Auf halbem Weg zur Hölle? – Alarmisten werden immer verzweifelter in ihren Bemühungen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen

Bob Tisdale
Einführung
Offensichtlich auf der Grundlage einer „ersten Intuition“ eines Ökonomen (nicht eines Klimawissenschaftlers) im Jahre 1975 (hier) haben die Politiker danach getrachtet, die globale Erwärmung auf 2°C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, und zwar mittels Reduktion von Treibhausgas-Emissionen. Zu diesem Zweck riefen jene Politiker diese politische Institution ins Leben, genannt das IPCC, dessen einzige Aufgabe es ist, Berichte zu erstellen, die die Agenden jener Politiker stützen sollen.


Politiker aus der ganzen Welt werden in diesem Jahr erneut zusammenkommen in dem aussichtslosen Versuch, ein Abkommen zu erzielen darüber, wie man jenes Ziel der Begrenzung der globalen Erwärmung auf das von Ökonomen gesetzte Limit erreichen kann. Um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für dieses Spektakel sicherzustellen, wird diese folglich wöchentlich bombardiert mit Spekulationen des bevorstehenden Untergangs infolge der globalen Erwärmung. Ein Beispiel hierfür war ein kürzlich erschienener Artikel mit der Schlagzeile [übersetzt] „Erde jetzt auf halbem Weg zur von den UN gesetzten Grenze der globalen Erwärmung“ (hier) im New Scientist. Darin fand sich auch eine Graphik mit dem Titel „Halfway to Hell“, meine Abbildung 1, erstellt von dem Chemiker Kevin Cowtan. Die Graphik zeigte, dass die Werte der meisten Temperatur-Rekonstruktionen im Jahre 2015 wahrscheinlich über eine Anomalie von 1,0°C hinaus steigen würden.

Abbildung 1

Eine Bemühung, Newcomern beim Verständnis zu helfen

Was ist so neu an dieser Graphik? Die Anomalien (Ableitungen vom „Normalen“) werden auf vorindustrielle Zeiten bezogen. Die Erzeuger globaler Temperatur-Rekonstruktionen beziehen ihre Anomalien normalerweise eher auf jüngere Bezugszeiträume. GISS verwendet 1951 bis 1980, das UKMO 1961 bis 1990 und die NOAA oftmals den Zeitraum 1901 bis 2000. Die WMO schreibt einen Bezugszeitraum von 1981 bis 2010 vor. Der Blogger Rob Honeycutt hat jene Cowtan-Graphik in seinem Beitrag The 1C Milestone bei SkepticalScience angeführt und forderte, präindustrielle Zeiten zu verwenden als Bezugszeit für Anomalien, weil dies die besten Möglichkeit sei, Personen, für die die globale Erwärmung etwas Neues ist, davon zu überzeugen, dass „wir gegenwärtig relativ zu präindustriellen Zeiten bei einer Erwärmung um 2°C liegen“.

Offensichtlich übersehen Cowtan und Honeycutt etwas sehr Wichtiges. Ihre Graphik zeigt, dass es deutlich länger als ein Jahrhundert dauern wird, bis die Temperatur die halbe Strecke von 1.0°C geschafft hat. Viele Newcomer werden die Graphik betrachten und sich fragen, worum es bei dem ganzen Tamtam eigentlich geht.

Cowtan und Honeycutt mussten etwas präsentieren, das stärker ins Auge fällt, das noch alarmierender ist, falls sie ihre Botschaft an den Mann bringen wollten, aber das haben sie nicht. Die „Halfway to Hell“-Graphik war die einzige Graphik im Artikel des New Scientist, und Honeycutt fügte seinem Blogbeitrag lediglich eine Graphik der CO2-Emissionen hinzu für unterschiedliche Szenarien, was für die meisten Neulinge bedeutungslos ist.

Der einzige Weg für sie zu zeigen, dass wir uns rasch dem Limit nähern, wäre die Präsentation von Klimamodell-Simulationen der globalen Temperaturen. Aber komischerweise erscheinen die Outputs von Klimamodellen nicht in jenen Artikeln.

Die Präsentation von Klimamodell-Outputs mit Bezug auf vorindustrielle Zeiten würde wahrscheinlich bei den Newcomern Skeptizismus hervorrufen.

Die Zeitreihen-Graphik in Abbildung 2 enthält 81 Klimamodell-Simulationen der globalen Temperaturanomalien in einem Zeitraum, der im Jahre 1880 beginnt und im Jahre 2059 endet, wobei die modellierten globalen Temperaturanomalien auf die vorindustrielle Zeit von 1880 bis 1899 bezogen werden. Langzeitliche Temperatur-Rekonstruktionen von GISS und NOAA beginnen 1880, und 2059 ist das Jahr, wenn das letzte Klimamodell das 2°C-Limit erreicht hat, jenseits dessen imaginäre schlimme Dinge passieren sollen. Die Modelle werden durch historische Antriebe bis 2005 getrieben, und die Antriebe für das projizierte Worst-Case-Szenario (RCP8.5) beginnend im Jahre 2006. Enthalten sind 81 unabhängige Läufe der Klimamodelle von einer Vielzahl von Modellierer-Gruppen rund um den Globus. (Die Auflistung der 81 Klimamodell-Läufe werden in der Legende der erweiterten Fassung der Abbildung 2 hier gezeigt).

Abbildung 2

Das Hervorstechende in dieser Abbildung ist die 40-Jahres-Streuung zu der Zeit, zu der die Klimamodell-Simulationen der globalen Temperaturanomalien die auf Phantasie basierende 2,0°C-Grenze erreichen, jenseits derer schlimme Dinge passieren sollen. Das langsamste Modell erreicht diese Grenze im Jahre 2059 und das schnellste Modell bereits in 5 Jahren von heute an. Klimamodelle sind nicht sehr hilfreich, wenn es darum geht, uns zu sagen, wann dieses 2.0°C-Limit erreicht wird.

