Septemberrückschau die 2.: Weil Deutschland sich nach seinem schlechten Wetter sehnt, war der September extrem

Helmut Kuntz
Warum Rückschau die 2.? Weil Herr Kämpfe und Herr Kowatsch schon eine 1. gebracht haben: Rückschau auf den September 2016.
In dieser Rückschau wird deshalb nur anhand zusätzlicher Grafiken dargestellt, wie sich der vergangene September in den angeblich allgegenwärtigen Klimawandel einordnet.


Temperaturen Deutschland

Dies beginnt mit dem langfristigen Temperaturverlauf des Septembers in Deutschland seit 1750 (Bild 1). Im Kern sind es die gleichen Daten wie im Bild 1 der Septemberrücksschau 1, nur etwas anders dargestellt.

Bild 1 Globale September-Jahrestemperaturen Deutschland von 1750 – 2016. Jahreswerte und 30-Jahre-Mittelwert. Vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.

Deutlich ist zu erkennen, dass man am wichtigen 30 Jahre-Mittel nichts erkennt, zumindest keinen Klimawandel. Der meteorologisch wichtige 30-Jahre Mittelwert hat genau den Wert des Jahres 1960 und vor allem, er war nie darüber.
Unbesehen ist der September an der oberen Spanne der Septembertemperaturen gewesen, aber die gab es schon im Jahr 1947 und wie man deutlich sieht, „liebt“ der September sprunghafte Temperatur-Veränderungen, denn im letzen Hitzejahr war er verblüffend kühl.

Das kann man natürlich auch anders darstellen, wie es wetteronline zeigt. Dabei sind die Angaben nicht falsch; es wird nur nicht gesagt und gezeigt,dass es diese Wärme bereits im Jahr 1947 gab:

Septemberrückblick: … Mit einer Durchschnittstemperatur von 16,8 Grad war der September 3,5 Grad wärmer als im Klimamittel der letzten 30 Jahre. Damit gehört er zu den vier wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Bild 2 Septembertemperaturen. Quelle: wetteronline

Nicht so ganz der AGW-Theorie scheint es zu entsprechen, dass die gesamte Temperaturerhöhung des Septembermonats von 1912 bis 1947 statt fand und seitdem stagniert, wie auch, dass die niedrigen Temperaturen geblieben sind und sich nur die hohen verändert haben, also eine starke Asymmetrie vorliegt, die das CO2 sicher nicht erzeugen kann. Aber es wird bestimmt genügend Studien geben, die belegen, dass es sich dabei um eine Fehlinterpretation der alleine gültigen AGW-Theorie handelt.

Nun heist es, die Extreme würden immer mehr zunehmen. Dazu eine Grafik der Differenztemperatur zum Vorjahr. Zumindest der September hat (wie bei der Temperatur) noch nichts von zunehmenden Extremen „mitbekommen“.

Bild 3 September-Temperaturdifferenz zum Vorjahr (Deutschland von 1750 – 2016). Vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.

Die folgenden Langzeit-Temperaturverläufe von Deutschland sind informell, um es jedem zu ermöglichen, den „Deutschland bereits schlimm heimsuchenden Klimawandel“ zu suchen.

Bild 4  Zeitreihe der Lufttemperaturen in Deutschland 1750 – 2015 mit 30-Jahre gleitendem Mittelwert. Vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt

Bild 5 Jahreszeitliche Temperaturverläufe von Deutschland 1750 – 2016, Jahreswerte und 30 Jahre gleitender Mittelwert. Der Sommer hat einen Offset von +2 Grad, der Herbst von +4 Grad (aber alle Differenzen sind im gleichen Maßstab). Die kleinen, roten Rechtecke am rechten Rand kennzeichnen +0,5 Grad zum Mittelwert. Die rote, gestrichelte Linie kennzeichnet den (wahrscheinlichen) Beginn des Klimawandel-Mittelwertes im Jahr 1909. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten erstellt .

Temperaturen Welt

Einige wissen es nicht, es gibt zwei „konkurrierende“ Temperaturen der Erde. Wie sich diese aktuell unterscheiden, zeigt Bild 6.

Bild 6 Globale Temperatur-Anomalien GISS und HadCRUT 1990 – Sept. 2016, jeweils mit 30-Jahre Mittelwert. Anhand der Originaldaten vom Autor erstellt.

Interessant ist natürlich immer, wie es mit dem „Hiatus“ aussieht, deshalb dieser anhand der zwei Datensätze in den folgenden Grafiken gezeigt.

Der GISS-Datensatz zeigt aktuell gegenüber dem Jahr 1998 eine (nicht messbare) Erhöhung von +0,1 °C,

Bild 7 GISS Globaltemperatur mit 30-Jahre Mittelwert. Grafik vom Autor anhand der Daten erstellt.

