Der Stillstand macht die langfristige Erwärmung immer geringer

Christopher Monckton of Brenchley
Der lange und von den Modellen nicht einmal ansatzweise vorhergesagte Große Stillstand von nunmehr 18 Jahren und 8 Monaten, wie er sich in den monatlichen Satelliten-Datensätzen der Temperaturen in der unteren Troposphäre abzeichnet, macht die längerfristige Erwärmungsrate unvermeidlich immer kleiner. Die IPCC-Prophezeiungen haben uns dagegen mit einer Beschleunigung gedroht.


[Wie von Lord Monckton schon in anderen Beiträgen aus jüngerer Zeit an vorderste Stelle gesetzt, Anm. d. Übers.], zeigt das Bild rechts den gesamten RSS-Satellitendatensatz der unteren Troposphäre von Januar 1979 bis August 2015, wobei die hellblaue Trendlinie über den gesamten Datensatz äquivalent ist zu lediglich etwas mehr als 1,2°C pro Jahrhundert. Eingefügt in die Graphik ist in grün auch der Null-Trend ab Januar 1997 – der inzwischen über die Hälfte der gesamten, 440 Monate langen Aufzeichnung durchzieht.

Wie zu erwarten war, ist der Zeitpunkt (2007/2008), an dem die langfristige Trendlinie sich mit der Stillstands-Trendlinie schneidet, der Punkt, an dem der Stillstand anfängt, den langfristigen Trend zu reduzieren. Wie obige Tabelle zeigt, war der Trend bis zum Großen El Niño des Jahres 1998 plötzlich auf über 1,5 K pro Jahrhundert angehoben worden. Dort verblieb er auch bis zum Jahr 2008, ab welchem Zeitpunkt er allmählich fällt. Von Januar 1979 bis August 2015 war der Trend lediglich äquivalent zu 1,21 K pro Jahrhundert.

Im Jahre 1990 hatte das IPCC eine nahezu gerade Trendlinie von 1 K bis zum Jahr 2025 prophezeit, äquivalent zu fast 2,8 K pro Jahrhundert. Von dieser Erwärmung sollten bereits 0,7 K bis heute eingetreten sein, aber tatsächlich wurden nur 0,26 K gemessen. Die zentrale Schätzung des IPCC aus dem Jahr 1990 hat sich – bislang – als eine fast dreifache Übertreibung erwiesen – obwohl diese Prophezeiung auf der Grundlage „substantiellen Vertrauens“ erfolgten, dass die Modelle, auf denen sie beruhte, alle wesentlichen Eigenschaften des Klimasystems erfasst hatten.

Auf dem Weg zur Konferenz der Regierungen der Welt in Paris haben die Klima-Kommunisten beträchtliche Mühe aufgewendet zu beweisen, dass der Stillstand nicht existiert, oder dass die Erwärmungsrate seit 1990 genau dem seinerzeit vom IPCC prophezeiten Wert entspricht. Beides ist falsch. Die Satelliten-Datensätze RSS und UAH zeigen beide den Stillstand, obwohl die terrestrischen Datensätze im vorigen Jahr verändert worden waren mit dem Ergebnis, dass der Stillstand kaschiert ist.

Außerdem liegt die Erwärmungsrate derzeit empörend deutlich unter den Prophezeiungen. Man sollte diese Tatsache mit den eigenen Graphiken des IPCC demonstrieren, was hiermit geschieht:

Diese Graphik ist interessant, weil sie in blassblau die gegenwärtige Generation von Modellen zeigt – 42 an der Zahl – die Prophezeiungen auf der Grundlage der Hypothese machen, dass es zu drastischen Reduktionen von CO2 kommt. Und dennoch weichen die gemessenen Temperaturen (schwarz) schon jetzt deutlich sichtbar selbst von der niedrigsten Prophezeiung ab – und unterschreiten diese – und liegen weit unter der zentralen Prophezeiung.

