Atomausstieg – Nein, danke Die Schweizer Bürger stimmten überdeutlich gegen die sofortige Abschaltung ihrer Kernkraftwerke

Helmut Kuntz
Wenn der Bürger wirklich wählen kann, fallen schnell unbezweifelbare „Wahrheiten“ in sich zusammen. So wie die auch die, dass „fast alle Bürger gegen die Atomkraft wären“.
Spiegel Online: Umfragen Deutsche wenden sich radikal von der Atomkraft ab
Die japanische Atomkatastrophe hat die Einstellung der Deutschen zur Atompolitik dramatisch verändert. Eine Mehrheit will nun den ganz schnellen Ausstieg. 70 Prozent halten einen Unfall wie in Fukushima auch hierzulande für möglich.


Um das wirklich prüfen zu können, muss man allerdings in ein Land sehen, in dem die Bürger überhaupt die Wahl haben, sich entsprechend zu artikulieren – wie die Schweiz. Nachdem die Schweizer Bürger jüngst schon „der Welt“ gezeigt hatten, dass mit ihnen nicht jeder Klimaunsinn zu machen ist:
EIKE: Auch die Schweizer Bürger wählen falsch: Volksbegehren für eine „Grüne Wirtschaft“ in der Schweiz gescheitert,
haben sie das wiederholt und ihren Grünen gezeigt, dass sie diesen Protest auch zu Ende denken:

Schweizer Zeitung, 28.11.2016: Die Schweiz stimmt gegen das rasche Ende der AKW – klar und landesweit. Das Nein ist so deutlich, weil sich Gegner und Befürworter der Energiestrategie 2050 kumulierten.
Das Resultat zur Atomausstiegsinitiative lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Obwohl die Umfragen bis kurz vor dem Urnengang von einer Pattsituation ausgingen, ergab sich am Ende eine satte Mehrheit dagegen: 54,2 Prozent der Stimmberechtigten und 20 Kantone sagen Nein zum sofortigen Ende der Atomkraft. Zum Teil war die Ablehnung wuchtig, am stärksten in Schwyz mit 68,1 und in Appenzell Innerrhoden mit 65,8 Prozent. Am knappsten Nein sagte Freiburg mit 51,5 Prozent.

Auffällig ist, dass die AKW-Hysterie in der Schweiz scheinbar vollkommen „versagt“ haben muss. Was in Deutschland – sofern man den NGOs, Grünen und Umweltverbänden glauben könnte – „unvorstellbar“ wäre: Neben einem Kernkraftwerk zu wohnen und keine Angst davor zu haben, scheint in der Schweiz recht normal zu sein.
Schweizer Zeitung: Auffällig, aber nicht überraschend ist, dass in den Atomkantonen Aargau und Solothurn satte Mehrheiten für den Weiterbetrieb stimmten. Hinzu kommt, dass auch Kantone mit viel Wasserkraft wie Graubünden, das Tessin, Glarus, Uri, Bern und das Wallis durchwegs der Atomenergie die Stange halten.

Auffällig ist, dass zwischen der Demoskopie (Umfragewerten) und der wirklichen Wahlentscheidung auch hier deutliche Unterschiede bestehen.
Doch auch Kommentare zeigen zu dem, was unsere Medien in solchen Fällen bieten, einen Unterschied:
Schweizer Zeitung,27.11.2016 Kommentar (Auszüge): Vertrauen, aber kein Freipass
Ein Vertrauensbeweis erster Güte ist das deutliche Nein zur Atomausstiegsinitiative.
Nach Fukushima standen die Chancen der Atomgegner so gut wie nie zuvor, das Aus der Atomkraft rasch herbeizuführen. Und doch bereiteten die Stimmberechtigten der Initiative eine klare Abfuhr. Offensichtlich vertrauen sie der Atomtechnik und den Betreibern weiterhin, auch wenn die Werke ein stattliches Alter haben. Sie vertrauen der Aufsichtsbehörde, dass diese auch dann ihre Sicherheitsdoktrin hochhält, wenn die AKW-Betreiber unter wirtschaftlichem Druck stehen. Das Volk vertraut auch dem Bundesrat und dem Parlament, die mit der Energiestrategie 2050 versprochen haben, dass der Rückzug aus der Atomkraft geordnet vonstattengeht. Mit dem Nein hat das Volk verhindert, dass die Schweiz ohne Not in einen Umbau der Stromversorgung hineingetrieben wird, auf den sie nicht vorbereitet ist.
Ein solcher Kommentar in der SZ oder von der dpa – fast nicht vorstellbar.

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8 Kommentar(e)

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1

Wenn aus einem KKW Radioaktivität entweicht, dann kann da kaum jemand Schaden erleiden. So ist es ja in Fukushima gewesen. Man kann nur einen hypotethischen Schaden erleiden, der nicht nachweisbar ist. An diesen hypothetioschen Schaden muß man ganz fest GLAUBEN. Ansonsten hat Radioaktivität, so wie sie in Fukushima freigesetzt worden ist, auf die menschliche Gesundheit nur positive Effekte, aber das glaubt heute niemand. Irgendwann in weiter Ferne wird sich das ändern, so wie bei den Hexen im Mittelalter: früher hatte man sie verbrannt, heute sind Hexen Gutmenschen, weil sie mit ihrem Luftfahrzeug kein CO2 emittieren.

