Braunkohlestrom statt Windstrom – zum Energiepolitischen Manifest II (hier Teil 1)

Braunkohlebagger. Bild Thomas Wieke / pixelio.de

In diesen Tagen ist die überarbeitete Version des Energiepolitischen Manifestes (EPM) fertig geworden. Die Version 1 wurde bisher -allein in gedruckter Form -rund 10.000 mal an viele öffentliche wie private Entscheidungsträger verteilt. Auf Grund der sich nahezu überschlagenden politischen wie wirtschaftlichen Entwicklung war eine grundlegende Überarbeitung, Aktualisierung und Erweiterung zwingend erforderlich. Diese Arbeit hat unser Autor Dr. Ing. Günter Keil mit großem Fleiß nun vorgelegt. Im Folgenden bringen wir Auszüge daraus (hier Teil 1 über die Unwahrheiten bezüglich der Aufgaben der neuen Stromtrassen). Das gesamte EPM II finden Sie im Anhang und können es als pdf herunterladen.


von Günter Keil

Braunkohlestrom statt Windstrom

Der große Netzausbau mit mehreren neuen Nord-Süd-Trassen ist nach den unveränderten Plänen der Regierung der entscheidende Schritt zur Verwirklichung der Energiewende. Diese Leitungen sollen den im Norden erzeugten, dort aber leider gar nicht benötigten Windstrom nach Süddeutschland bringen, wo mit jedem abgeschalteten Kernkraftwerk die Sicherheit der Stromversorgung immer prekärer wird.

Es scheint sich niemand darüber Gedanken gemacht zu haben, ob der norddeutsche Windstrom überhaupt dafür geeignet ist, der Industrie und den Verbrauchern in Süddeutschland zuverlässig, ausreichend und bedarfsgerecht elektrische Energie zu liefern – von den Kosten einmal ganz abgesehen.

Es muss aber den Netzplanern bereits frühzeitig gedämmert haben, dass das niemals funktionieren kann. Dazu genügt ein Blick auf die physikalisch bedingte, vollkommen wetterabhängige und wild schwankende Leistungsabgabe, wie sie in allen Windstromerzeugungs-Diagrammen für jedes Jahr zu sehen sind. Extreme Strom-Überproduktion bei Starkwind, die man mit „negativen Preisen“ als Zugabe verzweifelt in Nachbarländer exportiert, wechselt mit Flautentälern ab, in denen alle Windräder Deutschlands zusammen nicht einmal ein Prozent ihrer Gesamtleistung liefern – nicht selten für zwei oder gar drei Wochen. Eine normale Reaktion wäre es gewesen, wenn diese Pläne anschließend im Papierkorb gelandet wären. Aber wir sind im Lande der Ideologen, die sich von der Physik nicht beeindrucken lassen. Also wurde der Bau dieser Trassen beschlossen.

Doch durch einen Blick auf die Netz-Landkarte scheinen die Fachleute beizeiten einen Ausweg aus dem Dilemma gesehen zu haben: Bereits bei der ersten Planung wurde dafür gesorgt, dass die Übertragung von Strom aus den Braunkohlerevieren nach Süddeutschland durch neue Leitungen, insbesondere aber durch die Verstärkung bestehender Trassen deutlich verbessert wird.

Als dann 2011 der Kernkraftausstieg beschlossen wurde, war es klar, dass diese Maßnahmen bei Weitem nicht ausreichen würden, um die Stromversorgung in Süddeutschland sicherzustellen. Den unbrauchbaren Windstrom ignorierte man erst einmal konsequent.

Die einzige Möglichkeit, die süddeutschen Kernkraftwerke zu ersetzen, stellten allein die Großkraftwerke in den drei Braunkohlerevieren dar  – und dafür benötigte man nicht nur stärkere, sondern auch neue Stromtrassen, wie es auch die Regierung wollte. Es gab jedoch ein politisches Problem: Das Eingeständnis dieser Absichten hätte die offizielle Begründung der ganzen Energiewende ad absurdum geführt. Der neue Leitungsausbau musste unbedingt in das Schema der Erneuerbaren Energien als zukünftige Hauptversorgung mit Strom passen. Das Hauptargument, mit dem die Regierung deshalb von Anfang an die Leitungs-Neubauvorhaben rechtfertigte, war und ist der sogenannte Klimaschutz, der angeblich vor allem durch die Stromerzeugung mit Windturbinen sichergestellt wird.

Das Ergebnis war das Bundesbedarfsplangesetz BBPlG, inzwischen mehrfach geändert, dessen politische Zielsetzung jedoch beibehalten wurde. Die Netzplaner scherten sich jedoch nicht um den Windstrom und überlegten nur, wie mit neuen Trassen der Süden sicher versorgt werden konnte. Die politisch begründeten und auf Windstrom basierenden Netzausbauziele wurden zunächst kaum beachtet: Von der windreichen Küste bis nach Süddeutschland verlief in dieser Planung nur die Mitteltrasse 4. Gleiches war ursprünglich auch für die Westtrasse geplant, aber die Anbindung an die Küste wurde durchaus konsequent für „nicht  erforderlich“ gehalten. Dafür ging sie richtigerweise nahe am rheinischen Braunkohlerevier und dessen Großkraftwerken vorbei. Bei der Osttrasse, die nach Bayern laufen sollte, waren die Netzplaner noch konsequenter: Sie begann erst mitten in Ostdeutschland bei Bad Lauchstädt im Leipziger Braunkohlenrevier – von einer Anbindung an irgendwelche Windparks im Norden mit unnötigen, teuren Leitungen war gar nicht erst die Rede.

