Verwundert, weil ihr Stadtteil dank EEG zeitweise keinen Strom bekommt? Auf unserer Homepage wurde doch darüber informiert!

Helmut Kuntz
Vor noch nicht so langer Zeit hatte unser Innenminister die Bürger gebeten, Notvorräte zu lagern.
WELT N24: Bevölkerung soll Lebensmittel-Vorräte für zehn Tage anlegen … selbstverständlich nur wegen diverser äußerer und innerer Bedrohungen, die unser Außenminister nicht in den Griff bekommen kann.


Aber schon damals erkannten „gut informierte Kreise“, dass es sich dabei eher um die Bedrohung durch die angeordnete, in die Katastrophe mündende Öko-Energieversorgung handeln könnte und publizierten dazu diverse, eigene Erkenntnisse:
EIKE: Radio Eriwan: Ist die Versorgung mit EEG-Strom möglich? Im Prinzip ja, sofern sie auf den Strom verzichten
EIKE: Kann man bald per App Deutschland „den Saft“ abdrehen
EIKE: Bereiten sich Gemeinden schon auf künftige Black-Outs im Stromnetz vor?

Dass diese damaligen Analysen unabhängiger Fachpersonen wohl eher den wahren Grund erkannt haben, zeigt sich nun in den ersten auftauchenden Informationen von Versorgern, dass sie aufgrund gesetzlicher Vorgaben verpflichtet sind, dem Bürger den Strom abzuschalten, wenn der Leitungsbetreiber die Gefahr einer Netz-Instabilität kommen sieht. Und eine solche Instabilität wird immer wahrscheinlicher, je höher der Ökostromausbau wird.

Ein Versorger, der diese Information nun mit drastischen Worten an seine Strombezieher gibt, sind die Stadtwerke Bielefeld.
Stadtwerke Bielefeld 26.10.2016 : [1] Stadtwerke Bielefeld bereiten sich auf Netzabschaltung vor
Erneuerbare Energien sollen bald den Hauptanteil der deutschen Energieversorgung bereitstellen. Unser Strom soll klimaverträglicher werden und uns gleichzeitig unabhängiger von knapper werdenden, fossilen Brennstoffen machen. Die Energiewende birgt aber auch Risiken. Erneuerbare Energien bieten heute noch keine so stabile Versorgung wie konventionelle Kraftwerke. Außerdem sind die Transportwege für die erzeugte Energie noch nicht ausreichend ausgebaut. Deswegen kann es dazu kommen, dass in bestimmten Regionen nicht genug Strom zur Verfügung steht. Sollte so ein Fall eintreten, muss der Übertragungsnetzbetreiber (für Bielefeld ist das die Tennet TSO GmbH) sogenannte „systemstabilisierende Maßnahmen“ ergreifen. Das kann bedeuten, dass die SWB Netz GmbH verpflichtet wird, Teile von Bielefeld vom Stromnetz abzuschalten. Aktuell bereiten sich die Stadtwerke, gemeinsam mit der Stadt Bielefeld, nach den verbindlichen Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes darauf vor.

Nun erklären die Stadtwerke Bielefeld darin als Begründungen so ziemlich das Gegenteil von dem, was die Fachleute für Ökostrom immer verkünden: [1] „Die Energiewende birgt aber auch Risiken“,.Erneuerbare Energien bieten heute noch keine so stabile Versorgung wie konventionelle Kraftwerke“, nicht ohne im gleichen Atemzug vorsichtshalber die Notwendigkeit der Energiewende zu betonen, was zeigt, dass eine tiefer gehende Diskussion bewusst vermieden werden soll.

Interessant ist, dass „fehlende Transportwege“ als Begründung erscheinen, die nach den Gutachten der EEG-Fachleute und (davon profitierender Versorger) doch gar nicht erforderlich sein sollen:
Klimaretter.Info: "Keine Eile beim Netzausbau"
N-ERGIE Pressemitteilung: Energiewende mit weniger HGÜ-Trassen möglich
Wie so oft bei „Expertisen“ der Öko-Lobby, klaffen sobald es zum Schwur kommt, Vorhersagen und Wirklichkeit dann doch deutlich auseinander. Selbst der Präsident der Bundesnetzagentur sah sich jüngst genötigt, schon einmal darauf hinzuweisen:

vernunftkraft.de: Aus Westen nichts Neues: … Die Netzbetreiber müssen immer öfter eingreifen. Damit steigen sowohl die Kosten zur Systemstabilisierung als auch die operativen Risiken für einen sicheren Netzbetrieb“ ...
Doch unabhängig davon, wer „rechter“ hat; auf jeden Fall sind die Auswirkungen drastisch.

