Der lange Marsch in die große Pleite

Bild Thorben Wengert - Geier Tierpark Nordhorn / pixelio.de

Von Günter Keil
Die energiewirtschaftliche Lage, in die das Land durch Parteien und ihre Politiker gebracht worden ist, entstand im Laufe vieler Legislaturperioden und alle bislang in den verschiedenen Regierungen vertretenen Parteien haben daran mitgewirkt. Auch die jetzt nicht mehr im Parlament vertretene FDP.
Die Partei Die Linke hatte noch keine Gelegenheit, ihre energiepolitischen Vorstellungen in einer Bundesregierung zu verwirklichen, was aber die heute erreichte Situation kaum verändert hätte, denn ihre Politik unterscheidet sich nicht von der Energiepolitik von SPD und Grünen, die seit dem Erringen des CDU-Parteivorsitzes durch Angela Merkel auch von der Union Stück für Stück vollständig übernommen wurde.


Als das Angstmachen professionalisiert wurde…

Es gibt ein Datum für den Beginn des Einsatzes der Angst vor angeblichen Umweltkatastrophen als staatliches politisches Instrument in Deutschland: Es ist der 22.Oktober 1969.

An diesem Tage nahm das Kabinett Brandt I seine Arbeit auf – und Vizekanzler Genscher (FDP), der das Innenministerium übernahm, brachte einen Vertrauten mit und ernannte ihn zum beamteten Staatssekretär: Günter Hartkopf. Dieser für sein „ökologisches Engagement“ bekannte Mann hatte damit eine Schlüsselstellung gefunden, in der er während seiner knapp 14 Dienstjahre im BMI nahezu unbemerkt, dabei höchst effektiv und fast immer am Parlament vorbei die Gründung und Unterstützung von Hunderten von Bürgerinitiativen und Umweltgruppen betrieb. Er lenkte ebenfalls Steuergelder in Institute und ihm genehme Wissenschaftsbetriebe.

Sein Ziel war der Aufbau einer unüberwindbaren ministerialen Gegenmacht zur Wirtschaft, die er als ständig bremsendes Hindernis bei der Verschärfung von Umweltstandards und Grenzwerten und im Grunde als seinen Feind ansah.

Dazu benötigte er eben nicht nur eine dafür ausgerüstete und starke Verwaltung, sondern auch eine mächtige Unterstützerlobby im Außenraum, die er sich mit den von ihm finanzierten Umweltverbänden selbst geschaffen hatte.

Originalton Hartkopf: „Nachdem zu Beginn der eigentlichen bundesdeutschen Umweltpolitik eine solche potente Gegenseite (Anm.: zur Wirtschaft) nicht vorhanden war, musste sie geschaffen werden….Es waren vorwiegend Beamte (Anm.: seine eigenen), die den Grundstein für die Arbeitsgemeinschaft für Umweltfragen legten und sie mit Leben und sachlichen Mitteln ausstatteten….Doch die Arbeitsgemeinschaft für Umweltfragen ist kein umweltpolitischer Kampfverband. Weil ein solcher fehlte, musste er eben gebildet werden. Es waren wiederum Beamte, die den Plan vorwärts trieben, örtliche Bürgerinitiativen zu einem Dachverband zusammenzuschließen, und die Gründungsversammlung und noch einiges zu finanzieren.“

Dass diese Finanzierungen aus Steuermitteln jemals vom Bundestag in seinen Haushaltsberatungen akzeptiert worden wären, ist nicht vorstellbar.

In einem 1986er Vortrag in Bad Kissingen zog er stolz Bilanz und verwies auf das bis dahin geschaffene Potenzial: Zitat: „Eine Mitgliedschaft von rund vier Millionen Bürgern kann jederzeit mobilisiert werden (!) und bildet daher ein beachtliches Potenzial, an dem die Politik nicht vorbeigehen kann.“

