Abschätzung der Auswirkungen von Klimaprogrammen

Bonner R. Cohen
Die Diskutanten Paul Driessen, leitender politischer Berater für das Committee for a Constructive Tomorrow CFACT, Cornelis van Kooten, PhD von der University of Victoria und Wolfgang Müller, Generalsekretär des Europäischen Instituts für Klima und Energie EIKE haben sich intensiv mit den verschiedenen Programmen befasst, die von den USA, der EU, den UN und anderen Einrichtungen zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen aufgelegt wurden.

Mit Konzentration auf die ökonomischen und menschlichen Konsequenzen der Bemühungen, gegen den Klimawandel vorzugehen, zeigten die drei Diskutanten den Preis auf, den die Armen der Welt zahlen müssen für die gescheiterten Bemühungen zum Mikro-Management des Klimas.

Driessen bestätigte in seinem Vortrag „Perverse Umweltjustiz“ die Realität des sich ewig wandelnden Klimas.

„Wie jedermann weiß, war der Klimawandel ,real‘ in der gesamten Erd- und Menschheitsgeschichte“, sagte Driessen. „Seit fast 20 Jahren haben sich die mittleren planetarischen Temperaturen nicht mehr verändert, selbst mit einem starken Anstieg des Kohlendioxid-Niveaus. Kein Hurrikan der Stärke 3 bis 5 ist seit 9,5 Jahren mehr auf das US-Festland übergetreten, eine rekordlange Zeit. Tornados, Überschwemmungen, Dürren, Eisbären, polares Meereis, der Meeresspiegel und Buschfeuer sind alle auf einer Linie mit oder geringer als historische Verteilungen und Trends. Mittlerweile ist die Sahel-Zone ergrünt dank des zusätzlichen CO2“.

Driessen sagte weiter, während natürliche Klimaänderungen immer weiter gehen, helfen uns moderne Wohnungen, Energie und Technologie dabei, mit Klima- und Wetterereignissen besser fertig zu werden als jemals zuvor.

„Unglücklicherweise ignorieren die Klimaalarmisten diese guten Nachrichten und sorgen für eine Politik, die ernsthaft die menschliche Gesundheit und das Wohlergehen beeinflussen. Echte Umweltgerechtigkeit erlaubt es den Menschen überall, über bezahlbare, sichere Energieversorgung zu verfügen, moderne Technologien zu nutzen und einen besseren Lebensstandard zu haben. Verweigert man den Menschen diese grundlegenden Menschenrechte, ist das pervers und unmoralisch.

Driessen zufolge fehlt es 1,3 Milliarden Menschen an Strom, oder sie sind verarmt und hungrig.

Jedes Jahr erkranken hunderte Millionen schwer und vier Millionen sterben – zumeist Frauen und Kinder – durch Lungen- und Atemwegserkrankungen, die hervorgerufen werden durch das Einatmen vom Rauch offener Koch- und Heizungsfeuer oder dem Fehlen von sauberem Wasser, geeigneten sanitären Einrichtungen und Kühlschränken, um Lebensmittel frisch und frei von Bakterien zu halten.

Das Aufzwingen von Restriktionen bzgl. fossiler Treibstoffe im Namen der Stabilisierung des Erdklimas würde Armut Krankheit und Tod immer weiter verlängern.

Es ist ein skrupelloses Verbrechen gegen die Menschheit, wenn man eine Politik implementiert, die energiehungrige Massen ,schützt‘ vor hypothetischen, vom Menschen verursachten Klimakatastrophen in vielen Jahrzehnten, indem man für eine Verlängerung von Armut und Krankheit sorgt, die die Menschen heute töten“.

Soweit Driessen.

Untersuchung der ökonomischen Auswirkungen von Restriktionen bzgl. fossiler Treibstoffe

Van Kootens Vortrag hatte „ökonomische Konsequenzen von Kohlendioxid-Regulierungen“ zum Thema. Er konzentrierte sich auf die Myriaden von Problemen im Zusammenhang mit der Bestimmung der „sozialen Kosten von Kohlenstoff“. Die International Energy Agency beispielsweise beziffert die globalen Kosten für Subventionen fossiler Treibstoffe mit 548 Milliarden Dollar im Jahre 2013.

