KKW-Konzern AREVA am Abgrund?

von Dr. Willy Marth
Der weltgrößte Nuklearkonzern AREVA bewegt sich wirtschaftlich am Abgrund. Für manche Medien, wie die Berliner Zeitung, ist er sogar schon „pleite“. Aber so weit ist es noch nicht, wie im Folgenden gezeigt werden wird. Trotzdem: die Lage des französischen Unternehmens ist prekär. Im vergangenen Jahr musste es einen Rekordverlust von 4,8 Milliarden Euro in seiner Bilanz ausweisen, worauf sich der Aktienkurs von 16 auf 8 Euro halbierte. Im Jahr 2007 notierte die Areva-Aktie noch bei 81 Euro!

Der Konzern Areva entstand 2001 durch die Fusion mehrerer großer Nuklearfirmen. Den neuen Namen AREVA wählte die Gründerin Anne Lauvergeon ("Atom-Anne") zufällig aus einer Liste spanischer Klöster. Der Zusammenschluss von CEA-Industries, Cogema, Framatome ANP und FCI, die zusammen AREVA bildeten, wurde am 30. November 2000 öffentlich gemacht. Die Teilfirma Cogema betrieb damals schon die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague und war vor allem im nuklearen Brennstoffkreislauf in den Bereichen Brennelementherstellung, Transport, Rezyklierung und Entsorgung tätig. 

Die Gründe des Niedergangs

Nicht alle Ursachen für den Niedergang der Areva sind hausgemacht. Die Katastrophe von Fukushima kann man dem Konzern sicherlich nicht anlasten, aber seit diesem Ereignis schwächelt die Nachfrage nach Kernkraftwerken weltweit. Lediglich in einzelnen Ländern wie Großbritannien und China beschäftigt man sich derzeit noch mit Reaktorprojekten – die aber allesamt zumeist nur auf dem Papier stehen. Auch die Rückkehr Japans als Nuklearnation dauert länger, als vor Jahren noch erwartet wurde. Hinzu kommt, dass das billige Schiefergas die Energiemärkte verunsichert hat.

Eigenes Verschulden kann aber Areva nicht von sich weisen bei der "ewigen Baustelle" Olkiluoto in Finnland. Im Jahr 2009 sollte das Gemeinschaftsprojekt EPR-3 von Areva und Siemens in Betrieb gehen; den ersten Strom erwartet man nunmehr nicht vor 2018. Statt 3 Milliarden Euro kostet das Kraftwerk wohl mindestens 8,5 Milliarden. Die "Schuldfrage" soll seit 2008 ein Schiedsgericht klären. Der deutsche Partner hat inzwischen seinen Anteil (Turbogenerator, Steuerung etc.) geliefert. Die Franzosen werfen den Finnen vor, durch ständige Änderungen und Auflagen die Verzögerungen und die Mehrkosten verursacht zu haben. Sicher ist bereits jetzt, dass aus diesem Projekt kein Gewinn für Areva fließen wird.

Völlig unverständlich ist, dass Areva auch  mit dem zweiten EPR-3-Projekt auf heimischen Gelände in Flamanville (Normandie) nicht zurande kommt. Auch dieses Kernkraftwerk ist volle fünf Jahre verzögert und wird seinen Betrieb erst im Jahr 2017 aufnehmen können. Die Kosten werden die Anfangsplanung mindestens um den Faktor zwei überschreiten. Die französische Überwachungsbehörde hat "Risse in den inneren Reaktorwänden" festgestellt; das Pariser Wochenblatt Canard Enchaîné sprach sogar von "42 Zentimeter großen Löchern". Der italienische Projektkonsorte ENEL hat daraufhin seine Beteiligung an weiteren Vorhaben dieser Art gekündigt. 

Trübe Perspektiven

Angesichts der Schuldensituation ist klar: Areva benötigt dringend frisches Geld. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen, wie im Folgenden dargestellt wird. Alle Bemühungen in diese Richtung sind allerdings auch stets mit Erschwernissen und Risiken verbunden.

Areva ist kein "normales" Unternehmen, denn 87 Prozent der Anteile gehören dem französischen Staat. Der direkteste Weg zur Konsolidierung wäre eine Geldspritze der Pariser Regierung in der Höhe von einigen Milliarden Euro. Die Chancen hierfür sind jedoch sehr gering, denn Frankreich ist derzeit hoch verschuldet und unternimmt alle Anstrengungen, um mittelfristig wieder die Mastricht-Kriterien zu erfüllen. 

Eine weitere Möglichkeit, um an frisches Geld zu kommen, wäre die (teilweise oder ganze) Privatisierung der Areva. Die französische Regierung hält dies jedoch für ausgeschlossen, weil das Unternehmen auch im militärischen Bereich (Kernwaffen!) hoheitliche Aufgaben erfüllt, die aus Geheimhaltungsgründen privaten Investoren nicht zugänglich gemacht werden dürfen. 

Immer wieder wird in Paris die Option diskutiert, die beiden grossen Staatskonzerne Areva und Electricité de France zu fusionieren. EdF ist der Betreiber aller französischen Kernkraftwerke, also gewissermaßen der Kunde von Areva. Ein Zusammenschluss von Lieferant und Kunde ist aber grundsätzlich kritisch zu bewerten. Im Falle von Areva/EdF auch deswegen, weil die Finanzsituation bei beiden Unternehmen in etwa gleich schlecht ist. Auch EdF hat beträchtliche Schulden und es wäre fraglich, wer wen stützen könnte. Außerdem sind sich beide Konzerne in "herzlicher Abneigung" verbunden. Im Jahr 2009 trug die Rivalität der Unternehmen sogar zum Verlust eines Großauftrags in Abu Dhabi bei.

