Report: Deutschlands „grüner“ Revolution geht das Geld aus

Michael Bastasch
[Sigmar Gabriel am 2.7. nach der Konferenz im Kanzleramt: ,Deutschland zeigt der Welt den Weg!‘ Nun ja, in gewisser Weise mag das stimmen. – Chris Frey, Übersetzer]
Vor nicht allzu langer Zeit hat Präsident Obama Deutschland als ein Beispiel hervorgehoben, wie die USA grüne Energie entwickeln sollten, aber das war vor den Nachrichten, dass der größten Ökonomie Europas für seine grüne Energierevolution das Geld ausgehen könnte.


Deutschlands 412 Milliarden Dollar Plan, sich mit grüner Energie zu versorgen, könnte sich einem neuen Report von Finanzberatern zufolge als finanziell untragbar herausstellen angesichts in den Himmel schießender Energiepreise und der Forderung der traditionellen Kraftwerke nach weiteren Subventionen, um in Betrieb zu bleiben.

„Das notwendige Kapital zur Expansion der Netz-Infrastruktur und für Offshore-Wind kann möglicherweise nur mit Hilfe alternativer und internationaler Investoren aufgebracht werden“, warnt ein Report von Beratern bei Roland Berger und dem World Energy Council WEC.

„Allerdings stellen hohe Risiken in Frage, ob die Investitionen mit hinreichender Kapazität und Schnelligkeit aufgebracht werden können“, heißt es in der unveröffentlichten Studie, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt.

Seit Jahren versucht Deutschland, immer mehr Wind- und Solarenergie in sein Stromnetz zu bringen, aber was als Bemühungen mit guter Absicht begann zum Kampf gegen die globale Erwärmung entwickelte sich zu einem teuren Labyrinth von Subventionen und Spezialinteressen der Politik.

Der dahinter stehende Gedanke war, dass wenn das Netz erst einmal zur Aufnahme mehr grüner Energie transformiert wäre, die Kosten sinken würden infolge neuer Technologien und Effizienzen, die auf den Markt kommen würden. Aber der Report von Roland Berger und dem WEC warnt, dass während der nächsten 15 Jahre mindestens 280 Milliarden Euro gebraucht werden, um Deutschlands grüne Ziele zu erreichen. Und das geht nur mit „nachhaltiger politischer Unterstützung“, warnt der Bericht – ohne diese würde die Transformation wahrscheinlich noch viel teurer werden.

Das ist nur die Spitze des Kostenberges, warnt der Bericht. Und weiter: die Förderung von Offshore-Windparks enthält „ein hohes Risiko und Barrieren bzgl. des Eintritts in den Markt“ sowie eine „bedeutend angespanntere Lage“. Deutschland und andere europäische Länder sind zunehmend abhängig von Offshore-Windparks, vor allem hinsichtlich der Abschaltung von Kernkraftwerken.

„Das hohe Risiko, in Offshore-Windparks zu investieren, widerspricht jedoch dem Risikoprofil institutioneller Investoren“, heißt es in dem Bericht weiter. Und man vergesse nicht das Geld, das erforderlich ist für Übertragungssysteme, um die lokale und fein verteilte Stromerzeugung an die Wohnungen und Industrien zu liefern, die diesen Strom brauchen. Die Bundesnetzagentur schätzt, dass diese Systeme Deutschland bis zum Jahre 2040 28 bis 43 Milliarden Euro kosten werden.

Eine Sache, die von den Unterstützern grüner Energie oftmals übersehen wird ist, dass die Menschen Energie brauchen, während neue Quellen erschlossen werden. Deutschlands Energiewende verursacht jedoch immer höhere Defizite bei traditionellen Kraftwerken – welche immer noch den größten Teil der Energie in Deutschland erzeugen. Dies erfordert auch immer höhere Subventionen, um sie am Leben zu halten.