Das kann bedeuten, dass die SWB Netz GmbH verpflichtet wird, Teile von Bielefeld vom Stromnetz abzuschalten.

Geplantes Leid ist halbes Leid: Aufgrund von bereits vorhandenen Gesetzen für künftige Blackouts der Stromversorgung ist festgelegt, wie die Versorger dann vorzugehen haben. Das ist wichtig, weil damit ein großer Teil der Verursacher und Unterstützer (die Versorger, welche den EEG-Ausbau selbst massiv fördern und durchführen) sich selbst nicht nennen müssen: Stadtwerke Bielefeld:… Sie hat diesbezüglich keinen Ermessensspielraum.

Es steht zu befürchten, dass eine Vorwarnung zur Abschaltung dann nicht möglich ist

Stadtwerke Bielefeld: … Wenn eine solche Netzabschaltung nötig wird, steht zu befürchten, dass der zeitliche Vorlauf sehr kurz sein wird. Deswegen wird es wahrscheinlich nicht möglich sein die Betroffenen im Voraus zu informieren. Die Dauer dieser Unterbrechung soll für die einzelnen Gebiete so gering wie möglich gehalten werden. Die Information über die Abschaltung wird über die Medien, wie zum Beispiel das Radio, verbreitet. Außerdem wird es auf den Internetseiten der SWB Netz, der Stadtwerke und der Stadt Informationen geben. Zudem wird ein Info-Telefon geschaltet.

Aber so schlimm ist das ja nicht: Die Abschaltung erfolgt diskriminierungsfrei und dauert (derzeit) wohl nur jeweils 90 Minuten

Stadtwerke Bielefeld: Abschaltkaskade für Bielefeld
Welche Teile Bielefelds im Ernstfall von der Stromversorgung getrennt werden ist davon abhängig, wie groß die von der Tennet angeforderte Abschaltleistung ist. Das Umspannwerk, das zu diesem Zeitpunkt am nächsten an diese Leistung heranreicht, wird abgeschaltet. Nach ca. 90 Minuten soll die Versorgung dann wieder aufgenommen werden und der nächste Stadtteil, bzw. der nächste Umspannwerkbezirk ist an der Reihe. Die Abschaltung muss diskriminierungsfrei erfolgen. Das bedeutet, dass alle Stadtteile in gleicher Weise in die Abschaltkaskade einbezogen werden. Der Stadtteil, der als erstes betroffen ist, wird also erst dann wieder abgeschaltet, wenn alle anderen Bezirke einmal an der Reihe waren.

Ein Jobwunder bahnt sich an

Es wird also wieder eines der „GREEN Jobwunder“ auf monetäre Kosten der Bürger geben um ein Problem zu lösen, das man selbst geschaffen hat. Wer gesichert Strom braucht, muss sich eine USV für 90 Minuten anschaffen und installieren und das bald bundesweit. Ob diese „Startinvestition“ beim weiteren Ökostromausbau dann ausreicht, steht wohl in den Sternen. Aber die EEG-Fachleute geben dann bestimmt im Rahmen einer migrativen Ökostrom-Ausfall-Bedarfsplanung die erforderliche Information und Fördermittel zur Ankurbelung der EEG-vulnerabilitäts-Bedarfs-Ausbauinitiative „Versorgungssicherstellung durch batteriegestützte Eigenaggregate“ sollte es auch bald geben.

Anmerkung: Dank an den EIKE-Blogleser, der den Hinweis dazu gab.

Quellen

[1] Stadtwerke Bielefeld 26.10.2016 : Stadtwerke Bielefeld bereiten sich auf Netzabschaltung vor
https://www.stadtwerke-bielefeld.de/das-unternehmen/die-unternehmensgruppe/presse/detail/artikel/2/stadtwerke-bielefeld-bereiten-sich-auf-netzabschaltung-vor.html?L=0&cHash=87444e617cf4666acc03f03b3df50afa

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8 Kommentare

  1. @Jürgen Drees #7

    Sie schreiben…
    Der Grund liegt jedoch im überhasteten Ausstieg aus der Kernkraft und mangelnder Schaffung alter-nativer Grundlaststromerzeugung.

    … dann sollten es die Netzbetreiber und Stadtwerke auch so laut wie möglich an die Öffentlichkeit sagen und kommunizieren. Schon alleine aus Selbstschutz bei einer Stromabschaltung!

