Ozean-Klimaforscher Prof. Martin Visbeck: Bis 2100 „könnte“ der Meeresspiegel um 1 m steigen. Ein Versuch eines Vergleiches zwischen Realität und Prognose

Prof. Martin Visbeck ist nicht irgendwer, denn er ist  Sprecher des Excellence Clusters “The  Future Ocean”, des Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, dazu im Steering Committee des World Climate Research Programme (WCRP ) der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), in der sich Klimaforscher organisiert  haben, und er lehrt und forscht am GEOMAR in Kiel. Daneben begutachtet er auch noch als Experte für den Meeresspiegel, die eine oder andere Doktorarbeit, jedoch nicht immer mit der nötigen Sachkenntnis und Sorgfalt, wie uns vorliegende Dokumente zu belegen scheinen.

Er gilt also als Experte für die Auswirkungen des Klimawandels auf den Meeresspiegel. Das war wohl auch der Grund, warum ihn der Sender Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) in seiner Sendereihe „Wissenswerte“ zum Thema: „Zukunft des Ozeans“ interviewte und dieses Interview am 29.4.15 vormittags über den Hörfunk ausstrahlte.

Anlass war der angekündigte G7 Gipfel im bayrischen Schloss Elmau, der sich diesmal u.a. um die Verbesserung der Situation der Ozeane, insbesondere auch wegen der Plastik-Vermüllung kümmern will. 

Doch das interessierte den Interviewer, den Hörfunk-Moderator  Alexander Schmidt-Hirschfelder , erst in zweiter Linie. Zuerst  interessierte ihn der „Ernst der Situation“,  insbesondere die Auswirkung des Klimawandels auf den Meeresspiegel. Und mit dieser Sorge, in passende Fragen gekleidet, lag er bei Prof. Visbeck gerade "richtig".

Denn der zog sofort alle Register und erklärte dem Interviewer und dem Publikum, dass …

1. …. die Erderwärmung schon sehr weit fortgeschritten sei ;

2. … diese sich auch auf die Meere in vielfältiger Form auswirke und u.a. auch eine Versauerung der Ozeane bewirke (CO2 löse sich im Meerwasser), und dass der Meeresspiegel global wegen dieser Erwärmung anstiege. Das beobachte man seit 40 Jahren ;

3. … und seit 20 Jahren würde man diese Erwärmung der ersten 2 km der Ozeane sehr genau „sehen" und diese Erwärmung würde bewirken ; 

4. dass sich Meerwasser (wie Luft auch) bei Erwärmung ausdehne und  deshalb der Meeresspiegel ansteigen würde, wenn dies auch wg. der Winde regional sehr unterschiedlich sei

    * so z.B. wäre in Hamburg nur der Wert des das globalen Mittels bestimmt worden 

    * bei den pazifischen Inselstaaten hingegen wäre er in den letzten 20 Jahren 3 x schneller gestiegen

    * während er an der US -Westküste (namentlich San Francisco) gefallen sei.

Diese regionalen Unterschiede würden – so sagte er –  weiter untersucht, aber global gesprochen erwarte man eine Zunahme des Meeresspiegels um 80 cm bis 1 m bis zum Ende des Jahrhunderts. Das wäre, so seine Schlussfolgerung, für viele Küstenstandorte eine Herausforderung, auch für Deutschland.

Obendrein würde der CO2 Eintrag in die Ozeane diese versauern lassen, was sich schädlich u.a. auf die Lebensfähigkeit der Korallen auswirken würde.

Der Interviewer war hörbar besorgt  und wohl auch "tief beeindruckt", denn er merkte nicht einmal und unterließ deswegen jede Nachfrage, dass Visbeck mit keinem Wort  weder den nun schon 18 Jahre währenden Stillstand der Global-Temperatur in der Atmosphäre wie auch in den Ozeanen erwähnte, auch nicht die weiterhin ausbleibende Beschleunigung beim Meeres-Anstieg auch nicht den weiterhin in den Ozeanen nahezu unverändert gemessenen basischen  pH-Wert von um 8 Die von (V so benannte "Versauerung" beginnt erst unter pH 7), also , obwohl das alles Daten sind, die man – nach seinen eigenen Worten – seit 20 oder auch 40 Jahren sehr genau ermittele. Nur bei der fernen Zukunft bis zum Jahre 2100 wurde er "präzise" und sagte einen Anstieg des Meeresspiegels aus o.a. Gründen um 80 bis 100 cm voraus.

