Das Schweigen der Strom-Bosse

Das Schweigen der Bosse Bild Fotolia Jeanette Dietl

von Dr. Willy Marth
Im vielstimmigen, zuweilen schrillen, Chor der Diskutanten um die Energiewende und den Atomausstieg vermisst man den Beitrag der Chefs der großen deutschen Stromkonzerne. Aufgrund ihrer Position und der ihnen zugänglichen Informationen könnten sie argumentative Leitplanken setzen – aber sie wollen offenbar nicht. Das erstaunt, denn immerhin geht es bei der Umsetzung der Energiewende um das Wohl und Wehe ihrer Firmen, von denen RWE und E.ON schon nah am Rande der Insolvenz stehen sollen.


Noch am ehesten versteht man das Schweigen von Frank Mastiaux, dem Vorstandsvorsitzenden der EnBW. Dieses Unternehmen ist (nach dem Rückkauf des Aktienpakets von EdF) praktisch zu 99 Prozent im öffentlichen Besitz. Und da Baden-Württemberg seit 2011 von einer grün-roten Koalition regiert wird, ist sein gestalterischer Spielraum relativ gering. Außerdem mag er das Schicksal seines Vorgängers Utz Claassen im Gedächtnis haben, der nach etlichen Kontroversen mit den Gesellschaftern seinen Job nicht ganz freiwillig aufgeben musste und seitdem nichts Äquivalentes mehr gefunden hat. Auch die Manager von Vattenfall lasse ich aus der Betrachtung, die auf ihre Chefs in Stockholm zu hören haben und sich offensichtlich aus Deutschland zurückziehen wollen.

Schmerzlich vermisst man allerdings den rhetorischen Input von Peter Terium und Johannes Teyssen, beides Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Energieversorgungsunternehmen RWE und E.ON mit einem addierten Jahresgehalt von 11 Millionen Euro.  Sie lassen sich allenfalls gelegentlich in überregionalen Zeitungen zu Einzelthemen ihres Konzerns vernehmen; in den jährlichen Aktionärsversammlungen behaupten sie, voll hinter der Energiepolitik der Bundesregierung zu stehen. In der kritischen medialen Öffentlichkeit lassen sich Terium und Teyssen (abgekürzt T+T) vielfach unqualifiziert verdächtigen und beschimpfen, ohne eigene stichhaltige Argumente vernehmbar dagegen zu setzen. Einige Beispiele dafür möchte ich in den folgenden Abschnitten kurz anreißen. 

Fehlerhaftes Konstrukt Energiewende

Die sogenannte Energiewende, von der Bundesregierung eingeläutet im März 2011 nach Fukushima und in Gesetze gegossen im Juni des gleichen Jahres ist mißkonstruiert. Die Abschaltung von acht großen Kernkraftwerke geschah spontan und ohne jegliche Absprache mit unseren EVU-Parntnern im europäischen Netzverbund. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit starker Ausrichtung auf die Nutzung von Wind und Sonne hat viele strukturelle Mängel.

T+T hätten die Bundesregierung öffentlichkeitswirksam darauf aufmerksam machen müssen…

–  dass die sofortige Abschaltung von acht Kernkraftwerken (sog. Moratorium) ohne technische Begründung dem Wortlaut des Atomgesetzes entgegen steht und daher gesetzeswidrig war…

–  dass das EEG ein reines Subventionsgesetz ohne jeden wettbewerbswirtschaftlichen Anreiz ist und deshalb nicht in das energiewirtschaftliche Konzept der Bundesrepublik passt…

–  dass derzeit jährlich 25 Milliarden an Umlagekosten von den Stromkunden aufgebracht werden muss mit steigender Tendenz…

–  dass das Festhalten an der Brennelementesteuer trotz Rücknahme der Laufzeitverlängerung vom Herbst 2010 illegitim war…

–  dass der "Flatterstrom" aus Wind und Sonne ohne saisonale Speicher zum erhöhten Einsatz der Kohlekraftwerke und zur Instabilität des Stromnetzes führen musste…

–  und, dass alles insgesamt die großen Stromkonzerne in die Nähe des Bankrotts bringen kann.

Dauerthema Entsorgung

Unter Entsorgung versteht man den Rückbau der Kernkraftwerke und die Verbringung der radioaktiven Abfälle in die Endläger. Von den Gegnern der Kernenergie – insbesondere im Ministerium Gabriel – wird immer wieder unterstellt, dass dies technisch nicht möglich sei, bzw. die finanziellen Mittel dafür nicht ausreichen würden. Beides ist beweisbar falsch. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn von den Manager der Stromkonzerne dies besser kommuniziert worden wäre.

