Die Eisheiligen fallen 2015 aus, Indiz für den Klimawandel!? Die Eisheiligen werden immer kälter

Seit 08.05.2015 geisterte die dpa-Meldung „Die Eisheiligen fallen heuer aus“ durch die Medien. Das war natürlich zu erwarten, denn immer wenn die ersten Sonnenstrahlen unsere Haut angenehm wärmen, wird uns diese Freude durch irgendwelche Hiobsbotschaften verleidet. Doch kaum einer prüft, ob diese Verkündungen auch der Wahrheit entsprechen.

In teilweise langen Artikel wurde richtig in verschiedenen Medien berichtet, dass aufgrund einer Südströmung diesmal genau zu den Eisheiligen eher eine kleine Hitze- als Kältewelle zu erwarten ist.

Und wie bei einer dpa-Meldung zu erwarten war, durfte im Artikel der Hinweis auf den amtlich verordneten Klimawandel nicht fehlen:

„Wetteraufzeichnungen deuten an, dass die Kaltlufteinbrüche der zweiten Maidekade in den vergangenen 150 Jahren häufiger und intensiver eingetreten sind als in der Gegenwart. Meteorologen werten das als ein mögliches Indiz für den Klimawandel.“

In den Medien konnte man dann solche Artikel finden, aus Eisheilige wurden dann schon mal Heißheilige. Und der Focus setzt noch eins drauf. Ein Interview mit  Andreas Friedrich vom DWD (hier) .  Natürlich fand sich in den Medien kein Hinweis, dass vor wenigen Jahren ein erheblicher Teil der fränkischen Weinlagen zu diesem Datum jämmerlich erfroren ist. Damals und heute war das keinen  Hinweis auf „Nicht-Klimawandel“ wert. Auch dass der Winter 2014 der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, obwohl die Winter – so sie sich klimawandelgerecht verhalten – immer nasser und kälter werden müssen, fand keine Erwähnung.

Wer hinter den einseitigen dpa-meldungen sich verbirgt, versucht der Autor schon seit Jahren zu ergründen. Meine Tageszeitung, die Südwestpresse weigert sich stets, mir den Kontakt zum Verantwortlichen dpa-Indoktrinär herzustellen. Überhaupt, was heißt wieder Gegenwart? Sind da die letzten 10 Jahre gemeint oder die letzten 15 Jahre seit der Jahrtausendwende?

Im folgenden Artikel definiere ich „Gegenwart“ deshalb selbst: Ab 1998 setzten verstärkt die Katastrophenmeldungen und Vorhersagen über eine unheilvolle Erderwärmung aufgrund eines angeblichen Treibhauseffektes ein. Deshalb werde ich zukünftig solche nichtsagenden Zeitungsangaben dieses unbekannten dpa-Redakteurs wie „in jüngster Zeit“ oder „die letzten Jahre“ oder „in der Gegenwart“ immer das Jahr 1998 als Ausgang für die Betrachtung ansetzen.

Wissenschaftliche Betrachtung der Medienmeldungen:

Im folgenden Diagramm sind als erstes die Maitemperaturen der letzten 18 Jahre aufgeführt, für 2015 habe ich die Temperatur geschätzt, um zu zeigen, wo in etwa der Mai 2015 trotz der angeblich ausgefallenen Eisheiligen einzuordnen ist. Die Daten bis 2014 sind die Originaldaten des Deutschen Wetterdienstes. Sie sind also nicht wärmeinselbereinigt, obwohl der Monat Mai durch seine stärkere Sonneneinstrahlung einen höheren WI-effekt bei den Messstationen erzeugt als beispielsweise die Wintermonate. Bekanntlich stehen die Messstationen des DWD alle in Wärmeinseln, eben dort wo die Menschen wohnen.

Die Überraschung ist  groß, der Monat Mai wurde in den letzten 18 Jahren eindeutig kälter. Da mag sich auch der Laie gleich fragen wie das möglich sein soll, wo doch laut dpa-Gespenstredakteur die Eisheiligen in der Gegenwart anstatt der Kälte die Wärme nach Deutschland geführt haben sollen.

Abb.1. Der Monat Mai wird in der Gegenwart eindeutig kälter. Bringen die Eisheiligen nun in der Gegenwart vermehrt die Wärme oder die Kälte?  

Ergebnis 1: Der Gesamtmonat Mai wird in der Gegenwart eindeutig kälter.

Begriffsklärung für „Eisheilige“

Die Eisheiligen finden vom 11. Mai bis zum 15. Mai statt. Sie sind unter dem Namen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia von Rom bekannt.

Da sich die alten Bauernregeln auf den Julianischen Kalender beziehen und sich seit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 die Daten verschoben haben, finden heutzutage die Kälteeinbrüche um mehr als eine Woche nach hinten verschoben statt, also erst ab ungefähr dem 20. Mai. Zudem gelten die Eisheiligen als Bauernregeln eher für Süddeutschland.

Die Namenstage der Heiligen sind aber dennoch auf ihren alten Platz im Kalender verblieben. Deshalb betrachten wir nun im Folgenden den 11. Mai bis zum 15.Mai.

