Fukushima 5.0

Fukushima Armageddon nach der Flut

von Peter Heller
Fünf Jahre Abstand sollten auch in Deutschland genügen, die richtigen Lehren aus dem Störfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi zu ziehen. Der Atomausstieg war nicht nur unbegründet, sondern auch falsch, weil rings um uns die Welt in ein neues nukleares Zeitalter eintritt.


Am 11. März 2011 um 6:46 mitteleuropäischer Zeit ereignete sich am Grunde des pazifischen Ozeans 130 Kilometer östlich der japanischen Küstenstadt Sendai ein schweres Seebeben. Es löste einen Tsunami aus, dessen über zehn Meter hohe Wellen ungefähr 45 Minuten später das Festland trafen. Beide Heimsuchungen zusammen vernichteten mehrere hunderttausend Gebäude und rissen 18.456 Menschen in den Tod.

Dieses fernöstliche Geschehen katapultierte Deutschland zurück ins Mittelalter.

Denn zu den betroffenen japanischen Infrastrukturen zählte auch das Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi. Während es dort zu Kernschmelzen und zur Freisetzung radioaktiven Materials in die Umgebung kam, entwickelte sich hierzulande eine von voraufklärerischer Ignoranz und Hysterie geprägte Debatte, die in die sofortige Stilllegung von acht Kernkraftwerken und in ein Vorziehen des damals gültigen Ausstiegsdatums von 2040 auf 2022 mündete.

Dabei ist in Fukushima bis heute niemand wegen des Störfalls an Strahlenschäden gestorben. Auch ist das von der Weltgesundheitsorganisation für die Bewohner der betroffenen Regionen ermittelte zusätzliche Krebsrisiko zu gering, um jemals statistisch nachweisbar zu sein. Wahrscheinlich wird man in einigen Jahrzehnten in der Präfektur Fukushima sogar eine Verringerung der krebsbedingten Todesfälle gegenüber dem Rest Japans registrieren. Denn von Fortschritten in der Krebsfrüherkennung und Krebstherapie wird man dort aufgrund intensiver medizinischer Betreuung besonders profitieren.

Trotzdem stellen die Massenmedien bis heute den Störfall direkt oder indirekt als eigentliche Ursache der Verheerung dar, obwohl er nüchtern gesehen nur ein vergleichsweise unbedeutender Kollateralschaden war. Immer noch nehmen die Bürger dies ohne zu hinterfragen hin. Der Irrtum, die Havarie des Kraftwerkes hätte tausende an Opfern gefordert, ist weit verbreitet. Kernenergie wird nicht mehr unter technischen und ökonomischen Gesichtspunkten diskutiert, sondern ausschließlich nach moralisch/ethischen Kriterien bewertet. Die Ablehnung der Kerntechnik hat dogmatische Züge angenommen, die längst nicht mehr nur die Stromerzeugung, sondern auch Anwendungsbereiche wie die Nuklearmedizin oder die Raumfahrttechnik betrifft. Die Grünen wollen sogar die kernphysikalische Forschung von den Universitäten verbannen. In der Energiepolitik ist mit der Übernahme der Deutungshoheit durch ideologisierte Fanatiker die Inquisition wieder auferstanden. War es vor Jahrhunderten das Verbot, menschliche Körper zu öffnen, das den medizinischen Fortschritt behinderte, so gilt heute jede Manipulation von Atomkernen als verwerflich. In einer solchen Atmosphäre kann sich selbst FDP-Chef Lindner mit dem Ausruf „In einem liberalen Paradies hätte es die Kernenergie nie gegeben!“ des Beifalls der Zuhörer sicher sein.

Man könnte aus Fukushima auch zwei völlig andere Botschaften ableiten. Erstens erscheint gegen eine Naturgewalt, die ein Kernkraftwerk so massiv beschädigen kann, jeder zusätzlicher Schaden als Marginalie. Und zweitens wäre es eine kluge Idee, Reaktoren zu bauen, die selbst bei vollständiger Zerstörung ihre Umgebung nicht beeinträchtigen. Fast alle Länder, in denen vor dem 11. März 2011 Kernreaktoren betrieben wurden, haben sich nach der ersten Schlussfolgerung gerichtet. Die Ausnahme ist Deutschland. Manche Länder begannen, dem zweiten Ansatz zu folgen. Deutschland verbietet sich solche Ideen. Fukushima konnte hierzulande nur deswegen diese Reaktion auslösen, weil jahrzehntelanges Versagen von Politik und Industrie eine Situation schufen, in der die Propaganda der Anti-Atomaktivisten gewinnen musste.

Eine kurze Geschichte der Kernenergie

Schon der Impuls ihres Geburtshelfers, des amerikanischen Manhattan-Projektes, lenkte die weitere Entwicklung der Kerntechnik in eine ungünstige Richtung. Denn es etablierte den Mythos, sie sei eine staatlicherseits zu fordernde und zu fördernde „Großtechnik“, die nur in einem künstlich geschaffenen institutionellen Rahmen gedeihen könne, der Großforschungseinrichtungen, Großindustrie, Verwaltung und gegebenenfalls auch das Militär einschließt. Als die zivile Nutzung der Kernenergie in Deutschland im Jahr 1955 wieder möglich wurde, etablierte man daher eine vergleichbare planwirtschaftliche Struktur und begrenzte sich auf die Übernahme amerikanischer Technologie.

Dort hatte sich mittlerweile der Leichtwasserreaktor durchgesetzt. Aufgrund seiner Eignung als Schiffsantrieb favorisierte ihn das Militär. Das auf angereichertem Uran basierende Brennstoffkonzept erforderte zudem den Zugriff auf die Ergebnisse des Manhattan-Projektes und konnte den USA eine weltweite Führungsposition in der Nukleartechnik für Jahrzehnte sichern. Der Export der kompletten Kette vom Reaktor bis zum Brennstoff schuf nicht nur langfristige Abhängigkeiten, sondern auch Kontrollmöglichkeiten hinsichtlich der künftigen Verbreitung der Kerntechnik.

Deutschland erwies sich als dankbarer Partner. In den 1960er Jahren wurden zwischen Siemens und AEG auf der einen und General Electric und Westinghouse auf der anderen Seite Lizenzvereinbarungen geschlossen, die die Tür für den Transfer des Leichtwassersystems nach Deutschland weit öffneten. Die einen (AEG) favorisierten dabei Siede-, die anderen (Siemens) Druckwasserreaktoren.