EdF käme im nationalen Rahmen ohnehin nicht als Besteller weiterer Atomkraftwerke bei Areva infrage. Der Grund dafür ist, dass die Regierung Hollande 2012 ein Wahlversprechen abgegeben hat, wonach die nukleare Stromerzeugung in Frankreich bis 2025 von 75 auf 50 Prozent absinken soll. Areva muss also den Exportmarkt im Blick haben, wenn es seine Auftragssituation verbessern will. 

Vor diesem tristen Hintergrund fällt Areva nur das ein, was defizitäre Unternehmen allerorten als Heilmittel anpreisen: Kosten reduzieren. Der Konzern hat bereits verkündet, dass er seine Investitionen zurückfahren wird, Teile des Unternehmens auf dem Markt verkaufen möchte und 10 Prozent seiner 45.000 Mitarbeiter entlassen werde. Dass es dabei auch den Areva-Standort Erlangen (früher KWU/Siemens) treffen wird, ist leider nicht unwahrscheinlich. 

Postscriptum: Eine aktuelle Nachricht.

Frau Dr. Maria Betti, eine Italienerin, wurde von der EU-Kommission in Brüssel zur neuen Direktorin am Karlsruher Institut für Transurane (ITU) ernannt. Sie war bereits von 1991 bis 2008 dort Leiterin der Abteilung für Analytische Chemie. Der bisherige ITU-Chef (seit 2006), Professor Dr. Thomas Fanghänel, wurde vor kurzem abberufen und nach Brüssel versetzt. Dort soll er hauptsächlich auf den Gebiet der innovativen Kernkraftwerke G-IV Beratungsdienste leisten.  Gerüchten zufolge, haben die hohen Kosten bei den neuen und nachgerüsteten ITU-Strahlenbunkern im zuständigen Generaldirektorat Kritik ausgelöst. 

Übernommen vom Blog des Autors hier 

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36 Kommentare

  1. Die Nachfrage nach Kernkraftwerken schwächelt? Rosatom scheint aber ganz gute Geschäfte zu machen
    – Ägypten (Neueinstieg)
    – Ungarn (Ersatzinvestition)
    – Türkei (erstes Kraftwerk)
    – Südafrika (zweites Kraftwerk)

    Das Problem von Areva scheint die französiche Wirtschaft zu sein. Die beiden anderen Hersteller Hitachi und Westinhouse laufen ja auch nicht so schlecht.

  2. @ Werner Geiselhart #33
    Es ist ja nicht nur so, dass diese Öko-Stromfanatiker ihren Strom in einen Land in Nordeuropa speichern bzw. erzeugen lassen wollen, dass sehr hoch im Norden und damit an die Polarregion angrenzt bzw. zum Teil schon drinnen ist. Also in einer Region, die von Haus auf schon mit Eis und Schnee zu kämpfen hat, sondern dass diese Öko-Energiefanatiker damit auch ihren „Zentralen Strom-Energieversorgungsgedanken“ komplett über den Haufen werfen. Es soll ja lt. den Öko-Energieversorgungsträumern der Strom vor Ort aus der Region für die Region gewonnen und verbraucht werden. Und für die meisten Regionen/Gemeinden liegt halt Norwegen nicht gerade vor ihrer Haustür bzw. in ihrer Region.
    Somit entfernen sich diese Energiewende Fanatiker immer mehr von ihrer Regionalen Unabhängigkeit und sind dann in Zukunft, nach dem wirtschaftlichen Aus unserer deutschen Kraftwerke dann nicht mehr von den deutschen Kraftwerken abhängig, sondern von den Ausländischen Kraftwerken bzw. Pumpspeicher-Energieerzeuger.
    Die Energiewende macht diese Öko-Energieträumer also immer mehr von Ausländischen Stromerzeugern abhängig. Frankreich mit seinen Kernkraftwerken und Österreich wie auch die Schweiz werden es in Zukunft aber nur soweit zulassen. soweit es nicht ihre eigenen Strommärkte NEGATIV beeinflusst. Polen und die Tschechen haben ja schon mit „Abriegelungen“ gedroht und werden diese auch in Zukunft anwenden. Frankreich, Schweiz, Österreich und die anderen angrenzenden deutschen EU-Länder werden da nachziehen, wenn Sie ihren eigenen Energiemarkt vor deutschen überflüssigen und damit marktschädigenden EE-Strom schützen wollen.

  3. #31: Hofmann,M
    Sie haben Recht. Aber alle Argumente aufzuzählen, die gegen diesen tollen Plan der virtuellen Speicher sprechen, würde den Rahmen hier sprengen.
    Aber immerhin, selbst Frau Mikosch hat inzwischen erkannt, dass ihr Power to Gas und Akkuspeicher-Konzept nicht im Geringsten ausreicht, um eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten. Allerdings kramt sie eine weitere Kuriosität aus dem Öko-Panoptikum hervor, die bei näherer Betrachtung wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt.
    Also Frau Mikosch, weiter dran bleiben!