Der HadCRUT-Datensatz zeigt praktisch den Wert direkten Wert vom Jahr 1998. Dafür war dem vom Jahr 2007 darüber. Im September hatte die Erde damit genau die Gleiche Temperatur wie im Jahr 1998. Wenn man davon ausgeht (was allgemeiner Konsens ist), dass die Spitzen der letzten Jahre einem sehr starken El Nino geschuldet sind, kann man weiterhin von einer „Erwärmungsunterbrechung“ sprechen. Übrigens ist der HadCRUT-Datensatz der vom IPCC verwendete und damit (nach Prof. Rahmstorf, PIK) der „offizielle“ dieser Erde.

Bild 8 HadCRUT Globaltemperatur mit 30-Jahre Mittelwert. Grafik vom Autor anhand der Daten erstellt.

Wesentlich deutlicher wird dies anhand von Satellitendaten. Der UAH-Satellitendatensatz der unteren Troposphäre zeigt seit 1998 keinerlei „Klimawandel-stetige“ Erwärmung. Das ist deshalb interessant, da dieser keine Wärmeinseleffekte aufweisen kann (Anm.: Der RSS-Datensatz zeigt ein praktisch identisches Bild).

Bild 9 UAH Satellitenmessung, Globaltemperatur der unteren Troposphäre. Grafik vom Autor anhand der Daten erstellt.

Niederschlag im September

wetteronline meldete mit dem Bild 10 über den September: In den letzten 30 Jahren waren nur die Septembermonate 2006 und 1997 noch trockener,

Bild 10 Niederschlag September seit 1986, Quelle: wetteronline

Wie der Septemberniederschlag allerdings wirklich aussieht, wenn man es ehrlich darstellen wollte, zeigt die folgende Grafik des langfristigen September-Niederschlagsverlaufs von Deutschland.

Bild 11 September-Niederschlagsverlauf von Deutschland seit 1881, mit überlagertem Bild 10. Vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt

Auf einmal sieht man, dass die Angaben von wetteronline nicht falsch sind, aber sicher nicht die richtige Information bieten.
Unabhängig davon, lässt sich auch am September-Niederschlagsverlauf kein Klimawandel erkennen.

Stürme

Erwähnt sei eine aktuelle Studie des PIK. Dieses Institut „musste“ herausfinden, dass die vorhersimulierten, immer häufigeren und schlimmeren Stürme zumindest auf der Nordhalbkugel nicht zu finden sind:
kaltesonne: PIK endlich einmal mit guten Nachrichten: Sturmaktivität der nördlichen mittleren Breiten hat signifikant abgenommen

Zum Abschluss noch ein Blick zu den „Klima-rettenden“ Neuen Energien

Im vergangenen September haben die Neuen Energien ihre absolute Nutzlosigkeit demonstrativ unter Beweis gestellt. Angeblich liefern diese bereits 35 % des Strombedarfes – allerdings eben nur nicht dann, wenn daran Bedarf ist. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis das, was ein Australischer Bundesstaat gerade erlebte auch in Deutschland Wirklichkeit wird: Ursache für einen Blackout in einem ganzen Bundesstaat in Südaustralien: völlig verfehlte Klimawandel-Energie-Politik.

Jedenfalls ist von „sicherer“ Versorgung und der angeblichen „Grundlastfähigkeit“ keine Spur zu sehen, was unsere Politikkaste in Berlin (sie werden ja unter anderem von Frau Kemfert beraten und hören auch auf viele NGOs, die Deutschland mit Begeisterung vorschreiben, wie es sich zu verhalten hat) nicht davon abhält, ein grundlastfähiges Kraftwerk nach dem anderen zur Erfüllung ihrer ideologischen Ziele zwangs-abzuschalten.
Frankfurter Allgemeine 02.07.2015: Koalition beschließt Abschaltung von Kohlekraftwerken

Bild 12 Septemberganglinien der Neuen Energien (ohne Biogas) und Verbrauch. Quelle: Agora

Fazit

Auch im September nichts Neues im Klimawandel-Zirkus. Er ist immer noch nicht angekommen, wird dafür aber um so eifriger bekämpft.

Wurde etwas vergessen – zum Beispiel die 100 % Zustimmung zum Klimavertrag im Bundestag? Nein – siehe hier!

Nachtrag

Klimaretter.Info, die Seite für konsequente Desinformation meldete gerade: „Wärmster September in Deutschland“, obwohl das Jahr 2006 genau die gleiche Temperatur von 16,9 Grad hatte.
Klimaretter.Info hat „übersehen“, dass der DWD den September 2016 zusammen mit dem Jahr 2006 listete und lies das Jahr 2006 in seiner Überschrift einfach weg.
DWD-Meldung: September 2016
Der September 2016 war ein ausgesprochen warmer, trockener und sonnenscheinreicher Herbstbeginn (meteorologischer Herbst: September bis November). Zusammen mit 2006 war es der bisher wärmste Septembermonat seit dem Beginn der flächendeckenden Messung im Jahr 1881.