Immerhin, so könnte man meinen, bei zwei konkurrierenden Systemanbietern sollte ein innovationstreibender Wettbewerb immer noch möglich sein. Tatsächlich aber gab es keinen Markt, auf dem sich ein solcher Wettbewerb hätte entfalten können. Die möglichen Kunden für stromproduzierende Leistungsreaktoren waren ausschließlich die Energieversorgungsunternehmen, gering an Zahl und außerdem auch nicht interessiert. Denn eine funktionierende, skalierbare, preiswerte und robuste Stromversorgung war in Deutschland bereits vorhanden, basierend auf fossilen Energieträgern und der Wasserkraft. Große Investitionen in eine neue, weitgehend unerprobte Technologie schienen aus Sicht der Zielgruppe nicht erforderlich. Erneut hatte die öffentliche Hand lenkend einzugreifen und die Stromversorger zu Kauf und Betrieb von Leistungsreaktoren zu tragen. So wurden die ersten deutschen Kernkraftwerke (beispielsweise Gundremmingen und Obrigheim) mittels staatlicher Zuschüsse oder günstigen staatlichen Krediten finanziert.

Von Anfang an hatte man dabei mit Vorbehalten in der Bevölkerung zu kämpfen. Politik und Verwaltung reagierten auf diese Stimmungslage und erschwerten den Bau von Kernreaktoren durch immer neue Auflagen und immer komplexere und langwierigere Genehmigungsverfahren. In der Folge waren Versorger und Hersteller dazu gezwungen, an immer weniger verfügbaren Standorten immer leistungsstärkere Einheiten zu bauen. Was den Betreibern ermöglichte, Siemens und AEG auf eine den Kostendruck enorm steigernde Art und Weise gegeneinander auszuspielen. Folgerichtig verloren die beiden Konzerne die Freude am Wettbewerb und führten ihre jeweiligen kerntechnischen Branchen 1973 in einer gemeinsamen Tochterfirma zusammen (der Kraftwerk Union KWU). Es gab fortan in Deutschland nur noch einen Anbieter, der sich auf den Druckwasserreaktor konzentrierte und an technischen Lösungen vor allem Kraftwerksboliden in der Leistungsklasse oberhalb von 1200 Megawatt im Angebot hatte. Statt Vielfalt entstand Einfalt.

Zumindest in der Forschung betrachtete man weiterhin die Alternativen. Doch die Möglichkeit, Konzepte wie den Schnellen Brüter oder den Thorium-Hochtemperaturreaktor ähnlich behutsam und sorgfältig wie Leichtwasserreaktoren zur Reife zu bringen, bestand bereits nicht mehr. Die Stimmungslage in der Bevölkerung wechselte zunehmend von Befürwortung zu Ablehnung und die Politik brachte die erforderliche Geduld nicht mehr auf. Beide Konzepte sollten daher den Sprung vom Labor in den Markt ohne Zwischenschritte nehmen, was nicht gelang.

Am Ende zerfiel das „deutsche Manhattan-Netzwerk“, die künstlich geschaffene Allianz aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Übrig blieben eine Handvoll Forschungseinrichtungen, ein Anbieter und vier Kernkraftwerksbetreiber, alle ausgerichtet auf nur eine Technologie, leistungsstarke Druckwasserreaktoren, für nur einen einzigen Einsatzzweck, die Stromproduktion. Innovationen, durch die sich die Kerntechnik an ein verändertes Umfeld hätte anpassen, durch die neue Märkte hätten erschlossen werden können, waren nicht mehr möglich.

Diese Geschichte der Kernenergie in Deutschland ist ein Paradebeispiel für die zwangsläufige Folgen staatlicher Lenkung der technischen Entwicklung. Innovationsprozesse verlangsamen sich oder stoppen ganz. Monokulturen mit geringer Stressresistenz verbleiben, deren Überleben nur unter idealen Rahmenbedingungen gesichert ist. Jeder Wandel der äußeren Umstände wird zu einer existentiellen Bedrohung.

Der Fukushima-Schock war absehbar  

In Bezug auf den Leichtwasserreaktor lassen sich zu viele Szenarien konstruieren, in denen technisches oder menschliches Versagen zur Freisetzung radioaktiven Materials führt. Dies betrifft neben den vor- und nachgelagerten Prozessen der Urananreicherung sowie der Herstellung, des Transports und der Lagerung von Brennelementen eben auch den Betrieb. Ein Ausfall der Kühlung führt zwar zu einem Ende der Kettenreaktion, aber nur kleinere Anlagen der 100- oder 200-Megawatt-Klasse würden automatisch in einen sicheren Betriebszustand übergehen. Bei größeren Reaktoren genügt die Nachzerfallswärme zur Auslösung einer Kernschmelze. Aufgrund des Vorhandenseins von Wasser und Dampf ist es zudem im Falle einer durch innere oder äußere Einflüsse ausgelösten Zerstörung fast unmöglich, die Verbreitung radioaktiver Substanzen über ein großes Gebiet zu verhindern.

Die planwirtschaftliche Begrenzung auf eine bestimmte Entwicklungslinie lieferte den Gegnern der Kerntechnik zwangsläufig wirkmächtige Schreckensszenarien. Der Einbau von immer mehr Sicherheitssystemen in immer größerer Redundanz war die falsche Taktik. Der Verweis auf ein immer kleineres „Restrisiko“ unterstützte in Wahrheit bereits vorhandene Ängste, da er die Existenz der Gefahr einräumte. Mehr als 90 Prozent der weltweit installierten Kernkraftwerke sind Leichtwasserreaktoren. Ein großer Störfall war immer absehbar. Wäre es nicht in Japan geschehen, hätte es irgendwann einen anderen Reaktor an einem anderen Ort getroffen.

Man hätte ja auch Reaktoren bauen können, bei denen der Brennstoff erst im Reaktorkern gebildet und dort vollständig verbraucht wird – Anreicherung, Wiederaufarbeitung und Transport und alle diesbezüglichen Sorgen wären unnötig. Man hätte auf ein anderes Brennstoffkonzept setzen können, durch das im Reaktor gar keine langlebigen und toxischen Abfälle mehr entstehen – und sich somit das Endlagerproblem nicht mehr stellt. Man hätte kleinere und trotzdem effiziente Systeme entwickeln können, in denen einfach nicht genug Spaltstoffe erzeugt werden, um gefährliche Mengen an Nachzerfallswärme zu produzieren. Man hätte auch auf die Idee kommen können, einen Kernreaktor zu einem völlig anderen Zweck einzusetzen, als nun ausgerechnet zur Herstellung elektrischer Energie.

