Die beunruhigende, antiwissenschaftliche Pseudo-Sicherheit bzgl. der globalen Erwärmung

John Steel Gordon
,Leugnern‘ des Klimawandels wird von den wahrhaft Gläubigen Ketzerei vorgeworfen. Das klingt nicht gerade nach Wissenschaft.
Gibt es irgendwelche Phrasen im heutigen politischen Lexikon, die noch widerlicher sind als „The science is settled“ oder „Klimawandel-Leugner“?

Das Erste ist ein Widerspruch in sich. Per definitionem ist Wissenschaft niemals ,settled‘. Sie ist immer Gegenstand von Veränderungen im Lichte neuer Beweise. Die zweite Phrase ist nichts anderes als ein persönlicher Angriff, bei dem die Realisten in die Nähe von „Holocaust-Leugnern“ gerückt werden sollen, wobei die überwältigenden, unanfechtbaren Beweise dieser historischen Tatsache ignoriert werden. Hillary Clintons Rede über den Klimawandel in Des Moines, Iowa, vor ein paar Tagen enthielt u. A. eine Attacke auf „Leugner“.

Die Phrasen sind in keiner Weise anwendbar auf die Wissenschaft des Klimas der Erde. Das Klima ist ein ungemein kompliziertes System mit einer großen Zahl von Inputs und Outputs, von denen wir viele noch gar nicht richtig verstehen – und einige, von denen wir noch nicht einmal eine Ahnung haben. Dies anzumerken sowie die Tatsache, dass es viele Beweise gibt, die Behauptungen einer bevorstehenden Katastrophe globaler Erwärmung widerlegen, bedeutet nicht, irgendetwas zu „leugnen“, sondern es handelt sich schlicht und ergreifend um Tatsachen-Feststellungen. Mit anderen Worten, die Wissenschaft ist alles andere als ,settled‘ – die Aussage, dass wir alle diesbezüglichen Phänomene im Griff haben, ist selbst eine Art Leugnung. Die Essenz wissenschaftlicher Untersuchungen ist die Hypothese, dass es immer noch mehr zu lernen gibt.

Wissenschaft braucht Zeit, und die Klimatologie ist gerade mal 170 Jahre alt. Man denke an so etwas Einfaches wie die Frage, ob sich die Sonne um die Erde dreht oder umgekehrt.

Der griechische Philosoph Aristarchus entwickelte ein heliozentrisches Bild des Sonnensystems bereits im dritten Jahrhundert vor Christus. Aber es war des Weltbild des Ptolemäus aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, dass später dominierte. Es dauerte bis Mitte des 19. Jahrhunderts, um diese Frage endgültig zu klären.

Die Behauptung, dass „die Wissenschaft settled“ ist, kann die Wissenschaft nur behindern. Beispiel: es gab niemals einen Zweig der Wissenschaft, der so ,settled‘ war wie die Newton’sche Physik. Aber im Jahre 1840 bemerkte man mit immer besseren Fernrohren, dass der Orbit des Merkurs sich stur nicht so verhielt, wie er es laut den Newton’schen Gleichungen tun sollte.

Niemandem scheint es in den Sinn gekommen zu sein, Newton in Frage zu stellen, also lautete die einzige Erklärung, dass der Merkur durch irgendeinen Planeten gestört würde, der sich noch näher an der Sonne befindet. Der französische Mathematiker Urbain Le Verrier hat im Jahre 1846 triumphiert, als er mit einem Grad Genauigkeit den Ort eines Planeten (der später Neptun genannt wurde) vorhersage, der den Orbit des Uranus‘ störte.

Er machte sich daran, den Orbit des Planeten zu berechnen, von dem er sicher war, dass er die Ursache für die orbitale Exzentrizität des Merkurs war. Er nannte ihn Vulcanus nach dem römischen Gott des Feuers. Als Le Verrier mit seinen Berechnungen fertig war, suchten hunderte Astronomen, sowohl Profis als auch Amateure, ein paar Jahrzehnte lang nach diesem illusionären Planeten. Aber die Beobachtung mit Teleskopen nahe der unendlich hellen Sonne ist sowohl schwierig als auch gefährlich. Mehr als nur ein Astronom verlor dabei sein Augenlicht.

Von vielen möglichen Dingen war die Rede, aber ob es sich dabei um Illusionen, Kometen oder Asteroiden handelte, ist nicht bekannt, da keine der vermeintlichen Beobachtungen mit der Zeit verfolgt werden konnte. Nach Le Verriers Tod im Jahre 1877 ließ die Jagd auf Vulcanus merklich nach, ohne jedoch ganz zum Erliegen zu kommen.

