt hinzu: „Ich habe es nicht einmal vor der Abnahme der Presse zugesandt“.

Aber obwohl Prof. Currys Name in allen Studien an zweiter Stelle auftaucht, hat Prof. Muller sie nicht konsultiert, bevor er sich entschlossen hatte, alles Anfang Oktober ins Internet zu stellen, zu einer Zeit, als der Begutachtungsprozess noch kaum begonnen hatte, und gleichzeitig eine detaillierte Presseerklärung zu verbreiten.

Außerdem informierte er ausgewählte Journalisten einzeln. „Das ist nicht so, wie ich es gemacht hätte“, sagte Prof. Curry. „Ich wurde lediglich in gestalt einer Sammel-e-mail informiert. Ich denke, dass sie Fehler gemacht haben und distanziere mich von dem, was sie getan haben.

Es wäre klug gewesen, mich zu konsultieren”. Nach ihren Worten war es sehr unglücklich, dass die Begutachter durch die Maximen des Journal of Geophysical Research nicht Gegen­stand öffentlicher Kommentare sein durften, obwohl das Journal Prof. Muller erlaubt hatte, die Studien zu bringen.

4. Ross McKittrick ergänzt:

Prof. McKittrick fügte hinzu: „Tatsache ist, dass viele der Leute, die in der Lage sind, fachliche Kritik an diesem Werk zu üben, gegenwärtig durch Vertraulichkeitsvereinbarungen gebunden sind.

Dass das Berkeley-Team diesen speziellen Augenblick gewählt hat, um eine internationale Öffentlichkeit zu überraschen, ist eine höchst unethische Sabotage des wissenschaftliche Begutachtungsprozesses.

5. Den BEST-Daten selbst zufolge kühlt es sich in Los Angeles ab, und zwar schnell:

Graph der BEST-Daten von Steve McIntyre

Aber man vergleiche das mit der Stationsaufzeichnung von GISS, und man erhält die ganze unterschiedliche Geschichte:

Überlagerung: Skala und Zeitraum angepasst:

Hier folgt der Artikel von der GWPF:

BEST bestätigt den Stillstand

Sonnabend, 29 Oktober 2011, 23:55, von Dr. David Whitehouse

Im Gegensatz zu Behauptungen vom Leiter der Best global temperature initiative bestätigen die Daten auf einer festeren statistischen Basis den Stillstand der globalen Temperatur während der letzten zehn Jahre, wie es auch andere Gruppen festgestellt haben.

Viele Leute hatten inzwischen Zeit, die vorab bekannt gewordenen Studien des BEST-Projektes zu lesen. Mein starker Eindruck ist, dass sie überwiegend schlecht geschrieben und schlecht begründet sind und in diesem Stadium weit entfernt von einer Form zur Veröffentlichung in einem wichtigen Journal. Während ich schon einige Kommentare über die PR von BEST und ihrer Strategie der Veröffentlichung abgegeben habe (hier), möchte ich jetzt einige Aspekte dieser Daten beleuchten.

Als Prof. Richard Muller, Leiter der Initiative, vom BBC’s Today programme gefragt wurde, sagte er, dass der Stillstand der globalen Temperatur während der letzten Dekade in seinen Daten nicht ersichtlich war

„In unseren Daten, die nur vom Festland stammen, sehen wir keinen Beweis für eine Verlangsamung des Temperaturanstiegs. Der Beweis für diese Verlangsamung stammt aus einer Kombination von Festlands- und Ozeandaten. Die Ozeane erwärmen sich nicht so stark wie das Festland, weil sie mehr Wärme absorbieren, und wenn die Daten mit den Landdaten kombiniert werden, scheint er sich tatsächlich zu verlangsamen, wie die anderen Gruppen gezeigt haben. In den Landdaten haben wir das nicht gesehen.“

Mein erster Gedanke war, dass dies bemerkenswert wäre, wenn es denn so wäre. Der globale Stillstand bei der Temperatur des vergangenen Jahrzehnts ist in den Daten von HadCrut3 offensichtlich, die eine Kombination von Land- und Meeresdaten sind. BEST behandelt lediglich Daten von fast 40 000 Wetterstationen auf dem Festland. Professor Muller sagt, dass sie ‚wirklich den Planeten gut abdecken’. Man erwartet, dass das Festland rasch auf die Erwärmung der unteren Atmosphäre infolge des Antriebs durch Treibhausgase reagiert, anders als die Ozeane mit ihrer thermischen Kapazität und ihren dekadischen Rhytmen von Erwärmung und Abkühlung, nicht zu vergessen ENSO und La Nina.

