Deutscher Wetterdienst argumentiert gegen seine eigenen Klima-Messungen

Klaus-Eckart Puls
Im Mittelpunkt des letzten Klimarat-Gipfels 2014 in Stockholm stand der nunmehr schon seit 16 Jahren währende Temperatur-Stillstand [1] : „Global warming pause ‚central‘ to IPCC climate report“. Das hindert den Deutschen Wetterdienst DWD nicht daran, seit Jahren im Widerspruch zu seinen eigenen Messungen noch 2015 [2] das Gegenteil zu behaupten: „Der Trend zu einem wärmeren Klima ist ungebrochen“ , und schon 2012 [3] : „Der langfristige Trend zu steigenden Temperaturen ist in Deutschland und weltweit ungebrochen.“ Diese Aussagen stehen in krassem Widerspruch zu den aktuellen IPCC-Verlautbarungen und zu den vom DWD selbst auf der eigenen Homepage publizierten Graphiken und Daten [4]. Alle Anfragen beim DWD dazu über mehr als drei Jahre blieben unbeantwortet.

(1)  Klimarat IPCC gesteht Temperatur-Stillstand ein

Im IPCC-Technical-Report steht dazu [5] :

"… Fifteen-year-long hiatus periods are common in both the observed and CMIP5 historical GMST time series"

Noch deutlicher sagt es ein BBC-Bericht [1] :

"But since 2007, there has been a growing focus on the fact that global average temperatures haven’t gone above the level recorded in 1998. This slowdown, or hiatus as the IPCC refers to it, has been leapt upon by climate sceptics to argue that the scientific belief that emitting carbon dioxide into the atmosphere increases the temperature of the planet, is wrong."

                              Abb.-Quelle: http://tinyurl.com/k5utb4b

 

             Abb.-Quellen: http://www.thegwpf.com/2014-global-temperature-stalls-  another-year/ ; http://tinyurl.com/nr3k5wo ;  http://tinyurl.com/nr3k5wo

                                                Abb.-Quelle: http://tinyurl.com/mwsj8ev

(2)  Deutscher Wetterdienst agiert gegen seine eigenen Messungen

Der DWD hat ein gut ausgebautes und gewartetes Meßnetz für die Beobachtung und Überwachung von Wetter & Klima [6]. Seit mindestens 1880 gelten die Messungen als so zuverlässig, um alle Wetter- und Klima-Trends zu erfassen:

                 Abb.-Quelle: DWD; http://tinyurl.com/3trjvj5 (Pfeil und Textfelder eingefügt);

Die Graphik zeigt im DWD-eigenen Polynom einen Temperatur-Stillstand seit 2000 auch in Deutschland; das ist in Übereinstimmung mit den Messungen und Aussagen des IPCC [5, 1] für die Global-Temperatur (vgl.w.o.).

Um so rätselhafter ist die Aussage des DWD:  "Der Trend zu einem wärmeren Klima ist ungebrochen"

                                    Abb.-Quelle: http://tinyurl.com/krnn98x

Die Auswertung der DWD-Daten seit 1998 zeigt in einer Regressions-Geraden, daß es seit 1998 – also seit 17 Jahren – einen Abkühlungs-Trend in Deutschland gibt, trotz des sehr warmen Jahres 2014. das ist in Übereinstimmung mit den Messungen und Aussagen des IPCC [5, 1] für die Global-Temperatur (vgl.w.o.).

                      Abb.-Quelle: DWD; http://www.dwd.de/  Presse-Mitt. ; (Pfeil und Textfelder eingefügt)

Die Graphik zeigt im DWD-eigenen Polynom einen Temperatur-Stillstand seit 2000 auch in Deutschland; das ist in Übereinstimmung mit den Messungen und Aussagen des IPCC [5, 1] für die Global-Temperatur.

Um so rätselhafter ist auch hier die Aussage des DWD 2012:

"Der langfristige Trend zu steigenden Temperaturen ist in Deutschland und weltweit ungebrochen" ; … um dann 2013 eine "Stagnation" zuzugestehen, und um diese dann 2014 wieder in einen "ungebrochenen Erwärmungs-Trend umzuwandeln" (vgl.w.o.).

                      Abb.-Quelle: DWD; http://www.dwd.de/  Presse-Mitt. ; (Pfeil und Textfelder eingefügt);

Die Graphik zeigt im DWD-eigenen Polynom einen Temperatur-Stillstand seit 2000 auch in Deutschland; das ist in Übereinstimmung mit den Messungen und Aussagen des IPCC [5, 1] für die Global-Temperatur.

