Windspiele von New Yorks Gouverneur in der Realität angekommen

Robert Bryce
New York State Gouverneur [Andrew Mark Cuomo, Demokrat] ringt mit einem bestätigten Fall von „Windkraft Syndrom“. Die offensichtlichen Anzeichen dafür sind, dass er geradezu versessen darauf ist, den Deutschen und Südaustraliern auf dem Weg in die wirtschaftliche und soziale Katastrophe zu folgen.

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Quelle Bild rechts: stopthesethings.files.wordpress.com

[Stopthesethings berichtete über negativen Auswirkungen der Erneuerbaren in Deutschland und in Südaustralien.]

Im Gegensatz zu den Verrückten, die für diese Energie Kalamitäten verantwortlich sind, wurde Cuomo bereits – bevor er überhaupt angefangen hatte, hart auf den Boden der Realität geholt, indem ihm klar gemacht wurde, was mit einer unzuverlässigen und intermittierender Stromquelle zu erwarten ist, die schon vor Jahrhunderten aus ziemlich offensichtlichen Gründen verlassen wurde:

Grafik stopthesethings

Andrew Cuomo plante, den nördlicheren Teil seines Bundesstaates mit diesen Dingen zu pflastern. Der zuständige Stromnetzbetreiber NYISO [die New York Independent System Operator] beschied ihn jedoch abschlägig: diese Dinge funktionieren einfach nicht.

Hier detailliert der Journalist Robert Bryce die Gegensätze zwischen Cuomo und seiner "grünen Märchen und Zauberstab Sammlung“ und den „Spielverderbern", die tatsächlich wissen, wie Energie kostengünstig und zuverlässig produziert und geliefert wird.

Upstate Power Play

City JournaL, Robert Bryce am 28 Juli 2016

Bundesstaat New Yorks Gouverneur, Andrew Cuomo‘s Ambitionen für erneuerbare Energien, traf hart auf den Boden der Realität, wie ein zuverlässiges Stromnetz zu betreiben ist.

Am 8. Juli hat der Netzbetreiber NYISO, verantwortlich für die staatliche Stromversorgung, Kommentare zu verschiedenen [technischen] Aspekten des Plans von Cuomo erstellt, der bis 2030 Fünfzig Prozent des benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien erhalten will.

Die NYISO weist darauf hin, dass, wenn die „Lichter nicht ausgehen“ sollen, der Bundesstaat die Infrastruktur der Übertragungsnetze massiv ausbauen muss, um mehr erneuerbare Energien [aus weiter entfernten Gegenden] zu leiten. Die nukleare Energieerzeugung muss erhalten bleiben (einschließlich des umstrittenen Kernkraftwerks Indian Point Energy Center) und zusätzlich muss noch viel mehr Onshore-Windenergie in den nördlicheren Gemeinden aufgebaut werden.

Fünf Tage nachdem NYISO seine Stellungnahme eingereicht hat, feuerte Cuomo‘s Energieberater, Richard Kauffman, einen ärgerlichen – und eher bizarren Brief an Brad Jones, den Präsident und CEO der NYISO, indem er die Kommentare des Netzbetreibers als "irreführend, unvollständig und sehr ungenau" bezeichnet. Kauffman unterstellt der NYISO "einen alarmierenden Mangel an Verständnis", wie ein modernes Übertragungsnetzwerk entwickelt und betrieben werden kann."

Offenbar wollte Kauffman eine politische Antwort vom NYISO. Stattdessen bekam er eine technische. Die NYISO Kommentare sind eindeutig. Der Netzbetreiber wies darauf hin, dass etwa 90 Prozent der neuen erneuerbaren Energieerzeugung, die benötigt werden, um Cuomo‘s Ziele zu erreichen, im Norden des Bundesstaates New York errichtet werden müssten.

Durch den Abstand zwischen diesen nördlich gelegenen Erzeugungsquellen und den wichtigsten Bevölkerungszentren in den südlichen und östlichen Teilen des Staates, folgerte die NYISO, dass "fast 1.000 Meilen von neuen Hochleistungsübertragungen" in den nächsten 15 Jahren gebaut werden müssen.

Wahrscheinlich war es das, was Kauffman so verärgert hat, denn Hochspannungs-Übertragungsleitungen sind teuer und schwer zu realisieren. Die Bewohner des ländlichen Raums im ganzen Land haben langwierige Schlachten geführt, um den Bau von Übertragungsleitungen in ihrer Nachbarschaft zu stoppen. Es ist leicht ersichtlich, dass auch die ländlich wohnenden New Yorker solchen Plänen Widerstand entgegensetzen.