Es war eine solide, von Fachleuten ausgearbeitete Lösung nach dem einzig sinnvollen Motto: Wegfallende Grundlast-Stromerzeugung aus Kernkraftwerken kann und muss man durch eine andere Grundlastkapazität ersetzen – und dafür gibt es in Deutschland die Braunkohlekraftwerke und sonst nichts. Also schließen wir sie mit neuen Trassen an.

Die Regierung merkte erst einmal nichts.

Der mit dieser Planung dokumentierte Verzicht auf die Klimaschutz-Fassade rächte sich jedoch, als die „Gegenwind“-Bürgerinitiativen in Ostbayern die Täuschung bemerkten. Die Täuschung der Öffentlichkeit über den wahren Zweck der neuen Trassen wurde sogar vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen thematisiert. In dem ARD-Magazin Monitor vom 20.2.2014 mit dem Titel „Die Lüge vom Netzausbau: Stromtrassen für die Kohlewirtschaft?“ wurde Tacheles geredet. Monitor-Kommentar: „Leitungen für Kohlestrom statt für Windstrom? Klingt absurd; ein Blick auf die Landkarte zeigt tatsächlich: Die Osttrasse beginnt jetzt in den Mitteldeutschen Kohlerevieren, die HGÜ-Westtrasse nahe am Rheinischen Braunkohlerevier.“

Und Prof. Jarass, Hochschule RheinMain, klagte: „Damit wird die Grundidee der Energiewende zerstört.“

Schlußsatz der Sendung: „In Bayern marschieren sie wieder, diesmal in Pegnitz. Hier geht es – so scheint es uns – nicht nur um die Höhe von Strommasten oder die Führung von Trassen; hier geht es um die Glaubwürdigkeit der ganzen deutschen Energiewende.“

Die Anbindung der Braunkohlereviere wollte die Regierung natürlich nicht zugeben, obwohl es jeder auf den Plänen sehen konnte.  Sie hoffte anscheinend, mit der angeblich drohenden Klimakatastrophe und dem als  Gegenmittel hingestellten deutschen Windkraftstrom die Sorgen der Anrainer zu besänftigen und ihren Widerstand zu überwinden.

Aber man hatte die Bürger unterschätzt.

Die ostbayerischen Bürgerinitiativen hatten jetzt ein unschlagbares Argument, der Widerstand nahm weiter zu und die bayerische Staatsregierung kapitulierte: Sie lehnte die Trassenführung ab und forderte, die Leitung durch Baden-Württemberg zu führen – was wiederum der grün-roten Landesregierung nicht gefiel.

Es half auch nicht mehr, dass die Netzfachleute, die es ja nur gut gemeint hatten, unter dem Druck der Politik die Osttrasse auf ihrer Karte von Bad Lauchstädt etwas nach Norden verlängerten, wobei unklar bleibt, wie von dort dann irgendein Windstrom eingesammelt werden soll.

In der Zwischenzeit haben die Trassengegner aus allen betroffenen Bundesländern erreicht, dass ihnen Minister Gabriel den grundsätzlichen „Vorrang des Erdkabels“ zusicherte, um sie zu beschwichtigen. Auch das wird ein großer Flop, aber das ist wieder ein anderes Kapitel aus dem Märchenbuch der Energiewende.

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27 Kommentar(e)

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1

#14: Stefan Steger sagt:
Heute morgen 05:00Uhr:
Solar: 0,0GW;
Wind: 2,1GW,
konventionell: 37,2GW
Und nun?

Antwort:
Ist doch 100% o.k. so.
Wind und Sonne liefen, wenn Energie vorhanden ist, wen nicht dann eben nicht.
Die konventionellen Kraftwerke liefern nach bedarf. Die den konventionellen Kraftwerken sielt es ja keine Rolle, ob ich die Kohle um 5:00 oder um 12:00 Uhr verbrenne oder ob der Wind weht oder die Sonne scheint.
Das ist doch der Vorteil der konventionellen Kraftwerke, die kann man einsetzen zu jeder Tages und Jahreszeit.
Bei den EEG-Anlagen verwendet man den Strom wenn er vorhanden ist.

PS:
Um 5:00 ist der Stromverbrauch auch nur 50% bis 70% des Tageshöchstwert und die ca. 40GW in der Nacht schaffen die konventionellen Kraftwerke auch ohne Probleme.

+++++++++++++++++++++++++

#22: Fred F. Mueller sagt:
Sein Anteil am Endverbraucher-Strompreis ist von früher ca. 25 % auf inzwischen 52 % gestiegen.

