Lehren aus der Hysterie über Peak Oil (2005-2013)

von Larry Kummer
Die Peak-Oil-Hysterie bietet heute reichhaltige Lektionen für uns, etwa von Aktivisten zu lernen und den Wert unserer wichtigsten Berufsverbände zu erfahren. Einfache, vom Zynismus geführte Menschen die ausgefallene Prognosen glauben, verschwenden wertvolle Zeit und Ressourcen. Schlimmer noch, wir haben viele solcher Bombardements durch Weltuntergangspropheten – unterstützt durch ihre Anklickköder [„facebook likes“] suchenden Suizidhelfer in den Medien – die uns fast immun gegenüber Warnungen zurücklassen, unabhängig davon, wie gut die begründet sind. Wir können es besser machen.


Wo waren Sie während der Peak-Oil-Hysterie? Sie begann im Jahr 2005 und starb im Jahr 2013, markiert durch das installieren und schließen der Ölfass Website. Trotz ihrer Analysen und Prognosen, die meist bewiesen falsch zu sein, sind die meisten ihrer Autoren noch immer "Experten", die an anderer Stelle veröffentlichen (siehe dieses bizarre Beispiel). Das folgt dem Muster der modernen amerikanischen Schwarzmaler, wie diejenigen, die in den 1970er Jahren globale Katastrophen wegen Verschmutzung und Hungersnot vorhergesagten. Vielleicht werden die Aktivisten, die eine Klimakatastrophe vorhersagen, ihre Namen zu dieser Liste in der nächsten Dekade hinzuzufügen.

Es ist nicht nur eine historische Belanglosigkeit. Wir müssen aus diesen Anfällen von Irrationalität lernen, wenn wir noch Hoffnung haben, unsere Fähigkeit, uns selbst zu regieren, wieder zu erlangen.

Prognosen der maximalen Weltölproduktion

Die Erinnerungen sind verblasst, aber vor zehn Jahren waren die Vorhersagen zum Ende des Öls heiß in den Nachrichten. Kommentar-Threads liefen über mit Menschen die vor der Zukunft Angst hatten. Konferenzen wurden abgehalten und es wurden Bücher verkauft die Katastrophen trompeten, wenn der Lebensnerv unserer industriellen Zivilisation austrocknet. Viele der folgenden Namen wurden in den Rolodexes der Journalisten [Rollkartei für Visitenkarten; Schreibtisch-Adressenständer] als Ansprechpartner [Insider] für heiße Tipps hervorgehoben. Damals wie heute, die Leute die am wenigsten konsultiert werden, haben die genaueren Prognosen.

Die häufigsten Quellen

  • 2005 – Pickens, T. Boone (Oil & gas investor).
  • 2007 – Bakhitari, A.M.S. Oil Executive ((Iranian National Oil Co. planner).
  • 2007+ – Groppe, H. (Oil / gas expert & businessman).
  • 2007 – Herrera, R. (Retired BP geologist).
  • 2008+ – Westervelt, E.T. et al (US Army Corps of Engineers).
  • 2009 – Deffeyes, K. (retired Princeton professor & retired Shell geologist).
  • 2009 – Simmons, M.R. (Investment banker; see the posts about his work).
  • 2010 – Goodstein, D. (Vice Provost, Cal Tech).
  • 2010 – Wrobel, S. (Investment fund manager).
  • 2010 – Bentley, R. (University energy analyst).
  • 2010 – Campbell, C.  (Retired oil company geologist; see the posts about his work).
  • 2010 – Skrebowski, C. (Editor of Petroleum Review).
  • 2011 – Meling, L.M.  (Statoil oil company geologist).
  • 2012 – Koppelaar, R.H.E.M. (Dutch oil analyst).
  • 2012 – Pang Xiongqi (Petroleum Executive, China).
  • 2015 – Husseini, S. (retired Saudi Aramco).
  • 2020 – Laherrere, J. (Oil geologist , France).
  • 2020+ – CERA Energy (consultants).
  • 2020+ – Wood Mackenzie (consultants).
  • 2025+ – Shell.
  • 2030+ – EIA and IEA.
  • No visible peak – Lynch, M.C. (Energy economist).