Hartkopf konnte sich auch als Initiator der Menschenmanipulation mittels der Medien rühmen und sprach in seinem Vortrag stolz von „Tendenzinformationen, mit denen die Zeitungsmacher gefüttert wurden“. Er verwies auf die Masse der zur Glaubwürdigkeitssteigerung gezielt erzeugten Berichte in Wissenschaftsjournalen, die nach Hartkopf „aus der Feder von Beamten stammen, wenn man die Veröffentlichungen von Professoren und ihren beamteten Mitarbeitern an Unis mit einbezieht.“ Mit dieser Veröffentlichungs-Welle werde die widerspenstige Wirtschaft mundtot gemacht. Zitat: „Die Fülle der substanziellen Fachartikel ist so groß, dass die Wirtschaft weder von der Menge noch von der Qualität mithalten kann.“ Als einzelne Bundesländer in den 70er Jahren versuchten, überzogene Grenzwerte abzuschwächen, wurden sie nach Hartkopfs Aussage „mithilfe der Medien wegadministriert.“

Dieser unauffällige FDP-Mann, dessen jeweilige Chefs – Genscher, Maihofer, Baum (alle FDP), Schmude (SPD) und Zimmermann (CSU) – anscheinend nie bemerkten, was er mit großem Einsatz und Steuergeld so alles trieb, war der Urvater und Züchter des deutschen Angst- und Ökowahns, den wir heute zum Gespött des Auslands mit über 20 Milliarden Euro jährlich allein für den „Klimaschutz“ bezahlen dürfen.

Dass heute Hunderte von Bürgerinitiativen gegen eine umweltzerstörende Politik – nicht der Wirtschaft, sondern der Regierung – kämpfen, ohne von Beamten „mit sachlichen Mitteln ausgestattet“ zu werden, ist eine traurige Ironie der Geschichte.

Staatssekretär Hartkopf erhielt nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband. 

Hartkopfs zweiter großer Trumpf, die von ihm hoch gelobte effiziente und mit überlegenem know-how ausgestattete Verwaltung – insbesondere die der Bundesministerien – ist allerdings  inzwischen zerfallen. So hat das Wirken von Jürgen Trittin als Bundesumweltminister im Kabinett Schröder I (10.1989-10.2002) und Schöder II (10.2002-10.2005) zu einem fast totalen Kahlschlag bei den Fachleuten im BMU geführt, die durch grüne Aktivisten aus den Ökoinstituten ersetzt wurden. Die Mitleid erregenden, zwar ideologisch korrekten aber z.T. selbst der Physik widersprechenden Gesetze und Verordnungen aus diesem Haus, die der Energiewende und dem „Klimaschutz“ dienen sollten, sind eine Folge dieses Fachleute-Exorzismus‘.

Dass hierbei auch das stets beteiligte Bundeswirtschaftsministerium nur eine lange Geschichte des Versagens beisteuern konnte, liegt an der FDP. Diese Partei schaffte es, das BMWi vom Kabinett Brandt II (ab 15.12.1972) bis zum Ende des Kabinetts Kohl V (26.10.1098) ganze 16 Jahre ununterbrochen zu halten.

In den Regierungen Schröder I und II sowie Merkel I (Ende 28.10.2009) saß die FDP nicht; jedoch  in der Regierung Merkel II (28.10.2009 – 22.10.2013) besetzte sie wieder das BMWi mit Brüderle (bis Mai 2011) und danach Rösler. Das waren zusammen 20 Jahre seit 1972, in denen die FDP eine kompromisslose, allein auf die Unterbringung von Parteimitgliedern ausgerichtete Personalpolitik betrieb. Dass dabei die fachlichen Qualifikationen erst in zweiter Hinsicht eine Rolle spielten, schwächte dieses Ressort zunehmend. Der Einfluss dieses einst wichtigen Ministeriums in der Regierung, das schließlich einst von Ludwig Erhard und Karl Schiller geleitet wurde und in den 7 Jahren der Regierungen Schröder unter ihren Chefs Werner Müller und Wolfgang Clement die schweren Defizite nicht mehr beheben konnte, wurde unbedeutend – man brauchte es nicht mehr ernst zu nehmen. Das BMWi war nicht mehr in der Lage, der Ideologen-Mannschaft des BMU wirksam zu begegnen. 

