Der Marsch in den grünen Energie-Kannibalismus

Deutschlands Weg in den Energie-Selbstmord
von Fred F. Mueller
Deutsche Politiker spielen sich gerne als „Klimaretter“ auf. Schon seit den frühen 90er Jahren begann man mit der Einführung der politischen Strategien, die letztlich im Projekt der „Energiewende“ gipfelten, mit deren Hilfe sowohl die gesamte nukleare Stromerzeugung wie auch 76 % der fossil betriebenen Stromerzeugung ersetzt werden sollen. Bis 2050 sollen 80 % der Stromproduktion von „erneuerbaren“ Quellen wie Wind, Fotovoltaik, Biomasse, Müllverbrennung oder Wasserkraft stammen. Da die unzuverlässigen Energiequellen Sonne und Wind an diesem Mix den größten Anteil haben werden, hat die Politik den zuverlässigen fossil befeuerten Kraftwerken widerwillig einen Restanteil von 20 % zugestanden, damit diese das Netz in den Zeiten, wenn die beiden künftigen Hauptakteure mal wieder gemeinsam keinen Bock haben, weiterhin aufrechterhalten.


Für eine Industrienation mit einer hoch entwickelten Hightech-Industrie ist das Vorhaben „Energiewende“ geradezu atemberaubend. Der Blick auf Bild 1 (siehe Abb. rechts oben) zeigt, in welchem Umfang sich Deutschland früher bei der Sicherstellung einer zuverlässigen Stromerzeugung auf fossile und nukleare Verfahren gestützt hatte. Alle ans deutsche Stromnetz angebundenen Kraftwerke waren ausnahmslos bedarfsgerecht regelbar und hoch zuverlässig. „Erneuerbare“ Energieerzeugung in Form von Wasserkraft wurde bereits seit dem späten 19. Jahrhundert ausgebaut, doch sind in Deutschland aufgrund des Mangels an geeigneten Standorten die diesbezüglichen Möglichkeiten bereits seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts weitgehend ausgereizt.

Bild 1 (rechts oben): Im Jahre 1990 befanden sich am deutschen Netz nahezu ausschließlich bedarfsgerecht regelbare und hoch zuverlässige Kraftwerke. Der Anteil der Wasserkraft lag bei rund 3,6 %

Ganz anders präsentierte sich der Status der Stromversorgung im Jahre 2014 nach etwa zwei Jahrzehnten massiver „grüner“ Einflussnahme auf die Energiepolitik, Bild 2. Vor allem im Gefolge der Ereignisse in Fukushima wurde die Gelegenheit genutzt, das Schicksal der Kernkraft endgültig zu besiegeln. Innerhalb weniger Monate wurden rund die Hälfte der noch verbliebenen Einheiten stillgelegt und für den Rest die gestaffelte vorzeitige Stilllegung bis zum Jahr 2022 festgelegt. Auf der anderen Seite hatte man seit den frühen 90ern und insbesondere ab 2000 den Ausbau der Energieerzeugung aus Wind, Sonne, Biomasse und Müllverbrennung so massiv gefördert, dass ihr Anteil – zusammen mit Wasserkraft – im Jahr 2014 einen Anteil von 25,8 % der gesamten Stromproduktion erreichte. Wichtigste Treiber dieser radikalen Transformation waren hohe, über 20 Jahre garantierte finanzielle Fördermaßnahmen sowie eine begleitende Gesetzgebung, welche die Netzbetreiber zwang, den gesamten von diesen privilegierten Einheiten erzeugten Strom – ungeachtet der aktuellen Situation am Markt – abzunehmen bzw. zu vergüten. Aufgrund der Überflutung der Strommärkte mit diesem subventionierten „grünen“ Strom brachen die Preise an den Strombörsen massiv ein. In der Folge wurden fossil befeuerte Kraftwerke mehr und mehr aus dem Markt gedrängt, während überschüssige Strommengen per Dumping zu negativen Preisen bei europäischen Nachbarländern entsorgt wurden, was massive Nachteile für die dortigen Stromproduzenten zur Folge hatte.