Dabei bleibt es das Geheimnis des DWD, sich innerhalb von einem Monat selbst zu widersprechen :

(1) Berlin, 3. Mai 2012, Presse-Mitt. : "Der langfristige Trend zu steigenden Temperaturen ist in Deutschland und weltweit ungebrochen."

(2) "Zunächst besuchte die BR-Crew Gerhard Hofmann vom Deutschen WetterdienstHofmann bestätigt, daß die globale Temperatur in den letzten 14 Jahren nicht mehr weiter angestiegen ist." [7]

Betrachtet man anhand der DWD-Daten einzelne Jahres-Zeiten, so ergibt sich :

                                                 Abb: Graphik J. Kowatsch; Daten DWD

 

                                Abb: Graphik J. Kowatsch; Daten DWD

(3) Argumentation vs. Messungen – warum ?

Eine Antwort gibt OLIVER GEDEN,  Regierungsberater und Gruppen-Leiter bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin im soeben erschienen SPIEGEL-Interview [8] :

SPIEGEL: "Sie behaupten sogar, Klimaforscher, die der Regierung nach dem Mund redeten, erhielten mehr Drittmittel."

GEDEN: "… All diejenigen Forscher, die bei diesem Spiel nicht mitmachen, sehen sich der Gefahr ausgesetzt, weniger Forschungsgelder und Gremienberufungen zu erhalten.

Tendenziell sind diejenigen besser dran, die den Wünschen der Politik mit Studien und Modellen nachkommen. Wobei ich nicht allen unterstellen möchte, sie täten es wegen des Geldes. Viele Klimaforscher sind Idealisten und wollen die Welt retten …."

Und w.a.a.O. :

SPIEGEL: "Überschätzen sich manche Klimawissenschaftler ?"

GEDEN:  "Ihr Geltungsanspruch ist in der Tat einzigartig. Viele von ihnen glauben daran, das Erdsystem sei steuerbar, das ist Hybris.

Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen hat 2011 im Kampf gegen die globale Erwärmung sogar eine große Transformation der Weltgesellschaft vorgeschlagen es war das erste Werk, das nach dem Ende des Kommunismus die ganze Welt nach einem Plan umstrukturieren wollte. Auf eine solche Idee kommen heute nur noch Klimaforscher.

Die im Interview von Oliver Geden genannten "Auftrags-Modelle"  zum "Klimawandel" sind bekanntlich allesamt falsch :

  Abb.-Quelle: Univ. Alabama Huntsville : http://www.uah.edu/essc/alabama-state-climatologist

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F a z i t :

Seit Jahren wird von zahlreichen Klima-Instituten gegen die Fakten argumentiert. 

Seit Jahren macht die Natur etwas anderes, als die Alarmisten prognostiziert haben.

Seit Jahren zeigt sich, daß die Klima-Modelle falsch sind.

W a n n  führt das alles in der etablierten IPCC-Klima-Forschung zu Einsichten, Korrekturen, Widerrufen, Eingeständnissen wissenschaftlicher Irrtümer ?

Wohl NIE, wie auch die Züricher WELTWOCHE schon 2010 analysierte :

Es ist eigentlich traurig, daß sich nun auch der Deutsche Wetterdienst seit etlichen Jahren ebenfalls an einer Ideologisierung der klassischen Naturwissenschaften "Wetter & Klima" beteiligt, indem er gegen seine eigenen Messungen agiert.

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Nachbemerkung:

Der hier zeichnende Autor hat mehr als 30 Jahre beim DWD gearbeitet. Er hat seit drei Jahren zahlreiche Anfragen an DWD-KollegenInnen und auch mehrfach an den DWD-Präsidenten gerichtet, und um Klärung der vorstehend aufgezeigten Widersprüche gebeten. Niemals hat er eine Antwort erhalten, von niemandem, auch nicht vom Präsidenten. Dieses ging und geht der hier vorstehend geschriebenen Publikation voraus.