  4. #23: Silke Mikosch sagt:
    am Samstag, 23.05.2015, 10:54

    http://t1p.de/Speichersee

    Auszug:
    „Virtuelle Pumpspeicher
    In der Energiediskussion wird häufig gefordert, mehr Pumpspeicher zu bauen, damit überschüssiger Windstrom aus der Nordsee gespeichert werden kann. Da der Bau von solchen Kraftwerken einerseits teuer und andererseits nicht sehr beliebt bei der Bevölkerung ist, sucht man nach Alternativen.
    Eine strategische Alternative sind die Speicherseen in Norwegen, auch wenn sie nicht als Pumpspeicher ausgelegt sind. Und das geht so: Wenn bei uns der Wind wieder mal heftig weht und mehr Strom produziert als genutzt werden kann, überträgt man den Strom über Unterwasserleitungen nach Norwegen. Dort wird der Strom von den Norwegern verbraucht, hauptsächlich um die Häuser elektrisch zu heizen. Gleichzeitig schaltet man aber die Turbinen der Speicherseen ab. Damit bleibt das Wasser im Speichersee bis wieder Bedarf entsteht.
    Damit hat man einen virtuellen Pumpspeicher, der bis zu 20 GW Leistung aufnehmen kann, so groß ist nämlich im Durchschnitt der Stromverbrauch in Norwegen und Norwegen hat zu 99% eine Stromversorgung, die auf Wasserkraft basiert.“
    ######################################################,
    Neben dem wirtschaftlichem Aspekt (den ich Ihnen ja schon dargelegt habe) sind Sie auch technisch völlig neben der Realität mit solchen Visionen. Klar, wenn Deutschland 20 GW Überschuss liefert, können die Norweger ihre Laufwasserkraftwerke abschalten. Nur, was ist bei Flaute?? Da möchte ja Deutschland Strom aus Norwegen beziehen, während die Norweger selbst ja auch weiter ihren Bedarf bedienen müssen! Also muss IMMER in Norwegen eine Kraftwerksleistung weit über dem eigenen Bedarf installiert sein, um real Strom bei Flaute in Deutschland nach Deutschland liefern zu können. Also nichts mit „virtuellem“ Kraftwerk sondern Strom liefern nur ganz reale Maschinen und Kabel. Und wer bezahlt und installiert diese in Norwegen?? Ihre „Energiewende“ ist und bleibt ein Stück aus dem Tollhaus, auch wenn eine demokratische Mehrheit dahinter steht. Solche Mehrheiten sind nämlich eine Garantie für gar nichts, denn ansonsten hätten wir Sonntags immer Ausflugswetter….

  5. #27 Gerald Pesch

    „Schon mal nachgerechnet was 1 kWh Windstrom kostet? “

    Nachgerechnet wird grundsätzlich nicht – letztendlich muss immer die „Kohlelobby“ die Schuld an allem haben. Das alles wirtschaftlicher Blödsinn ist, was von den Ökos kommmt, dass sehen wir ja an unseren Strompreisen. Nur wahrhaben, das wollen unsere Ökos die Tatsache natürlich nicht – daher auch keinesfalls rechnen (wenn sie es überhaupt noch könnten).
    Die Zahl ist der Feind der eigenen „Wahrheit“. Das habe ich Fr. Mikosch hier mehrfach vorgerechnet. Aber dann ist sie sofort weg.

  6. #23: Silke Mikosch sagt:
    am Samstag, 23.05.2015, 10:54

    Auszug:
    „Virtuelle Pumpspeicher
    In der Energiediskussion wird häufig gefordert, mehr Pumpspeicher zu bauen, damit überschüssiger Windstrom aus der Nordsee gespeichert werden kann. Da der Bau von solchen Kraftwerken einerseits teuer und andererseits nicht sehr beliebt bei der Bevölkerung ist, sucht man nach Alternativen.
    Eine strategische Alternative sind die Speicherseen in Norwegen, auch wenn sie nicht als Pumpspeicher ausgelegt sind. Und das geht so: Wenn bei uns der Wind wieder mal heftig weht und mehr Strom produziert als genutzt werden kann, überträgt man den Strom über Unterwasserleitungen nach Norwegen. Dort wird der Strom von den Norwegern verbraucht, hauptsächlich um die Häuser elektrisch zu heizen. Gleichzeitig schaltet man aber die Turbinen der Speicherseen ab. Damit bleibt das Wasser im Speichersee bis wieder Bedarf entsteht.
    Damit hat man einen virtuellen Pumpspeicher, der bis zu 20 GW Leistung aufnehmen kann, so groß ist nämlich im Durchschnitt der Stromverbrauch in Norwegen und Norwegen hat zu 99% eine Stromversorgung, die auf Wasserkraft basiert.“

    Silke M.
    ################################################“,

    Ach Frau Mikosch, auch mit einer einfachen Kostenrechnung sind Sie ja augenscheinlich überfordert. Damit diese Vision Wirklichkeit werden kann, muss man ja den Norwegern den Windstrom max. zum Preis ihres Hydrostroms anbieten! Schon mal nachgerechnet was 1 kWh Windstrom kostet? Das Doppelte bis Dreifache des Norwegischen Hydrostroms, ohne Transportkosten! Aber bei euch Ökos beginnt und endet ja jede wirtschaftliche Überlegung mit dem Satz „Der Wind schickt keine Rechnung…“ und dann wird weitergewurschtelt. Deutschland wird grün!