Bild 2. Nach etwas mehr als zwei Jahrzehnten „grüner“ Energiepolitik liegt der Anteil der „Stotterstrom“-Erzeuger Wind und Fotovoltaik bei inzwischen 14,4 %

Sinnloser Kapazitätsaufbau

Entscheidende Nachteile der dominierenden „erneuerbaren“ Energiequellen Wind und Fotovoltaik sind ihre systembedingte Unzuverlässigkeit im Verein mit ihren miserablen Nutzungsgraden von lediglich 17,4 % bei Wind- und 8,3 % bei Solarstrom. Das hat zur Folge, dass man, um die Produktion einer vorgegebenen Strommenge sicherzustellen, enorme Überkapazitäten aufbauen muss. Dies wiederum führt je nach Wetterlage zu riesigen Schwankungen der jeweils produzierten Strommengen. Deutschland wird daher gezwungen, ein doppeltes Stromversorgungssystem vorzuhalten: Einerseits grotesk überdimensionierte Kapazitäten an Wind- und Solarenergieanlagen und andererseits zusätzlich einen kompletten Satz fossil befeuerter Kraftwerke, die einspringen, wenn die „erneuerbaren“ wegen ungünstiger Wetterlage mal wieder schwächeln. Zu letzteren gesellen sich, zumindest noch für einige Jahre, die wenigen noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke. Die Schwankungsbreite des „Stotterstroms“ aus den „erneuerbaren“ Quellen ist bekanntlich enorm: Bei einer installierten Nominalkapazität von rund 75.000 MW lieferten beide Quellen zusammen im Jahre 2014 im Minimum gerade mal 29 MW (!), während sie im Maximum 38.000 MW ins Netz pumpten. Da die „Energiewende“ für die Zukunft vor allem auf Wind- und Solaranlagen nebst ein wenig Wasserkraft setzt, hat der inzwischen erfolgte massive Aufbau entsprechender Kapazitäten bereits jetzt dazu geführt, dass beim Zusammentreffen niedrigen Verbrauchs und hoher Einspeisung von „erneuerbar“ erzeugtem Strom erheblichen Überkapazitäten im Netz auftreten können, Bild 3.

Bild 3. Kombinierte Kapazität „erneuerbarer“ Energieerzeuger im Jahre 2014. Die Balken für minimalen und maximalen Strombedarf (Mitte und rechts) kennzeichnen die typischen Grenzwerte der Gesamtabnahme im Netz je nach Wochentag und Tageszeit 

Ein genauerer Blick auf den Balken links im Bild 3 zeigt, dass die aufsummierte Kapazität aller „EE-Stromerzeuger“ inzwischen bereits rund 87.000 MW erreicht, was in etwa dem maximalen zu erwartenden Strombedarf im Netz entspricht. Zusätzlich ist noch zu berücksichtigen, dass zur Sicherstellung der Netzstabilität weiterhin zu jedem Zeitpunkt fossil befeuerte Kraftwerke mit einer Kapazität von rund 28.000 MW ins Netz einspeisen müssen. Rechnet man beides zusammen, so ist leicht zu erkennen, dass an Tagen mit schwacher Nachfrage und günstigen Bedingungen für Solar- und Windstromerzeugung das Risiko einer Überproduktion mit entsprechenden Konsequenzen für die Netzstabilität eintreten kann. Diese Gefahr wächst mit jeder neu hinzukommenden „erneuerbaren“ Anlage. Dabei beträgt die Zubaurate bereits jetzt 5.000 – 6.000 MW pro Jahr. Die Situation wird noch dadurch verschärft, dass die vorhandenen Pumpspeicherkapazitäten nicht annähernd ausreichen, um bei Überproduktion nennenswerte Mengen des zuviel erzeugten Stroms „wegzupuffern“, während zugleich Nachbarländer mit der Installation von Abwehrsystemen begonnen haben, um deutsche Dumpingattacken auf ihre Netze abzuwehren.