T+T hätten die Bundesregierung öffentlichkeitswirksam darauf aufmerksam machen müssen…

–  dass die Verantwortung für die Entsorgung insoweit zweigeteilt ist, als die EVU für den Rückbau ihrer Kernkraftwerke zuständig sind und die Bundesregierung – qua Atomgesetz – für die Bereitstellung der Endläger…

–  dass für den Rückbau der Atomkraftwerke hinreichend technische Erfahrungen vorliegen…

–  dass aber die Bundesregierung (nach der voreiligen Aufgabe von Gorleben) noch kein alternatives Endlager vorzuweisen hat und…

–  dass die rückgestellten 37 Milliarden Euro für die komplette Entsorgung aus heutiger Sicht voll ausreichend sind.

Fazit

Die beiden Vorstandsvorsitzenden Terium und Teyssen von RWE und E.ON meiden ganz offenkundig die öffentlichkeitswirksame Diskussion ihrer Angelegenheiten mit ranghohen Politikern. Dadurch entsteht in der Öffentlichkeit ein unzutreffendes Bild über die Auswirkungen der Energiewende und des Atomausstiegs. Zu vielen negativen Unterstellungen der Politiker zu Energiefragen schweigen sie einfach. Sie sind zu lammfromm. Was dabei herauskommt ist: das Schweigen der Lämmer.

Übernommen vom Rentnerblog hier 

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23 Kommentar(e)

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1
Werner Geiselhart

Dazu passt eine Meldung in der Schwäbischen Zeitung:
Durch den Atomausstieg geraten die oberschwäbischen Landkreise in finanzielle Schieflage, die über die OEW Hauptanteilseigner bei der EnBW sind. Aber Schuld ist natürlich nicht die sinnlose Energiewende, sondern die Rückbaukosten für die bösen AKWs.Da wird wieder mal die Ursache durch die Wirkung ersetzt, eine beliebte Finte der grün/roten Systemveränderer.

2

In welcher finanziellen Verfassung EON und RWE wirklich sind ,ist für den Außenstehenden leider nicht erkenntlich.Was wir auch nicht wissen ,ist die Frage wem dienen die beiden Vorstände wirklich?Nachdem was sie so treiben ,könnte man den Eindruck gewinnen sie haben den Auftrag die beiden Konzerne zu zerschlagen ,damit die Reste billig an Heuschrecken verramscht werden können.Bekanntlich mußten die beiden früheren Vorstände abtreten,da sie sich mit Merkel nicht "verstanden".Seit einiger Zeit taucht der Begriff "Primat der Politik" auf,der besonders gern von Grillo dem BDI Präsidenten verwendet wird.Das ist alles sehr merkwürdig.Interessant ist in diesem Zusammenhang,daß die Gewerkschaften bei diesem üblen Spiel mitspielen und sogar die Belegschaften gegen ihre Arbeitsplätze demonstrieren lassen.Wer sich da beteiligt hatte weiß ich nicht,aber die Diagnose ist sicher.Germany must perrish.

3

@Michael Martens #19
Nicht nur der einzelne Bürger wird die Preissteigerungen beim Strom und Wohnen merken. Es ist auch für die gesamte Volkswirtschaft fatal, wenn der Konsument immer weniger Geld zum Konsumieren übrig hat.
Wenn der Bürger in Zukunft von seinen immer weniger werdenden Netto Einkommen immer mehr für Strom, Wärme, Wohnen und Nahrung ausgeben muss, also für grundlegende Existenzgüter, dann wird auch immer weniger an Netto für die restlichen Volkswirtschaft Konsumbranchen zum Ausgeben übrig bleiben.
Auch ein immer mehr an Verschuldung wird die zukünftige Lage in Deutschland nicht besser machen.

Für mich ist die spannende Frage in der Zukunft, was kommt nach EON; RWE und ENBW....drängt EdF mehr in den Markt oder gibt es schon einen US Investor, der nur darauf wartet...unter den Zeichen von TTIP...wird Tschechien und Polen evtl. auch die Niederlande und Belgien vom Untergang der Stromerzeugung in Deutschland pofetieren...steht Russland schon in den Startlöchern...
Auf jeden Fall werden es schon einiger "Geier" sein, die über den Kranken Energiewendepatienten Deutschland kreisen.

