Lässt Frau Merkel ihre Umweltministerin hängen? Barbara Hendricks reitet ein totes Pferd

Helmut Kuntz
Es gibt Überschriften, die bleiben im Gedächtnis haften, weil man fast glauben möchte, sie würden Geschichte vorwegnehmen. Wenn dann andere Autoren unabhängig diese Gedanken ausführen, lässt sich hoffen, dass diese Geschichte eines Tages vielleicht zum Zeitgeist wird.


Es geht um unsere Umweltministerin, Frau Dr. Hendricks, welche vollkommen unbeirrt – genauer, mit absoluter Sturheit – ihrer tiefen Klimaalarmgläubigkeit frönt und nicht im Entferntesten versteht, dass es Menschen gibt, welche dieser Glaubensangst nicht bedingungslos zustimmen.
Auf Klimaretter.Info, kam dazu ein entsprechender Artikel, aus dem die Überschrift entnommen wurde: [2] Merkel lässt Hendricks hängen. Kurz darauf brachte P. Heller aus einem anderen Anlass zum gleichen Thema einen interessanten Essay: [1] Klimaschutz? Hat sich erledigt, aus dem die die zweite Überschrift stammt.

Beide Publikationen nehmen mit ihrem zeitlichen Zusammentreffen symbolisch eine Kollision der offiziellen Klimaschutzpolitik mit der ökonomischen Wirklichkeit vorweg. Während der Artikel auf „Klimaretter“ nach dem Überfliegen ohne Gedächtnishaftung beim üblichen Klima-Propagandamüll verschwindet, bietet der von P. Heller jedoch lesenswerte Gedanken.

Ist CO2-Vermeidung billiger als direktes Handeln

Seit Jahren gilt beim Klimaschutz eine dogmatische “Wahrheit“ welche besagt, dass Handeln viel billiger wäre als nicht handeln, im Klartext: CO2-Vermeidung wäre immer billiger als direkter Schutz in mögliche Auswirkungen. „Belegt“ wurde dies im „Stern-Report“, der trotz enormer Kritiken immer noch als seriös gilt (danach kann man in 50 … 200 Jahren anfallende Kosten heute genau berechnen) und zum Beispiel von Frau Merkel in ihrer Rede zum VII. Petersberger Klimadialog am 5. Juli 2016 als richtungsweisend gelobt wurde.
Was die wenigsten Befürworter dieses Reports beachten ist, dass (neben Anderem) alleine durch Verändern der von Stern angenommenen Diskontierungsrate sein Ergebnis genau so leicht ins Gegenteil gerechnet werden kann: „Klimapolitische Beratung im Grenzbereich von Ethik und Ökonomie“.
Zwischenzeitlich sind ca. 10 Jahre vergangen und über den Umfang der (angeblich) notwendigen CO2-Vermeidung liegen neuere Studien vor. Eine solche wurde gerade von der Umweltbehörde der Vereinten Nationen veröffentlicht und Herr Heller nahm sich diese vor.

Klimaschutz? Hat sich erledigt

TYCHIS EINBLICK, 04.11.2016, Peter Heller (Auszüge, empfohlen wird das verlinkte Original zu lesen):

[1] Klimaschutz? Hat sich erledigt
Barbara Hendricks reitet ein totes Pferd. Schon, als die Bundesumweltministerin im vergangenen Jahr voller Enthusiasmus nach Paris aufbrach, um das im Nachhinein als “historischen Durchbruch” verklärte Klimaabkommen mitzuverhandeln, hätte sie es merken können. Denn keiner ihrer Kabinettskollegen, geschweige denn die Kanzlerin, hat sie begleitet. Auch die Verkündung der Ergebnisse in der Bundespressekonferenz blieb ihr allein überlassen.

… In ihrer neuen, am 3.11. nur wenige Tage vor Marrakesch veröffentlichten Studie, hat die Umweltbehörde der Vereinten Nationen (UNEP – United Nations Environmental Program) daher auf Basis von zehn Szenarien, vier Klimamodellen und eben der 66%-Grenze kalkuliert, wie groß das gesamte noch zur Verfügung stehende weltweite Budget an Kohlendioxid-Emissionen ist, will man die zwei Grad nicht reißen. Es beträgt 553 Gigatonnen. Im Jahr 2015 wurden 36,2 Gigatonnen in die Atmosphäre geblasen. Selbst wenn es gelingt, die Emissionen auf diesem Niveau einzufrieren, verblieben der Menschheit also nur noch fünfzehn Jahre. Danach wäre der Verbrauch fossiler Energierohstoffe auf null zu senken, weltweit und sofort.
Steigen die Emissionen weiter wie in den letzten Jahren an, verkürzt sich die verbleibende Zeitspanne für die vollständige Dekarbonisierung weiter.