Diese Prognosen wurden zwischen 2003 – 2008 gemacht (zusammengestellt von Robert Hirsch, die häufigsten Quellen sind hier aufgelistet). Die meisten Prognosen wurden mit qualifizierter Sprache, mit Unsicherheit über den Zeitpunkt, ausdrückt. Einige dieser Menschen, insbesondere diejenigen die der Bewegung Peak Oil verbunden sind, hatten unterschiedliche Zeitpunkte angegeben – im Lauf der Zeit waren sie ausgeschieden. Die meisten [Prognosen] sind dokumentiert, aber Details gingen im Laufe der Zeit verloren.

Ein Jahrzehnt später sehen die Prognosen der großen Energieagenturen gut aus. Ähnlich wie mit dem Klimawandel, setzen Aktivisten (oft verächtlich) die Analyse der Berufsverbände herab – aber im Nachhinein ist es klar, wem wir zuhören sollten.

Lassen Sie uns im Rahmen der Historie der Ölförderung diese Vorhersagen ansehen.

Die Prognosen der Ölproduktion  im Jahr 2008

Die folgende Tabelle zeigt die aktuelle Produktion von Rohöl und flüssigen Brennstoffen – und der IEA Prognose für die Produktion im Jahr 2015 aus ihrem World Energy Outlook 2008, veröffentlicht als die Energiepreise auf ihrem Weg zu einem Rekordhoch waren? Acht Jahre später, wie genau war die IEA-Prognose? Es war unheimlich präzise – etwas zufällig, dass die IEA nicht die 2008-09 globale Rezession vorausgesehen hat und so das BIP-Wachstum überschätzte.

Die IEA und EIA verwenden ähnliche Definitionen für "flüssige Brennstoffe".

Weltproduktion  vs. WEO Prognose 2008 (in Millionen Barrel / Tag)

Historische Daten von der EIA website.
* 2015 total is for Q3. [2015 Insgesamt ist für das 3. Quartal]

Die Quintessenz: Die Produktion von Flüssigbrennstoff stieg nach 2005 um 15% in zehn Jahren, so dass die Preise abstürzten (durch den Preiskampf der Saudis verschärft). Die Preise werden weiter unter Druck bleiben, es sei denn die OPEC stellt erneut die Kontrolle her, die Produktion kommt durch Investitionen aus dem riesigen Gebiet von Iran und Irak, die Verbreitung von Fracking in anderen Nationen und neue Technologie (beispielsweise  Hybrid- und Elektroautos ).

Beachten Sie auch die zunehmende Differenz zwischen der Produktion von Rohöl und allen flüssigen Brennstoffen. Der Anstieg des Rohöls und im weiteren Sinne, flüssiger Brennstoffe durch neue Quellen, deren Potential meist von den Peak Oil Schwarzmalern ignoriert wurde. Die Produktion von Rohöl stieg an aus Tiefwasser [offshore] und Fracking Bohrungen, sowie Bitumen aus Bergbau (auch bekannt als Ölsand, der technisch kein Rohöl produziert). Die Produktion flüssiger Brennstoffe stieg an, aus der Produktion von flüssigem Erdgas, Biodiesel, Ethanol und diejenigen, die aus Kohle und Gas umgewandelt werden. Die meisten Zahlen, die Sie für "Weltölproduktion" sehen, sind alle für flüssige Brennstoffe.

Während im Jahr 2008 die IEA für 2015 die Flüssigbrennstoff Produktion genau geschätzt hatte, überschätzt sie die Nachfrage. Infolgedessen war die Preisprognose in 2008 der WEO für 2015 zu hoch.

"Die Ära des billigen Öls ist vorbei … Der durchschnittliche IEA Rohöl-Einfuhrpreis, ein Proxy für internationale Preise, wird im Referenzszenario angenommen mit durchschnittlich $100 pro Barrel in aktuellen Jahr – in 2007er Dollarwerten im Berichtszeitraum 2008 bis 2015, um dann beinahe linear zu steigen auf $122 im Jahr 2030. "

Schlussfolgerungen

Wie es viele von uns während der Peak-Oil-Hysterie vorher gesagt haben, hatten die hohen Ölpreise drei tolle Effekte – alle vorhersehbar…

•        Erhöhung der Effizienz der Energienutzung – das Verbraucher und Unternehmen investieren, um die Effizienz der teureren Energie zu erhöhen (und R&D produziert mehr Möglichkeiten, dies zu tun). [Research & Development; Forschung und Entwicklung]

•        Erhöhung der Produktion von Öl (durch R & D verstärkt mehr "Ressourcen" in nutzbare "Reserven" zu wandeln. Die heutige $30 für Öl zeigen, dass das Produktionswachstum die Nachfrage überschritten hat.

