EnEV 2016 macht das Bauen teurer: noch mal +10%

Verzicht auf Normen und Standards beim Wohnungsbau insgesamt notwendig, nicht nur beim Bau von Flüchtlingsunterkünften – Aussetzung der EnEV gefordert – Steuerliche Förderung notwendig


„Mit dem Hinweis, dass man womöglich auf Anforderungen im Brandschutz, bei der Höhe von Treppengeländern oder bei der Wärmedämmung beim Umbau von Kasernen in Flüchtlingsunterkünfte verzichten müsse, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer gestrigen Sommerpressekonferenz auf einige Kostentreiber im Wohnungsbau hingewiesen. Wir fordern daher, dass, sollte es Übergangsregelungen geben, diese dann auch für den gesamten Wohnungsbau gelten.“ [BAUFÜSICK: Man könnte drüber lachen, wenn es nicht so ernst und traurig wäre. Auf Brandschutz verzichten – guckt die Merkel keine Aktuelle Kamera?]

So der Kommentar von Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe.
Pakleppa weiter: „Wenn die Bundeskanzlerin deutsche Flexibilität anstelle deutscher Gründlichkeit fordert, dann muss das für alle gelten, auch um der Wohnungsnot in Ballungsgebieten Herr zu werden.“ Denn angesichts des starken Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland müssen dauerhaft mehr als 300.000 neue Wohnungen jährlich gebaut werden, und zwar Wohnungen, die sich Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen auch leisten können.

Allein die Erhöhung der Anforderungen der EnEV 2014 an neue Wohnungen, die ab 1. Januar 2016 in Kraft tritt, führt zu einer Verteuerung der Wohnungen von knapp 10 %, was sich dann auch in den Mieten niederschlägt. „Wir fordern daher, diese Erhöhung für die nächsten vier Jahre auszusetzen, um den Wohnungsneubau nicht weiter zu belasten.“ So Pakleppa. „Der Vorschlag der Bundeskanzlerin, normale Ausschreibungsregelungen zeitweise außer Kraft zu setzen, ist richtig. Allerdings besteht die Möglichkeit zur freihändigen Vergabe heute schon. Die Wertgrenzen von Bund und Ländern dafür bewegen sich zwischen 10.000 Euro und 100.000 Euro. Das ist ausreichend.“

Um dem bezahlbaren Wohnungsneubau aber entscheidende Impulse zu geben, fordert das deutsche Baugewerbe seit langem die Erhöhung der linearen AfA, alternativ die Wiedereinführung einer degressiven AfA.

„Wir brauchen ein ganzes Maßnahmenbündel, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern, dazu gehören neben der dringend gebotenen Überprüfung von Normen und technischen Standards auch die Kostentreiber, die die öffentliche Hand auf allen Ebenen den Bauherren auferlegt, wie z.B. die extrem hohe Grunderwerbsteuer in vielen Bundesländern oder die hohen Kosten für Bauland.“ So Pakleppa „Wir dürfen trotz allem nicht in hektischen Aktionismus verfallen, sondern müssen das Fundament für den Wohnungsneubau dauerhaft bauen.“

Quelle: ZDB, 01.09.2015

BAUFÜSICK: Darüber mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Wobei der “Verzicht auf Normen und Standards beim Wohnungsbau” ganz offensichtlich sowohl im Bauträgergeschäft als auch im Sektor Häuslebau gängige Praxis zu sein scheint, zumindest in Teilen.

ENEV 2016 hier

Übernommen von Baufüsik hier 

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3 Kommentare

  1. Alle Regeln und Vorschriften gehören auf die Landesebene oder Gemeindeebene gelegt….sie können
    in Deutschland, wie in der Eu, voll verschieden sein und Architekten, die ja lokal akkreditiert sind, brauchen KEINE zentrale BERLINER VORSCHRIFTEN. Wir in Sachsen haben vor 1914 rein mit sächsischem Baurecht die Weltkulturerbegebäude erschaffen und mit ZENTRALISTISCHEM Baurecht von oben aus BERLIN hat man nirgendwo Weltkulturerbe gebaut oder geleistet…..
    Soweit zu dem Schwachsinn, von Berlin aus die Länder und Gemeinden zu bevormunden….Ein gutes Neues und zu Berlin: Daumen nach unten…denn dort WIRD SCHLECHT REGIERT in preussischer Überheblichkeit.

  2. Die richtige Überschrift wäre gewesen: „EnEV 2016 macht das Befreien nach § 25 EnEV wegen unbilliger Härte aus wirtschaftlichem Grund noch einfacher!“

    Niemand muß sich diesen Klimaschutzwahn auf eigene Kosten dank § 5 EnEG und Art. 14 GG gefallen lassen – befreit Euch!

    Konrad Fischer
    Hochstadt am Main

  3. „dass man womöglich auf Anforderungen im Brandschutz,“

    n Hamburg, lesbar unter MoPo haben ein paar „gedämmte“ Fassaden gebrannt und viel Glück kam niemand zu Tode. Die Feuerwehr hatte allerdings extreme Probleme den verbauten Undug zu löschen.

    Die Dämmfreunde sind wahnsinnig mit diesen brandgefählichen (sic) Stoffen Menschen in Lebensgefahr zu bringen, klimawahnsinnig.
    Hauptsächlich handelt es sich bei der EnEV um ein Profitprogramm für die Baustoffindustrie und die Handwerksbetriebe und ein Gesundheitsschädigungsprogramm nebst Ausraubprogramm der Eigenheimbesitzer und Mieter, denn rentabel sind die Investitionen nicht, die über Schimmelpilzbildung bereits jetzt für chronische Erkrankungen sorgen.

    Wahnsinnige kann man allerdings mit rationalen Argumenten nicht vom irrsinnigen Tun abhalten. Das geht nur mit Wegsperren.

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