Der EE-Stromkannibalismus hat bereits begonnen…

Als Folge dieser Entwicklung bekommen wir jetzt allmählich Situationen im Netz, bei denen die Überproduktion aus „erneuerbaren“ Stromquellen so überhandnimmt, dass letztere sich gegenseitig den Platz im Netz streitig machen. Fossil befeuerte Kraftwerke sind durch den Preisverfall an den Börsen aufgrund des Überangebots subventionierten Stroms aus Wind- und Sonnenkraftwerken bereits so existenziell gefährdet, dass die Bundesregierung Stilllegungen inzwischen per Gesetz verhindert, selbst wenn die Betreiber Verluste einfahren. Inzwischen beginnen aber auch „klassische erneuerbare“ Sektoren wie z.B. Wasserkraftwerke ernsthaft unter diesem Konkurrenzdruck zu leiden, weil sie nicht nur preislich unter Druck geraten, sondern im Gegensatz zu Wind- und Sonnenkraftwerken keinen Einspeisevorrang genießen. Und dabei wird es diese Betreiber wenig trösten, dass mit dem forcierten weiteren Ausbau der per „Erneuerbarem Energiegesetz“ geförderten Stromerzeuger der Überlebenskampf jeder gegen jeden über kurz oder lang selbst bei dieser Gruppe einsetzen wird. Bereits heute werden die Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen – auch eine eigentlich von der Politik gewünschte und geförderte Spezies – zeitweilig aufgefordert, wegen eines gerade herrschenden Überangebots von „Grünstrom“ ihre Anlagen zu drosseln.

Unter den „reinrassigen“ EEG-Anlagenkategorien dürften die Biomassekraftwerke die am stärksten gefährdete Gruppe darstellen. Grund hierfür ist die Tatsache, dass sie Lebensmittel wie Mais für die Stromerzeugung einsetzen. Diese „Strom-statt-Teller“-Philosophie schwächt ihre Akzeptanz unter ethischen Gesichtspunkten: Schließlich sehen wir derzeit einen stetig anschwellenden Flüchtlingsstrom von Menschen, die nicht zuletzt aufgrund des in ihren Ländern herrschenden Hungers und der dadurch ausgelösten Kriege ihr Leben riskieren, um das gelobte Land Europa zu erreichen. Daher liegt es nahe zu vermuten, dass die „Brotverheizer“ zu den ersten Opfern im künftigen Bruderkrieg der „neuen erneuerbaren“ Stromerzeuger untereinander gehören dürften. Doch auch nach dem Ausschalten dieser Konkurrenz wird den danach noch übrigen Hätschelkindern grüner Energiepolitik wohl nichts anderes übrigbleiben, als untereinander auszukämpfen, wem von ihnen bei zunehmender Überflutung der Netze mit „grünem“ Strom der Vorrang gebührt.

…und wird sich noch verschärfen

Normalerweise sollte man annehmen, dass eine mit solchen Tatsachen konfrontierte Regierung das Projekt „Energiewende“ an diesem Punkt stoppt, um zunächst abzuwarten, bis technisch wie wirtschaftlich vertretbare Technologien für die Speicherung großer Mengen zeitweiliger Strom-Überproduktion für den Ausgleich von Mangelsituationen die Entwicklung geworden sind. Doch für solche Technologien geeignete Ansätze konnten bisher trotz aller Bemühungen und des Einsatzes großer finanzieller Mittel nirgends ausfindig gemacht werden. Alle bisher vorgeschlagenen Systeme sind ungeeignet, weil sie entweder zu teuer sind oder ihre Wirkungsgrade jenseits von Gut und Böse liegen. Doch leider mangelt es deutschen Spitzenpolitikern – wie die Geschichte leidvoll bewiesen hat – öfters an der Fähigkeit zu erkennen, wann man sich so verrannt hat, dass man besser aufgeben sollte. Genau das erleben wir aktuell mit der Energiewende: Obwohl uns dieses Projekt insgesamt bereits mindestens 500 Mrd. € gekostet hat, bestehen alle maßgeblichen politischen Fraktionen eisern darauf, weiterhin gutes Geld hinter schlechtem herzuwerfen. Vermutlich bleibt ihnen nichts anderes übrig, weil sie ihr politisches Schicksal bereits zu sehr mit der Energiewende verknüpft haben, so dass das Eingeständnis eines Scheiterns einem politischen Selbstmord gleichkäme. Vermutlich deshalb hat die regierende Große Koalition lieber eine Augen-zu-und-durch-Haltung eingenommen und die Gangart auf dem Weg zu den 80 % „erneuerbarer“ Stromproduktion gegenüber den Zielen der vorherigen Regierung sogar nochmals beschleunigt.  

