US Wissenschaftler Shukla denunzierte beim Kongress klimaskeptische Kollegen. Sein Schuss geht nach hinten los.

Anthony Watts
[Vorbemerkung des Übersetzers: RICO steht für Racketeer Influenced and Corrupt Organzations (= ein amerikanisches Gesetz gegen organisiertes Verbrechen.]
Gestern wurden Shukla und GMU [?] darüber informiert, dass sie das Interesse eines Komitees des Kongresses erregt haben. Sie wurden schriftlich aufgefordert, Dokumente für eine bevor stehende Untersuchung des Kongresses sicherzustellen und Beweise sichern, dass alle Beschäftigten bei IGES/COLA [?] darüber informiert worden sind, dass sie keine Dokumente vernichten dürfen. Mit der Entwirrung hinter den Kulissen und einer neuen FOIA-Dokumentation, haben Gerüchte über abwegige Verhaltensweise in der Vergangenheit aufzutauchen begonnen, und zwar von ehemaligen Kollegen. Sie zeigen, dass wir es hier mit der gleichen Art ego-induzierter Blindheit zu tun haben könnten, die auch zum Sturz des IPCC-Vorsitzenden Rajendra Pachauri geführt hatte. Die Kombination von WUWT zugespielten Informationen zeigt mir, dass diese Episode für Shukla und GMU noch viel schlimmer werden könnte, bevor es wieder besser wird.


Es geht um mindestens 63,5 Millionen Dollar von der National Science Foundation NSF, wohin dieses Geld geflossen ist, ob es zweckgemäß verwendet worden ist, und er von diesem Geld profitiert hat. Das vordergründige Problem scheint mir zu sein, dass hier ein wenig mehr als „Doppel-Bezüge“ vor sich geht mit diesem Geld als Steve McIntyre in Shukla’s Gold geschrieben hat:

Die Politik der NSF reguliert laut eigenem Anspruch Forschungsgelder für Mitglieder von Universitäten, womit deren Kompensation in einem akademischen Jahr begrenzt wird auf die Höhe des Gehaltes von der Universität. Gleichzeitig wird ihnen gestattet, ihr Gehalt in den Sommermonaten aufzustocken, aber ihre Kompensation muss sich nach der monatlichen Rate ihres Universitäts-Gehaltes richten (die „zwei-Neuntel-Regel“); und zwar folgendermaßen:

611.1 Löhne und Gehälter

a. sämtliche Bezüge, die gegenwärtig oder rückwirkend gezahlt werden von der Interessenvertretung der Mitarbeiter an einem von der NSF unterstützen Projekt während der Zuwendungs-Periode sind erlaubt bis hin zu:

1. Die Gesamtzahlungen an individuelle Mitarbeiter sind angemessen angesichts der geleisteten Arbeit, die mit der etablierten Politik der Organisation konform geht. Sie wird konsistent an Regierungs- und Nicht-Regierungs-Aktivitäten gezahlt; und

2. die Ansprüche für direkt mit NSF-Zuwendungen geleistete Arbeit und andere Arbeiten, für die indirekte Kosten geltend gemacht werden können, sind festgelegt und dokumentiert in den anwendbaren Prinzipien öffentlicher Kosten.

b. Colleges und Universitäten: Abschnitt J.10 des OMB-Zirkulars A-21 legt Kriterien fest für Ausgleichsarbeiten von Fakultätsmitgliedern, die für Regierungsprojekte geleistet werden, während und außerhalb des akademischen Jahres.

Politik der NSF ist:

1. Gehälter im akademischen Jahr: sie basieren auf der individuellen Vergütung der Fakultätsmitglieder für den ununterbrochenen Zeitraum, welcher die Grundlage für die Ausgleichszahlung bildet. Außer wie gewährt im GPM 616.2, Intra-University Consulting erfolgen Zahlungen der Öffentlichen Hand unabhängig von der Grundlage der Berechnung, ob sie nicht den verhältnismäßigen Anteil des Grundgehaltes für diesen Zeitraum überschreiten.