Antwort:
Sehen Sie mal auf ihre Lohnabrechnung da sind auch ca. -50%.
Bei Benzin ist der Staatsanteil vermutlich um die 70%.
Das der „Energieträger“ Strom da nur mit einem Aufschlag von 50% belegt ist, ist für Deutsche Verhältnisse ja noch moderat.
An den staatlich verordneten Zuschlägen und Steuern können weder ich noch Sie etwas ändern.
Man kann nur gegensteuern, Stromvermeidung, eigenen PV-Strom verwenden usw.

#22: Fred F. Mueller sagt:
Elektrische Energie aus dem Stromnetz ist kein wirkliches Handelsgut.
Strom aus der Steckdose wäre ohne Dienstleistung nicht verfügbar.

Antwort:
Strom ist ein Handelsgut wie die anderen auch, da sehe ich keinen Eklatanden unterschied.
Bestelle ich was, wird das auch zur gewünschten Zeit, in der richtigen Menge und an den vereinbarten Ort geliefert.
Diese Dienstleistung wird genauso erledigt wie die Dienstleistung der Stromlieferung.

Gruß
Werner

2

Ihr Kommentar wurde wegen Regelverletzung (Überlänge) gelöscht.
Wenn Sie soviel zu sagen bzw. zu schreiben haben, machen Sie bitte Ihren eigenen Blog auf. Zur Erinnerung: Das hier ist ein EIKE Blog bei dem (kurze) Kommentare zugelassen sind.
mfG
Admin

3

#20: Sehr geehrter Herr Müller,
stellen Sie sich vor, dass es einen Bäcker in einem Dort gibt. Er liefert jeden Tag frische Brötchen für 50 Cent das Stück. Ich nehme an, dass Brötchen nicht gelagert werden können und nach einem Tag nicht mehr verkaufsfähig sind. Die Erfahrungswerte des Verkaufs helfen dem Bäcker, die Menge gut einzuschätzen, die verkauft werden kann und so werden nur 10% der Produktion weggeworfen. Der Schwippschwager des Bürgermeisters hat die Idee, dass er billiger und ökologischer die Brötchen herstellen kann, wenn er zum Backen ausschließlich Zappelstrom nutzt. Er sagt, dass sein Strom nichts kostet und er daher die Brötchen für 40 Cent anbieten könne. Der Verkaufserfolg ist recht bescheiden, weil er nur im Mittel jeden 4 Tag backen kann und die Produktionsmenge eher zufällig weil wetterabhängig erfolgt. An den Verkaufstagen kann er nur 20% verkaufen. Der "alte" Bäcker hat ebenfalls einen größeren Verlust hinzunehmen, wenn der "neue" verkaufen kann und erhöht die Preise auf 60 Cent.
Der Bürgermeister hilft seinem Verwandten und regelt den Ankauf der Backwaren, wenn sie mit Zappelstrom gebacken werden. Er garantiert 40 Cent und verkauft die Waren für 10 Cent an die Bürger. Der Rest geht wie gehabt in die Vernichtung. Der "alte" Bäcker verkauft an diesen Tagen fast gar nichts mehr und muss seine Preise nochmals erhöhen (70 Cents). Leider helfen dem "alten" Bäcker seine Erfahrungen nichts mehr, weil auch er nicht einschätzen kann, wann der "neue" produzieren kann. Die Gemeinde hat nun beschlossen, den Bürger über eine "Umlage" an der neuen ökologischen Backware zu beteiligen, was sich umgelegt auf Brötchen, auch 20 Cents summiert.
Der "alte" Bäcker hat angekündigt, seinen Betrieb einzustellen, was die Gemeinde mit dem neuen Ermächtigungsgesetz unterbindet und ihn ruiniert....

Was bleibt? Keine frischen Brötchen mehr, ausser an den Tagen, an denen der Wind weht.
Traurig? Nein, nur für die Menschen, die frische Brötchen gut finden.

4

#22 Fred F.Mueller
„Zum einen garantiert der Staat per EEG den Betreibern nutzloser PV- und Windanlagen ungestörte Gewinne, egal ob deren Strom benötigt wird oder nicht, zum anderen schlägt Vater Staat auch selbst rücksichtslos zu: Sein Anteil am Endverbraucher-Strompreis ist von früher ca. 25 % auf inzwischen 52 % gestiegen.“ ?
Das ist dann für den Michel ein Anstieg der Steuer von 3 Cent/kWh auf 15 Cent/kWh! – Offenbar orientiert sich der Staat nicht einmal am Brötchenpreis!

5

@Werner Müller #20
Man sollte sich eigentlich mehr Gedanken darüber machen, wie Deutschland und die EU mit ihrer Grün-Sozialistischen Energiewende, die unsere stabilen, billigen und zuverlässigen Kraftwerke in die Insolvenz treibt und die ungeeigneten-hochsubventionierte Wind- und Sonnenenergie bevorzugt, den anhaltenden Flüchtlingsstrom über den Winter bringen will.
Oder anders gefragt...wie will man mit einer Strompolitik, die unsere Kraftwerke zwangsabschaltet, Millionen von zusätzlichen Menschen mit Strom versorgen.
Wie schon geschrieben....unser sozialer Wohlstand und Friede basiert auf einer funktionierenden, zuverlässigen und billigen Stromversorgung....die Energiewende/EEG kann diese Sicherheit nicht bringen...im Gegenteil!