Unter Berücksichtigung der derzeit erkennbaren Hauptentwicklungsrichtungen der künftigen EE-Politik kann man begründete Mutmaßungen über die wahrscheinlichste künftige Aufteilung der Stromerzeugungsverfahren anstellen, siehe Bild 4. Da bisher erst knapp 26 % Gesamtanteil an der Erzeugung erreicht wurden und der Biomasseanteil von etwa 7 % vermutlich von der Politik früher oder später fallengelassen und durch Wind- und Sonnenkraft ersetzt wird dürfte, kann man sich leicht ausrechnen, welche gigantische Aufgabe noch vor uns liegen dürfte. 

Bild 4. Das offizielle Ziel der Bundesregierung ist ein Anteil von 80 % “erneuerbarer” Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahre 2050. Die wahrscheinlichste Aufteilung der entsprechenden Technologien mit 67,5 % Wind, 8,1 % Fotovoltaik und 4,4 % „sonstigen“ lässt erahnen, welch ungeheure Aufgaben und Ausgaben noch auf uns zukommen werden

Spannung vor dem großen Finale

Die Umrisse der realen Risiken, die auf die deutsche Stromerzeugungsinfrastruktur zukommen werden, lassen sich klarer erkennen, wenn man sich den Aufbau nomineller Kapazitäten im Bereich Wind und Solar im Verlauf der letzten 5 Jahre im Vergleich zu dem bis 2050 voraussichtlich noch erforderlichen Zubau ansieht, Bild 5. Wenn man dann noch bedenkt, dass uns der derzeit erreichte Stand bereits rund 500 Mrd. € an bisher geleisteten und künftig noch fälligen Zahlungen gekostet hat, dann bekommt man eine Vorstellung davon, was da in den nächsten Jahrzehnten noch alles auf uns zukommen wird.

Bild 5. Allein schon der bis 2014 erfolgte Aufbau an Wind- und Solarkapazität (zuzüglich ca. 8.100 MW Biomassekraftwerke) hat den deutschen Verbraucher bisher bereits mit 500 Mrd. € belastet

Abgesehen von den geradezu ungeheuerlichen Kosten kommt dazu noch der oben bereits angesprochene Kannibalismus-Aspekt, der sich mit dem weiteren Ausbau noch zu ungeahnten Dimensionen auswachsen wird. Um dies zu verdeutlichen, braucht man sich nur vor Augen zu führen, dass im Jahre 2014 die kombinierte Kapazität an Wind- und Solarkraftwerken bei ca. 73.000 MW lag. In der Spitze lieferten diese eine Leistung von zusammen 38.000 MW ins Netz. Da im Jahr 2050 eine Gesamtkapazität von rund 376.000 MW installiert sein dürfte, könnten diese zusammen in der Spitze 196.000 MW in ein Netz einspeisen, das je nach Lastsituation nur zwischen 40.000 und 90.000 MW aufnehmen kann. Die von den „erneuerbaren“ Kraftwerken angebotene und nicht verwertbare Mehrleistung läge somit zwischen 106.000 und 156.000 MW. In solchen Situationen dürfte der Konkurrenzsituation zwischen den beiden Hauptfraktionen der „erneuerbaren“ Stromerzeugungstechnologien richtig interessant werden. Werden erboste Windbarone mit schweren Ackergeräten über Solarplantagen herfallen? Oder werden Solarkönige die Sprengung von Windenergieanlagen in Erwägung ziehen? Oder wird es ein chaotisches „jeder gegen jeden“ geben? Es werden noch Wetten entgegengenommen….

