Die Rezession durch niedrige Ölpreise

Donald L. Luskin
Die Misere der Ölindustrie durch den Fracking-Boom erfasst die globale Wirtschaft. Aber es gibt auch Grund zu Optimismus.
Die globale Wirtschaft gleitet in eine Rezession. Dies zeigt sich an allen relevanten Faktoren: verlangsamtes Wachstum, fallende ,purchasing-manager‘-Indizes, sich erweiternder Kreditrahmen, abnehmende Unternehmensgewinne, fallende Inflations-Erwartungen, sinkende Kapitalinvestitionen und steigende Bestände. Aber dies ist eine höchst ungewöhnliche Rezession – nämlich die erste jemals, die durch fallende Ölpreise verursacht wurde.


Es gab mehrere Rezessionen durch steigende Ölpreise: 1973 bis 1975; 1980/81 und 1990/91. Während dieser Rezessionen fiel der Ölpreis ultimativ mit dem Zusammenbruch der Nachfrage.

Aber diesmal sind die Ölpreise um über 70% gesunken (seit Mitte 2014), während die Nachfrage gestiegen ist. Der Rückgang ist vollständig die Folge des Technologie-Durchbruchs in Amerika bzgl. Versorgung, und zwar mit horizontalem Bohren und hydraulischem Brechen. Dies hat den Verbrauchern weltweit etwas eingebracht, dass sich zu Steuersenkungen in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar jeden Tag summiert oder 2,9 Billionen Dollar während eines ganzen Jahres.

Sollte es daher also nicht eher zu einem ökonomischen Boom anstatt zu einer Pleite kommen? Ja, vielleicht. Aber erstens, wegen der Größenordnung und des Tempos, mit der die Technologie-Revolution die Preise in den Keller geschickt hat, hat sie auch die wichtigen Institutionen bedroht, die von hohen Preisen profitieren. Insgesamt liegen diese Institutionen 2,9 Billionen Dollar niedriger.

Seit vielen Jahrzehnten haben die größten globalen Unternehmen und Kartelle Öl erzeugender Länder den Ölmarkt kontrolliert. Die Jahre der „profanen Stagnation“ nach der Großen Rezession waren meistens gute Zeiten für sie, wobei Befürchtungen hinsichtlich „Peak Oil“ die inflationsbereinigten Preise zu den höchsten jemals gemacht haben.

Jetzt jedoch gibt es dank der von den USA angeführten Revolution durch Fracking Öl im Überfluss. Das wird noch Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte lang so sein, weil es überall in der Welt Schiefer gibt. Und anders als Megaprojekte, die die Ölindustrie während der letzten Jahrzehnte dominiert haben, kann Schiefer auch durch kleinere Unternehmen mit weniger Kapital erschlossen werden. Der Ölmarkt ist jetzt viel schwieriger zu kontrollieren, wie die OPEC zu ihrem Leidwesen erfahren musste.

Dies ist kapitalistische kreative Destruktion. Aber heute passiert das im Internet-Zeitalter, so dass es auch „Unruhe stiftende Innovation“ ist. Fracking ist für die globale Ölindustrie das, was Uber für den herkömmlichen Taxi-Betrieb ist: großartig für Verbraucher, die sich des plötzlichen Überflusses erfreuen, aber tödlich für alle, deren Geschäftsmodelle auf der Ausbeutung eines raren Stoffes beruhen. (…)

Es gab noch nie eine Rezession, die von niedrigen Ölpreisen verursacht worden ist. Darum gibt es auch keine Anhaltspunkte dafür, wie sich diese jetzt weiterentwickeln wird. Es ist entscheidend abhängig davon, wie die globalen Verbraucher reagieren. Falls die Gegebenheiten der Rezession die Nachfrage nach Öl reduzieren – was für eine typische Rezession normal ist – dann stecken wir in einem Teufelskreis, in dem weiter sinkende Ölpreise die Rezession weiter anheizen.

Aber es gibt auch Grund zu Optimismus. Niedrige Ölpreise machen den globalen Verbraucher sehr belastbar, was Grad und Dauer der Rezession abfedert. Die beste Nachricht ist, dass dank des Fracking Rezessionen durch hohe Ölpreise der Vergangenheit angehören.