4

@Johannes Igel #18
Auch für Sie gilt...lesen Sie das Landtagswahlprogramm der AfD Baden-Württemberg. Und dann überdenken Sie nochmal ihre Aussage. Danke!

5
Michael Martens

@Hofmann,M: Natürlich ist es eine Katastrophe für Deutschland, dass sich die eigene Energiewirtschaft im freien Fall befindet. Ich wollte nur darstellen, dass die Gründe hierfür zum Großteil auch im unfähigen Management dieser noch-Konzerne zu suchen sind. Es ist eben keine gute Strategie, in kraftstrotzenden Jahren arrogant erst die Kunden (Bernotat sinngemäß: "es kann nicht sein, dass der Strom für Familien weniger als eine Kugel Eis am Tage kostet") und danach selbst die eigenen Mitarbeiter übel zu verhöhnen (Mitarbeiter in Regensburg bekamen das generöse Angebot, sich doch gerne auf ihre zuvor nach Rumänien verlagerten Stellen, allerdings natürlich zu landestypischen Arbeitsbedingungen, bewerben zu dürfen). Hochmut kommt stets vor dem Fall. Und natürlich sind auch die Auswirkungen der mehr als hirnlosen "Stromwende" mit für den Niedergang verantwortlich. Aktuelles Beispiel: immer wenn man glaubt es geht nicht schlimmer, dann wird die deutsche Politik aktiv und setzt dem ganzen noch die Krone auf -> aktuell strickt man im Wirtschaftsministerium an einer Verordnung, damit sogenannte "Investoren in Erneuerbare" (treffender "Subventionsabzocker")sich auch dann an den Früchten des deutschen EEG-Subventionskarussells laben können, wenn ihre Windparks und PV-Anlagen im europäischen Ausland stehen. Noch nicht mal der so subventionierte Strom muss dafür in Deutschland ankommen. Und nun raten Sie mal, wer wieder die Rechnung für diesen groben Unfug zahlen wird? Richtig, der deutschen Michel, also der Depp vom Dienst! Aber er hat schließlich diese "Experten" in Berlin auch gewählt, also bekommt er genau was er verdient!

6

Ich finde es schon erstaunlich, dass der Kommentar der Postings die AfD als Erneuerer der Energiewende darstellen will. Die Fakten zeigen deutlich, dass die AfD die Energiewende nur anders bezeichnen will, aber im Kern beibehalten will.
Des Weiteren finde ich es erstaunlich, dass die Kritiker der Energiewende sich für eine politische Partei einsetzen, die eindeutig rechtsextremistische Grundsätze vertritt.
Das die gute Arbeit, die bisher auf dieser Website dargestellt wurde, diskreditiert wird.

7

@Michael Martens
Und wenn wir uns in die Zukunft denken, dann wird bis zum Jahr 2020 kein EON, RWE oder ENBW Konzern mehr in Deutschland vorhanden sein. Die Kernkraft steht vor dem Aus und die Kohle- und die Gaskraft vor dem Scherbenhaufen einer zusammenbrechenden Energiewende/EEG Subvention.
Das Stromerzeugungsgeschäft ist somit in Deutschland gänzlich zusammengebrochen und hat sich entweder ins Ausland verlagert oder ist in Mangel und Armut für die Gesellschaft aufgegangen.
Nutznießer dieser markt- und damit gesellschaftsfeindlichen Energiewende = EEG ist somit das Ausland. Und hier wird in Zukunft die EdF aus Frankreich den Ton bei der Stromerzeugung und Versorgung in Mitteleuropa angeben. Auch England und auch Polen und Tschechien werden zum Zusammenbruch der Deutschen Stromerzeugung profetieren.
Vattenfall zieht sich nach Schweden zurück und wird sich dann andere Länder in Europa suchen (evtl. Polen) von denen dieser Konzern aus dann Strom auch für den Deutschen Markt prodzieren wird. EdF wird seine Kernkraft ausbauen, weil ja nach dem Aus von EON; RWE und ENBW keine deutschen Stromerzeuger mehr für den Deutschen Markt da sind.
Und der Deutsche Staat wird damit komplett überfordert sein. Also wird man sich ans Ausland wenden. Es kann auch sein, dass Frankreich dann in Deutschland selbst Stromerzeugung betreibt. Und wenn die Strom-Versorgungs-Not so richtig groß ist in Deutschland, dann werden sich auch die deutschen politischen Rahmenbedingung von heute auf morgen wieder ändern. Und es wird dann auf einmal dazu kommen können, dass EdF in Deutschland die stillgelegten Kernkraftwerke wieder hochfährt und nicht zurückbaut.
Es wird sich auf jeden Fall gewaltig etwas ändern im Europäischen Stromerzeugungskräftemessen zwischen dem politischen Anti-Kernkraftland Deutschland und dem politischen Pro-Kernkraftland Frankreich.
Und Frankreich hat die wirtschaftliche Vernunft und den technsichen Verstand weiterhin auf seiner Seite.
Außerdem hat Frankreich noch starke Kernkraftverbündete in Europa. England, Skandinavien, Osteuropa und Spanien. Weiterhin wird England und Frankreich als Nuklearmacht schon auf die Kernkraft nicht verzichten. Auch die Nuklearmedizin spielt eine bedeutende Rolle in diesen Ländern.
Deutschland hat sich mit der Energiewende und vor allem mit der Verabschiedung aus der Kernkraft selbst aus den zukünftigen Energie-Wirtschaftsrennen genommen. In Deutschland herrscht damit Stillstand und Rückschritt. Und wer in der zukünftigen Wirtschaftswelt will schon etwas mit einen rückständigen und an Mangel und Armut hervortuenden Land (Volkswirtschaft) zu tun haben?!
Deutschland schwächt sich mit der Energiewende und dem Kernkraftaustieg selbst und meint aus dieser Schwächung heraus anderen Ländern ein Vorbild zu sein. Ganz schön verrückt, oder?!