Fred F. Mueller

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19 Kommentare

  1. @Fred F. Mueller

    Übrigens….das große „Hauen und Stechen“ ist bereits voll im Gange……inzwischen streiten sich die Windbarone mit den Krähenspiegelaufstellern um die Vorrangflächen….so ganz nebenbei wollen se auch noch Ackerflächen okkupieren.

    http://tinyurl.com/olktq9l

    Tja…..und eines (un)schönen Tages wird auch ein grüner Wirtschaftsminister dem Volk nicht mehr erklären können, warum die immer mehr Geld bezahlen sollen für Strom, der NICHT produziert wurde.

    @Pietsch
    Mein Pittbull beißt nur Dummschwätzer und offensichtliche Pressesprecher diverser EE-Lobbyverbände…..die derzeit lawinenartig in EIKE einfallen.
    Sie dagegen…..ham sich bisher als kompetenter Kommentator erwiesen…..weswegen der olle Köter weiterhin im Zwinger verbleibt. *grins*

    MfG
    Onkel Heinz…..Erklärbär mit tierischen Instinkten

  2. @ Johannes Herbst #17
    was momentan in der deutschen Stromversorgung=Volkswirtschaft abgeht, kann doch jeder erkennen, der mit offenen Augen und Ohren durch sein Leben geht. Und auf der Stromrechnung bekommt er es immer wieder schwarz auf weiß presentiert. Irgendwann wird es auch mal der dümmste deutsche verstehen, dass man mit einen Stromeinsparzwang und Strompreiserhöhungen von einer freien Wohlstands-Marktgesellschaft zu einer bevormundeten Diktatur der Willkürpolitik mutiert. Der Deutsche ist einfach zu blöd gewesen, dass dieser sich das EEG von der Politik hat gefallen lassen! Anscheinend geht es dem deutschen Schaft noch viel zu gut in seiner vorgeschriebenen = diktierten Freiheit und das Selberdenken und die Eigenverantwortung ist ihm einfach noch zu lästig….

  3. Es wird ja viel lamentiert – aber gibt es denn niemenaden, der mal exakt durchrechnet – auf Basis der vorhandenen Zahlen, was tatsächlich abgeht und wie es sich in Zukunft bei eimem bestimmten Zuwachs bzw. Szenarios verhält.

    Oder gleich mal eine saubere wissenschaftliche Studie.

    Dürfte ja nicht so schwer sein … Obwohl die Bundesregierung das noch nicht gescafft hat.

  4. @ # 15 r. pietsch

    Lieber Hr.Pietsch,

    danke für Ihren Hinweis auf das Norwegermärchen. Sie haben die Situation ziemlich exakt beschrieben. Allerdings gibt es sogar zwei Kabelprojekte, NorGer und NordLink. Soweit ich weiß, ist zumindest NordLink auch schon beschlossen und soll definitiv realisiert werden. Investitionsvolumen ca. 1,5 bis 2 Mrd.€. Ein Geschenk an die norddeutschen Windbarone, um ihnen zusätzliche Absatzmöglichkeiten für ihren überschüssigen Stotterstrom zu verschaffen.