Der International Monetary Fund kalkulierte diese Kosten mit „Einbeziehung nicht dem Markt zugeordneter Werte“ [„non-market valuations] mit 4,3 Billionen Dollar, eine Zahl, die van Kooten als „lächerlich“ beschrieb.

„Wir kennen den Wert der Kosten von Kohlenstoff nicht und werden ihn wahrscheinlich auch nie kennen“, sagte van Kooten.

Er ist äußerst skeptisch gegenüber Plänen, die globalen Treibhausgasemissionen zu reduzieren durch die Beschneidung des Verbrauchs fossiler Treibstoffe.

„Bemühungen der reichen Länder, den Verbrauch fossiler Treibstoffe zu limitieren, werden auf die Verwundbarsten zurückfallen. Dabei ist völlig egal, was die USA tun. Die globalen Emissionen werden steigen wegen China, Indien und anderer Entwicklungsländer… Kohle und Erdgas sind populär weil billig“.

Van Kooten zufolge öffnet eine Politik des Kohlenstoffhandels die Tür zu einem „FIFA-Effekt“ – die Gelegenheit für Korruption durch Unternehmen, die gefälschte Kohlenstoff-Zertifikate und nicht existierende Programme zum Abscheiden von Kohlenstoff verkaufen [carbon sink programs]. Er berichtete, dass in Europa die Mafia hinter vielen der Betrügereien mit Kohlenstoff-Zertifikaten in der EU stecken, was inzwischen zum Zusammenbruch der europäischen Handelsbörse geführt hat.

Soweit van Kooten.

Wie die Klimapolitik Europa beeinflusst hat

Wolfgang Müller referierte über die Auswirkung der Klimapolitik auf Europa.

„Die EU war von Anfang an an vorderster Front der globalen Maßnahmen bzgl. des Klimawandels und der Reduktion von Kohlenstoff-Emissionen“, sagte Müller.

Als Zwischenschritt setzte die EU sich ein Ziel, seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20% unter das Niveau von 1999 zu drücken und um 80% unter dieses Niveau bis zum Jahr 2050.

Müller zufolge hat die EU ihren Energieverbrauch gedrosselt, „aber die Ursache hierfür ist die Folge der Wirtschaftskrise“.

Es bestehen tiefe Trennlinien zwischen den reicheren Ländern der EU wie Frankreich und Deutschland einerseits und kleineren Ländern mit anfälligeren Ökonomien andererseits. Die Umweltminister von Bulgarien, Kroatien, der Tschechischen Republik, Ungarn, Polen und der Slowakei veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, der zufolge die Länder zwar alles tun sollten, was sie können, um Emissionen zu reduzieren, aber nicht sich im Voraus irgendwelche Ziele setzen.

Dann wandte er sich seinem Heimatland Deutschland zu und machte dem Auditorium einige bemerkenswerte Zahlen bekannt bzgl. des Scheiterns der erneuerbaren Energie in seinem Land. Deutschland gibt derzeit 22 Milliarden Dollar pro Jahr für erneuerbare Energie aus, aber die Diskrepanz zwischen installierter Kapazität und dem Output ist atemberaubend, führte Müller aus.

„Der Output der Windturbinen in Deutschland liegt während 90% der Zeit unter 30% der Kapazität“, sagte Müller. „Was die Solarenergie betrifft, liegt der Output über 55% der Zeit unter 10% der installierten Kapazität, und über 75% der Zeit liegt die Kapazität von Wind und Solar zusammen unter 20%.

Nachdem fast 25.000 Windturbinen und Tausende Solarpaneele installiert worden waren, sind die Treibhausgas-Emissionen Deutschlands dennoch praktisch viele Jahre lang konstant geblieben, sagte Müller.

Bonner R. Cohen, Ph.D. is a senior fellow at the National Center for Public Policy Research. 

Link: http://news.heartland.org/newspaper-article/2015/06/19/assessing-impacts-climate-programs

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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