1.500 Unfälle und Störungen in britischen Windparks

Fast jeden Tag ein Unfall; Bildquelle: Helmut Kuntz, Eike Beitrag vom 15.06.2015

von Edward Malnick und Robert Mendick
Die Windenergiebranche hat zugegeben, dass es in den vergangenen fünf Jahren 1.500 Unfälle und anderen Vorfälle in Windparks [in UK] gegeben hat.
Hinweis des Übersetzers: Auf diese Information vom Dez. 2011, The Telegraph bin ich erst kürzlich gestoßen. Da dieses Thema in deutschen Medien fast nicht behandelt wird, habe ich es für Sie übersetzt. Zumindest für Großbritannien gibt es im Netz auch aktuellere Zahlen. Die Windindustrie garantiert „Vertraulichkeit der gemeldeten Vorfälle“, auch in Deutschland habe ich keine offizielle Statistik gefunden.

Fast jeden Tag ein Unfall; Bildquelle: Helmut Kuntz, Eike Beitrag vom 15.06.2015

[Hinweis Übersetzer:  Ich habe die Bildfreigabe des Originals noch nicht bekommen , man sieht jedoch auch nur viele WKAs.]

Die Zahlen – von RenewableUK, [Handelsgruppe Erneuerbare Energien] veröffentlicht – beinhalten viere Tote und weitere 300 Verletzungen von Arbeitnehmern.

Das Ausmaß der Vorfälle – fast einer pro Tag – wurde bekannt, nach der Veröffentlichung der dramatischen Bilder: Eine Windkraftanlage, die in ein Feld in der Nähe einer Straße abgestürzt war und eine weitere [WKA Generator] die in Flammen explodierte, verursacht von Winden die mit 150 mph letzte Woche Schottland und Nordengland gebeutelt haben.

Charles Anglin, Direktor für Kommunikation der RenewableUK, betonte, dass die Zwischenfälle der vergangenen Woche von "Wetterkapriolen" verursacht wurden. Die Organisation sagte, dass kein Mitbürger jemals als Folge eines Unfalls einer Windkraftanlage verletzt worden wäre.

Ein Dossier von Zwischenfällen, zusammengestellt von einer Opponenten Gruppe zu Windparks umfasst Fälle, in denen Flügel, jeweils mit einem Gewicht von bis zu 14 Tonnen, abscherten und zu Boden stürzten.

Anwohner in der Nähe eines Windparks haben berichtet, Zuflucht suchend in ihren Häusern, dass Eisbrocken von den Flügeln einer 123m hohen Turbine geworfen wurden (nahe von Peterborough, Cambridgeshire).

Ein Hersteller von Windenergieanlagen hatte zugelassen, dass eines ihrer Modelle einen Defekt hatte – eine fehlerhaftes Bremssystem, wodurch die Blätter wegfliegen könnten – was bei Hunderten von WKA dazu führte, das diese im September auf Anordnung von HSE [Health and Safety Executive, Organisation für Arbeitsschutz, erste Hilfe usw] abgeschaltet werden mussten.

Das Unternehmen, Proven Energy Ltd, mit Sitz in Schottland, ging kurz danach in Konkurs.

Flügel, an kleineren inländischen Windkraftanlagen angeschlossen, haben sich auch abgelöst und Gebäude getroffen – in einem Fall durchdrangen sie das Dach eines Bürocontainers. Umweltschützer beanstanden, dass die Vorfälle zeigen, dass "einige Teile des Landes zu windig für Turbinen sind". Die meisten Anlagen werden automatisch heruntergefahren, wenn die Windgeschwindigkeit über 56 mph steigt weil sie bei dieser Geschwindigkeit unsicher werden können.

Im September flog der Flügel einer Windkraftanlage auf das Dach eines neuen Parkplatzes des Lister Krankenhauses in Stevenage, Hertfordshire, das Auto eines Mitarbeiters wurde getroffen.

Letztes Jahr war ein Windpark mit 140 Anlagen nahe Glasgow zeitweise abgeschaltet, weil ein 14t schwerer Glasfiberflügel bei heftigem Wind abbrach und am Fuß seines Turmes einschlug.

Vor zwei Jahren krachte ein 15m Anlage auf den Schulhof einer Schule, Insel Raasay vor der Küste von Schottland, und noch im selben Jahr brach ein Flügel einer 60m hohen Windkraftanlage der Universität Sheffield in Rotherham bei starkem Wind, woraufhin eine Untersuchung beim Hersteller veranlasst wurde.

Die Vorfälle wurden vom Caithness WindFarm Informationsforum zusammengestellt. Dieses setzt sich gegen Windkraft in Schottland ein und veröffentlicht Unfälle – abgesichert durch Medienberichte – auf ihrer Website.

RenewableUK sagte, die Todesfälle wurden im Jahr 2009 und 2010 registriert. Ein Wartungsarbeiter in Schottland ‚verhedderte‘ sich mit der Antriebswelle einer Turbine, während die anderen drei Todesfälle während der Bauphase von Onshore- und Offshore-Windparks stattfanden.

Chris Streatfeild, RenewableUK’s Direktor für Sicherheit sagte: " Kein Mitbürger war jemals verletzt oder geschädigt worden, nach den Berichten die wir erhalten haben. Das Risiko für die Öffentlichkeit ist eins-zu–einer Million. Sie werden eher durch einen Blitz getroffen als durch ein Windkraftwerk“.

Herr Streatfeild erklärte, dass RenewableUK 1.500 Vorfälle in den vergangenen fünf Jahren aufgezeichnet hat, viele davon sehr geringfügig. Davon, rund 18 Prozent – oder fast 300 Zwischenfälle – haben zu einer Verletzung geführt, in der Regel wieder sehr geringfügig. Die Planung und Sicherheitsregeln für Windkraftanlagen beinhalten immer einen bestimmten Mindestabstand zu Straßen und Häusern, um die Gefahr für die Öffentlichkeit weiter zu reduzieren. Er sagte, die Anzahl der Brände und strukturellen Zusammenbrüche betrug nur ein "Handvoll".