Full post (hinter einer Zahlschranke)

Link: http://www.thegwpf.com/the-recession-caused-by-low-oil-prices/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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22 Kommentar(e)

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1
Markus Estermeier

#21 Stephan Becker

"Sorry, aber der Mann hat wirklich einen Knall"

Da haben Sie vollkommen Recht. Aber die AfD besteht ja nicht nur aus Höcke's. Nebenbei ist allerdings auch anzumerken, daß viele Tabuthemen aus kurzer Vergangenheit mittlerweile auch in den etablierten Parteien salonfähig werden. Vieleicht ist Herr Höcke mit einzelnen Äußerungen den Anderen nur ein paar Jahre voraus?

2
Stephan Becker

@Hofmann,M, #18

"Mit der AfD ist aber schon mal eine Partei da, die diesen Umschwung in der Gesellschaft Medien und Politikwelt einläuten kann. "

Haben Sie schon mal dieses Video über Herrn Höcke gesehen?

Björn Höcke AfD - Best of

Bis vor ein paar Monaten dachte ich, dass die AfD so eine Partei von Neoliberalen rechts von der FDP wäre. Aber durch dieses Video und andere Erkenntnisse würde ich sagen, dass die AfD jetzt die neue NPD ist und der Verfassungsschutz endlich seine V-Leute aus der NPD abziehen kann.
Sorry, aber der Mann hat wirklich einen Knall.

3
Stephan Becker

Aus dem Artikel:
"Und anders als Megaprojekte, die die Ölindustrie während der letzten Jahrzehnte dominiert haben, kann Schiefer auch durch kleinere Unternehmen mit weniger Kapital erschlossen werden."

Weil es wesentlich einfacher ist eine Fracking-Bohrung durchzuführen als eine normale Bohrung ein in normales Ölfeld? Was ist an einem Ölbohrturm so viel teurer als an einem sogenannten Fracking Rigg mit angehängtem Gerätschaftspark?

Eigentlich sagt man den Amerikanern doch nach, dass sie sehr geschäftstüchtig sind und auch auf den Cent achten. Warum aber haben sich die Amerikaner zum zweiten Mal, nach dem Erdgasboom durch die Schiefergasproduktion, mit dem Fracking Boom ins eigene Knie geschossen, weil demnächst (1-2 Jahre) viele Fracking-Firmen pleite gehen angesichts des extrem niedrigen Ölpreises, der eben mit durch den Fracking-Boom verursacht wurde, neben der, auf einem sehr hohen(!) Niveau stagnierenden Weltwirtschaft?
Mit normalem Menschenverstand ist das nicht zu erklären. Das muss politische Gründe haben, dass man auf Teufel komm raus die Ölförderung so pusht, dass sie sich ein paar Jahre später wieder von selber verabschiedet.

Vor der Rettung des Klimas kommt auf jeden Fall die Rettung der Ernährung der Menschheit. Lebensmittel wachsen seltenst hinter Supermärkten bzw. sie lassen sich schlecht unter Häusern oder auf Brücken und Straßen anbauen, trotz allem technischen Fortschritt. Ja es gibt da so Visionen vom Anbau von Lebensmitteln innerhalb von Hochhäusern, die in den neuen, noch zu bauenden Megacities entstehen sollen. Aber ich weiß nicht ob diese Art der Lebensmittelerzeugung innerhalb von Städten wirklich einen größeren Anteil an der Lebensmittelversorung eines Landes haben wird.
Ja, vieles Gemüse und Obst wird heute schon in Treibhäusern und unter Plastiktunneln erzeugt, aber sind diese Lebensmittel wirklich Lebensmittel oder doch nur noch Nahrungsmittel, wenn man an den Mineraliengehalt denkt?
Zudem könnte ich mir vorstellen, dass sich diese Biomasse inmitten von Hochhäusern über kurz oder lang, im wahrsten Sinne des Wortes, mit der Struktur der Hochhäuser beißt - Stichwort Lithobionten.

Ich denke, dass die derzeit niedrigen Ölpreise und die daraus folgenden niedrigen Kosten für Mineralölprodukte einen enormen Wirtschaftsförderungsprogramm ähneln, zumindestens in Europa (ohne Russland) wo es, bis auf Norwegen, kaum noch nennenswerte Ölförderung gibt. Zum einen haben Unternehmen, die große Mengen fossiler Treibstoffe verbrauchen, einen großen Vorteil und zum anderen alle Privathaushalte (Heizung + Treibstoffkosten), wobei ich über den Verlauf und den Stand des Erdgaspreise nicht Bescheid weiß. Die Bahn hat in den letzten zehn bis zwölf Jahren immer wieder steigende Energiepreise als Argument für höhere Ticketpreise angegeben, aber jetzt wo der Ölpreis massiv gesunken ist, ist von einer deutlichen Senkung der Fahrpreise weit und breit nichts zu sehen.
Auch Erzeugerpreise z.B. für Fleisch und Milch sind derzeit sehr niedrig, aber davon kommt meiner Meinung nach für uns Verbraucher kaum was an der Theke an. Hier machen einige Unternehmen, auch weil die Absetzung von Fahrkosten nicht gesenkt wird, gerade einen sehr dicken Reibach.

