Ein mahnender Brief aus Paraguay

Ungefähre Lage und Größe des Gran Chao; Bild Flyhighplato; English Wikipedia

Es ist immer hilfreich über den Tellerrand hinaus zu blicken. Das tut unser Autor mit seinem Blick aus dem fernen Südamerika auf unser kleines Deutschland. Der Autor der folgenden Zeilen, Dr. sc. Agr. Albrecht Glatzle, wanderte vor rd. 25 Jahren nach Paraguay aus. Dort – im Gran Chaco von Paraguay- baute er sich einen großen landwirtschaftlichen Betrieb auf, den er sehr erfolgreich bewirtschaftet. Neben seiner Tätigkeit als Landwirt beteiligt er sich in vielen Organisationen die die Interessen des Umweltschutzes aber auch der Landwirtschaft national wie international vertreten. Es liegt nahe, dass er sich besonders um Fragen des Klimawandels und der Energieversorgung besonders in Entwicklungs – und Schwellenländern kümmert. In dieser Eigenschaft war er Teilnehmer der UN Klimakonferenz von Lima. A. Glatzle ist seit vielen Jahren Mitglied bei EIKE und der britischen Global Warming Policy Foundation. Den folgenden Brief schrieb er an seinen in Deutschland lebenden Bruder. Darin erläutert er die Beweggründe für sein Denken und Handeln.

Mein lieber Bruder NN,

danke für Deine kritischen Anmerkungen, die mich veranlassen doch noch einmal zu antworten. Ich denke, es gibt heute niemand der bezweifelt, dass Kernkraft mit erheblichen Risiken verbunden ist. Aber Du tust Frau Wendtland Unrecht. Sie hat sich nicht als Expertin bezeichnet, sondern als außenstehende Beobachterin. Ja, sie gibt die Meinung von ukrainischen Experten wieder, die den deutschen "Atomausstieg" als eine Art Luxus-Marotte betrachten. Ich kann das gut nachvollziehen, denn außerhalb Deutschlands gibt es noch gut 400 Kernkraftwerke und weit über 100 sind in Planung oder Bau. Das zeigt, dass man in der Welt manche Dinge anders sieht als in D. Und dass kurz nach dem Abschalten des KKW Grafenreinfeld eine Trafostation explodierte, was Schweinfurt einen längeren Stromausfall bescherte, wirft zumindest die Frage auf, ob man in D. wirklich alle Konsequenzen des Handelns so ganz durchdacht hatte.

Auch ich bin absolut kein Kernkraft-Experte, wie Ihr alle wisst. Meine Haltung zur Nuklearenergie ist eher neutral, ja sogar kritisch, schon auch deshalb, weil die Nuklearindustrie aus purem Eigennutz zur Diffamierung des wichtigsten Nährstoffs allen Lebens CO2 (einzige C-Quelle aller Organischer Substanz) und zur Klimahysterie beigetragen hat. Dennoch bedaure ich, dass die Nation mit den besten Sicherheitsstandards und großer Kernforschungstradition aus ideologischen Gründen aus der Weiterentwicklung und Perfektionierung dieser Technik aussteigt.

Andererseits stehe ich mit zahlreichen, meist pensionierten Experten aus diversen Disziplinen in Kontakt, darunter auch aus der Kernindustrie, von denen ich mit mehr Material zu diversen Themen eingedeckt werde als ich verdauen kann. Doch bevor ich ein paar der erhaltenen Informationen wiedergebe, noch ein Bekenntnis: Ich hätte absolut kein Problem über Castorbehältern zu wohnen, die sich 1000 m unter mir in einem Salzstock befinden. Auf den Graniten im Schwarzwald (nicht im Chaco) sind wir einer stärkeren natürlichen Grundstrahlung ausgesetzt als in Gorleben, mit oder ohne "Atommüll".

– Wohl hätte ich aber ein Problem, neben Hallen zu wohnen, die Behälter mit hochradioaktiven Abfällen beinhalten. Ich fürchte, diese Lagerhallen sind eine Folge der grün-roten, vielleicht sogar schwarzen Verhinderungspolitik einer Lösung.

– Dass überhaupt "Abfälle" in diesem Ausmaß entstehen, hängt unter anderem auch mit Verweigerungshaltung zusammen (aber auch mit Kosten und Risiken), sonst wären vielleicht die Wiederaufbereitungsanlagen in Karlsruhe und Jülich noch in Betrieb und die in Wackersdorf wäre in Betrieb genommen worden. In mehreren Ländern mit z.T. geringeren Sicherheitsstandards sind Wiederaufbereitungsanlagen in Funktion (USA, UK, Frankreich, Russland Japan, Indien, China u.a.).

– Tschernobyl war kein Unfall, so wurde mir gesagt, sondern eine mit hochgradiger Verantwortungslosigkeit geradezu mutwillig herbeigeführte Kernschmelze, ein Vorgang, der nur in der ehemaligen Sowjetunion denkbar gewesen sei.

– Die Anzahl der Unfalltoten pro erzeugter MWh sei (einschließlich Tschernobyl) bei Kernkraft niedriger als bei jeder anderen kommerziellen Form der Stromerzeugung. Trotz der jährlich über 50.000 Toten und hunderttausender Verletzter (und z.T. Verstümmelter) im Straßenverkehr fordert niemand den Verzicht auf Autos. Dieser Vergleich soll kein individuelles Schicksal herabwürdigen, aber doch die Frage aufwerfen, ob die realen Gefahren verschiedener Techniken nicht doch mit ungleicher Gewichtung wahrgenommen werden.

– Über Ausmaß, Art, Gefährlichkeit und Langlebigkeit von Strahlung herrscht totales Informationschaos und daher große Verunsicherung. In Ramsar, Iran, und manchen Orten in Brasilien liegt die natürliche Grundstrahlung um ein Vielfaches über den zulässigen Grenzwerten für Risikogruppen, die beruflich Strahlung ausgesetzt sind. Trotzdem gibt es da keine gehäuften Krebsvorkommen. Es gibt Studien, die zeigen, dass es keine lineare Beziehung zwischen kumulativer Strahlung und Krebsrate gibt. Vielmehr scheint bis zu einem bestimmten Ausmaß, Strahlung die Krebsrate sogar zu vermindern (was man mit aktivierten Reparaturmechanismen bei Mutationen erklären könnte).