Den Tiefpunkt erreichte dieses Ressort unter Rösler, als es der Forderung der Offshore-Lobby nachgab und das Gesetz zur Übernahme der finanziellen Haftung bei Verzögerungen und anderen Problemen der Windparks durch die Stromverbraucher formulierte, vorlegte und verabschiedete: Eine planwirtschaftliche Todsünde, die nicht nur den Niedergang dieses einst die Marktwirtschaft verteidigenden Ressorts, sondern auch den Niedergang der FDP deutlich machte. 

Man hätte nun annehmen können, dass zumindest das Bundesfinanzministerium BMF angesichts der Aussicht auf schwerste Schäden für die Wirtschaft sowie eine viel höhere Belastung der Bürger durch die Strompreise – also stark sinkende Steuereinnahmen – irgendwann die Notbremse ziehen musste. Aber das Gegenteil ist der Fall: Das BMF ist bislang einer der größten Profiteure der Strangulierung von (konventionellen) Stromerzeugern und         -Verbrauchern, weil eine ganze Serie von Steuergesetzen (siehe Kap.8) eine riesenhafte Einnahmequelle darstellt – allen voran die Stromsteuer und die Mehrwertsteuer, die auf alles noch obendrauf kommt. Damit finanzieren die Regierungen den Sozialstaat, ebenso wie sie von den enormen Einnahmen, die den privaten Autofahrern mit diversen Steuern abgenommen werden, schon immer einen beträchtlichen Anteil zweckentfremdet haben.

Das Bundesfinanzministerium beschleunigt also den Niedergang der Wirtschaft aus kurzfristigem Einnahmeinteresse. Was ohne eine deutliche Kursänderung in 10 oder 15 Jahren passiert, interessiert dort niemand. 

Auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), mit dessen desaströsen Auswirkungen sich hier mehrere Kapitel beschäftigen, ist nicht erst von der Großen Koalition erfunden worden; auch nicht in der Ära Trittin (1989 – 2005), sondern es wurde als „Gesetz über die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz“ am 7.12.1990 von der Regierung Kohl III beschlossen und galt seit 1991. Umweltminister war Töpfer und Bangemann Wirtschaftsminister.

Es wurde danach von den 7 folgenden Bundesregierungen immer weiter ausgebaut und „verbessert“: Seit März 2000 hieß es dann EEG und enthielt die bedeutenden „Verbesserungen“ der Einführung des Vorrangprinzips, eines bundesweiten Wälzungsmechanismus und einer starken Anhebung der Vergütungssätze für die Photovoltaik – also starke Beschleunigungselemente für die Fahrt in die wirtschaftliche Katastrophe. Und das waren jetzt  tatsächlich die üblichen Verdächtigen Schröder und Trittin, die vermutlich noch heute darauf stolz sind.

Als die Probleme zunahmen,  befassten sich die späteren Regierungen zunehmend mit verschlimmbessernden Reparaturmaßnahmen, gaben das groteske Vorhaben aber nicht auf. Und so wird es weitergehen, bis der angerichtete Schaden vollends untragbar geworden ist. 

Mit diesen Ausführungen soll deutlich gemacht werden, dass die Ursachen für die jetzige Situation, in der die Regierung scheinbar ratlos, hilflos und unter dem Spott des Auslands auf die Zerstörung der deutschen Energiewirtschaft zusteuert, während sie sich mit längst widerlegten Ausreden zu rechtfertigen versucht, eine lange Vorgeschichte haben. Hartkopfs größte Hinterlassenschaft – die Angst als politisches Instrument – ist nach wie vor präsent.

Selbstverständlich tragen auch einige der bekannten Politiker aus der jüngeren Vergangenheit und  Gegenwart – stellvertretend seien Merkel, Trittin, Töpfer, Gabriel und Rösler genannt – Schuld am jetzt erreichten Zustand.  Aber das Problem hat wesentlich tiefer gehende Wurzeln.

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11 Kommentar(e)

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1
Hanna Thiele

# 10 Alwin Bruno

Der Drang, seine Grenzen zu überschreiten, macht den Menschen zum Forscher, der über das real Vorhandene hinausdenkt, plant und/oder träumt. Inspiration und Fantasie unterscheiden uns durchaus vom Tier, das intuitiv und bodenständig aus Sorge um den eigenen Nachwuchs zusammenhält und tatsächlich Arbeitsteilung und sogar generationenübergreifende Großfamiie kennt.
Diese Vorsorge schließt Vorratshaltung ein, siehe Eichhörnchen, Hamster und dergleichen. Allerdings ist mir nicht bekannt, daß es Tiergattungen gibt, die wirklich Neues schaffen oder anfällig sind für Utopien.

