Münchner Stadtwerke mal wieder – Burn, burn, Bürgergeld

Von Alexander Wendt
Früher gestaltete sich die Rechnung für Stadtwerke einfach: Das Elektrizitätswerk verdiente Geld, die öffentlichen Verkehrsmittel fuhren einen Verlust ein, und das kommunale Unternehmen stopfte mit dem Gewinn des einen Geschäftsfeldes die Löcher des anderen. Heute stellt sich die Lage etwas anders dar: Bus und Bahn erwirtschaften noch immer ein Defizit. Das E-Werk neuerdings auch – weil sich wegen der Energiewende alles, alles ändern muss.

Der Chef der Münchner Stadtwerke Florian Bieberbach bereitete Stadtverordnete und Öffentlichkeit vor ein paar Tagen schon einmal auf schlechte Zeiten vor. „Es ist nicht so, dass wir insolvenzgefährdet sind“, so Bieberbach im Münchner Merkur, „aber wir stehen vor einer längerfristigen Verschuldung, mit der wir uns nicht wohlfühlen.“ Derzeit liege die Verschuldung des Unternehmens bei zwei Milliarden Euro. Deshalb, so Bieberbachs Vorschlag, solle Münchens Stadtkasse für eine unbestimmte Zeit auf eine Gewinnabführung der Stadtwerke in Höhe von 100 Millionen Euro jährlich verzichten. Denn das Unternehmen brauche dringend Geld, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am 5. März 2015 schreibt, „für Milliardeninvestitionen in erneuerbare Energien“, vor allem in Offshore-Windfelder hoch im Norden.

Bisher hatten die Stadtwerke eher Kleckerbeträge in Ökoenergien gesteckt, beispielsweise 64 Millionen Euro in das spanische Solarthermiekraftwerk Andrasol. (EIKE berichtete darüber hier) Weil die spanische Regierung die Privilegien für Solarstrom dann kappte, mussten die Münchner 2014 die gesamte Investitionssumme abschreiben. Mit klassischer Stromproduktion verdienen kommunalen E-Werke auch kaum noch etwas, weil das erratisch schwankende Überangebot an Grünstrom den Börsenpreis in den Keller drückt.

Da fällt es naturgemäß schwer, überhaupt Kapital aufzubringen, das in neue Windräder fließen soll. Aber andere Stadtwerke zeigen, dass der Kraftakt sehr wohl zu meistern ist: Sie pumpen ihr Geld beziehungsweise das der Bürger trotz schwierigster Marktlage in Windkraft, weil die Anteilseigner – kraft Parteienmehrheit in der Ratsversammlung – dies so wünschen. In Erlangen führte das zur Totalabschreibung der Investition, weil die Winderträge weit unter den Erwartungen blieben. Über die Investition der Stadtwerke Mainz sagte Vorstandschef Detlev Höhne der FAZ:

„Die Anlagen – die … 2005 bis 2010 in Betrieb gegangen sind – bringen kein Ergebnis, bis zum heutigen Tage nicht.“ Schlimmer noch: Es gebe sogar leichte Verluste. Dies gehe allen Anlagen in Rheinland-Pfalz so: „Ich sehe keine einzige, die im Geld ist.“

Selbstverständlich wollen die politischen Mehrheiten an der Energiewende nicht rütteln. Sie sprechen von schlechten Windjahren, ungünstigen Rahmenbedingungen und davon, dass am weiteren Ausbau der Grünenergie nichts vorbeiführt. Wenn es irgendwann nichts mehr hilft, dass Stadtwerke wie München dafür ihre Überweisungen an die kommunale Kasse zusammenstreichen, könnten sie zu Spendenaktionen übergehen: Gerade in der bayerischen Hauptstadt besitzen die Bürger daheim noch das eine oder andere an Gold, das sie garantiert gern für Offshorewind-Plattformen aus Eisen geben.

Dieser Text erschien zuerst auf dem Energie-und Politik-Blog www.alexander-wendt.com

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10 Kommentare

  1. #8: Markus Estermeier: Nein, wären und sind Sie nicht. Ich weigere mich (ebenfalls), das ist eine Tatsache. Die Fachliteratur spricht eine deutliche Sprache. Wen interessiert Sekundärliteratur? 😉 Ein guter Arbeiter arbeitet mit Originalliteratur. Ein schlechter Arbeiter mit Sekundär[..]