6
Fred F. Mueller

@ # 20 Werner Müller,

Lieber Hr. Müller,

Sie kämpfen als bekennender Betreiber eines kommerziellen Solarparks wenigstens mit offenem Visier, im Unterschied zu manchen anderen Trollen. Aber Falschaussagen zur Rechtfertigung der eigenen Interessen verbreiten Sie trotzdem.

Elektrische Energie aus dem Stromnetz ist kein wirkliches Handelsgut. Es ist eine komplexe Kombination aus verschiedenen Dienstleistungen, gekoppelt mit einer quantifizierbaren Energiemenge, die Sie als Handelsgut bezeichnen, die jedoch für sich genommen gar nicht verkäuflich wäre.

Strom aus der Steckdose wäre ohne Dienstleistung nicht verfügbar. Geliefert wird vor allem das Versprechen, Ihnen jederzeit die von Ihnen gerade benötigte elektrische Energie ohne Abstriche in exakt der benötigten Menge und mit exakt der erforderlichen Spannung und Frequenz frei Anschluss zu liefern. Die gleiche Menge elektrischer Energie – also das von Ihnen so bezeichnete Handelsgut – mit einer falschen Spannung und/ oder einer falschen Frequenz oder durch eine nicht ausreichend ausgelegte Leitung wäre für den Abnehmer unbrauchbar.

Früher teilten die damals so genannten Versorger ihr Leistungsportfolio deshalb in einen Bereitstellungs- und einen Arbeitspreis auf. Heute kauft Ihr Versorger an der Börse sowie über direkte Verträge Strom, zahlt an den Betreiber des Übertragungsnetzes Netzentgelt und reicht Ihnen das Ganz garniert mit einem satten Staatsaufschlag dann weiter. Das komplexe Dienstleistungsbündel, das Ihre Versorgung erst ermöglicht, erbringt vor allem der Netzbetreiber. Dazu gehört auch die Kompensation des „Zappelstroms“ aus PV- und Windanlagen durch Abruf von Regelenergie aus konventionellen Kraftwerken. Wenn mit weiter fortschreitendem Ausbau der Zappelstromerzeuger die konventionellen Kraftwerke endgültig aus dem Markt gedrängt werden, werden Sie und die Verbraucher feststellen, dass man Strom weder mit dem Gabelstapler stapeln noch, um ein populäres Greenpeace-Wort abzuwandeln, essen kann. Ihr ganzes schönes Geschäftsmodell funktioniert nur, solange der Staat die Betreiber konventioneller Kraftwerke noch zwingen kann, ständig steigende Verluste hinzunehmen, damit Sie und Ihresgleichen sichere Gewinne einstreichen können. Wenn Sie jedoch glauben, dass man dieses Spielchen tatsächlich bis zu 80 % EE treiben können wird, dann prophezeie ich Ihnen ein unerfreuliches Erwachen aus diesen Blütenträumen. Wenn Sie schlau sind, suchen Sie sich rechtzeitig einen Dummen, dem sie Ihre PV-Anlage noch mit Gewinn verticken können, und investieren das Geld in erheblich zukunftssicherere Anlagen, z.B. griechische Staatsanleihen.

Was die Preise angeht: Im Gegensatz zu Ihren flapsigen Bemerkungen über Brötchen kennen die Erlöse, welche die konventionellen Kraftwerksbetreiber an den Strombörsen erzielen können, seit langem nur eine Richtung: Nach unten. So um 2005 bekam das Kraftwerk an der Börse noch um die 5 ct/ KWh, heute kratzt man an den 3,2-3,4 ct/ kWh. Dass der Verbraucherstrompreis dennoch auf inzwischen ca. 29 ct/ kWh gestiegen ist, hat – im Gegensatz zu den Brötchen – nichts mit einem freien Markt zu tun. Zum einen garantiert der Staat per EEG den Betreibern nutzloser PV- und Windanlagen ungestörte Gewinne, egal ob deren Strom benötigt wird oder nicht, zum anderen schlägt Vater Staat auch selbst rücksichtslos zu: Sein Anteil am Endverbraucher-Strompreis ist von früher ca. 25 % auf inzwischen 52 % gestiegen.

Mfg

7

#20 Werner Müller,
„Ein Brötchen kostet 1990 so um die 15 bis 18 Pfennige, dass ist vor 25 Jahren gewesen, da haben sich alle Preise verdreifacht auch das Brötchen beim Bäcker, heute um die 30 bis 33 Cent.??
Da macht der Strompreis keine Ausnahme.“
Das ist falsch!! - Sowohl die Kosten für Herstellung und Verteilung des Stroms aus Braunkohle und Kernenergie haben sich seither nicht verändert. Der Strom aus Steinkohle ist sogar billiger geworden. – Die Verluste in diesen Kraftwerken entstehen gegenwärtig als Folge sinkender Auslastung der Kraftwerke! Ihr ursprünglicher Lieferanteil wird nämlich durch Zwangseinspeisung von exorbitant teurem Zappelstrom reduziert. - Bereits ein Blick auf die Stromkosten in Frankreich bestätigt diesen Sachverhalt.

