Profit-Probleme: Solar kann immer noch kein Geld verdienen

N. N.
Elon Musk machte auf einem Ereignis vor ein paar Tagen in Los Angeles Schlagzeilen, als er die neuen Glas-Dachziegel der Firma SolarCity vorstellte – glatte, elegante Schindeln, die das Sonnenlicht von oben durchlassen (wie macht sich das für bessere Beleuchtung?), während sie außerdem Solarzellen zur Stromerzeugung enthalten. Danach enthüllte er das zweite Iterations-Verfahren des zweiten Hausbatterie-Systems von Tesla, die Powerwall, von der er sagte, dass sie genug Speicherkapazität habe, um ein typisches Zuhause mit vier Schlafzimmern einen Tag lang mit Strom für „Kühlschrank, Herd und Licht“ zu versorgen.


Musk war noch nie um eine Vision verlegen, und seine ,Roadmap‘, um sowohl Solarstrom-Erzeugung als auch die Fähigkeit, Strom im Haus (und auf dem Haus) zu speichern, ist sicher ambitioniert. Aber während es das mögliche Ziel sein kann, jedes neu gebaute Haus in Amerika mit Solar-Dachziegeln zu decken, spiegeln Musks erste Schritte jene, die er mit Elektroautos bei Tesla gemacht hatte: Die waren charakterisiert durch eine starke Konzentration auf die Erzeugung eines Luxusgutes, dass Leute mit dem nötigen Kleingeld kaufen wollen.

Der normale Grüne wird sagen, dass der Solartag in der Sonne [solar’s day in the sun] bereits angebrochen ist, und er wird auf die Tatsache verweisen, dass Solar-Installationen während der letzten Jahre stark zugenommen haben, sind doch die Vorlaufkosten gefallen und haben doch Subventionen der Regierung diese Paneele ökonomisch attraktiver gemacht. Aber diese Periode raschen Wachstums könnte zu Ende sein, prophezeien doch Analysten, dass 2017 das Jahr des Solar-Niedergangs sein wird.

Noch wichtiger aber ist, dass es beim wirklichen Test für Musk und der übrigen Solarindustrie nicht darum geht, ob man die Menschen davon überzeugen kann, Solarpaneele zu installieren oder nicht. Sondern es geht darum, ob sie damit Geld machen können. Unglücklicherweise scheint aber Profitabilität immer noch ein ferner Traum zu sein, wie die FI berichtet:

Paneele tauchen auf den Dächern aller Häuser in den USA auf, und etwa 1 Million haben jetzt Solarsysteme. Aber die Industrie ist ein weiteres Opfer des beständigen Fluches erneuerbarer Energie: Obwohl der Markt rasant wächst, erweist es sich als sehr schwierig für Unternehmen, einen zuverlässigen Weg zur Erzielung von Profiten zu finden. …

Der Aktienkurs von Sunrun ist seit Jahresbeginn um 54 Prozent gesunken, der des zweitgrößten heimischen Solar-Unternehmens in den USA Vivint sogar um 67 Prozent. Der Aktienkurs von SolarCity, dem größten US-Lieferanten für häusliche Solarsysteme, sank zwischen Jahresbeginn und Juni um etwa 60 Cent, als der Hersteller von Elektroautos Tesla Pläne bekannt gab, dieses Unternehmen in einem All-Share-Deal im Wert von 2,3 Milliarden Dollar zu kaufen. Anteilseigner der beiden Unternehmen werden am 18. November über die Übernahme abstimmen. …

Berichte über Gewinne von SolarCity und anderen heimischen Solar-Unternehmen in diesem Jahr haben klar gemacht, dass sie vor noch schwierigeren Zeiten stehen … die Barmittelabflüsse der Unternehmen sind gestiegen. Sunrun berichtete von Ausgaben in Höhe von 159 Millionen Dollar durch Aktivitäten in der ersten Jahreshälfte, verglichen mit einem Defizit von 105 Millionen Dollar im Gesamtjahr 2015. Die Barmittelabflüsse von SolarCity waren von 790 Millionen Dollar im vorigen Jahr auf 867 Millionen Dollar in der ersten Hälfte dieses Jahres 2016 gestiegen.

Falls Geld verdienen das Ziel ist – und man mache sich nichts vor, damit Solar einen Einfluss bekommt, muss dies absolut das Ziel sein – dann scheint Musk zumindest auf dem richtigen Weg zu sein. Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und preisgünstige Solarpaneele von zweifelhafter Qualität am Fließband herzustellen und diese dann Verbrauchern der Mittelklasse anzudrehen, wird einen nicht sehr weit bringen (und hinterlässt einen anfällig für die Launen der Politiker, die über die Subventionen zur Stützung dieses Geschäftsmodells befinden). Es gibt Grenzen, wie viel Geld man verdienen kann mit dem Ausnutzen des Appetits von Verbrauchern auf virtuelle grüne Signale.

Angesichts des derzeitigen Standes der Solartechnologie wäre es vernünftiger, die Dollars der Regierung umzuleiten, weg von der Subventionierung der gegenwärtigen Herstellung von Paneelen hin zu Forschung und Entwicklung besserer Systeme, die tatsächlich in der Lage sein könnten, mit anderen, schmutzigeren Energiequellen im Wettbewerb zu stehen ohne großzügige Unterstützung seitens der Regierung. Inzwischen könnten Unternehmen wie SolarCity und Tesla weiterhin jene umwerben, die jetzt nach dieser Art von Produkten fragen und bereit sind, dafür zu zahlen.