    MsfG

    P.S.: Off-topic ist da, wo andere noch wichtige Parallelen erkennen dürfen. Mit Dressur hat es nichts zu tun. Die Mächtigen sind anti-christlich eingestellt und küssen dem Feind mehr als nur die Füße, dass es einem anekeln muß. Die Heuchler sind unterwegs. Seit sehr langer Zeit. Und die feindliche Gehirnwäsche zeigt immer mehr Wirkung. 😉 Wenn schon Dressur, dann überall, […] Ein Maß für alle.

    Die Erde ist definiert als das Reich der Finsternis. Unabhängig davon ob man diese Definition mag oder nicht.

  2. @#1: Alfred Schlohr

    Vielleicht hilft Ihnen das folgende Zitat von Joschka Fischer (Bündnis90/Die Grünen) weiter:

    „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‚Ungleichgewichten‘ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“

    Fischer soll das 2008 in den USA ventiliert haben. Mit solchen Gedanken im Kopf kann man begreifen, wie die Deutsche Politik auf die zweifellos hirnrissige Idee mit den Windrädern und den Solaranlagen kommen konnte. Das würde auch manch anderen Wahnsinn im aktuellen Europa erklären.

    MfG
    Hans

  3. Ich versuche, mich aus den offtopic-Themen weitgehend heraus zu halten. Eine Anmerkung an Frau Meinhardt sei mir aber hier doch gegönnt.

    zu #7
    „Von 100 verfolgten Menschen sollen 80 wegen deren christlichen Glaubens verfolgt werden, weltweit“

    Die katholische Kirche dressierte ihre Schäfchen schon immer für die Opferrolle. Demzufolge ist der fehlende Aufschrei gegen obige Feststellung im Sinne der christlichen Lehre.
    Vermutlich bin ich ein schlechter Christ, weil ich mich weigere, Opfer zu sein oder zu werden.

  4. Es ist wie der verehrte Herr T. Heinzow an anderer Statt, klug daran erinnerte, wenn die Zinskurve jemals drehen sollte, und sie wird, wann, weiß ich auch nicht, natürlich nicht, dann schlägt der Blitz auch in München ein.

    Es gab einmal eine Zeit, da mußten (solche) Verantwortliche den Hut nehmen, wenn diese so nachlässig arbeiteten. Nichts anderes ist es. Dass sie es nicht tun brauchen, hat nun mal auch mit dem sanften Zeitgeist zu tun. Von dieser Krankheit ist auch ein Teil der heutigen katholischen Leitung erfasst, die protestantische liegt sowieso am Boden. Tot.

    Und wer die heimliche Islamisierung hiermit nicht in Verbindung bringen will, als Gegenpol (gegen das gefährliche falsche Sanfte)*, dem ist (geistig momentan) nicht mehr zu helfen. Das ist kein Zufall. Das ist völlig ausgeschlossen. Sie dürfen ruhig über mich lachen. Jedoch, wer zuletzt lachen darf, lacht immer noch am besten.

    Und die Frauenquote wird das ihrige für den Sargnagel tun wollen. Wir werden jetzt kichernd den Abflug beschleunigen dürfen. (Auch) Frau Nahles sei dank.

    Und wiederum nicht nur die Stadtwerke versenken viel Geld, sondern auch ein komischer Karl Marx, auch aus München, natürlich, seines Zeichens Bischof und mehr, ja, in (!!) München. Ein hochgefährlicher Mann, der viel mehr Geld verschwendet haben soll, als der Ehrenmann aus Limburg, welchen die verlogenen Schreibtisch-Mörder, auch von der FAZ, medial hingerichtet haben wollen. Derjenige aus München, mehr (!) Geld (!) verbraten, wird eingeladen und dem küsst man die Füße. Das liegen besondere Gründe vor, welche auch die FAZ gerne unter den Teppich kehren will. Das ist (zutiefst) ungerecht. So ist diese Welt.

    [Verehrter Herr Admin, ich höre jetzt auf. Ich bitte Sie um Verzeihung. Möge es nicht mehr vorkommen. Die goldenen Regeln von EIKE. Ich verhalte mich in dieser Hinsicht unklug.]