  7. #23: Silke Mikosch
    Wieder so eine geile Öko-Idee.
    Von mehreren Szenarien, die man gegeneinander abwägen müsste, wurden nur eine oder zwei kurz angedacht, durchüberlegt ist zuviel gesagt.
    Punkt 1 auf den ersten Blick OK: Belieferung der Norweger mit Überflußstrom, Füllen der Speicher.
    aber:
    – Wenn die Speicher schon voll sind, wohin mit dem Strom.
    – Unglaubliche Leitungskapazitäten müssten neu gebaut werden
    – Längere Flaute, Speicher müssen Norwegen und Deutschland gleichzeitig beliefern, nach ein paar Tagen sind die Dinger leer. Folge: weder N noch D können mit Strom beliefert werden.
    – In trockenen Sommern kann es Wochen dauern, bis die Speicher wieder voll sind und liefern können. Während dieser Zeit wäre N voll von der deutschen Flatterstromversorgung abhängig.
    Ergo: Nie und nimmer wird Norwegen dieses Abenteuer eingehen, ausgerechnet von den geliebten Deutschen abhängig zu sein.

  8. Hallo Frau Mikosch,

    20 GW sind 20.000 MW. Wenn es 20 GW virtuelle Speicher sein sollen, dann müssten zeitgleich 20.000 MW elektrische Leistung per Kabel von DE nach Norwegen übertragen werden. In diesem Falle bräuchte man 20 (?) parallele HGÜ-Übertragungsstrecken à la SuedLink als Seekabel mit entsprechenden Konverterstationen zwischen DE und N. Ist es das, was Sie meinen?

  9. #22 Herr Reeg, dazu hätten Sie den Link von Frau Mikosch lesen müssen. Es soll sich um v i r t u e l l e Speicherbecken handeln 😉 Wo die liegen bleibt nebulös. Die Idee dahinter ist, korrigieren sie mich gerne, dass die Norweger, sobald wir „Überschussstrom“ haben, diesen verbrauchen und die „virtuellen“ Speicher nicht anzapfen. Sobald wir aber Strombedarf haben, entnehmen w i r den Strom aus besagten Speichern…und..die Norweger…finden sich dann wohl zu Gesangs- und Tanzgruppen zusammen, damit sie nicht erfrieren…

  10. Zitat in #22:
    „Ich habe lange gesucht aber die Unterbecken der Speicherseen in der benötigten Größe nicht gefunden.“

    @H. Reeg,

    hätten Sie sich den verlinkten Artikel angesehen, hätten Sie nicht gesucht. Ich kann Informationen nur anbieten. Es bleibt Ihnen überlassen, diese zu ignorieren oder aufzunehmen. Hier noch einmal der link.

    http://t1p.de/Speichersee

    Auszug:
    „Virtuelle Pumpspeicher
    In der Energiediskussion wird häufig gefordert, mehr Pumpspeicher zu bauen, damit überschüssiger Windstrom aus der Nordsee gespeichert werden kann. Da der Bau von solchen Kraftwerken einerseits teuer und andererseits nicht sehr beliebt bei der Bevölkerung ist, sucht man nach Alternativen.
    Eine strategische Alternative sind die Speicherseen in Norwegen, auch wenn sie nicht als Pumpspeicher ausgelegt sind. Und das geht so: Wenn bei uns der Wind wieder mal heftig weht und mehr Strom produziert als genutzt werden kann, überträgt man den Strom über Unterwasserleitungen nach Norwegen. Dort wird der Strom von den Norwegern verbraucht, hauptsächlich um die Häuser elektrisch zu heizen. Gleichzeitig schaltet man aber die Turbinen der Speicherseen ab. Damit bleibt das Wasser im Speichersee bis wieder Bedarf entsteht.
    Damit hat man einen virtuellen Pumpspeicher, der bis zu 20 GW Leistung aufnehmen kann, so groß ist nämlich im Durchschnitt der Stromverbrauch in Norwegen und Norwegen hat zu 99% eine Stromversorgung, die auf Wasserkraft basiert.“

    Silke M.

  11. #15 Silke Mikosch,
    Sie schreiben:“Da es die Speicherseen schon gibt, erübrigt sich ein Einmarsch“

    Ich habe lange gesucht aber die Unterbecken der Speicherseen in der benötigten Größe nicht gefunden. Können Sie mir da mal ein Tipp geben, wo die sind?

    Mfg

  12. #15: Silke Mikosch sagt:
    am Donnerstag, 21.05.2015, 23:24
    Zitat in #4: „Nicht zu vergessen die riesigen Speicherseen, die wir in Norwegen nach dem Einmarsch der Bundeswehr bauen werden..“

    Da es die Speicherseen schon gibt, erübrigt sich ein Einmarsch. Ansonsten scheinen Sie ja einiges über unsere Energiewende dazu gelernt zu haben.

    http://t1p.de/Speichersee

    Silke M.
    ##########################################################“,

    Ach Frau Mikosch ich hatte Ihnen doch schon einmal die Leistungsdaten der Norwegischen Stromwirtschaft gepostet. Nicht verstanden? Oder ignorieren Sie tapfer weiter alle Fakten und verkünden die „Energiewende“ aus reiner Ideologie? Ich vermute einmal zweiteres, da Sie sicher nicht dumm aber genauso sicher verschlagen genug dazu sind…

  13. Frau Mikosch,

    Ihnen geht es ja gar nicht um eine Sachdiskussion.

    Sie wollen nur immer die Stichworte fallen lassen, die bei den Anhängern der Energiewende die Augen leuchten lassen und ihnen zeigen, dass ja alle „vernünftigen“ Menschen so denken.