Am Ende konnte der Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland vor allem deshalb erfolgen, weil er so einfach war. Die wenigen verbliebenen Fürsprecher in der Politik und in der Industrie versagten daran, ihren einzigartigen Nutzen herauszustellen. Da half auch das Verpulvern von Millionen für die Kampagne „Deutschlands ungeliebte Klimaschützer“ nichts. Einen Wettlauf der Angst, „Klimakatastrophe“ kontra „Strahlentod“, kann man nicht gewinnen. Zumal die Klimaschutzideologie hierzulande als Religion des Verzichts etabliert wurde, die jeglicher fortgeschrittener Technologie feindlich begegnet. Die breite Masse der Bevölkerung und die Medien setzen seit jeher Kerntechnik mit dem Leichtwasserreaktor gleich, der ausschließlich der Stromerzeugung dient und daher ohnehin leicht zu substituieren ist. Man hat ihnen nie eine andere Perspektive aufgezeigt. Obwohl nicht nur für die technische Realisierung, sondern auch für die Nutzung eines Kernkraftwerkes eine Vielzahl an Möglichkeiten existiert.

Ein neuer Blickwinkel?

Wären Kernkraftwerke abgeschaltet worden, die hohe Temperaturen für industrielle Prozesse wie der Produktion von Stahl oder Zement liefern? Wären Kernkraftwerke abgeschaltet worden, die Stoffe für die Diagnose und Therapie von Krankheiten produzieren? Wären Kernkraftwerke abgeschaltet worden, die der Herstellung von Treibstoffen, von chemischen Grundstoffen, von Industriemetallen oder gar von sauberem Trinkwasser dienen?

Sicher nicht.

Das Wesen der Kerntechnik besteht in der Freisetzung von Neutronen zur Herbeiführung von Kernumwandlungen. Sie erfüllt den alten Traum der Alchimisten, aus nutzlosen Stoffen wertvolle zu machen, metaphorisch gesprochen Blei in Gold zu transmutieren. Ein Kernreaktor ist primär eine chemische Fabrik, die Isotope von Elementen fast des gesamten bekannten Periodensystems hervorbringt. Neben radioaktiven Substanzen für die Nuklearmedizin, für neuartige bildgebende Verfahren oder für neuartige Sensorsysteme, neben seltenen Metallen für Hochleistungselektroniken, neben Edelgasen für Ionenantriebe und Treibstoffen für Radionuklid- und Betavoltaikbatterien könnten viele weitere nützliche Stoffe ihrer Entdeckung harren. Denn da sich der Leichtwasserreaktor für diese Anwendung wenig eignet, sind große Regionen der Nuklidkarte noch immer nicht erkundet.

Rund um den Erdball, mit Schwerpunkten in China, in den USA und in Russland arbeitet man an neuartigen Systemen, die neue Möglichkeiten bieten und gleichzeitig die oben beschriebenen Sicherheitsmerkmale aufweisen. Vor allem in der westlichen Welt hat sich in den letzten Jahren eine Graswurzelbewegung etabliert, die nicht mehr dem alten Manhattan-Prinzip, einer überkommenen „Top-Down“-Strategie, sondern einem neuen „Bottom-Up“-Ansatz folgt. New Nuclear besteht aus privaten Initiativen, aus Netzwerken, aus Start-Ups und kleinen Unternehmen, die bereits mit einigem Erfolg Risikokapital und sogar staatliche Fördermittel generieren konnten. Dort entstehen Pläne, Modelle und Demonstratoren für Kernkraftwerke einer neuen Generation, deren physikalisches Konzept Fukushima-Ereignisse ausschließt und auch alle anderen Bedenken der Anti-Atombewegung gegenstandslos macht. Natürlich wird es immer Gegner dieser Technologie geben. Aber sie werden durch Innovationen ihre Meinungsmacht verlieren. Weil die Ereignisse in Japan nicht auf der Nutzung der Kernenergie an sich beruhen, sondern lediglich die Mängel einer spezifischen technischen Umsetzung verdeutlichen. Masse und Energie sind einander äquivalent und daraus kann man nicht aussteigen. Nicht auf Dauer und nicht in einer globalisierten Welt, in der Ideen keine Grenzen kennen. Fukushima hat uns ins Mittelalter katapultiert. Mit fünf Jahren Abstand sollten wir beginnen, diesen Zustand als vorübergehend zu erkennen.

Der Beitrag erschien zuerst bei ScienceSceptical hier

Nachtrag der Redaktion

Leider haben die grünen Dogmatiker seit längerem die Deutungshoheit hierzulande übernommen. Zu ihren Erfolgen gehört auch die (gelungene) Verteufelung der Kernkraft. Viele Journalisten schließen sich der vermeintlichen Mehrheitsmeinung an. Und berichten falsch, was das Zeug hält. Ob aus Unwissenheit oder Vorsatz ist eigentlich unerheblich, denn heute kann jeder mit ein paar Mausklicks die reale Situation in und um Fukushima kennen lernen.
So berichtet wissentlich lügend u.a. heute der ndr

:“Am 11. März 2011 löst ein Erdbeben die Reaktor-Katastrophe von Fukushima aus. Etwa 18.500 Menschen sterben, Land und Wasser sind verseucht — ein Umdenken beginnt.“

Eine wohltuende Ausnahme bildet die heutige Welt mit dem Artikel

„Japan gedenkt der Opfer von Fukushima von vor fünf Jahren Erdbeben hatte Tsunami- und Atomkatastrophe ausgelöst“ (hier)

der zwar in der Überschrift beide Ereignisse vermengt, aber im Text sauber herausarbeitet, dass durch die Strahlung direkt niemand zu Schaden gekommen ist. Oder auch hier in der sonst so links-grünen Atomangst schürenden Zeit (Hervorhebung von der Redaktion):

Der Super-GAU in den Köpfen

Japan auf Jahrzehnte verseucht, Hunderte verstrahlt, Unzählige an Krebs gestorben. So stellte man sich die Folgen von Fukushima vor. Doch vieles ist anders gekommen.Von  und 

Der chronisch atomfeindliche Deutschlandfunk verpackt hingegen seine bewusst falsche Katastrophenmeldung subtiler:

Bewohner der von der Flutwelle überschwemmten Region beteten für die fast mehr als 18.500 Todesopfer. Im Atomkraftwerk Fukushima war es kurz nach dem Beben zu Kernschmelzen gekommen. Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis die Atomruine vollständig zurückgebaut ist.