    Es gibt in Norwegen Laufwasserkraftwerke, Speicherkraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke. Speicherkraftwerke hat es schon etliche, aber, wie Sie sehr richtig angemerkt haben, fast keine Kapazität im Bereich Pumpspeicherkraftwerke. Und die Bevölkerung wird wohl kaum bereit sein, den Deutschen zuliebe ihre schöne Landschaft zuzumörteln und mit riesigem Aufwand einen Teil der vorhandenen Speicherkraftwerke in Pumpspeicherkraftwerke umzubasteln. (Da war mal was vor ca. 70 Jahren oder so, und das hat man dort noch gut im Gedächtnis). Das scheinbar unausrottbare Geschwafel von Norwegen als „Batterie Europas“ ist schon allein von daher völliger Humbug. Einige clevere Geschäftemacher werden natürlich darauf spekulieren, mit geschenktem deutschem Strom Geld zu verdienen. Schaut man sich jedoch z.B. die Erfahrungen an, die in Polen, Tschechien, der Schweiz und Österreich mit deutschem Dumpingstrom gemacht wurden, dann steht vermutlich auch den Norwegern noch ein böses Erwachen bevor.

    Mfg

  5. Lieber Herr Mueller,ich bin ja ganz Ihrer meinung und auch der pitbull von Onkel Heinz war bis jetzt auch immer sehr freundlich zu mir. Jetzt hab ich aber gelesen, es wär beschlossen, eine HGÜ Leitung nach Norwegen zu bauen. Leistung 1400MW, so weit so gut aber das heißt auch, wir können noch mehr Überscussstrom dorthin verklappen. Die Norweger werden nicht bös über Geschenke sein. Von dort welchen zurück zu kriegen dürfte ne Illusion sein, zumindest nicht dann, wenn wir welchen brauchen: Soviel ich weiß, gibt es 2 Speicherkraftwerke dort, alles ander sind Laufwasserkraftwerke. Ich war selber in einem bei Sauda: Oberbecken Hardangervidda, Unterbecken Fjord. Höhenunterschied ca. 800 – 900 m. Turbine: Peltonrad, klar. Das Wasser wieder hochzupumpen geht nicht – Peltonrad und Salzwasser aus dem Fjord. Dann ist da noch der Winter, wo das Wasser blöderweise gefriert, sodass die Norweger im Winter oft bösen Atomstrom aus Schweden importieren, um nicht zu frieren. Aber dass sie uns im Sommer geschenkten Strom abnehmen, halte ich für möglich. Schließlich fließt das Wasser sowieso nach unten auch am Peltonrad vorbei und Wartung muss ja auch mal sein, oder Nasebohren oder so.

  6. Sehr geehrter Herr Fred F. Mueller,

    wäre es nicht möglich, oder gelegen, mal diese Quelle gesondert (kritisch) zu betrachten, sofern Sie sich dafür interessieren? Von den Vitamin-B-Empfängern und (den seltsam) erfolgreichen Verkäufern?

    Der (außerirdische) Energiewendeindex von Mckinsey. Manchmal frage ich mich, ob die auch Konzentrationslager beraten hätten.

    Quelle: http://tinyurl.com/q8zuq3t

    Mit sehr freundlichen Grüßen

  7. @ # 12 R. Pietsch

    Lieber Hr. Pietsch,

    Ihr Einwand ist im Prinzip richtig. Das habe ich mit der Formulierung „abzunehmen bzw. zu vergüten“ auch bereits berücksichtigt.

    Das geht jedoch, ebenso wie der ganze sonstige Irrsinn des EEG, nur bis zu dem Punkt, wo der Öffentlichkeit dann plötzlich auffällt, dass die Kosten immer weiter und weiter steigen, die Stromproduktion jedoch nicht. So ähnlich war es ja auch anfangs mit Fotovoltaik und Wind: Solange es nur einige wenige Anlagen waren, ging die Sache sozusagen im Hintergrundrauschen unter, aber jetzt geht das nicht mehr.

    Genauso eben bei der kommenden massiven Netzüberlastung. Und dann wird es heißen: Ring frei. Ich glaube, Onkel Heinz hat schon den richtigen Tipp parat gehabt.

    Mfg

  8. Also Herr Müller, ich weiß nicht, ob das Hauen und Stechen wirklich stattfindet. Es gibt ja noch die Härtefallklausel im EEG. Das heißt, im Notfall lassen sich die Windmühlen abregeln und den nichtgelieferten Strom trotzdem bezahlen. Merkt das jemand? Wir habens ja aber uns hats auch bald.