    Es ist jetzt gerade in Norwegen ein wenig blöd, dass auch da die Windenergie-Erzeuger den Fuß in die Tür bekommen wollen und solche Sätze raushauen:

    „Hydropower is cheaper than wind power, but most of Norway’s hydropower resources are developed. If we want a greater share of renewable energy it must come from wind power, claims Undeland.“

    Quelle: http://tinyurl.com/ovxgswb

    (Tore Marvin Undeland, Professor, Department of Electric Power Engineering)

    Wenn es um die eigenen Pfründe geht kommt schöner Weise auch mal die Wahrheit ans Licht, gell?!

  14. @ #15 S. Mikosch

    „Da es die Speicherseen schon gibt, erübrigt sich ein Einmarsch.“

    ROFL
    Die reichen ja noch nicht einmal für die eigene Stromversorgung Norwegens. Wieviel Einwohner hat Norwegen noch?

    Sie bestätigen damit natürlich, daß Frauen in der überwältigenden Mhrzahl technik- matheblind sind.

  15. #15: Silke Mikosch schon heute reichen die Speicherseen in Norwegen für die Norweger selbst nicht.
    Bedenken Sie bitte, dass die Bevölkerung dort nicht auf den Bergspitzen lebt.
    Das letzte große Neubauprojekt im fast menschenleeren Norden (Inuit) wurde wegen massiven Protesten dieser Minderheit und Naturschützern wieder abgeblasen.
    Norwegens Staatsform nennt sich Demokratie,
    das ist hier noch unbekannt (besonders bei „Grünen“). Ich würde daher nicht mit Norwegen rechnen.

    mfG

  16. #13: Sehr geehrter und verehrter Herr Rainer Manz, weiterhin, in der sehr guten und klugen und der außerordentlich wichtigen Tradition der kritischen Diskussion.

    a. Wie definieren Sie Freiheit?

    b. Ceteris paribus-Bedingung, weil unsere verschiedenartige Umwelt hochkomplex sein will, glücklicherweise. 😉 Was würde denn geschehen, wenn die Medien nicht lügen würden? Mit dem Volk, bspw.? Wenn „Die Welt“ (Freimaurer-Loch), die (bürgerliche) „Zeit“, das „Handelsblatt“, die (linke und einfältige) „Süddeutsche“, die Tageszeitung „(Die) Bild“, den Bürger, das gemeine Volk, korrekter über diese kranke Energiewende informieren würden?

    c. Unsere Gesellschaft braucht (auf einmal) keine Gerichtsbarkeit (mehr)? Wer kann mehr Schaden anrichten? Jemand der viel oder wenig wissen kann? Ist es gerecht, den, der wenig weiß, genauso zu bestrafen, wie den, der (sehr) viel weiß?

    MfG

    P.S.: Aha! Zitat: „[…] dass jeder mal mehr mal weniger je nach Gruppenzugehörigkeit und Gruppenbetroffenheit Täter und Opfer zugleich ist und nur wenige wirklich Gewinner sind?“

    Ich bin also auf der richtigen Spur und Sie nicht. 🙂 Ihre Perspektive ist falsch und unfruchtbar. Ihre Analyse ist ungültig. Bzw. für die Betrachtung irrelevant.

  17. @15# Mikosch

    Ich lasse schon länger Kommentare von Ihnen auf mich wirken und mitjedem Kommentar bestätigt sich für mich die dahinter stehende Geisteshaltung. Diese repräsentiert die heute wieder unverblümt auftretende und etablierte Auffassung alles ist erlaubt und zu machen, wenn es „höheren Zielen“ dient, egal welche Folgen es hat. Das wird zur Wiederholung der unrühmlichen deutschen Geschichte führen und daher sind Sie für mich ein gefährlicher Mensch!

  18. Zitat in #4: „Nicht zu vergessen die riesigen Speicherseen, die wir in Norwegen nach dem Einmarsch der Bundeswehr bauen werden..“

    Da es die Speicherseen schon gibt, erübrigt sich ein Einmarsch. Ansonsten scheinen Sie ja einiges über unsere Energiewende dazu gelernt zu haben.

    http://t1p.de/Speichersee

    Silke M.

  19. @ #10 R. Manz
    „… mit G36, Schraubenlockeren Plastikersatzstahlhelmen und Frau von der Laien an der Sturmspitze?“

    Daran kann man ablesen, wie verkommen diese Republik 25 Jahre nach Ende des sog. „kalten Krieges“ ist. Letzten Freitag konnte ich ein Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst aus allernächster Nähe filmen. Die gute alte Tante Ju flog mehrfach in 150m Entfernung und Grasnarbenhöhe beim Start an mir vorbei. Nichts gegen moderne Technik, aber irgendwie kriegen die die Ingenieure nicht in den Griff, wie man beim A400 sehen kann. Triebwerke bleiben wegen Elektronikfehler stehen … . Die gute Tante Ju hat doppelte Magnetzündung, so wie die Cessnas etc. auch. Und wenn ein Zündkreis versagt macht das nichts, der Motor dreht weiter. Saß mal in einer Morane, wo ein Zündmagnet (Zahnrad bekam Karies) beim Start unmittelbar beim Abheben versagte. Haben wir nur bemerkt, weil der kaputte auf einem Zylinder weiter feuerte und deshalb der Motor unrund lief.

    Es gibt zwei Methoden eine Firma in die Insolvenz zu führen: Zu viel unerprobte „Hochtechnologie“ (siehe A380, A400, Eurofighter …) oder setzen auf ineffiziente Uralttechnik, um irgendwelchen Mainstreamspinnern zu gefallen, siehe RWE, Eon, EnBW … .