Juristisch vielleicht nicht angreifbar aber inhaltlich so aufgebaut, dass jeder zu der Überzeugung kommen muss, die Reaktorhavarie war die Ursache für die Todesfälle.

Unser Fazit:

Solange wir Medien haben, die eine politische Agenda zur Richtschnur ihres Tuns machen, aber nicht „berichten was ist“ solange wird sich auch nichts ändern. Zum Glück gibt es nun das Internet und die AfD. Deswegen können wir uns darüber wehren. Die AfD wird — wenn der kommende Parteitag zustimmt- die Frage nach der Nutzung der Kernenergie wieder auf die politischen Tagesordnung setzen. Demokratisch über eine Volksabstimmung.

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43 Kommentare

  1. Etwas off topic, aber ich denke es wird alle interessieren. Wie ich heute erfahren habe, wird von der Bundesnetzagentur staat des stillgelegten KKW Grafenrheinfeld als Ersatz Fessenheim herangezogen. Ist doch wirklich Klasse.
    MfG

  2. #40:Sehr geehrter Herr Werner Geiselhart bravo, die hohe Krebsmortalität der westlichen Länder mit höherer Lebenserwartung verlockt natürlich, darin irgendwelche behaupteten Strahlenopfer zu verstecken.
    In NRW (Deutschland) ist die Inzidenz an Krebs(Neuerkrankungen) 2012 etwa 500 Fälle /100.000 Einwohner, also 5 Neuerkrankungen auf 1000 Einwohner. Die Mortalität ist etwas unter 50% (212,3 für Männer), also 2,123 auf 1000.
    Umgerechnet auf den Flugzeugträger 12 Krebstodesfälle in einem Jahr.
    Die Jungs sind offenbar so gesund, weil der Flugzeugträger mit 2 Atomreaktoren angetrieben wird 🙂
    http://tinyurl.com/jjetolf
    hier kann man für Deutschland vieles nachsehen,
    kennen Sie vermutlich.
    Ich hab mal wegen der ebenfalls unseriösen Radon-Warnung bei Lungenkrebs nachgesehen:
    Siehe da dort wo es in Deutschland am meisten Radon gibt, ist die Lungenkrebsrate am niedrigsten.

    mfG

  3. #32: B. Geyer sagt:
    am Samstag, 12.03.2016, 16:03
    #29
    > Die Ronald Reagan hat 5680 Mann Besatzung. Die Sterbefälle sind also lediglich eine Frage der Statistik.
    3 Todesfälle als Folge der Strahlenbelastung und der darauf ausbrechenden Krebserkrankungen.
    Welche Statistiken sollen das sein welche das Begründen könnnten?
    ================================================
    Sehr geehrter Herr Geyer,
    die jährliche Todesrate in den USA beträgt ca 0,82 Prozent. Krebs als Todesursache ca. 25% -> Sterblichkeit an Krebs 0,2% / Jahr.
    Die Todesrate im relevanten Alter von militärischem Personal (18-50Jahre) beträgt ca. 0,1% /Jahr. Der Krebsanteil ist hier höher, ca. 35% -> 0,035% Todesrate.
    Bei 5680 Mann Besatzung ist also eine jährliche Anzahl von an Krebs gestorbenen von 2 Männern zu erwarten, in 5 Jahren also 10 Männer.
    3 Todesfälle liegen also deutlich unter dem statistisch zu erwartenden Wert.
    Sie sehen, auch Sie fallen auf unwissenschaftliche Propaganda herein, und sind damit bei weitem nicht allein, besonders in Deutschland.

  4. „Auch ist das von der Weltgesundheitsorganisation für die Bewohner der betroffenen Regionen ermittelte zusätzliche Krebsrisiko zu gering, um jemals statistisch nachweisbar zu sein.“
    Da ich gerne mal auf der Aktivistenplattform der Klimaretter unterwegs bin um den neuessten Klimaklamauk u.die irrsinnigen Ansichten derer Macher über die EW verfolge u.auch gerne mal poste habe ich diesbezüglich eine Link gefunden
    http://www.klimaretter.info/umwelt/hintergrund/20820-die-gesundheitsschaeden-werden-verharmlost
    hier behauptet ein gewisser Herr Alex Rosen vom IPPNW
    Zitat „Sie verharmlost die Folgen. Weil sie unter enormem Druck steht, gerade auch vonseiten der japanischen Regierung. Die WHO besteht aus Mitgliedern, die gleichzeitig ihre Geldgeber sind. Die nehmen Einfluss auf die Publikationen. Die WHO kann nicht frei, neutral und unabhängig berichten.“
    Eine ziehmliche Anschuldigung,oder?!
    Wer weiß darüber mehr?

  5. #37:Hallo Michael Poost, es gibt tatsächlich Bilder in Wiki, wie die ganze Besatzung ohne jegliche (Strahlen-)Schutzkleidung mit Schrubber und schäumendem Waschmittel die riesige Oberfläche des Flugzeuträgers schrubbt,
    zum Totlachen,
    eindeutig eine PR-Aktion für Doofe.
    http://tinyurl.com/hn5phyl

    Natürlich keinerlei Angaben über Strahlen-Dosis,
    ich hab jedenfalls keine gefunden.
    Vielleicht kann ja Sören oder Marvin oder der Student Baecker mit seinen Schwerkraftproblemen was liefern.
    Ich weis jedenfalls, dass nach dem Naturereignis auch die Deutsche grennpiss-Fraktion großspurig nach Japan gefahren ist mit eigenen Geigerzählern, weil man ja den anderen nicht glaubt.
    Leider hat man aber gar nichts von Messergebnissen gehört,
    haben vermutlich keine Atomstrahlen gefunden.

    mfG

  6. „3 Todesfälle als Folge der Strahlenbelastung und der darauf ausbrechenden Krebserkrankungen.
    Welche Statistiken sollen das sein welche das Begründen könnnten?“

    Korrelation ist nicht Kausalität.