8

@Werner Geiselhart #12
Ich glaube Sie haben noch richtig die politische Realtiät in Deutschland erfasst.
Es sitzt doch bereits eine Grün-Sozialistische Regierung unter der Führung der Merkel an der Regierung.
Es wird doch unter der Merkel keine Verstand und Vernunft Politik einer Werte Union betrieben, sondern eine Rot-Rot-Grüne Volks-Wert-Vernichtung-Politik.
Eine bessere oder schlimmere Politik gegen das Wohl unserer Gesellschaft hätte auch nicht eine Rot-Rot-Grüne Regierung unter Siggi Gabriel zustande kommen können.
Diese Merkel Union vertritt die Ideologie der Rot-Rot-Grünen im Bundestag...Energiewende und Asylpolitik sprechen hier eine eindeutige Sprache.
Danke!

9

aus der bisherigen Diskussion läßt sich schon eines ziemlich gut erkennen:
Keine politische Partei kann Fragen der Energiewirtschaft lösen.

Politiker können über Flüchtlingszahlen, Renten, Sozialhilfe und Datenschutz entscheiden und damit im günstigen Fall auch Probleme lösen.
Aber Strom- und Wärmewirtschaft können nur in Zusammenarbeit von Ingenieuren (Technische Lösungen) und Experten der Marktwirtschaft (Finanzierung) effektiv gestaltet werden.
Die letztgenannten Spezies gründen keine Parteien...

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Kleine Kritik an Dr. Marths überzeugenden Artikel:

"- dass das EEG ein reines Subventionsgesetz ohne jeden wettbewerbswirtschaftlichen Anreiz ist und deshalb nicht in das energiewirtschaftliche Konzept der Bundesrepublik passt...".

Die Bundesregierung hat kein energiewirtschaftliches Konzept!

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Lieber Herr Geiselhart,

wenn man bei der Bundes-AfD reinschaut wie von M.L. #4 empfohlen
http://tinyurl.com/od9bw9n
hat man in etwa den gleichen Eindruck wie bei der AfD-Bremen. Hoffentlich tut sich da noch etwas !
Die da mitarbeiten liegen vor dem Mainstream auf dem Boden weil sie gewählt werden wollen und natürlich auch einer jahrzehntelangen Indoktrination ausgesetzt waren.
Aus dieser Situation kann sich eine Bevölkerung
nur über einen Bürgerkrieg befreien oder man gleitet ab in die Diktatur. Ich hoffe das Deutschland noch zur Besinnung kommt.