„Viele traditionelle Unternehmen, die zuvor Investitionen im Stromsektor finanziert haben, hauptsächlich mit Kapital ihrer Anteilseigner, stehen heute mit dem Rücken zur Wand“, sagte Uwe Franke, Präsident der Deutschland-Abteilung des WEC, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Er sagte der Zeitung, dass „neue Investoren noch gefunden werden müssen, die an die Energiewende und die Versorgungssicherheit glauben“.

Link: http://www.thegwpf.com/report-germanys-green-revolution-is-running-out-of-money/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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6 Kommentare

  1. @H. Börger #4
    Es ist nur die Frage, ob Subventionen und politische Preistreibung = ausschalten des Marktwettbewerbs für eine Volkswirtschaft vorteilhaft ist. Einen Mehrwert bzw. eine wirtschaftliche Wertschöpfungskette erlange ich für eine Volkswirtschaft doch nur über einen Wettbewerbsmarkt und dem einhalten von Marktwirtschaftlichen Regelen des freien Angebots, der freien Nachfrage und der Insolvenz als Marktbereinigungsinstrument.

  2. zu #3: Das ist doch solchen Firmen völlig wurscht – zur Not erpressen sie die betr. Regierung. Meinen Sie nicht auch, dass diese Ölmultis an der These des Club of Rome, Öl wird knapp, knapper geht’s nicht, munter verdient haben? Und irgendwelche anderen Regungen nicht freudvoll begleiten würden? Wenn das mit dem volatilen Strom nicht hinhaut für eine stabile Wirtschaftsleistung, dann muss man eben noch ein bißchen subventionieren – oder anders: die bekommen ihr Geld!

  3. Ob der vielbeschäftigte und erolgreiche Dr. Uwe Franke (PHD in chemistry)

    • International career with BP Group at various foreign postings
    • 1994: Board of directors of BP Portugal
    • 1998: Board of directors for service stations in Germany, Austria and Switzerland
    • 1998: CEO of BP Germany
    • 2002: Chairman of the board at Aral and head of BP/Aral integration after the BP/Veba/Aral merger
    • Since 2004: CEO of the new German BP AG
    • 2010-2012: CEO of BP Europe SE
    • Numerous mandates at the interface between politics and business, including chairman of the board of the Association of the German Petroleum Industry, member of the BDI executive committee, the World Energy Council, the Deutsches Verkehrsforum (German transport forum), the Committee on Eastern European Economic Relations, the Wirtschaftsrat Energiekommission (economic council for the energy commission)
    • Initiator of Charta der Vielfalt e.V. (diversity charter)
    • Ambassador for the campaign ‘Vielfalt als Chance’ (Diversity as opportunity) since 2007
    • Supervisory board of Basalt AG, advisory board of Hoyer GmbH, Senior Advisor of the IFM Australian Infrastructure Fund

    wohl auch schon mitbekommen hat, welche Belastungen auf die deutsche Volkswirtschaft zukommen, wenn sie den Murks, verursacht durch die idiotische Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung tatsächlich ausgleichen muß?

  4. Zitat: „Er sagte der Zeitung, dass „neue Investoren noch gefunden werden müssen, die an die Energiewende und die Versorgungssicherheit glauben“.“

    An die Energiewende „glauben“, das drückt es aus.
    Man muss also die Energiewende als eine Art Religion ansehen, an die man glauben muss.
    Es müssen keine überzeugenden Konzepte und Machbarkeitsstudien, keine vorzeig-/ und machbaren Strategien vorliegen, man muss nur glauben.
    Kein Wunder, dass das Oberhaupt der Glaubenden sehr gerne diesen Glauben in seinen Glauben integrieren möchte.

    Besonders entzückend ist der Vorschlag, ausländische Investoren bei der Finanzierung zu beteiligen, wo doch unser Papst den Kapitalismus und insbesondere diese Heuschrecken für alles Schreckliche auf der Welt verantwortlich macht. Jetzt sollen sie plötzlich die Welt=Energiewende retten.

    Es muss sehr schlimm um die Energiewende stehen, wenn man sich jetzt schon mit dem Teufel (=Investoren) verbünden muss.

    Weiter so!

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