Um Antwort wird gebeten…

Der Physiker und Diplom-Meteorologe Klaus-Eckart Puls wollte das, was der Interviewer zu erfragen versäumt hatte, nun genauer wissen  und sandte daher an Prof. Visbeck mit Datum vom 1. Mai die folgende Mail, mit der er um Auskunft bat:

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Betr.:  Ihr Interview im RBB am 29.04.2015

Sehr geehrter Herr Visbeck,

im rbb-Interview der Reihe „Wissenswerte“ , die am 29.04.2015 vormittags ausgestrahlt wurde, befragte Sie der Interviewer Alexander Schmidt-Hirschfelder  u.a. zu den möglichen Plänen der Teilnehmer des kommenden G7 Gipfels und zu Ihren Erwartungen in Bezug auf die Verbesserung der Situation der Ozeane. 

In Ihren sehr ausführlichen Statements betonten Sie, dass 

1. Die Erderwärmung schon sehr weit fortgeschritten sei ;

    (vgl. Anlagen 1  a b c)

2. Diese sich auch auf die Meere in vielfältiger Form auswirke und u.a. auch eine Versauerung der Ozeane bewirke (CO2 löse sich im Meerwasser)

und dass der Meeresspiegel global wg. dieser Erwärmung anstiege. Das beobachte man seit 40 Jahren ;

    (vgl. Anlagen 2  a b c)

3. Seit 20 Jahren würden Sie diese Erwärmung der oberen 2 km der Ozeane sehr genau „sehen“ ; 

    (vgl. Anlagen 3  a b c)

4. Diese Erwärmung würde bewirken das sich Meerwasser (wie Luft auch) bei Erwärmung ausdehne und  deshalb der Meeresspiegel ansteigen würde, 

    wenn dies auch wg. der Winde regional sehr unterschiedlich sei

    () so z.B. wäre in Hamburg der Wert des das globalen Mittels bestimmt worden, 

    () bei den pazifischen Inselstaaten hingegen wäre er in den letzten 20 Jahren 3 x schneller gestiegen,

    () während er an der US -Westküste (namentlich San Francisco) gefallen sei.

————————————————————————————————Diese regionalen Unterschiede würden – so sagten Sie –  weiter untersucht, aber global gesprochen erwarten Sie einen Anstieg des Meeresspiegels um 80 cm bis 1 m bis zum Ende des Jahrhunderts. 

Das wäre – so Ihre Schlussfolgerung – für viele Küstenstandorte eine Herausforderung, auch für Deutschland.

Leider unterließ es Ihr Interviewer nachzufragen, wie hoch denn gegenwärtig die absoluten Werte 

bzw. deren Veränderungen in den letzten 40 oder auch nur 20 Jahren gewesen sind, also wie denn die aktuellen Trends seien, und welche „Signal-Wirkung“ diese ggf. haben; denn – nur dann kann sich der interessierte Hörer ein Bild von den aktuellen Trends machen.

    (vgl. Anlagen 4  a b c d e )

 

Ich bin Mitglied in verschiedenen naturwissenschaftlichen Vereinigungen, z.B. in der hiesigen Astronomischen Gesellschaft AEW.

Dort wurde auch über die in dem o.a. Interview gemachten Fragen und Antworten gesprochen,

und – mit Verlaub – wir waren und sind einigermaßen entsetzt, wie hier gegen alle Messungen und Fakten argumentiert wurde.

Deswegen möchten wir SIE bitten, uns zu folgenden Fragen etwas zu sagen, ggf. unter Berücksichtigung der hier von uns in den Anlagen angefügten Messungen und Fakten in den Graphiken – danke im voraus :

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1. Wie hoch ist derzeit die mittlere globale Erwärmung der Luft, bezogen auf die vergangenen 40 oder 20 Jahre ? 

    Gern können Sie auch andere Bezugsjahre wählen,

2. Wie hoch ist die mittlere Erwärmung der Ozeane in den oberen 2 km im selben Bezugszeitraum ? 

    ….  die Sie ja im Interview recht genau beziffert hatten,

3. Wie groß ist die dazugehörende Ausdehnung des Wasservolumens, bzw. um wieviel ist in dieser Zeit der mittlere globale MSp. gestiegen ? Dieser globale Mittelwert wäre ja in Hamburg bestimmt worden.