    Der Lufthansachef fragte bzgl. der Concorde: Sagen Sie mir, wann die Lufthansa pleite sein soll und ich sage Ihnen, wieviele Concorde ich kaufen muß.
    Letztendlich verschluckte sich PanAm an der 747. Und Airbus fast am A380 und A350.

  20. @ 9 Frau Meinhardt

    Mir tun sich als staatlich anerkannten (nummerierten) Teil des ominösen deutschen Volkes Fragen auf, die ich frei wollend Ihnen stelle:

    Was sind denn die Regeln der Freiheit und die dazu für ein ganzes Volk und was ist denn das deutsche Volk genau und woher die Trennung in Lügner und Opfer, wo doch in der … äh. der gelebten Demokratieform in diesem Staate ist, dass jeder mal mehr mal weniger je nach Gruppenzugehörigkeit und Gruppenbetroffenheit Täter und Opfer zugleich ist und nur wenige wirklich Gewinner sind?

    Mit fragenden Grüßen

  21. @Katrin Meinhardt #9
    Soweit sind wir also schon im aufgeklärten und sozialen Marktwirtschafts-Bildungsland Deutschland, dass einfachste Zusammenhänge und das 1×1 der Marktwirtschaft nicht mehr nachvollzogen werden können. Hier kann man dann wirklich zur Einsicht kommen, dass die gegenwertige Merkel Politik der größte Feind der deutschen Energie-Wohlstandsgesellschaft ist.

  22. Hr. Marth,
    Ihren Ausführungen entnehme ich, dass Sie Ihr wissen auch nur aus der schlecht recherchierenden Presse zusammen getragen haben. Hier ein paar Fakten:
    1. Die Finanzkriese war erster ausschlaggebender Faktor, dass KKWs in der westlichen Welt kaum noch finanzierbar sind. Gebaut wird anch wei vor in China, Russlan, Inbdien…
    2. Das KKW Olkiluoto3 ist u.a. deswegen massiv verspätet, da das Finnische Regelwerk YVL zwischen Beautragung udn heute massiv geändert wurde, so dass es zu unzähligen Änderungen am Design gekommen ist, die der Kunde nicht bezahlen will. Die dadurch entstandenen Mehrkosten sind Gegenstand eines Arbitration-Verfahrens. AREVA fehlen deshalb ausstehene Zahlugnen von merh als 3Mrd.
    3. Im KKW FA3 ist hingegen EdF der Bauherr, der die Merhksoten und Verzüge auch zu verantworten aht. AREVA hat hier keine Mehrkosten, die nciht durch EdF getragne wären.
    4. Mit den Probleme mit den „Rissen“ im RDB sind Sie arg auf dem Holzweg. Hier geht es um ein geändertes Regelwerk zur Messmethode des Kohlenstoffgehalts im Stahl. Bei Fertigung wurden alle Richtwerte eingehalten. Bei der Abnahme nach neuer Messmethode gab es nun Abweichungen. Ein Britischer Gutachter soll nun Klarheit schaffen.
    5. AREVA hat vor Fukushima massiv auf den steigenden Uranpreis gesetzt. Vom Fr. Statt genötigt, wurden merhere Uranmienen weltweit gekauft, die sich nun bei fallenden Preisen einer hihen Abschreibung erfreuen.
    6. Ich weise darauf hin, dass die SIEMENS KWU 2002 in die AREVA ca. 2.500 Mitarbeiter eingebracht hatte. Zum Höherpunkt der Beschäftigung 2012 waren es ca. 7.000 Mitarbeiter in der AREVA GmbH. Heute wirde bis 2017 eine Halbierung bei ca. 3.500 angestrebt.

    Ich offe, etwas Licht in Dunkel gebracht zu haben.

  23. @4 Herr Heinzow…
    „“Nicht zu vergessen die riesigen Speicherseen, die wir in Norwegen nach dem Einmarsch der Bundeswehr bauen werden…“
    … mit G36, Schraubenlockeren Plastikersatzstahlhelmen und Frau von der Laien an der Sturmspitze?

    Nein, Nein Herr Heinzow – WIR – uns eingeschlossen als Zwangs- und Gernezahler (soll´s ja auch geben) und irgendwie in irgendeiner Weise unfreiwillig und gerne eingebundene Bürger (auch da…) der BRD – sind doch die GUTEN und die Norweger stauen FREIWILLIG für den siegreichen deutschen, in Langform, NEUEN SOZIALISMUS im vereinnahmten EUropa auch ihre Fjorde zu PSW auf… oder etwa nicht?
    Es gibt tatsächlich Menschen, die diese überspitzt ironisch von Ihnen aufgezählten Wunschvorstellungen und von mir leicht ergänzt denken. Ich bin immer noch irritiert bei Fremden und erschüttert bei Verwandten, Freunden und Bekannten… wobei nur so kann man ich mir es auch erklären, dass die Spielchen der politischen, medialen und gesellschaftlichen Funktionseliten (also Minderheiten) und die dafür bestens zugeschnittene, mit Demokratie umschriebene Mehrheitentyrannrei funktionieren. Eine bittere Erkenntnis.
    Der mir in einer Diskussion entgegengeschleuderte Satz aus mehreren Münden – DIE (Ingenieure) müssen halt was erfinden – kommt mir nun auch hoch, wenn von Speichern die Rede ist. Ja, wenn erst die Wunderwaffen… und die Rotoren sich alle drehen… dann aber!