Das ist der Hintergrund der Forderung der Grünen, ab 2030 die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren bei PKW ab 2030 zu verbieten. Was natürlich bei weitem nicht ausreichen würde. Auch der Bestand müsste stillgelegt werden – und das im gesamten Automobilverkehr, eingeschlossen beispielsweise Busse und Lastkraftwagen. Eisenbahnen, Schiffe und Flugzeuge hätten ohne Diesel oder Kerosin auszukommen. Die Erdgasheizung wäre Geschichte, die Stromproduktion aus Kohle ebenfalls. Stahl, Zement, Keramik, Glas und viele Kunststoffe könnten nicht mehr hergestellt werden. Der gesamte Konsum hätte “klimaneutral” zu erfolgen, ab 2030 müssten alle Menschen Vegetarier werden. Um gemäß der Klimasimulationen zumindest mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% unter 1,5 Grad zu bleiben, dürfte man gar nur noch 217 Gigatonnen Kohlendioxid produzieren. Der vollständige, weltweite Rückfall ins Mittelalter wäre dann bis 2022 zu vollziehen.

Eine solche Politik ist natürlich nicht durchsetzbar, weder global, noch in einzelnen Ländern. … Mit der Einleitung, ja schon mit der ernsthaften Vorbereitung der oben geschilderten Maßnahmen, die übrigens in den ersten Entwürfen des Klimaschutzplans tatsächlich auftauchten, gäbe man den politischen Gegnern weit größere Mobilisierungsoptionen, als durch die konzeptionslose Flüchtlingspolitik. Nur Barbara Hendricks hat das noch nicht verstanden. Deswegen scheitert sie fortwährend.

zum Offenbarungseid
Die Botschaft des aktuellen UNEP-Reports ist klar. Wenn tatsächlich mit einer Erwärmung von zwei Grad im weltweiten Mittel apokalyptische Folgen verbunden sind und wenn die Klimamodelle wirklich stimmen, dann ist die Klimakatastrophe durch keine Macht der Welt mehr aufzuhalten. Also kann man die Klimaschutzpolitik in der gegenwärtigen Form, in der sie sich auf die Reduzierung und Vermeidung von Emissionen konzentriert, auch lassen.
Diese einfache Wahrheit nach Jahrzehnten der Propaganda einzuräumen, wäre aber politisch mindestens ebenso vernichtend, wie eine umfassende Dekarbonisierung. Daher öffnet die UNEP den Regierungen einen Fluchtweg: Wir machen einfach so weiter wie bisher, mit Appellen, Papieren, Verhandlungen und der ein oder anderen eher symbolischen Maßnahme, und verschieben die Lösung auf die nachkommende Generation. Die dann ab 2050 gezwungen sein wird, Kohlendioxid in großem Maßstab wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Mit Technologien und Verfahren, die es noch gar nicht gibt. Nur diese sogenannten “negativen Emissionen” schützen das Pariser Abkommen vor dem Papierkorb.
Der Glaube, auf diese Weise die Steuerzahler zur weiteren Alimentierung der Klimaschutzindustrie motivieren zu können, beweist einmal mehr den Mangel an Respekt, den Regierungen und Verwaltungen den Bürgern entgegenbringen.

Klimaschutz ist entweder nutzlos, weil die Natur doch macht, was sie will, oder er ist gefährlich, weil die Dekarbonisierung die Menschen in Armut und Verwundbarkeit stürzt, oder er ist sinnlos, weil die gesteckten Ziele nicht erreichbar sind. Für letzteres gibt es nun eine offizielle Bestätigung von höchster Stelle.

Quellen

[1] TYCHIS EINBLICK, 04.11.2016, Peter Heller: Klimaschutz? Hat sich erledigt
http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/klimaschutz-hat-sich-erledigt/

[2] Klimaretter.Info, 02.11.2016: Merkel lässt Hendricks hängen
http://www.klimaretter.info/politik/nachricht/22181-merkel-laesst-hendricks-haengen

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13 Kommentare

  1. Verehrter Herr #12: Buehner, das war keineswegs gegen Sie gemeint, wie kommen Sie darauf?
    Ich bin lediglich der Meinung,
    dass Politik keineswegs nur „Charakterfrage“ ist, sondern auch Sachverstand erfordert.
    Das war in der Nachkriegszeit entschieden besser. Ich habe das besonders in der „Wirtschaftspolitik“ aus familiären Gründen sehr hautnah verfolgt.
    Und wenn Naturwissenschaft und Technik gefragt sind, wie nun mal in der Energiepolitik,
    ist doch die Realitätsferne eines ganzen Heers von Politikern nicht nur bemerkenswert, sondern geradezu verhängnisvoll.
    Aristoteles bleibt das Vorbild für logisches Denken. Der gehört raus aus der Tonne.

