Wird David Cameron UK zu einem Energie-Kraftwerk machen?

Michael Bastasch
Seit Jahren haben politischer Stillstand und die Opposition von Umweltgruppen verhindert, mit dem Bohren nach Gas in UK voranzukommen. Aber der massive Wahlsieg der Konservativen bei der letzten Wahl des Landes könnte UK zu einem Faktor der Weltenergie werden lassen.

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Der Premierminister der Torys David Cameron und seine neue konservative Regierung haben die Entwicklung der riesigen Gasreserven in UK auf einen der vordersten Plätze in ihrer Prioritätenliste gehoben, um die Inselnation zu einem „Kraftwerk Nord“ zu machen.

„Wir werden weiterhin die sichere Entwicklung von Schiefergas unterstützen und sicherstellen, dass sich lokale Gemeinden am Fortschritt durch großzügige Sponsorgelder beteiligen“, schrieben konservative Politiker 2015 in ihrer Wahlplattform.

„Wir werden einen Sovereign Wealth Fund [etwa: souveräner Wohlstandsfonds] für den Norden von England ins Leben rufen, so dass die Schiefergasreserven des Nordens dazu verwendet werden, in die Zukunft des Nordens zu investieren“, fügten die Torys hinzu.

Die „Kraftwerk“-Agenda wurde geschaffen, um den Städten in Nordengland mehr Kontrolle über ihre Entwicklung zu gewähren, aber Teil dieser Agenda ist es, die Erdgasreserven der Region zu entwickeln, und zwar in der Bowland Shale Formation. Die Entwicklung von Schiefergas im Norden könnte 30 Milliarden britische Pfund an ökonomischen Aktivitäten ergeben und etwa 13.000 Arbeitsplätze schaffen. Dies geht aus einer Studie der Industrie hervor.

Diese Neuigkeiten wurden durch die Anhänger freier Märkte begrüßt, die die Energieerzeugung begünstigen und mehr lokale Kontrolle über ökonomische Belange bevorzugen.

Wir begrüßen den Entschluss der Regierung, Schiefergas als ein Sprungbrett für ihre ,Kraftwerk Nord-Agenda‘ zu entwickeln“, sagte Lord Nigel Lawson of Blaby, Vorsitzender des Global Warming Policy Forum (GWPF). „Die Entwicklung von Schiefergas könnte innerhalb kurzer Zeit eine neue Energieindustrie erzeugen, die Milliarden dringend benötigter Einnahmen erwirtschaftet“.

Die British Geological Society schätzt, dass das Bowland-Feld etwa 37,6 Billionen Kubikmeter Erdgas enthält, womit es die größte Schieferformation des Landes ist. UK verfügt noch über zwei andere große Schieferformationen, nämlich dem Weald Basin in Südengland und dem Midland Valley in Schottland.

Schon jetzt haben Unternehmen aus der ganzen Welt Milliarden von britischen Pfund als Kapital nach Nordengland gepumpt, um in die Entwicklung der Region zu investieren. Aber die Entwicklung der Energiequellen dieser Region stößt immer noch auf Widerstand, weil das die globale Erwärmung betreffende Gesetz in UK zu langen Verzögerungen auf lokalem Niveau durch umweltliche Opposition geführt hat.

Konservative Gruppen fordern die Regierung Cameron jetzt auf, das im Jahre 2008 beschlossene Gesetz bzgl. der globalen Erwärmung sofort abzuschaffen, hat es doch zu höheren Steuern und Energiepreisen geführt. Allerdings hat UK-Kanzler George Osborne im Jahre 2100 geschworen, mit der Kappung von CO2-Emissionen weiterzumachen – wobei er jedoch hinzufügte, dass er dies „nicht langsamer, aber auch nicht schneller machen wolle als die anderen Länder in Europa“.

Aber mit dem gewaltigen Wahlsieg der Konservativen bekam Osborne die Gelegenheit, mit der Schieferentwicklung voranzukommen. Osborne ist ein großer Befürworter des Kraftwerk Nord-Planes, so dass Schiefergas schon bald Realität für die Briten werden könnte.

Allerdings dürfte die Schiefergas-Entwicklung einige Zeit in Anspruch nehmen, bevor man die Produktion in großem Umfang erreicht. In einem Bericht des Environmental Audit Committee heißt es, dass Schiefergas noch weitere 10 bis 15 Jahre wohl nicht erzeugt werden könne – aber der Bericht des Komitees war ausgesprochen tendenziös gegen Gas, so dass man diese Aussage vielleicht nicht so ernst nehmen sollte.