8
Werner Müller

# 17 „Im Grunde wird es Zeit zu erkennen, dass Elektrische Energie kein Handelsgut ist.“

Elektrische Energie ist ein Handelsgut wie jedes andere auch, deshalb gibt es ja die Brombörse und auch eine Stromrechnung.
Nur weil man keinen „Gabelstapler“ braucht, um das Handelsgut zu bewegen, ist es trotzdem vorhanden. Es gibt im Geschäftsleben genügend andere Handelsgüter, die eigentlich nicht vorhanden sind, und trotzdem gehandelt werden.

++++++++++++

#19 „Es gab tatsächlich mehr Kraftwerke als nötig, als 1990 der Strompreis nur 12 Cent/kWh betrug“

Ein Brötchen kostet 1990 so um die 15 bis 18 Pfennige, dass ist vor 25 Jahren gewesen, da haben sich alle Preise verdreifacht auch das Brötchen beim Bäcker, heute um die 30 bis 33 Cent.

Da macht der Strompreis keine Ausnahme.

Gruß
Werner

9

#17 Ferdinad Peters,
„Angst auf Objektsuche“ handelt immer logisch; auch bei Klimawandel und Energiewende! – Die Bürger zahlen doch (immer noch!) klaglos unsinnig wachsende Preise für ein Produkt, dessen Lieferung ständig unsicherer wird. – Sie bemerken nicht einmal, dass die CO2 Freisetzung – auch ihre heilige Kuh – dabei munter steigt. -
Es gab tatsächlich mehr Kraftwerke als nötig, als 1990 der Strompreis nur 12 Cent/kWh betrug, Die Energieversorger, die Kommunen und auch die Kleinaktionäre verdienten dabei allerdings recht gut. – Nur neue Projekte für Kraftwerke, Stromleitungen und Arbeit für viele Handwerke gab es weniger. – Kann es vielleicht doch eintreten, dass die Anträge auf Stilllegung von (unverzichtbaren) Kraftwerken zum Stolperstein für politische Hohepriester werden? – Noch bemerkt allerdings der Michel nicht einmal , dass er fleißig z. B. für das Verbot der Stilllegung des mordernsten Gaskraftwerkes „Irsching“ zahlt!

10

Aus der Erinnerung: Als meine Mitarbeit am Ausbau der deutschen Stromversorgung 1960 begann, ging es um die Deckung einess stark steigenden Bedarfs, insbesondere problematisch in Süddeutschland. – Ausgangspunkt war ein jährlicher Brennstoffbedarf von 47,5 Mio t SKE mit 81% Kohle, 10,8% Wasserkraft, 2,7% Mineralöl und 5,5% Sonstige. - Zur Deckung des wachsenden süddeutschen Strombedarfes konkurrierten Importkohle und/oder Mineralöl mit Strom aus Kraftwerken am Meer über lange Leitungen mit Kernkraftwerken am Ort des Bedarfs . - Strom aus deutscher Braunkohle oder gar Steinkohle kam seinerzeit nicht in Betracht. – Das Ergebnis war der Strommix des Jahres 1990 mit einem nun dreifachen Brennstoffbedarf von 142,3 Mio t SKE mit 49,9% Kohle, 33,2% Kernenergie, 7,2% Erdgas. 3,9% Wasserkraft, 2,2% Mineralöl und 3,6% Sonstige. – Der Haushaltsstrom kostete 12 Cent/kWh! – Im Anschluss übernahmen bekanntlich Geisteskranke das Heft des Handelns.

11
Ferdinand Peters

#16: Hanna Thiele sagt:
Sehr geehrte Frau Thiele,
es ist bemerkenswert wie gut Sie im Detail in dieser Materie um die Energiewende drinstecken.

Richtig wäre,diesen Zubau von EE-Umwandlern sofort kontrolliert zu beenden.

Es steckt in der Tat viel mehr hinter dem Vorantreiben dieser unsinnigen Veränderungen der Energiebereitstellung.
Fred Mueller hat hier bei Eike einmal einen Politiker mit Durchblick zitiert:

"[...] Ein energiewende-skeptischer Politiker hat einmal angemerkt, es habe keinen Sinn, einer mehrspännigen Kutsche, die entgegen aller guten Ratschläge mit vollem Karacho in eine enge Sackgasse hineingerast ist, noch mit Warnrufen hinterherzulaufen. Für den Unterhaltungswert genüge es, sich am Eingang der Sackgasse zu postieren und das Wendemanöver abzuwarten…. [...]."

Das neuerdings in diesem Umfang Leistungskapazitäten abgeregelt werden,war mir nicht bekannt.

Die kaufmännischen Abteilungen der Kraftwerksbetreiber nutzen die Gunst der Stunde, unnötig gebaute Kraftwerke geräuschlos von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

Im Grunde wird es Zeit zu erkennen, dass Elektrische Energie kein Handelsgut ist.