Beste Grüße
Horst Maler

12
Michael Martens

Die Schuld ausschließlich den Grünen in die Schuhe zu schieben machte es diesen „Bossen“ zu einfach. Beispiel E.ON: Seit der Pensionierung eines Hans Dieter Harig und spätestens seit der nachfolgenden Zerschlagung der E.ON Energie AG in München und dem Ausscheiden von Hartmann reihte sich ab Bernotat im oberen Management gravierende Fehlentscheidung an gravierende Fehlentscheidung. Und nachdem der Elfenbeinturm in Düsseldorf (der vorherige Gemischtwarenladen) die Zuständigkeit für das Stromgeschäft vollständig an sich und seine Experten gerissen hatte, die Töchter bis auf den letzten Cent ausgequetscht wurden, wurde das Geld geradezu in Unmengen verbrannt.
Nach dem größenwahnsinnigen Endesa-Kaufrausch (E.ON sollte heute noch dem lieben Gott danken, dass das scheiterte) kannte die Geldvernichtung keine Grenzen mehr. Man warf es im ganz großen Stil für wenig durchdachte Projekte in Russland, Italien, Spanien, Brasilien und der Türkei zum Fenster hinaus.
Gerade so, als würde die ganze Welt nur darauf warten, dass endlich E.ON kommt und die fette Kohle einstreicht. Gleich 5 – 7 Mrd € setze man bei Höchstkursen für Aktienrückkäufe ein. Als dann der Kurs absackte, stoppte man die Rückkaufaktion (scheinbar hatte man plötzlich Angst davor bekommen, zuviel Aktie je € zu erhalten). Der Konzern saß einmal auf Barmitteln in Höhe von ca. 20 Mrd. €. Dann meinte ein findiger Finanzvorstand (der von einer Heuschrecke kam und inzwischen nach getaner Arbeit zu einer solchen zurück gekehrt ist) die „wirtschaftliche Verschuldung“ zur Verbesserung der Bilanzstruktur erhöhen zu müssen. Ersteres Ziel wurde bekanntlich nachhaltig übererfüllt.
Es folgten hirnrissige Verkäufe: u.a. die vormals als „Ertragsperle des Konzerns“ höchst gepriesene Thüga musste weg und mit ihr sichere Einnahmen. Die Ruhrgas wurde zerstört. Das Übertragungsnetz musste weg, weil man der Meinung war, die sich abzeichnenden Investitionsverpflichtungen in Offshoreanbindungen und Netzausbau seinen mit den garantierten 9 % Rendite zu negativ für das erfolgsverwöhnte Konzernportfolio, wo 13 % als absolutes Minimum galten.
Aber wer im Düsseldorfer ehemaligen Gemischtwarenladen durchblickte schon fachlich, dass man dadurch gleichzeitig auch zahlreiche Synergien in der Erzeugung auslöschte.
Die sichere Bank Wasserkraft wurde nach Österreich verkauft, um dafür Wagnisbeteiligungen in der Türkei zu erhalten. Usw., usw. Heute ist der Katzenjammer groß. Kaum stotterten nach dem Aus für die Kernkraft die Gelddruckmaschinen im deutschen Heimatmarkt (dessen komfortablen Gewinne stets unter der Kategorie „Zentraleuropa“ verschleiert wurden) zeigt sich, dass E.ON schlicht keinen Plan für Geschäfte mit echter Konkurrenz hat. Jetzt klammert man sich verzweifelt an „Erneuerbare“, doch sobald das Subventionskarussell kollabieren wird, und das kommt mit mathematischer Gewissheit, ist es auch damit vorbei. Fazit: wenn man von den heutigen Strom-Bossen nichts mehr hört, dann schlicht auch deshalb, wie sie absolut keinen Plan haben.

13
Werner Geiselhart

@#4: Horst Maler
Wie Sie sagen, ist die AfD auch keine Alternative, weder im Bund und schon gar nicht in Bremen.
Die Bundes-AfD hat ja gar nichts gegen die Subventionierung der Flatterstromerzeuger, sie will diese nur über Steuern laufen lassen, was ein noch größerer Unsinn ist. Beim Stromverbrauch kann ich wenigstens noch selbst was machen, bei den Steuern habe ich gar keinen Einfluß mehr und das Ganze würde noch bürokratischer und undurchsichtiger wie bisher. In Punkto Kernenergie und Gentechnik machen die den gleichen verstrahlten Eindruck wie die Grünen.
Der Bremer AfD-Erguss unterscheidet sich in keinster Weise von den rot/grünen Heilsbotschaften.
Die einzigen Hoffnungsträger sehe ich in bestimmten Kreisen der CDU, wo es noch ein paar vernünftige Leute gibt, die hoffentlich nach dem Ende der Merkel-Ära (demnächst) wieder mehr Einfluß haben werden. Auch aus der FDP hört man einige hoffnungsvolle Stimmen.
Das allerschlimmste wäre natürlich eine rot-rot-grüne Diktatur nach der nächsten Bundestagswahl.
Wie heißt doch der schöne Spruch "Und Gott sprach, seid ruhig und gelassen, es könnte schlimmer kommen. Und sie waren ruhig und gelassen, und es kam schlimmer"

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zu #9 Gerald Pesch:
Gar nicht zu verstehen ist, dass jetzt wenigstens die Automobilkonzerne sich nicht geschlossen gegen die CO2-Verleumdung wehren und so ein Zeichen setzen.