Herr Anglin, sagte letzte Woche, dass Windparks eine "ausgezeichnete Gesundheits- und Sicherheitsbilanz" haben und fügte hinzu: "In Stresssituationen kann jede Energieanlage Störungen entwickeln, das gilt für Gas, Kernkraft, Öl und gilt auch für Wind"

Die HSE-Organisation sagte letzte Woche, es sei "extrem schwierig", ein "vollständiges Bild der gemeldeten Vorfälle bei Windparks" zu erstellen, weil Unfälle dieser Industrieanlagen nicht aufgezeichnet werden.

Nach HSE zeigen ihre Zahlen drei tödliche Unfälle zwischen 2007/08 und 2009/10 und insgesamt 53 schwere oder gefährliche Zwischenfällen in der gleichen Zeitspanne. Der HSE-Sprecher erläuterte, Windkraftanlagen werden als Maschinen anstatt als Bauwerke oder Konstruktionen eingestuft und dass es keine Verpflichtung gibt, mechanische Fehler zu melden.

Angela Kelly, Vorsitzende des Country Guardian [vergleichbar: Naturschützer], ein nationales Netzwerk von Windpark Gegnern: "Seit Jahren sind uns Unfälle auf Windparks bekannt, aber die neuen Zahlen, die von der Handelsorganisation der [Wind-] Branche selbst veröffentlich wurden, sind besonders alarmierend. Die Entwickler scheinen die Tatsache, dass einige Teile des Landes zu windig für Turbinen sind, ignoriert zu haben."

Erschienen auf THE TELEGRAPH, am 11.Dez 2011

Übersetzt durch Andreas Demmig

http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/8948363/1500-accidents-and-incidents-on-UK-wind-farms.html

Unfälle mit Windkraftanlagen

Da obiger Artikel bereits etwas älter ist, hier für Sie aktuellere Zahlen vom Caithness Windfarm Informationsforum.

[Caithness ist eine traditionelle Grafschaft an der Nordostspitze Schottlands mit über 25.000 Einwohnern und der historischen Hauptstadt Wick, Quelle Wikipedia.org]

Das CWIF hat es sich zur Aufgabe gemacht, gegen Windkraftanlagen zu kämpfen.

CWIF ist Mitglied im World Council for Nature und European Platform Against Windfarms

Einleitende Worte von einem CWIF Unterstützer nach der Entscheidung für den  Windpark Stroupster im Jahr 2010:

Ich fühle mich wie ein anderes etwas von uns – Caithness ist gestorben. Es ist ganz unglaublich, dass dies so weit voran und jetzt so schnell ging. Die Leute werden eines Tages aufwachen und sagen " Wer ließ das geschehen?"

CWIF kann sicherlich stolz sein und sagen: "Wir haben unser Bestes gegeben und gekämpft mit allem, was wir hatten und uns vorstellen konnten".

CWIF bittet darum, keine Grafiken zu kopieren, da ihre Webseite der Unfallstatistik regelmäßig aktualisiert wird.

Zu Unterstützung unserer Leser möchte ich einige Erläuterungen von letztgenannter Webseite auszugsweise übersetzen:

Der Trend ist wie erwartet, je mehr WKAs gebaut werden, umso mehr Unfälle passieren (2011, 2012, 2103 jährlich mehr als 160 Unfälle)

Die HSE –Organisation verfügt nicht über eine Datenbank über die Ausfälle von Windenergieanlagen, auf der sie Urteile über die Zuverlässigkeit und Risikobewertungen für Windkraftanlagen stützen kann, siehe Studie.pdf der HSE .

Das ist, weil die Windindustrie "Vertraulichkeit der gemeldeten Vorfälle“ garantiert. Keine andere Energiebranche arbeitet mit solcher Geheimhaltung in Bezug auf Vorfälle. Auch die Windindustrie sollte jedoch nicht anders sein und je früher RenewableUK seine Datenbank zur Verfügung stellt, für HSE und die Öffentlichkeit, desto besser. Die Wahrheit ist da draußen, aber RenewableUK mag es nicht zuzugeben.

Einige Länder werden schließlich akzeptieren, dass industrielle Windkraftanlagen erhebliche Gesundheits- und Sicherheitsrisiko darstellen können. Die schottische Regierung hat vorgeschlagen, den Mindestabstand zwischen Windparks und den Kommunen von 2 km auf 2,5 km zu erhöhen, obwohl in Wirklichkeit der aktuelle 2 km Abstand oft schmählich im Planungsprozess ignoriert wird. [Deutschland 900m]

Unsere Daten zeigen deutlich, dass Flügelversagen der häufigste Unfall bei Windkraftanlagen ist, dicht gefolgt von Feuer. Dies ist in Übereinstimmung mit GCube, dem größten Anbieter von Versicherungen für erneuerbare Energiesysteme. Im Juni 2015 wurde in der Windindustrie eigenen Publikation "Windpower Monthly" ein Artikel veröffentlicht, der bestätigt, dass "Jährliche Flügel-Ausfälle auf rund 3.800 geschätzt werden", basierend auf GCube Informationen. – Ende der Übersetzung

Diese obigen Zahlen sind nur auf UK bezogen. Links in fett markiert.

Für Deutschland habe ich keine amtliche Statistik gefunden. Dagegen versuchen Bürgerinitiativen und Windkraftgegner Listen aus Medienberichten zu führen.

Zusammengestellt von Andreas Demmig

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