Als Folge davon, dass das IPCC höchstselbst eingeräumt hatte, dass 111 seiner 114 Modelle die Erwärmungsrate zu hoch prophezeit hatten, konstruierte es obige Graphik für seinen 5. Zustandsbericht im Jahre 2013, die eine merkliche Reduktion seiner Kurzfristprognosen zeigt.

Immer wenn das IPCC Graphiken mit einer winzigen Größenordung konstruiert, sollte man diese vergrößern um zu erkennen, was da versteckt wird. Obige Graphik ist eine deutliche Vergrößerung einer kleinen Ecke in einer IPCC-Graphik aus dem 5. Zustandsbericht. Sie zeigt in diesem Maßstab eindeutig das Ausmaß, mit dem die gemessenen Temperaturen nicht mit den übertriebenen Modellprophezeiungen Schritt halten. Das Modellensemble CMIP3 war für den 4. Zustandsbericht, CMIP5 für den jüngsten Zustandsbericht. Beider Prophezeiungen sind viel zu hoch, aber die jüngsten Modelle (rot) übertreiben weniger deutlich als die früheren Modelle (blau), wenn man sie mit den gemessenen Temperaturen vergleicht (schwarz).

Diese Graphik zeigt, wie drastisch das IPCC dazu gezwungen war, seine kurzfristigen Erwärmungs-Projektionen zwischen der gezeigten Spaghetti-Graphik und der scharf nach unten korrigierten Vorhersagezone zwischen den beiden grünen Pfeilen nach unten zu korrigieren. Die roten Pfeile zeigen, wo die mittelfristigen Prophezeiungen im Jahre 1990 lagen. Der gemessene Trend (schwarz) verläuft entlang des äußersten unteren Randes der Vorhersage-Bandbreite.

Die obige Vorher-Nachher-Graphik zeigt die Änderung in den IPCC-Prophezeiungen zwischen den ersten und den abschließenden Entwürfen des 5. Zustandsberichtes.

Ein Punkt ist es wert, gegen alle vorgebracht zu werden, die weiterhin leugnen, dass es einen Stillstand gegeben hat oder dass die Diskrepanz zwischen Prophezeiung und Realität unverändert mit jedem Jahr immer größer wird, und zwar der, dass alle Graphiken in diesem Beitrag mit Ausnahme derjenigen oben rechts Graphiken des IPCC sind. Falls jetzt wirklich das IPCC selbst einräumt, dass die Modelle übertrieben haben, ist es an der Zeit für die Klima-Kommunisten, die Parteilinie näher an die reale Welt anzupassen.

Was also wäre eine logische und rationale Politik für Nationen, die beim kommenden Gipfel in Paris daran arbeiten, eine globale Regierung zu etablieren (nennen wir diese einstweilen eine „regierende Agentur“):

1. Eine Trennungsklausel ist eine Freiheitsklausel. Angesichts des Scheiterns der Prophezeiungen, das in den IPCC-„Konsens“-Dokumenten für sich selbst spricht, sollten Nationen, die nicht länger willens sind, Billionen auf der Grundlage weiterer alarmierender, aber möglicherweise übertriebener Prophezeiungen auszugeben, das Recht haben, kurz zuzuhören und dann den gesamten Verhandlungs-Prozess sowie alle damit verbundenen Verpflichtungen zu verlassen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Das Kyoto-Protokoll enthielt eine Trennungsklausel im Artikel 27. Der Vertrag von Paris sollte ebenfalls eine Trennungsklausel enthalten. Allerdings ist die Trennungsklausel im Entwurf, welche nach viel Arbeit von mir und Anderen Eingang in den Bonner Entwurf früher in diesem Jahr gefunden hatte, in Gefahr, mit der Begründung das gegenwärtige Entwurfs-Dokument zu kürzen, fallen gelassen zu werden. Man sollte also Druck auf die jeweiligen Regierungen ausüben um sicherzustellen, dass die Klausel nicht unter den Tisch fällt.