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@Horst Maler und andere

Geht mal auf die AfD Seite von Baden-Württemberg und schaut euch das Landtagswahlprogramm 2016 an. Unter Punkt X findet man den Energiepolitischen Teil.
Bremen, Hamburg und andere "Kleinstaaten" spielen bei der Bundesweiten AfD keine große Rolle. Wichtig ist, dass die AfD BW als Flächenland und Industrieland damit angefangen hat, die Energiepolitik wieder in den Volkswirtschaftlichen Mittelpunkt von wirtschaftlicher Vernunft und Marktverstand zu stellen.
Auch die Thüringer AfD und die Sachsen wie auch Brandenburgische AfD wendet sich immer mehr gegen diesen Energiewende Irrsinn. Auch Youtube kann man sich einige AfD Debatten (Stellungnahmen) in den Verschiedenen Landtagen zu diesen Thema anschauen.
In der Energiepolitik wird genauso zum Schluss die Wahrheit = Realität über die Ideologie siegen. Man kann nicht auf Dauer ein System Zwangssubventionieren lassen....so ein System wird in sich zusammenbrechen. Und dies sieht man bereits an der wirtschaftlichen Schieflage der großen Energiekonzerne (EON, RWE und ENBW). Auch Vattenfall zieht sich aus Deutschland zurück und hinterlässt besonders in Ostdeutschland (Lausitz usw.) eine tiefe Lücke (Arbeitlosigkeit).
Die Bürger wachen jetzt immer schneller auf wo es an die eigene Existenz geht. Auch die Stadtwerke in Deutschland haben mit dem Wirtschaftlichen Überleben zu kämpfen.
Und selbst in Bremen oder an der gesamten Ost- und Nordseeküste brechen nach und nach die EE-Arbeitsplätze weg.
Die Energiewende mit ihrem marktfeindlichen EEG vernichtet somit nicht nur die mehrwertschöpfende Kraftwerksbranche (Kohle, Gas und Kernkraft) sondern nebenbei auch noch die eigene Erneuerbare Energiebranche.
Und ich vertraue mal darauf, dass in der AfD der Verstand und die Vernunft überwiegt und man diese Fehlentwicklung in der Deutschen Energiepolitik erkennt bzw. erkannt hat und entsprechend eine Alternative zu der Energiewende mit ihrem marktfeindlichen EEG entwickelt.
Und das was im baden-württembergischen Wahlprogramm für 2016 unter Punkt X (Energiepolitik) steht, lässt mich hoffen.

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Die "Energiewende" hat ihr Ziel erreicht.
SPON heute: Energiekonzern in der Krise: E.on verbucht Rekordverlust von sieben Milliarden Euro

Wie aus gut unterrichteten Kreise zu vernehmen ist, gibt es heute Abend bei Trittin Freibier für alle EE-Freunde. Was in zwei Weltkriegen nicht gelungen ist, die Grünen haben es geschafft: die Deutsche Energiewirtschaft zerschlagen.

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@ #4 H. Maler

"Sie können sehen, dass die AfD keinen Sachverstand in der Sache hat."
In Bezug auf den Vertreter Hamburgs im besagten Ausschuß stimmt Ihre Behauptung.

Die AfD ist allerdings als ernst zu nehmende Alternative am Ende, wenn Olaf henkel bereits von einer NPD-light spricht. Wobei bekanntlich die NPD von den Verfassungsschützern unterwandert wurde. Insofern brauche ich mir in HH nur Herrn Nockemann anschauen um zu wissen wo die AfD einzunorden ist, nachdem eine Petry und ein Gauland Lucke weggemobbt haben.