Schon vor ca. zweieinhalbtausend Jahren beschrieb Aristophanes, daß Vögel cleverer sein können als Menschen indem sie beschlossen „einstimmig ist durchzubleu’n, wer blauen Dunst hier macht“, als zwei menschliche Galgenvögel ihnen ein Wolkenkuckucksheim andrehen wollten, ihnen "die Luft vermessen und sie in Quartiere teilen“ wollten - nicht anders als die PIK-Vögel heute.

Wenn kleine Vogel oder Schmetterlinge in der Lage sind, tausende von Kilometern 2 x im Jahr zu fliegen, dann nur, weil sie instinktiv wissen, wo gerade bessere Lebensverhältnisse herrschen für sie und für die Aufzucht ihres Nachwuchses.
Sie vertrauen ihren Sinnen.

Wenn wir Menschen unseren eigenen Antrieben und Sinnen vertrauen, dann wird jede Lenkung und Beherrschung schwieriger, deshalb versucht man ja in immer neuen Variationen die Esels-Nummer mit der Mohrrübe vor der Nase, die nie zu erreichen ist.
Völlig inakzeptabel aber wird diese Mohrrüben-Methode, wenn der Staats- und Bildungsapparat sie bewußt und gezielt einsetzt, BEVOR bei unseren Kindern das Denken überhaupt erst begonnen hat.
Es führt in erlernte Hilflosigkeit und Abhängigkeit - das ist in Verbrechen!

2

Auch von mir ganz herzlichen Dank für Ihr Engagement Frau Hanna Thiele, Ihren Beiträgen stimme ich gerne zu.

Zu "mühsam errungene Zivilisation" gestatten Sie mir eine Anmerkung: Ihre Bemerkung "Solidarität [..] Verträge auf Gegenseitigkeit" hört sich an wie eine Errungenschaft der Menschheit / des Menschseins. Aber wir beobachten dasselbe bei allen Geschöpfen bei denen mehrere Generationen an der Aufzucht des Nachwuchs beteiligt sind (Termiten, Elefanten, Affenhorden, etc).

Von daher habe ich keine Sorge dass sowas von der nächsten Zivilisation --enstanden aus Schutt und Asche-- wieder "erfunden" wird; das wäre meine kleinste Sorge 🙂

MfG

3

Danke für Ihr Engagement Frau Thiele.
Ihre entschieden liberale Haltung der Demokratie verpflichtet zu sein ist mir sympathisch.
Was Sie über die Bezüge, Odenwaldschule, Weizsäcker und Perverse in der Politik berichten erhellt eine Szenerie von Polit-Personen, die sich gerne, öffentlich als genial darstellten aber in Wirklichkeit, jede Humanität und herzliche Menschlichkeit schon lange verloren haben.
Dieser Öko-Euthanasie-Wahn, ist eine narzisstische Hybris mit der Argumentation, die statistischen Mitmenschen, als Übel zu bekämpfen und als Schädlinge der edlen Natur zu betrachten. Es ist meines Erachtens, psychisch krank und Menschen feindlich.
Offensichtlich hat seit Robert Malthus eine persönliche, psychisch narzisstische Variante, ihre Anhänger und Widergänger.
Also Politiker die nicht nur Lügner und Betrüger sind, sondern die die Bevölkerungen in Wirklichkeit nur für ihre Psycho-Macke missbrauchen.

4
Hanna Thiele

# 5 Andrea Andromidas

Wenn Menke-Glückert „nur“ ein Beamter war, so ist das noch peinlicher für die Partei vermeintlicher Liberaler, denn sie ließen den Umweltteil ihres legendären Freiburger Programm von 1971 von Menke-Glückert schreiben, einem Juristen ohne naturwissenschaftliche Fachkompetenz, obwohl es solchen Sachverstand in den Fachgremien der FDP durchaus reichlich gab.

