Der Geheimplan: Die Schweiz bereitet sich auf das Scheitern ihrer Energiewende vor

Bild Demmig; Rheinfall in Schaffhausen

von Helmut Kuntz
Die Schweiz steht Deutschland in ihrer CO2-Vermeidungshysterie kaum nach, was auch dort zu ähnlichen, politisch verordneten Klimarettungs-Maßnahmen führt. Allerdings ist die Schweiz gegenüber Deutschland schon um eine Öko-Evolutionsstufe weiter, dem Beginn einer Erkenntnis:
Das Schweizer Bundesamt für Umwelt hat mit einer Studie [3] inzwischen selbst festgestellt: Mit keinem ihrer Ökostromszenarien ist ein Verzicht auf konventionelle Kraftwerke möglich und entgegen bisherigen Versprechungen sind schnellstens Kraftwerks-Zubauten erforderlich.
Eine typisch „Grüne“-Lösung ist auch der Schweiz als Rettung eingefallen: Fehlender Strom wird im Ausland einfach zugekauft (man muss dann nur noch ein Land finden, welches den EEG-Irrsinn nicht mit gemacht hat und zu dem gewünschten Zeitpunkt Strom liefern kann).

Berichtet wurde es auf KALTDUSCHENMITDORIS:

[1] Der Geheimplan
 „Treibhausgasemissionen der Schweiz. Emissionsperspektiven bis 2050“
… Da wird das Scheitern der Energiewende mit bemerkenswerter Offenheit vorweg genommen. Man rechnet mit den gleichen von Prognos vorgegebenen Szenarien wie die Energiewende. Das „tiefe“ Szenario rechnet bis 2050 mit einem Rückgang der CO
2-Emissionen von zur Zeit 6 Tonnen pro Person und Jahr auf 1 bis 1,5. „Konkrete Instrumente werden nicht vorgegeben“ heisst es ehrlicher- und entäuschenderweise.
Das mittlere Szenario setzt voraus, dass die im ersten Massnahmenpaket vorgesehenen Ziele erreicht werden können. Dann gibt es, wie von Anfang an zugegeben wurde, immer noch eine Unterversorgung mit Strom. Um sie auszugleichen, sind bis 2035 sage und schreibe 5 grosse Gas- Dampf Kombikraftwerke mit einer Leistung von je 550 Megawatt vorzusehen. Das erste müsste 2022 ans Netz gehen.
Im wahrscheinlichsten Szenario, „weiter wie bisher“ – keine geothermischen Kraftwerke, Zielvorgabe für Wind und Sonne bei Weitem nicht erreicht, Sparvorgaben verfehlt – sind bis 2050 volle 9 solcher Giganten vorgesehen. Das erste GuD müsste 2019 ans Netz. Das heisst, die Planung müsste bereits laufen!

 

In Deutschland ist es noch schwer vorstellbar, dass eine Behörde unter der Umweltministerin Frau Hendricks zu eigenständigen Erkenntnissen kommen könnte (oder dürfte). Wie aber jüngste Ereignisse ankündigen, ist auch in der Politik nichts für ewig in Stein gemeißelt.

 

Schweizer Bundesamt für Umwelt BAFU, Studie:  [3] Emissionsperspektiven der Treibhausgase

Szenarien der Studie

Mittleres Szenario
Die bisherige schweizerische Energiepolitik wird verstärkt und ergänzt.
Dadurch sinkt die Endenergienachfrage bis 2050 gegenüber 2000 um 27.3%, die Elektrizitätsnachfrage steigt hingegen um 18.4%. Die Nachfrage nach fossilen Brenn- und Treibstoffen
(ohne Einsatz für Elektrizitätsproduktion und sonstige Energieumwandlung) sinkt um 57.8%.
Die Anteile erneuerbarer Brenn- und Treibstoffe wachsen und haben 2050 einen Anteil von
rund 20% am Endenergiemix. Die Variante C&E der Elektrizitätserzeugung schliesst sowohl
einen ambitionierten Pfad für erneuerbare Energien als auch den Zubau von Gaskombikraftwerken (GuD) ein (erster GuD-Block 2022, bis 2035 5 GuD-Blöcke zu 550MW).

 

Tiefes Szenario
Energieszenario – Neue Energiepolitik 
Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien und Importen
Energie- und Klimapolitik erhalten international hohe Priorität, mit dem Ziel, bis 2050 energiebedingte CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr auf 1 – 1.5 t zu reduzieren.
Dadurch sinkt die Endenergienachfrage bis 2050 gegenüber 2000 um 42% bei gleichbleibender Elektrizitätsnachfrage. Die Nachfrage nach fossilen Brenn- und Treibstoffen (ohne Einsatz für Elektrizitätsproduktion und sonstige Energieumwandlung) sinkt um 78%. Die Anteile erneuerbarer Brenn- und Treibstoffe wachsen und haben 2050 einen Anteil von ca. 30% am Endenergiemix. Die Variante E der Elektrizitätserzeugung schliesst sowohl einen ambitionierten Pfad für erneuerbare Energien als auch den autonomen Zubau fossiler WKK ein. Allfällige Elektrizitätsnachfrage, welche das Angebot übersteigt, wird mit Importen gedeckt.

 

Hohes Szenario Energieszenario
 – Weiter wie bisher
 Stromerzeugung mit Gaskombikraftwerken
Die bisherige schweizerische Energiepolitik (Stand 2010) wird mit den vorhandenen Instrumenten fortgeführt:
Dadurch sinkt die Endenergienachfrage bis 2050 gegenüber 2000 um 15.3%, die Elektrizitätsnachfrage steigt hingegen um 34.3%. Die Nachfrage nach fossilen Brenn- und Treibstoffen (ohne Einsatz für Elektrizitätsproduktion und sonstige Energieumwandlung) sinkt um 43.7%.
Die Anteile erneuerbarer Brenn- und Treibstoffe wachsen moderat und haben 2050 einen Anteil von etwas über 10% am Endenergiemix. Die Variante C der Elektrizitätserzeugung beschränkt sich auf den Zubau von Gaskombikraftwerken (GuD) zur Deckung der Nachfrage.
Ein erster Block ist ab 2019 nötig, bis 2035 insgesamt 8, bis 2050 9 Blöcke zu 550MW.

 

Quellen

[1]
KALTDUSCHENMITDORIS.ch 03 Sep 2016: Der Geheimplan
http://kaltduschenmitdoris.ch/themen/energiestrategie-2050/item/170-geheimplan

[2]
Bundesamt für Umwelt BAFU CH: Emissionsperspektiven der Treibhausgase

http://www.bafu.admin.ch/klima/13879/13880/14488/index.html?lang=de

[3]
BAFU CH: 20.04.2015 Treibhausgasemissionen der Schweiz Emissionsperspektiven bis 2050

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