2. Zeiträume außerhalb des akademischen Jahres: Während der Sommermonate oder anderen Zeiträumen, die nicht in der Periode enthalten sind, für die das Grundgehalt gezahlt wird, wird das Gehalt auf monatlicher Basis nicht über das Grundgehalt dividiert durch die Anzahl der Monate in dem Zeitraum, für den das Grundgehalt gezahlt wird, hinausgehen. Die NSF-Politik hinsichtlich Förderung von Sommer-Gehältern (bekannt als die Zwei-Neuntel-Regel der NSF) bleibt unverändert: vorgeschlagene Haushalte sollten nicht fordern – und in den von der NSF genehmigten Etats ist sie auch nicht enthalten – Förderungen für einen individuellen Ermittler, welche über zwei Neuntel des Gehaltes im akademischen Jahr hinausgeht.. Dieses Limit enthält Sommergehälter von allen vom NSF geförderten Zuwendungen.

Andrew Dessler, der wie die meisten Klima-Akademiker strikt leugnet, dass die Forschungsförderung irgendeinen Einfluss auf den Alarmismus hat, hat die oben beschriebene Politik folgendermaßen zusammengefasst:

Texas A&M zahlt 10 Monate meines Gehaltes für meine Lehrtätigkeit. Die anderen beiden Monate meines Gehaltes speisen sich aus Forschungszuwendungen, aber die Universität setzt das Geld, das ich während dieser zwei Monate bekomme, gleich der monatlichen Rate, die mir die Universität während der anderen 10 Monate zahlt. Folglich hat der weitaus größere Teil meines Einkommens keinen Bezug zu Forschung.

Es gibt noch viele andere Verpflichtungen für Empfänger öffentlicher Forschungszuwendungen, von denen viele im Manual der NSF-Zuwendungen zusammengefasst sind.

Politik der George Mason University

Shukla war Mitarbeiter in der Fakultät der George Mason University seit 1993 (von 1984 bis 1992 war er an der University of Maryland tätig). Während dieser Zeit hat er öffentliche Zuwendungen erhalten, sowohl im Namen der George Mason University als auch vom Institute for Global Environment and Security Inc. (Diskussion weiter unten).

Die George Mason Universität verfolgt wie die meisten Universitäten eine Politik zu Interessenkonflikten (hier), einschließlich einer detaillierten Politik hinsichtlich Interessenkonflikten bzgl. öffentlich geförderter Forschung (hier). Im Rahmen dieser Politik werden „ehrenamtliche Tätigkeiten“ [non-profits] als „Business“ klassifiziert, ein Vorgehen, das sehr geschickt ist, wenn hohe Gehälter von Insidern zurückgezogen werden aus einer closely-held [?] „ehrenamtlichen Tätigkeit“:

Business“ bedeutet ein Unternehmen, eine Partnerschaft oder jedwede kommerzielle Institution die eine Tätigkeit ausüben, sei sie nun kommerziell oder nicht.

Die Politik zu Interessenkonflikten der Universität erfordern den umfassenden und formellen Ausschluss von persönlichen und familiären finanziellen Interessen zum Büro oder zu gesponserten Programmen.

Diese Politik betrifft jede Person, die verantwortlich ist für die Art, Durchführung und Berichterstattung über jedwede Forschungen, die von einer öffentlichen Agentur gefördert werden. Außerdem die in dieser Politik als institutionelle Funktionäre gelisteten verantwortlichen Parteien, die dem Zweck der Implementierung, der Inkraftsetzung und der Berichterstattung dienen.

Finanzieller Interessenkonflikt (FCOI) bedeutet ein signifikantes finanzielles Interesse (SFI), welches direkt und bedeutend Art, Durchführung oder Berichterstattung der öffentlich geförderten Forschung enthält.

Signifikantes finanzielles Interesse (SFI)“ bedeutet ein finanzielles Interesse, dass eine oder mehr der folgenden Interessen des Ermittlers enthält (und/oder die Ehefrau sowie von ihm abhängige Kinder des Ermittlers), die nachvollziehbar verbunden sind mit den institutionellen Verantwortlichkeiten des Ermittlers:

Ermittler, die irgendwelche öffentliche Mittel für die Forschung beantragen, müssen bestimmte finanzielle Interessen (FSIs) offenlegen, die mit dieser Forschung in Verbindung stehen. Im besonderen muss jeder Ermittler eine Liste seiner bekannten FSIs vorlegen, die sich auf die institutionellen Verantwortlichkeiten des Ermittlers beziehen.

Als Teil der Verantwortlichkeit der Universität für öffentliche Zuwendungen muss jeder Ermittler beurkunden, dass (1) er keine solchen Interessen hat, oder (2) dass er solche Interessen hat, diese aber im Zuge des Verfahrens an der Institution angegeben hat. Das Büro der gesponserten Programme ist für die Zertifizierung des Ermittlers verantwortlich.