Erst im Jahre 1915 fand man die Erklärung, warum niemand Vulcanus finden konnte: es gab ihn nicht. In seinen „Principiae“ hat Newton seine Hyopthese beschrieben, dass das Weltall überall und immer gleich ist. Aber ein Mann namens Albert Einstein zeigte in jenem Jahr in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, dass das Weltall eben nicht immer das Gleiche ist, weil der Raum selbst durch sehr massereiche Objekte wie die Sonne gekrümmt werde. Als man den Orbit des Merkur mit den Einstein’schen statt der Newton’schen Gleichungen berechnete, stellte sich heraus, dass sich der Planet stets genau dort befand, wo er Einstein zufolge sein sollte; einer der frühen Beweise der Allgemeinen Relativität.

Die heutige Klimawissenschaft ist nichts weiter als ein veritables Füllhorn unbeantworteter Fragen. Warum hat sich der Erwärmungstrend zwischen den Jahren 1978 und 1998 abgeschwächt, obwohl Computermodelle eine stetige Erwärmung prophezeit hatten? Wie sensitiv reagiert das Klima auf den zunehmenden CO2-Gehalt der Atmosphäre? Welche Rückkopplungen gibt es, die diese Sensitivität steigern oder abschwächen? Warum lag die Temperatur der Erde in Zeiten eines hohen CO2-Anteils in der Atmosphäre in der früheren Erdgeschichte sowohl über als auch unter dem heutigen Niveau?

Angesichts so vieler Fragen, die noch keine Antwort gefunden haben, warum haben dann viele Klimawissenschaftler, Politiker – und die Linke allgemein – so viel Angst, dass sie die Wissenschaft Klimatologie so stark herabziehen und sich in der Aussendung von Schimpfwörtern zu üben? Nun, eine mächtige Erklärung für die Politiker ist offensichtlich: Selbstinteresse.

Full post (paywalled)

Link: http://www.thegwpf.com/the-unsettling-anti-science-certitude-on-global-warming/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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3 Kommentare

  1. Das „warum“ liegt wohl beim Club of Rome der 1968 auf dem Bellagio Anwesen von David Rockefeller in Italien gegründet wurde.

    Ich kann mich noch genau an das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 erinnern. Das Buch bekam ein Bestseller.

    Die Rockefeller Familie war (ist) auch stark mit der United Nation verbunden.

    Dann sollte man auch die Mitglieder vom Club of Roem anschauen.
    Professor Dr. Klaus Töpfer – 1987 Bundesminister für Umwelt
    Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker
    Liz Mohn – Bertelsmann – Reinhard Mohn
    Hans Joachim Schellnhuber

    Walter Wallman, erster Bundesminister für Umwelt hat in seinem Buch „Zwanzig Jahre BMU“ stehen: „Als 1972 der Club of Rome die Grenzen des Wachstum publizierte, war ich fasziniert: Hier hatten Wissenschafler etwas errechnet, was ich inzwischen geahnt, gespürt, aus eigenen Beobachtungen gefolgert hatte.“ Dazu muss man aber sagen dass man in den 70er Jahren von einer kommenden Eiszeit ausging.

    Auch die Rothschild Familie ist involviert. http://tinyurl.com/n9qe7ku „David Rothschild admits that Climate Change is really Global Governance in Disguise“

    Das ist nur ein kleiner Beitrag zu dem Artikel, aber es ist eindeutig dass der Geldadel und seine Helfeshelfer es uns so verkauft. Man braucht nur die richtigen Leute in der richtigen Position und alles geht fast von selbst.

  2. Eine meiner bittereren Lebenserfahrungen war, zu erkennen, dass es in der Wissenschaft wie sonstwo auch Scharlatane und Betrüger gibt. Ich hätte mit diesem CO2-Unsinn keinerlei Problem, hätten wir nicht die allseits geliebte „Energiewende“ und würden nun vermehrt auf Kernenergie setzen. Dank der Klima- und Energiewende-Kanzlerin, der wohl 50% der Deutschen folgen, ist Deutschland im grünen Würgegriff, den dieses Land m.E. nicht überleben wird. In meinem Umfeld gibt es auch viele Scharlatane. Die Lügenpresse nutzt jetzt sogar den El Nino für ihre Zwecke, der Focus hat den Vogel wieder einmal abgeschossen. Ich habe mittlerweile einige Konsequenzen aus diesem Betrug gezogen. Selbst die Anti-Wind-Bürgerinitiativen fordern die „Energiewende“, nur nicht vor der eigenen Haustüre. Ich habe mittlerweile eine harte Meinung: Wer die Energiewende will und den CO2-Blödsinn glaubt, muss auch in Kauf nehmen, dass vor seiner Haustüre WKA und Speicher installiert werden und der Strom immer teurer wird. Diesen Leuten kann ich nicht helfen.

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