Mit herzlichem Glückauf

12

# 13 Ferdinand Peters

Sie unterschätzen den Sinn der „Energiewende“, sehr geehrter Peters.
Der heißt: Wie schaffe ich es, alles so zu verteuern und zu verkomplizieren, daß ich für jede Selbstverständlichkeit ein innovatives Forschungsprojekt mit etlichen Millionen und etlichen neuen Professoren brauche, um in selbstverursachter Abhängigkeit und Hilflosigkeit gerade so am Schiffbruch vorbeisegeln zu können.

Wie geht so etwas?
Man simuliert die Realität, macht alles technisch auf der Hand liegende kaputt und ersetzt es virtuell, so auch die Schwungmasse, die künftig aus der Cloud kommen soll (deshalb wohl die Enzyklika, Lizenzgebühren für den "Herrn des Himmels").

In diesem Falle kam der Wunsch der Amis hinzu, es solle Schluß sein mit den leidvollen Erfahrungen amerikanischer Netzbetreiber, die die gravierenden Netz-Störungen dank verlangtem börsengerechten Verhalten des Stroms schwer in den Griff bekamen. Mit Gleneagles wurde „Intelligrid" ins Leben gerufen zur Schaffung einer „innovativen Netz-Architektur“ mit innovativer elektronischer Regelung.
Na klar, daß für so eine große Aufgabe deutsche Ingenieure nie zu klein sind, schon gar nicht die in Hannover. Die VW-Stiftung steuerte gleich eine schlappe Millionen bei für das AMSES-Forschungsprojekt (Aggregierte Modelle für die Simulation von dynamischen Vorgängen in elektromagnetischen Energiesystemen), natürlich alles interdisziplinär und transdisziplinär.
http://tinyurl.com/om3ndsw

Die Cyber-Branche muß doch was zuverdienen und kontrollieren kriegen! Wenn wir dann nicht lieb sind, hacken sie uns zur Strafe mal so eben per Virus die Schwungmasse weg - schon sitzen wir alle im Dunklen.
Dann merken wir, daß wir als Bürger noch immer nicht so virtuell und wende-kompatibel sind, wie unsere Regierung es gern hätte.
Wir frieren real, müssen also noch viel an uns arbeiten, um als gute Klimaschutz-Weltbürger unsere Daseinsberechtigung nicht zu verlieren.

13

#13: Ferdinand Peters

Sehr geehrter Herr Peters,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich bin leider auf diesem Gebiet ein ziemlicher Laie und arbeite mich in dieses absolut verrückten Energiewendesystem nur mühsam ein.
Eine Lösung für die erstaunliche Tatsache, dass es keine negativen Strompreise mehr gibt (auch am 23.8. nicht) habe ich in dem Wort "Systemstabilitätsverordnung 2015" gefunden.
Kann man mal googeln.
Da wird offensichtlich die EEG-Umlage auf das Netzentgelt umgelegt, das Netzentgelt gibt keine Schlagzeilen her.
Eine kalte und unauffällige Einführung des
Kapazitätsmarktes.

14

@#11, Herr Müller,
was wollen Sie uns/mir mit Ihrer Rosinenpickerei bewiesen?
Heute morgen 05:00Uhr:
Solar: 0,0GW;
Wind: 2,1GW,
konventionell: 37,2GW
Und nun?
Quelle EEX-transparency

15
Ferdinand Peters

#8 Herr Dehren:

Sehr geehrter Herr Dehren,
Sie habe die aktuelle Situation ,was die Fahrweise der Kraftwerke in Deutschland betrifft, sehr gutbeobachtet.
Hier im EIKE-Forum ist es des Öfteren zur Sprache gekommen, dass mindestens 50% der bereitgestellten Elektrischen Leistung für die 4 Regelzonen in Deutschland mit „Rotierenden Massen“(Turbosätze) bereitgestellt werden müssen,damit die Systemsicherheit des Europäischen Stromnetzes gewährleistet ist.

Nach einer experimentellen Phase im Jahr 2014 geht man jetzt konsequent mit dieser Richtlinie um.

Aber auch hier gibt es den Kompromiss von Vernunft und Habgier, der nicht selten von den betriebswirtschaftlichen Kräften missbraucht wird.
Man erkennt aber bei genauerem Hinsehen, das die verantwortlichen Betreiber des Kraftwerksparks mehr und mehr Gehör finden.

Die gesetzlich vorgeschriebene Dokumention und Veröffentlichung der Daten lassen leider nicht auf den ersten Blick einen Rückschluss zu, welche Energieumformer abgeregelt wurden.

Beispielhaft sei das Datum 14.8.2015 und 25.82015 genannt.

Wenn man die Netzeinspeisung,die echte vertikale Last und die Abregelungen innerhalb einer Regelzone(50hertz) im zeitlichen Zusammenhang grafisch darstellt, wird die ingenieurmäßige Handlungsweise sichtbar.

Dieser zusätzliche Aufwand wird früher oder später auf die Netzentgelte einer Auswirkung haben.

Und hat den schönen Nebeneffekt, daß die Umwandlung der EE nicht mehr wesentlich ansteigt.
Warten wir es ab, bis der Deutsche Michel es merkt und darüber nachdenkt.