Die NYISO machte auch deutlich, dass Cuomo seine Einstellung zur Kernenergie ändern muss. "Die Beibehaltung aller bestehenden Kernkraftwerke ist wesentlich für die Anforderungen des Staates zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes, sowie um die elektrische Zuverlässigkeit des Systems zu gewährleisten".

Seit Jahren hat sich Cuomo für die Schließung von Indian Point eingesetzt, obwohl die 2069-Megawatt-Anlagen ein Viertel des Stroms für New York City liefern. Es scheint nun, dass der Gouverneur die Nachricht verstanden hat.

Etwa zehn Tage nach dem NYISO seine Kommentare veröffentlichte, erklärte die Cuomo Regierung, dass sie bereit wäre, die Kernenergie als Teil des staatlichen Clean Energy Standard aufzunehmen. Das ist wichtig, weil Ende letzten Jahres, Entergy Corporation bekannt gab, dass es plant, sein 838-Megawatt-FitzPatrick Kernkraftwerk in Oswego bis Anfang 2017 zu schließen.

Kommenden Montag [15.08.2016], wird die Kommission der New York Versorgungsunternehmen über den Vorschlag abstimmen, über 1 Milliarde Dollar Zuschuss für die staatlichen Kernkraftwerke zu gewähren, um diese in Betrieb zu halten.

Subventionen für große Versorger sind kaum ein ideales Ergebnis, die Kommission erkennt jedoch die Schwierigkeiten, die die Betreiber haben, um ihre Reaktoren in Betrieb zu halten, vor allem wenn sie gegen hoch subventionierte Quellen wie Wind und Sonne konkurrieren müssen.

Die NYISO stellte auch einige bemerkenswerte Zahlen bereit, über die Höhe der erneuerbaren Energiekapazität, die benötigt wird, um Cuomo‘s 50-Prozent-Ziel zu erreichen. Es projiziert, dass der Staat seine installierte Windenergiekapazität fast verdreifachen muss.

Das bedeutet, dass New York, die jetzt etwa 1.750 Megawatt Winderzeugungs- Nennleistung hat, weitere 3.500 Megawatt Onshore-Windkraftwerke hinzufügen müsste. Das bedeutet, dass rund 450 Quadrat-Meilen [~ 1.165 km², Ldk. Bad Kissingen] Land mit Windkraftanlagen eingedeckt werden müsste, ein Gebiet, fast so groß wie Albany County, das 1.355 Quadrat-Kilometer abdeckt. Wo werden im Bundesstaat New York die Tausende von neuen Windenergieanlagen hingesetzt? Nördlich, natürlich.

Aber eine wachsende Zahl von nördlichen Gemeinden, kämpfen bereits jetzt gegen das Vordringen von Big Wind.

Anfang dieses Monats hat der Gesetzgeber in Jefferson County gegen Steuererleichterungen für Wind- und Solarprojekte gestimmt, weil diese Projekte nicht genügend Vorteile für die lokale Bevölkerung schaffen. Im April führte die Stadt Clayton ein sechsmonatiges Moratorium (später vom Obersten Gericht bestätigt) über die Anträge für neue Windenergieprojekte ein.

Im vergangenen Juli hat der Stadtrat von Catlin einem Gesetz zum Verbot von Windprojekten zugestimmt, nachdem die in Florida ansässige NextEra Energy ein 200-Millionen-Dollar-Projekt nahe der Stadt vorgeschlagen hat. Im Jahr 2014, nach einem jahrzehntelangen Kampf, kündigte der Öl-und-Gas-Riese BP an, dass es auf den Plan verzichtet, ein 200-Megawatt-Windprojekt in der Nähe von Cape Vincent, inmitten heftigen Widerstand von Anwohnern, zu bauen. Im Jahr 2007 verbot auch die Western Catskills Komunne Bovina Windprojekte.

Drei nördliche Grafschaften: Erie, Orleans und Niagara – sowie die Städte von Yates und Somerset kämpfen alle gegen ein vorgesehenes 200-Megawatt-Projekt mit dem Namen Lighthouse Wind.

Vor ein paar Monaten, interviewte ich Yates Supervisor James J. Simon, der mir sagte, dass der Kampf gegen Lighthouse Wind „ist der Versuch, unsere ländliche Kulturlandschaft zu bewahren." Der stellvertretene Dekan am Genesee Community College, Simon war bis jetzt in der Politik nicht aktiv. „Die Haltung der pro-Windkräfte ist -Sie [die Gegner] sind alle kleine Lichter und wir wollen ihnen diese Einstellung in den Hals stopfen."

Nach NYISO, neben Tausenden von neuen Windkraftanlagen zu denen die Bewohner des nördlichen Teils von New York gedrängt werden müssen, müsste der Bundesstaat auch fast 10 Gigawatt neue Photovoltaikanlagen über die nächsten 14 Jahre hinzuzufügen.