Abbildung 1 zeigt die monatlichen Daten der letzten 10 Jahre aus den Best-Archiven. [wenn man im Original auf die Abbildung klickt, bekommt man eine Vergrößerung. A. d. Übers.]

Es ist eine statistisch perfekte gerade Linie mit einem Null-Gradienten. Tatsächlich können die meisten der größten Variationen auf ENSO und La Nina-Effekte zurückgeführt werden. Es ist unmöglich, dies mit Prof. Mullers Feststellung in Übereinstimmung zu bringen. Könnte es wirklich sein, dass Prof. Muller nicht in adäquater Weise auf diese Daten geschaut hatte, um die letzten zehn Jahre klar zu erkennen?

Tatsächlich scheint man bei BEST hart daran gearbeitet zu haben, das zu verschleiern. Sie zeigen die Daten über fast 200 Jahre mit einer verkürzten x-Achse und einer verlängerten y-Achse, um die Zunahme überzubetonen. Die Daten werden dann mit einem Zehnjahresmittel geglättet, was ideal geeignet ist, die letzten fünf Jahre des letzten Jahrzehnts zu entfernen und die davor liegenden Jahre mit Jahren zu vermischen, als es einen Anstieg gegeben hatte. Dies ist eine ideale Formel, um die Daten der vergangenen Dekade zu unterdrücken.

Wenn man sie objektiver untersucht, bestätigen die BEST-Daten den Stillstand der letzten Dekade. Dass der Stillstand nur in den Landdaten zum Ausdruck kommen soll ist bemerkenswert. Es gab früher schon Stillstände bei den Landdaten, aber die Signifikanz des letzten Jahrzehnts liegt darin, dass sie in der Ära des postulierten anthropogenen Einflusses in Gestalt von Treibhausgasemissionen liegt. Zahlreiche während der letzten Jahre erstellte Vorhersagen besagen, dass die Erwärmung auf dem Festland am schnellsten und stärksten erfolgen soll.

Noch vor ein paar Jahren wollten viele Wissenschaftler und Kommentatoren den Stillstand bei der globalen Temperatur nicht wahrhaben. Inzwischen unbestreitbar geworden, gab es mehr Erklärungen dafür als überhaupt möglich sind.

Um die Lücke bei den kombinierten Land-Meer-Temperaturen zu erklären, haben einige vorgeschlagen, dass die Ozeane die Wärme aufsaugen, wie Prof. Muller in seinem Radiointerview angedeutet hatte. Diese Erklärung wird nach meiner Ansicht sehr in Frage gestellt, wenn die Landtemperaturen konstant bleiben. Könnten wir wirklich die sehr spezielle Situation haben, dass die Ozeane gerade genug Wärme aufnehmen, um die Landtemperaturen flach zu halten? Aerosole, von denen manche behaupten, sie stammten aus China, bieten auch keine Erklärung für die Lücke in den Landdaten. Tatsächlich setzt die konstante Landtemperatur alle Erklärungen unter Spannung, die angeboten worden sind, warum die Land-See-Kombination im letzten Jahrzehnt oder so keine Erwärmung zeigt.

Wir machen eine große Sache um den Temperaturanstieg. Nach meiner Ansicht sollten wir stattdessen lieber eine große Sache um die Tatsache machen, dass die Temperatur seit einem Jahrzehnt oder länger flach verlaufen ist angesichts des weiter steigenden CO2-Gehaltes. Wenn eine weitere genaue Prüfung des BEST-Datensatzes diesen Umstand bestätigt, werden wir neue Fragen über die Natur und die Balance zwischen der Erwärmung von Meer und Land stellen müssen.

Die Tatsache, dass BEST den Stillstand des globalen Temperaturanstiegs bestätigt und dass dies nur bei den Landdaten der Fall ist, ist signifikant und m. E. das wesentlichste wissenschaftliche Ergebnis bisher. Es ist verstörend, dass sie das nicht bemerkt haben.