    Das dahinterstehende unheilbar kranke System ist dermaßen lachhaft und absurd, wenn denn nicht systembedingt ALLE „davon was hätten“… ob man nun das will, braucht und dennoch bezahlen und ausbaden muss – mitgefangen – mitgehangen. Entzug nur durch Tod (der darf gerne noch warten) oder Auswandern ohne niemals Rückkehr (nur wohin…) und was wenn man gar nicht will?

  24. #8: Verehrter Herr Hofmann, M.

    Der verehrte Herr T. Heinzow meinte das (nur) ironisch, oder so.

    Zitat: „[…] leichtgläubig und ängstlichemotional […]“

    Die Psychologie ist keine ernst zu nehmende Wissenschaft, Herr Hofmann. Das sind Nullsätze. Entscheidend ist, dass eine kriminelle Minderheit ein Volk belügt, und dies ungestraft. Über lange Zeiträume. Nur das sollte Ihnen Sorgen bereiten, wenn Sie ernst genommen werden wollen. In Hamburg stinkt der Fisch immer vom Kopf her. Die Regel.

    Es geht hier um dreist agierende Medien, die von Ihren (!) Leuten ausgebildet worden wurden. Die stammen aus Ihrem Gewächs. Und kommen Sie mir nicht mit Rationalismus. Niemand, nicht einmal Sie können länger als ein Wochenende in einer theoretisch rationalen Welt leben. Es gab nie eine rationale Welt.

    Und gemäß den Regeln der Freiheit darf das deutsche Volk tun was es will. Konzentrieren Sie sich bitte auf die Lügner. Und behelligen Sie die Opfer nicht mehr.

    Danke und MfG

  25. @T.Heinzow #4
    Kann man…aber nicht jedes Volk in Europa ist so leichtgläubig und ängstlichemotional einzunehmen wie das deutsche Volk. Die Franzosen, die Tschechen, die Polen, die Briten usw. haben eine ganz andere Vorstellung von einer Stromversorgung und vor allen von der Kernkraft. Und weit und breit wird man in der freien Marktwirtschaft keinen Investorfinden, der unter den EEG-politischen Rahmenbedingungen in einen Großspeicher investiert. Kein Investor investiert momentan nicht einmal mehr in ein Gaskraft in Deutschland. Neubauten und Neuinvestitionen im inner deutschen Kraftwerksbau sind gleich Null.
    Mit dem EEG hat die Grüne politische Ideologie dem Markt also der Gesellschaft den Kampf angesagt. Und diesen Kampf wird die Grüne Politik zu 100% verlieren. Weil nicht jeder in Europa so bekloppt ist, wie das Grün Ideologische Energiewende Antikernkraft Deutschland.
    Die Franzosen gehen in Sachen Energiepolitik ganz anders und rationeller ran. Diese Emotionalen Gefühle wie Sie in Deutschland in der Energiepolitik/Wirtschaft vorherrschen, kennen die Franzosen gar nicht.
    Die Kernkraft ist für die Franzosen ein Zeichen für Stärke, Sicherheit und Überlegenheit.
    Und die Franzosen wissen ganz genau, was Grundlast ist und das eine Grundlast einen konventionellen Kraftwerkpark (Energieträger Kohle, Gas, Oel oder eben auch Uran) voraussetzt. Da sind die Franzosen ganz emotionallos und sachlich, technisch und fachlich geerdet.

  26. #4: Verehrter Agent Provo!

    Wenn Sie Ihre (einzigartigen) Augen einmal von der sündhaft teuren Elbphilharmonie wenden würden, dann könnte es sein, dies wäre Ihnen aufgefallen?

    http://tinyurl.com/otufpb8

    Die nächste Betrugsmasche, der nächste Streich der Schildbürger neidisch machen täte? Oder könnte etwas dran sein?

    Die Daniel Düsentriebe dieser Welt arbeiten an einem Blendwerk oder an Substanz mit Zukunft?

  27. „Lediglich in einzelnen Ländern wie Großbritannien und China beschäftigt man sich derzeit noch mit Reaktorprojekten“

    Thoriumreaktor in Indien? Molten Salt Reactor der Fa. Transatomic in den USA? Süd-Koreas SMART Reaktor für Saudi-Arabien?

  28. Herr Pesch,

    mir sind immer noch die Worte unseres alten Physik-Prof., damals schon über 60, in den Ohren: „Glaubet se mir, die viele Jurischte und die BWLer machet ons no he!“ Habe damals schon nicht an seinen Worten gezweifelt, und es bewahrheitet sich mehr und mehr.
    Wobei dann auch noch die vielen Politiker ohne Berufsabschluß, oder solche wie ein Herr Palmer dazu kommen.
    Vom wirklichen Leben keine Ahnung und wie es für einen Normalbürger ist über die Runden zu kommen entzieht sich den Damen und Herren zur Gänze.

  29. @ #2 Hofmann,M.