  7. #32 B.Geyer

    „Welche Statistiken sollen das sein welche das Begründen könnnten?“

    Welche Art von Krebs käme denn im Fall der Strahlenbelastung in Frage? Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Besatzung etwas von dem angeblich stark verstrahlten Meerwasser getrunken hat. Genau so wenig kann ich mir vorstellen, daß sie sich nach dem Angeln durch einen kontaminierten Fisch die nötige Dosis zugeführt haben. Was bliebe also übrig?
    Haben Sie irgend welche überprüfbaren Nachweise daß diese bedauernswerten Opfer an Hautkrebs gestorben sind?

  8. #32: B. Geyer sagt:

    3 Todesfälle als Folge der Strahlenbelastung und der darauf ausbrechenden Krebserkrankungen.
    Welche Statistiken sollen das sein welche das Begründen könnnten?
    ———————
    Keine Ahnung, ob die Todesfälle sich wirklich eindeutig einer Strahlungsexposition zuordnen lassen. Vielleicht sind die direkt in eine kontaminierte Wolke geflogen? Wenn jemand über die Autobahn läuft und dabei zu Tode kommt, ist ja auch nicht der KfZ Hersteller schuld.

    Zudem hat die USS Ronald Reagan (CVN-76)selbst zwei Reaktoren zum Antrieb an Bord. Würde die US Marine einen möglichen Störfall melden? Würde da nicht eine zivile Reaktorkatastrophe ganz praktisch sein?

    Natürlich kann man alles mögliche mutmaßen …

  9. @ # 32 B. Geyer,

    Lieber Hr. Geyer,

    USS Ronald Reagan (nuklear angetrieben, 2 Reaktoren).

    Es gab eine Dekontamination bei drei Hubschrauberbesatzungen sowie eine Dekontamination des Flugdecks. Der Begriff Dekontamination sagt allerdings nichts darüber aus, welcher Art von Strahlung die Crewmitglieder ausgesetzt waren noch darüber, wie intensiv diese war. Solange Sie nicht mit belastbaren Informationen hierüber aufwarten, kann man Ihre Hinweise nicht bewerten. Wurden diese Vorfälle in den UNSCEAR-Berichten nicht aufgeführt?

    Wie sieht die Rate der Krebserkrankungen und der Todesfälle im Vergleich mit den Schwesterschiffen der Ronald Reagan (Nimitz-Klasse) aus? Erst ein solcher Vergleich würde es ermöglichen, eventuelle Abweichungen zu erkennen. Die US Navy ist nicht dafür bekannt. mögliche Gesundheitsgefahren für ihre Angehörigen auf die leichte Schulter zu nehmen, vor allem nicht nach der Welle von Erkrankungen bei Golfkriegsveteranen.

    Also: Bitte vernünftige Auswertungen beibringen, statt irgendwelche Zahlenangaben über Todesfälle ohne Vergleichsdaten. Panikmache haben wir im Zusammenhang mit Fukushima zur Genüge gehabt.

    Mfg

  10. #29: R. Engler nichts genaues weis man nicht, man liest nur, sie seien aus Neugier mit Ihren Militärhubschraubern direkt darüber geflogen,
    ist schon mutig, war ja auch ein US-Reaktor.
    War übrigens in Tschernobyl auch nicht viel anders.
    Vielleicht auch ein bischen unüberlegt, hatten wohl die Geigerzähler vergessen.
    Man liest auch, dass sie zuerst zwei Hubschrauber „dekontaminiert“ hätten, ich weis ehrlich gesagt nicht wie das geht
    und irgendwann später auch noch das Deck des Flugzeugträgers, vermute mit einem Putzschrubber. Na ja so schlimm kann es eigentlich nicht gewesen sein denn die USS Ronald Reagan (CVN-76) ist immer noch im Dienst und immer noch in Japan stationiert.
    Vermutlich wegen der großen Gefahr, Japan könnte die USA angreifen. Nun bei uns liegen ja auch Atomwaffen und es sollen sogar neue nach Büchel kommen, obwohl wir doch ihre Freunde sind, oder nicht? und gar keine Atomwaffen haben!

  11. #24: B. Geyer sagt:
    > von der Besatzung der USS Ronald Reagen sind aber schon 3 Sterbefälle zu beklagen

    Die Ronald Reagan hat 5680 Mann Besatzung. Die Sterbefälle sind also lediglich eine Frage der Statistik.

  12. #29

    > Die Ronald Reagan hat 5680 Mann Besatzung. Die Sterbefälle sind also lediglich eine Frage der Statistik.

    3 Todesfälle als Folge der Strahlenbelastung und der darauf ausbrechenden Krebserkrankungen.
    Welche Statistiken sollen das sein welche das Begründen könnnten?

  13. Man sollte sich diesen Link ansehen, um zu erkennen was weltweit Realität ist http://goo.gl/8RmJ4z

    In 33 Ländern setzt man mit 441 Kernkraftwerken auf eine zuverlässige Technologie, die von unseren „Schreihälsen“ als abartig gefährlich verteufelt wird. Was durch Biosprossen und EHEC verursachte, wird in Deutschland komplett verdrängt, Gefahren gehen nur von „Atomkraftwerken“ aus, basta und die müssen weg und dafür noch mehr Windmühlen her.

    Die Relationen von 33 zu 1 Ländern oder von 4.329,4 Millionen Menschen zu 80,2 Millionen Deutschen ist ein Verhältnis von 54 zu 1 was nachdenklich machen kann, wer denn die „Geisterfahrer“ sind und wer die Realisten.
    Bei der Frage woher die Ursache der in Deutschland so seltsam verbreiteten Ängste vor der Kernkraft-Nutzung herrührt, gibt es einige Hinweise. Aus meiner Vergangenheit weiß ich, dass unter den Studenten der Marihuana-Konsum gepflegt wurde und Sympathie mit der Hippie-Kultur existierte.
    Ich habe erlebt wie etliche junge Leute in Kiffer-Milieus abrutschten und immer irrationaler wurden. Diese Persöhnlichkeits-Veränderungen zeigten sich nicht nur äußerlich im Erscheinungsbild und den politischen Kampagnen, an denen sie als Demonstranten in aller Ergriffenheit teilnahmen.
    Nach meinem Eindruck hatten sich sehr Viele, mit ihrem so beliebten Kiffen, eine „ganz weiche Birne“ zugezogen und litten nun tendenziell unter neurotischen Phobien.
    Leider hat diese Gruppe der Drogen-Konsumenten mit den Grünen eine politische Heimat gefunden, weil dort Utopien, Visionen, Emotionen und Ängste einen Kult-Status haben und diese Partei samt Anhängern in aller Deutlichkeit abbilden.
    Wer es nicht glaubt, sollte sich diese Doku ansehen https://goo.gl/erkSKD

    Was in Deutschland an politischen Experimenten läuft, hat diverse Layer wie beim CAD.