4
Markus Estermeier

#15 Herr Niemann

Langkettige Kohlenwasserstoffverbindungen können auch syntetisch hergestellt werden. Die erforderlichen Grundstoffe sind überreichlich vorhanden. Es ist also nur eine Frage der Energiekosten für den Herstellungsprozess.
Während meiner Bundeswehrzeit in den 70er Jahren machten wir einen Test mit einem LKW und als Treibstoff einmal Salatöl, und danach vollsyntetisches Motorenöl. Die Motorleistung war zwar nicht gerade berauschend, aber immerhin hat es funktioniert.

5

Allgemeines zur Kernkraft.
Die Kernkraft bzw. Kernforschung darf sich nicht auf den Kernkraftbau versteifen sondern muss ihr ganzes Potential ausschöpfen. Sei es in der Medizintechnik, Sicherheit- und Prüftechnik, in der radiaktiven Stoffe Forschung (Chemie) oder der Matrialforschung (Physik). Es gibt sehr viele Wissenschaftsbereich in der Kernforschung. Und es ist an den Unternehmen wie die z.b. die Areva GmbH in Deutschland diese wissenschaftlichen Schätze zu heben und diese in den Alltag der Wirtschaft unter Markt-Wettbewerbsbedingung einzubringen und damit in die Gesellschaft an sich.
Wenn das "Böse-Atomkraft" von den Grünen in der deutschen Politik und Medienlandschaft verschwunden ist, dann kann man auch endlich sich wieder neutral und ungezwungen mit der Kernforschung beschäftigen. Dies würde dann einen Fortschritt für unsere Gesellschaft bedeuten. Leider müssen wir noch etwas darauf warten. Mit der AfD ist aber schon mal eine Partei da, die diesen Umschwung in der Gesellschaft Medien und Politikwelt einläuten kann. Die BW- und Rheinlandpfalz Wahlprogramme sehen auf jeden falls vielversprechend aus. Und wenn das dann für die gesamte Deutschland AfD auch so im Wahlprogramm einbezogen wird. Ist man ja schon mal auf einen Guten Weg.

6
Katrin Meinhardt

#15: Die korrekte Antwort auf Ihre nachvollziehbaren Bedenken, sehr geehrter und verehrter Herr Dr. Lutz Niemann, lautet: Erich Walter Zimmermann (1888-1961) (und seine berühmte "functional approach to the study of resources") (geb. Mainz, verstorben in Austin, Texas, USA).

Mit sehr freundlichen Grüßen

P.S.: Besorgnis erregend wäre es, wenn der Ölpreis (lediglich so weit) manipuliert wird und (nur) als Waffe gegen Russland eingesetzt würde.

7

@Lutz Niemann #15
Eine Marktbereinigung im Oelsektor war schon längst überfällig. Das OPEC Mafia Kartell hatte dies nur immer gut verhindern können. Mit Fracking und Russland und anderen neuen Oelförderstaaten hat dies jetzt zu Glück sein Ende gefunden.
Es wird also eine Marktbereinigung stattfinden und der Oelfördermarkt wird sich auf einen niedrigeren Niveaue wieder einpendeln. Das Geld bzw.die Gewinnspannen sind also in diesen Sektor in der Zukunft nicht mehr beliebig hoch und müssen sich jetzt dem weltweiten Markt-Wettbewerb stellen. Und das ist gut so.

8

Hallo #8 Herr Schlenger,

besten Dank für Ihre Hinweise! So ist das, wenn ein Fachmann daran geht. Sie sind offenbar hauptamtlicher Übersetzer, ich nicht. Und von Wirtschaft habe ich eigentlich keine Ahnung.

Da mir aber vielleicht noch öfter Artikel über Wirtschaft unterkommen, werde ich mir Ihre Hinweise abspeichern. Und ich bitte Sie, in diesen Fällen wieder korrigierend einzugreifen.

