Offshore Windparks und Tourismus – eine Studie

J.M. Castel, Uni NC
Eine Neue Studie zeigt, dass Windparks sich wahrscheinlich negativ auf den Küstentourismus auswirken.
Die US-gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in installierter Windenergieleistung, aber eine neue Studie der CEnREP Forscher stellt heraus, das die Offshore-Windressourcen in den USA noch nicht [genügend] genutzt werden
Ein häufig vermerktes Hindernis für die Offshore-Wind Entwicklung ist die Sorge von Küstengemeinden, dass Offshore-Windparks den Blick aufs Meer verändern werden.


CEnREP [Center for Environmental and Resource Economic Policy, der North Carolina State University in Raleigh] – Director, Laura Taylor, und Koautoren Sanja Lutzeyer und Dan Phaneuf, wollten diese Frage zu erforschen und um zu verstehen, wie ein großer Offshore-Windpark sich auf den Küstentourismus auswirken könnte. Insbesondere waren die Forscher daran interessiert, wie Familien, die Ferienhäuser entlang der North Carolina Strände mieten, auf einen am Strand mit großen, sichtbaren Windpark in der Nähe Ihrer Unterkunft reagieren würden.

Um das herauszufinden, befragten Taylor und Koautoren Personen, die gerade ein Ferienobjekt entlang der N. C. Küste gemietet hatten. Im Rahmen der Umfrage wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie ihre Urlaubsunterkunft wieder mieten würden, wenn der Blick über den Ozean nur inklusive Windkraftanlagen zu haben wäre. Den Befragten wurden digitale Fotomontagen gezeigt, die entweder 64, 100 oder 144 Windkraftanlagen in 5, 8, 12, oder 18 Meilen entfernt auf dem Meer zeigen (Beispiele unten).

Die Ergebnisse waren überraschend.

Achtzig Prozent der Befragten würden entweder nicht zum gleichen Urlaubsort zurückkommen, wenn dort Windanlagen Offshore gebaut werden, oder sie verlangen so große Preisnachlässe, das die Vermietung unrealistisch wird.

"Wir waren etwas überrascht über die starke Abneigung von Windanlagen bei ihren Ferienunterkünften, vor allem da die große Mehrheit der Befragten angaben, dass sie die Windenergieentwicklung unterstützen", sagte Taylor. Speziell, da 65% der Befragten der Meinung waren, dass die Offshore-Windenergie nach Abschluss der Umfrage in North Carolina‘s Küstengebiet gefördert werden sollte, während nur 14% meinten, es sollte nicht gemacht werden. Die restlichen 21% waren sich nicht sicher oder hatten keine Meinung.

Eine positive Geschichte, vom Standpunkt der Windenergieentwicklung aus ist, dass zwanzig Prozent der Befragten sagten, sie wären bereit, ein Haus an der gleichen Stelle zu mieten, ohne jede Änderung im Preis, wenn die Anlagen weiter als 8 Meilen von der Küste weg wären. "In diesem Fall, auch wenn einige Mieter den Markt verlassen können, würden neue mit Vorlieben wie diese Gruppe ihre Plätze füllen, sollten die Mieten unverändert bleiben ", sagte Taylor. Wenn jedoch 144 Windanlagen 5 Meilen vom Ufer platziert sind, würde diese gleiche Gruppe einen Nachlass von fünf Prozent im Preis fordern und hier wieder ein Ferienhaus zu mieten.