  14. Sehr geehrter Herr Dr. Liesegang, danke für Ihre freundliche Unterstützung. Habe den Kommentar gestern aus dem Gedächtnis geschrieben ohne noch alles nachzuprüfen. Sie haben natürlich mit dem FR2 völlig Recht
    MfG

  15. #18
    Lieber Herr Urbahn, Dank für Ihre Stellungnahme, die auf die zahlreichen Objekte zum sicheren und wirtschaftlichen Einsatz der Kernenergiegewinnung hinweist. Aber was Sie zur Geschichte sagen, da stimmt´s nicht ganz: Der erste deutsche Kernreaktor, der lief, war der FR2 bei Karlsruhe (wenn man mal vom FR1 in Haigerloch absieht, der nie kritisch wurde).
    Dank nochmals und weiter so
    H. Liesegang

  16. „… basierend auf fossilen Energieträgern und der Wasserkraft.“
    :das „basierend“ bedarf einer näheren Erläuterung, weil die „Basis der Wasserkraft“ ja nunmal eigentlich nur Fähigkeit zu „Kaltstart“ ist; also das Netz – nach Blackout – daraus kontorlliert wieder hochfahren zu können.
    Wobei eine „Basis“ zur Versorgung mit elektrischer Leistung bei weitem damit nicht gegeben ist, vielleicht aber aus dem Sprachgebrauch Basis zu ebendiesen Umstände die Laien in die Irre führt.

  17. #20: wolfg.wilms sagt:

    Wir(4)haben uns daraufhin spontan entschlossen, liberal und demokratisch AfD zu wählen. Die WiWo wird gekündigt.
    —————-
    Sehr geehrter Herr Wilms

    Völlig korrekt. Eine Chefredakteurin darf zwar eine politische Meinung haben, aber wenn diese offensichtlich von jedem seriösem Urteil massiv abweicht, ist die Bedeutung eines Mediums kompromittiert. Was will man dann noch außer Desinformation erwarten?

    Sascha Lobo ist zwar kein Chefredakteur von SPON, sondern nur der seines Blogs. Darum hat sich dieser Kommentator damit auch selbst abgeschossen in den Augen jener, die zwar gerne auch andere Meinungen lesen, aber doch ein Mindestmaß an Logik und Integrität erwarten.

  18. > Dabei ist in Fukushima bis heute niemand wegen des Störfalls an Strahlenschäden gestorben.

    In Fukushima (offiziell) niemand.
    von der Besatzung der USS Ronald Reagen sind aber schon 3 Sterbefälle zu beklagen.
    Wie viele von den über 200 Erkrankten Besatzungsmitgliedern an den Folgen des Notzfalleinsatzes vor Fukushima noch sterben werden wird sich noch zeigen.

  19. #19: Hermann Schmidt sagt:

    Noch etwas: Dass diese Anti-Atom-Stimmung in D von ausländischen Diensten geschürt worden sein könnte, darauf kommt wieder mal niemand?
    —————-
    Sehr geehrter Herr Schmidt

    Das kann man zwar nicht ausschließen, aber die ideologische Verblendung und irrationale Ängste liefern bereits eine hinreichend Erklärungen. Eine interessengeleitete Fremdbeeinflussung ist darum zur Erklärung nicht erforderlich.

  20. @#8: Martin Landvoigt,
    bezüglich Werbung für/gegen die AfD…………..

    Chefredakteurin Miriam Meckel heute in der Wirtschaftswoche:
    „Die AfD schadet der politischen Kultur und Stabilität. Sie ist für
    freiheitlich denkende Menschen nicht wählbar“
    Und zum Schluss: „Wer liberal und demokratisch denkt, kann die AfD nicht wählen.“
    Wir(4)haben uns daraufhin spontan entschlossen, liberal und demokratisch AfD zu wählen. Die WiWo wird gekündigt. Herr Tichy wird sich eins feixen.

  21. Zur Frage einer „Endlagerung“:

    Der Betreiber der WAA Le Hague sagt, dass sie bis zu einem vom Kunden gewünschtem Grad wiederaufbereiten!
    Das ist in D aber wohl nicht gewollt. Man hat lieber radioaktiven Müll.

    Noch etwas: Dass diese Anti-Atom-Stimmung in D von ausländischen Diensten geschürt worden sein könnte, darauf kommt wieder mal niemand?

  22. Es hat sich hier noch nicht rumgesprochen,daß der hier so genannte „Atommüll“ kostbarer Betriebsstoff für die Reaktoren der neuen Generation ist. Geht auch nicht,da die GRÜNEN Gorleben als Weihestätte für ihre jährlichen Demos und überhaupt als Basis für ihre Strahlenhysterie brauchen.Angela hat ihnen schon ab 2022 ihr Hauptargument mit der Abschaltung der KKW genommen, da bleibt den GRÜNEN doch nur noch der „Müll“. Unser Vorstandsmitglied Herr Limburg war doch noch in der „alten“ AfD in einem Energiezirkel der AfD. Ist das Thema in der neuen AfD noch auf der Tagesordnung? Und ist Herr Limburg noch dort präsent? das wäre meine Frage an Admin

