Zehn düstere Prophezeiungen bzgl. des Unterganges von Eisbären sind gescheitert: jetzt wieder 20.000 bis 30.000 Exemplare

Dr. Susan Crockford
Düstere Prophezeiungen bzgl. des unmittelbar bevorstehenden Unterganges der Eisbären – ihre „harte prophetische Realität“, wie es genannt wurde – wurden seit mindestens dem Jahr 2001 hinaus posaunt. Aber derartige deprimierende Prophezeiungen sind so weitab jeder Realität, dass man jetzt gut und gern von deren Scheitern sprechen kann.


Während Eisbären durch abnehmendes Meereis irgendwann in der Zukunft negativ betroffen werden könnten, gibt es aber keinen überzeugenden Beweis, dass sie derzeit unnatürlichen Schädigungen ausgesetzt sind. Tatsächlich hat die globale Anzahl (von Funktionären als vorläufige Schätzung beschrieben) anscheinend während dieser Zeit leicht zugenommen, hatte man doch im Jahre 1993 28.370 Tiere gezählt (Wiig and colleagues 1995; range 21,470-28,370), während im Jahre 2015 31.000 Tiere gezählt worden sind (Wiig and colleagues 2015, [pdf here] aka 2015 IUCN Red List assessment; range 20,000-31,000).

Diese ominösen Prophezeiungen wurden hauptsächlich durch Ian Stirling, Steven Amstrup, Andrew Derocher und einige andere in einer IUCN Polar Bear Specialist Group (PBSG) kolportiert, und ironischerweise sind es von deren Kollegen gesammelte Daten, die ihre Botschaft des Untergangs widerlegen.

Hier folgen diese Prophezeiungen (in beliebiger Reihenfolge):

Prophezeiung 1: Die Anzahl von Eisbären im Gebiet der Western Hudson Bay (WHB) wird weiterhin abnehmen über das Jahr 2004 hinaus, und zwar infolge des früheren Aufbrechens des Eises und des immer späteren Zufrierens.

Gescheitert: Eine Zählung aus der Luft, durchgeführt im Jahre 2011 von Seth Stapleton und seinen Kollegen (2014) kam zu einer Schätzung von etwa 1030 Bären. In ihrem Bericht schreiben sie:

Diese Zahl ist ähnlich einer Schätzung aus dem Jahr 2004, aber deutlich höher als Projektionen, die eine Abnahme der Bären seitdem zeigen“.

Diese Zahl von 1030 ist diejenige, die vom IUCN PBSG sowie Environment Canada für WHB genannt wird, hat doch eine Studie aus dem gleichen Jahr (Lunn und Kollegen 2014) nicht die gesamte WHB-Region erfasst, so dass deren Zahl nicht mit dem Jahr 2004 verglichen werden konnte.

Prophezeiung 2: Das Aufbrechen des Meereises in der WHB erfolgt zunehmend früher und das Wiederzufrieren zunehmend später (nach 1999), da das CO2-Niveau durch das Verbrennen fossiler Treibstoffe die globalen Temperaturen steigen lässt.

Gescheitert: Der Forscher Nick Lunn und seine Kollegen (2014) konnten nachweisen, dass es zwischen 2001 und 2010 keinen Trend hinsichtlich der Zeitpunkte von Aufbrechen und Zufrieren gab. Während seit 2010 keine Analysen von Aufbrechen oder Zufrieren im Gebiet WHB veröffentlicht worden sind, scheint sich diese Lage bis mindestens 2015 fortgesetzt zu haben (hier).

Prophezeiung 3: Die Eisbären in der Tschuktschen-See werden am stärksten geschädigt werden durch sommerliche Abnahme von Meereis, weil sie einige der größten Meereis-Verluste erleben als jede andere Unter-Population (und folglich die längste Saison mit offenem Wasser in jedem Jahr).

Gescheitert: Eine Studie aus jüngster Zeit bzgl. der Bären der Tschuktschen-See ergab, dass es ihnen besser geht als in den achtziger Jahren, als die Perioden offenen Wassers sehr kurz waren.Tatsächlich waren nur die Bären im Foxe Basin [?] fetter als die Tschuktschen-Bären. Sie vermehrten sich auch gut (Rode et al. 2010, 2013, 2014), wobei einige Weibchen Drillingsgeburten erlebten (siehe Bild oben rechts!) – außerhalb der WHB ein seltener Anblick.

