Egypt Air Absturz: Pilot warnt vor Feuergefahr – Li-Ionen-Batterien in Flugzeugen

Brennender Tesla Lithium Ionen Batterie begann nach Steinschlag zu brennden. Bild Golem.de

von Fred F. Mueller
Einer Meldung des BBC-Korrespondenten Richard Westcott zufolge ist nicht auszuschließen, dass der zurzeit noch rätselhafte Absturz des Flugs MS 804 der Egyptair über dem Mittelmeer auf ein Feuer durch Li-Ionen-Batterien zurückzuführen sein könnte. Entsprechende Hinweise ergeben sich aus einem Interview mit Capt. John Cox von der Royal Aeronautical Society. Cox ist ein ausgewiesener Experte, der selbst seit 46 Jahren Pilot ist, den Airbus 320 sechs Jahre lang flog und sich seit 11 Jahren mit der Untersuchung von Feuergefahren an Bord von Flugzeugen beschäftigt.


Im Rahmen dieses Gesprächs wies Cox darauf hin, dass die ihm derzeit bekannten Fakten verwirrend (confusing) seien, auch wenn er hierfür noch keine offizielle Bestätigung vorliegen habe. So habe es zunächst drei Minuten Alarm gegeben, dann vier weitere Minuten Flug mit laufenden Triebwerken, gefolgt von einem zweiminütigen Absturz. „Für ein Feuer wäre dies ein sehr kurzer Zeitraum, für eine Bombe dagegen ein sehr langer“, so Cox. Bisher gebe es noch keine klare Antwort auf die Frage nach den Ursachen. 

Allerdings verwies er auf einige ernüchternde Statistiken. So gebe es Jahr für Jahr zwischen 900 und 1.200 rauchbezogene Vorfälle in US-Flugzeugen: Weltweit gesehen könne man diese Zahlen in etwa verdoppeln. Die meisten endeten gefahrlos, doch habe es auch Abstürze durch Feuer gegeben. Für den Anstieg gebe es zwei Ursachen: Mehr Flüge – und eine steigende Zahl von Passagieren, die Lithium-Ionen-Batterien mit an Bord nähmen. Selbst qualitativ hochwertige Batterien, die eine Ausfallrate von vielleicht 1/10 Mio. hätten, könnten versehentlich beschädigt werden und Feuer auslösen. Und er schätzt, dass Passagiere jährlich 3,5 Milliarden Batterien auf Flügen mitnähmen.

Weiterlesen: http://www.bbc.com/news/world-middle-east-36349096

Fred F. Mueller

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9 Kommentar(e)

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1

@ #6 F. Endes

"Wie gut wären die bald 30 Milliarden EUR pro Jahr für die allseits geliebte "Energiewende" in Bildung Forschung angelegt."

Sie wissen doch, daß die Dummen die Welt regieren. Oder sind es die Dummen, die daregiert werden? Oder vielleicht Beides?

In Dresden-Rossendorf arbeiten die an Flüssigmetall-Akkus ... .

2
Frank Endres

#7:

Zu dem euphorischen Artikel: Papier bzw. das Internet sind geduldig. Was da nicht schon alles als "Energie-Revolution" betrachtet wurde, wer nicht schon alles als "Genie" bezeichnet wurde.....

Der verlinkte Bericht der FHG ist schon etwas älter. Ich durchschaue die deutsche Batterieszene ziemlich tief.

Hm, was wollen Sie mir mit dem link zu den Tesla-Finanzen sagen? Dass die Aktie gerade wieder ge-hypt wird, lässt sich auch anderswo nachlesen. Ich habe mit Tesla nichts am Hut - Tesla interessiert mich nicht einmal.

3

# 6 von F. Endress
“Irgendwann könnten Festkörperelektrolyte kommen, dann gibt es kaum noch ein Brandrisiko bei Lithium-basierten Akkus.“
++++++++++++++++++++++++
Veranlaßt durch einen etwas reißerischen Bericht:
http://tinyurl.com/hz9fbo5
eines jungen Journalisten, namens Daniel Kamphaus, der sich wohl auch noch etwas um die deutsche Energiewende verdient machen muß , fand ich beim Googeln eine möglicherweise auch für Sie interessante
frauenhofersche Roadmap: http://tinyurl.com/jnjhvca
Anstelle weiterer Kommentare :
http://tinyurl.com/h3dplh3

4
Frank Endres

#3:

Das weiß ich nicht. Aktuelle LiPo's haben genutzte Energiedichten von ca. 0,1 kWh/kg. Beim Ausreizen aller Parameter könnten - irgendwann einmal - mit dieser Technik 0,3 kWh/kg denkbar sein. Ich hoffe, Sie trauen mir zu, dass ich die Energiedichten von Kohlenwasserstoffen, Alkoholen und Batterien kenne und mich auch in der Rohstoffproblematik auskenne. Lithium/Schwefel-Akkus haben gewisses Potential, ist aber alles noch sehr grundlegend.

Irgendwann könnten Festkörperelektrolyte kommen, dann gibt es kaum noch ein Brandrisiko bei Lithium-basierten Akkus.

#4:

Man könnte einen einfachen Drucksensor einbauen, die kosten ein paar Cent. Damit lässt sich die Degradation verfolgen.