"Windenergie schafft globale öffentliche Vorteile durch den Ausgleich von kohlenstoffintensiven Energiequellen", sagt Taylor, aber die Studie unterstreicht, dass diese Vorteile mit lokalen [Zusatz-] Kosten kommen. Die Kosten für die lokale Tourismus-Wirtschaft werden von der Nähe der Windanlagen zur Küste abhängen. Für Märkte, die sich auf Wochenmiete von Urlaubs Immobilien in der Hochsaison verlassen, sind diese Kosten nicht trivial, wenn großflächige Windparks so nah wie fünf Meilen vom Ufer platziert werden. "Es ist wichtig, sich über die Vor- und Nachteile mit lokalen Kommunen frühzeitig in einer offenen Weise zu verständigen. Wir hoffen, dass unsere Studie hilft, Licht auf mögliche Optionen zu werfen, die für beide von Nutzen sind – sowohl für Windenergie -Entwickler als auch für Küstengemeinden, deren wirtschaftliche Lebensfähigkeit vom Tourismus abhängt".

Beispielbilder aus der Umfrage: Die Bilder wurden am Strand bei Nags Head, NC aufgenommen und digital mit 144 Windenergieanlagen verändert.

 144Windanlagen in 5 Meilen Entfernung

144 Windanlagen in 12 Meilen Entfernung

Erschienen auf Webseite der North Carolina State University in Raleigh, Gruppe Energy Research am 3. April 2016

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://cenrep.ncsu.edu/2016/04/03/offshore-wind-tourism/

Studie:

The Amenity Costs of Offshore Wind Farms: Evidence from a Choice Experiment

[Die Kosten der Attraktivität von Offshore Windanlagen: Beweise aus einem Auswahl Experiment]

Sanja Lutzeyer, Daniel Phaneuf, Laura Taylor

https://cenrep.ncsu.edu/publications/amenity-costs-offshore-wind/

Abstrakt:

Wir führten Auswahl-Experimente mit Personen durch, die vor kurzem eine Ferienimmobilie entlang der North Carolina Küste gemietet hatten, um die Auswirkungen eines großflächigen Windparks  auf ihre Mietentscheidungen zu beurteilen. Visualisierungen wurden den Befragten präsentiert, die sowohl die Anzahl der Windanlagen variierten als auch ihre Nähe zum Ufer. Die Ergebnisse zeigen, dass es kein Szenario gibt, für das die Befragten bereit wären mehr zu zahlen, um ein Haus mit Blick auf die Windanlagen zu mieten, verglichen mit keinen Windanlagen in Sicht. Des Weiteren gibt es einen wesentlicher Teil der befragten Bevölkerung, die ihre Urlaubsziele ändern würden, wenn Windanlagen in der Nähe des Strandes platziert werden. Die Mietnachlässe um das Segment der befragten Bevölkerung zu gewinnen, die noch am ehesten für sichtbare Windparks zugänglich sind, zeigen, dass Mietwert Verluste von fünf Prozent oder mehr möglich sind, wenn ein großflächiger Windpark  innerhalb von acht Meilen von der Küste platziert wird.

Zu Ihrer Information, hier weitere Details der Studie auf Seite 6

[Auswahl durch den Übersetzer]

Wir fanden mehrere auffällige Ergebnisse. Im Allgemeinen haben die Mieter starke Präferenzen für einen Blick auf das Meer an ihren Ferienhaus, der keine sichtbaren Windkraftanlagen enthält, trotz der allgemeinen Unterstützung für die Windenergie unter den befragten Personen. Es gibt kein Bevölkerungssegment, das mehr zu zahlen bereit wäre, für ein Haus mit Windanlagen im Blick. Am besten zeigen die Ergebnisse, dass einige der Befragten, so lange keinen Rabatt fordern würden, ein Haus mit Windanlagen im Blick zu mieten, da die Windanlagen weiter als 8 Meilen von der Küste entfernt sind (20 Prozent der Befragten). Bei anderen Befragten würden auch große Rabatte nicht ausreichend sein, um sie zu veranlassen, eine Aussicht zu akzeptieren, die in der Nähe oder weit entfernte Windanlagen enthält. Insbesondere fanden wir, dass 54 Prozent der bestehenden Kunden ihren Urlaubort ändern würde, wenn Windenergieanlagen Offshore gebaut werden. Schließlich in einem verwandten Zusammenhang, berichteten weniger als die Hälfte der Befragten, dass sie 30 Minuten fahren würden, einen Offshore-Windpark zu sehen. Dies zeigt, dass Windparks nicht geeignet sind, … ein Anziehungspunkt für Tagesausflüge … zu sein.