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Q u e l l e n :

[1]  BBC News: "Global warming pause ‚central‘ to IPCC climate report"; By Matt McGrath Environment correspondent,; 23 September 2013; section Science & Environment; http://www.bbc.com/news/science-environment-24173504

[2]  DWD: Klima-Pressekonferenz 2015 des Deutschen Wetterdienstes;  http://tinyurl.com/3trjvj5

[3]  DWD: Klima-Pressekonferenz des Deutschen Wetterdienstes am 3. Mai 2012 in Berlin: Zahlen und Fakten zum Klimawandel in Deutschland ; http://tinyurl.com/m6dn8hj

[4]  http://www.dwd.de/ ; dort:  http://tinyurl.com/3trjvj5

[5]  IPCC, Climate Change 2013: Technical Summary, p. 61

[6]  DWD-Jahresbericht 2013, S.45 ff;  http://tinyurl.com/nsm4wxy

[7]  Bayerisches Fernsehen auf wissenschaftlicher Deutschlandrundfahrt ; http://www.kaltesonne.de/?p=3871 ; 7. Juni 2012

[8]  DER SPIEGEL; 20/2015, S.117, Grüne Männchen als Retter

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Anmerkung der EIKE-Redaktion:

Der vorstehende Beitrag ist als PDF-Anhang zum Download verfügbar, wobei die Qualität der Abbildungen deutlich besser ist als in der hier editierten Form.

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5 Kommentare

  1. @#4: H.Urbahn, d’accord!

    Ich kann es kaum noch erwarten bis wir zum gefühlt tausendsten Mal (Einheit: Zivilisationen) wieder einmal herausfinden werden dass die Gezeiten von Sonne und Mond wie die dominierenden Muster von Gitarren-Griffen zusammenspielen, aber eben viele Griffe für ein nicht-triviales ozeanisches Konzert mit atmosphärischem Chor.

    Es hat etwa 700 Basis-Griffe für die Schlaggitarre, analog gemeint.

  2. Betrachtet man die Abb. mit den NASA-GISS Temperaturen von 1880- 2014, dann gab es nur zwei Erwärmungsphasen naämlich von etwa 1920- bis 1949 und von 1976 bis 1998. Die letzte Erwärmungsphase wird viel besser als durch CO2 durch die pazifische dekadische Verschiebung 1976, das El Nino -Ereignis 1986 bis 1989 und den ELnino 1997/98 erklärt.
    mfG

  3. „Niemals hat er eine Antwort erhalten, von niemandem, auch nicht vom Präsidenten.“

    Als Beamte dürfen die nicht. Aber selbst wenn die es dürften, würden die nicht wollen. Wer den politisch-wissenschaftlichen Mainstream hinterfragt, gilt als „Nestbeschmutzer“. Der Umgang mit Prof. Horst Malberg wegen seiner wissenschaftlich begründeten Hypothesen zum Einfluß der solaren Aktivität ist symptomatisch für eine Wissenschaft, die politisch übernommen wurde oder in die politische Abhängigkeit geriet.

    Obwohl Beamte politisch neutral ihre Arbeit erledigen sollen, ist in weiten Bereichen das Gegenteil der Fall. Trotz ihrer wirtschaftlichen und politischen Unabhängigkeit singen sie das Lied ihrer Herren …

  4. Dazu passt vortrefflich die dieser Tage veröffentlichte Meldung bei T-Online unter der Überschrift:

    Klimaexperten warnen
    „El Niño“ wird 2015 wieder zuschlagen

    14.05.2015, 08:22 Uhr | Ulrich Weih

    http://tinyurl.com/kzcrclx

    Da hat T-Online auch gleich wieder mal (wie so oft) die Kommentar-Funktion von vornherein ausgeschaltet. Besser ist das!

    na dann, schau´ mer mal!

  5. Vielen Dank Herr Puls für die fundierte Zusammenstellung. „Der Trend zu einem wärmeren Klima ist ungebrochen“, so argumentiert nicht der DWD als Ganzes, sondern die politisch, naturwissenschaftlich nicht ausgebildete DWD-Spitze. Die Leute in der 2.ten Reihe des DWD und vor allem die Stationsleiter sind seriöse Leute, die ihre Arbeit gewissenhaft tun und oft vor Wut kochen. Denn, falsch ausgewertet werden die Ergebnisse von ungebildeten Münchhausen-Baronen in dunklen Anzügen. Darauf macht immer wieder der ehemalige DWD-Fachmann Marin Paesler aufmerksam. Wir haben seit 1998 bei den vom DWD- ermittelten Jahrestemperaturen einen Stillstand. Entweder weiß das die Führungsriege des DWD nicht oder diese Menschen lügen einfach, weil es zuviele gibt, die diese Lüge gerne glauben. WI-bereinigt, hätten wir sogar eine leichte Abkühlung in den letzten 18 Jahren. Vor allem die letzte Grafik im Puls-Artikel (Sommertemperaturen), hätte eine deutlich fallende Trendlinie, da in den Sommermonaten der WI höher ist als in den Wintermonaten.

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