Ganz abgesehen davon hätten die Liberalen die Konservativen daran erinnern können, daß Adenauers Trick, sich über die Auflage der Siegermächte hinwegzusetzen, zum Bumerang geworden war. Nicht ohne Grund verlangten die Alliierten, im Grundgesetz die Unvereinbarkeit von Beamtenstatus und politischem Mandat zu verankern. Das hätte uns das Heer der CO2-Vasallen aus den Reihen der weisungsgebunden Professoren- und Lehrerschar erspart, die nun unseren Kindern die Hirnwindungen verdrehen.

Offenbar hielt die FDP es nicht einmal für nötig, selbst auf verurteilte NS-verquickte Beamte zu verzichten - warum sonst schrieb Theodor Heuss als Bundespräsident 1950 einem Bittbrief an Mc Cloy, um die Freilassung Ernst von Weizsäckers zu erreichen? Heuss schrieb von der „moralischer Kraft seines Wesens“, von der „Würde seines Menschentumes“, dabei war Weizsäcker tatsächlich beteiligt an der Deportation von Juden aus Frankreich und an der Ausweisung Thomas Manns aus der Schweiz. Daß der Enkel Carl-Christian von Weizsäcker später am Energieprogramm der FDP mitschrieb, ist dann nicht ohne Pikanterie, zumal er Lehrer Prof. Sinns war, der wiederum Lehrer von Edenhofer, dessen absurde Energievorstellungen sich dann im FDP-Programm wiederfanden.

Nicht uninteressant dabei ist, daß Reinhold Maier/FDP, der erste Ministerpräsident Baden-Württembergs, 1946 zu den Gründungsmitglieder der Freimauer-Loge in Baden-Württemberg gehörte, „Furchtlos und treu“ war ihre Parole.
Und Reinhold Maier hat bereits im Jahre 1957 Umweltschutz zum Wahlkampfthema gemacht, just in dem Jahr, als der EU über Euratom das verrechtlichte Regieren übergestülpt wurde.

„Eine-Hand-wäscht-die-andere-Politik“ im Hinterzimmer ist immer einfacher als die mühsame Auseinandersetzung mit dem Wahl-Volk.

Und denken Sie daran, daß der FDP-Sprecher für Umwelt, Michael Kauch, im Bundestag die Partei der Grünen „Erbschleicher“ nannte. Das Wort „grüne Wirtschaft“ gefällt heute nicht mehr, weil die Falschen ernten. Nun spricht man von „Bio-Ökonomie“ und verschanzt sich obendrein hinter dem Gummi-Begriff „Nachhaltigkeit“. Inhaltlich ist es das Gleiche, Beschneidung der Bürgerrechte über verrechtliches Regieren, an den Parlamenten vorbei.

5
Jürgen Wanninger

@#2 Marcus Junge,

ich denke was Sie schildern ist ein grundlegendes Problem der Demokratie. Meiner Beobachtung nach hat das mit der ersten Regierungsverantwortung der Alt-68iger Schröder/Fischer aber dramatisch an Fahrt zugenommen. Da hat die Planwirtschaft der Ideologen plötzlich massiv an Fahrt zugelegt - ohne das man sie so nennt.

6
Andrea Andromidas

Hallo Frau Thiele,
das Feld der Anti-Modernisten in Deutschland war schon immer sehr groß und sowohl von der Linken als auch der Rechten geprägt, deswegen sind einzelne Namen immer nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Menke-Glückert war auch nur einer dieser Beamten, die sich als grüne Ideologen hervortaten und schon alleine deswegen für bestimmte Strippenzieher interessant waren.

7
Andrea Andromidas

Sehr geehrter Herr Keil,
sehr interessanter Beitrag. Eine Frage zu dem ersten Zitat: stammt auch das aus dem Vortrag von Bad Kissingen ? Der andere Aspekt dieser Wühlarbeit in den Behörden wäre natürlich mal eine Übersicht über die direkten Behinderungen bei Projekten der Kernenergie bezüglich verweigerter Baugenehmigungen. Das dürfte etwa aus dem gleichen Apparat gekommen sein und diese Entscheidungen hatten damals sicherlich noch nichts mit Angst zu tun.