Mit herzlichem Glückauf

16

Sehr geehrter Herr Keil,

zunächst einmal besten Dank an Sie und ihre Mitautoren für diese hervorragende Zusammenfassung.

Allerdings erlaube ich mir einen kleinen Hinweis. Auf Seite 67 Schreiben Sie:

"Es erscheint fast schon tragisch, dass ausgerechnet das einzige von einem grünen
Ministerpräsidenten regierte Bundesland Baden-Württemberg der mit Abstand ungeeignetste
Standort für Windparks ist. Selbst die EEG-Subventionen können dort offenbar nichts an
schmerzhaften Verlusten ändern und es ist daher nicht verwunderlich, dass hier der Zubau an
Windkraftanlagen in der Nähe des Nullpunkts liegt. Im Ländle kann man rechnen und da hilft keine
Klimaschutz-Propaganda." (Ende Zitat)

Der geringe Zubau in BW liegt noch an den Nachwehen der CDU geführten Regierungen, welche der Windkraft eher ablehnend gegenüberstanden.

Seit 2011 schafft die Grün-Rote Regierung erst einmal die administrativen Voraussetzungen für einen flächendeckenden Bau von Windrädern. (Energieerlass, landesweite Ausweisung von Vorranggebieten für Windparks). Das wird bis Ende dieses Jahres bgeschlossen sein, dann wird nachgerüstet.

Momentan (2014) beträgt der Anteil des Windstroms 1,1% an der Gesamtstromerzeugung. Bis 2020 soll dieser Anteil auf 10 % gesteigert werden. 2014 betrug die Stromerzeugung in BW gerundet 60 TWh, 10 % wären also 6 TWh.

Im Jahre 2014 erreichten die Windräder in BW rund 1.200 Volllaststunden, also müsste man eine Nennleistung von 5.000 MW installieren (Momnetan: 550 MW). Bei einer Nennleistung von 2,5 MW pro Anlage wären dies 2.000 Windräder (momentan knapp 400). Umweltminister Untersteller rechnet aber großzügig mit zukünftigen 2.300 VLh (moderne Anlagen wie er immer sagt) und denkt mit 1.200 Anlagen auszukommen. So rechnen sie, die Grünen Männchen im Ländle.....

Ebenso wird ständig betont, dass die Windkraft -besonders in der Region Stuttgart- einen wesentlichen Beitrag zu einer dezentralen, nachhaltigen ökologischen Stromversorgung sorgt.

So denken sie, die Grünen Männchen im Ländle....

17
Werner Müller

#2 "...Extreme Strom-Überproduktion bei Starkwind, die man mit „negativen Preisen“ als Zugabe verzweifelt in Nachbarländer exportiert..."

34 Woche, 2015 (23.8.2015 ca. 13:00 Uhr) ist der Tiefstpreis ca. – 5Cent/kWh.

Am vergangenen Sonntagmittag um 13 Uhr haben die erneuerbaren ca. 84 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland erzeugt, die konventionell sind noch mit ca. 16% im Boot.

Leistung
http://sho.rtlink.de/V2mwJ3EV

Preise
http://sho.rtlink.de/oiwC8NSx

Gruß
Werner

18

Sehr geehrter Herr Keil

Da haben Sie und Ihre Mitautoren eine hervorragende Zusammenfassung des ganzen EEG-Dilemmas geschrieben! Vielen Dank dafür. Ich habe sie mir heruntergeladen, bin aber noch nicht ganz durch. Für mich waren einige neue Gedanken drin, besonders wie man den thermischen Wirkungsgrad eines Dampf-Kraftwerkes unter Teillast abschätzen kann und daraus den CO2-"Ausstoß" erhält, der dem EEG-Strom zuzuschlagen ist. Diese "Ausstöße" der "umweltfreundlichen" EEG-Erzeuger sind durchaus nicht zu vernachlässigen!

Diese Schrift eingehend zu studieren, ist jedem Interessierten zu empfehlen, auch wenn sie recht lang ist.

Nochmals vielen Dank

MfG

G.Wedekind

19

@#5, Herr Dehren,

Quelle EEX, Spotmarkt:
12.4.2015 Peak: -11,38€/MWh

Aber im Prinzip haben Sie recht; das Abregeln erscheint nicht an der Börse und wird über die Netzgebühren sozialisiert.

20

@ #7 Andreas Demmig
Vielen Dank für den link!
Die traurige Meldung daraus:
"Biermann warnt: „Das könnte sich auf eine halbe Milliarde jährlich summieren, weil das Netz nicht adäquat ausgebaut ist. Die Physik lässt sich nicht überlisten.“
Dirk Biermann ist für das Netzsystem bei 50hertz zuständig.
Aber auch ein weiterer Netzausbau wird an diesem Unsinn nicht viel ändern
Und trotzdem werden lustig weiter Windmühlen und Blauschilde installiert, bis es einmal richtig knallt.

Schöne neue Welt!