– Hiroshima und Nagasaki sind schon lange wiederbewohnte Städte trotz der schmutzigen Bomben, die auf sie niedergingen.

– Offenbar gibt es inhärent sichere Kugelhaufenreaktoren auf Thoriumbasis, bei denen auch bei Totalausfall der Kühltechnik keine Kernschmelze eintreten kann. Warum wird in dieser Richtung nur in China, den USA und anderen Ländern weitergeforscht, obwohl die Grundlagen einst in D. entwickelt wurden?

Soweit die Wiedergabe aus dem Gedächtnis einiger Informationen, die mir zugetragen wurden. Es würde mir etwas Mühe bereiten, die Quellen im Einzelnen zusammenzusuchen. Dennoch im Anhang eine gute Übersichtsarbeit zur Kernenergie. Noch einmal, ich will mich hier nicht zum Kernkraft-Experten aufspielen und gehöre auch nicht zu denen, die glauben Kernenergie sei unverzichtbar. Wenn aber Deutschland dann auch noch auf Kohle verzichten will, was ja offenbar aktiv eingeleitet wird, dann ist der Blackout vorprogrammiert. Bei einem Besuch in einem Kohlekraftwerk in Mannheim mit einem nagelneuen Block mit Kraft-Wärme-Kopplung (>70% Energieausbeute) im März letzten Jahres wurden uns von der technischen Leitung folgende Grundbotschaften mitgegeben:

– Die Möglichkeiten der Regulierbarkeit im Viertelstundenrhythmus von Kraftwerken dieser Größenordnung sind bis aufs Äußerste ausgereizt. Aufgrund des Flackerstroms aus erneuerbaren Quellen im Netz gibt es in D über 7000 Noteingriffe pro Jahr zur Netzstabilisierung (vor 10 Jahren waren es noch 200).

– Ein Blackout wäre eine Katastrophe und hätte europaweite Wirkung aufgrund des Verbunds der Stromnetze. Ein solches Kraftwerk braucht Tage bis es wieder hochgefahren ist und ist ohne externe Stromquelle in der Größenordnung von 30% der Leistung des Kraftwerks gar nicht möglich.

– Ab 2022 (Abschaltung der letzten KKWs) gibt es in D unweigerlich eine erhebliche Stromlücke, wenn "Atomausstieg" und "Klimaschutzziele" unverändert beibehalten werden. Niemand, kein Politiker, keine Ethikkommission, kein Wissenschaftler, kein Ingenieur weiß derzeit, wie diese Lücke geschlossen werden soll.

Zur Frage der Energieversorgung im Anhang das Energiepolitische Manifest von EIKE.

Noch ein Wort zum Rückbau von Kraftwerken: Ich zweifle nicht daran, dass der Rückbau des DDR-KKWs Rheinsberg eine Mia DM gekostet hat. Natürlich hat dieses KKW keine Rückstellungen dafür mitgebracht (und natürlich werden die Rückstellungen vorzeitig zwangsweise abgeschalteter KKWs für den Rückbau auch nicht ausreichen, sondern werden sogar infolge der Schadenersatzklagen erhebliche Negativwerte annehmen). Aber die etwa 3000 Windräder, die nötig sind, um ein KKW mit 1000 MW Leistung (zeitweise und unzuverlässig) zu ersetzen, die eine große Fläche an Landschaft verschandeln, Vögel killen, Bodenwerte mindern, Gesundheitsschäden verursachen und trotzdem noch Schattenkraftwerke mit gleicher Leistung benötigen, dereinst (mitsamt den Schattenkraftwerken) rückzubauen, ist auch kein Pappenstiel. Und bei Windrädern ist keine Rückbaurücklage vorgesehen, im Gegenteil, mit den jährlichen Mehrkosten durch das EEG von gut 20 Mia Euro, für die der Stromkunde stillschweigend aufkommt, könnte man jedes Jahr mehrere Kraftwerke bauen oder KKWs rückbauen. Nicht von ungefähr kostet die kWh in D etwa 4 mal so viel in Py. Als wir vor 25 Jahren hier ankamen, zahlten wir hier etwa doppelt so viel wie in D. (damals hatten wir aber noch keinen Itaipú-Strom, sondern waren noch mit Brennholzverstromung unserer Zeit weit voraus).

Zweifellos muss in der Frage der Kernkraftnutzung das Vorsorgeprinzip einen sehr hohen Stellenwert haben. Dies kann auch so weit gehen, dass man sich entscheidet, ganz auf Kernkraft zu verzichten. Das ist eine Frage der Prioritätensetzung und der Gewichtung von Vor- und Nachteilen beim Entscheidungsprozess. Wenn aber diese Arbeit von Merkels Ethikkommissionen verrichtet wird, dann geht bei mir eine Alarmglocke an, weil man darin Fachleute mit der Lupe suchen muss, und wenn es sie noch gibt, erfüllen sie eine Alibifunktion und haben keine Chance, sich durchzusetzen. Es ist auch zu beobachten, dass durchideologisierte "Experten" wie Claudia Kemfert, die grundsätzlich alles, was nicht ins Konzept passt, vergessen zu erwähnen, geschweige denn zu analysieren, die deutsche Regierung "beraten" dürfen. Bei allem Respekt, aber als kindererziehende Mutter hätte diese attraktive Frau ganz sicher für die Gesellschaft eine sehr viel nützlichere Rolle gespielt als in ihrer aktuellen Funktion, die ihre Kapazitäten einfach übersteigt.