8
Hanna Thiele

Es ist weniger als die halbe Wahrheit, was der Autor dem zugegebenermaßen eifrigen Staatssekretär Hartkopf da anhängen will.
Hartkopf wäre nichts ohne Peter Menke-Glückert, der den Bauplan für den Umbau der Weltwirtschaft auf CO2-frei von der OECD mitbrachte, wo der Plan ausgeheckt wurde als Mittel zur Menschendressur, Konjunkturlenkung, Investitionssteuerung und Abgabeneintreibung.

Menke-Gückert führte Genscher mit Picht zusammen und Picht wiederum gehörte - nicht anders als sein Intimus Carl Friedrich von Weizsäcker - zum Kreis der Antimodernisten um den homosexuellen Guru Stefan George, ein Hasser der Demokratie und der Frauen, besessen von dem Gedanken, daß eine Elite von „Auserwählten“ die Utopie einer "besseren Welt“ umsetzen könnte. Der Menschenversuch Odenwald-Schule und etliche andere Reform-Eskapaden wären ohne diese Misanthropen nicht möglich gewesen.

Auch Edgar Salin, der „große Wirtschaftsethiker“ gehörte zum George-Kreis, es mag ja sein, daß sie wirklich glaubten, die „asketische Weltkultur“ (O-Ton Carl Friedrich von Weizsäcker im Jahre 1978) und die „ethische Wirtschaft“ top-down überstülpen zu können in Form der Herrschaft von Wissenschaftsräten.
Festzustellen ist, daß ein Abgrund von Verlogenheit, Heuchelei, Willkür, Entrechtung und Demokratieabbau dabei rausgekommen ist

Es war das große Versagen der FDP, die an diesem Punkt an die Vielfältigkeit der Menschen, ihrer Weltanschauungen und ihrer Kulturen hätte erinnern müssen. Stattdessen hat sie ihre Unverdächtigkeit als „wirtschaftsfreundliche Partei“ mißbraucht, um die wesentlichen Säulen der Demokratie, nämlich Gewaltenteilung, Trennung von Staat und Kirche und Freiheit der Wissenschaft zu schleifen. Rechtsstaatlichkeit, Bürgerrechte und freie Marktwirtschaft gingen den Öko-Bach runter, damit wurde der Grundstein für den Überwachungsstaat gelegt, der mit der totalen Digitalisierung mit kafkaesker Automatik ablaufen wird und nicht mehr zu bremsen sein wird.

Bei Lichte betrachtet wird die mühsam errungene Zivilisation noch hinter das antike Griechenland zurückgeworfen. Denn was ist es anderes, wenn der Mensch innerhalb der „Schöpfung" Flora und Fauna gleichgestellt werden soll?
Sämtliche Errungenschaften der Zivilisation beruhen darauf, daß der Mensch als soziales Geschöpf geboren wird, einen Ur-Gemeinsinn besitzt, der einen wachen Sinn für Rücksicht auf den Nächsten kennt, mindestens die Familie, die Gruppe, etc., was Arbeitsteilung und Solidarität ermöglichte - und je größer die Gruppe wurde, zu Verträgen auf Gegenseitigkeit führte.

Demokratie ist ein Vertrag auf Gegenseitigkeit!
Mit der Natur-Religion gerät die Balance aus der Waage - sie bedeutet die höchstmögliche Degradierung des Menschen!
Tieren und Pflanzen sollen in den Rechten der Menschen gleichgestellt werden. Tiere kennen aber keine Verantwortung, haben kein Bewußtsein, keine Logik und keine Moral, kennen Verantwortung nur, wenn es darum geht, den eigenen Nachwuchs zu schützen. Nun plötzlich haben sie „Anwälte“, die sich anmaßen, für sie zu sprechen. Diese „Anwälte“ lügen das Blaue vom Himmel herunter, und wer sich gegen diese Anmaßung wehrt, der landet am Pranger von Anti-Modernisten wie den Weizsäckers, CDU-Miegel und anderen selbsternannten Schützern der Biodiversität.