21
Andreas Demmig

#5 G. Dehren

Obwohl in Vorgriff zu den Recherchen für einen gerade übersetzten Artikel, passt es gerade hier hin:

Zu diesem Thema habe ich in den Stuttgarter Nachrichten etwas gefunden.
http://tinyurl.com/otj7t23

„Wir geben seit der Hitzewelle jeden Tag grob 2,5 Millionen Euro aus für grenzüberschreitende Eingriffe mit unseren Nachbarn, um das Netz stabil zu halten“, erklärt Biermann, der als Geschäftsführer bei 50Hertz für den Systembetrieb zuständig ist.“

22

@#2:
Abfallentsorgung ins Ausland?
Wenn die Grünen nicht giftgrün, sondern wirlich grün im positivem Sinne wären, müßten sie das auf jeden Fall strikt ablehnen - genau wie die ganze Energieverschwendewende.

23

@ #2
Lieber Herr Steger,
nochmal zur allgemeinen Kenntnisnahme, - es gibt keine negativen Strompreise mehr.
Auf Grund irgendeiner Richtlinie wird seit Anfang des Jahres gnadenlos abgeregelt, nach EnWG §13.1.
Diese Massnahmen haben 2013 insgesamt 50 Mio Euro gekostet, 2014 100 Mio Euro.
Nach der neuen Methode "Abregeln, um negative Strompreise an der Börse zu vermeiden" rechnet TenneT mit über 150 Mio Euro Ausgleichszahlung an die Windmüller in diesem Jahr..
Bei 50hertz wird es wohl noch mehr sein.
Da waren gestern 3 Mio Euro für 30 GWh abgeregelten Windstrom fällig, heute etwa 1 Mio.
Zahlungen dafür, dass nicht geliefert wird!
Da kann man nur sagen:
Schöne neue Welt!

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#3 Sehr geehrter Herr Niemann,
volle Zustimmung zu Ihren Aussagen. Auch sollte man die jetztige Generation der KKW nicht immer indirekt schlecht reden, weil eventuell die GenIV (ob diese das wirklich können, ist noch sehr offen), die minoren Transurane spalten kann.
MfG

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Ich habe zum Punkt „2.23 Kernkraft: Ungeliebt, aber unverzichtbar“ eine Bemerkung:

Bis zum Jahre 2000 waren die Spaltprodukte der Abfall aus einem Kernkraftwerk, diese Spaltprodukte wurden aus den abgebrannten Brennelementen bei der Wiederaufarbeitung separiert und in Glas eingeschmolzen. In Gorleben stehen ca. 100 Castoren mit etwa 2500 derartiger Kokillen, vorgesehen für die Endlagerung in der Tiefe.

Durch Trittin wurde das anders, es wurde um das Jahr 2000 die Wiederaufarbeitung für Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken verboten, die abgebrannten Brennelemente mit noch 95% Wertstoffen und nur 5% Abfall ( = Spaltprodukte) wurden peu à peu zu Abfall erklärt, sie sollten insgesamt der Endlagerung zugeführt werden, „direkte Endlagerung“ wird das genannt.

Worte wie „…die Abfälle der zur Zeit üblichen Leichtwasserreaktoren als Brennstoff zu verwenden…“ sind daher irreführend, denn die Abfälle sind nur die Spaltprodukte, die können nicht mehr Brennstoff sein.
Oder wenn es zum Brüter heißt: „Der Reaktor erzeugt selbst keine radioaktiven Abfälle; vielmehr verbrennt er die Abfälle der heutigen Leichtwasserreaktoren, die ihm als Brennstoff dienen…“ --- das könnte exakter und verständlicher geschrieben werden, denn auch der Brüter erzeugt Spaltprodukte, und diese sollen nach heutiger weltweit einheitlicher Auffassung unterirdisch gelagert werden. Das ergibt wieder Kokillen mit in Glas eingeschmolzenen Spaltprodukten. Aber der Brüter kann das noch nicht gespaltenen U-238 aus den abgebrannten Brennelementen der LWR’s und die nicht spaltbaren Transurane in spaltbare Nuklide überführen und so energetisch nutzen.

Wir sollten Trittin nicht die Freude lassen, innerhalb von etwa 15 Jahren die Bedeutung von Worten in seinem Sinne geändert zu haben.

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"...Extreme Strom-Überproduktion bei Starkwind, die man mit „negativen Preisen“ als Zugabe verzweifelt in Nachbarländer exportiert..."

Mein Vorschlag:
In Zukunft nicht mehr von "Export" sondern nur noch von "Abfallentsorgung" zu sprechen/schreiben, denn das erklärt auch sehr gut die teilweise negativen Börsenpreise, denn nur (Strom-)Abfall muss man noch Geld hinterherwerfen.

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So ein Zufall: Bei uns im Kreis Neuss soll eine riesige Halle mit einem Konverter zur Umformung des Stroms für die Höchstspannungsleitungen gebaut werden - ganz zufällig in Sichtweite von Garzweiler II und den Großkraftwerken... Den Bürgern allerorten wird das natürlich als notwendig für den "Windstrom von der Nordsee" verkauft.
Müsste das Ding dafür dann nicht direkt an der Küste gebaut werden?