Wo aber das Vorsorgeprinzip missbraucht wird, kehrt es sich ins Gegenteil. Dies ist der Fall in meinem Spezialgebiet (seit etwa 10 Jahren), nämlich dem Tatbestand der Klimahysterie. Wer aufgrund von einigen Modellrechnungen, die keineswegs von empirischen Daten getragen werden, eine große Transformation (Decoarbonisierung) der Weltwirtschaft einleiten will, wie leider die G7 Regierungschefs, der trifft keine Vorsorge, wie uns die vielen selbsternannten Experten weiß machen wollen, sondern handelt gröbst fahrlässig und gefährdet mutwillig Wohlstand und sogar physisches Leben, oder aber er verfolgt hinter dem noblen Vorwand, den Planeten retten zu wollen, machtstrategische Ziele.

Und wenn ich schon dabei bin, hänge ich auch noch die Stellungnahme von vier mir persönlich bekannter Autoren zum Monitoringbericht 2015 des Umweltbundesamts UBA an, den ich gestern erhalten habe. Es handelt sich um eine exzellente Kurzzusammenfassung des Stands der Forschung zum Thema Klimawandel als Antwort auf institutionalisierte Desinformation aus dem UBA. Leider hat diese Desinformation weltweite Reichweite. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich von Py aus überhaupt für deutsche und europäische Klima- und Energiepolitik interessiere.

Als Mitglied der Comisión Nacional de Cambio Climático CNCC in Py erlebe ich hautnah, wie ernst "Expertisen" aus internationalen Organisationen und Ministerien von großen und reichen Ländern genommen werden. Diese können massive negative Auswirkungen auf das Wohlergehen von Entwicklungsländern haben, die vieles nicht durchschauen sondern den wohlerzogenen Jungen spielen wollen und naiv glauben, man meine es ja nur gut mit ihnen. Stolz haben Mexiko und Peru in Lima COP20 davon berichtet, dass sie die ersten Windparks eingerichtet haben und wurden auch prompt von Barbara Hendricks dafür gelobt. Kretschmann war schon in Argentinien, um dort für Baden-Württembergische Windräder zu werben (das Land hat wahrlich wichtigere Probleme, als sich noch ein weiteres überflüssiges namens Windparks aufzuhalsen).

Auch Paraguay ist eifrig dabei, in vorauseilendem Gehorsam die Bedingungen zu erfüllen, um dereinst in den Genuss des grünen Klimafonds zu gelangen. Zu großartig klingen die Summen, über die man da spricht. Blauäugig werden entwicklungshemmende Emissionsreduktionsziele versprochen und sogar teilweise gesetzlich festgeschrieben, als sei das ein Pappenstiel. Man ist von der win-win-Situation von Klimaschutzmaßnahmen überzeugt, wie das ja stets die "Experten" auf den COPs predigen, – und schließlich wird da draußen ja über sehr attraktive Summen gesprochen, für die man sich qualifizieren will. Theoretisch weiß jeder, dass wirtschaftliche Entwicklung fast immer zusätzlicher Energieverbrauch und Emissionssteigerung bedeutet, aber man vertraut fest darauf, dass die gepredigte Abkopplung von Entwicklung und CO2-Emission ganz sicher kommen wird, und dass man dann sogar (fast) kostenlose Energie zur Verfügung haben wird.

Es ist derzeit in Py ein ley marco de cambio climático in Bearbeitung. In diesen Tagen hatte ich alle Hände voll zu tun, wenigstens die gröbsten Fahrlässigkeiten darin anzuprangern. Glücklicherweise hat der Paraguayische Bauernverband (ARP) sich meine Stellungnahme zu eigen gemacht und unverändert an das Parlament weitergeleitet. Auch über die CNCC versuche ich, wenigstens zu erreichen, dass solche (aus anderer Länder Gesetzgebung abgeschriebene) Spinnereien wie Kompensationszahlungen für Verbrauch fossiler Brennstoffe und Emissionshandel aus dem Gesetzesentwurf ersatzlos gestrichen werden. Keine Ahnung, ob das gelingt.

Dass im sonst ganz akzeptablen nationalen Entwicklungsplan 2030, der stillschweigend per Dekret des Präsidenten am Parlament vorbei kürzlich verabschiedet wurde, Bestimmungen enthalten sind, die juristisch eigentlich keine Emissionserhöhung an CO2 zulassen (was man hier für ein Kennzeichen nachhaltiger Entwicklung hält), obwohl gleichzeitig ein jährliches Wirtschaftswachstum von 6,8% angestrebt wird (was bei proportionaler Steigerung des Energieverbrauchs bis dahin zu einer Verdreifachung führen würde, und was natürlich nicht mit einem Einfrieren der CO2-Emissionen vereinbar ist), habe ich in einer Stellungnahme kritisiert, die manche Akteure, die bei der Abfassung der kritisierten Textteile schlicht geschlafen haben, offenbar ziemlich getroffen hat und heftige Reaktionen auslöste. Daraufhin habe ich ihnen mitgeteilt, dass ich mit meiner Mitgliedschaft in der CNCC keinerlei persönliche oder berufliche Ambitionen verbinde, aber solange ich diesem Gremium angehöre, wird es meine Warnungen aushalten müssen, wenn ich die Naturgesetze oder die Interessen Paraguays verletzt sehe.

In diesem Fall muss man es als Glücksfall ansehen, dass Gesetze hier meist etwas flexibler ausgelegt werden als in anderen Ländern, so dass Gesetze nicht immer bedeuten müssen, dass sich die Mehrheit auch wirklich daran hält. Aber dass es überhaupt zu solchen absurden Gesetzesinitiativen kommen kann, liegt an der mit ungeheurer Impertinenz betriebenen internationalen Propaganda seit nun zwei Jahrzehnten und zwar mit immer mehr Geld und Penetranz. Der französische Botschafter in Kuba ist zur Zeit auf Tour durch die Metropolen Südamerikas, um medienwirksam für ein verbindliches Abkommen in Paris zu werben. In trautem Einklang mit mindestens 95% der Teilnehmer an den internationalen Klimakonferenzen (keine Übertreibung, ich spreche aus Erfahrung) beschränken sich seine "Kenntnisse" in Klimafragen auf folgende Behauptungen:

– Das Klima ändert sich und wir sind schuld.