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Lieber Herr Hofmann,

hier die Aussagen der Bundes-AfD zur Energiepolitik

Wir fordern ein nachhaltiges Energiekonzept für bezahlbare Energie. Es ist unzumutbar, dass die Bevölkerung mit drastisch steigenden Preisen für die kopf- und konzeptionslose Politik der Bundesregierung büßen muss.
Wir fordern eine Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Es ist unsozial, Subventionen für Sonnen- und Windenergie durch die Strompreise zu finanzieren.
Wir fordern, dass Subventionen für erneuerbare Energien stattdessen aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden. Es muss offen gelegt werden, welche Energieart wie stark subventioniert wird.

Und hier die aussagen der AfD-Bremen

Energie
-------
Moderne Stromversorgung kommt von See. Sechs Offshore-Windparks sind
bereits in der Nordsee in Betrieb und leisten mit fast 1.000 Megawatt etwa
so viel wie ein konventionelles Kraftwerk, sechs weitere Windparks sind im
Bau und mehr als doppelt so viele geplant. Das Land Bremen hat an dieser
energiepolitischen Entwicklung maßgeblichen Anteil, denn Bremerhaven
entwickelte sich zum technologischen Kompetenzzentrum für Windenergie.
Dazu gehört auch die Zukunft von Windkraftanlagen an Land.
Die energiewirtschaftliche Rolle des Oberzentrums Bremerhaven mit seinen
Häfen am seeschifftiefen Wasser muss erhalten und gestärkt werden. Die
angesiedelten Betriebe für Offshore-Anlagen und die einschlägigen wissenschaftlichen
Institute haben bereits über eine Milliarde Euro investiert. Die
AfD unterstützt die Überwindung von Hemmnissen und den Abbau von Hindernissen für diese Energie-Zukunft vom Meer. 40.000 Megawatt sind
in der Planung!
Zur Zeit sind im Oberzentrum Bremerhaven sowie im Umland rund 10.000
Arbeitsplätze direkt und indirekt von dieser Zukunftsbranche abhängig, die
den Schiffbau als traditionelle Industrie an der Küste in seiner Größenordnung ablöst, aber auch durch Aufträge befruchtet. Die jüngste Novelle zum Erneuerbaren Energie Gesetz (EEG) trägt trotz aller Kritik an diesem Gesetz dazu bei, die vorübergehende Stagnation in der Offshore-Branche zu überwinden. Die Energie von Meer und Wind erscheint eindeutig
als die Alternative für Deutschland.
Bis zum Zeitpunkt 2050 muss der notwendige Weg ideologiefrei beschritten
werden und vor allem kein Energieträger als Brückentechnologie ausgeschlossen werden. An den realen Gegebenheiten der Bundesrepublik
Deutschland ausgerichtet, basierend auf der regenerativen Erzeugung von
Strom mit Wind-, Solar-, Wasser- und Thermalerzeugung, soll die Zielprojektion erreicht werden. Umweltfreundliche dezentrale Ausgleichsmaßnahmen sind einzuplanen.

Fracking und Biogasanlage
-------------------------
Fracking als Maßnahme zur Erschließung von bisher nicht zugänglichen Ölund
Gasvorkommen lehnen wir ab.
Ebenfalls lehnen wir die Erzeugung von so genanntem Biogas ab. Die Ausnahme
sollten Anlagen sein, die Abfälle der Landwirtschaft zur Stromerzeugung
einsetzen. Ausschließliche Anbauflächen mit Mais führen zu kritischen
Monokulturen. Roggen- und Gersteanbau ist Misswirtschaft für Energieerzeugung und gehört in die Tierfutter-Erzeugung.

Speicherung
-----------
Einer der energiepolitischen Schwerpunkte muss es sein, nach der Förderung
der Energieerzeugung, gleich welcher Art, nun den Fokus auf die Erforschung
der Speicherung zu legen.
Atommüllendlagerung, CO2-Einlagerung bzw. Einpressung in Gesteinsschichten
und die Schwefelrückstände aus Kohlekraftwerken sind die wesentlichen
Aufgabenstellungen.
Für den ideologiefreien und demokratischen Findungsprozess ist es wichtig,
dass Gefahren benannt und die künftige Beseitigung von Erblasten offen
diskutiert werden. Ein realistischer Lösungsansatz muss umgehend erarbeitet
und zeitnah umgesetzt werden.

Sie können sehen, dass die AfD keinen Sachverstand in der Sache hat.
Mit der Partei wird die Energiepolitik nicht besser. Die Bundesfritzen
wollen die EEG-Umlage aus Steuermitteln finanzieren und die Landesfritzen
sagen weiter so wie bisher.