    mfG

  2. @ #11: Dr.Paul
    Das ein Buchhalter Buchhaltung können muss, setze ich voraus. Zu polemisieren, was ein Politiker alles können sollte, bin ich nicht bereit. Ihren Aristoteles können Sie in die Tonne kloppen. Was SIE interessieren würde, ist mir vollkommen gleichgültig. Lassen Sie bitte den Begriff „Ärzte“ aus dem Spiel! Was diese Spezies betrifft, könnte ich wochenlang schreiben (mache ich aber nicht). Was Sie über Frau Hendricks bemerken, kann ich akzeptieren. Einen Lehrmeister benötige ich nicht – zumindest Sie nicht.

  3. #10:Hallo Herr Buehner,
    dann würde mich sehr interessieren, welche Eigenschaften einen „Politiker“ denn qualifizieren.
    Die Politischen „Richtlinien“ in einer Demokratie sind eigentlich durch den Wahlausgang vorgegeben und werden durch den Bundeskanzler bestimmt.
    Die Minister arbeiten dem Bundeskanzler zu und sind zwar „politisch“, aber „Fachminister“ unterstützt durch ein großes Ministerium von Fachleuten, die dem Minister die Faktenlage aufbereiten müssen.
    Ich habe noch keinen Justizminister erlebt, der nicht Jurist war. Und ein Gesundheitsminister ist im Ausland überwiegen ein Arzt (nur in Deutschland nicht).
    Schon bei den alten Griechen (Athen) war „Politik“ ein philosophisches Kernthema, interessanterweise wurde trotz Bürgerdemokratie zum Regieren nicht nur „Mehrheit“, sondern auch Qualifikation gefordert (Aristoteles).

    Ich kann mir schlecht vorstellen, dass ein ganzes Ministerium so einen Unsinn vertreten kann, wie diese Ministerin.
    Ihr Privatleben spielt für mich keinerlei Rolle,
    ihre berufliche Qualifikation als Fachministerin um so mehr.

    mfG

  4. @ #6: Dr. Horst Denzer
    Sehr geehrter Herr,
    was Sie über Frau Hendicks schreiben, mag zutreffen.
    Allgemeine Gültigkeit hat das nicht.
    Schule/Studium/Beruf und Lebenslauf sagen nichts über die Politikfähigkeit eines Menschen aus. Fachwissen ist keine Grundvoraussetzung, um gute Politik zu machen.

  5. #6: Dr. Horst Denzer sagt:
    am Montag, 14.11.2016, 12:22
    Dieter Zetsche hat jetzt die Grünen einmal richtig kennen gelernt, als er auf deren Parteitag einen Vortrag hielt. Ich wundere mich allerdings über die enorme Naivität des Daimler-Chefs, dass er geglaubt hatte, mit der Grünen Jugend vernünftig reden zu können. Diese Naivität hätte ich auf Grund seiner Vita und seiner technischen Kenntnisse nicht für möglich gehalten. Die Meinung anderer
    Kommentator(inn)en dazu würde mich interessieren !!
    mit freundlichen Grüßen, Horst Denzer
    ####################################,

    Das Anbiedern der Industrieverbände (VDE, VDI…) sowie der CEO großer Firmen an den grünen Zeitgeist erinnert fatal an die Zeit des Nationalsozialismus! Gerade die Fachverbände sowie die Industrie müssen doch wissen dass die „Energiewende“ weder mit den physikalisch-technischen Grundlagen, noch mit den ökonomischen Grundlagen, von Industrie und Energiewirtschaft vereinbar ist! Das, und nur das sollte aus dem Munde dieser Leute bei Parteitagen zu hören sein. Statt dessen aber verbale Anbiederung an ideologische Klimaschutz- und Energiewendeprogramme sowie das publizieren grenzdebiler Werbungen für „Ökostrom“ und „E-Mobilität“. Wir werden Zeuge des kompletten Versagens der Eliten vor dem grünen Zeitgeist! Schande über diese Leute, denn sie wissen was sie tun, bzw. unterlassen!

  6. @Dr. Horst Denzer #6
    Schauen Sie halt in die Deutsche Geschichte. Alle Großtunternehmen/Dynastien der Deutschen Wirtschaft waren schon immer der Obrigkeit (Politik) hörig. Ob es sich nun um eine kaiserliche Politik, eine Hitler oder DDR Politik handelte. So ist es jetzt auch mit dieser Grün-Sozialistischen Merkel Politik.