    Sagt halt endlich, dass die Energiewende/EEG und der Kernkraftausstieg uns Mangel und Armut beschert und zu Strom-Zwangsabschaltungen in der Zukunft führen wird.
    Danke!

  2. Die Stw. Bielefeld erarbeiten diese Maßnahme nicht aus reiner Nächstenliebe. Sie sind gemäß des BDEW-VKU-Leitfadens:
    http://tinyurl.com/ze34wvy
    dazu verpflichtet, vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung eines großflächigen Blackouts zu treffen.
    Als ehem. leitender Mitarbeiter eines kommunalen EVU ist mir bekannt, dass es keinen Spaß macht, überaus komplexe Regelungen zur zeitweisen Abschaltung von Kunden in seinem Netz zu treffen. Es ist vielen Kunden und den Netzbetreibern nicht bekannt, wie viele Menschen es treffen wird, die an autom. Ernährungs- und Lebenserhaltungssystemen angeschlossen sind.
    Was heißt diskriminierungsfrei? Diese Entscheidung wird in jedem Fall in Nachhinein ein Richter treffen. Der Strang an dem Erzeugungsanlagen angeschlossen sind (PV,BHKW,Wind,etc.) bleiben eingeschlossen. An dem keine Erzeugung anschlossen ist, werden abgeschaltet!!!! Es ist überaus ärgerlich aber nicht verwunderlich, dass über diese Regelungen und Maßnahmen selten in der Politik noch in den Medien gesprochen wird. Sollte der Fall einer Abschaltung eintreffen, trifft es uns wie immer unvorbereitet. IM Nachhinein ist das Geschrei groß und die Schuld wird die Netzbetreiber treffen, die nicht darüber informiert haben. Der Grund liegt jedoch im überhasteten Ausstieg aus der Kernkraft und mangelnder Schaffung alter-nativer Grundlaststromerzeugung.

  3. „Zudem wird ein Info-Telefon geschaltet.“ Zu dumm, dass ich DSL-Anschluss eingerichtet habe! Da läuft nichts, wenn der Strom abgeschaltet ist.
    Hat jemand noch ein antikes Post-Telefon mit Wählscheibe?

  4. #4: Günter Gierer sagt:

    „Anstatt klar zu sagen, dass einzig und alleine das EEG für all den Mist verantwortlich ist.“

    Mutti und die hörigen Parlamentsdeppen sind verantwortlich.

  5. ..und gleichzietig wird einem mitgeteilt, dass die Strompreise steigen. Begründung – immer mehr Grünstrom dass Redispatchmaßnahmen erfordert. Anstatt klar zu sagen, dass einzig und alleine das EEG für all den Mist verantwortlich ist.

  6. Noch etwas was niemand laut zu sagen wagt, wenn man in bestimmten Stadtteilen (z.B. Dortmund Nordstadt) Nachts den Strom komplett abstellt kann nach 90 Minuten die Bundeswehr mit Panzer anrücken um die Plünderungen zu beenden. Die brennenden Gebäude ersetzen dann sogar teilweise die abgeschaltete öffentliche Beleuchtung. Wir schaffen das…
    13. Juli 1977 in New York: Aufgebrachte Horden marodierten durch die Straßen, plünderten Hunderte Geschäfte, setzten ganze Häuserblocks in Brand. Der finanzielle Schaden reichte in die Milliarden, der psychologische blieb unermesslich. Es war, in mehr als einer Hinsicht, eine der dunkelsten Episoden in der Geschichte von New York City. „Die Nacht der Terrors“, titelte „Time“ am Montag darauf.

  7. Wie verzweifelt die Netzbetreiber in Deutschland schon sind, lässt sich auch daran erkennen, dass man die diesjährigen anstehenden Revisionsarbeiten in den Deutschen Kernkraftwerken verschiebt. Wann man mit den Revisionen beginnen kann…steht noch in der Sternen. Kommt wahrscheinlich auf den Winter an, wie hart und lang der wird. Und nach dem Winter wird man auch erst einmal sehen müssen…der Kraftwerksfuhrpark (Bestand) wird ja nicht größer sondern schrumpft von Jahr zu Jahr.

  8. Dabei sollte die Elektronik ausgenutzt werden und auf jeden Fall den Grünen und anderen Verfechtern der Energiewende ZUERST den Strom abstellen. Die genössen dies sicher besonders stark!!

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