– CO2 ist ein Klimagift, deshalb müssen wir den Ausstoß reduzieren bis auf null – spätestens bis 2100. Sonst erleiden wir die Klimakatastrophe: Wir werden durch Hitze umkommen, Inseln werden untergehen und Dürren und Überschwemmungen werden nie gesehene Ausmaße annehmen.

– CO2-Reduktion ist kein Problem, denn es gibt erneuerbare Energien, die man halt nur schnell einsetzen muss (er meint von Europa kaufen muss). (Ohne Flachs: In Lima, COP 20, sagte mir der technische Direktor des Elektrizitätsversogers von Kairo, dass er wegen der steigenden Nachfrage jährlich die Kapazitäten um 7% erweitern muss, natürlich mit Kohle, was denn sonst, dass er aber von seiten der Politik unter Druck stehe, doch bald auf erneuerbare Energien zu setzen, "damit endlich die Stromausfälle aufhören". So krumm sind die Lehrinhalte von Hendricks und Konsorten, wenn sie auf den COPs mit der deutschen Energiewende prahlen).

– Alle Wissenschaftler sind sich in dieser Frage einig. Die Debatte ist längst abgeschlossen. Zweifel gibt es keine mehr, bzw. sind absolut vernachlässigbar. Das (unabhängige und über jede Kritik erhabene) IPCC ist der Garant für diese Aussage.

– Die Zukunft wird aber rosig, wenn wir in Paris ein ehrgeiziges Abkommen abschließen. Wenn wir uns etwas anstrengen, dann erreichen wir bald eine blühende Entwicklung ohne CO2-Ausstoß. Dabei hilft der grüne Klimafond mit jährlich 100 Mia $$. Stellt Euch vor, was man damit alles machen kann! Aber wenn man genau hinhört, stellt man fest, dass es aus diesem Fonds nur dann wirklich nützlich einsetzbares Geld gibt, wenn man im Nationalen Inventar für Treibhausgase (den alle Länder in zweijährigem Rhythmus anfertigen müssen und dafür reichliche Unterstützung und Hilfestellung von FAO und UNDP oder bilateralen Entwicklungsexperten erhalten) vorzeigbare "Erfolge" gibt: "Das Tor zur Adaptation ist die Mitigation". Mir wird immer klarer, dass die "Hilfsgelder" des Grünen Klimafonds als eine Art Bestechungsmasse für Entscheidungsträger aus Entwicklungsländern konzipiert sind, um Maßnahmen einzuleiten und zu finanzieren, die das Potential haben, die Wirtschaften dieser Länder zu schwächen bzw. auf Subsistenzniveau zu erhalten. Und wenn ich mich in Py umsehe, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass viele Entscheidungsträger bereit wären, für ein "Almosen" (z.B. ein prestigeförderndes Projekt zur Emissionsreduktion mit entsprechender Vergütung. Das muss gar keine direkte Bestechung sein) die Seele seines Landes zu verkaufen.

Die Propaganda, der Druck und auch die Anreize zum Mitmachen an der fröhlichen Party des Klimaschutzes (natürlich zur Rettung des Planeten) ist bestens organisiert und läuft über koordinierende UNO-Institutionen, diplomatische Kanäle, Institutionalisierung der Klimapolitik (neue einschlägige Behörden, Gremien, Gesetze und "Forschungsprojekte", die ausgeschmückt mit länderspezifischen Details linientreu die Haltung und die Prognosen des IPCC wiedergeben) und mittels Unterwanderung durch NGOs. Die besten einheimischen Leute werden mit einem sicherlich sehr guten Gehalt dem nationalen Wirtschaftsprozess entzogen und in Lobbyarbeit geschult. So sitzt z.B. in der CNCC ein Vertreter des WWF (mit "Beratungsfunktion"), der massiv und eloquent für die offizielle Linie der UNO in Sachen Klimaschutz wirbt, mit allen vernünftigen und schädlichen Elementen. Man muss wissen, dass der WWF von der EU-Kommission reichlich mit Mitteln versorgt wird. Man kann also davon ausgehen, dass der WWF Europäische Interessen vertritt. Da aber die Gelder an eine gemeinnützige Organisation im Ausland überwiesen werden, unterliegen sie nicht mehr der direkten Detailkontrolle durch den europäischen Rechnungshof, was einen "flexibleren" Einsatz dieser Gelder ermöglicht. Ich habe den Verdacht (leider keinen Beweis), dass die massiven Gelder, die laut Bekenntnis eines mir persönlich bekannten Abgeordneten geflossen sind, um ein Nullrodungsgesetz für den Chaco auf den Weg zu bringen (das dann doch gescheitert ist) über den WWF "gewaschene" Steuergelder aus der EU waren. Früher nannte man das Abgeordnetenbestechung, heute bezeichnet man das als Beitrag zu "good governance".

Der ganze Gleichschaltungsmechanismus in Sachen Klimawandel ist so eingefahren und erfolgreich, dass es inzwischen in manchen Gremien in Entwicklungsländern schwieriger sein kann, eine dissidente Haltung zu vertreten als in den Industrienationen. Wenn ich in deutschen, britischen, amerikanischen Zeitungen die Leserkommentare zur Kenntnis nehme (wenn sie repräsentativ sind), dann hat inzwischen mindestens 50% der Leserschaft eine kritische Haltung zur Klimahysterie, in Entwicklungsländern wird immer noch stur geglaubt, was der französische Botschafter predigt. Innerhalb der CNCC konnte ich diese Haltung schon etwas aufmischen. Man ist neugierig zu hören, was der Querdenker zu sagen hat, obwohl man schon weiß, dass man eigentlich nur die Funktion des Abnickens der großen UNO-Politik hat. Aber die Berater des Präsidenten sitzen halt auch in der CNCC und ich habe die Hoffnung, dass sich da keiner mehr vorwerfen lassen will, dem Präsidenten ein Dekret mit entwicklungsschädlichen Elementen zur Unterschrift untergeschoben zu haben.