2

#3: Ach, mit 50J sehe ich die unvermeidbaren Lebensrisiken etwas lockerer als früher. Meine Mutter starb mit 58J, mein Vater macht nächstes Jahr die 80J voll - bei klarstem Verstand. Am letzten Freitag konnte ich einen Frontalunfall nur knapp verhindern: Ein Vollidiot überholte eine LKW-Kolonne und kam mir auf meiner Spur entgegen. Nur durch eine Vollbremsung konnte ich einen Frontaleinschlag verhindern, der Idiot hatte m.E. mindestens 140 km/h drauf, und zwar auf einer Landstraße. Na, dann hätte es einen "widerlichen und dreckigen Klimaleugner" wie mich weniger gegeben, ich bin als AfD-Mitglied eh nur ein Mensch bestenfalls vierter Klasse in diesem Land, dazu Pack, Dreck und Dumpfbacke, denn diesen Unfall hätte ich auf gar keinen Fall überlebt. Beim Ausweichen wäre ich in einen Baum gedonnert. So schnell kann es gehen - Glück gehabt. Das statistische Risiko in einem KKW der Schweiz erscheint mir im direkten Vergleich dazu lächerlich gering.

3

Der oben angegeben Link zum Spiegel funktioniert nicht. Die Zeile ist offensichtlich zu lang. Deshalb hier der verkürzte Link:
http://tinyurl.com/jmocask

Trotzdem noch eine andere Anmerkung:

Diese Ablehnung stammt aus dem Jahr, als Katastrophenmeldungen über Fukushima in der Presse schon extrem verbreitet waren. Ich erinnere mich auch an Foodwatch, die behaupteten, dass es in Deutschland jährlich 200.000 Krebstote wegen Fukushima geben sollte. Die Seite hat Foodwatch entfernt, hat wohl nicht funktioniert ... außer mit den Geldspenden.

Aber ein Jahr zuvor war die Meinung in Deutschland anders. Eine Forsa-Studie zeigte 2010. Das erschien auch im Focus. 44% der Deutschen sind für die Atomkraft und 81% waren der Meinung, dass die Kernkraftwerke zur Sicherung der Stromversorgung noch einige Zeit notwendig ist. Nur 15% meinten, dass diese Kraftwerke nicht nötig wären.

Nachdem aber die Katatsrophenmeldungen in der Presse und im Fernsehen immer schärfer wurden und die Ursache für die Toten auf das Kernkraftwerk geschoben wurden, hatte sich die Meinung geändert.

"Forsa-Studie: Fast jeder zweite Deutsche ist für längere AKW-Laufzeiten"

http://tinyurl.com/zu3rqyu

Es kann auch sein, dass die Meinung heute immer noch der von 2010 entspricht. Bei den Umfragen sind die Antworten schon vorgegeben. Wenn ich Anrufe dazu bekomme, lehne ich eine Reihe von Antworten ab, weil das Ziel bei den Antworten in der gleichen Richtung läuft. Ich sage dann immer: "Suchen Sie sich eine Antwort selbst aus. Ich kann das so nicht beantwoten."

4

Wie währenddessen Deutschland tickt, sollte man den EIKE Lesern nicht vorenthalten:
http://bit.ly/2gCzZY5
Das ABC von Energiewende und Grünsprech 23: Klimastadtwerk.....
Die Berliner*_Innen gehen im Licht mit Ökostrom betriebener LED einer weltoffensolidarischnachhaltigen Zukunft. Inwiefern eine Blaupause für gleichfarbige Bundespolitik nach der Wahl 2017 besteht, liegt am unberechenbaren Schwarmverhalten der Wähler.
.....

5

Zwei Ereignisse in diesen November haben mein Optimismus gestärkt:
1) Wahlausgang in USA, der in meinen Augen als SuperGAU für die grüne Klimaretter bedeutet,
2) Das Ergebnis der Volksbefragung in der Schweiz ein klares Nein zum Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie.
MfG

6

@ #2 F. Endres

"Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich bei einem Besuch in Leibstadt unsicher"
Gefühle können trügen. Glauben auch.
LWR können nicht explodieren, es sei denn die Konstrukteure sind so blöd wie die von Westinghouse, die keine Druckentlastung und keine "Abgasleitung" für den Fall der Kernschmelze vorsahen.

7

Danke, liebe Schweizer! So etwas macht Hoffnung.

Ich würde, würde sich ein Profil für mich ergeben, sofort meinen jetzigen Arbeitsplatz aufgeben und in einem Kernkraftwerk der Schweiz arbeiten. Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich bei einem Besuch in Leibstadt unsicher. Im Gegenteil, ich fühlte mich dort ausgesprochen sicher und wohl.

Aus gegebenem, nicht unkritischen Anlass: ich schreibe im Internet GRUNDSÄTZLICH privat und nutze dafür private Geräte und einen privaten Internetzugang (Festnetz oder mobil).

8

Die Schweizer haben sich mit ihren Franken ja auch schon vor einiger Zeit vom Euroanpassung getrennt.
Sei es die Wirtschafts- die Währungs- oder jetzt die Energiepolitik. Die Schweiz ist das genaue Gegenteil des "Großmannsüchtigen Grün-Sozialistischen EU-Deutschland"!
Auch England hat sich für den Schweizer Weg "Der Unabhängigkeit und Selbstbestimmung" mit dem Brexit und den Bau neuer Kernkraftwerke entschieden. Und dieser grün-kommunistischen EU-Deutschen Elite die Rote Karte gezeigt.
Gut so! So muss es weitergehen!
Mal schauen, wer sich als nächstes von dieser Eliten EU-Deutschland trennen wird.
Tipp mal auf Italien. Aber auch Frankreich und die Niederlande sind Kandidaten. Österreich und Ungarn....?
Der Zerfall der Grünen-Kommunisten Eliten EU-Deutschland ist auf jeden Fall nicht mehr aufzuhalten.