Nicht Hartkopf hat sich dieses Denunziationssystem ausgedacht, er war nur Bürokrat, ein weisungsgebundener Ausführender, so wie wir es von anderen Unrechtsregimen kennen, egal ob Drittes Reich, DDR oder Stalinismus.
Die Bürokratie verselbständigt sich und terrorisiert dann vollautomatisch, derweil die Vordenker längst die Verkleidung gewechselt haben.

9
Jürgen Wanninger

Stimmt schon - 1982 + 16 = 1998.

Aber Angst als Machtfaktor ist doch viel älter! Etwa so alt, wie die Menschheit sich gesellschaftlich organisiert. Politik oder Religion - immer diente die Angst dazu, sich zum König, Papst, Kanzler zu machen und die anderen zu beeinflussen.

Christentum, Islam, und Judentum verwenden einen strafenden Gott, um die Gesellschaft zu kontrollieren. Wähle mich, ich sage Dir was Du tun musst und rette Dich. Darauf kommt es schon immer an. Angst machen und einen Weg zeigen.

Jetzt glauben die Leute aber heute nicht mehr so recht an Gott und Teufel. Da nehmen wir dann eben die Wissenschaft die den 'Ersazteufel' CO2 erschafft, der uns mit der 'Ersatzhölle' Klimaerwärmung bedroht. Und schwupps haben wir eine moderne Religion mit vielen neuen Anhängern und die Leute parieren wieder. Die Holger Burowskis und Hans Jungs dieses Portals beispielsweise. Die beiden könnten aber auch bezahlte Pfaffen der neuen Religion sein, die missionieren müssen. Das Naheliegendste dieser neuen Religion namens Ökologismus wäre doch eigentlich massives Energiesparen. Das setzen sie aber nicht um, das Volk könnte unwillig werden. Stattdessen beschränken wir uns (vorerst) auf den Bau von Sakralbauten wie den immer höherer werdenden Windrädern.

Und in den USA denken sie sogar über die Wiederaufnahme der Inquisition nach. 'Klimaleugner' sind die Ersatz-Hexen. Wahrlich eine aufgeklärte Gesellschaft. Wie sich doch alles wiederholt. Man darf gespannt sein, ob auch die Klimaleugner-Verbrennung wieder eingeführt wird.

Und in Deutschland kriegen wir vielleicht einen gelben Aufnäher und einen Stempel in den Ausweis: Windkraftgegner! Das kommt dann, wenn die, die sich Antifa nennen, endlich an der Macht sind. In BW regiert schon so einer. Ho-Ho-Ho-Chi-Min, gell Win(d)fried.

10
Marcus Junge

An der Stelle will ich dann einfach mal das scheiben, was ich auch sonst immer schreibe, wenn haufenweise, ich kann sie nicht mehr anders bezeichnen, Idioten, mit ihren Helden der Alt-BRD ankommen. Frahm, Schmidt, Kohl, Genscher und viele andere (gerade auch wegen der Gruftzeremonien für diese Untoten in den letzten 12 Monaten), das waren alles XXXXXXX und keine Vorbilder oder gar Helden (so wie die teilweise vergötzt werden).

Nur weil es damals noch kein Internet gab und ihr deren Untaten daher nicht zur Kenntnis genommen habt, haben diese XXXXXXX doch gewirkt. Nur weil die mal das Maul aufgemacht und A (das Richtige) gesagt haben, sind das Vorbilder, weil sie grundsätzlich B (XXXXXXX) taten. Und das kann man inzwischen durchaus mal nachgelesen haben.

Das Unglück fing nicht mit Merkel an, nicht mit Schröder / Fischer, nicht mit der "Einheit", sondern es wurde der BRD in die Wiege gelegt und so siecht sie halt dahin. Immer schlimmer, immer schneller, immer irrsinniger, immer krimineller.

Wer das nicht erkennen will, der würde nur die Alt-BRD wieder aufbauen und sich dann wundern, warum in 30 bis 50 Jahren wieder Zustände wüten, wie wir sie jetzt erleben, falls das überhaupt so lange dauern würde.

11
Matthias Eck

Interessant, dass das schon so früh und von wem aus begann.
Bei der Jahresangabe des Endes des Kabinett Kohl ist ein Fehler - 1098 - und dann 16 Jahre ununterbrochen - 1972 + 16 Jahre = ?