    Aller Unternehmen meinten mit der Politik des Krieges oder des kommunistischen Plansystem wie auch jetzt mit der CO2 Klimapolitik ihren kurzfiristigen Profit zu steigern.
    Das Problem dieser „Unternehmer“ Manager war und ist ihre KURZSICHTIGKEIT und ihr mangelndes Verständnis von Demokratie und wirtschaftlicher Mehrwertschaffung die ja dirkete Auswirkung auf das Wohl einer Markt-Konsumgesellschaft = Volkswirtschaft hat.

    Obwohl das Techniker und Ingenieur Wissen das Desaster einer E-Mobilität und der Abschffung der Benziner und Diesel sieht, reagiert das Macht und Geld Ego der Manager nach Anerkennung der jeweils herrschenden politischen Ausrichtung. Auch dann, wenn es dem eigenen Untergang des Unternehmen/Branche bedeutet.
    Verstärkt wird dies durch die Unterwanderung der jeweiligen Branchen Vertretungen (Lobbygruppen) von der politischen Gesinnungsstasi.
    Trump hat mit dem US Volk den Durchbruch geschaffen. Jetzt ist es an der AfD mit den Wählern zusammen einen Durchbruch zu schaffen.
    Danke!

  7. Bemerkungen zu :
    Barbara Hendricks und Dieter Zetsche :
    Barbara Hendricks ist völlig ungeeignet und überfordert für ihren Job, was bereits ihre Vita zeigt. Studium von Geschichte und Sozialwissenschaften in Bonn, wobei sie im Fach Geschichte über die Entwicklung der Margarineindustrie am Niederrhein promoviert hatte. Fragen zu Klima, Energie, Verkehr und Rohstoffen kann sie daher logischerweise nicht beantworten sondern nur ihr Erzähltes wieder vortragen – es rächt sich, dass vor allem beim Klima keine Experten in der Politik und bei den Medien sind – auch die Bundeskanzlerin ist keine Klimaexpertin !
    Dieter Zetsche hat jetzt die Grünen einmal richtig kennen gelernt, als er auf deren Parteitag einen Vortrag hielt. Ich wundere mich allerdings über die enorme Naivität des Daimler-Chefs, dass er geglaubt hatte, mit der Grünen Jugend vernünftig reden zu können. Diese Naivität hätte ich auf Grund seiner Vita und seiner technischen Kenntnisse nicht für möglich gehalten. Die Meinung anderer
    Kommentator(inn)en dazu würde mich interessieren !!
    mit freundlichen Grüßen, Horst Denzer

  8. #3: Buehner sagt:

    „Frau Hendricks hat einfach keine Ahnung und muss bekämpft werden.
    Frau Angela Merkel wollte sie haben.“

    Mensch Leute

    Hendricks ist doch nur eine Handpuppe.
    Die tut doch nichts, was ihr die Hand nicht vorgibt.

    Die HAND muß weg…

  9. Frau Hendricks hat einfach keine Ahnung und muss bekämpft werden.
    Frau Angela Merkel wollte sie haben. Nicht denkende, hörige Mitarbeiter sind Frau Merkel am liebsten. Jetzt soll die Superkanzlerin sehen, wie sie die wieder los wird.

    Wenn die gute Frau Hendricks irgendetwas auf die Reihe bringen würde, dann —— ach, was träume ich denn da! 🙂

    Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

  10. burning Barbara, DER Prototyp von völlig verhetzten, ideologisch verblendeten Fanatikerinnen, die dem Faschismus schon mehrfach zum vorübergehenden Sieg verholfen haben. Nach dem alten Spruch: hinter einem erfolgreichen Mann, steht immer eine kompromisslose Frau!
    Nur, dass diese „Weiber“ heute von Hass zerfressen auf dem lesbischen Abstellgleis für alte Hässliche auf ihr verkorkstes Volkszertreter-Leben zurück schauen & voller Chuzpe den Karren durch die Wand ganz tief im MariannenGraben versenken wollen. Damit ja kein anderer sich ihres „Spielzeugs“ annehmen kann, um es einfach besser zu machen…Wär doch gelacht, wenn es dieses Mal nicht zum 1.000.000 jährigen 2°C-Ziel 4. Reich reicht.
    WER WÄHLT SOWAS?

  11. Gute Seite:

    tichyseinblick.de

    SZ, FAZ, Spiegel und den Rest der linksgrünen Meinungsmanipulationsindustrie kündigen und einen Teil des Gesparten bei Tichy anlegen.

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