Aber nun zu den Eisheiligen als (angebliches) eindeutiges Indiz des Klimawandels

Der dpa-Geisterredakteur, der die deutschen Medien füttert, wusste das vielleicht alles nicht, absichtliche Fehlinformation der Deutschen Bevölkerung wollen wir ihm nicht gleich unterstellen, vielleicht wusste er auch nicht, dass der Mai in der Gegenwart deutlich kälter wurde.  Der Verfasser hat sich nun die Mühe gemacht, von der PIK Homepage die Deutschland Tagesmittelwerte der Eisheiligentage herauszukopieren und grafisch darzustellen.

Im folgenden Bild sind die 5 Eisheiligentage (11. – 15. Mai) aus der Langzeitreihe mit Tageswerten extrahiert und als Temperatur-Zeitreihe dargestellt (zu jedem Jahr sind also die 5 Tages- Temperaturmittelwerte dargestellt):

Abb. 2: Wir betrachten einen langen Zeitraum, die letzten 122 Eisheiligen Jahre seit 1893 der Potsdamer PIK-Wetterstation. Nun zeigt der lineare Trend eine geringe, positive Steigung von 0,93 K innerhalb der 122 Jahre (0,762 K / 100 Jahre)

Erg 2: Über 122 Jahre zeigen die Eisheiligen praktisch keine Veränderung an der Potsdamer Klimastation. Da die Daten nicht wärmeinselbereinigt sind, und Potsdam einen Wärmeinseleffekt wie alle Städte in den letzten 122 Jahren von mindestens einem Grad entwickelt hat, können wir in der Realität von einem Gleichstand ausgehen.

Über die letzten 122 Jahre betrachtet haben die Eisheiligen eine gleich bleibende Trendlinie

Nehmen wir nun einen kürzeren Zeitraum, die letzten 75 Jahre:

 Nimmt man die Temperaturen ab 1940, zeigt sich jedoch bereits ein negativer Trend von -0,53 K innerhalb der  75 Jahre (-0,7 K / 100 Jahre). Also das Gegenteil eines Belegs für den Klimawandel.

Anmerkung: Auch diese Daten sind nicht wärmeinselbereinigt, ab 20 Jahre rückwirkender Betrachtung müsste man eine WI-Bereinigung vornehmen. Wir haben darauf verzichtet, da die weiteren Aussagen auch bereits ohne WI-Bereinigung eindeutig sind. Allerdings ist anzumerken, dass in der freien Fläche Deutschlands, die fallende Trendlinie noch stärker ist, die Eisheiligen also stärker kühlend auf die Vegetation einwirken als die Trendlinie angibt.

 

Abb. 3. Über die letzten 75 Jahre zeigen die Eisheiligen innerhalb des Mai-Monates einen negativen Trend, die fünf Tage wurden eindeutig kälter und nicht wärmer. Es sei noch darauf hingewiesen, dass der Start des Betrachtungszeitraumes, die Maimonate 1940 und 1941 besonders kalt waren.

Ergebnis 3: In den letzten 75 Jahren wurden die Eisheiligen kälter und nicht wärmer.

Die Gegenwartsbetrachtung

Besonders in der Gegenwart, die der Autor als die letzten 18 Jahre definiert hat, sollen die Eisheiligen nun besonders wärmer geworden sein, das verkünden uns die Erwärmungsgläubigen vom Geschäftsmodell Klimaerwärmung mit ihren Helfern, den deutschen Medien. Wir hoffen nun, dass viele Leser diesen Artikel oder auch nur die letzte Grafik an ihre Heimatredaktionen schicken, damit auch diese Klimalüge endlich aufgedeckt wird.

Abb. 4: Nähert man sich der Gegenwart, dann sind die Eisheiligen immer kälter geworden. Sie haben entscheidend die fallenden Maitemperaturen des Monates Mai seit 1998, siehe Abb. 1, mitgeprägt. Die Eisheiligen sind 2015 überhaupt nicht ausgefallen. Sie waren diesmal im Mittelfeld. Die Daten sind der Potsdamer Klimastation entnommen.

Gesamtergebnis

Die Eisheiligen wurden in der Gegenwart kälter und nicht wärmer. Also genau das Gegenteil von Heißheilige. Das zeigen eindeutig die Daten der Klimastation Potsdam und die Daten des Deutschen Wetterdienstes. Die warnenden Meldungen der Deutschen Medien über angeblich immer wärmer werdende Eisheilige in der Gegenwart halten einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht Stand. Kurz gesagt: Eine glatte Lüge. Und auch 2015 waren keine Heißheilige. Kennt Andreas Friedrich vom DWD überhaupt die eigenen Messdaten?

Die kälter werdenden Eisheiligen sind mit ein Grund, dass auch der Monat Mai in der Gegenwart eine fallende Trendlinie hat und immer kälter wird.

Nachtrag: Erfreulicherweise haben sich gleich einige Wetterfrösche der Medien bei mir gemeldet, sie wollten eine Darstellung der letzten 30 Jahre. Hier als Ergänzung:

 

Josef Kowatsch,  Naturbeobachter und unabhängiger Klimawissenschaftler