    *Gewagte Behauptung. Mag sein. Aber, es sind noch unzählige andere Vektoren, Argumente vorhanden, die ich hier nicht alle wiedergeben kann. Ein jeder mag (selbst) recherchieren wie er lustig ist. Von 100 verfolgten Menschen sollen 80 wegen deren christlichen Glaubens verfolgt werden, weltweit. Und es herrscht Stille im Wald. Man lässt gewähren. Tatsache. Herr Obama destabilisiert diese Welt in einer noch nie dagewesenen Art und Weise. Und alle trinken vergnügt Bier (oder Wein).

  5. Keiner will Elektroautos:
    Suchmaschinenwerbung wie bei Google zeige zwar sehr gute Erfolge, eine passende Zielgruppe passgenau zu bedienen – das Volumen sei aber viel zu niedrig. So gebe es pro Monat nur 300 Suchanfragen aus Wien zur Elektromobilität – eine viel zu geringe Zielgruppe für Werbekunden.
    http://tinyurl.com/p3589s8

  6. Mia san mia! Und ob die Stadtwerke rote Zahlen schreiben is eh wurscht. Hauptsache München bekommt gleich hinterm Stachus eine Mega-Moschee.

    LINKE UNTERNEHMEN SCHREIBEN ROTE ZAHLEN !

  7. Andrasol ist nicht der einzige Flop der Stadtwerke München.
    Weniger bekannt sind die Rückschläge, die die SWM seit Jahren mit der Geothermie Anlage Sauerlach erlebt.
    Bei Projektstart 2007 jubelte man noch über geplante 8MW elektrische Leistung und heißes Wasser für die Heizungen in Sauerlach zu Projekt-kosten von 25 Mio €.
    Inzwischen wird nicht mehr gejubelt. Die Projektkosten sind auf 90 Mio € angestiegen, also um 260%. Dafür wurde die geplante elektrische Leistung auf 5MW abgesenkt.
    Ironischerweise haben die aufgetretenen technischen Probleme mit der höheren Temperatur des Wassers in den angebohrten Gesteinsschichten zu tun. Man sollte annehmen, dass das gut wäre für den Carnot Wirkungsgrad, der sich in unserem Lande ohnehin kaum von Null unterscheidet, im Gegensatz zu Island. Da wir im Gegensatz zu Island das Wasser erst hochpumpen müssen, sollte die Pumpe auch bei einer Wassertemperatur von 135 grd C arbeitsfähig sein. Das ist aber nicht der Fall. Offenbar gab es bereits mehrere Ausfälle der extrem teuren Pumpen.
    Man redet nur noch von 5 MWel Leistung. Man hofft, dass sich die Pumpe nicht selbst grillt, wenn sie deutlich unterhalb der Nennleistung betrieben wird.
    Dies ist jedoch alles ohne Belang. Jedes Mal, wenn ich an der Anlage vorbei fahre ist es ruhig im Generator Haus. Die Ventilatoren über dem Generatorhaus über deren Lärm die Sauerlacher so erbost waren, dass sich eine Bürgerinitiative gegründet hat, sind ganz still. Mein Eindruck ist, dass da gar kein Strom produziert wird.
    Freuen können sich die Sauerlacher. Es ist schön ruhig dort und: Bekommen sie doch für kleines Geld Heißwasser für ihre Heizungen. Und dazu noch einen Superlativ: Wenn sich die Sauerlacher abends in die Wanne legen, planschen sie, rechnet man die Projektkosten ein, im vermutlich teuersten Badewasser der Welt.

  8. Die „Kleckerbetrag“ 64Mio, der für Andasol vernichtet wurde, ist pro Einwohner (1,4Mio) immerhin Euro 45,-. Eine dreiköpfige Familie wurde also mit 135,- belastet – in einer Stadt in der Viele die hohen Lebenshaltungskosten beklagen. Ob das die grünen Schlümpfe in München wissen?

  9. Irgendwie will man in Deutschland nicht einsehen, dass man sich total verrannt hat und grünen „Weltrettern“ auf den Leim gegangen ist. Anstatt einen Schlussstrich unter diese immer gigantischere und völlig nutzlose Geldverschwendung zu ziehen, glaubt man bis zum bitteren Ende an das Gelingen der „Energiewende“. So sind sie eben, die Deutschen. Wie schon andere gesagt haben: Wenn man in einer Sackgasse steckt, wird das Wende-Manöver interessant.

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