Das entspricht etwa der ganzen Photovoltaik-Nennleistung von Spanien und Australien zusammen. NYISO erwartet, dass die Mehrheit dieser neuen Photovoltaikanlagen (6,8 Gigawatt) riesige Landstriche bedeckt, in denen nichts anderes als PV-Module installiert werden. Wo werden diese sich diese massiven PV-Panels befinden? Klar doch – im nördlichen Teil.

Vielleicht war es die Veröffentlichung dieser ins Auge fallenden Zahlen, die Cuomo Energieberater verärgert. In seinem Brief an Jones, behauptete Kauffman, dass die NYISO von den staatlichen Stromversorgern "gefangen gehalten" wird und dass es am Verständnis fehlt, der Notwendigkeit des Klimawandels zu begegnen."

Die Erklärung der Cuomo Regierung zur NYISO ist sowohl inkompetent und als auch korrupt – NYISO ist eine unabhängige, gemeinnützige Einrichtung, deren Hauptauftrag es ist, eine zuverlässige Stromversorgung für 19 Millionen New Yorker zu gewährleisten. Kauffmans Brief, kombiniert mit dem sich abzeichnenden Kampf über Hunderte von Meilen von neuer Hochspannungs-Übertragungsleitungen und tausenden von neuen Windenergieanlagen –  zeigt, dass Cuomo’s Pläne für erneuerbare Energie, einige böse politische Kämpfe einleiten werden.

City Journal

Robert Bryce: Glaubt nicht an grüne Märchen und Zauberstäbe

Gefunden auf StopThesThings am 14.08.2016

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://stopthesethings.com/2016/08/14/robert-bryce-new-yorks-wind-power-play-smacks-into-reality/

Ergänzung, aus dem Brief der NYISO: Kommentare zu verschiedenen [technischen] Aspekten 

Tabelle der NYISO, Auswertung der Erfahrungen mit den vorhandenen “Erneuerbaren”

Spalte 2. New Resource : Nennleistung

Spalte 3. Est.Unavailability: „Nicht“-Verfügbarkeit, der Nennleistung

Spalte 4. Add. ICR : Installierte Capazitäts Reserve, [d.h. notwendige, zusätzliche Infrastruktur, erwartete Störungen des Netzbetriebs]

Spalte 5. Est. IRM : erwartete Zuverlässigkeit der Energielieferung in Spitzenlastzeiten [m.e. daher 11% für PV zur Speisung von Klimaanlagen]

Aufgefallen sind mir die 9% für Windkraft. Das halte ich für einen aussagekräftigeren Wert als die üblichen etwa 15% oder mehr für die Jahres-Energieabgabe, bezogen auf die Nennleistung mal Jahresstunden. Denn dabei wird nicht berücksichtigt, das die Windenergie oft auch zu Zeiten kommt, wo sie nicht gebraucht wird, aber z.B. in Deutschland trotzdem bezahlt wird.

Fußnote [14] verweist auf Stromimport aus Kanada.

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3 Kommentare

  1. Habe da mal eine kleine Info,auf der Facebook Seite der Bündnis 90 die grünen geht grade die Post ab zum Thema Windkraft und erneuerbare. Ist sehr amüsant wie die Grünen von einigen Kommentatoren förmlich zerlegt werden.

  2. Lieber Herr Poost, falls sich in der politischen Opposition jemand findet, der gegen diesen Unsinn nach technischen Argumenten sucht, ist es seine Pflicht, sich zu informieren. Es gibt genügend Plattformen, welche, wie auch EIKE, gut verständlich die Volativität der AE’s hinreichend erklären. Ein Studium der Elektrotechnik ist hierzu nicht erforderlich.

  3. Der Gegenwind für die Windkraft nimmt zu. Gut so!

    In zahlreichen Diskussionen mit Ökoschlümpfen durfte ich feststellen, dass nicht ein Einziger über die Funktionsweise eines stabilen Stromnetzes bescheid wusste. Die Antworten auf meine Frage, ob man nicht von einem Windrad jeweils Kabel direkt in die Haushalte in der Nähe lägen könnte, lasse keine Zweifel über das Nichtwissen aufkommen: Ja, das geht, man bräuchte eben viele Kabel.

    Unter den Befragten waren auch „Akademiker“ und Landtagsabgeordnete!

    Bei den Windkraftgegnern sieht es nicht viel besser aus. Was hältst Du von Windkraft? Gar nichts. Warum nicht? Die Windmühlen und Ü-Leitungen sehen scheiße aus und wertmindern meine Immobilie. Gibt es technisch/physikalische Hinderungsgründe, weswegen man Windkraft auch ablehnen könnte? Nein.

    Hier gilt es, eine Informations- und Wissenslücke zu schließen.

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