MfG. Horst Maler

19
Markus Estermeier

#4 Herr Maler

Ich bin zwar kein AfD Mitglied, darf aber ungehindert und oftmals sogar eingeladen an Kreissitzungen in RhPf teilnehmen. Ich kann jetzt nicht die fachliche Qualifikation zum Thema "Erneuerbare" in Niedersachsen beurteilen. Zumindest in meinem Umfeld ist man sich der Problematik in seiner gesammten Bandbreite sehr wohl bewußt, hält sich aber in der Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema sehr bedeckt. Zu viele potentiele Wähler sind auf die Versprechungen der EE-Lobby und Politik hereingefallen. Man will diese Menschen jetzt nicht öffentlich für blöd erklären.
In Bremen und insbesondere in Bremerhaven wurde in den vergangenen Jahren sehr viel Geld für den Offshore-Pimpes versenkt und den Menschen große Hoffnung nach dem Niedergang der Werftindustrie gegeben. Es dürfte jetzt ein großes Kunststück sein, diese Hoffnung (Märchen) auf ein realistisches Maß zurück zu schrauben. Die Industrieleichen sind nun mal da, und die zu erwartenden Firmenpleiten werden den Leuten die Augen noch früh genug öffnen. Da sollte die AfD nicht unbedingt auch noch mit dem dicken Holzhammer draufhauen.
Allerdings hätte ich diesen Passus im Landeswahlprogramm schon etwas zurückhaltender formuliert.

20

Hallo Frau/Herr Hofmann #1,

ich kann Ihnen zustimmen, aber leider habe ich da ein Dilemma. Meine politische Heimat ist eher Mitte-Links, aber da ist in Bezug auf E-Wende nur das Heulen mit den Wölfen zu hören. Rechts wählen ist nicht so mein Ding.

Es ist wie mit den Republikanern in den USA, die immer mehr zu einer Show-Truppe verkommen. Es ist ein Jammer, welche politische Couleur in Punkto Energie etwas Sachverstand walten lässt.

Chris Frey

21
Markus Estermeier

Kann man davon ausgehen daß sich die ausländischen Großinvestoren bereits aus RWE und EON verabschiedet haben? Wenn ja, dürfte es für die Konzernspitzen keine bedeutsamen Folgen haben daß sie Aktionärsvermögen vernichten.
Im anderen Fall ergibt TTIP schon mal einen gewichtigen Sinn.

22

Warum erinnert mich das immer so verteufelt an das Johannesevangelium?

"Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt."

23

Wie auch schon in der EURO, Familien, Bildungs- und Asylpolitik sollte auch hier die AfD (als einzige Alternative Politik dieser alternativlosen Vernichtungsdiktatur Merkel Politik) das Thema Energie-Stromerzeugung und Versorgung in das zükünftige Wahlprogramm für Deutschland aufnehmen. Die AfD sollte nicht nur beim EURO und Asyl den deutschen etablierten Bundestagsparteien unter der Vorsitzenden Merkel die ROTE KARTE zeigen, sondern vorallen auch in der Energiepolitik. Die Vernunft und der Verstand liegen auch hier eindeutig auf der Seite eine Kraftwerkmixpark von Kohle, Gas UND Kernkraft.
Auch sollte besser herausgearbeitet werden, dass mit der wirtschafltichen Insolvenz der Deutschen Energiekonzerne = Vernichtung des Kraftwerkmixpark durch das marktfeindliche EEG (Energiewende) auch die Dividendenzahlungen an die öffentliche Hand (Kommunen, Städte und Länder) wegbricht. Und die sog. Erneuerbaren Energien keinen Ersatz für diese wegbrechenden Dividendeneinnahmen leisten werden können, weil diese ja selbst auf die Zwangsabgabensubentionen via EEG angewiesen sind und schon aus diesen Grund nicht wirtschaftlich und damit auch nicht gewinnbringend sein können. Und ein wirtschaftlicher Gewinn (Mehrwert) ist immer die Voraussetzung für eine Dividendenauszahlung. Die Energiewende via marktfeindlichen EEG VERNICHTET massiv unser Volksvermögen. Lebenversicherung, Rente, Aktionäre, öffentliche Hand....alle haben wir von den Gewinnen der Deutschen Energiekonzerne (Energiewirtschaft) profetiert....dies wurde durch die Energiewende per EEG und durch die politische CO2 freie Ideologie einer Grün-Sozialistischen Merkel zu nichte gemacht und fährt gerade unsere gesamte Wohlstands- und Sozialgesellschaft gegen die Wand.