  23. Ich bin verwundert, was Herr Heller hier zur Geschichte der KKW in Deutschland von sich gibt. Erst 1955 durfte sich Deutschland wieder mit Kerntechnik beschäftigen. Als erstes wurde das „Atomei“ in Garching als Forschungsreaktor gebaut. Dann kamen die Kerforschungzentren Jülich und Karlsruhe. Jülich erhielt zwei britische Reaktoren und das KFK baute den ersten deuschten Reaktor nämlich den MZFR, der übrigens der Prototyp für Atucha2 war. Es folgten VAK und etwas später der AVR mit jeweils 15 MWe. Danach wurden eine Reihe von Demonstrationskraftwerken gebaut, Großwelzheim mit nuklearer Heißdampferzeugung, Niederaichbach als schwerwassermoderierter und CO2 gekühlter Reaktor. Die Demonstrationskraftwerke KWO, KKB-A und KWL mit ölbefeuerter Zwischenüberhitzung folgten. Man kann in keiner Weise sagen, daß hier nicht im großen Maßstab Reaktoekonzepte ausprobiert wurden. Welche, Herr Heller, hat man nach Ihrer Auffassung nicht beachtet? Neben dem AVR in Jülich wurde im KfZK sehr erfolgreich an der Entwicklung des natriumgekühlten schnellen Brüters gearbeitet. Es zeigte sich, daß neben den längerfristig zu entwickelenden Brüter und Hochtemperaturreaktor nur der SWR und der DWR sinnvolle Optionen waren. Ich möchte gerne einmal die Rechnungen sehen, die zeigen, daß bei einem 200 MWe KKW ohne Not – und Nachkühlung die Temperaturen der BE aus Zircaloy nicht über 600° C hinausgehen. Das Siemens und AEG ihre KKW-Bauaktivitäten in der KWU vereinigt haben, hatte auch sehr viel damit zu tun, daß AEG finanziell auch damals nicht so gut da stand wie Siemens (von Siemens hieß es immer, das sei eine Bank mit angeschlossener Elektroabteilung). AEG hätte nicht die finanziellen Mittel gehabt, um den SWR entsprechend weiter zu entwickeln. Damals ging es bei den Strompreisen um zehntel Pfennige bei der Erzeugung, deshalb auch die rasche Vergrößerung der Anlagen. Übrigens der SWR 1000 ist ein voll durchentwickelter Reaktor, der heute noch weltweit seines gleichen sucht.
    Ein KKW ist keine chemische Fabrik. In chemischen Fabriken laufen Reaktion ab, die die Atomhülle betreffen. Es entstehen keine anderen Elemente.
    Herr Heller, was soll der Satz: Aufgrund des Vorhandenseins von Wasser und Dampf ist es zudem im Falle einer durch innere oder äußere Einflüsse ausgelösten Zerstörung fast unmöglich, die Verbreitung radioaktiver Substanzen über ein großes Gebiet zu verhindern. Woher haben Sie diese Erkenntnisse?
    Sowohl gegen ene Kernschmelze als auch gegen eine Wasserstoffexplosion kann man bzw sind Anlagen ausgelegt. Nicht in Japan, weil wie ich aus den entsprechenden Gremien weis, die Japaner immer nicken, wenn es um eine solche Verbesserung geht, aber noch nie etwas getan haben, um ihre älteren Anlagen entsprechend nachzurüsten. Die Auslegung des viel verspotteten EPR erlaubt es sogar, daß die Menschen unter (unsinnigen) jetztigen Regelungen zum Notfallschutz nur vorübergehend für einige Stunden ihre Häuser aufsuchen müssen. Von unkontrollierter Freisetzung kann also nicht die Rede sein.
    Neben der KKW-Entwicklung wurden auch gleichzeitig Verfahren zur U-Anreicherung, zur Wiederaufarbeitung und zur Endlagerung entwickelt. Deshalb wurde 1965 Asse gekauft. Es war bekannt, daß es bei Asse zu laugenzutritten kam, war allerdings für Forschungszwecke unerheblich. Der Laugenzutritt ist auch heute noch unerheblich. Es wurde dann später Gorleben als potentielles Endlager für wärmeentwickelnde radioaktive Stoffe ausgesucht (politische Entscheidung von Albrecht). Bis heute ist kein wissenschaftliches Argument gegen die Eignung von Gorleben bekannt. Im Gegenteil nationale (GRS) und internationale Fachleute bestätigen die Eignung von Gorleben. Karlsbad in den USA ist ein funktionierendes Endlager. Auch in Deutschland haben wir ein genehmigtes Endlage für nichtwärmeentwickelnde radioaktive Abfälle.

    Unbekannter „mast“ haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, daß die radioaktiven Stoffe zerfallen, aber die Gift in aufgelassenen Salzbergwerk Herfa -Neurrode auch nach einer Milliarde Jahren immer noch so giftig sind wie heute?

  24. Und im ZDF-Videotext S. 120:
    „… Ausfall der Kühlsysteme, worauf mehrere Reaktorkerne schmelzten. … die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986 mit weltweiten Konsequenzen.“
    Kommentar überflüssig. Rechtschreibung original.

  25. Allen Kommentatoren meinen herzlichen Dank. Ich habe mich heute auch über die Berichterstattung über den Tsunami 2011 in Japan und seine Folgen in den Medien geärgert. Mich interessieren bei ARD und ZDF eigentlich nur die Nachrichten um 20 Uhr. Die bewegen sich im wesentlichen im magischen 5-Eck: Arzneimittel, Treppenlift, Flüchtlinge, Euro-Krise und Klima-Erwärmung. Ich habe beantragt die Zahlungen an die GEZ von der jährlichen Abbuchung auf gesetzliche Zahlungsmodalitäten zu ändern. Dies hat die GEZ einfach ignoriert.

  26. #5 Markus Estermeier
    Sehr richtig!

    Erst heute wieder im ZDF 15:00 Uhr Sendung Xpress: „…Fukushima, wo ein Tsunami und ein Reaktor-Unglück 16.000 Tote forderten…“

    Also bewußtes Entstellen der Tatsachen, um eine einsame Entscheidung Merkels zu rechtfertigen, über welche schon damals die Welt den Kopf schüttelte.

  27. #4:Herr/Frau mast, der „Abfall“ ist ja jetzt schon da und scheint niemand zu stören.
    Er muss, falls man keine bessere Verwendung dafür findet, wieder dahin, wo er hergekommen ist, in die Erde.
    Im Schwarzwald z.B. steckt so viel radioaktiver natürlicher Abfall, dass es dort vom Boden her mehr strahlt als in der evakuierten Umgebung von Fukoshima. Merkwürdigerweise wird dort niemand evakuiert.
    Man sollte den Abfall jedoch etwas tiefer vergraben als das Uran im Schwarzwald,
    z.B. in den dollen Salzstock von Gorleben.
    Dann kann man oben gar nichts mehr messen,
    eigentlich schade, denn diese niedrigen Strahlungen sind gesund, siehe Schwarzwald.

    mfG

  28. @ Admin:

    3. Hier wirbt niemand für die AfD, sondern es nur auf die Absicht verwiesen, dass die AfD – vorbehaltlich der Zustimmung des Parteitages- die Zustimmung oder Ablehnung zum Atomausstieg zum Inhalt einer Volksbefragung machen will. Das „zum Glück“ bezog sich allein auf das Internet.
    —————-
    Ich halte es durchaus für statthaft, auf die politischen Kräfte zu verweisen – auch ‚Werbung machen‘ – die sich für eine Energiepolitik einsetzen, die dem eigenen Erkenntnisstand entspricht. Da hat die AfD eben ein alleinstellungsmerkmal, was aber in der Diskussione manchmal unter geht.