MfG Chris Frey, Übersetzer

9

Öl wird billiger, das ist nicht gut, denn dann wird mehr Öl verbraucht werden. Irgendwann ist es dann zu Ende. Flüssige Kohlenwasserstoffe sind ein unersetzlicher Schatz, der bester Energieträger, den es gibt, und es wird auch nie einen besseren chemischen Energieträger geben. Unersetzlich für viele Dinge: stoffliche Nutzung, Verkehr, Eisenherstellung aus Erz,… Man sollte mit allen fossilen Ressourcen sehr sparsam umgehen. Wenn deren Reichweite auch einige 100 Jahre oder 1000 Jahre sind, dann ist das doch nur ein 1000-stel der Reichweite der Kernspaltungsenergien Uran und Thori-um mit rund einer Million Jahre oder vielleicht noch mehr. Zur Gewinnung der Nahrung für den Men-schen braucht man in der industriellen Landwirtschaft Antriebsmaschinen, die niemals durch Kernreaktoren oder elektrisch betrieben werden können. Ohne Nahrung geht es nicht --- schaffen wir es NICHT.

Wer von Nachhaltigkeit reden will, der sollte ein wirklich eifriger Kerni sein.

10
Markus Estermeier

#5 Herr Pfaff

Sie haben keinen Denkfehler. Gehen Sie mit Ihren Gedanken nur ein paar Schritte weiter.

Die traditionellen Ölförderländer haben zur Finanzierung ihres Staatshaushaltes außer Öl so gut wie nichts anzubieten. Die meißten von ihnen haben neben unermäßlichem Reichtum für einzelne Personen (Clans) ihren Staatsapparat so weit aufgebläht, daß sie mittlereweile eine Rohölpreis von 100$/b benötigen. Damit haben sie aber auch den Grundstein für ein rentables Fracking gelegt.
Jetzt ist ein Teufelskreis im Gange. Wenn der Preis für das Rohöl nicht mehr passt, muß eben entsprechend mehr gefördert und verkauft werden. Kann der Absatzmarkt mit zahlungsfähigen Kunden die entstehende Überversorgung nicht verwerten, sinkt der Preis weiter.
Sicherlich werden bei diesem Preiskampf die Frackingunternehmen reihenweise pleite gehen. Aber die Technologie geht nicht verlohren und bildet damit einen Deckel in der Preisgestaltung.

11

@ #7 F. Endres

Wozu diese Betonung. Im GG steht die Meinungsfreiheit als Abwehrrecht gegen den Staat. Dieses Recht haben insbesondere auch Beamte und Professoren sind frei in Forschung und Lehre. Dementsprechend sind Sanktionen eindeutig verfassungswidrig. Verfassungswidrige "Meinungen" werden dadurch natürlich nicht gedeckt.

12
Dirk Weißenborn

#7 Frank Endres,

Herr Endres, ich schätze manchmal etwas die althergebrachte Höflichkeit und Wertschätzung in der Anrede, obwohl auch ich kein "Titelgläubiger" bin.

Ihren Äußerungen zum Erdgas kann an keiner Stelle explizit widersprochen werden. Sie wissen aber selbst, dass die schlagkräftigen Beweise für ausschließlich abiotische Entstehung der Mineralölkohlenwasserstoffe (Erdgas, Erdöl, Erdölbegleitgas) fehlen. Zumindest beim Erdöl ist das massenhafte Auftreten von abgebauten Porhyrinringen (Chlorophyll, Hämoglobin und Verwandtschaft, Vanadium) eher ein Hinweis auf biotische Entstehung: IN DEN LETZTEN STADIEN DER GENESE! Der in den mannigfaltigen Verbindungen des Erdöls auftretende Kohlenstoff ist jedoch letztlich abiotisch. Zu Beginn der Erdgeschichte war jeder Kohlenstoff und jede Kohlenstoffverbindung abiotisch. Eventuell streitet man sich bei diesem Thema auch um "Ei oder Henne".

Erdölbegleitgase selbst sind übrigens tatsächlich AUCH als abiotisch entstanden zu bezeichnen, da sie letzlich nur abiogenen Crackprozessen in der Erdkruste entstammen. Generell enthalten Erdöllagerstätten in den tieferen Stockwerken höhere Anteile an Begleitgasen (C1 bis vor allem C4) - entweder darin gelöst oder auch als freie Gaskappe im Top. Eindeutig eine Folge der Temperaturverhältnisse. Im Einzelfall kann das aber leider auch wieder anders aussehen, da die Erdkruste nunmal keine Raffinerie mit definierten und abschlossenen Behältnissen darstellt. Ein später nahe der Lagerstätte auftretender Tiefenbruch kann Stoffe aus noch tieferen Stockwerken hinzu führen und insbeondere die mobileren Bestandteile der Erdöllagerstätteninhaltes selbst auch selektiv wieder abführen!