Was ist wirklich mit dem Klima los?

Gar nichts Besonderes! Alle Klimata der Erde liegen voll und ganz innerhalb ihrer natürlichen Schwankungsbreiten der letzten Jahrhunderte. Seit Ende der letzten Eiszeit gab es zahlreiche Warm- und Kaltzeiten trotz vorindustrieller CO2-Werte, darunter das Mittelalterliche Klimaoptimum, als die Wikinger auf Grönland Ackerbau und Viehzucht betrieben und die Kleine Eiszeit als der Weihnachtsmarkt von London auf der zugefrorenen Themse abgehalten wurde, oder das Holozän-Wärmeoptimum vor 6000 bis 8000 Jahren, als die Sahara grün und reich an Großwild war. Weder der Temperaturanstieg noch seine Rate seit Beginn der Industrialisierung sind irgend etwas Ungewöhnliches. Der Meeresspiegelanstieg findet seit 15.000 Jahren statt, hat sich vor 3000 Jahren stark verlangsamt und in den letzten Dekaden nicht beschleunigt. Während die Arktis etwas an Eis verlor, nahm die Eismasse der Antarktis in den letzten 30 Jahren zu. Intensität und Frequenz gefährlicher Extremwetterereignisse haben nicht zugenommen, was sogar das IPCC zugibt. Die Solaraktivität wird vom IPCC aber so klein geredet, dass man keine vorindustrielle Warmphase mehr mit der Sonne erklären könnte, was dann wiederum die (vergeblichen) Versuche des IPCC erklärt, vorindustrielle Warmphasen wegzunivellieren. Es gibt nirgendwo Wetter- und Klimaereignisse, die nicht schon in ähnlicher Form, Häufigkeit und Intensität in vorindustriellen Zeiten aufgetreten wären.

CO2 ist in atmosphärischen Konzentration nützlich (Nährstoff) und liegt deutlich unterhalb seines Optimums. Die Klimasensitivität des CO2 wurde wegen der fantastischen Annahme einer sich immer mehr verstärkenden Rückkopplung bis zu einem Tipping Point weit überschätzt. Natürlich gibt es eine Beeinflussung des Mikroklimas durch den Menschen, z.B. städtischer Wärmeinseleffekt. Beim Makroklima ist jedoch kein menschlicher Einfluss nachweisbar. Alle diesbezüglichen Behauptungen basieren auf Modellrechnung mit vielen Annahmen, mit deren Hilfe man jedes gewünschte Ergebnis erzielen kann. – Und jetzt kommt’s: In den letzten 18 Jahren hat die mittlere Globaltemperatur nicht weiter zugenommen (laut Satellitenmessungen, die zwar einer Kalibrierung unterliegen, aber deren täglich zig tausende Messungen gerecht über den Planeten verteilt sind). Die aktuellen Temperaturen liegen unterhalb der Konfidenzintervalle aller IPCC-Modelle, die in den ersten 4 Sachstandberichten veröffentlicht wurden. Ein krasses Beispiel für das Auseinanderlaufen von Modellberechnungen und Beobachtungen hat kürzlich (13.5.15) John Christy von der University of Alabama bei einer Anhörung im amerikanischen Kongress gezeigt (siehe Anhang). Damit sind nach gängigen wissenschaftlichen Kriterien die Modelle widerlegt. Dass das IPCC trotzdem mit jedem neuen Bericht die Wahrscheinlichkeit erhöhte (zuletzt auf 95%), dass menschliche Emissionen maßgeblich für eine Erwärmung verantwortlich seien, die es seit kurz nach dem 2. Sachstandsbericht (1996) gar nicht mehr gab, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Jeder Student, weltweit, würde bei diesem Vorgehen durchfallen. Das wissen auch die IPCC-Getreuen, deshalb haben sie sich etwas über 60 Erklärungen einfallen lassen (die meisten davon sind aber schon beim ersten Hinsehen widerlegt), weshalb es diese berühmte "Erwärmungspause" gab. (Manches spricht aber dafür, dass es sich um einen Erwärmungspeak handelt). Aber dumm sind sie ja nicht, die IPCC-Getreuen, deshalb haben sie auch gemerkt, dass es sich bei den 60+ Erklärungen um 60+ Ausreden handelt, denn sonst hätten sie ja schon im Vorfeld bei den Modellberechnungen berücksichtigt werden müssen. Dass dies nicht geschah, ist ein stillschweigendes Eingeständnis, dass langfristige Klimavorhersagen durch Modellierung des chaotischen Wettergeschehens einfach nicht möglich sind (schon eher durch Beobachtung von Solarzyklen und damit verbundener Ozeanischer Oszillationen, mit denen man den Klimaverlauf seit Beginn der Industrialisierung zwanglos erklären kann.

Aber diese Dinge sind nicht Sache des IPCC: Das CO2 hat schuld zu sein, so lautet der Auftrag dieser Organisation zwischen den Zeilen, die ja bei Entwarnung in Sachen Klimaalarm sofort ihre Existenzberechtigung verlieren würde. Unabhängigkeit sieht anders aus). Bleibt am Ende die verzweifelte Adjustierung von gemessenen Daten, um damit wenigstens halbwegs eine Annäherung an die prognostizierten Temperaturverläufe zu erhalten. Eine solche Adjustierung der Daten (nach Wunsch) geht natürlich nur bei Stationsdaten mit miserabler geographischer Verteilung, unterschiedlichen Messmethoden etc. Ich habe verschiedene Kontakte mit Wissenschaftlern, die von laufenden Adjustierungen bei den im Internet zugänglichen historischen Temperaturdaten der Messstationen durch Institute wie GISS (Abteilung von NOAA) und Hadcrut der East Anglia University u.a. aus Erfahrung berichten. "Zufällig" ist das Ergebnis immer ein verstärkter Erwärmungstrend. Kürzlich hat sogar die Presse darüber berichtet und dabei die Manipulationen (durch GISS) an der Paraguayischen Station Puerto Casado aufgezeigt:

http://www.telegraph.co.uk/comment/11561629/Top-scientists-start-to-examine-fiddled-global-warming-figures.html . Die Global Warming Policy Fundation, deren Mitglied ich bin, hat einen Untersuchungsausschuss berufen, die Datenmanipulationen zu untersuchen und Begründungen durch die Handelnden zu verlangen. Das kann Jahre dauern, weil die Täter erfahrungsgemäß Daten und Begründungen erst nach Androhung gerichtlicher Schritte zögerlich herausgeben. Sie wissen sich von oben gedeckt.