•        Neue Quellen für flüssige Brennstoffe – einschließlich der beiden neuen Kohlenwasserstoffbasis Lieferungen (Bitumen in Kanada und Venezuela), neue kohlenstoffbasierte Brennstoffe (z.B. Kohle zu Öl, obwohl die Ölpreise nie so ansteigen werden, um das wirtschaftlich zu machen), und neue Versorgung auf Kohlenhydratbasis (z.B. Ethanol aus Mais).

Nur die Zeit wird etwas über die Prognose der IEA für 2030 von $122 für Öl (in 2007er Dollarwert) erzählen. Aber die heutige Ölschwemme gibt uns die Möglichkeit, alternative Quellen kostengünstig und ordnungsgemäß vorzubereiten, nicht nur das Risiko von Energiepreisschocks zu reduzieren, sondern auch eine Verringerung der Verschmutzung und der Gefahr eines unangenehmen anthropogenen Klimawandels. Nutzen wir das Geschenk.

Ebenso wichtig ist, dass wir aus dieser Erfahrung mit der Peak-Oil-Bewegung lernen. Aktivisten und Enthusiasten haben eine schreckliche Bilanz bei langfristigen Prognosen, trotz ihres Vertrauens auf laute Vorhersagen des Untergangs – mit Widerhall durch Anklickköder-suchende Journalisten. Das bedeutet nicht, dass wir blind den großen Institutionen vertrauen sollten (wie der Skandal um Flints Wasserversorgung zeigt) [Flusswasser anstatt Seewasser war billiger (mehr Gewinn), enthielt aber viel Blei]. Aber Skepsis zahlt sich aus und ermöglicht sich mehr rational auf die Zukunft vorzubereiten.

Für mehr Informationen

Einen tiefen Einblick auf diese Fragen finden Sie in Exxons neuen Bericht “The Outlook for Energy: A View to 2040“.

Sehen Sie auch diese…

  1. Important: Recovering lost knowledge about exhaustion of the Earth’s resources (such as Peak Oil).
    Wichtig: Wiederherstellen von verlorenem Wissen über Erschöpfung der Ressourcen der Erde (so wie Peak Oil).
  2. When will global oil production peak? Here is the answer!
    Wann wird die globale Ölproduktion ihren Peak erreicht haben? Hier ist die Antwort!
  3. The three forms of Peak Oil (let’s hope for the benign form).
    Die drei Formen des Peak Oil (lassen Sie auf die gutartige Form hoffen).
  4. Peak Oil Doomsters debunked, end of civilization called off!
    Peak Oil Schwarzmaler entlarvt, das Ende der Zivilisation ist abgesagt!
  5. Prepare now, for oil prices will rise again.
    Präparieren sie sich jetzt, die Ölpreise werden wieder steigen.

Um mehr über die Mineralien zu lernen, die unsere Welt antreiben und das für viele Jahre mehr, empfehle ich den IEA-Bericht zu lesen: Resources to Reserves 2013. [freies PDF, rd. 9MB]. Für einen tieferen Blick finden Sie in der IIASA Global Energy Assessment (ein weithin zitiertes Quelldokument, unter anderem in den AR% des IPCC). Hier ist eine 113seitige Zusammenfassung.

Erschienen auf WUWT am 15.Feb. 2016

Übersetzt durch Andreas Demmig

http://wattsupwiththat.com/2016/02/15/lessons-from-the-hysteria-about-peak-oil-2005-2013/

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3 Kommentare

  1. Dann wird auch noch auf die Tränendrüsen gedrückt, wie wichtig das Erdöl für die Herstellung von Kunststoffen und Medikamenten ist.
    Für diesen Verwendungszweck wird Erdöl noch für tausende Jahre reichen.

  2. Und wenn die Welt im Öl ertrinkt, die Ökos werden als letztes rufen „das ist der Peak Oil…“ Man muss sich nur die Kommentare auf SPON ansehen um zu begreifen wie realitätsfern die Ökos an ihrer peak oil Theorie festhalten, egal wie die Fakten auch immer sind….

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