Prophezeiung 4: Kannibalismus wird zunehmen, da die sommerliche Eisabnahme immer schlimmer wird.

Gescheitert: Kannibalismus ist ein natürliches Phänomen bei Eisbären, und bei keinem der wenigen bekannt gewordenen Vorfälle waren offensichtlich abgemagerte oder hungernde Bären beteiligt (selbst nicht beim jüngsten Beispiel, das Mitte August in der Baffin-Bay gefilmt worden ist, als in dem Gebiet das Meereis sehr ausgedehnt war), und das trotz der Tatsache, dass im Jahre 2012 die geringste Meereis-Ausdehnung seit 1979 beobachtet worden war. Von einer Zunahme der Vorfälle von Kannibalismus kann man nicht reden (hier), weil es keine wissenschaftliche Grundlage gibt, mit der man jüngste Vorfälle vergleichen kann.

Prophezeiung 5: Todesfälle von Bären durch Ertrinken werden zunehmen angesichts der weiter schrumpfenden sommerlichen Eisbedeckung (aufgekommen nach einem weithin beachteten Vorkommnis im Jahre 2004 hier).

Gescheitert: Es gab keine weiteren bestätigten Berichte über Todesfälle von Bären durch Ertrinken, die im Zusammenhang mit exzessivem Schwimmen in offenem Wasser standen seit dem umstrittenen Ereignis im Jahre 2004, obwohl seitdem in zwei Sommern die niedrigste sommerliche Eisausdehnung seitdem registriert worden ist (2007 und 2012). Eine gründlichere Studie über das Schwimmvermögen von Eisbären (hier) kam zu dem Ergebnis, dass Eisbären einschließlich der Jungtiere erfolgreich über weite Strecken schwimmen können. Tatsächlich schwimmen sie nicht nur im Sommer weite Strecken: Ende März 2015schwamm ein Polarbär durch offenes Wasser vom Packeis vor Neufundland zu der Hibernia-Ölplattform weit vor der Küste.

Prophezeiung 6: Es wird immer mehr Probleme an Land geben durch hungernde Eisbären infolge der geringeren Eisausdehnung.

Gescheitert: Es gab im Sommer im Gebiet der WHB, aber auch anderswo mehr Problem-Bären, aber kaum einer dieser Bären hungerte oder war abgemagert (hier). Eine groß publizierte Attacke erfolgte in Churchill im Herbst 2013, stand aber in keinerlei Zusammenhang mit einem besonders frühen Aufbrechen von Meereis und auch nicht mit spät zufrierendem Meerwasser. Bei Vorfällen im vorigen Sommer in der Kara-See (Russland) waren nur Bären in guter Verfassung beteiligt (hier). Eisbären sind potentiell gefährlich, egal wie es ihnen gerade geht, aber Todesfälle durch Verhungern junger und älterer (oder verwundeter) Bären sind natürliche Ereignisse, die oftmals auftreten. Sie sind kein Beweis für abnehmendes Meereis.

Prophezeiung 7: Die Eisbären in der südlichen Beaufort-See können als Indikator herangezogen werden zu prophezeien, wie es den Bären in der Tschuktschen-See und der Barents-See gehen wird, weil die ,Meereis-Ökoregionen‘ ähnlich sind. Dies sagt der Circumpolar Action Plan für zukünftige Forschung, der von Dag Vongraven und Kollegen im Jahre 2012 vorgestellt worden ist.

Gescheitert: Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass es den Bären der Tschuktschen-See tatsächlich besser ging während der besonders langen Zeiträume offenen Wassers Ende der Nuller-Jahre als während der kurzen Zeiträume der achtziger Jahre. Im Gegenteil, die Bären der südlichen Beaufort-See haben ausgesprochen stark gelitten durch periodische Episoden dicken Eises im Frühjahr (etwa alle 10 Jahre seit den sechziger Jahren, hier). Dieses Phänomen ist typisch für jene Region. Tatsache ist: die Unterschiede der Eisbedingungen in der Tschuktschen-See und der südlichen Beaufort-See könnten kaum größer sein. Während die Bären in letzterem Gebiet verwundbarer sind durch natürliche Variationen der Eisausdehnung, ist der Plan, beide Regionen als äquivalent anzusehen, eine Farce und unterminiert total den von IUCN PBSG vorgestellten Circumpolar Action Plan.