4. Wie hoch war der pH Wert der Ozeane vor 20 bzw. vor 40 Jahren ? 

    …. und um wieviel hat sich dieser  inzwischen durch die Erderwärmung bzw. durch Lösung des CO2 aus der Atmosphäre verringert ?

———————————-

Gerne hören wir in diesen Dingen von Ihnen, und bedanken uns im voraus für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen,

Klaus-Eckart Puls 

In den Anlagen (siehe oben) wurde dazu von Herrn Puls ausführlich der aktuelle Stand der Forschung dokumentiert.

… und es wurde prompt geantwortet

, aber leider ohne auf die präzisen Fragen von Herrn Puls einzugehen.

Prof. Visbeck schreibt:

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Sehr geehrter Herr Puls,

vielen Dank für Ihr Interesse an dem Interview.

Ich beziehe meine Aussagen in dem Interview auf international begutachtete Literatur und den von den meisten Staaten der Welt beauftragten Klimazustandsbericht IPCC. Dort finden Sie alle relevante Literatur dazu, sehr gute Graphiken etc. 

Sie waren ja und ich bin Deutscher Beamter und ich weiß das die Bundesregierung großen Wert darauf legt, dass der von Ihr in Auftrag gegebene IPCC Bericht nach den besten Regeln der Wissenschaft erstellt wird.

Ich würde mir wünschen, wenn Sie diese Fakten auch als Basis für Ihre Fragen nehmen. Sollte etwas in dem Bericht unklar sein, bin ich gerne Bereit zu versuchen Ihnen dazu weitere Hintergründe zu geben.

HG

von Martin Visbeck

PS: Meine Aussagen beziehen sich übrigens auf die mittlere Energie des oberen Ozeans, dazu sagt keine Ihrer Abbildungen etwas aus. Schauen Sie mal in den IPCC Report, dort finden Sie die relevanten Graphiken.

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Das konnte nun so nicht stehen bleiben, denn nur gefährlich klingende Behauptungen aufzustellen , ohne die entsprechenden Daten zu nennen, sowie die Quellen dazu, stattdessen nur auf einen Berg von alarmistischer Literatur und auf das IPCC zu verweisen. Dabei ist noch anzumerken,  daß z.B. die investigative Journalistin Donna Laframboise herausfand, das in IPPCC-Reports keineswegs nur begutachtete Literatur verwendet wurde, sondern auch alle möglichen obskuren Quellen (hier)  mit einbezieht. Diese stützt fast ausnahmslos das CO2-Klima-Katastrophen-Dogma,  und ist deswegen keineswegs vertrauenswürdig :  (hier und hier). Da ist keine Wissenschaft, sondern bestenfalls Politik, und vor allem Ideologie.

Daher wandte sich  Puls erneut an Herrn  Visbek und versuchte in einer Antwort-Mail, wiederum herauszufinden, warum dessen Hinweise so sehr konträr zu den vielen Quellen standen, die Visbeck in der ersten Mail angegeben hatte,.  Puls nannte das einen wissenschaftlichen Zirkel-Schluß.

So entspann sich ein reger, erfreulicherweise in höflich-sachlichem Ton gehaltener Mailwechsel, den wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Interessenten finden das alles hier zum Download als pdf-Anlagen (Teil 1 und Teil 2), einschließlich aller Schaubilder, Grafiken und Literatur-Zitate.

Als Fazit dieses umfangreichen Mailwechsels kann man festhalten, wie auch schon beim PIK-EIKE Wissenschaftsmeeting vom April 2011, dass sich hier wieder einmal zwei völlig gegensätzliche Denkschulen  gegenüber stehen: < PIK: Hypothesen vs. EIKE: Messungen+Fakten! > :

() Die eine völlig gefangen in ihrem Glauben an alle möglichen Klimamodelle und deren "Prognosen";

() die andere den naturwissenschaftlich gesicherten Gesetzen, Messungen und Fakten verbunden, und daher Modell-Hypothesen gegenüber misstrauisch.

Im Übrigen wurden die anfangs gestellten und mehrfach im Mailwechsel von Herrn Puls wiederholten Fragen bis heute  nicht  von Herrn Visbeck beantwortet, bzw. nur oberflächlich und ausweichend behandelt.

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