In der oberen Erdkruste haben es mit ineinander verwobenen "Ringen" aus mehr oder weniger abiotischen UND biotischen Geneseanteilen zu tun. Gespeist von Kohlenstoff- und Wasserstoffvorkommen im Erdmantel. Der Sabatierprozess kann durchaus eine Rolle spielen. Hochtemperaturniveau und Anwesenheit von metallisch/mineralischen Katalysatoren sind gegeben.

Der von Ihnen erwähnte Kollege von der Geologie hat - sehr wahrscheinlich unbewusst - nur das "letzte" Stadium der Erdöl und Erdgaslagerstättenbildung gemeint, als er seine von Ihnen wiedergegebene biotische These vertrat. Typisch geologisches Mainstreamdenken, nicht ganz falsch, aber auch nicht umfassend genug. Der Kollege sollte bedenken dass selbst die bei uns in Norddeutschland in Nutzung stehenden Erdgaslagerstätten des Oberkarbon und Rotliegend in Ihrem Stoffbestand ganz eindeutig auf die Inkohlung der oberkarbonischen Steinkolenvorkommen zurückgeführt werden können (u.a. STAHL 1968)

Inkohlung und die damit verbundenen - zeitlich und stofflich nicht konstanten - Freisetzungen von Methan, Äthan, CO2, und auch Hg sind jedoch eindeutig ABIOTISCHE Prozesse.

Allerdings aus biotisch entandenem Ausgangsmaterial (Lignin usw.)

Hinter all diesen lagerstättentechnischen Prozessen steht letztlich der Erdmantel als "abiotische" Kohlenstoffquelle.

Der Anteil von "Prozessringen" biotischer Natur nahm - zumindest im Hinblick auf die vor allem kontinentale Erdkruste - im Laufe der Entwicklung des Lebens tendenziell zu.

Mit freundlichen Grüssen

Dirk Weißenborn

13

@ #4 J. Huels

"Auf so einen Schwachsinn muss man erstmal kommen."
Stimmt.
Aber der Schwachsinn begann schon damit, daß dem Einsatz der Uralttechnologie Windmühle (und den noch teureren Solarpanels) positive Beschäftigungseffekte und ein stark steigender volkswirtschaftlicher Nutzen zugeschrieben wurde und wird.

Das kommt davon, wenn man Leute zu Wirtschaftsministern macht, die noch nicht einmal wissen, wieviele Nullen eine Billion hat. Natürlich gehören in solche Ministerien auch keine Ärzte und in die Beratergremien auch keine Pfaffen, Physiker etc. .

"BWL- und VWL-Studenten" Es gab da einen VWLer mit Diplom, der sagte: Lieber 5% Inflation als 5% Arbeitslose. Am Ende seiner Amtszeit hatte er beides verursacht und es gab daraufhin in D niemals mehr Vollbeschäftigung, trotz des magischen Vierecks im Gesetz. Oder sollte es heißen: Wegen?
BWLer sind übrigens die Realisten unter den Ökonomen und kämen nie auf die Idee solch einen Quatsch abzusondern, wie es z.B. H. Schmidt tat. Oder H. Kohl, der meinte mit Geldtranfers blühende Landschaften schaffen zu können. Oder eben A. Merkel, die meint mit einer Energiewende und Strom aus Windmühlen und Solarpanels die Stromversorgung billiger machen zu können. Sie ist tatsächlich Vorreiterin, allerdings einer Herde von Lemmigen, die freiwillig ins Meer springen, um abzusaufen ...

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Andrea Andromidas

In der Tat ist die Sichtweise des Autors sehr simplifiziert.Die amerikanische Shalegas-Operation war von Anfang wirtschaftlich sehr riskant, weil relativ hohe Produktionskosten mit riesigen Spekulationsoptionen verknüpft waren. Am 11.Januar sagte der Chef-Analyst Fadel Gheit von Oppenheimer & Co folgendes:" I think there is a agenda here. Saudi Arabia will not allow prices to recover until they have `taken care of` US oil producers". Und er erwarte, dass mindestens die Hälfte der Produzenten bankrott gehe. Das ist bereits im gange.

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Michael Schlenger

Guten Tag, Herr Frey,

folgende Korrekturhinweise zu Ihrer Übersetzung des Textes von Donald Luskin:

"widening credit spreads" sind die steigenden Risikoaufschläge der Renditen von Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen: im Deutschen kurz auch "Spreadausweitung bei Unternehmensanleihen"

"inventories" sind nicht irgendwelche "Bestände", sondern die "Lagerbestände der Unternehmen"

"purchasing manager" sind im Deutschen schlicht die "Einkaufsmanager" der Unternehmen.

