Baunkohle-Ausstieg : Es geht Merkel allein um Gesichtswahrung

von Dr. Ing. Günter Keil
Leserbrief vom 26.4.2015 an den Generalanzeiger, Bonn: Es geht um Gesichtswahrung: (Gabriels Plan zur Abschaltung von Braunkohlekraftwerken)

Am Sonnabend demonstrierten die Gewerkschaften Verdi  und IGBCE mit Arbeitern aus den deutschen Braunkohlerevieren gegen Gabriels Pläne, die auf eine Stilllegung von Kraftwerken und letztlich auch auf das Ende der Braunkohle-Verstromung in Deutschland hinauslaufen würden.         Die Begründung von Sigmar Gabriel für diesen Schritt, der in der Tat Zehntausende von Jobs vernichten würde, ist die Einhaltung einer Ankündigung der Kanzlerin, bis 2020 die CO2-Emissionen um 40% zu verringern, was sich inzwischen als eine leichtfertige und nicht einzuhaltende Angeberei herausgestellt hat. Frau Merkel hätte sich dem EU-Ziel, dieses Ergebnis bis 2030 zu schaffen, anschließen können, aber sie musste ja unbedingt Deutschland als unübertreffbares Vorbild herausstellen, das dieses Ziel 10 Jahre früher erreicht. Jetzt, vor dem baldigen Gipfeltreffen in Elmau, wissen alle, dass sie den Mund zu voll genommen hat. Es geht hier allein um ihre persönliche Gesichtswahrung, auch wenn damit ein Teil unserer Energieindustrie zerstört wird. Alle Politiker wissen, dass alle nationalen Sonderleistungen in der CO2-Einsparung in Europa völlig unwirksam und damit sinnlos sind.  Weil das europäische ETS-System des Emissionshandels  mit seinem Mengen-Deckel dafür sorgt, dass jede Tonne CO2, die ein EU-Land zusätzlich spart, durch den Ankauf der dann frei gewordenen, recht billigen Emissionszertifikate  z.B. durch Polen oder Tschechien in dortigen Kohlenkraftwerken zusätzlich emittiert werden darf.  Das bedeutet, dass alle zusätzlichen, teuren und nun auch Arbeitsplätze vernichtenden CO2-Einsparungen in Deutschland die Emissionen Europas nicht um eine einzige Tonne vermindern. In mehreren Gutachten ist diese Tatsache der Regierung bescheinigt worden; zuletzt sogar vom Weltklimarat IPCC selbst, der in seinem letzten 2014er Bericht Deutschland die völlige Unwirksamkeit seiner nationalen Extramaßnahmen bescheinigte.  Es geht also bei dem Braunkohle-Streit tatsächlich gar nicht um den Klimaschutz. Es geht allein um das Vermeiden einer verdienten Blamage für Frau Merkel. Koste es was es wolle.

Dr.-Ing. Günter Keil , Sankt Augustin

Der LB wurde abgedruckt. Sie können ihn als pdf im Anhang herunterladen

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7 Kommentare

  1. Die Vorstellung daß es “ Es geht allein um das Vermeiden einer verdienten Blamage für Frau Merkel. Koste es was es wolle.“ ,gehe ist grundfalsch.Richtig ist nur:Kosten soviel als möglich.Merkel und ihre ganze SED 2.0 Mannschaft ist eine Marionette der Ostküste.Es geht um nichts anderes als den Morgenthauplan 2.0.

  2. Eine Möglichkeit von wenigen ist es, die grünverseuchten und dem „Klimaschutz“ völlig kritiklos huldigenden Lokalblätter, mit Leserbriefen zu bombardieren! Wie schon oft in diesem Blog diskutiert, besteht ein krasses Mißverhältnis zwischen deutscher Einflussmöglichkeit auf die globale CO2 Konzentration und den durch CO2 VermeidungVerminderung verursachten Kosten und ökonomischen Schäden!Wie man mit 0,00005% Einfluss auf die momentane Gesamtkonzentration von 0,04% einen 50%tigen Anstieg auf 0,06% glaubt verhindern zu können, weiß wohl nur das Duo Gabriel/Merkel!
    Aber, so Gabriel im März 2007 im Stern Interview: „…Atomkraftwerke produzieren Strom, keine Wärme..“ Ein wahrer Experte der Energieversorgung!