Link: http://www.thegwpf.com/will-david-cameron-make-the-uk-an-energy-powerhouse/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Anstatt dass die Welt von Deutschland lernt – sollte nicht lieber Deutschland mal nach UK schauen? Wäre das nicht sehr wichtig für die FDP?

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6 Kommentare

  1. #4: Chris Frey bei der AfD täuschen Sie sich,
    da gehe ich jede Wette ein.
    In NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland ist gerade die Volksinitiative der AfD gegen Windkraft angelaufen, die zu politischem Handeln zwingt. Na klar liest man darüber wenig, trotzdem findet das statt und ich persönlich werde dabei mithelfen.
    Was da gerade im Bundes-Vorstand abläuft kann man wirklich nicht aus Presseberichten entnehmen, die keinerlei Opposition wünschen.
    Letztlich geht es darum, dem Hauptanliegen der Partei „für Deutschland“ und nicht für irgendwelche anderen Interessen mehr Geltung zu verschaffen.
    Wie das ausgehen wird, ist dem Eingeweihten völlig klar.
    Das kann man keinesfalls mit dummen Allgemeinplätzen wie „rechts oder links“ beschreiben. Es sei denn man möchte „Demokratie“ als rechtsradikal bezeichnen.
    Was der Partei noch fehlt ist eine stärkere mediale Wirkung.
    mfG

  2. Hallo ## 1 und 2,

    da bin ich voll bei Ihnen; ich habe auch keine Hoffnung. Es ist nur so, die Hoffnung stirbt zuletzt…
    Was mich noch mehr wurmt: Es scheint überhaupt keine Partei zu schauen, auch nicht die AfD. Aber gut, ich will nicht vom Thema abschweifen.

    Chris Frey, Übersetzer

  3. „Allerdings hat UK-Kanzler George Osborne im Jahre 2100 geschworen, mit der Kappung von CO2-Emissionen weiterzumachen – wobei er jedoch hinzufügte, dass er dies „nicht langsamer, aber auch nicht schneller machen wolle als die anderen Länder in Europa“.“

    Bei allem Respekt vor dem (Schatz-)Kanzler Osborne: Er kann noch nicht im Jahr 2100 schwören.

    Wenn doch, so kann er vielleicht auch die Kardinalfrage klären, ob es 2100 schon zur Klimakatastrophe gekommen ist.

  4. zu #1: Das passt ja hervorragend.
    Ich fand noch eine andere Übersetzung: german mut = Deutscher Köter. Ist auch nicht übel: Deutscher Köter = FDP.
    Das reiht sich ein in diese tschermen-englisch=denglisch Absurditäten wie die brainup-Initiative der ehemaligen SPD-BILDUNGS- und WISSENSCHAFTS-Ministerin Edelgard Bulmahn (brainup im Englischen so etwas wie Kopf ab), neuerdings: no spy-Abkommen – in alter Tradition des „Lübke-Englisch“: „she is better than her cry“ gibt es heute: „Denglisch for Better Knowers“.
    Damit möchte ich aber nicht vom Inhalt des obigen Beitrags ablenken – Herr Frey hat vollkommen recht: Da könnten die Deutschen, wenn sie mal nach UK schauen würden, evtl. besser Englisch lernen und vor allem die Panik vor dem fracking aufgeben. Und so passt alles zusammen: Frau Hendricks ist die perfekte Nach-Nachfolgerin von Frau Merkel, die seinerzeit schon sehr genau geprüft hat, was sie da alles als Umweltministerin unterschrieben und auf den Weg gebracht hat!
    Und was macht die Frau Wanka: In einem Interview in der FAS greift sie nicht ddie Argumente von Herrn Dr. K.Bock auf, der dezidiert darauf hinweist, dass die BASF jegliche Gentechnologie in D aufgegeben hat (macht sie nun alles im Ausland), am Fracking aber noch sehr interessiert ist (ich glaube, er sagte so etwas wie: die BASF habe 360 mal in den letzten Jahrzehnten in D gefrackt.) Die Wanka wankt da einfach drüber weg und verweist darauf, dass Politiker ihren jeweiligen Standpunkt vertreten müssen! Hinzulernen – das braucht’s da nicht. Also, verehrter Herr Frey: Auch das können wir uns abschminken: die wollen einfach nichts hinzulernen!

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