Prophezeiung 8: Die Polarbären in der WHB können herangezogen werden um zu prophezeien, wie die Bären im Fox-Basin und der Davis-Straße leben, weil dies alles ähnliche ,Eis-Ökoregionen‘ sind. Dies sagt der Circumpolar Action Plan für zukünftige Forschung, der von Dag Vongraven und Kollegen im Jahre 2012 vorgestellt worden ist.

Gescheitert: Die Bären in der WHB haben es nicht nur mit variablen Zeiten von Eisschmelze und erneutem Zufrieren zu tun, sondern müssen gelegentlich auch Jahre aushalten mit dickem Frühjahrs-Eis sowie mit Frühjahren mit einer entweder sehr hohen oder sehr dünnen Schneedecke, was starke Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Ringelrobben hat, ihrer Nahrungsgrundlage (hier). Die Bären der Davis-Straße andererseits haben es mit einiger Variabilität der Meereis-Bedingungen zu tun, doch haben sie Zugang zu einer Überfülle von Sattelrobben im Frühjahr (hier). Während Bären in der WHB weitaus verwundbarer durch natürliche Variationen des Meereises und bzgl. der Verfügbarkeit von Nahrung als die Bären der Davis-Straße, ist der Plan, diese beiden Gebiete als äquivalent anzusehen, eine Farce und unterminiert total den von IUCN PBSG vorgestellten Circumpolar Action Plan.

Prophezeiung 9: Die fortgesetzte späte herbstliche Eisbildung vor Spitzbergen in der Barents-See wird sich verheerend auf Eisbären auswirken, die traditionell in diesem Gebiet hausen.

Gescheitert: Vorläufige Ergebnisse der jüngsten Eisbär-Zählung im Spitzbergen-Gebiet zeigten eine Zunahme um 42% gegenüber der Schätzung aus dem Jahr 2004 (hier), trotz sehr später Eisbildung im Herbst 2013. Andere Forscher haben nachgewiesen, dass Bären regelmäßig zwischen Spitzbergen, Norwegen und Franz-Josefs-Land hin und her pendeln (wo sich bislang das Meereis immer erst spät im Herbst bildet). Dies bedeutet, dass die Spitzbergen-Eisbären leicht in der Lage waren, sich an die gegenwärtigen Bedingungen geringer Eisausdehnung anzupassen.

Prophezeiung 10: Das sommerliche Meereis wird mit dem weiteren Anstieg des CO2-Gehaltes abnehmen. Das Jahr 2007 markierte den Beginn einer ,Todesspirale‘ von Meereis (hier), die sich immer weiter drehen wird.

Gescheitert: Das Meereis im September war seit dem Jahr 2007 variabel, aber es gab keinen Abnahme-Trend. Meereis-Experten räumen ein, dass dies noch 10 Jahre oder mehr über 2014 hinaus der Fall sein kann, selbst wenn die Vorhersagen bzgl. Eisrückzug zutreffend sein sollten (Swart et al. 2015). Mit anderen Worten, der CO2-Gehalt war kein Kontroll-Schalter für die Gesundheit der Eisbären.

Schlussfolgerungen

Eisbären sind keine fragile Angelegenheit im arktischen Klimawandel-Szenario, sondern sie sind widerstandsfähige Raubtiere, die bemerkenswert gut ausgestattet sind, um in ihrem hoch variablen Habitat zu leben.

In einer abgeschätzten Roten Liste aus dem Jahr 2015 (Wiig et al. 2015) heißt es:

Der vorherige Status ,verwundbar‘ blieb zwar bestehen, doch wurden keine Projektionen über das Jahr 2050 hinaus erstellt. Sie sagten, dass es nur eine 70-prozentige Chance gibt, dass die Anzahl während der nächsten 35 Jahre um 30% abnehmen wird. Dies ist kaum höher als 50 : 50. Es bedeutet auch, dass es eine 30-prozentige Chance gibt, dass die Anzahl während der nächsten 35 Jahre NICHT um 35% abnehmen wird. Explizit wird festgestellt, dass das Risiko eines Rückgangs der Population um 80% oder mehr bis zum Jahr 2050 praktisch Null ist (S. 16).