"supply-side technology breakthrough" meint "technischen Durchbruch auf der Angebotsseite"

Die "important institutions" im Zusammenhang mit der Ölförderung" sind die "großen Ölkonzerne". Und nicht die "Insitutionen" selbst liegen 2,9 Bio. Dollar niedriger, sondern ihr Börsenwert ist entsprechend gesunken.

Das Englische ist nun einmal von unüberbietbarer Knappheit, gerade im Bereich des Finanzjargons. Mit wörtlicher Übersetzung kommt man da nicht weit.

Beste Grüße
Michael Schlenger, Finanzübersetzer

P.S. Inhaltlich ist der Beitrag von Luskin abwegig. Innovation, die dem Verbraucher Kostensenkungen beschert, wirkt per se wie ein Konjunkturprogramm. Die Mindereinnahmen der Ölkonzerne sind daher per saldo unerheblich. Von einer echten Rezession auf globaler Ebene im Sinne rückläufiger Wirtschaftsleistung ist nichts zu sehen, allenfalls eine Abschwächung des Wachstums, was nicht dasselbe ist.

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#2: Ich schreibe hier GRUNDSÄTZLICH meine private bzw. persönliche Meinung, dies auch von meinem privaten Internetzugang (Festnetz oder Mobil), daher können Sie Berufsbezeichnungen, akademische Grade usw. gerne weglassen - ich lege eh keinerlei Wert darauf, wie Ihnen Herr Limburg, den ich persönlich kenne und durchaus schätze, sicher gerne bestätigen wird.

Zum Erdgas: Was ist ein seriöser Geologe? Ich habe mich mal - halb dienstlich, halb privat - mit einem promovierten Geologen, den Grünen sehr nahe stehend, unterhalten, der sich um die natürlichen Klimazyklen drückte, mich aber mit Greenpeace- und Grünen-Pamphleten bzgl. der "CO2-Katastrophe" zumüllte. Er stritt eine abiogene Synthese vehement ab. Mit der Sabatier-Reaktion lässt sich unter reduzierenden Bedingungen, in der Synthese ist das Wasserstoff, sehr einfach aus CO2 Methan = CH4 herstellen. Was in der Erdkruste passiert, weiss ich schlicht und ergreifend nicht, denn ich bin kein Geochemiker, sondern nur ein "einfacher Physikochemiker", dazu sehr grundlegend in der Denkweise. In der Petrochemie kann Methan sehr leicht in höhere Homologe umgewandelt werden, ein großer Mineralölkonzern mischt seinen Kraftstoffen "Gas to liquid" bei. Mendeleyev, sicher einer der bedeutendsten Chemiker aller Zeiten (bzgl. der Arbeiten dieser Leute empfinde ich tiefe Demut), hat einen solchen Weg skizziert. Ein Kollege der Geologie sagte mir vor ein paar Jahren, in der Geologie könnten alle Öl- und Gasfelder biogen erklärt werden. Bis vor wenigen Jahren war man ja auch der Meinung, dass Warane ihre Opfer durch einen tödlichen Bakterienmix im Speichel töten. Irgendwann ergab sich dann der starke Verdacht, dass Warane Giftdrüsen haben, wenn ich mich nicht irre, werden Neurotoxine produziert. So wird es irgendwann auch dem CO2-Dogma ergehen: Die ganzen Lügen (Lügen deshalb, weil man es besser weiß) werden eines Tages auffliegen, dann kommen aber die nächsten Lügen. Ich halte es für eine sehr spannende Frage, zu klären, ob Mendeleyev recht hatte oder nicht. Die Universitäten sind aber so kaputt gespart, dass kaum jemand mit solchen Experimenten beginnen könnte. Als Privatmann kann ich ja ruhig sagen, dass die Universitäten nun wohl den Kipp-Punkt erreicht haben, denn sie werden nun in Schulen umgewandelt. Das scheint mir unausweichlich. Die rot-grüne Dauer-Indoktrination zeigt nun ihr hässliches Gesicht, und die Deutschen glauben noch immer, was ihnen das Staatsfernsehen und die "Qualitätspresse" jeden Tag servieren.