2. Ein festgelegtes Ablaufdatum einzubringen ist ebenfalls ratsam, um einer möglichen Verstärkung der Diskrepanz zwischen übertriebener Prophezeiung und unspektakulärer, harmloser gemessener Realität zu begegnen. Der gesamte Vertragsprozess würde zum Ende kommen, alle Verpflichtungen der Nationen würden obsolet werden, und das UNFCCC sowie das IPCC würden aufgelöst, falls in irgendeinem Zeitraum von mindestens 20 Jahren während des 21. Jahrhunderts die globale Erwärmungsrate der Temperaturanomalien, ausgedrückt als lineare Regression kleinster Quadrate, … unter 1°C pro Jahrhundert sinken sollte. Im Geschäftsleben werden Pleiten bei Prophezeiungen bestraft. In der globalen Regierung sollte das Scheitern von Prophezeiungen ebenfalls bestraft werden, weil die Kosten für die Maßnahmen gegen das Nicht-Problem der globalen Erwärmung in keinem Verhältnis steht zum Wert irgendwelcher vorstellbaren Vorteile.

Link: http://wattsupwiththat.com/2015/09/08/the-pause-is-driving-down-the-long-term-warming-trend/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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5 Kommentare

  1. All dieses Herumwerkeln mit Korrelationen ist völlig sinnloser Fleiß.

    Naturwissenschaft ist Wiederholgenauigkeit, Präzision und Richtigkeit im Experiment.

    Für den atmosphärischen Treibhauseffekt gibt es kein „richtiges“, die freie Atmosphäre abbildendes Experiment. Darüber gibt es genügend Literatur!

    Das richtige Experiment mit der freien Atmosphäre ist die Energiefluss-Messung.

    Diese Messergebnisse (NASA, IPCCC, sogar Trenberth (!)) sind eindeutig: CO2 kühlt!

    Google findet mich!

  2. #1: Werner Moß sagt:
    „Aber wenn wir die Klimaastrologie unbedingt unterstützen wollen, dann könnten wir diesen Leuten doch statt der teuren Computer Kristallkugeln zur Verfügung stellen. Das käme billiger und die prophezeiten Ergebnisse entsprächen dann auch der realen Entwicklung.“
    Genau. Das, was die Schellnhuber und Co. erzählen, ist genau so wissenschaftlich, wie
    das Zeug auf Astro – TV. Aber die Leute von Astro – TV sehen wenigsten noch recht lustig aus.

  3. Vielen Dank und Respekt Herr Christopher Monckton of Brenchley für den unermüdlichen Einsatz.
    Wenn ich bei „Klima“ schon das Wort „model“, oder gar zig „models“ höre, wird mir fast schlecht.
    Bei den zig models lassen sich zwefellos genau so viele kontruieren, bei denen es auch kälter würde, was viel schlimmer wäre und zudem wahrscheinlicher.
    Nur sind die halt z.Zt. von der herrschenden Politik nicht gefragt, die selbstverständlich auch das Klima zu bestimmen hat.
    Schande über solche verkommene Pseudowissensachaft.
    Ich hoffe, dass sie das noch bereuen werden.
    Bitte mindestens unehrenhafte Kündigung OHNE Pensionsanspruch.
    Bezahlen können sie den angerichteten Schaden sowieso nicht.
    Das ist wie das Versagen eines Kranfahrers im Hamburger Hafen, der durch Überladen seines Krans mit Unfall ein ganzes Schiff Leck schlägt und zum Untergang bringt.

  4. Wie vertragen sich die Aussagen und Daten mit der neuen Publikation des US Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration)? In dieser Publikation wird behauptet, dass dieses Jahr bis einschließlich August 2015 Rekordwerte verzeichne? Anbei der link http://tinyurl.com/qh4vc78

  5. Ich weiß nicht, warum Klimaastrologie finanziell diese enorme Unterstützung bekommt, während die Ufologie kaum unterstützt wird. Aber wenn wir die Klimaastrologie unbedingt unterstützen wollen, dann könnten wir diesen Leuten doch statt der teuren Computer Kristallkugeln zur Verfügung stellen. Das käme billiger und die prophezeiten Ergebnisse entsprächen dann auch der realen Entwicklung.

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