Die Septembertemperatur:
Der DWD hat seit der Editierung meines Artikels den Septemberwert 2016 von ursprünglich 16,8 Grad (so stand er am 2.10.) nachträglich auf 16,9 Grad erhöht. Damit ist es gelungen, einen höheren Wert als 1947 mit 16,8 Grad zu „erzeugen“.
Doch es bleibt dabei: Seit 1947 gibt es keinen messbaren Unterschied des September-Spitzenwertes (eine moderne, sorgfältig geeichte Messstation hat eine Ungenauigkeit von +-0,2 Grad).

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6 Kommentare

  1. #5: B. Geyer sagt:

    „Die hohen Werte von 1998 waren ebenfalls einem (sogar etwas stärkeren) ElNino geschuldet.
    Damit muss man die Maximalwerte von 1998 mit den Maximalwerten von 2016 vergleichen. Alles andere wäre hier Rosinenpickerei. Damit ergibt sich ein merklicher Temperaturanstieg in nicht mal 20 Jahren.“

    Werte eines einzelnen Monats hängen von der natürlichen Variabilität des Wetters ab. Wenn man starke El Nino-Ereignisse miteinander vergleicht sollte man deshalb besser 12-Monate-Mittelwerte verwenden:
    GISS 199709-199808 0,67°C Temperaturanomalie, 201509-201608 1,03 °C: Differenz 0,36 °C. HADCRUT4: 199709-199808 0,58°C Temperaturanomalie, 201509-201608 0,86 °C: Differenz 0,29 °C. (GISS verwendet die Referenzperiode 1951-1980, HADCRUT4 1961-1990.) Für den Trend innerhalb der 18 Jahre finde ich: GISS: 0,20 °C/Dekade und HADCRUT 4: 0,16 °C/Dekade.
    Eine Trendanalyse über alle Monate zwischen 199709 und 201608 ergibt für GISS 0,16+/-0,06 °C/Dekade und für HADCRUT 4 0,13+/-0,06 °C/Dekade. Im Rahmen des Vertrauensintervalls stimmen die Trends überein. (Das Vertrauensintervall ist relativ groß da der Zeitraum kurz ist.)

  2. > Der HadCRUT-Datensatz zeigt praktisch den Wert direkten Wert vom Jahr 1998. Dafür war dem vom Jahr 2007 darüber. Im September hatte die Erde damit genau die Gleiche Temperatur wie im Jahr 1998. Wenn man davon ausgeht (was allgemeiner Konsens ist), dass die Spitzen der letzten Jahre einem sehr starken El Nino geschuldet sind, kann man weiterhin von einer „Erwärmungsunterbrechung“ sprechen.

    Die hohen Werte von 1998 waren ebenfalls einem (sogar etwas stärkeren) ElNino geschuldet.
    Damit muss man die Maximalwerte von 1998 mit den Maximalwerten von 2016 vergleichen. Alles andere wäre hier Rosinenpickerei. Damit ergibt sich ein merklicher Temperaturanstieg in nicht mal 20 Jahren.

  3. Wie schön dieser September war, führt uns der kalte, sonnenscheinarme Schmuddel- Oktober 2016 nun deutlich vor Augen. Der warme September ließ aber wenigstens die Ostsee nicht so schnell auskühlen, sonst wäre es bei der nordöstlichen Anströmrichtung jetzt noch kälter. Aber bei Aufklaren drohen trotzdem schon Nachtfröste- etwa 10 Tage eher, als im Langjährigen Mittel. Klimaerwärmung- Fehlanzeige.

  4. Sehr geehrter Herr Kuntz!

    Was bedeutet „(nicht messbare) Erhöhung von +0,1 °C“? Entweder ist etwas messbar oder nicht. Wenn es nicht messbar ist kann ich doch keine Größenangabe machen???

    Und warum beziehen Sie sich immer wieder auf das Jahr 1998 in ihren Diagrammen? War 1998 etwas besonderes?

  5. Nachtrag
    Klimaretter.Info, die Seite für konsequente Desinformation meldete gerade: „Wärmster September in Deutschland“, obwohl das Jahr 2006 genau die gleiche Temperatur von 16,9 Grad hatte.
    Der DWD hat seit der Editierung meines Artikels den Septemberwert 2016 von ursprünglich 16,8 Grad (so stand er am 2.10.) auf 16,9 Grad erhöht. Damit ist es gelungen, einen höheren Wert als 1947 mit 16,8 Grad zu „erzeugen“.
    Also bleibt es dabei: Seit 1947 gibt es keinen messbaren Unterschied des September-Spitzenwertes (eine moderne, sorgfältig geeichte Messstation hat eine Ungenauigkeit von +-0,2 Grad).

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