Wie man also sieht, gibt es strikte Regeln, wie dieses Geld verwendet werden darf. McIntyre fügt Kommentare hinzu, die zusätzlich zur Vetternwirtschaft zeigen, dass es eine Reihe von Freunden und Verwandten gibt, die alle von diesen NSF-Zuwendungen profitieren:

Zahlungen an Shukla

Trotz der zahlreichen Änderungen der Struktur der Zuwendungen waren eine Konstante (oder vielmehr eine stetig steigende Geldmenge) die vielen Quellen der Zahlungen an Shukla und seine Frau.

Im Jahre 2001, dem ersten Jahr, das bisher öffentlich zugänglich ist, erhielten Shukla und seine Frau zusätzlich zu ihrem Gehalt von der Universität (nicht bekannt, vermutlich aber etwa 125.000 Dollar) weitere 214.496 Dollar vom IGES (Shukla 128.796 Dollar, Anne Shukla 85.700 Dollar). Die Ausgleichszahlungen für sie gemeinsam von IGES verdoppelten sich während der folgenden beiden Jahre auf etwa 400.000 Dollar (zusätzlich zu Shuklas Universitätsgehalt von vermutlich 130.000 Dollar). Insgesamt ergeben sich also Zahlungen an ihn in Höhe von 530.000 Dollar bis zum Jahr 2004.

Shuklas Universitätsgehalt stieg im Verlauf des Jahrzehnts dramatisch und erreichte 25.866 Dollar bis 2013 und 314.000 Dollar bis 2014. (In diesem Jahr erhielt Shukla schon viel mehr Geld als Ed Wegman, ein Professor an der George Mason ähnlichen Kalibers). Inzwischen war das Einkommen der Shuklas trotz der offensichtlichen Transition von IGES an George Mason weiterhin gestiegen und erreichte im Jahr 2013 547.000 Dollar. Zusammen mit Shuklas Universitätsgehalt überstieg das Einkommen von Shukla und seiner Frau sowohl 2013 als auch 2014 800.000 Dollar. Außerdem, wie oben schon erwähnt, war Shuklas Tochter im Jahre 2014 weiterhin beim IGES beschäftigt; auch gab IGES 100.000 Dollar aus seinen Klima-Zuwendungen, um eine wohltätige Bildungseinrichtung in Indien zu unterstützen, die Shukla gegründet hatte.

Diskussion

Es gibt eine überraschende Verbindung zwischen der Abteilung bei George Mason und einem meiner frühesten Kontrahenten in der NSF, David Verardo, Manns Erfüllungsgehilfe bei der NSF, der ihm im Jahre 2003 mitgeteilt hatte, dass er mir keine Daten zur Verfügung stellen müsse – dass Mann seiner Ansicht bzgl.Klima folgte und ich meiner. Verardos Frau Stacey Verardo ist eine Kollegin von Shukla, Kinter, Klinger und den Anderen im AOES-Department an der George Mason, während Verardo selbst Mitglied der Adjunct Faculty an der George Mason ist.

Was ist von all dem der wichtigste Punkt?

Es gibt offensichtlich ein Jahresgehalt von 800.000 Dollar und eine Organisation voller Familienmitglieder der Shuklas, die fast überhaupt keine Ergebnisse für die erhaltenen Millionen geliefert hat. Selbst die NSF räumt auf ihrer eigenen Website ein, dass nur eine einzige Studie erzeugt worden ist mit Zuwendungen in Höhe von 4,2 Millionen Dollar (hier).

Überdenken Sie einfach mal, was Klimaskeptiker mit so viel Geld tun könnten – anstatt des vermeintlichen sprichwörtlichen Schecks von „Big Oil“, den zu bekommen man uns so oft unterstellt.

Neben den Bundesgesetzen in Verbindung mit Zuwendungen der NSF sind ein weiterer wirklicher Korken der ganzen Sache die Gesetze, denen staatlich Bedienstete zu folgen haben: Staatsbedienstete dürfen keine Zahlungen eines anderen Arbeitgebers erhalten für Arbeiten, die Teil ihres Aufgabengebietes als Staatsbediensteter sind. In diesem Falle würde das wissenschaftliche Forschung einschließen durch einen Professor (einem staatlich Angestellten), d. h. Shukla selbst.