    Wer wegen anderer Politkfelder hier bedenken hat, muss seine Wahlentscheidung davon nicht abhängig machen. Auch wenn es hier OT ist, so würde mich eine Thematisierung dessen interessieren.

    Meine Ansicht dazu: Es läuft auf allen Kanälen eine Anti-AfD-Kampagne, die durchaus einige Gegenstimmen vertragen kann. Ich habe keine Bedenken wegen der Positionen in anderen Politikfeldeern. Sondern sehe zumeist sehr vernunftige Positionen, die ich tendenziell eher für weniger populistisch halte als die Statements der anderen Parteien.

  29. @ # 4 mast

    Lieber Hr./Fr. Mast,

    in Europa sind zwei Endlager im Bau (Schweden) bzw. in Betrieb (Finnland). Das entsprechende Konzept ist überzeugend und hat alle wissenschaftlichen Kriterien erfüllt. Ich war selbst in der Anlage in Schweden und habe darüber hier berichtet. Wenn es Sie interessiert, können Sie das hier nachlesen, oder Sie besorgen sich das Buch „Strom ist nicht gleich Strom“, das ich zusammen mit Hr.Limburg geschrieben habe.

    Das Gerede über die „ewig strahlenden und nicht zu entsorgenden Hinterlassenschaften der Kernenergie“ ist nichts weiter als das: Gerede, Hetze, Verleumdung, die darauf bauen, dass diese existierenden und funktionierenden Lösungen in den Medien und der Presse einfach totgeschwiegen werden. Von unseren „Qualitätsjournalisten“, die dauernd über Fukushima jammern und extra um die halbe Erde dorthin jetten, scheint es keiner für nötig zu halten, sich für zwei Stunden in den Flieger zu setzen, um sich mal selbst vor Ort zu informieren.

    Mfg

  30. #2: Neulen, Holger sagt:

    Aus Fukushima, oder dem Betreiben von Kernkraftwerken in Japan, weiss Mensch, also Ingenieur wenigsten, das Kernkraftwerke sicher sind gegen Erdbeben!
    Mindestens so gegen 7.0 auf der Richterskala, …
    ————–
    Sehr geeherter Herr Neulen

    Guter Hinweis. Das Erdbeben führte zwar zu geringen Schäden in den Kraftwerken, aber nichts bedrohliches.
    Erst der Tsunami und die viel zu tiefe Lage der Notstrom-Aggregate und anderer Sicherheitseinrichtungen bei bekannter Tsunami-Gefahr (!) führte zur Havarie.

  31. In Deutschland sind ja wohl in erster Linie die Staatsmedien für die Fehlinformationen verantwortlich. Den privaten Zeitungen und Zeitschriften kann man lediglich zum Vorwurf machen, daß sie die ideologisch verbrämten Berichte einfach übernehmen.

  32. Sehr geehrte Damen und Herren von der Redaktion.

    Der Artikel, zu dem Sie Anmerkungen machen, ist sicher bedenkenswert. Links und andere Hinweise zum Weiterstudium der hier angesprochenen sicheren und umfangreichen Möglichkeiten der Nukleartechnologie wären hilfreich gewesen.

    Aber die redaktionelle Anmerkung erschreckt mich. Sie sagt, es gäbe nun zum Glück die AfD, welche die Frage der Atomtechnik wieder aufgreifen werde. Nun, denn.

    Sind der Redaktion auch andere Inhalte der politischen Vorstellungen der AfD bekannt? Solche, die eher erschreckend sind? Und wer innerhalb der AfD sind die Fachleute für die von dem Artikel angesprochenen Fragen der Atomtechnologie?

    Werben Sie hier für die AfD als Mittel gegen den in diesem Forum immer wieder genannten Ökofaschismus oder auch wahlweise Ökosozialismus? Vielleicht klären Sie mich auf.

    Mit freundlichen Grüßen

  33. #1 E. Reuter
    Auf welche Fachleute können sich denn Ihrer Meinung nach die Verantwortlichen für den diktierten Ausstieg aus der Kernenergie berufen, nachdem vorher erst eine Laufzeitverlängerung plausibel erschien und zu einer neuen Finanz-Planung der Betreiber geführt hatte?

    Wie begründen Sie, dass die AfD nicht hinterfragen dürfe, ob die Gründe für die Fortsetzung der friedlichen Kernkraft-Nutzung in vielen anderen Ländern, z.B. in China, Frankreich, Tschechien, der Schweiz, in Skandinavien und sogar in Japan nicht auch hierzulande gelten können?

    Und welche Teile des Parteiprogramms der AfD konkret fanden Sie denn so „erschreckend“, dass Sie dieser jungen Partei, (ich gehöre ihr nicht an), sogleich die Befähigung absprechen, sich zu dem Komplex Energiewende – EEG – CO2 – KKW-Abschaltung überhaupt zu Wort zu melden?

    Bei allem Respekt vor der auch Ihnen zustehenden Parteilichkeit und womöglich auch Besorgnis vor den Folgen von Wahlerfolgen der AfD, (aus welchen Gründen auch immer), finde ich Ihren Kommentar doch reichlich polemisch, zumal Ihr Vorwurf, die Redaktion hätte mehr Links zum weiterführenden Studium zur Sache ergänzen sollen, nicht zutrifft:

    Auf dieser Webseite hier hat es in den letzten Jahren derartig viele fundierte Beiträge von Fachleuten aus der Kerntechnik, der Energietechnik und der Kernphysik gegeben, dass ich Ihnen unterstellen muss, die alle nicht gelesen, oder nicht verstanden zu haben.

  34. Aus Fukushima, oder dem Betreiben von Kernkraftwerken in Japan, weiss Mensch, also Ingenieur wenigsten, das Kernkraftwerke sicher sind gegen Erdbeben!
    Mindestens so gegen 7.0 auf der Richterskala, oder welche Stärke hatte das Beben dort in Fukushima?

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