Diese Ergebnisse haben mehrere politische Implikationen. Erstens fanden wir, dass die Platzierung von Windparks weiter auf das Meer hinaus, um ihre negativen visuellen Auswirkungen zu beseitigen, sehr gut eine Kosten-Nutzen-Prüfung besteht. Wir finden, dass die Gewinne es Gemeinwohls von Windparks näher als 3 Meilen gegenüber [dem Aufbau] weiter von der Küste weg (von 5 bis 8 Meilen) die erhöhten Kapitalkosten, dies für ein Gebiet mit nur 1.000 Ferienhäusern aufwiegen (200 direkt am Meer, 800 Nicht -Meeresblick). Da keine aktuellen Angebote in unserem Untersuchungsgebiet vorhanden sind, sind unsere Kostenschätzungen spekulativ und wir können nur die Kapitalkosten erhöhter Verkabelung prüfen, die Kosten zum Bau der einzelnen Anlagen hielten wir konstant. Zweitens finden wir, dass die negativen Auswirkungen von Windparks auf die Nähe zum Ufer zurückzuführen sind und nicht die Anzahl der Windanlagen. Mit Ausnahme von Abständen von 5 Meilen oder weniger, zeigen Bilder mit mehr als das Doppelte der Anzahl der Anlagen keine statistisch signifikanten Veränderungen der Nachfrage. Diese Tatsache, mit unserer Erkenntnis kombiniert, die negativen Auswirkungen jeder Anlagengröße, zu verringern, und schnell einmal mehr als 8 Meilen von der Küste platziert, setzt voraus, dass Windpark-Entwickler die Vorteile von Aufstellungen mit großen Mengen nehmen und die Nachteile vermeiden.

***

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3 Kommentare

  1. Nur dies:
    Schein und Sein
    Ärgerlich
    Aus der Mühle schaut der Müller,
    Der so gerne mahlen will.
    Stiller wird der Wind und stiller,
    Und die Mühle stehet still.
    So gehts immer, wie ich finde,
    Rief der Müller voller Zorn.
    Hat man Korn, so fehlts am Winde,
    Hat man Wind, so fehlt das Korn.
    Wilhelm Busch

  2. Ich war gestern in Sommerach auf der Weininsel bei meinem Winzer.
    Gegenüber von Sommerach, in Neus am Berg, dreht sich nun ein Windrad. Sommerach wird von diesem Monster erschlagen.

    Was sich die Franken alles von der Regierung in München gefallen lassen. In Oberbayern wäre so ein Schlag gegen den Tourismus nicht möglich. Urlaub in Sommerach ist für mich gestrichen.

  3. Die Windmühlen aus früheren Jahrhunderten sind Touristenmagnete und sie sind ehrlich. Sie zeigen, wie sich Menschen anschickten, sich von der ausschließlichen Muskelkraft von Mensch und Tier zu befreien, ohne daß im Hintergrund Massen von Kulis schuften mußten. Die Bockwindmühle Krippendorf-Jena war 1806 sogar Orientierungspunkt in der Schlacht bei Jena und Auerstett für Napoleons Soldaten und ist samt Schlachtgelände jeden Besuch wert. Heutige Windparks sind unehrlich, weil ihr gesamter Betrieb total auf Stützung durch konventionelle Kraftwerke gleicher Leistung aufbaut. Auch das Bild am Anfang des Artikels ist unehrlich, weil die betriebsnotwendigen stützenden sicheren Kraftwerke nicht mit dargestellt sind. Was für eine unehrliche Schönwetter-Halb-Ansicht des Zappelstrom-Windparks am Strand.

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