Mit anderen Worten: der Vermerk ,verwundbar‘ basiert nur auf einer möglichen Abnahme der Population (hier), trotz der gegenwärtig sehr großen Anzahl von Bären, und sie sind nicht unmittelbar in Gefahr auszusterben. Der gegenwärtige Trend der Population wird als UNBEKANNT gelistet.

Link: http://wattsupwiththat.com/2016/02/25/ten-dire-polar-bear-predictions-that-have-failed-as-global-population-hits-20-31k/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

Hinweis des Übersetzers: Dieser Essay steht auch hier. Am Ende findet sich eine ausführliche Liste mit Referenzen.

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8 Kommentare

  1. ja, so ist das mit den Katastrophen, alles ganz weit, weit weg, Himalaya, Eisbär, Tuvalu, Bangladesch, Amazonas. Wirksam ist ja nicht das Nahe, das Unmittelbare, das man sieht, wie den Wasserdampf beim Spätzle kochen.
    Mit dem Irrsinn, dass wenn wir hier CO2 reduzieren, dass Bangladesch nicht untergeht.
    Hurra unsere Idioten retten die ganze Welt, Griechenland, den Euro, das Klima.
    Eine Hurragesellschaft hatten wir schon mal, der Kasper konnte toben, weil die Bürgerschaft gekuscht hat. Liebe Bürger, empört Euch, je lauter desto besser!

  2. @ #3: H.Urbahn
    Wer an das seltsame Verschwinden der Eisbären glaubt, wird sich ganz sicher mit der Tatsache abfinden können, dass die menschenfressenden Tierchen, durch massives Benutzen von Verhüterlis, sich, sozusagen, selbst reduzieren. Das muss nur irgendwie plausibel erklärt werden. Die Angelegenheit ist so ernst, man sollte einen Fond dafür gründen. Haben Sie z.B. in Hannover schon Eisbären gesehen? Nein? Das ist der Beweis! Dort sind die schon ausgestorben. Da könnte man noch Kasse machen. Wahrscheinlich wäre man schon zu spät dran. Irgend so eine Michlabzapfanlge wird es sowieso schon geben (sorry).

  3. Nach den Darstellungen der Propheten hängt also das Leben der Eisbären am Vorhandensein von Eis. Also viel Eis = viel Bär, kein Eis = kein Bär.
    Was für ein Schwachsinn! Als könnten Eisbären nicht gegenenfalls auch von Land aus zur Jagd gehen. Tun Braunbären ja auch.

  4. Verhütungsmittel bekommen die Eisbären über die von der Pille Ausscheidungen verseuchten Seehunde, die ja aus CO2 Wirkens verringerten Eisschilde, geringerem Meereis vermehrt in der Nahrungskette zur Verfügung stehen.
    Wie das bei den Fischen auch so ist
    , aus Östrogene.

  5. Werter Herr Neulen,
    wo stellen die Eisbären Verhütungsmittel her? ein rückgang der Population wird erst dann erfolgen, wenn nicht mehr genügend Seehunde zum Fressen vorhanden sind, aber dieses Phänomen ist in der Biologie nur wirklich seit mehr als 100 Jahren bekannt, was die AGW-Truppe aber nicht daran hindern wird, das CO2 dafür verantwortlich zu machen.
    mfG

  6. zu#1 Herrr Urbahn, ja die Population wird zurückgehen , weil es den Eisbären zu gut geht. Wie das mit so Wohlstandsgesellschaften halt ist.
    Zeigt ja auch die niedrige Geburtenrate in der BRD, womit tut sie sich ja selber weh.

  7. Bemerkenswert ist, daß die AGW-Truppe mit ihren Vorhersagen bezüglich der Eisbärpopulationen vollständig gescheitert ist. Aber selbst Autoren wie Wiig et al., die feststellen, daß die Eisbärpopualtion auf 31000 Exemplare angestiegen ist, weiter von einem Rückgang in den nächsten Jahrzehnten reden, sie also nichts aud den gescheiterten Vorhersagen gelernt haben. Dies bedeutet, sie sind vollständig ideologisch verbohrt oder wollen nicht ihrer Finanzquellen für ihre Forschungen verlustig gehen, vielleicht auch beides.
    Sehr geehrter Herr Frey danke für die schöne Übersetzung.
    MfG

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