Link: http://www.thegwpf.com/solar-still-cant-make-money/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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7 Kommentare

  1. Herr Frey,
    ich bräuchte sie zwar nicht als Übersetzter, habe aber viel Respekt vor ihrer Leistung. Verschwenden sie keine Zeit für die speziellen Begriffe und Eigentümlichkeiten – spannen sie ruhig die Leser ein – Fachwissen und Sprachverständnis sind bei denen in Summe genug vorhanden.

  2. @ #5 M. Schlenger

    Der Cash-Flow ist in der Finanzwirtschaftslehre nicht auf „Barmittel“ oder „Liquidität“ begrenzt. Mittelab/zufluß kann auch durch Neubewertungen in der Bilanz geschehen.

    Deshalb für die Laien eben nicht den Begriff „Barmittel“ verwenden.

  3. Guten Tag, Herr Heinzow,
    wir sind uns sicher einig, dass es beim negativen Cashflow um den Abfluss von „Liquidität“ aus den betroffenen Unternehmen geht.

    Das englische „cash“ ist hier natürlich figurativ zu verstehen. Das kann man im Deutschen durchaus mit „Barmittel“ nachbilden, die Bargeld und verfügbare Bankguthaben umfassen.

    Von „Bargeld“ allein habe ich nichts geschrieben.

    Gruß
    Michael Schlenger

  4. zu #1 und 3

    Beim Cash-Outflow handelt es sich um einen negativen Cash Flow. Der Cash Flow ist eine Kennzahl zur Unternehmensbewertung. Ist der Cash Flow positiv, liegt ein Überschuß der zahlungswirksamen Operationen vor. Ist er negativ, liegt ein Mittelabfluß vor. Mit Bargeld hat das nichts zu tun. Deshalb schlicht den Begriff Mittelabfluß oder (Bilanz-)Verlust verwenden.

  5. Ich habe vor Monaten im China-TV (ist über Astra-Sateliten-Schüssel zu empfangen) die Diskussionen verfolgt, bei denen es um die Deckelung der Windräder und Solar-Parks, in China ging.

    Die Partei-Zentrale hat einen Stopp verordnet, und die Elektro-Ingenieure haben ausgiebig und sehr verständlich erklärt warum nun eine Belastungs-Grenze erreicht sei, die die Netz-Stabilität und die Strom-Kosten mit weiterem Zubau nur gefährde.
    Wobei schon durchschimmerte welche Vorteile steuerbare Turbinen für die Wechsel-Strom-Versorgung darstellen, denn die anderen Wetter Stromschübe können höchstens den Kohleverbrauch leicht entlasten, mehr aber geht mit den Wind und Sonne abhängigen Techniken nicht.

    Außerdem war Al Gore zu sehen, der war auf China-Tour und warb Herz-zerreißend für Solar-City und Dekarbonisierung.

    Der hat echt überhaupt keine Ahnung was Technik betrifft, der ist ein reiner Werbetexter ohne eine Rationalität.
    Sicher wird er auch zu den Aktionären von Elon Musks Unternehmen gehören, denn man muss schon „ein tüchtiger Klima-Retter“ sein, um sich von seinen Kumpels im weißen Haus Subventionen für die Sonnen-Nutzung zu verschaffen.
    Nun kommt aber der Clou, denn in China besteht ja eine Infrastruktur zum Windmühlenbau und zur Solar-Paneele-Produktion und der Inlands-Markt in China ist per Beschluss des Zentral-Komitees futschígago.

    Also werden die China-Unternehmen auf Biegen und Brechen den weltweiten Markt beliefern und es wird das Jammern und Jaulen beginnen, wenn die Chinesischen Wettbewerber nicht nur die Kalifornischen Sunny-Boys kannibalisieren.
    Bevor die je einen Gewinn erwirtschafteten, haben sie auch noch gegen die Konkurrenz aus China verloren, so ist das wenn Großmäuler sich für intelligent halten.
    Dann fallen nicht nur die Räder während der Fahrt beim Tesla ab, weil man kein richtiges Fahrwerk bauen kann, sondern mit Bastel-Konstruktionen hantiert, dann kommt man auch auf so Schnapps-Ideen mit dem Anlasser das ganze Auto antreiben zu wollen und muss eine Riesenbatterie dareinbauen die elend viel Gewicht hat, nicht wie mit Sprit zügig betankt werden kann und „bei Schnell-Ladung wird’s der elektrischen Energie zu viel Georg Ohm“ und der Akku fackelt sich ab.

    Aber auf den Putz kloppen, dass können die Kalifornier.

  6. Zwei Anmerkungen zur Übersetzung:

    „shares“ ist hier mit „Aktien“ zu übersetzen, nicht die „Anteile sind gesunken“, sondern die Aktienkurse der genannten Unternehmen.

    Mit Cash-Outflows sind im Zusammenhang mit der Ertragslage von Unternehmen nicht einfach nur Ausgaben („expenditures“) gemeint. Ausgaben hat jedes Unternehmen und sind ist an sich nichts Besonderes.

    Das Problem sind die „abnehmenden Barmittelbestände“ infolge von Verlusten. Also „Cash-Outflows“ am besten mit „Barmittelabflüsse“ übersetzen.

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