In meiner Funktion als Professor der TU Clausthal halte ich mich weitgehend zurück, ohne aber mein Gewissen zu verraten. Ich habe in dieser Funktion einen Kompromiss gefunden, mit dem ich leben kann, da ich in dieser Funktion gewissen von außen aufgedrückten politischen Zwängen unterliege. Ich kann mich dem zwar weitgehend entziehen, ohne die allseits geliebten "Drittmittel", und die DFG wird auch kaputt gespart bzw. politisch gewollt mit Anträgen überrannt, kann ein Institut aber nicht überleben. Oh je, war dieser Abschnitt nun "privat" oder "dienstlich". Na ja, ich definiere ihn als meine private Meinung, ich schreibe ja auch von zu Hause über meinen privaten Internet-Zugang.

Frau Thiele: Ich erkläre Ihnen gerne per email, warum ich gar keine andere Wahl habe, als hier zu betonen, dass ich NUR meine private Meinung äußere. Über einem C4-Professor stehen zwar nur "Gott und das Beamtengesetz", man kann einem Professor über die Mittelvergabe trotzdem beliebig schaden. Bisher hatte ich noch keine Probleme, denn dienstlich äußere ich mich sehr gemäßigt kritisch. Es fällt mir leicht, weil ich sehr grundlegend orientiert bin und mich anwendungsnahe Fragen schon immer zu Tode gelangweilt haben. Ansonsten habe ich ja beinahe alle Freiheiten der Welt.

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Nicht der sinkende Ölpreis führt zu einer Rezession sondern das politische Diktat eines CO2 Verbotes. Also der CO2-Klimaerwärmungsschwindel (Propaganda) führte und führt weiter in eine wirtschafltiche Rezession die seit Jahren die westlichen Volkswirtschaften stark im Griff hat.
Zerschlag die marktfeindlichen Fesseln dieser politisch herbeigeführten CO2 Verbotsideologie und die Marktwirtschaft wird für den Wirtschaftsaufschwung zum Wohl der Menschen sorgen.
Schmeißt diese Grün-Sozialisten und der NGOs wie Greenpeace, WWF, BUND, Umwelthilfe, PIK und Umweltministerien endlich aus den Parlamenten der Volkswirtschaften dieser Welt damit der Markt und damit die Gesellschaft wieder ihre Freiheit, ihre Selbstbestimmung und Eigenverantwortung zurückerhält. Danke!

18

Diese Verknüpfung ist mir völlig neu. Ich dachte der Ölpreis ist wegen des von Saudiarabien billig, und massig verkauften Öls gesunken.
Denn die Grundkosten für die Förderung der Frakingöle wären so heißt es ja viel höher als die Förderkosten für die Saudis.
Wo liegt also mein Denkfehler?

19

Rezession wg. sinkender Ölpreise!

Auf so einen Schwachsinn muss man erstmal kommen.

Die derzeitigen Rezession(en) haben mannigfaltige Ursachen (Überschuldung, Fehlallokation von Produktionsfaktoren durch Subventionen, Energiewende, Eurorettung und die damit verbundene Verhinderung von Wertschöpfung=Wohlstandmehrung usw.), sinkende Ölpreise sind es DEFINITIV nicht.

Jeder Wertschöpfung liegt Energienutzung zugrunde, je weniger Produktionsfaktoren dafür aufgewendet werden müssen, desto größer die Wertschöpfung pro Kosteneinheit.
D.h. Produkte werden billiger/Gewinne höher, Nachfrage größer, mit anderen Worten: Die Leute haben mehr übrig für Konsum und Investitionen.
Das sind volkswirtschaftliche Binsen, allerdings sind heutzutage selbst vielen BWL- und VWL-Studenten diese grundlegenden Fakten unbekannt, da alle auf links gedreht.

Jetzt werden von den links-grünen Zauberern nicht nur die Naturgesetzte (Energiewende, AGW-Wahn), sondern auch die ökonomischen Gesetze umgeschrieben. Parallel dazu wird ja schon der neue Mensch geschaffen, damit das auch alles klappt.

Na dann gutes Gelingen ;o)

20

Diese vielleicht kommende Rezession ist durch den Herrn B. O. in Gang gesetzt worden. Er wollte mit Hilfe der Saudis die amerikanische Öl- und Gasindustrie treffen, weil diese ihm als Grünling verhaßt ist. Die Saudis hatten natürlich auch ein Interesse daran einen unliebsamen Konkurrenten zu erledigen, aber ohne Zustimmung der Schutzmacht hätten die Saudis dies nie getan. Nur allmählich geht den Saudis das Geld sprich ihre Devisenreserven aus, denn sie benötigen, um ihren Staat zu finanzieren einen Ölpreis von etwa 85$/pb. Das man damit gleichzeitig Rußland schädigen konnte, war natürlich auch sehr schön aus der Sicht des Herrn B.O.
MfG

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Dirk Weißenborn

#1 Frank Endres

Sehr geehrter Herr Prof. Endres,

Sie schrieben:

---Dass Erdgas ausschließlich biogenen Ursprungs ist, darf durch das gemeinsame Auftreten mit Helium durchaus kritisch gesehen werden.---

Kein ernstzunehmender Geowissenschaftler kann die Möglichkeit "abiogener" Kohlenwasserstoffe auf dem Planeten Erde ausschließen. Zumindest nicht für Erdgase, wesentlich weniger dagegen für Erdölbegleitgase.