    „Die Energiewende ist nicht Grundlastfähig …“

    Aber Aber Herr Hofmann, das ist doch kein Problem im Zeitalter der Erfindung des Ringwalklspeichers, der Speicherung mit dem Namen von Power2Gas, der Offshore-Windkraftwerken, eines Netzes aus HGÜ-Überlandleitungen, Virtuellen Kraftwerken und einem Smart-Grid, wo der Verbraucher automatisch billigen Strom einkauft, wenn er im Überfluß von Sonne, Wind und Biogasanlagen produzieert wird.
    Also das bißchen Speichertechnologie können wir auch mit E-Autos und Lithiumbatterien wuppen. Nicht zu vergessen die riesigen Speicherseen, die wir in Norwegen nach dem Einmarsch der Bundeswehr bauen werden …

  30. #1, Herr Pesch:

    Leider haben Sie recht. So ist es aber nicht mehr nur in der Großanlagenbau, sondern auch im Klein- und Kleinstanlagenbau. Ein Heizungsinstallateur, als Beispiel, steht heute mit beiden Beinen im Gefängnis, da der Wust an Gesetzen und Verordnungen nicht mehr überschaubar ist, den die Juristen- und Soziologenkaste in der Regierung erfunden hat. Nehmen Sie nur die EnEV. Ein Werk des Horrors aus den Berliner Gesetzesbrütereien. Die Folge: Absicherung nach allen Seiten.

    Bei Areva (bzw. Framatome, früher gemeinsam mit Siemens/KWU) könnte aber noch eine Sache eine Rolle spielen, die sich bis heute auswirkt. In der Zeitspanne vor 10 bis 15 Jahren wurden innerhalb sehr kurzer Zeit sehr viele Mitarbeiter aus den Unternehmen in den vorzeitigen Ruhestand gedrängt. Die Dränger saßen in der Politik (Stichwort: Verringerung der angeblichen Jugendarbeitslosigkeit) und in den Unternehmen (Stichwort: Junge Arbeitnehmer sind billiger). Dadurch verschwand viel know-why, gewusst, warum, ohne das technisch anspruchsvolle Projekte scheitern müssen. Die Nachrücker wussten nicht, was sie taten, und konnten es auch nicht wissen, machten es aber aus Unwissenheit und Unsicherheit umso überzeugter und änderten munter sorgsam geplante technische und sicherheitstechnische Lösungen. Sie kannten die fachübergreifenden Zusammenhänge und die Begründungen nicht. Die Folgen sind in Olkiluoto und in Flamanville zu bestaunen. Änderungen, Nachrüstungen, Kostensteigerungen, Terminverzögerungen.

    Den Rest kennen wir. Juristische Überreaktion, Aufstockung der nichttechnischen Bereiche, Vermehrung des Formalismus und der Bürokratie, statt Schaffung starker, kompetenter technischer Abteilungen, die wissen, was wie warum wann gemacht werden muss.

    Eines der deutschen Beispiele steht in Schönefeld heißt Flughafen.

  31. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sich in Paris im Dezember 2015 bei der UN-Klimakonferenz sich nicht nur die Weichen für oder gegen „Klimaschutzmaßnahmen“ stellen, sondern auch über die zukünftige Stromversorgung für oder gegen Erneuerbare Energien bzw. Kernkraft. Und umso geschächter die deutsche Kohlekraftbranche in Paris antritt umso besser für die Befürworter der Kernkraft (Frankreich usw.)
    Deutschland schwächt sich in seiner Verhandlungsposition des „Vorreiters im Klimaschutz und der Energiewende“ immer mehr und macht es den Befürwortern von Kohle, Gas und Kernkraftwerken leicht für ihre Position einzustehen. Die Energiewende ist nicht Grundlastfähig und erzeugt durch den erzwungenen politisch-deutschen Kernkraftausstieg immer mehr an CO2. Landschaften und die Umwelt werden durch die anhaltenden Investitionen in Windmühlen und Solarparks immer mehr zubetoniert. Der Strompreis steigt weiter und weiter durch das marktfeindliche aber für die Subventionsabhängige EE Welt wichtige EEG an. Vattenfall will diesen Sommer eine klare Aussage von der deutschen Bundesregierung wie weit diese noch auf den Braunkohlemarkt in Deutschland setzt. Wenn ich jetzt mal so alle Informationen zusammenfließen lasse und mir den Zeitpunkt anschaue, dann scheint es mir, dass wir in Paris auf der UN Klimakonferenz 2015 einen Showdown zwischen Marktwirtschaft = konventionell Energieerzeugung und der staatlichen Planwirtschaft = Erneuerbare Energien (Energiewende) erleben dürfen.
    Ein Kompromiss könnte danach auf den Ausbau der CO2 armen Kernkraftwerke (Grundlast) in Europa und Weltweit hinauslaufen.

  32. Nach 30 Jahren Industrieerfahrung im Projektgeschäft (auch als Zulieferer für KKW) wundert mich diese Entwicklung nicht. Es sind mehr und mehr Juristen statt Ingenieure die in den Firmen das Sagen haben. In Folge dessen sind Lastenhefte nicht mehr primär technisch gestaltet, sondern juristisch! Niemand ist mehr Willens (oder in der Lage) eine technische Diskussion zu führen, man verschanzt sich hinter juristischen Formulierungen und ob die Anlage nachher funktioniert, ist zweitrangig. Was zählt ist, dass man juristisch nicht angreifbar ist!! Damit lähmt man jeden weiteren Anlagenbau denn jeder hat Angst am Ende den schwarzen Peter (juristisch) in der Hand zu halten, und somit wird endlos Papier statt Technik produziert. Die Null Risiko Technik gibt es nicht, aber niemand will ein Risiko in Kauf nehmen. Am Ende gibt es dann keine Technik mehr, und der Dumme ist der Wut- und Angstbürger der sich dann in Armut und Unsicherheit wiederfindet…

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