  9. @ #8 Hofmann,M.

    „Es hätte als Labor eine kleine Insel getan auf der man verucht hätte im kleinen eine autarke EE Versorgungswelt über jahre auzuprobieren.“

    Das hat man doch, einmal auf Helgoland und einmal auf Pellworm.

    Auf Helgoland gab es eine MAN-Windmühle mit 1500 kW Nennleistung und auf Pellworm das erste „Solarkraftwerk“. Hatte mich damals gewundert, als ich zum Baden nach Wyk flog, warum da unten so komische schwarze Platten auf Pfählen gen Süden ausgerichtet waren, viele Leute rumstanden und alles beflaggt war.

    Jetzt stehen da noch 10 oder 12 Windmühlen rum und irgendwo hab ich gelesen, daß man das schrottige „Solarkraftwerk“ wieder reaktiviert hat. Aber Pellworm hat ne Stromleitung zum Festland, so wie Helgoland auch.

    Irgendwie klappt das nicht mit den Laborinseln und der Eigenversorgung, obwohl Helgoland ja auch ein PSKW bauen könnte. In Geesthacht gibt es ja auch eines.

  10. #9: Tübingen, eine ausgezeichnete Wahl.

    Es ist wie Sie schreiben. Heutzutage vermögen Ingenieure (ganze) Gebäude zu verschieben. Man kommt ins träumen. Wenn doch einer die Stadt Tübingen verschieben täte. Und Freiburg im Breisgau gleich mit. Da steht nämlich (auch) ein Vatikan (der Energiewende). Schlimm? Fürchterlich.

  11. #8 Herr Hofmann

    Zum Laborversuch auf einer Insel.
    Rügen hats versucht und ist gescheitert. Die Verblendeten hatten da wohl irgentwo einen Denkfehler.
    Der nächste Versuch sollte in Tübingen gestartet werden. Dort sitzen die Blender, die bekanntlich ALLES genau durchgerechnet haben.

  12. Die Politik hat es in der Hand. Entweder diese Merkel Energiewende Politik fährt unsere Gesellschaft vollends an die Wand oder diese Merkel Politik kommt noch zu vernunft….stoppt das Energiewendeexperiment am offenen Herzen der Gesellschaft = Kraftwerk-Stromversorgungsnetz und weist das Energiewendeexperiment da hin wo es von anfang an hingehört hätte…ins Labor (Forschungs- und Entwicklungsstadium). Es hätte als Labor eine kleine Insel getan auf der man verucht hätte im kleinen eine autarke EE Versorgungswelt über jahre auzuprobieren. Erst wenn die EE besser wären als unser bewehrtes Kraftwerkmixpark Stromversorgungssystem, dann hätte auch der Markt = Gesellschaft von sich aus ohne EEG Subventions-Abgabenzwang die Markteinführung befürwortet.

    Die Energiewende/Erneuerbaren Energie ist und war noch nie Markt=Gesellschaftsreif.

  13. @Fred F. Mueller

    Jute Zusammenfassung des Wendeirrsinns…..und die ersten Verlierer stehen heute schon fest, Biogas!
    Wer die diversen „Machbarkeitsstudien“ der vergangenen Jahre aufmerksam gelesen hat, der dürfte auch entdeckt haben, das die Biogasanlagen den Part der konventionellen Kraftwerke übernehmen sollen…….d.h., von vormals 5.000 – 7.000 Bh dann auf läppische 400 – 600 Bh im Jahr. Den Biogasfuzzis wollte man dann noch mehr Gasspeicher aufquatschen und am besten noch ein BHKW mehr…..was natürlich die Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen ins Absurde abgleiten ließe.
    Da die Branche erkannt hat, was man mit ihnen vor hat, geht sie dazu über, das Gas zu reinigen und vom CO2 zu befreien und als Biomethan direkt in die Erdgasleitung einzuleiten.
    Natürlich wieder mal auf Knochen anderer…in diesen Falle der Gasnetzbetreiber, die dann sehen müssen, wie sie dieses Gas auch los werden…..einschließlich Kompressoren, Brennwertmeßgeräte, Brennwerterhöhung mittels Propan/Butan…samt Zoll, der über die Einhaltung diverser Vorschriften penibel wacht.