Das Auftreten von begleitendem Helium in Methangasen zahlreicher Formationen ist jedoch keineswegs ein eindeutiger Indikator für abiogene Entstehung von Kohlenwasserstoffen. Helium 3 entstammt der "Urmaterie" des Erdmantels. Das mindestens 86000mal häufigere Helium 4 entsteht durch Alphazerfall von Uran, Thorium und ihren Tochternukliden. Und zumindest Uran befindet sich aufgrund der Immobilität seiner Oxidationsstufe IV sogar deutlich angereichert im reduzierendem Milieu der Kohlen und das Radium in Erdölen.

Aufgrund des Preisverfalls beim Rohöl, Unternehmensfusionen und der faktischen Lahmlegung der Erdöl- Erdgasbranche in Deutschland im Zusammenhang mit der Debatte rund um "Fracking", Lagerstättenwasserversenkung, Quecksilberemmissionen, etc. gehen die norddeutschen Hauptstandorte Emsland und Celle soeben beschäftigungsmäßig und hinischtlich der kommunalen Haushaltsituation gerade unter.

Dass die Geothermietechnologie damit ebenfalls getroffen wird, regt kaum jemanden auf, erst recht nicht die Grünen, deren politische Vertreter eher mit der Windmühlenindustrie lobbymäßig verbandelt sind.

Die Gewerkschaft IGBCE und andere DGB_gewerkschaften schweigen dazu ebenfalls weitgehend. Die entlassenen und von Kündigung bedrohten Mitarbeiter lassen keinen Kampfgeist bezüglich ihrer Arbeitsplätze und der teilweise hausgemachten Schwierigkeiten ("Fracking"!) erkennen. Sie gehen still und leise.

Wir schaffen das...

Mit freundlichen Grüssen

Dirk Weißenborn

22

Das Positive daran ist, dass die "Peak-Oil"- und ">200 Dollar/Barrel"-"Visionen" von Club of Rome Leuten und einer gewissen, aus meiner Sicht peinlichen, blonden "Vorzeige-Professorin" ad absurdum geführt wurden. Ob Mendeleyev mit der Theorie der abiogenen Synthese von "Kohlenwasserstoffen" recht hatte, oder eben nicht, wird sich irgendwann auch noch zeigen, ich hoffe, ich erlebe das noch. Dass Erdgas ausschließlich biogenen Ursprungs ist, darf durch das gemeinsame Auftreten mit Helium durchaus kritisch gesehen werden. Leider habe ich auch noch keinen Geologen getroffen, der mir überzeugend erklären konnte, wie es auch in unserem Sonnensystem auf Monden außerhalb der sog. habitablen Zone niedere Kohlenwasserstoffe geben kann, wenn sie nur biogenen Ursprungs sind. Ich gehe nicht davon aus, dass die Öl- und Gaspreise so schnell wieder steigen werden, fürchte aber, dass unser "schönes" Deutschland bald durch weitere Steuern belastet und ein denkbarer wirtschaftlicher Aufschwung durch "Klimaschutz"-Abgaben abgewürgt wird. Das wiederum ist das Negative daran, denn die Deutschen wollen ja mal wieder ein Vorbild für den Rest der Welt sein und diese retten. Immerhin sind die Grünen (in allen Parteien) intelligent genug, zu verstehen, dass ihnen und allen ihren Gefolgsleuten die Felle davon schwimmen, und zwar vermutlich durchaus schnell. Daher preschen sie ja auch vor, um den "Klimaschutz" im Grundgesetz zu verankern. Bleibt zu hoffen, dass sich die Deutschen dagegen wehren. Hoffentlich erlebe ich den Tag, an dem die Grünen aus den Parlamenten gewählt werden und die ganzen Lügen auffliegen, dann lieber wieder die FDP, auch wenn die etwas wankelmütig ist. Und, ja Frau Thiele, das ist meine PRIVATE und persönliche Meinung, geschrieben von einem privaten Zugang.