Glücklicherweise machen die beiden Institute, die Satellitenmessungen auswerten (RSS und UAH), bei den Datenmanipulationen nicht mit. Ein zunehmendes Auseinanderscheren der Satelliten- und frisierten Stationsdaten ist die Folge. Was das IPCC aus seinen "Jugendsünden" auch noch gelernt hat, ist, dass man heute den Vorhersagezeitraum deutlich streckt und erst für Zeiten konkret wird, wenn die Autoren sicher nicht mehr in Amt und Würden stehen und wahrscheinlich auch schon lange gestorben sind.

So wird z.B. für Py ab dem Jahr 2070 ein drastischer, hitzebedingter Einbruch im Sojaertrag prognostiziert. Mich wundert, dass es außer mir niemanden zu geben scheint, der so einen Schwachsinn erkennt und anprangert. Aber der hiesige Bauernverband ist mir (bislang) dankbar dafür. Das trifft nicht auf die von Ban Ki Moon angeregte, junge World Farmers Organization zu, in deren Working Group for Climate Change ich Py vertrete (als "enfant terrible"). Unterstützt (nur moralisch!) von linientreuen Internationalen Forschungszentren, glaubt man dort (auf sehr, sehr einfachem Niveau!) noch fest daran, mit den "mitigation opportunities" in der Landwirtschaft dauerhaft viel Geld verdienen zu können. Es würde hier zu weit führen, die natürlichen, ökonomischen, organisatorischen und auch methodischen Limitierungen und die langfristigen Folgen (Kosten, Verpflichtungen und Nutzungsbeschränkungen von Flächen) auszudiskutieren, ganz zu schweigen, dass Zertifikate für CO2-Sequestrierung nur dann einen Markt finden, wenn die Käufer dazu gezwungen werden, diese virtuellen "Produkte" zu erwerben. Wenn andererseits die erzwungene Nachfrage nach diesem Produkt eines Tages so attraktiv werden sollte, dass alle Bauern lieber Wälder aufforsten würden als Nahrungsmittel anzubauen, dann wäre die nächste Hungersnot vorprogrammiert. Die Forstbesitzer würden infolge des Überangebots ihr Holz nicht mehr loskriegen, dürften aber nicht zu einer Ackernutzung zurückkehren, weil sie ja sonst das gebundene CO2 wieder freisetzen würden und die Zertifikate zurückkaufen müssten.

Das sind keine Spinnereien: Wenn die gesamte verfügbare Ackerfläche unserer Erde aufgeforstet werden würde, würden die erzeugten Wälder gerade mal die CO2-Emission der Menschheit von 10 Jahren aufnehmen können (aber so weit hat bei den COPs noch keiner gedacht, zumindest keiner, mit denen ich gesprochen habe). Der nackte, ungezügelte Kapitalismus wäre noch Gold im Vergleich zu einem solchen Herumgemurkse am Wirtschaftspotential unserer Erde (Einführung einer zentralen Planwirtschaft mit scheinbar kapitalistischen Spielregeln, verkauft als Green Economy).

Das alles klingt so unwahrscheinlich unglaublich, dass nur wenige sich trauen, die vorhandenen und sich entwickelnden Missstände beim Namen zu nennen. In Kreisen, in denen das IPCC infolge der seit Jahren anhaltenden Propaganda als die höchste wissenschaftliche Instanz gilt, die man sich denken kann, hält man es schlicht für unmöglich, dass da gemogelt und gemurkst wird, und wer die Dinge beim Namen nennt, stößt auf Misstrauen. Man glaubt dem IPCC, nicht dem "Querulanten". Diese psychologischen Effekte sind Teil der Strategie der großen Transformation.

Dass man bei einer derartigen Diskrepanz zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung polemisch werden kann, ist nachvollziehbar. Das ist offenbar unserem langjährigen Freund Ivar Giaever passiert auf der Nobelpreisträgertagung in Lindau. (Es ist noch nicht lange her, dass Giaever die American Physical Society unter Protest verlies, als diese mit einem Manifest einen Kniefall vor Obamas Klimapolitik machte.) Er wird in der FAZ deshalb lächerlich gemacht und als inkompetent bezeichnet. Offenbar hat er sich lautstark geweigert, ein malthusisches Manifest zu unterschreiben, das dem IPCC vor Paris den Rücken stärken soll. Wahrscheinlich war aber Giaever einer der wenigen unter den dort Versammelten, der die Machenschaften der UNO durchschaut. Die Initiative für diese politisch korrekte Unterschriftenaktion ging von dem Australischen Astrophysiker Brian Schmidt und Obamas Ex-Energieminister Steven Chu aus. Immerhin haben trotz des psychologischen Drucks, der da wohl aufgebaut wurde, nur etwa die Hälfte der anwesenden Laureaten das Papier unterschrieben. http://www.faz.net/aktuell/wissen/weltrettung-im-namen-ihrer-exzellenz-13682781.html (es lohnt sich auch, einen Blick auf die hoch bewerteten Leserkommentare zu werfen, auch hier http://www.faz.net/aktuell/wissen/interview-mit-brian-schmidt-zum-klimamanifest-die-beweislage-darf-nicht-verdreht-werden-13684307.html?printPagedArticle=true ).