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UPDATE: Am 30. Oktober sagte Judith Curry, dass der Vergleich mit „Climategate“ indirekt auf sie gemünzt war. Sie legt ihre Sicht der Dinge hier dar:  http://judithcurry.com/2011/10/30/mail-on-best/

Sie wiederholt: Ich stimme zu, dass die Art und Weise, wie die Daten in der Graphik gezeigt werden, den „Rückgang versteckt“ und fügt hinzu: „Ich dachte, dass das Projekt eine gute Idee war, das tue ich immer noch, aber momentan ist sie mit einem Makel behaftet. Wir wollen mal sehen, was wir dazu tun können“.

Jeff Id hat eine Kritik zu den Daten bearbeitenden Algorithmen geschrieben:

Overconfidence Error in BEST

Er schreibt in den Kommentaren von WUWT: „um es klar auszudrücken, ich glaube, dass ich einen spezifischen mathematischen Fehler identifiziert habe, der eine Neuschrift des CI-Teils der beschriebenen Methodik erfordert.“

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UPDATE2: Am gleichen Tag hat Paul Clark von Woodfortrees seine Analyse der BEST-Daten vervollständigt. Ausreißer scheint eine geeignete Beschreibung zu sein. Er schreibt hier:

Ich habe jetzt die vorherigen Analysedaten des Berkeley Earth-Projektes hinzugefügt – hier folgt ein geglätteter Plot des ganzen Datensatzes mit einem allgemeinen und einem 30-Jahrestrend:

BEST ist ein Datensatz nur von Landstationen. Für einen fairen Vergleich habe ich also ein ganzes Bündel weiterer Datensätze von Landstationen allein hinzugefügt, und zwar von GISS, CRU, RSS und UAH. Um diese sauber zu vergleichen, habe ich eine allgemeine Grundlinie der gleichen Anpassung unterzogen wie ich es mit den globalen Grundlinien gemacht habe, wobei ich die Mittelwerte innerhalb der Zeitraumes von 1981 bis 2011 der UAH-Grundlinie (hier) zu Hilfe genommen habe:

Quelle                                        Mittel

BEST                                            0,6

GISTEMP DTS                               0,44

CRUTEM3                                     0,40

RSS-Land                                     0,14

UAH-Land                                     0,00

Hiermit ergibt sich der folgende Vergleich, wieder zugrunde gelegt ist der 30-Jahrestrend von UAH:

Die Trends der weggefallenen Daten (hier) sind folgende:

Quelle                Trend°C/Jahrhundert

BEST                          2,79

GISTEMP DTS            2,06

CRUTEM3                  2,25

RSS-Land                  2,25

UAH-Land                  2,01

BEST sieht hier immer noch wie ein Ausreißer aus, selbst verglichen mit anderen Datensätzen nur vom Festland, die einen stärkeren Trend zeigen als die Kombination von Land- und Meeresdaten, wobei sich ein mittlerer Wert um 1,5°C pro Jahrhundert in einem 30-jährigen Trend ergibt (hier).

Link: http://wattsupwiththat.com/2011/10/29/uh-oh-it-was-the-best-of-times-it-was-the-worst-of-times/#more-50286

Übersetzt von Chris Frey für EIKE

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3 Kommentare

  1. Interessante Geschichte.
    Gibt es einen bestimmten Grund dafür, dass sie nach 5 Jahren wieder herausgekramt wurde?
    Jedenfalls zeigt sie ein Beispiel dafür, mit welchen Tricks die ganzen Jahren über gearbeitet wurde. Ich hoffe, dass der Druck durch Trump so groß ist, dass diese Dreistigkeit etwas abnimmt. An Einsicht wage ich dennoch nicht zu denken.

  2. Und, was hat BEST wiederum bestätigt?
    Man nehme den „richtigen“ Datensatz, schon ist alles wieder in Ordnung. Jetzt stellt sich lediglich noch die Frage, weshalb sich die Klimatiker des IPCC mehr als 60 Erklärungen für den 18jährigen Stillstand einfallen lassen mußten.

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