    Noch können wir unseren überflüssigen Strom in Ausland entsorgen…..aber das wir in absehbarer Zeit an seine Grenzen stoßen…..weil Deutschland, Kraft seiner Wassersuppe, wieder mal meint, seine Nachbarn zu zeigen, wie man Energie richtig wendet.

    Und ja…..es wird demnächst zunehmend ein Hauen und Stechen unter den einzelnen EE-Erzeugern geben….und dementsprechend wird auch das Zähneklappern zunehmend zu vernehmen sein…..wenn eine Pleite nach der anderen die Branche erschüttern wird.
    Mein Tip……..Poppcorn, Cola und ne gemütliche Hängematte…es verspricht lustig zu werden.

    MfG
    Onkel Heinz…….ersatzweise, Energie-Ossi

  14. Nihilisten haben seit jeher den Selbstmord in Kauf genommen, wenn nicht unausgesprochen angestrebt. Die Normalen haben Mühe, das zu glauben.

  15. Lieber Herr Müller,

    wieder mal eine gute Zusammenfassung der irrsinnigen Energiepolitik und deren Auswirkungen. Dennoch: es gibt keinerlei Einlenken seitens der maßgeblichen „Eliten“. Man hält unverändert am wissenschaftlich-wirtschaftlich Unmöglichen fest. Ist eigentlich nicht fassbar, was in unserem Land – und unglücklicherweise nicht nur dort – passiert. Wie lange wird das noch ohne Reset gutgehen ?

    H. Hoffmeister

  16. Und die Deutschen schreien unisono (angesichts der medialen Dauer-Indoktrination sei ihnen verziehen): „Die Energiewende ist alternativlos“. Sollten wir bei der nächsten Bundestagswahl wirklich eine rot-rot-grüne Regierung kriegen, ist es um Deutschland wohl geschehen. Wie ich schon mal sagte, ich habe nun die Antwort auf meine Frage im Geschichtsunterricht, wie es im Nazi-Reich dazu kommen konnte, dass die Deutschen auf die Frage „Wollt ihr den totalen Krieg?“ lautstark „Ja“ riefen. Mit der Vernetzung durch das Internet und die mediale Dauerpräsenz auf allen Kanälen ist eine Einflussnahme heute leichter als damals.

  17. Der Gigantismus ist ausgebrochen. So wie in der Filmbranche, so nun auch in der Politik. Mindestens die Rettung der Welt ist angesagt.
    „Unser täglich Brot gib uns heute“ ist dagegen geradezu lächerlich.
    Erneuerbar ist in erster Linie die Dummheit – schon heute zu 100 %.

  18. „Wenn man dann noch bedenkt, dass uns der derzeit erreichte Stand bereits rund 500 Mrd. € an bisher geleisteten und künftig noch fälligen Zahlungen gekostet hat, dann bekommt man eine Vorstellung davon, was da in den nächsten Jahrzehnten noch alles auf uns zukommen wird.“

    Was interessiert den einen Grünen, wie viel Geld anderer Leute er ausgeben muss?

  19. @ F.F.Müller ich muß sie korregieren:
    Das ganze Grünfaschistische Pack geht davon aus – und sagt es auch noch öffentlich- daß 80 % Energieversorgung aus – ja was wohl ? xxxxxxxx ?? nur dann möglich ist, wenn wir auf 80% unseres jetzigen Energieverbrauchs verzichten!!
    Wenn Sie dann noch xxxxxx wie den „Chefwirtschaftler“ vom PIK sich vor Augen führen….

    na wo die Reise hingeht lesen Sie doch mal bei Mao, Lenin, Stalin , Hitler und anderen Verbrechern nach.

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