  3. #2:
    Einverstanden, Herr Schober, machen wir direkte Demokratie, ändern wir die Bundes- und Landeswahlgesetze. Wir haben nur ein Problem: Die Parteiendiktatur wird es mit allen Mitteln zu verhindern wissen.

    Dennoch: Den Versuch ist es Wert. Vielleicht über „Mehr Demokratie“? http://tinyurl.com/cwljpx

  4. #2 Gerd Schober.ich bin da ganz Ihrer Meinung, genau so stell ich mir eine Demokratie auch vor. Leider sind die Leute einfach nicht bereit für sowas. wie oft dürfte ich mir schon was anhören, das ich ein Träumer sei oder irgendwelche Belehrungen über mich ergehen lassen müssen.

  5. #2 Herr Schober,
    für die derzeitige politische Konstellation gibt eine präzise Bezeichnung
    ÖKOFASCHISMUS. Es ist gespenstig hauptsächlich des wegen, dass Deutschland in der Vergangenheit mit dem Faschismus von andere Couleur gerade in Europa so viel kaputt gemacht hat. Als ich nach Deutschland kam (1968) hat man noch das Gefühl von einem Freien Land der Ludwig Erhard geschupft hat. Heute geht Deutschland unter der „kluge Führung “ der A. Merkel die zielstrebig kommunofaschistische Planwirtschaft Schritt für Schritt , mit der Hilfe von gleichgeschaltete öffentliche Medien, salonfähig macht.
    MfG

  6. @ #1: Hofmann,M

    Sie fragen sich: „(…) warum die SPD hier auf diesen Opportunistischen Merkel Machterhaltungszug mit aufgesprungen ist (…)“?

    Meine Antwort: Es gibt keine SPD, CDU, CSU etc. . Es gibt nur eine Partei im Bundestag. Der Rest ist Polit-Show. Es ist sinnlos sich mit Parteien und deren Programmen zu befassen. Die einzige Lösung liegt im Systemwechsel; weg von der parlamentarischen Demokratie (deren Konzept komplett gescheitert ist), hin zur direkten Demokratie. Im Zusammenspiel mit fachlicher Aufklärung (siehe Karl Jaspers) kann das Volk entscheiden, nicht aber in einer von Propaganda und Manipulation bestimmten Politik.

    Und Gabriel? Der Mann hat die Glühbirne abgeschafft, er kommt also ganz von alleine auf idiotische Ideen. Die Kanzlerin braucht er dazu wirklich nicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd Schober

    P.S. Das Wort lautete „koalahau“. Bitte, wer haut den einen Koala? 😀

  7. Ich frage mich, warum die SPD hier auf diesen Opportunistischen Merkel Machterhaltungszug mit aufgesprungen ist und somit für den Machterhalt der Merkel, die „Drecksarbeit bzw. Sündenbock“ = Wirtschafts- Energie- Umweltministerum = EE-Propaganda und CO2 verteufelungs = Wirtschaftsvernichtungsministerium angenommen hat und diese auch auf Befehl von Merkel ausfüllt.

    Die SPD hätte schon längst eine Gegenposition zu dieser Opportunistischen Merkel = Energiewende = CO2 Verteufelungsstrategie aufbauen MÜSSEN.

    Die Opportunistische Machterhaltungs Merkel spielt auf Kosten aller und zum Schaden der Allgmeinheit. Dies sollte auch der SPD endlich klar werden. Noch hat Gabriel es in der Hand die Umkehr in der Energiewende-Sackgasse einzuläuten und der Merkel damit die Vernunft und den Verstand in der Energie-und Wirtschaftspolitik abzusprechen.

    Die Machtbasis der Merkel ist der Konsens = Einheitsbrei im Bundestag. Es wird Zeit diesen demokratievernichtenden Konsens aufzuheben und die Merkel frontal anzugehen.

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