Leider hat kürzlich auch der Papst in seiner so genannten Öko-Enzyklika mit dem Gewicht der moralischen Instanz, die er darstellt, dem Aktivismus um ein so genanntes Klimaschutzabkommen den Rücken gestärkt. Laudato sí ist sicher ein lesenswertes Dokument mit vielen konstruktiven Aussagen und Mahnungen. Diese sind jedoch so reibungslos und eng mit gravierenden Fehleinschätzungen und Falschaussagen eines asketischen Papstes mit argentinischem Wirtschafts- und fehlendem Wissenschaftsverständnis verwoben, dass man die genannte Enzyklika als historischen Fehler bezeichnen muss. Im Abschnitt über das Klima wird das ganze IPCC-Gedöns mit all seinen Schlagseiten, Falschaussagen, Konjunktiven und Eventualitäten 1:1 wiedergegeben. Der wichtigste Nährstoff wird zum gefährlichen Schadstoff erklärt, den man vermeiden muss. Aus zuverlässiger Quelle weiß ich, dass der Papst seine Wissenschaftsakademie in dieser Sache nie konsultiert hat. Ich denke, seinen 5 Vorgängern wäre es nicht passiert, ohne Not politische Modetrends zu unterstützen, die zu gravierenden Verwerfungen in der ganzen Weltwirtschaft und somit zu einer erheblichen Zunahme von Armut führen können, die er ja gerade bekämpfen will. Für diejenigen unter Euch, die spanisch lesen können, lieber Konrad, kopiere ich ganz unten noch meine letzte Korrespondenz mit dem Vertreter des Außenministeriums in der Comisión Nacional de Cambio Climático u.a. über diese Enzyklika ein.

In diesem Zusammenhang ist auch noch der ungeheuerliche Beschluss der G7-Regierungschefs zu nennen, die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft bis zum Jahr 2100 anzustreben. Da habe ich nur 3 Möglichkeiten der Interpretation:

– entweder sind sie verrückt (was ich nicht glaube, denn auch sie würden sich krumm lachen, wenn jemand vor 100 Jahren beschlossen hätte, welche Energieformen wir heute zu nutzen haben),

– oder sie wollen im Vorfeld von Paris ein starkes Zeichen setzen, dass sich die Welt in einen Gängelvertrag hinein locken lässt in der Hoffnung, dass sich auf diese Weise der Entwicklungs- und Wohlstandsvorsprung der G7 Länder sichern lässt; denn wer den CO2-Ausstoß kontrolliert, kontrolliert das Wirtschaftsleben und damit die Menschheit. Diese Strategie könnte aber auch nach hinten losgehen, denn in der eigenen Bevölkerung gibt es starke Lobbygruppen die mit Feuereifer für die eigene Dekarbonisierung eintreten, die aber gar keine Ahnung davon haben, wie weit ihr tägliches Leben wirklich von fossilen Energien geprägt wird. Und wenn erst einmal Kern- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, dann ist der Blackout nicht mehr weit, oder die Energiekosten verzehnfachen sich wegen der teuren Speichertechnologie.

– Eine dritte Möglichkeit ist die, dass die Politiker und ihre Freunde direkt am öko-industriellen Komplex verdienen, der natürlich infolge fehlender Konkurrenzfähigkeit unter realen Marktbedingungen nur in einer protegierten, zentralistischen Planwirtschaft funktioniert. Genau das trifft auf das EEG zu. Je weiter dieser Unfug verbreitet wird, desto grösser die persönlichen Gewinne und die Schäden für die Volkswirtschaft. Aber auch dieser Schuss könnte nach hinten losgehen: Ich habe noch nie eine prosperierende Planwirtschaft gesehen und irgendwann kommt dann der Aufstand von oben oder von unten. Widerstandsgruppen formieren sich schon in aller Welt.

So, jetzt hab ich – über die Frage der Kernkraft hinaus – mir von der Seele geschrieben, was mich in letzter Zeit beschäftigt hat. Ich will hiermit einen Schlusspunkt setzen, – nicht aus Mangel an Argumenten, sondern aus Mangel an Zeit, wie das ja bekanntlich öfters bei den (Fast-)Rentnern vorkommt. Das letzte Wort habt also Ihr.