Für die Batterieforschung sieht es in Deutschland aktuell eher düster aus. Die DFG fördert Batterieforschung eher am Rande bei insgesamt sehr geringen Bewilligungsquoten, und Herr Schäuble leert nun mit ca. 120 Millionen EUR p.a. ja den Energie- und Klimafonds für die Zuschüsse zur Elektromobilität. Aus diesem Topf wurden immerhin Forschungsprojekte bezahlt. Jetzt geht das Hauen und Stechen erst recht los. Das ist irgendwie clever: Die Politik fördert ein minderwertiges Produkt, zieht das Geld aus der Forschung ab - wickelt also beides ab - und bewirkt noch mehr Konkurrenz unter Forschern. Wie gut wären die bald 30 Milliarden EUR pro Jahr für die allseits geliebte "Energiewende" in Bildung Forschung angelegt. Deutschland könnte ein Standort für Spitzenforschung (über alle Fächer) sein .....

5
Dietmar Fürste

zu #2
Sehr geehrter Herr Endres,
Ist in Zukunft auch an den Einsatz von RadioNuklid-Batterien zu denken, zu denen es bei Wikipedia bereits interessante und umfangreiche Beiträge gibt? Die Gefahren der LiPo-Technik bestehen ja schließlich auch beim Einsatz in Elektro-Fahrzeugen.

6

Sehr geehrter Herr Endres,
Sie schreiben, daß Sie aus dem Verhalten de Li-Akkus/Batterie erkennen können, wann diese zu entsorgen sind. Gibt es eine Möglichkeit einen einfachen und zuverlässigen Sensor einzubauen, der es auch dem Normalnutzer ermöglicht zu erkennen, der Akku/die Batterie muß entsorgt werden?
Im Übrigen stimme ich mit Ihnen darin überein, man sollte zum jetztigen Zeitpunkt nicht über die Absturzursache spekulieren, sondern die entsprechenden Fachleute ihre Arbeit tun lassen.
MfG

7

Zu #2
“Allerdings wird es in den kommenden 20 - 30 Jahren keinen Akku geben, der weniger als 100 EUR/kWh in der Anschaffung kosten wird.“
++++++++++++++

Und welche Energiedichte ( kWh pro kg Akkugewicht) wird man Ihrer Meinung nach in 20 Jahren wohl erreicht haben?

8
Frank Endres

Lithiumionen-Batterien (und Akkus) sind nicht ganz unproblematisch. Wir haben schon etliche Batterien nach einem Brand einer sog. "post mortem" Analyse zugeführt und haben ein ganz gutes Verständnis, wo die Probleme beginnen. Ich habe mit den Akkus, bei denen ich die Spannungslage verfolgen kann, also die aus dem Modellflug, nicht das geringste Problem: Aus Zellendrift und Lade-/Entladeverhalten sowie Innendruck (an der Aufblähung erkennbar) kann ich gut entscheiden, wann die Batterie zu entladen und zu entsorgen ist, manchmal schon nach nur 30 Zyklen. Das Problem ist: Der normale Nutzer kennt diese Probleme nicht und vertraut seinen Akkus, bspw. im Smartphone. Ich hatte mich mal mit einer Firma gestritten, die in einem (Spielzeug-)Modellhubschrauber eine Batterie verbaute, die nach dem Flug außen schon 60 Grad warm war. Ich empfahl, diese Batterie nicht weiter zu verbauen und begründete dies auch mit der Chemie der Batterie. Ich erhielt, obwohl ich mich als jemand zu erkennen gab, der auf dem Sektor der Batterien forscht, die lapidare Antwort, dass die Batterie TÜV-zertifiziert sei. Es interessierte den GF nicht, dass der TÜV keine Ahnung von der Chemie in LiPo-Akkus hat. Nun gut, die Firma gibt es nicht mehr, das Hubschrauber-Modell auch nicht mehr. Jeder LiPo-Akku mit Flüssigelektrolyt trägt ein potentielles Brandrisiko. In der Regel passiert nichts, aber wie der zitierte Pilot richtigerweise erläutert, macht es die Menge. Dann schlägt die Statistik gnadenlos zu.

Das Problem ist, dass man LiPo-Akkus faktisch nur mit Sand löschen kann (oder mit sehr viel Wasser), wie man im Labor auch einen Natrium-Brand nur mit Sand löschen sollte. Einer meiner "lieben Kollegen" fackelte mit einem falschen Ladeprozess beinahe mal sein Haus ab, später wurde ein Forschungszentrum mit demselben Fehler ebenfalls beinahe abgefackelt. In der "lokalen Qualitätszeitung" wurde der Grund für den Brand verheimlicht.

Die Krönung: Mir wurde dann von anderer Seite noch unterstellt, ich würde mich mit Batterien nicht auskennen. Das war dann irgendwie amüsant, wenn auch symptomatisch für die Zustände in "Energiewende-Deutschland".

Bevor wieder jemand unkt: Ja, die Batterieforschung geht weiter, und es wird künftig bessere Batterien geben, ich forsche selber auf diesem Gebiet, und ich würde mich freuen, ergebnisoffene Forschung hätte in diesem Land den Stellenwert, den sie verdient. Allerdings wird es in den kommenden 20 - 30 Jahren keinen Akku geben, der weniger als 100 EUR/kWh in der Anschaffung kosten wird.

Ich halte es aber zum jetzigen Zeitpunkt für Spekulation, dass das Egyptair-Flugzeug wegen einer LiPo-Batterie abgestürzt ist. Eigentlich klingt das eher danach, dass ein Vollpfosten in der Toilette geraucht hat und seine nicht erloschene Zigarette in den Papierkorb warf. Aber auch das ist nur eine Vermutung, die falsch sein kann.

9

Auch Boeings Dreamliner hatten einst Probleme mit brandgefährlichen Lithium- Ionen Batterien
http://tinyurl.com/jyprxde
Aber inzwischen gibt es ja nun die Powerpacks vom genialen Elon Musk.
Sollte Airbus vielleicht………? 🙂 ?