Es scheint, dass dieser Punkt von GMU eine Zeitlang übersehen worden ist, aber es gibt Hinweise, dass jemand das herauf dämmernde Problem erkannt hat, das droht, den ganzen Zug des Absahnens zum Entgleisen zu bringen, und einige Änderungen vorgenommen hat.

Was man bis hier festhalten kann ist, dass alle NSF-Zuwendungen vor 2013 durch Shuklas IGES-Organisation geflossen sind zur Unter-Organisation COLA. Jetzt umgehen die NSF-Zuwendungen das IGES und fließen direkt an die GMU und COLA.

Der Kommentator „lokenbr“ schrieb gestern bei WUWT:

Es ist fast so, als ob jemand die ungeeignete Natur des früheren Arrangements erkannt und dieses geschlossen hätte.

Trotz des im Mai 2015 veröffentlichten Schemas A, zusammen mit einer Aussage über finanzielle Interessen durch COLA-Direktor James Kinter scheint es, als ob es sich immer noch um ein und dieselbe Institution handelt:

Quelle: Kinter, James – SOEI – 2015 (PDF)

Der ehemalige Klimatologe Dr. Pat Michaels, angestellt an der Virginia State University, schrieb vor ein paar Tagen auf WUWT (Hervorhebung von mir):

Es scheint, als ob es einen Überhang von etwa 31,5 Millionen Dollar gibt (die Hälfte von 63 Millionen), die an GMU hätten fließen sollen. Aber die Zuwendungen liefen durch das Beratungsunternehmen, eine klare Verletzung der Regeln für staatlich Beschäftigte. Stattdessen mussten die Steuerzahler in Virginia dieses Geld aufbringen.

Das Formular 990 von IGES zeigt, dass Shukla 28 Stunden pro Woche dafür gearbeitet hat. Dies ist nur möglich, falls der Dekan einen Überhang jenseits der acht Stunden erlaubt hatte.

Der Dekan der GMU-Fakultät musste um die Größenordnung des Geldes gewusst haben, das via IGES an die Shukla-Familie geflossen ist.

Der Kanzler von GMU musste dies wissen, weil kein Dekan es zulassen würde, dass all dieser Überhang nicht an seine Universität fließt.

Vielleicht wusste es der Präsident.

Die NSF musste es wissen.

Die NOAA musste es wissen.

Die NASA musste es wissen.

Offensichtlich hat jede einzelne dieser Organisationen sich über dem Gesetz stehend gefühlt. Möglicherweise haben wir es hier mit dem größten Wissenschafts-Skandal der US-Geschichte zu tun.

Man beachte: Der ursprünglichen Veröffentlichung dieses Beitrags fehlte ein Bild und eine Aussage von Pat Michaels infolge eines Fehlers des Operators beim Betätigen der Speicher-Taste. Die fehlenden Elemente wurden innerhalb weniger Minuten hinzugefügt. Einige Rechtschreibfehler und Formatierungen wurde korrigiert und ein Link zu Kinters SOEI hinzugefügt.

Link: http://wattsupwiththat.com/2015/10/02/jagadish-shuklas-rico20-blunder-may-have-opened-the-largest-science-scandal-in-us-history/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

Bemerkung des Übersetzers obigen Textes: Er enthält eine Fülle von Abkürzungen, die ich öfter nicht aufschlüsseln konnte. Ein Internet-Link brachte nichts dazu. Ich muss sie hier also einfach mal stehen lassen. – C. F.

Ein guter Link zu einer aufgeschlüsselten Übersicht der geflossenen Gelder findet sich hier:

http://twitchy.com/2015/09/22/can-the-taxpayer-financed-rico20-climate-scam-get-worse-oh-yeah-millions-and-millions-worse/

Wegen Unsicherheit bzgl. Copyright traue ich mich nicht an eine Übersetzung. Aber der Inhalt spricht für sich. – C. F.

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3 Kommentar(e)

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1
Stephan Bujnoch

Racketeer mit Erpressung zu übersetzen ist mehr als abenteuerlich. Mit Racketeering ist das gemeint, was in unsrem Land "organisiertes Verbrechen" genannt wird!

2

Hallo Herr Frey,

sehe gerade, dass Sie auch bei Iges/Cola ein Fragezeichen setzten.
Hier der Link zur Erläuterung dieser "ehrenwerten Gesellschaften"...pure Dogmatiker passt besser.

http://www.iges.org/home.html
lG
Krause

3

Hallo Herr Frey,

gmu = George Mason University

lg
Krause