Ganz herzliche Grüße

Albrecht

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4 Kommentare

  1. Sehr guter Artikel was die allgemeine Klimahysterie sowie den Zusammenhang mit dem CO2 Ausstoss und deren Folgen angeht. Beim Thema Atomtechnik vertrete ich aber eine ganz klare Haltung und die basiert auf ganz einfachen Zusammenhaengen.
    Ganz allgemein habe ich dazu folgendes gelernt: Eine unendlich grosse Zahl dividiert durch eine endlich grosse Zahl, hat als Ergebnis ebenfalls „Unendlich“! Wenn das stimmt und man in der Naeherung festhalten kann, dass 500.000 Jahre, bezogen auf ein Menschenleben von ca. 75 Jahren gleichfalls gegen „unendlich tendiert“ ergibt sich fuer den „theorestich“ festzulegenden Strompreis aus Atomkraft je kWh ein Preis von relativ genau „unendlich vielen Euro je kWh“, ganz einfach daher, da die von einem Atommeiler in seiner „endlichen“ Lebensdauer von 30, 40 oder gar 100 Jahren (Gott bewahre uns davor) insgesamt generierte Menge an Strom in kWh in jedem Fall eine „endliche“ Zahl sein wird! Leicht zu ueberpruefen bzw. belegen ist diese Theorie indem man alleine die Notwendigkeit einer „Sicherung“ einer bis heute natuerlich nirgendwo auf der Welt existierenden Endlagerstaette solchen Atommuells mit einer Halbwertszeit von ca. 500.000 Jahren ersteinmal akzeptiert und sich dann einzig die Frage des Gehaltes des Wachmannes einer solchen Anlage stellt und diese „Lohnkosten“ auf die jemals generierte kWh-Atomstrom hinzurechnen wuerde, natuerlich zusaetzlich zu jeder DM, jedem Pfennig und jedem Euro, der jemals nach Ende des II. Weltkrieges fuer „Atomforschung“ ausgegeben wurde, wobei man einschraenken kann, dass der Anteil der medizinischen Atomforschung im Verhaeltniss zum Forschungsaufwand fuer Energiegewinnung vernachlaessigbar ist. Dazu kommen natuerlich die Baukosten, die Betriebskosten sowie die Rueckbaukosten – natuerlich genau wie bei jeder anderen eingesetzten Energieform auch! Wenn das als Basis fuer die „Wirtschaftlichkeit“ irgendeiner Energieform angewand wird, naemlich die verdeckt von der Gesellschaft getragenen Subventionen egal welcher Form der Energie auf deren tatsaechlichen kWh-Preis, dann koennen wir jetzt nochmal ueber die Kosten fuer die fuer „Erneuerbare“ Energieformen teilweise benoetigten Speichertechnologieen diskutieren! Und natuerlich gleich im Anschluss ueber alle weiteren mit den verschiedenen Energieformen einhergehenden Risiken und Gefahren!!! Das nennt man dann „Gesamtkosten-Kalkulation“! Ich freue mich ggf. auf eine Diskussion!
    Fuer jeden der glaubt eine solche Diskussion ist unnoetig, kann nur die Parole gelten: „Nach mir die Sintflut!“
    Die Tatsache, dass ich mich seit 2000 in Sri Lanka aufhalte und mich dort mit „erneuerbaren Energietechnologieen“ befasse soll in diesem Zusammenhang eigentlich keine Rolle spielen. Allerdings kann ich dadurch auch gewisse Argumente von „Albrecht“ entkraeften, naemlich die der Abhaengigkeit der Entwicklungslaender von den „G7“ als Lieferanten fuer die notwendige Technologie! Ich gebe ja zu, dass ich ausschliesslich deutsche Komponenten verarbeite, das hat aber ausschliesslich Gruende der Qualitaet und der Zuverlaessigkeit. Aber unter meinen heute mehr als 80 Mitbewerbern vertreiben hier viele natuerlich chinesiche oder sonstige low-cost Hersteller, das ist aber jedem seine Entscheidung. Ich habe schon 2000 in Sri Lanka Windkraftanlagen gebaut, das geht auch mit den Werkstoffen die hier verfuegbar sind. Das gleiche gilt fuer Wasserkraftanlagen oder Biogasanlagen. Frank Asbeck von Solarworld hat mir sogar vor vielen Jahren einmal angeboten eine alte Produktionsstrasse fuer Solarzellen in Sri Lanka aufzubauen und zu betreiben, das ginge theoretisch natuerlich, macht aber wenig Sinn, auch wenn es den Rohstoff fuer Silizium auf einer Insel in einem „Ueberfluss“ gibt wie den sprichwoertlichen Sand am Meer!
    Dennoch oder gerade deswegen vertrete ich vehement den von mir seit jeher behaupteten Satz, eine Insel wie Ceylon / Sri Lanka kann sich ohne weiteres seinen gesamten Energiebedarf vollstaendig selbst durch die Nutzung saemtlicher hier verfuegbaren natuerlichen Ressourcen und ohne ein „Barrel Oel“ decken. Das bisschen „Oel“ das man braucht kann man sich dann von den Kokospalmen holen.
    Beste Gruesse aus Ceylon

  2. Ein Beitrag, der zum Denken anregt!

    Zitiere:

    “ Die besten einheimischen Leute werden mit einem sicherlich sehr guten Gehalt dem nationalen Wirtschaftsprozess entzogen und in Lobbyarbeit geschult. So sitzt z.B. in der CNCC ein Vertreter des WWF (mit „Beratungsfunktion“), der massiv und eloquent für die offizielle Linie der UNO in Sachen Klimaschutz wirbt, mit allen vernünftigen und schädlichen Elementen. Man muss wissen, dass der WWF von der EU-Kommission reichlich mit Mitteln versorgt wird. Man kann also davon ausgehen, dass der WWF Europäische Interessen vertritt. Da aber die Gelder an eine gemeinnützige Organisation im Ausland überwiesen werden, unterliegen sie nicht mehr der direkten Detailkontrolle durch den europäischen Rechnungshof, was einen „flexibleren“ Einsatz dieser Gelder ermöglicht. Ich habe den Verdacht (leider keinen Beweis), dass die massiven Gelder, die laut Bekenntnis eines mir persönlich bekannten Abgeordneten geflossen sind, um ein Nullrodungsgesetz für den Chaco auf den Weg zu bringen (das dann doch gescheitert ist) über den WWF „gewaschene“ Steuergelder aus der EU waren. Früher nannte man das Abgeordnetenbestechung, heute bezeichnet man das als Beitrag zu „good governance“.

    Es mag vielleicht manchem Leser als zynisch erscheinen:
    Die “besten“ -sprich die intelligentesten Menschen- denken überwiegend sehr rational und haben zumeist deshalb noch rechtzeitig in ihrem Leben erkannt, dass es in ihrem Eigeninteresse liegt, nicht gegen den Strom zu schwimmen sondern sich dem, was gerade in ist, pragmatisch anzupassen.
    Um als Held in die Geschichte einzugehen, muß man vermutlich etwas crazy und obendrein auch bereits superreich geboren sein. 🙂

    Im Ernst :
    Die menschliche Grundkonstitution ist nicht darauf ausgelegt, alleine zu stehen. Vielmehr ist die Orientierung an der Gruppe (Herde) tief in den meisten von uns Menschen verankert. Wir alle kennen das Bedürfnis, uns an unseren Mitmenschen zu orientieren, das gut zu finden, was auch sie gut finden, und im Zweifelsfall das zu denken, was sie denken.

  3. Ich hoffe nur für Paraguay, dass dieses und andere Länder nicht mehr auf den Zug der Grünen-Ökofonds-Kirche aufspringt. Weil dieser Zug direkt in eine Mangel und Armutsgesellschaft fährt und dort seinen Endhaltepunkt ohne Rückfahrtschein eingerichtet hat.

  4. Excellenter Artikel. Der wissenschaftliche Beirat des Bundestags kam vor einiger Zeit zu dem Schluss, dass die „Energiewende“ der helle Wahnsinn ist. Interessiert aber die Politiker nicht.
    Gruß aus Thailand,
    Peter

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