Vielleicht ist das der Grund, warum der New Scientist und SkepticalScience die Klimamodelle den Newcomern nicht gezeigt haben mit Bezug der Modellergebnisse auf die vorindustrielle Zeit. Während es mehr als ein Jahrhundert dauerte, bis die gemessene globale Temperatur um 1.0°C gestiegen war, sagen uns die Klimamodelle, dass der nächste Anstieg um 1.0°C innerhalb von 5 bis 44 Jahren vonstatten gehen soll. Das könnte verwirrend sein für jemanden, der sich bislang nicht um die globale Erwärmung gekümmert hat. Dann müsste jemand wie ich den Newcomern erklären, dass Klimamodelle nicht das Erdklima so simulieren, wie es in der Vergangenheit war, im Moment existiert oder in Zukunft existieren wird.

Die Newcomer könnten ihre Aufmerksamkeit dann auf das Jahr 2005 richten, weil es das letzte Jahr der ,Nachhersage‘ war. Es scheint eine sehr große Streuung zu geben bei den modellierten Temperaturen im Jahre 2005, wenn man die Modell-Outputs mit der vorindustriellen Zeit in Beziehung setzt. Und das können wir in Abbildung 3 bestätigen.

Abbildung 3

Dann würden die Newcomer zur globalen Erwärmung erkennen, dass das Verhalten der Klimamodelle ziemlich schlecht ist, wenn sie Temperaturen der Vergangenheit simulieren sollten. Die globale Temperaturanomalie im Jahre 2005 ist in einem Modell um 1,17°C größer als in einem anderen. Mit anderen Worten, es gibt eine Streuung von 1,17°C bei der simulierten Temperaturänderung von vorindustrieller Zeit bis 2005. Diese ist größer als der gemessene Anstieg von 1,0°C, die in der Graphik von Kevin Cowtan gezeigt wird (meine Abbildung 1).

Und falls ein Newcomer so neugierig wäre, wie ich es war … und nichts Besseres zu tun hätte … hätte sie oder er alle über 80 Klimamodell-Outputs der globalen Temperaturen herunterladen können mit den historischen und den Worst-Case-Antrieben (RCP8.5) in der Absicht, die Modelle mit den höchsten und den geringsten Erwärmungsraten zu finden. Dann könnte jener Newcomer einfach jene Modelle mit der Erwärmungsrate des von Alarmisten bevorzugten GISS Land-Ocean Temperature Index vergleichen mit der neuesten new NOAA ERSST.v4 pause-buster sea surface temperature reconstruction (siehe Abbildung 4). Man beachte, dass ich die GISS LOTI-Rekonstruktion und die Klimamodell-Outputs so verschoben habe, dass die Trendlinien allesamt im Jahre 1880 beginnen.

Abbildung 4

Die Streuung von 0,079°C pro Dekade in den Erwärmungsraten der Nachhersage-Modellergebnisse von 1880 bis 2005 ist ebenfalls größer als die gemessene Erwärmungsrate von 0,06°C pro Dekade.

Ein letzter Punkt

Während die Präsentation der Temperaturänderung nach Art von Kevin Cowtan in Ordnung ist (siehe Abbildung 1), verlässt sich die klimawissenschaftliche Gemeinschaft normalerweise auf lineare Trends, um Änderungen einer Maßzahl mit der Zeit auszudrücken. Auf der Grundlage der Rekonstruktion des linearen Trends von GISS LOTI sind die globalen Temperaturen seit 1880 lediglich um 0,9°C gestiegen, siehe Abbildung 5. Es wird noch etwas länger dauern (vielleicht ein weiteres Jahrzehnt auf der Grundlage des linearen Trends von 1880 bis 2014), bis wir den Halbzeitwert des 2°C-Limits erreicht haben.

Abbildung 5

Nur falls Sie sich fragen – schauen wir mal auf die Rekonstruktionen der linearen Trends der globalen Temperatur von Berkeley Earth (BEST), Cowtan und Way, NOAA NCEI und UKMO HadCRUT4. Nur der Wert der Trendlinie im Jahre 2014 von Berkeley Earth kommt dem Wert von 1,0°C nahe. Die anderen zeigen Erwärmungen im Bereich zwischen 0,9°C bis 0,85°C (auf der Grundlage ihrer Erwärmungsraten von 1880 bis 2014).

Abbildung 6

Schlussbemerkungen

Verwendet man vorindustrielle Zeiten als die Grundlagen für Anomalien, kann man Newcomern hinsichtlich der globalen Erwärmung etwas sehr Wichtiges zeigen: Klimamodelle können die globale Erwärmung der Vergangenheit nur sehr unzulänglich simulieren, wenn überhaupt. Warum sollten Newcomer dann den von der politischen Agenda finanzierten Klimamodell-Prophezeiungen einer zukünftigen globalen Erwärmung glauben, die auf Spekulationen beruhen über noch zu erwartende auftretende Emissionen von Treibhausgasen?

Quellen

Die folgenden Links führen zu den Daten der langzeitlichen globalen Temperaturrekonstruktionen:

* Berkeley Earth

*Cowtan and Way

*GISS LOTI

* HADCRUT4

*NOAA NCEI (Click on the “Anomalies and Index Data” link)

Die Outputs der Klimamodelle gibt es hier: KNMI Climate Explorer.

Link: http://wattsupwiththat.com/2015/08/14/halfway-to-hell-alarmists-are-growing-desperate-in-their-efforts-to-influence-public-opinion/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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